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Kommentar: Wasser für alle

Noch immer keine Selbstverständlichkeit für Jede und Jeden. Fotos: www.bmz.de/www.un.org

Seit dem Umweltgipfel der UNO von 1992 in Rio de Janeiro wird jedes Jahr am 22. März der Weltwassertag begangen. Vor allem geht es darum, das öffentliche Bewusstsein zu fördern und letztlich die in weiten Teilen der Welt nach wie vor mangelnde Versorgung mit sauberem Trinkwasser zu verbessern.
In den letzten Jahren ist dies leider nur beschränkt gelungen. Heute sind immer noch etwa 700 Millionen Menschen von der Wasserknappheit betroffen. Aufgrund der wachsenden Weltbevölkerung und den Folgen des Klimawandels geht die UNO für das Jahr 2025 von einem Anstieg dieser Zahl auf über 3 Milliarden aus. Es besteht also dringender Handlungsbedarf. Bei ausbleibender wirtschaftlicher Entwicklung in den betroffenen Ländern bleibt als Lösung nur noch, das Problem mit gezielter internationaler Entwicklungszusammenarbeit anzugehen.

Keine Korruption mehr
In diesem Licht erscheinen die in den 90er Jahren vom reichen Westen durchgesetzten Privatisierungspläne für die Wasserversorgung in einigen Ländern aus zwei Gründen als unangebracht: Erstens führten diese Massnahmen in Problemgebieten in der Regel nur zu drastischen Preisanstiegen und Qualitätseinbussen. Und zweitens würden zukünftig durch eventuelle finanzielle Unterstützung von aussen in erster Linie die neuen privaten Besitzer bevorteilt, und nicht den eigentlich unterstützungsbedürftigen Endverbrauchern geholfen.
Nun, wenn das beschriebene Problem behoben wäre, gäbe es noch ein Zweites zu lösen. Es ist bekannt, dass zweckgebundene Hilfsgelder nicht immer für das verwendet werden, wofür sie bestimmt sind. Oft versickert ein Grossteil der Mittel in den tiefen Taschen korrupter Funktionäre. Eine notwendige Bedingung für eine nachhaltige Verbesserung der Lage ist also ein gut funktionierender Staat mit korruptionsfreier Verwaltung. Nicht nur im Bereich der Wasserversorgung, sondern in allen wichtigen entwicklungspolitischen Belangen.

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