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Gesellschaft

Lob auf die Vielfältigkeit

Alle Versuche, die Gattung Mensch einzugrenzen sind über kurz oder lang gescheitert.

Bilder: Katharina Good

Wie oft haben wir uns in der Strassenbahn gefragt, ob die mandelförmigen Augen unserer ansonsten schweizerisch aussehenden Sitznachbarin einen Migrationshintergrund verraten, oder ob die laut schreienden Zwillinge von ihrer Mutter manchmal nicht verwechselt werden? Wie oft haben wir über die sexuelle Orientierung der attraktiven Person phantasiert, die vor uns in der Kassenschlange steht: Hetero, homo oder bi?

 

Und doch haben wir uns nie gefragt, ob die möglichen Varianten nur diese wenigen sind. Braucht man in einer höchst kategorisierten Welt, wo alles auf Anfrage brav seine Etikette vorzeigt, auch Kategorien für die Liebe? Reduziert sich der Mensch auf die Summe seiner Merkmale? Wer entscheidet, wer wen lieben darf? Und darf man seine Vorlieben im Laufe der Zeit wechseln?

 

Der Mensch ist vielfältig. Keine Definition wird je die unendliche Komplexität der Gattung Mensch eingrenzen können. All die vergangenen, gesellschaftlichen Versuche, die Menschheit zu nivellieren und zu einem idealen Menschenmodell anzupassen, sind über kurz oder lang gescheitert. Alle auch kaum denkbaren Varianten des Menschen haben das Recht auf Respekt und Beachtung.

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