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Gesellschaft

80 Millionen Schubladen

Isabella Greene, 18 Jahre, Berlin, Abiturientin.

Nur – und das ist keineswegs neu – wer sich äussert, kann auch gehört werden. Es würde mich freuen, wenn ich eines Tages dazu beitragen könnte, dass sich die Menschen kritisch mit der Weltgeschichte auseinandersetzen, sich äussern und ihre Rechte wahrnehmen.

Aus diesem Grund halte ich die Schweiz für ein gutes Beispiel einer stabilen Demokratie, die tatsächlich vom Volk getragen wird. Wie kein anderes Land schafft sie es, all jenes fernzuhalten, was ihr irgendwie Übel bringt. Das ist ebenso selten, wie bewundernswert. Deshalb würde ich mir eines Tages gerne eine öffentliche Debatte anschauen.

Ich bin zur Hälfte Amerikanerin. Deshalb werde ich höchstwahrscheinlich nach meinem Abitur in knapp zwei Jahren in den Vereinigten Staaten Mathematik und Politikwissenschaften studieren. Denn in meinen Augen fehlt Deutschland im Allgemeinen und mir persönlich die Perspektive. Drastisch formuliert: Deutschland wird bald nicht mehr als Probleme zu bieten haben. Es wäre einfach zu sagen, dass das Gerede über Hauptschüler, Sonderschulen, Sonderschichten und die Ausländerproblematik aufhören muss und die lieben Politiker Taten folgen lassen sollten. So leicht ist es aber leider nicht.

Ein kleiner Schritt wäre die Erkenntnis, dass in den Menschen ausländischer Abstammung ein unsagbares Potential steckt. Allein von deren Sprachkenntnissen oder handwerklichern Begabungen können wir profitieren. Deutschland sollte aufhören bestimmte Menschen oder Menschengruppen in Schubladen zu stecken und endlich anfangen individueller zu denken. Denn von den Schubladen sollte es schliesslich mehr als 80 Millionen geben, denn auch wenn es schwammig klingt, ist doch jeder etwas Besonderes, oder nicht?

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