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Il giovane volto della politica ticinese

Come ti chiami? Quanti anni hai? Per quale partito sei candidato?

Oreste Pejman, 23 anni, candidato al Consiglio Comunale di Lugano per l’UDC.

Una persona ticinese a cui ti ispiri particolarmente e una di fama internazionale (al di fuori del Ticino)?

Più che ispirarsi diciamo che trovo sia un politico capace, conosciuto a livello federale e soprattutto che è restato vicino ai cittadini. Sono qualità difficili da trovare in un’unica persona, per questo a livello ticinese scelgo Norman Gobbi. A livello internazionale ho sempre ammirato Ronald Reagan e Margaret Thatcher.

Come è nata la tua passione per la politica?

Mi sono sempre interessato alla politica, ma mi sono attivato a 18 anni quando i campi da calcio di Cornaredo sono stati chiusi al pubblico. Decine di ragazzi non potevano più giocare a calcio e tutti si lamentavano ma nessuno agiva concretamente. Io ho deciso di attivarmi, fare una proposta al Municipio e dopo alcune pressioni sono riuscito a convincerli della bontà della mia proposta. Sono così riuscito a riaprire il campo da calcio per i ragazzi. Da lì ho capito che se volevo cambiare le cose, qualsiasi cosa, dovevo attivarmi io concretamente.

Come conciliare la tua attività scolastica o lavorativa con il tuo possibile incarico politico?

A livello comunale l’impegno non sicuramente eccessivo, ma bisognerà sicuramente organizzare bene il tempo durante la settimana. Per me fare politica è comunque un piacere e quindi quando qualcosa ti piace non è mai un peso.

Qual è il problema più grande in Ticino secondo te?

La disoccupazione e i salari bassi in certi settori. Dobbiamo dare la preferenza ai residenti nel lavoro, sostenere i giovani nell’inserimento lavorativo e impedire a imprenditori senza scrupoli di offrire salari da fame. Il Ticino non deve diventare la tiCina.

Qual è un pregio del Ticino?

Il Ticino ha grandissime potenzialità e opportunità grazie alla sua collocazione geografica, vicino a una regione produttiva come la Lombardia ma con un sistema di diritto svizzero. Dall’altra parte abbiamo una regione fantastica e un clima che possono portare molti turisti. Dobbiamo riuscire a sfruttare le nostre opportunità.

Perché pensi valga la pena votarti?

Sono un ragazzo che si è molto impegnato in questi anni, dimostrando di essere preparato e di avere tanta voglia di fare. Penso che voglia di fare e competenza siano due elementi essenziali per la scelta di un politico.

Una delle tue idee per poter migliorare il tuo comune?

In questi anni si sono tolti posteggi e resi molto cari, ma non si è data una via alternativa ai cittadini per raggiungere il Centro città. Basti pensare che per molti quartieri dopo le 19:00 non ci sono più bus che partono dal Centro. Lugano finisce così per rimanere deserta e senza vita. Bisogna dunque assolutamente potenziare i mezzi pubblici. È assurdo che ogni mattina migliaia di cittadini debbano scegliere tra passare la giornata a cercare posteggio (e pagare tantissimo) o prendere il bus e dover tornare a casa già alle 19:00.

Una parola sulla situazione dei giovani in Ticino, cosa vuoi dire ai giovani ticinesi?

Di interessarsi alla politica perché il Ticino lo dobbiamo cambiare noi. Ci sono tante cose che non vanno ma ci vuole qualcuno che le sistemi, e quei qualcuno dobbiamo essere noi.

Über Form und Inhalt des “Ausreissens”

Wenn man davon ausgeht, dass jedes Wort, sein Aufbau, seine Form, seine Betonung, nicht bloss ein zufälliges Ergebnis einer willkürlich aufgebauten Sprache ist, wenn man also annimmt, dass durch die äussere Hülle des Wortes auch etwas über seine faktische Bedeutung zum Ausdruck kommen soll, dann lohnt es sich einen Blick auf die Struktur des Wortes “Ausreissen” zu werfen.

“Ausreissen” ist ein trügerisches Wort, irreführend in seiner Klarheit und Einfachheit. Diese Klarheit ist dem schönen, schlichten Aufbau zuzuschreiben, dem Zusammenspiel der Präposition “aus” und des Verbs “reissen”. Aber die Schlichtheit widerspiegelt sich nicht bloss in der Grammatik, sondern vor allem in der Art und Weise, wie die Grammatik die Realität einfängt. Es ist ein Wort wie eine Skizze für Erstklässler, das übermächtige “aus”, der Rahmen, der Ort aus dem es auszubrechen gilt, und das “reissen”, der energische Kern, der Motor des Wortes und derjenige der tatsächlichen Handlung.

Spiegel der Welt

So ist das Wort “ausreissen”, genauso wie “ausbrechen”, ein kleiner grammatikalischer Spiegel der Wirklichkeit, eine Rückprojektion des Grossen und Ganzen auf die kleinere Ebene der Sprache. Wie immer aber bei Rückprojektionen und Verkleinerungen geht etwas verloren und obwohl wir es eigentlich besser wissen müssten, vergessen wir vor lauter Glaube an Form und Regeln, dass die Wirklichkeit doch ein Stückchen komplizierter ist. Dieses Etwas, dasjenige Element des “Ausreissens”, das die Komprimierung auf die Ebene der Sprache vergessen hat zu erfassen, ist seine ungeheurere Kurzlebigkeit.

Zwischen Tram und Arbeitstür

Ausreissen, ausbrechen, fliehen, man nenne es wie man möchte, die Richtung ist immer die gleiche. Sie fängt bei der eigenen Person an und geht geradewegs…woandershin, eigentlich egal wohin, Hauptsache weg. Den Ausbruch hat jeder schon einmal geplant. Am Morgen wachte man voller Elan auf und steckte ihn, den Ausbruch, in die Tasche wie eine Art Talisman, mit der festen Überzeugung, dass heute der Tag ist, an dem aus Plänen ernst wird, das “Aus” des Bestehenden, der “Bruch” mit dem Jetzt. Am Abend, kam man dann wieder nach Hause und merkte, irgendwo zwischen Tram und Arbeitstür, irgendwo im Gestrüpp des Alltags, hat er sich aufgelöst. Der Ausbruch. Genau das ist das Problem solcher Handlungen, ob Ausbruch oder Ausreissen. So klar und selbstbewusst sie auch erscheinen mögen, sie sind und bleiben so schrecklich volatil. Wie Quecksilber entweicht der Wunsch und die Entschlossenheit, sie reissen uns sozusagen aus, jeden Tag aufs Neue, so dass man letzten Endes mit leeren Händen dasteht, wo kurz davor noch Mut gewesen war. Oder anders gesagt, wenn ein Fenster geöffnet wird, strömt Licht herein. Dieses Phänomen hört auf, sobald man das Fenster wieder zuschnappen lässt.

Lichtblick

So und nicht anders ist auch der Charakter des Ausbruchs. Mag einem das Leben noch so düster vorkommen, hin und wieder öffnet sich ein Fenster, das einem die Sicht auf eine andere Welt zeigt und das Licht rein lässt. Doch ist dieser sprichwörtliche Lichtblick oft blitzartig und kurz. Als sei die Energie eines solchen Augenblicks zu kraftvoll, um es lange aufrechtzuerhalten, und wir zu schwach, um uns dauerhaft gegen die Fenster zu stemmen, bleibt dieser Moment im hellen Schein des “Ausreissens” flüchtig und schwach. Der Ausbruch ist also zutiefst gespalten, zwischen dem Anspruch der Kompromisslosigkeit einerseits, und der tatsächlichen Flüchtigkeit andererseits. Wie kann uns dieser Ausbruch helfen, wenn er sich in einem Augenblick, durch die pure Wucht seines Wesens, selbst konsumiert? Wie können wir ihn einfangen und für uns nützlich machen? Denn eins steht fest, brauchen tun wir ihn auf jeden Fall.

Das Ausreissen ist unser Hoffnungsspender in all den Augenblicken und Situationen, in denen unsere Gedanken sich ineinander verrenken und uns die Sicht versperren. Wenn alle Stimmen um uns herum zu laut werden und unsere eigene übertönen, dann kommt der Wunsch nach Ausbruch und dieser wird zu dem, was uns dann durchhalten lässt. Ironischerweise hilft uns also der Gedanke einmal ausbrechen zu können, dabei auszuharren.

Öffnen oder herausreissen

Wenn der Ausbruch aber ferner Horizont bleibt und die jetzigen Umstände schwer zu ertragen sind, verliert er seinen hoffnungsvollen Charakter und das nie erreichte Ziel fängt an, einen bitteren Beigeschmack zu entwickeln. Damit uns der Ausbruch also beim Durchhalten helfen kann, muss er nicht immer, aber doch immer wieder auch vollbracht und nicht bloss erträumt werden. Für die Umsetzung eines solchen recht waghalsigen Vorhabens muss das Licht des Ausbruchs lange genug auf uns einwirken.

Und die Fenster? Nun ja, die Fenster gehören auch zu uns und stehen unter unserem Einfluss. Beobachtet man die Leidenschaft, mit der sich manche Leute gegen unaufschiebbare Veränderungen wehren, möchte man sogar die Behauptung aufstellen, dass wir sie uns selbst erbaut haben, vor lauter Angst, vom Licht des “Ausreissens” geblendet zu werden. Das Ausreissen als Selbstsabotage also. Vielleicht ist das Ausreissen, der Ausbruch, die Flucht gar nicht das Öffnen dieser Fenster, um das Licht der neuen Möglichkeiten rauszulassen, sondern ganz einfach das Herausreissen der Fenster, die wir uns aus Selbstschutz erbaut haben, um das Licht hereinzulassen, das ohnehin schon die ganze Zeit um uns herum war.

Info


Irina Radu reichte diesen Beitrag beim Wettbewerb "Secondomedia" ein. Tink.ch veröffentlicht nach und nach alle eingereichten Beiträge in den Kategorien Zeitung und Film.

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L’odio dello Stato Islamico

Falluja (Iraq), novembre 2004. Furia del fantasma, è con questo nome che prende il via una della operazioni più virulente della guerra contro l’Iraq. Willy Pete è invece quello che nel gergo militare si usa per definire il fosforo bianco, una molecola che uccide se ingerita o inalata, mentre prende fuoco se a contatto con particelle d’acqua. Sebbene non sia classificata come arma chimica le sue proprietà ricordano quelle del Napalm, arma chimica, questa, di cui è stato vietato l’impiego nel 1980 da una convenzione dell’ONU, dopo la guerra del Vietnam. Divieto che, non è stato rispettato dagli Stati Uniti durante l’operazione Furia del fantasma e crimine, tra altri, per cui era stato recriminato Saddam Hussein nel 1988, quando utilizzò gas al cianuro sulla città curda di Halabja.

 

Fosforo bianco a Falluja

A Falluja, il fosforo bianco fu lanciato sottoforma di bomba, ma a differenza di quelle cui siamo abituati sentire, queste ti corrodono il corpo poco alla volta, fino alle ossa, lasciando intatti solo i vestiti. La corrosione della carne è accelerata, quando per razione ci si bagna per fermare la tortura.

Parlare di numeri è freddo e scorretto, una sola vita erosa in questo modo è abbastanza da definirlo un crimine contro l’umanità, è abbastanza per classificarlo come massacro.

Quest’avvenimento storico, poco conosciuto dall’opinione pubblica non serve a fare la morale. Serve invece per porre una domanda, con cui non si vuole giustificare nessuno, ma semplicemente capire se esiste una casualità con gli avvenimenti che ne sono scaturiti.

È una coincidenza che Falluja sia la città natale di Abu Bakr al-Baghdadi, attuale capo dello Stato Islamico?

 

Dopo Falluja nacque lo Stato Islamico dell’Iraq, un’organizzazione guerrafondaia con radici ideologiche ben più longeve del 2004. Un’associazione terroristica nata dall’odio condiviso tra i suoi militanti, l’odio verso chi ha invaso le sue terre con la forza per motivi propriamente economici, piuttosto che filantropici: l’Occidente. Un club di armi, soldi, potere e droghe composto da soci riuniti da quello che doveva essere l’unico scopo – scacciare gli occupatori – smarrito oggigiorno per strada e allargatosi all’eliminazione di tutti coloro che ne sono stanziati al di fuori: gli infedeli.

 

Odio condiviso in Occidente

Un odio che però è diventato reciproco anche laddove la democrazia è di casa, nel luogo in cui è diventato essenziale come l’ossigeno per il fuoco. Un odio che da foga alla spirale infinita della guerra. Un odio alimentato dai politici e dai mass media, da chi, per intenderci, scatena Falluja e da chi non ne parla.

La «terza guerra mondiale”, di cui tanto si narra, non sarà altro che una profezia auto-realizzatrice se non si comincia ad andare a fondo alla questione cernendo con cura le sentenze interessate ed emanate da un tribunale di fomentatori. Liberare menti apatiche e viziate da paura e odio, iniziando a chiedersi cosa sta succedendo, a causa di chi o piuttosto per cosa, ma soprattutto definire chi sono i veri terroristi, è lo scudo iniziale contro la catena di montaggio per il soldato perfetto.

«Ich begrüsse die Initiative gegen die Reitschule»

Muss man sich da langweilen? Nach dem grossen Film über die Reitschule “welcome to hell” 2014, folgte vor Kurzem “Come to hell … and see the paradise”, ebenfalls ein Streifen über die Reitschule. Zwei Filme über das Selbe vom gleichen Macher. Erwartet die Zuschauer gähnende Langeweile, Andreas Berger?

Es sind zwei unterschiedliche Werke. Der erste Film beleuchtet die Basics der Reitschule und erklärt durch die Betreiberinnen und Betreiber selber, wie das bunte Haus neben dem Berner Hauptbahnhof funktioniert.

Und der zweite Film?

Der ist als Nachspiel zum ersten gedacht. Die Reitschule wurde erklärt, es geht ausschliesslich um neue Motive und Geschichten aus den letzten zwei Jahren.

Beide Filme erlauben einen einzigartigen Einblick in die Reitschule. Und dennoch wirken sie oberflächlich. Zu viele Geschichten werden erzählt, die nicht in die Tiefe gehen. Zu viele Personen werden portraitiert, die man doch nicht richtig kennen lernt.

Die Reitschule ist ein Universum mit Tausenden Menschen und Geschichten, so dass von vornherein klar war, dass auch ein noch so langer Film nur einen kleinen Ausschnitt aus diesem Universum zeigen kann. Aber die elementaren Ereignisse werden im Film ausführlich und aus persönlicher Sicht dargestellt. Etwa die Gewalt- und Drogenprohibition, seit den 80er-Jahren ein Dauerbrenner. Und das ist nicht oberflächlich!

Die DNA-Entnahmen von Demonstrierenden, die zuletzt für Wirbel in Bern gesorgt haben, werden in deinem neuen Film aber beispielsweise nur am Rande beschrieben. Die Recherche fehlt. Der Film bleibt oberflächlich.

Ich finde es schockierend genug, wenn harmlose Jugendliche, die gegen die Miss-Schweiz-Wahl auf dem Bundesplatz demonstrieren, festgenommen, ausgezogen und zur DNA-Abgabe vorgeladen werden. Aufzuzeigen, dass es offensichtlich zwei Klassen von Demonstranten gibt, genügt.

Endo Anaconda sagt in deinem Film, die Reitschule sei ein Märchen für ihn. Was ist die Reitschule eigentlich für dich?

Mittlerweile sind drei Generationen in der Reitschule aktiv und das Kulturzentrum besteht seit 28 Jahren. Das ist ein Märchen. Und manchmal Alptraum zugleich. Etwa wenn Diskussionen zu den immer gleichen Themen wieder mal kein Ende nehmen wollen.

Kein Ende nehmen wollen auch die Initiativen gegen die Reitschule. Bereitet dir das aktuelle Exemplar der SVP Sorgen?

Eigentlich begrüsse ich die neue Initiative von Erich Hess gegen die Reitschule. Das baut einen gewissen Druck auf und die internen Auseinandersetzungen werden für einen Moment zur Seite gelegt. Initiativen verleihen der Reitschule immer einen Kreativitätsschub. Viel Neues entsteht.

Zurück zur Filmkritik. Mit Verlaub: Die Machart des Filmes lässt Zweifel am professionellen Handwerk des Filmemachers aufkommen. Deine Schnitte sind wild, das Zoom-Element setzt du exzessiv ein und die Bilder sind verwackelt.

Das wilde und ungestüme gehört zur autonomen Reitschulbewegung und muss sich in meinen Augen auch in der Form des Films niederschlagen. Das ist ein bewusster Entscheid. Und meine Handkamera wackelt weniger stark als in etlichen Dogma-95-Spielfilmen.

Der inflationäre Gebrauch des Zooms wirkt trotzdem unprofessionell.

Klar, man sagt, das Zoom-Element sei das Travelling der armen Leute. Wer Geld hat, arbeitet mit Kamerakränen auf Schienen und macht ruhige Fahrten. Trotzdem habe ich mit dem bewussten Einsatz des Zooms schöne Bewegungen hingekriegt und einen eigenen Stil geschaffen. Die erfahrene Cutterin Kathrin Plüss nannte es einmal “Freestyle”.

Freestyle ist auch ein Kameraschwenk im Stadtratssaal. Im entscheidenden Moment verpasst du eine Szenerie auf der Zuschauerbühne. Sind das die Leiden des Low-Budget-Films?

Wenn man als Ein-Mann-Unternehmen arbeitet, kann es immer wieder passieren, dass man mit der Kamera in einem entscheidenden Moment am falschen Ort ist. Das gehört einfach dazu und ist zugleich Motivation, mit der Arbeit weiterzufahren – damit man es beim nächsten Mal besser macht.

Im Film bezeichnet sich Sabine, eine Protagonistin, als kreativ militant. Du sagst von dir, du seiest ein kreativer Aktivist. Was soll das sein?

Die einen machen Avantgarde-Theater, andere zeigen schräge Filme im Kino und ich dokumentiere die Reitschule. Die Kamera ist meine Waffe, um den Wahnsinn der Welt in Schach zu halten.

Du bist aber nicht nur Aktivist, sondern auch Journalist. Ein Jahrzehnt hast du für den “Bund” als Redaktor gearbeitet und schreibst heute noch für das Blatt – wenn auch sehr selten. Welche journalistischen Ansprüche hast du an deine Filme?

Ich versuche gegenüber allen fair zu sein. Ich erlaube mir Verdichtungen und Zuspitzungen. Aber ich würde nie Inhalte manipulieren. Und so halte ich mich an viele weitere journalistische Prinzipien. Grundsätzlich spiele ich mit offenen Karten. Mein Anspruch ist es auch, ein komplett anderes Bild der Reitschule als Telebärn und andere Mainstreammedien zu zeigen.

Die “Mainstreammedien” berichten aber aus verschiedenen Perspektiven über die Reitschule. Man könnte sogar sagen, die Berichterstattung ist ausgewogen.

Wenn die Zeitungen nachfragen, was sich bei einem bestimmten Ereignis zugetragen hat, dann sind die Berichte fair. Häufig aber wird gerade an Wochenenden das Polizeicommunique unkommentiert in der Montagsausgabe abgedruckt. Das ärgert mich.

Hast du deshalb deinen Redaktor-Job an den Nagel gehängt?

Nein. Ich habe immer gesagt: Entweder macht man Filme oder Kinder. Beides aber gibt ein Chaos. Und als ich mich für Kinder entschied, war ich auf ein geregeltes Einkommen angewiesen. Als die Kinder flügge wurden, begann ich wieder zu filmen.

Filme machen ist aber viel anstrengender.

Wenn ich einen Film schneide, komme ich oft “auf 180” nach Hause. Beim Computer kann man “leave this application” drücken. Im Kopf fehlt dieser Knopf leider. Häufig nahm ich die Arbeit sogar in den Schlaf mit. Ich träumte, dass ich die Kamera vergessen hätte, das Filmmaterial zur Neige ging oder wie ich von der Polizei verhaftet wurde.

Gutes Stichwort. Freud würde den Grund der Verhaftung im Traum wohl in der Realität suchen. Wann wurdest du das letzte Mal von der Polizei verhaftet?

In den 80er-Jahren hat mich die Polizei als linken Aktivisten noch gejagt und hat einmal sogar nach einer Verhaftung das Filmmaterial gegen Demonstranten verwendet. Heute ist es so, dass man sich gegenseitig respektiert: Bei Demos macht die Polizei ihren Job und ich den meinen. Und seit dem Wagenplatzfilm “Zaffaraya 3.0” (2011) gibt es in jedem meiner Filme auch Interviews mit Vertretern der Polizei. Deswegen stehe ich auch regelmässig mit dem Mediendienst der Kantonspolizei in Kontakt.

Zum Ende ein Blick in die Zukunft: Darf man von Andreas Berger dereinst einen Dokumentarfilm à la SRF erwarten?

Nein. Vorderhand ganz sicher nicht. Ich könnte mich nicht mehr so autonom austoben wie bisher. Beim neuen Film genoss ich es, das pure, anarchistische Lustprinzip auszuleben.

Illusion eines idealen Internets

Das Internet verändert die menschliche Kommunikation so einschneidend, wie dies nur dem Buchdruck, der Reformation und der damit verbundenen «Enthierarchisierung» der Kommunikation zu Beginn der Neuzeit gelang.

Damals wie heute erhofften wir uns durch die neuen Formen der Kommunikation, alle Menschen miteinander zu verbinden und zu einer globalen Gesellschaft ohne Grenzen zu werden. Damals wie heute stellt sich die Frage, ob das Publikum mündig genug ist, um die verbreiteten Botschaften differenziert genug aufzunehmen, ohne dass es einer Regelung durch Zensur bedarf.

Medienrevolution

Die vernetzte Welt des digitalen Lebensraums lädt aufgrund ihres unerforschten Wesens fortwährend zu Entdeckungsfahrten ein. Jeder Mensch kann sich durch die schier unbegrenzten Kommunikationsmöglichkeiten zu Wort melden und seine Botschaft weltweit Gehör finden lassen. Etablierte Medien scheinen überflüssig zu werden. Doch darf die Autorität des herkömmlichen Journalismus deshalb hinterfragt werden?

Während sich etablierte Medien an Richtlinien und Standards eines nationalen Presserates oder unternehmensinternen Bestimmungen orientieren, zwängt sich ein Grossteil der Menschen in der digitalen Lebenswelt nicht in ein vergleichbares Korsett.

Internet als Ideal

Dieses Ungezwungene entspricht dem “Ideal einer vollkommenen Zeitung”, das der deutsche Schriftsteller Karl Philipp Moritz 1784 formulierte. Für ihn ist der Grundgedanke hinter einer erfolgreichen Aufklärung die Miteinbeziehung aller Bevölkerungsschichten in den Dialog. Die „öffentliche Zeitung“ soll eine mediale Öffentlichkeit schaffen, sie sei ein «unbestechliches Tribunal», «der Mund, wodurch zu dem Volke gepredigt, und die Stimme der Wahrheit, so wohl in die Paläste der Grossen, als in die Hütten der Niedrigen dringen kann.»

Der aktive Austausch über die vermittelten Informationen gehört für Moritz ebenso zur Einbindung aller Menschen in den Dialog: «Eltern, Erzieher, Menschen die in einer Stadt zusammen, oder entfernt leben, könnten sich einander ihre wichtigsten Vorschläge und Entdeckungen mitteilen, und sich durch die Zeitung miteinander über die angelegentlichsten Dinge besprechen.»

Mit der geforderten Partizipation knüpft Moritz an Immanuel Kants „Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?“ an. Kant nimmt die Menschen selbst in die Verantwortung, sich aufzuklären um damit zur Unabhängigkeit zu gelangen, denn «Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so grosser Teil der Menschen, nachdem sie die Natur längst von fremder Leitung frei gesprochen, dennoch gerne zeitlebens unmündig bleiben.»

Social Media-Terror

Das digitale Neuland wurde im Namen der Freiheit entdeckt. Die Gründerväter dieser Technologien feiern ihre neue Welt bis heute als Ort mit endlosem Freiheitspotential und würden in ihrer Euphorie auch von Kant und Moritz gestärkt werden. Doch die Vision, eine “digitale Basisdemokratie” zu schaffen, birgt auch seine Gefahren.

Das Internet wird von terroristisch agierenden Milizen wie dem Islamischen Staat (IS) genutzt, um ihre Hassbotschaften und vergifteten Vorstellungen von Religion zu proklamieren. Zusätzlich nutzt der IS die Sozialen Medien, um neue Mitglieder zu rekrutieren. Twitter reagiert, wenn auch mit schwulstiger Sorgfalt. Der Mikroblogging-Dienst beruft sich auf seine selbstauferlegte Neutralität, die Mündigkeit seiner Nutzer und die freie Meinungsäusserung, die er auf seiner Kommunikationsplattformen gewähren will.

Mehr denn je drängt sich nicht nur die Frage auf, ob es für Inhalte im Internet ebenso Regulierungen und Grenzen braucht wie für etablierte Medien, sondern auch, ob solche Normierungen auf globaler Stufe sowohl rechtlich als auch kulturell und gesellschaftlich überhaupt umsetzbar sind.

Differenzierung und Einschränkung

«Auch das Elend und die Armut in den verborgnen Winkeln muss aufgedeckt, und nicht aus einer falschen Empfindsamkeit vor unserm Blick in Dunkel eingehüllt werden», schreibt Moritz in seinem Konzept der vollkommenen Zeitung und spricht sich damit gänzlich gegen eine Zensur von Unmenschlichkeit und Terror aus, fordert aber einen differenzierten und aufklärerischen Ansatz, der in das Gezeigte einfliessen muss: «Das Elend, wenns einmal da ist, muss unter uns zur Sprachen kommen, und auf Mittel gedacht werden, wie man demselben abhelfen kann.»

Dienen Videoaufnahmen von Enthauptungen als unabdingbares Anschauungsmaterial, oder taugen sie lediglich zum Stillen der Sensationsgier des Publikums? Eine mediale Thematisierung des Terrors und ein Abwägen von möglichen Lösungsansätzen gegen extremistische Ideologien müsste in einer aufgeklärten Gesellschaft auch ohne das gezeigte Bildmaterial möglich sein.

Grenzen der Freiheit

Die von Moritz formulierten Ideale einer vollkommenen Zeitung werden zu Recht kritisch hinterfragt. Globale Konsequenzen wurden vom deutschen Schriftsteller nicht berücksichtigt. Das Internet würde unter seinen Wertvorstellungen zu einem Nährboden und Brutplatz für Terrorismus verkommen.

Freiheit besteht darin, alles tun zu können, was einem anderen nicht schadet. Dieser Gedanke kann nicht isoliert von den Grundsätzen der Aufklärung betrachtet werden. In der “Dialektik der Aufklärung”, die Max Horkheimer und Theodor Adorno 1944 formulierten, behaupten die beiden Sozialphilosophen, dass ebendieses Denken schon den Keim zu jenem Rückschritt enthalte: «Nimmt Aufklärung die Reflexion auf dieses rückläufige Moment nicht in sich auf, so besiegelt sie ihr eigenes Schicksal.»

Ob ein Korsett der Regulierungen und Zensur das Endprodukt attraktiver macht, oder ob ihm dieser Schnürleib lediglich die Luft zum Atmen nimmt, ist je nach Sichtweise des Rezipienten unterschiedlich.

Aufklärung durch Eigenverantwortung

Es ist immanent, dass jeder Mensch etablierte und neue Medien sowie deren Autoritätsanspruch fortwährend hinterfragt. In der “Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte” festgehaltene Artikel wie «Jeder hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäusserung; dieses Recht schliesst die Freiheit ein, Meinungen ungehindert anzuhängen sowie über Medien jeder Art und ohne Rücksicht auf Grenzen Informationen und Gedankengut zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten» werden für das Internet beharrlich ihre Geltungsdauer haben, da Normierungen an der Mauer der Anonymität und Globalisierung gnadenlos zerbrechen.

Eine Umsetzung jedwelcher Zensur im Internet ist ein Kampf gegen Windmühlen. Es liegt, frei nach Kant, in der Verantwortung jedes Menschen, sich durch eigene Bearbeitung seines Geistes aus der Unmündigkeit herauszuwickeln und dennoch einen sicheren Gang zu tun.

Dieser Artikel ist zuerst erschienen auf sandrobucher.com

Die Leidenschaften des jungen Frey

Er liebt den Fussball mit jeder Faser seines Körpers, dieser Michael Frey. Wenn er von seiner grössten Leidenschaft spricht, gerät er ins Schwärmen und lässt sich nur schwer bremsen. «Ich liebe den Fussball, ich liebe ihn einfach über alles», sagt der 21-Jährige bestimmt und gleichzeitig träumerisch. Sowohl die einfachsten Situationen des Spiels, der Mannschaftsgedanke und auch die Möglichkeit, viele Menschen glücklich zu machen, faszinieren den jungen Mann.

Sein Weg zum Profifussballspieler begann mit dieser riesigen Spielfreude, als er als kleiner Knirps auf dem Rasenplatz hinter seinem Elternhaus mit Kollegen kickte. Seine Leidenschaft, gepaart mit sehr hartem Training, führte Michael Frey zu den Young Boys und danach zum OSC Lille. Fussball war sein einziger Lebensinhalt. Bis zu dem verhängnisvollen Spiel im Januar dieses Jahres, in dem er mit den Stollen im Rasen hängenblieb und sich den Knöchel brach. «Durch die Verletzung musste ich lernen, dass es noch andere Dinge gibt als nur Fussball», sagt Michael Frey. Seine Wahrnehmung habe sich verschoben, er sei gezwungen worden, seine Einstellung dem Fussball gegenüber zu überdenken. Wenn er auf die Zeit vor dem Knochenbruch zurückblickt, gesteht er ein, dass er teilweise «trainingssüchtig, überfokussiert und schon fast fussballwahnsinnig» war.

Verschobener Fokus

Das hat sich durch die lange verletzungsbedingte Pause verändert. «Ich habe gelernt, mich an kleinen Dingen im Leben zu freuen und alles mehr zu geniessen», meint der Stürmer. So widmet sich Frey momentan vermehrt dem künstlerischen Schaffen, er zeichnet und malt viel, ausserdem lernt er seit etwa einem halben Jahr Gitarre spielen. «Fussball ist für mich auch Kunst», sagt der junge Mann und spannt damit geschickt den Bogen von seinen Hobbies wieder zurück zu seinem Beruf. Sein Knöchelbruch und die damit verbundenen Komplikationen sind jetzt schon fast komplett verheilt, er hofft, im Winter wieder auf dem Platz zu stehen. «Jetzt ist alles super, dieser Knöchel ist dann besser als vorher», meint der Nutella-Liebhaber glücklich und fügt in lockerem Ton an: «Nach 10 Monaten gewöhnst du dich an die Verletzung und kannst mit der Situation umgehen».

Doch auch Michael Frey konnte seine Situation nicht immer so entspannt betrachten. Die schlimmste Zeit seien die ersten Wochen nach der Verletzung gewesen sowie die niederschmetternde Nachricht, dass die erste Operation leider nicht das gewünschte Ergebnis zur Folge hatte.  Die Bänder seien nicht nachgezogen worden, deshalb sei das Gelenk sehr instabil gewesen, ausserdem war die Stelle entzündet. Anstatt wieder auf dem Platz zu stehen, musste sich der Stürmer im vergangenen Sommer erneut operieren lassen. Im ersten Moment sei er natürlich wütend gewesen, «ich habe ein halbes Jahr wie ein Besessener gearbeitet, um wieder zurückzukommen, und dann das!»

Doch Michael Frey wäre nicht Michael Frey, würde er nicht sofort wieder zu seinem scheinbar unzerstörbaren Optimismus zurückkehren. «Es bringt nichts, sich immerzu aufzuregen, das ist lächerlich», meint er deshalb und lächelt. Er versuche, das Beste aus seiner Situation zu machen. Diese Eigenschaft zeichnet den Münsinger aus, neben seinem unbändigen Ehrgeiz besitzt er genug Humor, Durchhaltevermögen und Optimismus, um auch nach knapp einem Jahr Fussballentzug nicht genervt oder gar verzweifelt zu sein.

Weg vom Herzensverein

Eine andere Eigenschaft, die Michael Frey ausmacht, ist seine Emotionalität. Er sagt von sich selber, dass er oft andere Menschen mit seinen Stimmungen anstecken kann- sowohl positiv als auch negativ. Eine Grauzone scheint da fast nicht zu existieren. Am deutlichsten zeigt sich diese temperamentvolle Seite des Stürmers, wenn er die Geschichte von seinem Wechsel zu Lille erzählt. Das war im Sommer 2014, die Saison hatte gerade erst begonnen, Frey war super in Form und schoss nicht wenige Tore. Alles gut, könnte man denken. Nichts deutete auf einen Wechsel in letzter Minute hin. Genau das ist dann passiert. Am letzten Tag, an dem das Transferfenster in Europa noch offen war, wechselte Frey zum OSC Lille. Für viele Fans war seine Entscheidung unverständlich, überstürzt, unüberlegt, vom Geld bestimmt.

Michael Frey selbst hat eine ganz andere Perspektive. Auch für ihn war alles in Ordnung, bis zu dem Tag, als ihm sein Trainer mitteilte, dass er im wichtigen Spiel gegen Basel nicht eingesetzt werden würde. «Ich war sehr enttäuscht und wurde wütend», beschreibt er heute seine Reaktion auf diese Entscheidung. Genau in diesem Moment habe er dann das Angebot von Lille bekommen. Danach ging alles sehr schnell. Innerhalb von einem Tag flog er nach Lille und unterschrieb einen Vertrag bis 2018. «Der Wechsel entstand aus dieser Wut heraus, es war ein Bauchentscheid», sagt Frey heute nachdenklich, fährt sich durch die kurzen braunen Haare und fügt an: «In diesem Moment war ich unzufrieden und wollte mich beweisen».

Es sei aber schon immer sein Traum gewesen, in einer grösseren Liga zu spielen; die Philosophie von Lille habe ihn überzeugt, auch das Angebot habe gestimmt. Trotzdem bleibt die Frage, was gewesen wäre, wenn Frey an diesem Sonntag von Anfang an gespielt hätte. Hätte er ohne die Enttäuschung und ohne die Wut wohl genauso entschieden? Die Frage bleibt unbeantwortet. Aber egal wie es war und wie anders die Trennung von seinem Herzensverein YB hätte sein können, eines bleibt für ihn klar: «Der Wechsel war ganz sicher kein Fehler», sagt Michael Frey bestimmt.

Kulturschock in Lille

Heute, fast eineinhalb Jahre nach seiner emotionalen Entscheidung, steht er immer noch voll und ganz hinter seinem Wechsel in die nordfranzösische Studentenstadt, zu einem Klub, der dafür bekannt ist, junge Spieler zu fördern. Die grösste Umstellung und Herausforderung war dann aber gar nicht so sehr die Arbeit auf dem Feld, sondern viel mehr alles rundherum. Dabei hat er viel mehr gelernt als nur Französisch. «Ich war vom einen auf den anderen Tag in einer völlig anderen Welt, erlebte eine Art Kulturschock», sagt er. Er habe lernen müssen, einen Haushalt alleine zu führen, allgemein sei es ihm anfangs schwergefallen, alleine zu sein. «Ich lernte mich dadurch selber besser kennen und bin als Persönlichkeit extrem gewachsen und gereift», sagt Michael Frey. Doch auch sportlich habe er vom neuen Verein profitieren können. So habe er stundenlang alleine an seiner Technik gefeilt. Die harte Arbeit zahlte sich aus, Frey spielte oft und schoss erste Tore. Doch dann bremste der Knöchelbruch im Januar 2015 die Karriere des Schweizer U-21 Nationalspielers.

Heute trainiert Frey vor allem mit seinem Physiotherapeuten Hanspeter Sterki. Dieser ist für den Angreifer viel mehr als einfach nur ein medizinischer Fachmann. Sterki sei gleichzeitig auch Mentor, Berater und Mentaltrainer des jungen Mannes aus Münsingen. Mental hat Michael Frey während der letzten Zeit viel gelernt. «Auf dem Platz bin ich immer noch ein absoluter Draufgänger, aber neben dem Platz bin ich ruhiger und geduldiger geworden», beschreibt er seine Arbeit an sich selber.

Fussball und sonst nichts

Wenn man Michael Frey zuhört, wird schon nach wenigen Sätzen klar, dass er trotz aller Erfolge, Fehler, Hochs und Tiefs vor allem eines geblieben ist: ehrlich. Er versteckt sich nicht hinter leeren Worthülsen, ist absolut authentisch und hat keine Bedenken davor, seine Meinung klar auszudrücken. «Es ist mein Ziel, immer ehrlich zu den Leuten zu sein», sagt er bestimmt. Er weiss, dass er damit eine Ausnahme darstellt: «Ehrliche Leute sind im Fussballbusiness selten».

Der selbstbewusste Frey will sich aber nicht anders darstellen als er ist, will sich selber treu bleiben. Seine unbändige Leidenschaft gehört nur dem Fussball, auf alles andere, das damit zusammenhängt, könnte er ohne Probleme verzichten. «Fussball ist ein Spiel, das Spass machen sollte, da hat kein Geld oder sonst irgendetwas anderes Platz», ist sich der Kebab-Liebhaber sicher.

Gar noch nicht sicher ist, bei welchem Verein Michael Frey nach der Winterpause spielen wird. Ob das Lille sein wird, ein Verein aus einer anderen Liga oder gar wieder YB, ausschliessen will der 21-Jährige nichts. Das Einzige, das Michael Frey will, ist, wieder seiner Leidenschaft auf dem Platz nachgehen zu können. Egal wie sehr ihn die Verletzung verändert und geprägt hat, seine Begeisterung für den Fussball ist immer noch riesengross. Fast schon ungeduldig sagt er: «Im Moment kann ich mir ziemlich vieles vorstellen, ich will einfach wieder spielen.»

Lobbywatch – für mehr Transparenz in der Politik

Tink.ch: Wie ist Lobbywatch entstanden?

Thomas Angeli: Alles begann etwa 2010. Für Artikel im Beobachter untersuchten wir immer wieder Lobby-Verbindungen, stellten jedoch fest, dass diese Angaben immer sehr unvollständig waren. Einerseits gab und gibt es bei den Parlamentariern sehr unvollständige Angaben, andererseits hat man eine vollkommene Intransparenz bezüglich der Gäste der Parlamentarier.

Die Parlamentarier müssen heute nach wie vor nicht angeben, für wen ihre Gäste eigentlich arbeiten. Man kann irgendeinen Lobbyisten einfach als “Gast” bezeichnen und dies wird dann von den Parlamentsdiensten so akzeptiert. Wir fanden, dass wir da mehr Transparenz schaffen und ebenso ein Arbeitsinstrument erstellen sollten, um einerseits selber einen besseren Überblick zu haben und  andererseits der Öffentlichkeit zu zeigen, für wen die Parlamentarier und ihre Gäste tatsächlich unterwegs sind.

Wie gehen Sie bei der Recherche vor?

Der grösste Teil unserer Recherche geschieht per Internet. Unsere Recherche-Grundlage bildet immer die Meldung, welche die National- und Ständeräte gegenüber den Parlamentsdiensten über ihre Interessenbindungen machen müssen. Diese überprüfen wir mit dem Handelsregister und mit speziellen Google-Suchen, welche wir mittlerweile standardisiert haben. Dazu recherchieren wir auf den Webseiten und Social Media-Kanälen der Parlamentarier und suchen nach weiteren Interessenbindungen.

Bei den Gästen ist dies etwas schwieriger. Zuerst muss man jeweils den Namen der Person, die Eintritt ins Bundeshaus hat, mit Sicherheit zuordnen können (Anm. der Redaktion: Jeder Parlamentarier kann zwei Personen sogenannte Gästebadges vergeben und ihnen somit Zutritt zum Bundeshaus ermöglichen). Dann recherchieren wir auch über Handelsregister und Google-Suchen. Und was ganz wichtig zu sagen ist: Wir geben alle unsere Rechercheergebnisse den Gästen und Parlamentariern zum Autorisieren.

Wie viele Interessenbindungen zwischen Politikern, Firmen, Institutionen und Organisationen haben Sie schon recherchiert?

Dies ist etwas schwierig einzuschätzen, da es im Parlament einen grossen Wechsel gegeben hat. Insgesamt haben wir schon etwa 120 Politiker recherchiert. Inklusive ihrer Gäste dürften das ungefähr um die 280 bis 300 Personen sein, die wir bisher erfasst haben.

Wie viele fehlen Ihnen für die nächsten Wahlen?

Einerseits sind es diejenigen, die wir bei der letzten Legislatur nicht geschafft haben und die wiedergewählt worden sind, dies dürften um die 80 sein, von den neu Gewählten fehlen uns noch etwa 60 Personen.

Wie viele Personen arbeiten bei Ihnen?

Zu wenig (lacht). Wir sind etwa ein halbes Dutzend Journalistinnen und Journalisten, die regelmässig für die Datenbank recherchieren. Diese machen dies grösstenteils auf Freiwilligenbasis.

Sie haben jetzt schon zum zweiten Mal eine Crowdfunding-Aktion gestartet. Ist Ihre Absicht, die Journalisten mit dem gesammelten Geld für ihre Arbeit zu bezahlen?

Wir sehen ganz genau, dass es für manche schwierig ist, nach Feierabend zu arbeiten, dies gilt vor allem für junge Journalisten. Speziell diese stehen oft sehr unter Druck und arbeiten ohnehin schon unglaublich viel.

Um unsere Datenbank möglichst schnell zu ergänzen, möchten wir deshalb freischaffende Journalisten einstellen, welche nach sorgfältiger Einführung unsererseits diese Datenbank bis zur Frühlingssession dann vollständig ergänzen würden, so dass wir sie nur noch regelmässig auf den neusten Stand bringen müssten.

Sind Sie bei der Recherche auch schon auf etwas gestossen, das sie überhaupt nicht erwartet haben, das sie überrascht hat?

Ja, da gibt es Verschiedenes. Das erste ist, dass es relativ viele Parlamentarier mit ihren Meldungen nicht sehr genau nehmen. Etwa bei 50% aller Parlamentarier finden wir noch irgendeinen Posten oder ein Mandat, welches sie nicht angegeben haben. Wir finden, dass die Hälfte schon relativ viel ist. Dann stellen wir auch immer wieder fest, dass es immer noch Lobby-Unternehmungen gibt, welche überhaupt kein Interesse an Transparenz haben und die alles tun, um ihre Mandate und Auftraggeber möglichst geheim zu halten.

Weiter fanden wir heraus, dass bei vielen parlamentarischen Gruppen (jeder kann eine parlamentarische Gruppe gründen und dann die Parlamentarier dazu einladen, Mitglied zu werden) sehr viele Lobby-Firmen und Interessenverbände dahinter stecken, welche die Parlamentarier vollkommen für ihre Sache organisieren und einspannen.

Wie ist das Feedback von Seiten der Politiker und das der Öffentlichkeit?

Das Feedback ist sehr gespalten. Wir haben Parlamentarier, die uns beschimpfen und die uns vorwerfen, wir seien die Totengräber der Demokratie. Andere loben uns ausdrücklich für unseren Einsatz für ebendiese Demokratie. Die Spannweite des Feedbacks ist sehr gross.

Wie soll Lobbywatch in ein paar Jahren aussehen?

Wir haben sehr viele Ideen. Man könnte beispielsweise nachforschen, wie Lobbying in der Verwaltung aussieht, wir möchten gerne eine Art Ansprechstelle für Fragen zu Lobbyismus und transparenter Politik werden. Zudem möchten wir mehr Events organisieren, wie beispielsweise den Lobbyspaziergang in Bern (Anm. der Redaktion: dieser fand bereits am 24.11. statt). Und wir würden auch gerne mit ausländischen Organisationen vermehrt die Zusammenarbeit suchen. Im Moment konzentrieren wir uns aus Kapazitätsgründen darauf, unsere Datenbank zu vervollständigen. Danach sehen wir weiter.

Weitere Informationen:

lobbywatch.ch/de

wemakeit.com/projects/neues-parlament-neue-lobbys

Un viaggio nella musica di Tiziano Ferro

Da “Rosso Relativo” a “Incanto”…un concerto pieno di emozioni e di ricordi che grazie alla voce di Tiziano Ferro hanno preso vita sul palco di un Hallenstadiom gremito di fan. Di fronte a un pubblico completamente coinvolto in cui tutti ma proprio tutti hanno intonato a squarciagola le sue canzoni, Tiziano Ferro ha cantato incessantemente per 2 ore, alternando alla sua musica importanti messaggi e ringraziamenti alla sua troupe e al suo pubblico. Una scaletta ben strutturata in cui si sono alternati momenti di gioia e euforia a momenti di pianti perché l’emozione è stata tanta e le sue canzoni più romantiche e dal retrogusto malinconico hanno avuto la meglio sugli spettatori.

Scenografia e atmosfera

Tiziano ha cambiato diverse volte il suo outfit in modo tale da mostrare le diverse fasi della sua carriera, dal periodo più giovanile fino ad oggi. Ha incominciato in un elegante completo nero a doppiopetto, passando per un completo rosso fino ad arrivare a una semplice t-shirt nera. Questo suo concerto, come tutti i concerti di questo tour rappresentano il raggiungimento di un traguardo importante nella sua carriera artistica in quanto ormai il suo nome è conosciuto in tutto il mondo.

Scenografie precise, limpide e molto azzeccate che hanno fatto da sfondo a uno spettacolo in cui Tiziano ha interpretato la parte del vero show man, cantando e ballando accompagnato in alcuni brani anche da un piccolo gruppo di ballerini.

L’atmosfera trepidante dell’inizio si è trasformata in un boato appena il cantante di Latina è spuntato sul palco avvolto in una nuvola di fumo. Un concerto elegante, armonioso che riflette la personalità  di un’artista molto profondo le cui canzoni hanno fatto innamorare e sognare milioni di fan. Un pubblico eterogeneo in cui giovani, adulti e più anziani si sono mescolati dando vita a un’atmosfera unica.

Forse il pubblico si sarà  reso conto che alcune canzoni non sono state messe in scaletta ma come Tiziano Ferro ha dichiarato subito dopo il concerto, a causa di un malore si è visto costretto a ridurre il numero dei brani da cantare e conseguentemente a cancellare i concerti di Ginevra e Monaco.

Insomma, fortunati quelli che a Zurigo hanno potuto assistere al suo spettacolo ma sopratutto in bocca al lupo Tiziano. Rimettiti presto!

Raddoppio del Gottardo, dibattito al Politecnico di Zurigo

Il 28 febbraio prossimo la popolazione svizzera sarà  chiamata a votare in merito alla costruzione di un secondo tunnel autostradale sotto il massiccio del San Gottardo. Il raddoppio del San Gottardo è un tema complesso, che – soprattutto in Ticino – genera opinioni contrastanti e dibattiti spesso accessi sin dall’inaugurazione del primo tunnel, il 5 settembre 1980.

 

È un tema, poi, che tocca da vicino una parte della popolazione ticinese che il massiccio del San Gottardo lo affronta con cadenza più o meno regolare: gli studenti universitari. È infatti per parlare agli studenti ticinesi a Zurigo che il 26 novembre scorso due sostenitori e due oppositori del raddoppio hanno preso posto accanto a un moderatore in un affollato auditorium del Politecnico federale di Zurigo.

 

L’essenziale in breve

Facendosi strada tra le risposte evasive e le reazioni infervorate tipiche di queste occasioni, il moderatore Gianni Righinetti, caporedattore del Corriere del Ticino, ha cercato di guidare la discussione su binari che toccassero tutti gli aspetti della problematica, presentando così una panoramica del problema.

 

In breve, il problema risiede nelle cattive condizioni dell’attuale tunnel che, dopo 35 anni di servizio, necessita di un risanamento. La costruzione di una seconda canna è la soluzione che il Consiglio Federale ha proposto per evitare che il Ticino resti escluso dalla rete autostradale nazionale durante i lavori di risanamento e adeguamento – della durata stimata di circa 1000 giorni. Appellandosi alla protezione delle Alpi sancita dall’art. 84 della Costituzione – che vieta l’aumento delle capacità  delle strade sull’asse del San Gottardo – i contrari alla seconda canna hanno però lanciato un referendum, chiamando perciò il popolo ad esprimersi.

 

Gli argomenti dei sostenitori: sicurezza, lungimiranza e rispetto per il Ticino

È il tema della sicurezza a tenere banco per gran parte del dibattito. L’attuale canna accoglie infatti traffico bidirezionale e costituisce, secondo l’ingegner Carlo Mariotta, un pericolo costante: «In 35 anni abbiamo avuto un solo incidente maggiore – quello del 24 ottobre 2001, che causò 11 morti – ma siamo stati molto fortunati». La costruzione di una seconda canna porterebbe dunque, secondo i suoi sostenitori, a un aumento della sicurezza, permettendo di far circolare il traffico in modo unidirezionale. Il problema del conseguente aumento del traffico, invece, non preoccupa Mariotta, che ricorda come già  oggi l’asse del Gottardo abbia un margine di capacità , che non viene sfruttato se non nei periodi di punta.

 

Per Marco Romano, consigliere nazionale PPD, è una questione di lungimiranza, ma anche di rispetto e di parità  di trattamento: «Il risanamento è necessario oggi e lo sarà  di nuovo tra 30 anni; se non approviamo il raddoppio oggi il problema si ripresenterà . Inoltre – prosegue Romano – è impensabile isolare – dal punto di vista della rete autostradale – una regione che conta 300’000 abitanti dal resto della Svizzera. Strada e ferrovia non sono in competizione, ma sono vettori complementari e per questo entrambe necessarie».

 

Gli argomenti degli oppositori: salute, politica di trasferimento e sicurezza non garantita

Non è d’accordo circa l’aumento della sicurezza Fabio Pedrina, ex consigliere nazionale per il PS e presidente dell’Iniziativa delle Alpi: «Una seconda canna eviterebbe gli scontri frontali all’interno del tunnel, ma non è detto che sull’intero asse il bilancio sarebbe positivo: più capacità  porta più traffico, e più traffico significa più incidenti, soprattutto all’esterno delle gallerie». È poi una soluzione che boicotta la politica di trasferimento su rotaia del traffico merci voluta dall’Iniziativa delle Alpi, portata avanti a un anno dall’apertura del tunnel di base di Alp Transit con una malizia che, secondo Pedrina, «fa ridere anche i più ingenui».

 

L’avvocato Renzo Galfetti, dichiaratamente indipendente da affiliazioni politiche, conferma che la costruzione di una seconda canna contravverrebbe all’art. 84 e andrebbe perciò sottomessa all’approvazione di popolo e cantoni, previa iniziativa popolare. Da «momò DOC DOC», poi, ricorda che l’attuale situazione viaria nel mendrisiotto è insostenibile e causa «una percentuale di bronchiti croniche, polmoniti e tumori ai polmoni superiore al resto della Svizzera. Ogni veicolo in più – sostiene – aggrava ulteriormente la situazione».

 

La parola agli studenti

Dopo il dibattito, per gli studenti è tempo di discutere e scambiare opinioni durante l’aperitivo organizzato dall’Associazione degli Studenti Ticinesi a Zurigo (ASTAZ) in collaborazione con Matasci Vini. Una studentessa di scienze politiche si dichiara contraria al raddoppio: «è una questione di coerenza; voglio garantirmi il mio futuro e votare sì al raddoppio significa boicottare la politica di trasferimento, che porta a un Ticino più sostenibile». Guarda al futuro anche uno studente di ingegneria ambientale, secondo cui «costruendo un secondo tubo pecchiamo in lungimiranza: la sicurezza non sarà  più un problema tra 30 anni, quando le auto si guideranno da sole». Uno studente di diritto è invece favorevole a una seconda canna e non la vede in competizione con la politica di trasferimento: «se c’è la volontà  politica di trasferire i camion su rotaia, allora una seconda canna non cambia nulla». C’è poi chi, uno studente di scienze della salute e tecnologia, si dichiara indeciso: «non voglio sentirmi responsabile per i futuri incidenti, ma non mi fido di chi afferma che non ci sarà  un aumento della capacità ».

 

Su una cosa sono però tutti d’accordo: occasioni come questa sono estremamente informativi e utili per chi, come gli studenti d’oltralpe, osserva il dibattito politico da lontano. Indipendentemente dal risultato finale della votazione, coinvolgere chi vive nel resto della Svizzera può essere – nell’opinione di chi scrive – un modo di allargare il dibattito oltre i confini cantonali e rendere attenti i connazionali svizzero-tedeschi e romandi a una problematica che li tocca meno da vicino. A pochi giorni dall’elezione del nuovo Consiglio Federale, il ruolo del Ticino nella scena politica elvetica passa anche attraverso il tunnel del San Gottardo.

«Wenn Sie schon nicht helfen können, fügen Sie wenigstens keinen Schaden zu»

Er war zum ersten Mal in Neuchâtel. Sogyal Rinpoché, in Rot und Safrangelb gekleidet, mit einer Brille auf der Nase, sprach im Temple Du Bas in einem voll besetzten Saal vor einem enthusiastischen und aufnahmebereiten Publikum. Der Tibeter, kräftig und mit einer schönen Leibesfülle ausgestattet, witzig und charismatisch, hat es verstanden, das Publikum zum Lachen zu bringen.

«Vive la Suisse!» (“Es lebe die Schweiz!”) So leitete er lachend und auf Französisch seine Rede ein, während er die Faust schwang. Dennoch war der buddhistische Lehrmeister eigentlich anwesend, um über sehr ernste Themen zu sprechen. Womit er nicht gebrochen hat und sein Publikum gleich vorab warnte: «Ein Grossmeister sagte, dass es notwendig sei, etwas abzugeben, nicht zu bekommen. Haben Sie heute Abend also nicht zu hohe Erwartungen.»

Beeindruckende Zahlen

Sogyal Rinpoché, der 1947 in Tibet geboren wurde, ist Gründer und spiritueller Leiter von Rigpa, einem internationalen Netzwerk mit rund 130 buddhistischen Zentren, die auf etwa 40 Länder verteilt sind. Ausserdem ist er der Autor des tibetischen Buchs vom Leben und vom Sterben – ein Werk, das in 34 Sprachen herausgegeben und fast drei Millionen Mal verkauft wurde. Zahlen, die beeindrucken und die Anziehungskraft des Buddhismus weltweit bezeugen. Der Vortrag des tibetischen Lama in Neuchâtel war die Gelegenheit, im Wesentlichen auf zwei Aspekte einzugehen: einerseits auf inneren Frieden und Zufriedenheit, andererseits auf das Wesentliche der Lehren des Buddhas.

Innerer Frieden und Zufriedenheit

“Eigentlich bin ich nicht hier, um einen Vortrag zu halten”, sagte der Tibeter, “sondern um eine Lehre zu vermitteln”. Sein Ziel war tatsächlich nicht, einfach nur zu reden, sondern dem Publikum zu erklären, wie man seinen Geist verändern kann. “Es gibt zwei Sorten von Glück”, behauptete er. “Dasjenige, das mit den Sinnen und materiellem Reichtum verknüpft ist. Und dasjenige, das mit einer tieferen Zufriedenheit, mit innerem Frieden verknüpft ist.”

Reichtum anzuhäufen und zu behalten, erfordert viel Zeit und Energie und macht verwundbar. Zugegeben: Man hat keine oder wenig Kontrolle über ein Glück, das sich ausserhalb von sich selbst befindet. “Wir reden und denken zu viel”, versicherte Sogyal Rinpoché, “und wir haben den Sinn des Seins verloren. Diesen und den inneren Frieden müssen wir wiederfinden.” Und der buddhistische Lehrmeister nannte in Verbindung damit Paulus, Sokrates, den Propheten Mohammed und – trotzdem – Buddha.

Das Wesentliche der Lehren des Buddha

“Die Lehre des Buddha umfasst mehr als hundert Bände und tausende Seiten”, betonte Sogyal Rinpoché. Erinnern wir uns auch daran, dass Buddha nie selbst schrieb. Diese Lehre kann dem Tibeter zufolge in drei Geboten zum Ausdruck kommen: 1.) Begehen Sie keinerlei negative Handlungen. 2.) Bauen Sie sich einen Schatz an Tugenden auf. 3.) Disziplinieren Sie Ihren Geist, verändern Sie ihn.

Das erste Gebot leitet sich vom Grundsatz ab, dass man sich, wenn man Schlechtes tut, im Endeffekt selbst Schlechtes zufügt. Folglich liegt es im eigenen Interesse, nichts Schlechtes zu tun. Und “wenn Sie schon nicht helfen können, fügen Sie wenigstens keinen Schaden zu”, sagen die Grossmeister. Das zweite Gebot besteht darin, seinen reinen Geist und sein reines Herz zu bewahren, indem man positive Gefühle aufbaut und sich von der negativen Haltung loslöst. Schliesslich geht es darum, seinen Geist zu verändern. Wie kann man das tun? Indem man meditiert. Indem man betet. Indem man Liebe und Mitgefühl aufbaut. Was ist Meditation überhaupt? Das ist Präsenz, Aufmerksamkeit und Bewusstsein. Sie ermöglicht es, sich im Jetzt festzusetzen, um sich von den Konzepten zu befreien, die den Geist beschmutzen. “Ich lehre heute auf eine sehr einfache Art und Weise, ich nehme einige Abkürzungen”, versicherte Sogyal Rinpoché.

Von der Bescheidenheit

“Ich bin kein Buddha, sondern ein “boudin” (Blutwurst; Fettwanst)”, sagte der buddhistische Lehrmeister plötzlich, bewies damit Selbstironie und brach in sein ansteckendes Lachen aus. Er fügte auf Französisch zur Erklärung hinzu: “Un saucisson!” (“Eine Wurst!”) Der Tibeter unterstrich den Bedeutungsunterschied, bescheiden und nicht arrogant zu sein. Und nicht zu lügen. “Manche sagen, dass ihnen der Herr erschienen ist. Was bedeutet das? Ich kann dies akzeptieren, ich habe jedoch keinerlei Vision, keinerlei Offenbarung. Dafür habe ich Gefühle, Intuitionen.”

Gut zwei Stunden lang bezeugte Sogyal Rinpoché den buddhistischen Glauben, “einen Glauben, der auf Argumentation basiert, es ist kein blinder Glaube”. Und weil der Abend eindeutig mit einem weiteren Lacher abgeschlossen werden sollte, wandte er sich folgendermassen an das Publikum und sorgte dadurch für allgemeine Erheiterung: “Wenn ich noch einmal nach Neuchâtel komme, dann nur aus einem Grund: nicht wegen Ihnen, sondern wegen eines ausgezeichneten japanischen Restaurants, das ich entdeckt habe.”

Übersetzt aus dem Französischen von Alexander Fischer für Tink.ch