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Tinkjunior stellt sich vor

Wir lernten Linda während ihres Zukunftstages kennen: Sie begleitete uns über mehrere Tage an der Jugendsession und blieb seit dann bei uns, denn sie möchte Journalistin werden. Mit nur 13 Jahren war sie unsere jüngste Reporterin, denn Tink.ch ist (oder war?) eine Plattform für 15-30-jährige. Schreiben, mitdiskutieren, recherchieren, interviewen…das schien unserer Linda nicht genug zu sein, denn eines Tages kontaktierte sie mich: «Ich und eine Freundin möchten Tinkjunior gründen, wäre das für euch OK?». Als Chefredaktorin von Tink.ch habe ich ein einziges unantastbares Prinzip: Enthusiasmus soll unterstützt werden und unsere Hauptaufgabe ist es, Gelegenheiten zu schaffen, Potentiale und Engagement auszuleben. Denn so lernt man, so wächst man und so bleibt Tink.ch ein einzigartiges Onlinemagazin.

Linda startete im Februar dieses Jahres eine beeindruckende Reise: sie hat es geschafft, ein 10-köpfiges Team zusammenzustellen, das von Ideen nur so brodelt. Selbstversuche, Porträts, Interviews: Tinkjunior wird uns mit vielfältigen Artikeln bescheren. Aber viel wichtiger: Tinkjunior hat etwas zu sagen.

Denn jungen Menschen eine Plattform wie Tink.ch zu bieten, ist nicht nur eine wunderbare Gelegenheit, von- und miteinander zu lernen, um einen Einstieg in unseren Traumberuf zu finden; es ist auch eine demokratische Übung. Es geht darum, den Menschen, die Teil unserer Gesellschaft sind, eine Stimme zu geben und ihnen die Möglichkeit zu geben, kritisch über Themen nachzudenken, Sachverhalte zu verstehen und an die Öffentlichkeit zu bringen. Junge Menschen sind Teil unserer Gesellschaft, Kinder auch. Dass das Team von Tinkjunior über einfachere aber auch über schwierigere Themen sprechen möchte, freut mich und ich sage: weiter so!

Wenn Kinder über Trump, Flüchtlinge und Anschläge schreiben

Wir von tink.ch erwarteten Themen wie Freizeit und Freundschaft, aber unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Workshop «Journalismus» erstaunten uns mit ihrem Wissen über und Interesse an aktuellen Themen. Die 10- bis 14-jährigen Kinder und Jugendliche gingen auf die berner Strassen und befragten Passanten zu brisanten Themen. Hier können Sie eine Auswahl der Interviews unserer «Cooltourer» lesen.

Hanna und Josephine befragten die Passanten über die Flüchtlingsthematik.

Andreas Müller über Flüchtlinge. (Bild: Sofiya Miroshnyk)
Wie heissen Sie?

Andreas Müller

Was denken Sie über Flüchtlinge?

Flüchtlinge sind Menschen, die aus irgendeinem Grund nicht in ihrem Land bleiben können.

Würden Sie die Flüchtlingshilfe in Lesbos unterstützen?

Ja, ich würde sehr gerne dort helfen.

Wenn ein Flüchtling bei ihnen klingeln würde, was würden Sie tun? Was würden Sie empfinden?

Ich würde den Flüchtling fragen was er will. Ich empfinde dabei Freude, weil ich jemanden helfen kann.

Was denken Sie darüber, dass wir Kinder uns damit befassen?

Es ist ein aktuelles Thema und sollte jeden interessieren.

Randi und unsere Reporterinnen in der Aarbergergasse in Bern. (Bild: Sofiya Miroshnyk)
Wie heissen Sie?

Randi, und ich komme aus Norwegen.

Was denken Sie über Flüchtlinge?

Es ist sehr schade, dass Flüchtlinge flüchten müssen. Ich wünsche mir, dass die Flüchtlinge hier ein gutes Zuhause finden.

Würden Sie der Flüchtlingshilfe in Lesbos unterstützen?

Ja, ich würde gerne helfen.

Wenn ein Flüchtling bei ihnen klingeln würde, was würden Sie tun? Was würden Sie empfinden?

Ich würde ihm helfen, doch ich hätte ein bisschen Angst.

Jessi, Cheyenne und Alice wollten wissen, wie die aktuellen Anschläge wahrgenommen werden.

Was meinen Lena und Lea zu den Anschlägen? (Bild: Mélanie Baierlé)
Wie heissen Sie?

Lena und Lea.

Verbinden Sie die Anschläge direkt mit dem IS?

Nein, ich finde es gefährlich, wenn man alles direkt als Terroranschlag bezeichnet, denn das bestärkt einen bestimmten Diskurs, obwohl es vielleicht gar nicht der Wahrheit entspricht.

Was denken Sie will der IS oder andere Organisationen mit den Anschlägen erreichen?

Es ist alles viel komplizierter als wie es in den Medien und in der Gesellschaft dargestellt wird. Es gibt auch Einzeltäter, die einfach sonst Probleme in ihrem Leben haben oder die sich dem IS bekennen, ohne wirklich Teil davon zu sein. Der IS ist keine klar definierte Organisation, aber vor allem darf man die Gründe nicht vergessen, welche solche Organisationen entstehen lassen.

Was wären diese Gründe?

Der IS entstand nicht einfach aus dem Nichts, sondern es geht um Probleme, die es schon seit Jahrzehnten oder länger gibt. Es gibt viel Frustration und in diesen Ländern werden Minderheiten schon lange diskriminiert. Da entsteht einfach Radikalisierung. Ich glaube, oft haben sie gar kein richtiges Ziel, sondern sie profitieren vom Chaos. Die meisten Anschläge passieren ja nicht bei uns. Sie wollen damit einfach das ganze System destabilisieren. IS ist nicht die einzige Organisation mit solchen Zielen. Es geht aber immer um dieselben Probleme. Die Welt funktioniert auf eine Art und Weise, welche so etwas entstehen lässt.

Wie fühlen Sie sich, wenn Sie daran denken?

Klar: es macht einem Angst, denn sie machen keinen Unterschied zwischen den Verantwortlichen ihrer Probleme und unschuldigen Menschen.

Wie viele Anschläge gab es weltweit 2016?

Es kommt darauf an, wie man Anschläge definiert. Man könnte auch jede Bombe in Syrien als Anschlag bezeichnen.

Reisen Sie wegen den Anschlägen weniger herum?

– Ich schon ja, wegen der politischen Lage werde ich nicht nach Istanbul reisen.

– Nein eigentlich nicht, ich reise weiterhin herum. Ich glaube, es kann überall etwas passieren.

Anna, Nairah, Rafaela und Basil hörten sich Meinungen über Donald Trump an.

Trump oder Hillary? (Bild: Mélanie Baierlé)
Donald Trump oder Hillary Clinton: wen würden Sie wählen?

Ich würde Clinton wählen, weil Trump zu konservativ ist.

Wenn Donald Trump gewählt würde, was würde passieren?

Ich glaube, es wäre sehr schlecht fürs Land.

Was finden Sie schlecht an Donald Trump?

Trump finde ich sehr schlecht in Bezug auf die Aussenpolitik. Er ist für militärische Angriffe, das finde ich sehr problematisch. Im Moment sagt er, dass er die Armen unterstützt, aber ich glaube, mit der Zeit wird er sie vergessen.

Was finden Sie gut an Hillary Clinton?

Ich glaube, sie hat sehr gute Ideen für den Mittelstand. Sie hat einen guten Blick fürs Wesentlichste. Allein schon durch die Erfahrung, welche ihr Mann Bill Clinton gemacht hat, kennt sie sich mit Politik gut aus.

Was denken Sie, steckt hinter Donald Trumps Erfolg?

Er macht sehr viel Werbung und trifft im Moment den Nerv der Armen.

Was möchte Donald Trump eigentlich erreichen?

Er will die Gesamtbevölkerung erreichen und sie umpolen. Er möchte zurück auf die alte Schiene.

Heute schon gelacht?

Gemäss Untersuchungen des Begründers der moderner Lachforschung, William Fry, ist erwiesen, dass Lachen einen positiven Effekt auf unsere Gesundheit hat. Kinder lachen ungefähr 400 Mal pro Tag, Erwachsene lediglich 15 Mal. Wer den Humor und das Lachen in seinen Alltag integriert, steigert seine Lebensqualität enorm. Ein indischer Arzt ist sogar der festen Überzeugung, dass zwei Minuten Lachen den gleichen Effekt auf die Gesundheit von Körper und Geist haben wie 20 Minuten Jogging. Dadurch wird deutlich, wie wichtig die Arbeit der Traumdoktoren im Spital ist.

Wer lacht, lebt länger!

Gerade für Kinder im Spital beinhaltet dieser Spruch viel Wahrheit – denn wenn sie lachen, können sie ihre Sorgen für eine Weile vergessen. Die Stiftung Theodora schickt seit 22 Jahren lustige, poetische Artisten in die Spitäler, um den Kindern humorvolle Momente zu schenken.

Die Stiftung wurde 1993 von den Brüdern Jan und André Poulie, in Erinnerung an ihre Mutter Théodora, ins Leben gerufen. In Jugendjahren musste André nach einem schweren Unfall monatelang im Spital liegen. Théodora verbrachte jeden Tag die wenigen erlaubten Besucherzeiten am Bett ihres Sohnes. Sie erzählte ihm und den anderen kleinen Patienten Geschichten, erfand Spiele und zauberte. Ihre Fröhlichkeit rückte den Schmerz und die Angst für eine Weile in den Hintergrund und erheiterte den schwierigen Spitalalltag der Kinder.

Mit diesem Glücksrezept schenken die Brüder Poulie den Kindern im Spital und Kindern mit Behinderung in spezialisierten Institutionen farbige und zauberhafte Augenblicke. Die enge Zusammenarbeit mit den Ärzten und dem Pflegepersonal erlaubt den Spitalclowns, behutsam und sehr individuell auf jedes Kind einzugehen, so dass es im Mittelpunkt des Besuches steht. Auch für das Umfeld des Kindes, die Eltern, die Geschwister und das Fachpersonal ist der Besuch sehr wertvoll und bringt etwas Sonne in die besorgten Herzen. «Was ich nie vergessen werde, sind die dankbaren, zu Tränen gerührten Eltern, wenn sie ihre Kinder beim Besuch der Traumdoktoren wieder lachen sehen.» Erzählt Simona Waldburger, Projektmanagerin der Stiftung. «Einmal sah ich in der Onkologie ein Mädchen, das wegen Kortison stark geschwollene Augen hatte. Das Mädchen war überglücklich, als Dr. Trallalla ein Lied extra für sie sang. Solche Ereignisse sind immer sehr bewegend.» Simona Waldburger bewundere, mit welchem Mut Kinder und Eltern schwierige Situationen meistern und sich trotz allem zum Lachen und Träumen mitreissen lassen. Ebenfalls bewundere sie das Pflegepersonal, das unermüdlich und mit viel Empathie für das Wohl der kleinen Patienten sorge.

Bei der Stiftung Theodora ist die Abgrenzung zwischen Arzt und ‚Humorolge‘, ein von der Stiftung Theodora kreiertes Wort für die tätigen Traumdoktoren, allerdings ganz strikte. Jeder hat seinen Moment, der Arzt, das Pflegepersonal und die Traumdoktoren. Wenn die Ärzte da sind, müssen die Traumdoktoren gehen. Damit soll verhindert werden, dass der Artist mit Schmerzen in Verbindung gebracht wird und das Kind dadurch enttäuscht ist und sich vom ihm hintergangen fühlt.

Über die therapeutische Heilkraft des Lachens wird seit Urzeiten berichtet und genau jenes Lachen zaubert der Traumdoktor Kindern ins Gesicht. Sein grösster Wunsch bleibt aber trotzdem, den Kindern Gesundheit schenken zu können. 

Weitere Informationen

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Wer die Stiftung Theodora unterstützen und Kindern ein Lachen schenken möchte, findet weitere Infos unter www.theodora.org

Spendenkonto PC 10-61645-5