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Politik

Jetzt live aus dem Bundeshaus

Jugendliche stimmen im Nationalratssaal über ihre Vorlagen ab.

Bilder: David Sutter

Acht Stunden Live-Übertragung direkt aus dem Bundeshaus. Tink.ch sendet in Zusammenarbeit mit dem SRF die Debatten der Jugendsession 2016 live.  Mit der heutigen Schlussdiskussion einigen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf politische Forderungen, welche ans Parlament überwiesen werden können.

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Die Regie von Tink.ch. Bild: Michael Scheurer

 

Damit nicht genug. Während den Verschnaufpausen im Nationalratssaal bittet Tink.ch verschiedene Gesprächspartner zum Interview oder zu kleinen Diskussionsrunden direkt vor die Kamera.

Zu Gast am Mittag war unter Anderem Michael Möller, Generaldirektor des Büros der Vereinten Nationen in Genf .

Das Programm

11.30 Rede Michael Möller, Generaldirektor des Büros der Vereinten Nationen in Genf

13.15 Landwirtschaft und Ernährung

13.40 Fortpflanzungsmedizin Nationalratssaal

14.05 Agriculture et alimentation

14.30 Pendularité

14.55 Politique en matière de drogues

15.40 Organspende

16.05 Radikalisierung von Jugendlichen

16.30 Waffenexport Nationalratssaal

16.55 Übergabe der Forderungen

17.20 Ende der 25. Jugendsession

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Während den Debattierpausen werden die Themen in Interviews und Streitgesprächen vertieft. Bild: Michael Scheurer

Jugendsession 2016

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Gesellschaft

Interview mit einem Militäroffizier

Eine angenehme Abwechslung und Ausnahme: Oberleutnant Schaer vertritt und repräsentiert mit seiner Truppe die Einheit Infanterie an einem militärinternen Anlass.

Bild: Michael Koch

In einem früheren Artikel von mir («Militärdienst – ein Perspektivenwechsel») habe ich aus der Sicht eines Soldaten Geschichten und Eindrücke aus dem Militär veröffentlicht.

Nun ist es nur fair, die andere Partei zu Wort kommen zu lassen. Dazu habe ich meinen ehemaligen Vorgesetzten, nämlich Oberleutnant Schär, einige Fragen gestellt. Er war unser Zugführer während meines Militärdienstes.

Was ist genau ein Zugführer?

Der Zugführer ist der zweithöchste Vorgesetzte, mit dem die Soldaten direkt konfrontiert werden. Lediglich der Kommandant ist noch ein wenig höher gestellt . Der Zugführer übernimmt einen grossen Teil der Verantwortung über die Soldaten, was in anderen Worten bedeutet, dass er 40 bis 60 Soldaten leitet und auch in die Ausbildung der Soldaten eingreift. Militaristen, die sich für eine Laufbahn als Zugführer entscheiden, müssen 600 Tage am Stück Militärdienst leisten. Dabei durchläuft ein Zugführer folgende Phasen: die obligate Rekrutenschule, die Unteroffiziers- sowie die normale Offiziersschule, dann die längste und eigentliche Hauptphase, die Phase als Zugführer, und schlussendlich verdient er noch die restlichen zwei bis drei Monate in einer anderen Kompanie ab. 

In den Diensten des Vaterlandes

Oberleutnant Schär wusste seit Beginn seiner Rekrutenschule, dass das Militär für ihn ein einmaliges Arbeitsumfeld darstellt. Um ganz sicher zu gehen, ob er nun in die Ausbildung als Offizier eintreten sollte, erkundete er sich nach ein paar weiteren Meinungen von ehemaligen Offizieren. Er erhielt beinahe ausschliesslich positive Rückmeldungen. Und Oberleutnant Schär bereut die Ausbildung zum Offizieren auch nach 500 Tagen geleisteten Dienst nicht. Ihm gefällt es, den Alltag für 40-50 Soldaten und Gruppenführer zu planen, sie zu führen und auszubilden und mit ihnen gemeinsam die erhaltenen Ziele zu meistern.

Herr Schär ist sehr stolz, ein Offizier in der Einheit Infanterie Durchdiener sein zu können. Was für ihn die Infanterie grundsätzlich ausmacht, ist die weitübergreifende Ausbildung der Infanteristen und ihre weitreichende Einsetzbarkeit. Infanteristen werden unter anderem in den Bereichen Selbstverteidigung, Schusswaffen, Sanitätsdienst und Funkkommunikation ausgebildet. Zudem ist die Infanterie der Hauptträger der Armee. Dies sind Gründe, warum es im Militär mehr Durchdiener der Einheit Infanterie bräuche, da Infanteristen kompetente und gut ausgebildete Leute seien, meint Schär. Man könne während 300 Tagen auf gut ausgebildete Leute zurückgreifen.

«Das Militär an der Front»

Für Oberleutnant Schär ist klar: als Durchdiener in der Einheit Infanterie kann die absolvierte  Ausbildung nicht wirklich in die Praxis umgesetzt werden. Der Umgang mit all den verschiedenen Waffen sowie die taktische, militärische Vorgehensweise in einem Krieg, wie etwa das «Verschieben und Vorrücken mithilfe Feuer und Bewegung», bleiben lediglich in der Ausbildungsphase von Gebrauch. Die Einsätze der Infanteristen beziehen sich hauptsächlich auf die Unterstützung der zivilen Behörde. Beispiele dafür sind der Einsatz am World Economic Forum in Davos oder der Botschaftsschutz in Genf. Erwähnenswert ist mehrere tausend Militaristen im Einsatz waren und Arbeiten wie Gebäudeschutz, Logistik und Versorgung erledigten. Schär ist sich sicher: So viele freiwillige zivilistische Kräfte aufzutreiben hätte wahrscheinlich ein äusserst schwieriges Unterfangen dargestellt.

Bewahrheitetes Klischee?

Natürlich musste auch Oberleutnant Schär eine Ausbildung zum Offizier durchlaufen. Ich fragte ihn, ob das Klischee stimme, dass Zug- und Gruppenführer oft zu jung und zu unerfahren seien, um eine solche Menge an ebenfals jungen, unerfahrenen und verschiedenen Männern leiten zu können. Seiner Meinung nach ist dies kein Klischee, sondern eine Tatsache. Nach der Offiziersschule werden einem frisch gebackenen Zugführer direkt 40 bis 60 Leute unterstellt. Viele Anweisungen und Aufträge, die aus den höheren Etagen kommen, hört man dann zum ersten Mal. Während der Eingewöhnungsphase der neuen Rekruten ergibt sich auch für die Zugführer nur kurz Zeit, sich etwas an das Führen von Gruppen zu gewöhnen. Was dem entgegenwirken könne, sei eine länger andauernde Offiziersschule, wo unter anderem das Führen von Gruppen öfters behandelt und angesprochen werde.

Förmlichkeiten gegen persönliche Beziehungen

Als ich Oberleutnant Schär auf die Beziehung zu seinen Soldaten angesprochen hatte, meinte er, dass er vor allem in der zweiten Hälfte des Militärdienstes seiner Soldaten ein sehr enges Verhältnis zu ihnen aufgebaut habe. Er erwähnte, dass das Verhalten eines Zugführers je nach Phase im Militär angepasst werden müsse. Während der Rekrutenschule müsse ein Zugführer die Soldaten eher «etwas härter rannehmen», sodass eine gewisse Basis und Disziplin der Soldaten geschaffen werden könne. Dann habe man im Militär eine bessere Voraussetzung für spätere Einsätze, so Oberleutnant Schär. In einer späteren Phase im Militär sollte man als Zugführer jedoch etwas persönlicher werden und als Mensch bei den Soldaten überzeugen, da mit der Zeit der Rang bei den Soldaten nicht mehr die gleiche Wichtigkeit besitzt wie zu Beginn des Militärdienstes. Im Gegenzug fragte ich meinen Interviewpartner, was für ein Verhältnis er zu seinen Vorgesetzten pflege. Dazu meinte Oberleutnant Schär, dass sich das Verhältnis zu den Berufsmilitaristen nicht wirklich verändert habe. Ab und zu tauschte man etwas Persönliches untereinander aus, was allerdings eher eine Ausnahme darstellte. Die Beziehung zum Kommandanten sei vielleicht etwas persönlicher geworden. Dies gehe jedoch auch in Ordnung, da die Zugführer die wichtigsten Ansprechpartner für einen Kommandanten darstellen im Bezug zu den Soldaten. Sobald der Kommandant nicht mit seinen Zugführern harmoniere, könne die Kompanie nicht wirklich funktionieren.

Hochs und Tiefs eines Zugführers

Zur Frage, was der schlimmste Moment in der bisherigen Laufbahn von Oberleutnant Schär gewesen sei, hat er vor allem die ersten 12 Wochen als Zugführer angesprochen. Diese Wochen seien äusserst arbeitsintensiv und schlafraubend. Viele Arbeiten wie etwa die Planung und das Administrative müsse am Abend oder in der Nacht erledigt werden, da man den Tag durch mit den Rekruten beschäftigt sei. Somit habe er während der Rekrutenschule meistens nur 2-3 Stunden Schlaf gekriegt – an seltenen Tagen auch gar keinen. Dies konnte Oberleutnant Schär launisch werden lassen. Die hohe psychische Belastung aus den ersten Wochen beanspruchte automatisch auch seine Physis. Somit war der Offizier sehr auf die Wochenenden angewiesen. Er betonte, dass die Wochenenden äusserst wichtig seien, um ein bisschen Abstand vom Militär zu gewinnen und sich zu regenerieren. Denn 600 Tage Militärdienst sind eine lange Zeit. Deswegen ist es wichtig, dass man vor allem die positiven Momente im Hinterkopf behält. Hierzu erzählte Oberleutnant Schär vom bestandenen 100 Kilometer langen Marsch während der Offiziersschule und den Umgang mit seinen «Schöflis», wie er oft zu sagen pflegte. Er fand es eine schöne Arbeit, 300 Tage seinen Zug führen zu können und mit ihnen Lob und Anerkennung von den Vorgesetzten zu erhalten. Dies motiviere ungemein, wenn man als Team sich gemeinsam Vorgenommenes erreiche.

Porträt

interview

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Gesellschaft

10 Jahre Tink.ch – Ein Steckbrief

Junge Freunde von Tink.ch schickten ihre Geburtstagsglückwünsche.

Bilder: Sabina Galeazzi

Mein Name ist, so ist unter dem Wikipedia-Eintrag zu meiner Person zu lesen, eine «freie Wortkreation». Tatsächlich werde ich von interessierten Zeitgenossen recht häufig auf seine Etymologie angesprochen und die Herkunft dieser frech-flotten Buchstabenfolge beschäftigt meine emsigen Mitarbeiter bis heute. Und nein: Das Binnen-H wurde bewusst ausgelassen, mein Name beginnt tatsächlich nicht mit einem P und in der Queer-Szene habe ich bisher noch kein zweites Standbein aufgebaut.

Frühkindlicher Spracherwerb

Das Licht der Welt erblickte ich am 1. April 2006 in der Bundeshauptstadt, jedoch nicht in der Form einer Zeitungsente sondern als Online-Magazin für ein jugendliches Publikum. Zwar ist mein Vater ein zweisprachiger Berner Stadtführer mit dem schicken Namen Youthguide, mein Aktionsradius hat sich jedoch mittlerweile über die Kantonsgrenze hinaus ausgeweitet. Ich habe bereits im zarten Alter von drei Jahren Französisch erlernt und bin mittlerweile sogar dreisprachig unterwegs. Leider komme ich allerdings nur selten dazu, mit meinen Kenntnissen in Rumantsch Grischun zu glänzen.

Vollwertkost und Typo3-Entschlackung

Kürzlich bin ich von Moosseedorf nach Olten gezogen, um näher am Puls des Geschehens zu sein und ab und zu im Bahnhofbuffet zu speisen. Da ich rund um die Uhr beschäftigt und generell ein grosser Fan von Überstunden bin, ernähre ich mich vorwiegend von vollwertigem Kabelsalat, Cookies und Social Media-Tütensuppe. Kaffee ist mein Lebenselixier, leider habe ich bisher noch keine erfolgreiche Methode gefunden, mir das unverzichtbare braune Nass intravenös zuzuführen.

Hauptberuflich ringe ich relativ erfolgreich mit Deadlines. Mein Tag umfasst im Schnitt 28 Stunden, daher litt ich früher manchmal unter eigentümlichen Erschöpfungszuständen, die mein System über eine bestimmte Zeit lahmlegten und die Publikation erschwerten. Mein Hausarzt sprach in diesem Zusammenhang vom Typo3-Syndrom. Vor etwas mehr als einem halben Jahr habe ich mich für ein Umstyling entschieden, da mir das Kindergewand langsam zu eng wurde und mein Look in modischer Hinsicht etwas zu Wünschen übrig liess. In der redaktionseigenen IT-Schönheitsfarm wurde mein digitaler Body von sämtlichen schädlichen Typo3-Schlacken befreit und das Ergebnis kann sich sehen lassen: Noch nie war der Glanz meiner feuerroten Haare derart satt und das Strahlen meiner tiefschwarzen Augen so intensiv.

Es ist kompliziert

Mittlerweile gibt es von mir sogar eine eigene App. Leider ist mein Beziehungsstatus trotz Makeover nach wie vor sehr kompliziert, was vermutlich mit meinem kritischen und unabhängigen Geist zusammenhängt. Mein Freundeskreis hingegen ist gross und vielfältig. Ich interessiere mich für Politik, Gesellschaft, Kultur und Sport. Böse Zungen haben mich in sportlicher Hinsicht einer YB- Fixierung bezichtigt. Und meine Begeisterung für Lara Stone war vor einigen Jahren schon einmal Thema einer ganzen Redaktionssitzung. Meine Wünsche auf die nächsten zehn Jahre? Dort ansetzen, wo Journalismus für engagierte Jugendliche und junggebliebene beginnt. Auch mal über die Landesgrenze hinausspähen. Und vielleicht einmal einen Text in einem obskuren rätoromanischen Idiom publizieren.

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