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Ökologisches Potenzial des Homeoffice

Arbeiten im Homeoffice.

Bild: Sarah Buser, Tink.ch

Die Coronakrise hat dazu geführt, dass viele typische Bürojobs ins Homeoffice verlegt wurden. Was vielerorts recht unspektakulär und innerhalb weniger Tage erfolgte, hat anderenorts länger gedauert. Investitionen in die Digitalisierung der Firmen wurden getätigt, beispielsweise um den Zugriff von zu Hause auf die Firmenspeicherlaufwerke mittels VPN- Verbindungen sicherzustellen. Im September 2018 veröffentlichte die ETH eine Studie zur Digitalisierung, die zeigte, dass rund 70 Prozent der Unternehmen kein mobiles Arbeiten bieten, und nur rund 50% Homeoffice erlauben. Eine aktuellere Studie liegt zurzeit nicht vor. Sicher ist, dass während der Coronakrise vermehrt Angestellte schnell und unkompliziert ins Homeoffice verlegt wurden.

Im Visier: der Verkehr

Bruno Storni, sozialdemokratischer Nationalrat für das Tessin, hat im Mai ein Postulat zur Analyse und Beurteilung des Homeoffice während der Coronakrise eingereicht. In seiner Begründung stellt er klar, dass während der Coronakrise die CO2 Emissionswerte sanken, weil der private und öffentliche Verkehr stark abnahmen. Spürbare Folgen waren weniger Staus und keine überfüllten Züge und Busse, auch zu Stosszeiten. Der Bundesrat ist nun aufgefordert, bis zur Herbstsession die Annahme oder Ablehnung des Postulats zu begründen.

Laut der Umweltschutzorganisation WWF ist der Verkehr (ohne den internationalen Flugverkehr) mit fast 33 Prozent Anteil der verursachten Treibhausgase der grösste Klimasünder der Schweiz. Täglich legen Schweizerinnen und Schweizer durchschnittlich 36,8 Kilometer zurück, zwei Drittel davon, also rund 25 Kilometer, im Auto. WWF rät denn auch explizit, langes Pendeln zu vermeiden und wenn möglich Wohn- und Arbeitsort nahe beieinander zu halten.

Fazit

Das deutsche Institut für angewandte Arbeitswissenschaft ist in einem Gutachten zum Schluss gekommen ist, dass durch mobile Arbeit enorme Einsparpotenziale in Bezug auf CO2 bestünden. Wenn zehn Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland einen Tag in der Woche von zu Hause aus arbeiten würden, könnten rund 4,5 Milliarden Kilometer Pendlerstrecke und etwa 850 Millionen Kilogramm CO2 pro Jahr eingespart werden.

Ausserdem kann es sich für Firmen auch finanziell lohnen, ihre Mitarbeiter, zumindest teilweise, im Homeoffice anzustellen. Verschiedene Infrastrukturkosten würden für die Firmen wegfallen. Es gilt weiterzuverfolgen, ob das Parlament oder der Bundesrat beschliessen, Anreize oder Massnahmen für vermehrtes Homeoffice zu verabschieden.

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