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Thun – Luzern

Bilder: Manuel Lopez

An einem lauen Sonntagnachmittag standen sich in der Arena Thun zwei Teams gegenüber, die in der letzen Zeit mit positiven Resultaten zu überzeugen wussten. Der FC Thun befindet sich schon seit Wochen auf einem Höhenflug und sammelte in den letzten fünf Spielen nicht weniger als 13 Punkte. Der FC Luzern indes liess die Fussballschweiz letzte Woche aufhorchen, als er beim bis anhin zu Hause ungeschlagenen FC Basel gleich mit 3:0 gewann. Beide Teams strotzten also vor Selbstvertrauen, sollte man meinen. Denn es war ein mühsamer Start, und beide Teams hatten Mühe ins Spiel zu kommen. „Es war ein harziger Start“, meinte der Luzerner Offensivspieler Daniel Gygax.

Die erste nennenswerte Chance datierte denn auch erst aus der 36. Minute, als Nelson Ferreira, der ehemalige Luzerner, von der Strafraumgrenze schoss, David Zibung parierte aber sicher. Vier Minuten später zappelte der Ball im Netz der Thuner: Daniel Gygax wurde nach einem leichtsinnigen Ballverlust der Thuner vor dem eigenen Strafraum lanciert, stand aber bei der Ballabgabe knapp im Offside. Gegen Ende der ersten Halbzeit schienen die beiden Teams doch noch zu erwachen und die 5’547 Zuschauer nicht vollkommen ereignislos die Pausenwurst genissen lassen zu wollen. Denn im direkten Gegenzug schossen die Thuner den Ausgleich in Sachen aberkannten Toren als Verteidiger Michael Siegfried nach einem Eckball von Ferreira hochstieg und den Ball über die Linie köpfte. Er behinderte dabei aber Goalie Zibung und Schiedsrichter Studer pfiff folgerichtig Entlastungsfreistoss für Luzern.

Agile Luzerner – umständliche Thuner

Die Innerschweizer starteten besser in die zweite Halbzeit. Hochstrasser und Rangelov vergaben aber ihre Chancen. Der Bulgare hat in dieser Spielzeit erst ein Tor geschossen, was für einen ehemaligen Bundesliga Stürmer doch eindeutig zu wenig ist. Die Thuner haben in dieser Phase Mühe, sich Chancen zu erarbeiten. Gegen aufsässige Luzerner sind sie mehrheitlich mit Abwehrarbeit beschäftigt, tun dies aber solid und ohne Fehler. Sie können ihrerseits nicht von einem groben Fehler von Luzern-Goalie Zibung profitieren, als dieser nach einem Rückpass den Ball direkt zu Renato Steffen spielt.

Der Thuner Flügelspieler agiert aber zu überhastet, und die Thuner können diese gute Chance nicht nutzen. Die Luzerner liessen sich von dieser Unkonzentriertheit ihres Goalies aber nicht irritieren und griffen weiter an: Nach einem Eckball von Adrian Winter kombinieren sie sich durch die Mitte, und Phillipp Muntwiler kann in der 64′ völlig freistehend einschiessen zur Führung der Gäste. Die Thuner vermögen vorerst nicht zu reagieren und stellen sich weiterhin umständlich an im Angriff. Daran ändert auch der Doppelwechsel von Urs Fischer in der 67′ nichts. Die eingewechselten Behrat Sadik und Milos Krstic blieben blass.

Schneuwly trifft schon wieder

Aber Thun hat in seinen Reihen ja noch Marco Schneuwly. Der Freiburger Stürmer hat in den letzten fünf Spielen nicht weniger als sechs Tore erzielt, und auch heute war er wieder zur Stelle. Die Thuner bäumten sich in der Schlussphase ein letztes Mal auf und der Ball kam eher glücklich zu Schneuwly, der gekonnt einschob zum vielumjubelten Ausgleich für die Berner Oberländer. Es war ein eher glücklicher Ausgleich, wobei Thun-Trainer Fischer meinte: „Aufgrund des Aufwandes, den wir in der zweiten Halbzeit betrieben, ist der Ausgleich sicherlich verdient.“

Auch Daniel Gygax sprach von einem gerechten Resultat, ärgerte sich aber über den späten Augsleich in der 87′. „Wenn du vier Minuten vor Schluss 1:0 führst, musst du dieses Resultat über die Zeit bringen.“ Im Kampf gegen den Abstieg sei ein Punkt sicher auch wichtig, drei wären aber – verständlicherweise – besser gewesen. Angesprochen auf die momentane Treffsicherheit seines Stürmers sagte Fischer: „Er ist ja da um Tore zu schiessen, sonst müsste ich ihn ja als Verteidiger aufstellen.“ Er mache viele Überstunden, auch zusammen mit Assistent Mauro Lustrinelli, das zahle sich sicher aus. Aber auch er habe leider kein Patentrezept für Stürmer, sonst würden ja plötzlich alle treffen – auch der unglückliche Luzerner Rangelov – „da hätten aber die Verteidiger sicher etwas dagegen.“

„Wie ein Messer ins Herz“

FCL-Coach Carlos Bernegger sprach von einem „Messer ins Herz“. Der Argentinier meinte damit aber nicht explizit den späten Thuner Ausgleich und die verpassten drei Punkte, sondern die Tatsache, dass an der Pressekonferenz nebenbei auf einem Bildschirm das Spiel der Schweizer Eishockeynationalmannschaft an der WM gegen Kanada läuft. Ob ihn der Schweizer Sieg gegen die Ahornblätter trotzdem freut?

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