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Kultur

Für Jugendliche von Jugendlichen

Gegen 7'000 Besuchende und ein beeindruckendes Line-up.

Bilder: Christian Strasser

Die Suche nach den Anfängen des führt zwanzig Jahre in die Vergangenheit nach Neuenkirch, in ein beschauliches und ruhiges Örtchen im Kanton Luzern. Zu ruhig und verschlafen für einige Jugendliche, die statt Landluft zu atmen und dem Vogelgezwitscher zuzuhören auch mal ein Konzert sehen und eine Disco besuchen wollten. Also wurden vier engagierte Jugendliche aus Neuenkirch aktiv und gründeten eine Interessengemeinschaft mit dem treffenden Namen „Jugend Aktiv“. Das Ziel lautet bis heute, Ausgehmöglichkeiten für Jugendliche bereitzustellen, organisiert von Jugendlichen. Und die Organisatoren wollten zeigen, wie viel tolle Musik in der Zentralschweiz erschaffen wird. „Und genau das tun wir auch heute noch  in Form des Nachwuchsfestivals“, sagt Jonas Stalder, OK-Präsident des Openair Soundcheck.

 

Keine grossen Marketingfirmen

So hat es alles angefangen, klein und beschaulich. Und heute besuchen gegen 7’000 begeisterte Besucher das vom Verein „Jugend Aktiv“ organisierte Openair bei Sempach. Diese kommen vorwiegend aus der Zentralschweiz. „Bei der Werbung setzen wir neben Inseraten und Plakaten vor allem auf die Mund-zu-Mund-Propaganda“, erklärt Stalder. Das wirkt. Wenngleich keine professionellen Marketingfirmen das Festival bewerben, kämen immer wieder treue Gäste – zum Teil sogar aus dem nahen Ausland.

 

Sie geniessen viel Musik, tolle Stimmung und vielleicht ein Bad im nahen Sempachersee. Auf dem Weg zu einem so grossen Anlass verzeichnete der Verein viele kleine Erfolge: die Eröffnung eines Jugendraums, den Konzertevent Rocktober bis 2007, ab 1999 das Openair Soundcheck, die Verleihung des Gastkulturpreis von Kanton und Stadt Luzern an den Verein und seit 2008 die Club-Veranstaltung YourStyle. Die Erfolgsgeschichte ist hoffentlich noch nicht zu Ende.

 

Wachstum ausgeschöpft?

Trotz allem hat das Wachstum auch einen Wehrmutstropfen. „Das Festival hat eine kritische Grösse erreicht“, stellt Jonas Stalder fest. „Wir durften die letzten Jahre kontinuierlich und stabil wachsen. Doch nun haben wir die passende Grösse erreicht, die noch von einem Verein, wie es ‚Jugend Aktiv‘ ist, getragen werden kann“. Bereits musste das Festival umziehen. Die Durchführung entspricht jener, eines grossen Festivals. Ebenso das Material und die personellen Ressourcen. Organisiert wird das Openair Soundcheck aber nach wie vor von Laien. Als Hobby, in der Freizeit gewissermassen. Und diese Laien stossen zunehmend an ihre Grenzen. „Es ist nicht immer einfach, Job oder Schule und das Festival unter einen Hut zu bringen.“

 

Trotzdem gelang es den Organisatoren auch in diesem Jahr wieder ein hochkarätiges Line-up zusammenzustellen – für eines der zweifellos jugendlichsten Festivals der Schweiz.

 

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