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Kultur

Übles Spiel mit der Liebe

Intrigen und Romanzen an der Uni Zürich. Fotos: PD Das Stück wird im Mai fünfmal aufgefürt.

„Wo einst Weltreiche erobert wurden, eroberte man nun das andere Geschlecht. Aber nicht die Beute war das Ziel, sondern die Jagd.“ Mit diesen Worten wird das Stück eröffnet. Ort des Geschehens ist Paris Ende des 18. Jahrhunderts, wir bewegen uns in den Kreisen des französischen Hochadels. Die schöne Marquise von Merteuil vertreibt sich die Zeit mit einem makabren Spiel. Ihre Spielfiguren sind Menschen, die sie geschickt und skrupellos manipuliert und ins Unglück treibt.

Als der Vicomte von Valmont ihr den Hof machen will, stellt ihm die stolze Marquise eine Bedingung: Er soll die minderjährige Verlobte eines ehemaligen Liebhabers von ihr verführen. Gelingt ihm dies, soll einer gemeinsamen Liebesnacht nichts mehr im Wege stehen. Getreu seinem Ruf als Casanova willigt der Vicomte ein und wettet darüber hinaus, die verheiratete und gottesfürchtige Madame von Tourvel zu erobern.

Hinterhältige Marquise

Auf diesen Pakt folgt ein Reigen tragischer Ereignisse. Es wird verführt, geliebt, betrogen und gelitten. Das Stück lebt durch die Briefe, die sich die Protagonisten untereinander versenden. Allein die Marquise ist jedoch stets über die gesamte Handlung im Bilde. Ihre naiven Schützlinge, unwissend, dass die vermeintliche Freundin an ihrem Unglück Schuld trägt, vertrauen ihr unbekümmert alle Sorgen und Nöte an.

Der Titel „Gefährliche Liebschaften“ lässt kein gutes Ende erahnen. Anhand der Geschichte soll gezeigt werden, wohin es führt, Gott spielen zu wollen. Das Spiel mit der Liebe stellt sich jedoch auch auf einer tieferen Ebene als ein übles heraus.

Überzeugende Laienschauspieler

Durch das voraussehbare Ende und die einfache Handlung fehlt es von Anfang an ein wenig an dramaturischer Spannung. Richtige Langeweile kommt während des knapp dreistündigen Stücks trotzdem an keiner Stelle auf. Dies liegt einerseits an der kurzweiligen und humorvollen Inszenierung, die mit einigen überraschenden Szenen aufwartet. Hinzu kommen die erstaunlich überzeugenden Laienschauspieler. Passend zur dramatischen und an gewissen Stellen nicht ganz jugendfreien Handlung spielen sie mit grosser Leidenschaft und viel Charme. Vor allem Ursula Senft, die die Marquise von Merteuil verkörpert, sticht heraus. Die Rolle der intriganten und stolzen Marquise scheint ihr wie auf den Leib geschnitten, so selbstverständlich und locker spielt sie diese. Es macht Spass, ihr dabei zuzuschauen. Am Ende folgt grosser Applaus, der Regisseur bedankt sich und bittet, das Stück, wenn es einem gefallen hat, weiterzuempfehlen. Was hiermit mit gutem Gewissen gemacht wird.

Aufführungsdaten:


8.5. Zentrum Karl der Grosse, 20.00 Uhr

9.5. Zentrum Karl der Grosse, 15.00 Uhr

19.5. Bühne Universität Irchel, 20.00 Uhr

20.5. Bühne Universität Irchel, 20.00 Uhr

22.5. Bühne Universität Irchel, 20.00 Uhr (Derniere)

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