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Kultur

Zwischen Lagerfeuer und verrauchter Bar

Das Cover von "Just Roll Tape"

Bilder: Jessica Hefti

Wer braucht heute noch CD-Hüllen? Sie gehen schnell kaputt, verlangen Stauraum und sind weder handlich noch praktisch. Darum ist Stephen Stills neuste Platte „Just Roll Tape“ schon vor dem Hören ein Genuss für sich. Eine aufklappbare Kartonhülle, die man nach dessen zerfledderten Aussehen auf Grossvaters Estrich gefunden haben könnte. Und so hören sich die 13 Songs auch an. Die Frontseite zeigt dabei das Aufnahmestudioblatt, gestempelt am 26. April 1968 und liest man den Innentext zwischen Schwarz-Weiss-Fotos, die das Rockerleben zelebrieren, weiss man, dass es Stephen Stills nicht anders gegangen ist.

Dunkelheit und Kerzenlicht

Auch nur per Zufall soll der Amerikanische Rock-Musiker die akustischen Songs wieder gefunden haben, die ihn sofort an vergangene Zeiten erinnerten. Der Zuhörer wird sich dabei vermutlich sofort in eine nostalgische Situation versetzen, irgendwo zwischen Lagerfeuer und einer verrauchten Bar. Und dabei an die verflossene Liebe denken, wie das Stills in „Judy Blue Eyes“ tut, indem er das Ende seiner Beziehung mit der Folk-Sängerin Judy Collins beklagt. Oder einfach die Gedanken ins Nichts schweifen lassen, was sich herrlich bei „The Doctor Will See You Now“ oder „Dreaming of Snakes“ machen lässt. Einige Lieder rufen den jungen Stills ins Gedächtnis, als er noch bei der Band Buffalo Springfield war. Kein Wunder erinnert der Musiker sich gern an diese vergangene Zeit – da hatte er auch noch 20 Kilo weniger auf den Rippen. Was geblieben ist, ist eine Stimme die sich mühelos zwischen Brust- und Kopfstimme bewegt und mit deren sich man nach Dunkelheit und ein wenig Kerzenlicht sehnt.

Info


Das Album "Just Roll Tape" ist im Handel und online bei exlibris.ch und cede.ch

Links

  • < http://stephenstills.com/>Die Website von Stephen Stills

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