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Ein erfolgreiches Heitere Open Air geht zu Ende

Familiär und dennoch ein grosses Fest

Das Heitere ist bestimmt keines der ganz grossen Open Airs in der Schweiz. Neben Festivals wie das Frauenfeld, Gampel, oder Gurten scheint das Heitere ein kleines Dorffest zu sein.
Das Heitere trotzt diesen Vorurteilen jedoch alle Jahre: Bereits Monate vor dem Festival sind die Tickets ausverkauft. Das Open Air erhielt 2016 den SRF-Festivalaward und dies kam nicht aus heiterem Himmel. Das Festival zeichnet sich durch seine grosse Vielfältigkeit aus. So sieht man Besucher jeglichen Alters auf dem Gelände, hört Musik jeglicher Richtungen auf den Bühnen und tritt auf dem Zeltplatz mit Menschen verschiedenster Charakterzüge in Kontakt.

Grenzwärtiger Auftritt von KIZ

Die deutsche Rap-Band, die am Samstagabend auftrat, vermochte mit ihrer klassischen Auftrittsart nicht bei allen zu überzeugen. So gehen die Meinungen über die Vorstellung bei den Festivalbesuchern weit auseinander. In den vordersten Reihen gaben die sogenannten Takatuka-Ultras alles und feierten den Auftritt ihrer Band. In den hinteren Reihen liefen die Leute jedoch reihenweise davon. Ganz anders war das bei Mark Forster, der mit Hits wie Chöre und Sowieso das gesamte Publikum zu begeistern vermochte. Auch Silbermond, die bereits 2010 am Heitere auftraten, liessen ihre Kritiker verstummen und lieferten ein grandioses Konzert ab.

Viele nationale Acts am Sonntag

Am Sonntag standen viele Schweizer auf der Bühne. Den Anfang machte die Band Traktorkestar, welche vor allem aus Bläsern besteht. Unterstützt wurden diese von Perkussionsinstrumenten. Sie coverten unter anderem Lieder von Rammstein und begeisterten das Publikum. Auch Nemo zeigte eine tolle Show und es ertönten Songs wie Ke Bock, Himalaya und Blockbuster aus den Boxen der Lindenbühne.

Lo&Leduc bildeten den Abschluss der Schweizer Acts. Die Berner Musiker zogen das Publikum bei heissem Sommerwetter gekonnt mit und spielten einige Lieder des neuen Albums Ingwer und Ewig sowie altbekannte Lieder wie «Räuber und Poli» und «Blaui Peperoni».

Das OpenAir verlief sehr erfolgreich und friedlich, so wie man es sich gewohnt ist vom Heitere. Hoffen wir auf viele weitere tolle Festivals am Zofinger Hausberg.

Zwitschernd wie ein Vogel

Bühne frei für eine Künstlerin, die es bereits in jungen Jahren geschafft hat, Hunderte von Menschen mit ihrer Musik zu berühren. In ihren Liedern spricht sie von Herzschmerz und dem Sinn des Lebens. Erstaunlich wie schon die Sängerin Birdy mit 20 Jahren ein so grosses Publikum mit Songtexten erreicht und berührt. Doch wer steckt eigentlich hinter dieser Sängerin mit den hohen Tönen?

Früh übt sich der kleine Vogel

Birdy bekam ihren Künstlernamen durch ihre Eltern, die sie schon als kleines Mädchen Birdy nannten, weil sie beim Essen den Mund wie einen Schnabel aufhielt. Ihr gebürtiger Name ist Jasmine van den Begaerde. Anders als man auf Grund ihres Namens denken könnte, kommt sie weder aus Belgien oder Holland sondern aus dem Süden Englands. Ihre Mutter brachte ihr das Klavierspielen bei und kurz daraufhin begann Birdy, ihre eigenen Songtexte zu schreiben. Mit nur 12 Jahren heimste sie an einem Musikwettbewerb gleich zwei Preise ein: Den Hauptgewinn und zusätzlich den Preis in der Kategorie der U18-Jährigen. Von da an ging es auf ihrer Karriereleiter immer weiter nach oben. Der Durchbruch gelang ihr mit dem Lied Skinny Love. Was viele jedoch nicht wissen: Das Lied stammt ursprünglich nicht aus ihrer Feder. Das Original wurde von Bon Iver geschrieben. Auch andere ihrer Lieder wie zum Beispiel Shelter oder People help the People sind Coverversionen, was ihrem Erfolg jedoch keinen Abbruch tat. Der Durchbruch im deutschsprachigen Raum gelang ihr im Jahre 2012, kurz vor ihrem Fernsehauftritt bei The Voice of Germany. Mit der Finalistin Isabell Schmidt sang sie gemeinsam das Lied People help the People. In diesem Jahr erschien ihr drittes Album und sie begab sich erneut auf Tournee.

Traurig und doch schön

Birdy trat am 27. September 2016 im Kongresshaus Zürich auf. Ihr Publikum begeisterte sie mit ihrer Vielfältigkeit. Ob am Klavier, mit Gitarre in der Hand oder einfach nur singend: Sie bietet ihrem Publikum von allem etwas an. Doch die meisten Momente während ihres Konzertes verbrachte sie, wie auch schon in vielen ihrer Musikvideos, am Klavier. Was macht ihre Musik eigentlich so besonders? Die Gegensätzlichkeit, die die Lieder in sich haben. Trotz sanften Tönen verbergen die Texte eine tiefere Bedeutung, die einen berührt. Beispielweise Skinny Love, das von Liebe handelt oder People help the People, das davon handelt, dass Gott weiss, was sich hinter all unseren Fassaden, Taten und Tränen verbirgt. Dieses Lied vermittelt auch, dass wir uns in traurigen Zeiten helfen sollen – manchmal sind es kleine Dinge, die helfen, wie das Händehalten, wenn das Heimweh einem aufsucht. In dem Musikvideo ihres Liedes Wings scheint sie mit einer Leichtigkeit durch die Welt zu schweben, die angesichts der düsteren und doch berührenden Melodie überrascht. In ihren Videos wirkt sie oft traurig und nachdenklich. Wer kann ihr das schon verübeln – bei Texten über Engel, Herzschmerz und in denen Wörter sich in Waffen verwandeln?