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Kultur

Oh, du göttliche Heimorgel

Schräger Vogel: Alleinunterhalter Mambo Kurt. Am Geburtstagsfest in der Brasserie Lorraine lädt er zum Mitgrölen ein.

Der König der Heimorgel lässt sich für einen Abend in der Hauptstadt nieder und wird die manchmal scheuen Berner mit bunten Melodien zum partnerschaftlichen Tanz auffordern. Unverkennbar schräg wird der virtuose Orgelspieler, der sagt, er beziehe seine Kleider aus dem Altkleidersack des Roten Kreuzes, dem gespannten Publikum seine Klänge entgegenschleudern.  

Auf eine flotte Polka kann ein eleganter Walzer folgen, der wiederum von einem argentinischen Tango abgelöst wird. Mit seinen blitschnellen Fingern und viel Herzblut entlockt Mambo Kurt dem kultigen Instrument so manch tanzbaren Song. Ohne falsche Zurückhaltung covert der begnadete Sänger Songs von Rammstein bis Nirvana über Radiohead und Faithless, verwurstelt und verklimpert die Welthits zu neuen Partykrachern.  

Seit zehn Jahren tingelt der Alleinunterhalter durch die Welt. Immer hat er seine analoge Yamaha ectone D-85, die schwerste jemals gebaute Heimorgel, im Schlepptau. Der Vollblutklimperer könnte ebenso gut in einem Hotelbunker auf Mallorca als Abendunterhaltung auftreten. Das Publikum würde den Mitgröhlfaktor seiner Songs zu schätzen wissen. Doch der Kurt beehrt Berns legendäre Brasserie Lorraine, das zweite Wohnzimmer vieler Nachtschwärmer und auch hier ist Mitgröhlen ausdrücklich erlaubt.  

Brasserie Lorraine


25-Jahr-Jubiläum am Freitag 10. November 2006.

Quartiergasse 17 in Bern.

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