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Gesellschaft

Der nachhaltige Filmtipp – Chasing Coral

Eindrückliche Aufnahmen der Korallenbleiche - der Dokumentarfilm Chasing Coral.

Bild: zVg

«Das Problem mit den Ozeanen ist: Aus den Augen, aus dem Sinn», sagt Richard Vevers (Mitinitiator Chasing Coral). Vielen Menschen bleibt die Unterwasserwelt verborgen und so ist ihre Motivation gering, dieses Ökosystem zu schützen. Aber warum bleichen die Korallen aus und sterben dann ab? «Der Ozean hat Fieber», erklärt Vevers. Die Wassertemperaturen steigen, da der Ozean beinahe die ganze durch den Klimawandel entstehende Wärme absorbiert. Wie bei Menschen: wenn das Fieber zu lange zu hoch ist, stirbt man. Zwei Grad mehr reichen auch bei Korallen schon aus und an vielen Orten ist die Wassertemperatur sogar noch höher. Die Auswirkungen des Korallensterbens sind auch für den Menschen verheerend. Korallenriffe bilden einen natürlichen Schutz vor Überschwemmungen, sie filtern CO2 aus der Luft, sie bieten tausenden von Fischarten ein Zuhause und stellen somit sicher, dass rund 100 Millionen Menschen mit Nahrung versorgt sind.

Zusammen mit Jeff Orlowski, dem Regisseur von «Chasing Ice», dokumentieren Vevers und sein Team mit 360°-Aufnahmen die Schönheit der Korallenriffe. Sie setzen sich zum Ziel, erstmals eine Korallenbleiche im Zeitraffer zu dokumentieren. Nach anfänglichen technischen Schwierigkeiten und einigen Rückschlägen, entschloss sich das Team, die Korallenbleiche auf dem Great Barrier Reef in Zeitraffer-Aufnahmen von Hand festzuhalten. Dazu machte jede Person bis zu 25 Tauchgänge pro Tag und verbrachte über 4 Stunden täglich unter Wasser – und das während eines ganzen Monats. Die Aufnahmen brachten die Mitglieder des Teams körperlich und emotional an ihre Grenzen. Doch ihre Mühe wurde belohnt: Es gelingt ihnen erstmals mit eindrücklichen Aufnahmen die weltweite Korallenbleiche im Zeitraffer zu dokumentieren.

Der Verein Filme für die Erde freut sich sehr, «Chasing Coral» am 22. September 2017 in 17 Standorten der Schweiz und in Liechtenstein am Filme für die Erde Festival zu zeigen. Eintritt ist frei. Mehr Infos und alle Austragungsorte unter: www.FILMEfürdieERDE.org/festival

Dieser Film sowie weitere Filme zu diesem Thema sind auf der Filmseite Ökosystem Meer aufgelistet.

Der monatliche Filmtipp wird von Filme für die Erde präsentiert. www.FILMEfürdieERDE.org ist die weltweit grösste Website zu Film und Nachhaltigkeit, mit über 100 Filmen, die direkt online angeschaut werden können.

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Gesellschaft

Mit dem Abfall in den Wald

Bild: Muriel Kilchenmann

Als Abschlussarbeit des Propädeutikums an der Schule für Gestaltung habe ich ein Video zum Thema Littering gedreht. Der Begriff Littering stammt aus dem Englischen, er bezeichnet das achtlose Wegwerfen von Abfall im öffentlichen Raum und im Wald. Mein Auftrag war es, ein Video zu machen, welches Kinder, möglicherweise auch Erwachsene, dazu animieren soll, Littering im Wald zu vermeiden. In der Umsetzung dazu, wie ich vorgehe, welche Technik ich benütze, war ich frei. Ich zeichnete kein detailliertes Drehbuch, sondern schleppte einen Sack voller Abfall in den Wald, um dort mit ersten Animationsversuchen beginnen zu können. Ich inszenierte jegliche Abfallgegenstände, teste verschiedene Standorte und Kameraeinstellungen. Schliesslich fügte ich die entstandenen Filmfrequenzen am Computer zusammen und unterlegte sie mit Geräuschen und Musik.

Entstanden ist ein Stop-Motion Film, welcher die Botschaft des Naturschutzes auf eine kreative und hoffentlich bleibende Weise vermitteln sollte.

Dieses Video ist im Auftrag von WWF Bern entstanden.

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Gesellschaft

Der nachhaltige Filmtipp – The Borneo Case

Die Abholzung der Regenwälder ist nicht nur ein Umweltproblem: in vielen Fällen tragen indigene Völker die Folgen davon.

Bild: zVg

Fast 90 Prozent des Primärregenwaldes auf Sarawak, Malaysia, wurden abgeholzt und als Rohstoff in alle Welt verkauft. Damit wurde nicht nur ein einzigartiges Ökosystem zerstört, sondern auch die Lebensgrundlage der indigenen Bevölkerung. Dagegen kämpfte Bruno Manser bis zum Zeitpunkt seines Verschwindens. Die Abholzung des Regenwaldes ging danach ungebremst weiter.

Schnitt zur Gegenwart: Das unabhängige Radio «Radio Free Sarawak» gibt den Menschen auf Borneo seit 2010 eine Stimme und kritisiert die lokale Regierung. Kopf und Gründerin des Radios ist die auf Sarawak geborene britische Journalistin Clare Rewcastle Brown. Zusammen mit dem Schweizer Lukas Straumann, dem Geschäftsführer des Bruno-Manser-Fonds, recherchiert sie über die weltweiten Verstrickungen der Regierung auf Sarawak. Sie entdecken, dass sich der Regierungschef von Sarawak, Taib Mahmud, mit Korruption und Geldwäsche am illegalen Abbau des Regendwaldes bereichert und ein milliardenschweres Vermögen angehäuft hat. Trotz Morddrohungen veröffentlicht Rewcastle die Resultate der Recherchen auf ihrem Blog «Sarawak Report».

Dieser Film zeigt eindrücklich, wie sich Aktivisten dank Hartnäckigkeit und guter Recherche international Gehör verschaffen und einen Diktator in die Knie zwingen können.

Der Verein Filme für die Erde freut sich sehr, «The Borneo Case» am 22. September 2017 in 17 Standorten der Schweiz und in Liechtenstein am Filme-für-die-Erde-Festival zu zeigen. Mehr Infos und alle Austragungsorte unter: www.FILMEfürdieERDE.org/festival

Dieser Film sowie weitere Filme zu diesem Thema sind auf der Filmseite Ressourcen-Abbau aufgelistet.

Der monatliche Filmtipp wird von Filme für die Erde präsentiert. www.FILMEfürdieERDE.org ist die weltweit grösste Website zu Film und Nachhaltigkeit, mit über 100 Filmen, die direkt online angeschaut werden können.

Dieser Eintrag erschien am 02.08.2017 auf dem Blog von unserem Partner Filme für die Erde.

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Gesellschaft

Ich will die Grenzen des Teilens hinterfragen

Kremena Diatchka hat eine Vision für eine solidarischere Gesellschaft.

Bild: Kremena Diatchka

Was genau ist mit der Bezeichnung «co-» gemeint?

Grundsätzlich ist «co-» einfach ein Präfix mit der Bedeutung «zusammen mit, gegenseitig oder gemeinsam». Mir gefällt der Name für eine Gemeinschaft, weil er so einfach ist. Er verinnerlicht das Wesentliche der Idee des Teilens und lässt Platz für alles, was daraus organisch wächst: co-arbeiten, co-leben, co-spielen, usw.

Was ist die Philosophie hinter dem Projekt co-?

Das Projekt ist ein Experiment. Es ist gemeinschaftliches Zusammenleben gepaart mit einer nicht monetären Wirtschaft, die auf bedingungslosem Geben aufbaut. Alle Beteiligten sind frei, gemäss ihrer Motivation und ihren Fähigkeiten mitzuwirken. Dadurch können wir hoffentlich unsere Bedürfnisse gegenseitig stillen und glücklicher und erfüllter leben. Die Idee ist, dass wir die Gemeinschaft durch wechselseitige Verbindungen und Achtsamkeit stärken. So können wir vielleicht die Saat säen, aus der wir später die Antworten auf die grossen Fragen unserer Gesellschaft ernten können. Mir gefällt es, als Teil einer Graswurzelbewegung zu wirken – in direktem Austausch mit anderen Menschen. Skalierbarkeit, Wachstum und impact sind nicht so wichtige Faktoren, es sei denn sie entwickeln sich natürlich.

Welche Dinge werden beim Projekt geteilt?

Ganz unterschiedliche Sachen. Zum einen alle möglichen materiellen Gegenstände, wie zum Beispiel Haushaltsgeräte, Outdoor Material, Kleider. Zusätzlich aber auch Dienstleistungen wie Veloreparatur, Haare schneiden, Kochen oder Nähen. Und schliesslich diverse Aktivitäten, die wir gemeinsam tun möchten: Kochen und Lesegruppen, Musik und Unterhaltung, Meditationsgruppen. Einfach alles, was wir sinnvoll teilen können. Idealerweise hinterfragen wir die herkömmlichen Grenzen dessen, was das bedeuten könnte und eröffnen dadurch neue Perspektiven.

Wie ist die Gemeinschaft organisiert?

Der primäre Fokus ist auf der Gemeinschaft rund um das Individuum: Freund*innen, Familie, Nachbar*innen, Arbeitskolleg*innen. Aber im Prinzip ist jede*r willkommen, beim Projekt mitzumachen. Natürlich wäre es auch schön, wenn es Zusammenarbeit mit anderen Gemeinschaften mit ähnlichen Ideen geben würde. Wie erwähnt, interessiert mich die Skalierbarkeit aber nicht primär. Aber wenn ich mal darüber nachdenke, dann stelle ich mir eher ein Netzwerk von kleinen co-Knotenpunkten vor als eine einzige riesige co-Gruppe.

Woher kommt die Faszination für diese radikale Art des Teilens?

Nachdem ich meinen bequemen IT Job aufgegeben habe, nahm ich vor einigen Jahren einen abenteuerlicheren und ungewisseren Weg im Bereich der veganen Gastronomie in Angriff. Dabei stiess ich auf Fragen wie: Wie bewerten und belohnen wir in unserer Gesellschaft eigentlich unsere Arbeit? Wie viel und auf welche Ziele hin arbeiten wir? Arbeiten wir mit Leidenschaft oder bloss um durchzukommen? Mir fiel auf, dass vieles für mich keinen Sinn ergab. Es gibt riesige Lohngefälle und das ganze Lohnsystem ist auf den Kopf gestellt. Sollten die Menschen mit den schlechtesten Jobs nicht eigentlich am besten bezahlt werden? Und schliesslich hatte ich auch das unangenehme Gefühl, dass wir immer mehr und immer härter arbeiten, aber immer weniger glücklich und erfüllt sind.

Wie hängt deine Arbeit in der veganen Gastronomie mit diesen Einsichten zusammen?

Ursprünglich war das mit dem veganen Catering ein Hobby. Doch schon bald realisierte ich, dass es sich in eine echte Leidenschaft verwandelt hatte. Und die musste ich einfach richtig verfolgen. Die Erfahrungen, die ich in meiner Zeit in Berlin machte, haben mich unsere Gesellschaft und Wirtschaft mit neuen Augen sehen lassen. Ich wollte so leben, wie es für mich Sinn ergibt. Ich wollte nicht mehr einfach möglichst viel abstrakten Wohlstand akkumulieren. Stattdessen wollte ich mit der Herkunft und dem Wert unserer Waren und Dienstleistungen in Kontakt kommen. Ich wollte ein Leben, das sich direkt mit den echten Bedürfnissen von Menschen befasst.

Was würdest dem Vorwurf entgegnen, dass co- bloss ein verrücktes Nischenprojekt ist?

Mein Ansatz ist: Wenn du eine scheinbar verrückte oder unmögliche Veränderung in der Welt sehen möchtest, starte mit einer Transformation im täglichen Leben. Dadurch schlägt die Idee Wurzeln und wird von ganz allein ein eigenständiges Leben in unserer Gesellschaft entwickeln. Menschen sind in erster Linie komplizierte, emotionale Wesen und weniger rationale, analytische Maschinen. Willst du also einen Wandel erreichen, musst du aufs Herz zielen. Oder wie Antoine de Saint-Exupery schon meinte: «Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann rufe nicht die Menschen zusammen, um Holz zu sammeln, Aufgaben zu verteilen und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem großen, weiten Meer.»

Das Interview wurde schriftlich und auf Englisch geführt.

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