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Gesellschaft

Tink.ch an der Jugendsession: der Livestream

Tink.ch machte letzes Jahr einen Livestream von der Eidgenössischen Jugendsession.

Bild: Omar Cartulano

Die Proben des Livestreams waren die Gelegenheit, sich mit dem Material vertraut zu machen, Fragen zu beantworten und gemeinsam zu lachen. Schaut euch das Video von Janik Blum selbst an:

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Gesellschaft

Schnuppern in der Diplomatie

Noemi Grütter appelliert an die Teilnehmenden der Juse, sich weiterhin für die Jugend einzusetzen.

Bilder: Christof Kleger

Noemi, gerade eben hast du vor den Teilnehmenden der Juse gesprochen. Mit deiner kräftigen Stimme hast du souverän gewirkt wie eine Nationalrätin. Bist du daran gewöhnt, vor so vielen Leuten zu sprechen?

(Lacht) Danke! Vor zweihundert Leuten nicht unbedingt, aber in meinem Jahr als Youth Rep boten sich viele Gelegenheiten, vor Leuten zu sprechen. Ich sprach an UNO Anlässen und an Podiumsdiskussionen, arbeite in der Schweiz mit Jugendlichen zusammen. Dadurch konnte ich mein Auftreten trainieren. Ich mache es sehr gerne.

Das merkt man. Du bist seit knapp einem Jahr als Youth Rep tätig. Als eine von drei jungen Erwachsenen versuchst du, die Stimme der Schweizer Jugend auf das internationale Politparkett zu bringen. Ist die Youth Rep so etwas wie die Juse der UNO?

Jein. Wir haben kein Forum wie die Juse, wo sich alle UNO Jugenddelegierten gemeinsam treffen und Forderungen ausarbeiten. Jeder Mitgliedstaat organisiert sein Programm für die Youth Reps individuell. Viele nehmen die Jugenddelegierten einfach mit ihren Delegationen an die UNO-Generalversammlung. Wir sind drei Schweizer Youth Reps und begleiten die Schweizer Delegation an drei verschiedene Konferenzen und sensibilisieren mit Projekten die Jugendlichen in der Schweiz auf das Thema der UNO.

Was ist das für eine Delegation?

Die Schweiz schickt eine Gruppe aus Vertretern von akademischen Experten, Vertretern von NGOs, und natürlich vielen Diplomaten an die Versammlungen der UNO. Diese handeln mit den anderen Ländern die Resolutionen, Konventionen oder Forderungen aus.

Und in dieser Delegation könnt ihr eure Anliegen einbringen?

Genau, wir sind an den Vorbereitungssitzungen dabei und haben das Recht, unsere Forderungen einzubringen. Das ist aber eine der wenigen Möglichkeiten, an die UNO Forderungen zu stellen. Wir dürfen zum Beispiel auch als Vertreter der SAJV in der UNO in Genf Statements abgeben. Das Programm ist noch nicht genug etabliert, dass wir, Jugendliche aus der ganzen Welt, zusammen Ideen ausarbeiten und vertreten könnten. Das wäre sehr sinnvoll, weil wir so viel grösseres Gewicht hätten.

Auf nationaler Ebene ist dies die Juse. Gibt es dieses System schon in ähnlicher Weise auf internationaler Ebene?

Ja, das European Youth Forum, sie arbeiten sehr eng mit der EU zusammen. Auf globaler Ebene fehlt ein solches Jugendparlament noch.

Welchen Auswirkungen haben die Youth Rep in der UNO?

Ich kann von der Frauenrechtskonferenz berichten. An diesem Anlass gibt es nämlich ein Forum für Jugendliche, was eine willkommene Ausnahme ist. Wir jungen Frauen und Männer, die sich im Thema der Gleichstellung engagieren, konnten uns vorher treffen, um Forderungen auszuarbeiten. Diese haben wir dann dem Chair, dem Vorsitzenden der Konferenz übergeben. Ich weiss nicht, ob das wirklich wegen uns war; aber später, im Beschluss der Konferenz, war dann auch die Rede von «Young Girls», und nicht nur von «Women», so wie wir das gefordert hatten.

Wie reagieren gestandene Diplomaten auf euch Youth Reps?

Ich habe sehr positive Erfahrungen gemacht, sie haben Freude am Nachwuchs. Sicher ist Sympathie vorhanden, aber ich glaube nicht, dass sie uns hundertprozentig ernst nehmen. In meiner Delegation schon. Die Schweiz hat ein sehr fortschrittliches Programm und die anderen Mitglieder der Delegation haben mich sehr ernst genommen, das war schön.

Du hast schon bei verschiedenen Projekte in Südamerika mitgearbeitet, gar selber initiiert, bist viel am Reisen? Wie hat dein Leben als Jetsetterin angefangen?

Meine Eltern haben meinen Geschwistern und mir ein offenes Weltbild, Interesse an anderen Kulturen und sozialen Problemen mitgegeben. Meine Grosseltern sind in Ägypten aufgewachsen. Nach der Matura war für mich klar, dass ich ins Ausland möchte. Ich war ein halbes Jahr alleine in Projekten in Südamerika. Seit dem steht für mich fest: Ich will so oft wie möglich andere Kulturen kennenlernen. Ich glaube, das ist sehr wichtig für Jugendliche.

Als Youth Rep hattest du diese Chance. Was muss man tun, um Youth Rep zu werden?

Es ist ein ganz normales Bewerbungsverfahren. Man muss jedoch einige Qualitäten mitbringen. Vorallem ist es wichtig, dass man sich schon vorher freiwillig engagiert hat. Man muss motiviert sein, sich für Jugendpolitik zu engagieren, die Welt zu verbessern. Ausserdem muss man drei Sprachen, Deutsch und Französisch plus Englisch, beherrschen. Aber man braucht kein Studium. Im Gegenteil, wir sind froh über berufstätige Leute. Das zeigt ein besseres Bild der Schweizer Jugend, weil Studenten nicht die Mehrheit vertreten. Auch Leute mit Migrationshintergrund sind sehr willkommen. Wir wollen eine Jugenddelegation, die die Schweizer Jugend vertritt – auf einer Art, die Sinn macht. Man muss also drei Sprachen kennen und sich für Jugendliche engagieren.

Wie ist es dieses Jahr? Du studierst internationale Beziehungen in Genf, was machen die anderen zwei?

(Lacht). Ja, in diesem Jahr sind wir leider alles Studenten. Aber letztes Jahr zum Beispiel war eine KV-Absolventin dabei. Momentan laufen die Bewerbungsverfahren. Wir sind gespannt, vielleicht wird nächstes Jahr wieder jemand berufstätiges Youth Rep.

Und wie geht es mit dir weiter?

Ich bin mir noch nicht sicher, wo mein Weg hinführt. Dieses Jahr hat mir die Möglichkeit geboten, die Welt der Diplomatie kennenlernen. Es hat mir nicht bestätigt, dass ich in die Diplomatie will, eher dass sie wahrscheinlich nichts für mich ist.

Warum?

Ich glaube nicht, dass es mir liegt, einen Staat und eine Staatsmeinung bedingungslos zu vertreten. Ich glaube, ich habe eine zu starke eigene Meinung. Auch möchte ich die Resultate meiner Arbeit sehen. Die Diplomatie ist häufig sehr abstrakt, sie spielt auf einer Meta-Ebene. Das finde ich sehr wichtig und auch spannend. Aber meine Fähigkeit ist eher, mit Menschen in Projekten praktisch zu arbeiten. Ich sehe meine Zukunft eher in diesem Bereich. Das kann aber gut auch in einer UN-Agentur sein, zum Beispiel im UNHCR (UNO Flüchtlingshilfe) oder beim Internationalen Roten Kreuz. Aber ich bin noch jung, vielleicht ändert sich das noch und ich wende mich dem «Neutralen» zu (Lacht).

Ist diese Abstraktion der Problemfindung manchmal frustrierend?

Ja natürlich, das ist es wahrscheinlich für alle, die bei der UNO arbeiten. Man muss sich dessen im Voraus klar sein.Aber die Hauptaufgabe der UNO ist nicht, direkt Einfluss zu nehmen. Sie muss eine Diskussionsplattform für ihre Mitgliedstaaten schaffen. Damit sie verhandeln, Friedensverträge erarbeiten und auf einer neutralen Ebene reden und Wissen ausgetauscht werden kann. Die Wichtigkeit dieser Errungenschaft wird oftmals vergessen.

Kommen wir zurück zur Juse: Wie kann man die politische Partizipation von Jugendlichen in der Schweiz fördern?

Es ist sehr wichtig, die Jugendlichen ernst zu nehmen. Dass man ihnen zeigt, dass ihr Engagement einen Impact hat. «Wir hören euch zu, wenn ihr was sagt», das fördert Jugendliche, sich auch weiterhin zu engagieren. Sie müssen sehen, dass es eine Wirkung hat, wenn sie sich einbringen. Das fehlt momentan in der Schweiz. Gerade hier an der Juse: So viele Jugendliche politisieren zusammen, und es kommt kein Bundesrat. Das geht gar nicht!
Ich zum Bespiel gehe in Jugendgefängnisse, um über internationale Politik und die UNO zu sprechen. Das ist ein ganz bewusster Entscheid, weil ich keinen Jugendlichen aus dem politischen Prozess ausschliessen will. Wir gehören alle dazu. Im Gefängnis ist die Aufgabe die Resozialisierung, und da gehört auch die internationale Politik dazu.
Politiker können schon davon sprechen, wie wichtig Jugendpartizipation sei. Das kommt gut an bei der Stimmbevölkerung, aber man muss dies auch umsetzen: sich als Parlamentarier zum Beispiel mit Jugendlichen treffen und nach ihrer Meinung zu spezifischen Themen fragen. Dies zu organisieren wäre kein Problem. Aber ich denke, man sieht leider immer noch nicht genug gut, wie viel Potenzial und Kreativität in Jugendlichen steckt.

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Gesellschaft

Wo ist der Bundesrat?

Das Rednerpult wurde dieses Jahr nicht vom Bundesrat betreten.

Bild: Christof Kleger

Schon seit 25 Jahren engagieren sich jährlich rund 200 Jugendliche an der Jugendsession. Während vier Tagen diskutieren sie, planen und formulieren Petitionen und sprechen über wichtige Themen wie Waffenexporte, Landwirtschaft oder Fortpflanzungsmedizin.

Wie wichtig es ist, dass junge Menschen sich für die Politik und die Gesellschaft interessieren, hören wir von allen Seiten. Auch Bundesräte wie Didier Burkhalter und Johann Schneider-Ammann haben dies in den letzten fünf Jahren in ihren Eröffnungsreden der Juse immer wieder betont. Die Jungen sollen sich engagieren und mitreden. Und genau das machen die jungen Teilnehmenden wieder. Zum 25. Mal. Der Bundesrat jedoch fehlt.

Wichtigkeit der Jugend

Darüber sind viele Teilnehmende der Juse enttäuscht und fühlen sich in ihrem Engagement nicht mehr ernst genommen. Für einige von ihnen, die schon in den letzten Jahren dabei waren, sei das Treffen mit dem Bundesrat einer der Höhepunkte der Jugendsession gewesen. Ein 15-jähriger Teilnehmer aus der Gruppe «Landwirtschaft und Ernährung» sagt, der Besuch sei «zwar kein Muss, aber eine schöne symbolische Geste, die uns Jungen eine gewisse Wichtigkeit gibt.»

Aber was steckt eigentlich hinter der diesjährigen Abwesenheit des Bundesrates? Auf Anfrage beim Parlamentsdienst erhält Tink.ch dieselbe Mail wie das SRF, das gestern in der Tagesschau darüber berichtet hat.

Nun sitzen aber jedes Jahr auch viele Jugendliche im Nationalratssaal, die zum ersten Mal an der Juse teilnehmen. Auch sie hätten einen Empfang vom Bundesrat geschätzt. Eine Nacherzählung ersetzt eine solche Erfahrung nicht. Es sind jedes Jahr zahlreiche neue Jugendliche, die sich ein neues Bild vom Bundesrat und deren Prioritätenliste machen können. Eine 18-jährige Teilnehmerin meint: «Es wäre ein Zeichen der Jugendförderung gewesen, uns Jungen zuzuhören und sich erkenntlich dafür zu zeigen, was wir hier erreichen wollen.»

Keine Begründung

Auch die Projektleiterin Mathilde Hofer der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände (SAJV) ist enttäuscht. Ihr Team und sie haben wie jedes Jahr eine Einladung an den Bundesrat gerichtet. Zu ihrem Erstaunen hat er dieses Jahr ohne Begründung abgesagt. Für Hofer sei das ein klares Zeichen dafür, dass die Stimme der Jugend von der «offiziellen Politik» nicht mehr so stark gehört und auch nicht mehr so ernstgenommen werde: «Ich möchte nicht im Namen der ganzen Jugend sprechen, doch immerhin ist die Jugendsession die wichtigste und grösste Partizipationsmöglichkeit für JungpolitikerInnen», sagt Hofer. Wo sonst kann der Bundesrat so eindeutig zeigen, dass ihm die Anliegen der Generation Y und Z wichtig sind?

Trotz der Absage werde die SAJV den Bundesrat im nächsten Jahr wieder einladen, sagt Hofer. «Uns ist wichtig, dass er den Jungen vermittelt, dass ihre Stimme sehr wohl gewichtet wird.»

Offene Ohren, bitte!

Die Generationenfrage ist eine wichtige und stets aktuelle. Die Politik ist jedoch offensichtlich keine Generationenfrage. Die Jungen politisieren sehr wohl, aber um gehört zu werden, braucht es immer auch ein offenes Ohr. So eines hat Lisa Mazzone (Grüne), die mit 28 Jahren jüngste Nationalrätin der Schweiz. Die SAJV hat sie nach der Absage des Bundesrats eingeladen, um das Parlament im Nationalratssaal zu vertreten. Eine gute Wahl, denn Mazzone weiss genau, wie es ist, ihrer Stimme als junge Politikerin Gehör zu verschaffen.

Im Gespräch mit Tink.ch betont Mazzone: «Die Abwesenheit des Bundesrats finde ich bedauernswert, denn die Jugendsession ist eine wertvolle Erfahrung, Politik auszuüben. Auch motiviert eine Teilnahme dazu, sich weiterhin politisch zu engagieren.»

Die Abwesenheit des Bundesrates sei ein negatives Zeichen an die Jugend, das im Widerspruch stehe mit dem, was von der Jugend erwartet würde. Nämlich, sich in der Politik anwesend zu zeigen. «Vor den Jugendlichen zu sprechen, ist deshalb das Mindeste, was der Bundesrat tun kann.» Auch die Idee, politische Themen greifbarer zu machen, könne durch eine Zugänglichkeit der Politikerinnen und Politikern vereinfacht werden. So würde die Jugend sehen: «Wir haben auch einen Platz in der Politik».

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Gesellschaft

Wer sind die Jugendsessions-Teilnehmenden?

Dominik: «Die Schweiz soll nicht der EU beitreten»

Bilder: Riccardo Schmidlin

Samstag-Nachmittag im Freien Gymnasium Bern. In der Menge der Teilnehmenden entdeckt man müde, aber zufriedene Gesichter. Nach der Jubiläumsfeier nehmen sich Teilnehmende Zeit, um unsere Fragen zu beantworten. Die Meinungen unterscheiden sich stark. Während die eine sich gegen Militanz ausspricht, fordert der andere eine starke Armee. Doch alle kommen auf einen gemeinsamen Nenner: sie haben sich während den vier Tagen Jugendsession mit dem Thema «Waffenexporte» befasst.

Dominik (17), aus Rossrüti SG

Engagierst du dich in deiner Freizeit politisch – abgesehen von der Jugendsession?

Ja, ich bin seit fast zwei Jahren Mitglied der Jungen SVP St. Gallen, da sie sich unter anderem für eine unabhängige und neutrale Schweiz einsetzt. Ich bin dorthin gekommen, da bereits meine beiden Eltern bei der SVP sind.

Bei der Jugendsession treffen Jugendliche verschiedener politischer Meinungen aufeinander. Hat sich in der Diskussion mit den anderen Teilnehmenden deine Meinung verändert?

Ich gehe immer noch mit der gleichen Meinung nachhause, mit der ich angekommen bin. Aber man macht sich halt schon Gedanken, wenn man die Argumente der Andersdenkenden hört. Aber davon lasse ich mich nicht beeinflussen.
Bezüglich Waffenexporten finde ich, dass man an der derzeitigen Gesetzeslage nichts ändern muss.

Was ist dein grösstes politisches Anliegen?

Mir ist wichtig, dass die Schweiz weiterhin unabhängig bleibt. Sprich, dass sie nicht der Europäischen Union beitritt! So dass wir uns nicht vom Ausland vorschreiben lassen, was wir tun sollen und uns auch keine Gesetztesartikel vorschreiben lassen.

Olivia (19), aus dem Berner Oberland

Engagierst du dich in deiner Freizeit politisch – abgesehen von der Jugendsession?

Ja, das auch. Aber ich bin vor allem in der Freiwilligenarbeit tätig. In sozialen Bereichen wie zum Beispiel bei «Amnesty» oder bei «Young Caritas».

Bei der Jugendsession treffen Jugendliche verschiedener politischer Meinungen aufeinander. Hat sich in der Diskussion mit den anderen Teilnehmenden deine Meinung verändert?

Am Anfang der Jugendsession war ich recht illusorisch. Nun denke ich, dass ich mit einem realistischeren Bild nachhause gehe. Aber meine Grundhaltung hat sich nicht stark verändert.
Bei Waffenexporten finde ich die einzige Lösung gar keine zu exportieren. Aber wenn man es trotzdem machen muss, dann bitte mit strengen Regulierungen.

Was ist dein grösstes politisches Anliegen?

Das ist eine gute Frage (lacht). Ich möchte, dass jeder Mensch so leben kann, wie er es sich verdient hat – und alle Menschen haben sich das gleiche Leben verdient!

Vita (17), aus Bern

Engagierst du dich in deiner Freizeit politisch – abgesehen von der Jugendsession?

Ja, sehr oft sogar! Ich bin bei der JUSO im Vorstand der Stadt Bern. Dort organisiere ich Demonstrationen und Aktionen und kümmere mich auch um bürokratische Arbeiten, die anfallen. Ansonsten engagiere ich mich noch in der Schüler*innen-Organisation meiner Schule.

Bei der Jugendsession treffen Jugendliche verschiedener politischer Meinungen aufeinander. Hat sich in der Diskussion mit den anderen Teilnehmenden deine Meinung verändert?

Inhaltlich bin ich immer noch auf der gleichen Linie. Aber ich habe gelernt, dass eine gewisse Kompromissbereitschaft nötig ist – im Speziellen ist das im Parlament wichtig. Und deshalb denke ich auch, dass es wichtig ist, sich auch ausserparlamentarisch zu engagieren.
Waffenexporte machen nach meinem Wissen lediglich 0,1 Prozent unseres Bruttoinlandsprodukt aus. Deshalb finde ich es nicht angemessen, dass wir für diesen Bruchteil Waffen in Länder wie Saudi-Arabien, den Vereinigten Staaten oder den Oman exportieren, in denen es keine Garantie gibt, dass alle Menschenrechte eingehalten werden. Deswegen bin ich klar gegen den Export von Waffen, so wie auch im Allgemeinen gegen Militanz und Gewalt. Und wenn man doch Waffen exportiert, bitte nur in Länder, in denen es eine Garantie gibt, dass Standards eingehalten werden.

Was ist dein grösstes politisches Anliegen?

Alle Menschen dieser Welt sollen in allen Ebenen gleichberechtigt sein. Sei es in ökonomischer, sozialer, ethnischer oder kultureller Sicht. Ich bin auch ganz klar feministisch, da Menschen auch aufgrund ihres Geschlechts oder ihrer Sexualität gleichberechtigt sein sollen. Zudem vertrete ich eine antikapitalistische Linie.

Thomas (19), aus dem Bünderland

Engagierst du dich in deiner Freizeit politisch – abgesehen von der Jugendsession?

Momentan noch nicht, da es aufgrund meiner Ausbildung schwierig ist, alles unter einen Hut zu bringen. Jedoch versuche ich mein Pensum an politischem Engagement zu steigern, da ich Politik sehr spannend finde und man sich bei uns an der Hotelfachschule stark mit politischen Themen befasst, insbesondere mit Themen, die den Tourismus betreffen. Ich bin eher rechts orientiert und würde mich ganz klar für die SVP entscheiden.

Bei der Jugendsession treffen Jugendliche verschiedener politischer Meinungen aufeinander. Hat sich in der Diskussion mit den anderen Teilnehmenden deine Meinung verändert?

Bezüglich Waffenexporten habe ich durch die Jugendsession gemerkt, dass es gewisse Gesetzeslücken gibt, doch das Hauptproblem liegt beim Staat, welcher Fehler bei Kontrollen macht, oder teilweise nicht merkt, wenn ihm Steuergelder entgehen. Wirtschaftlich sind Waffenexporte ein grosser Absatzmarkt, welcher 1,78 Milliarden Franken des Bruttoinlandsprodukt ausmacht. Dementsprechend bin ich gegen ein Verbot von Waffenexporten, allerdings müsste man sie besser konzipieren.
Im Grunde genommen hat sich meine Meinung nicht verändert.

Was ist dein grösstes politisches Anliegen?

Wir brauchen eine Armee, deshalb sollte man diese unbedingt in Stand halten, um unsere Landesverteidigung zu sichern und um auch die Zivilbehörden zu unterstützen. Dafür sollte man die Aufgaben der Armee klar definieren.

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