logoType

Wo Journalismus beginnt

Où là commence
le journalisme

Dove il giornalismo inizia

Kultur

Der Hype frisst seine eigenen Kinder

Trägt nicht nur Liam Gallaghers Vornamen, sondern auch seinen selbstbewussten Gesichtausdruck: Liam Fray, Frontmann von The Courteeners.

Bilder: Universal

Der Hype ist eine Art Lawine, die durch das Interesse eines Journalisten für eine neue Band, ins Rollen gebracht wird. Das beste Beispiel dafür ist das englische Musikmagazin „New Music Express“ (NME), das jede Woche eine neue Band im Visier hat. Sobald die Band bekannt genug ist und auf eigenen Beinen steht, wird sie in die wilde Musikbusiness-Welt entlassen. Für die Bands ist das natürlich eine tolle Sache, da sie so schnell bekannt werden. Das Letzte was dann zu hoffen bleibt, ist, dass sie nicht genau so schnell in die Vergessenheit stürzen. Denn nicht alle Bands die gehyped werden, sind automatisch gut.

Der letzte Hype kommt, welch eine Überraschung, aus England. Genaugenommen aus Manchester. Jede Stadt in Grossbritannien hat das Recht dazu, schlechte Musik hervorzubringen. Doch wenn etwas Mieses aus der Stadt des Raves kommt, verstösst dies gegen alle ungeschriebenen Regeln. Manchester hat seit jeher grosse Erwartungen gegenüber seinen Bands. Bisher kamen alle grossen Gruppen und Künstler der 80er und 90er aus Manchester: Joy Division, The Smiths, Happy Mondays, New Order, The Stone Roses und Oasis.  Nun, wenn wir davon ausgehen, dass Manchester die einflussreichste Musikstadt Englands ist und die neuste Band The Courteeners heisst, können wir schliessen, dass der Hype nicht mehr weit ist.
 
Wie stark spielt hier das Image mit? Wie stark sucht Manchester nach einer Neuen Ikone à  la Liam Gallagher von Oasis? So ironisch das Ganze auch sein mag, gibt uns der NME sofort die Antwort dazu: „Is this the new Manchester Idol we´re all looking for?“. So titelte das Magazin vor einigen Wochen einen Artikel über The Courteeners. In der Tat wirkt Frontman Liam (Zufall?) Fray ziemlich selbstbewusst und  strotzt nur so vor „Gallagherismus“. Was aber nicht heisst, dass ihr Erstling „St.Jude“ schlecht ist. Im Gegenteil, das Album überrascht mit Libertines-ähnlichen Tönen und einer neuen Frische. Das Einzige was einem Sorge machen muss, ist das dieser Medienhype nur ein Hype war, und The Courteeners musikalisch schnell in Vergessenheit geraten werden und bald wir nur noch von den verschiedenen Exzessen des Frontmannes Liam hören werden. Andererseits: Das wär doch mal eine schöne Abwechslung zu den immer gleichen Amy Winehouse-Geschichten.

Links

Teilen

Link wurde kopiert!

Kommentare anzeigen