Gesellschaft | 01.05.2018

Kolumne: Leben mit Omi

Texte de Giulia Bernardi | Photos de Noun Project
 
Photo: Noun Project

Handschuhe sind im Winter die wohl am meisten verloren gegangenen Gegenstände. So gehöre auch ich zu der Sorte von Menschen, chaotisch wie ich bin, denen ein Handschuh schon mal abhandenkommen kann. Natürlich trage ich Sorge zu all meinen Besitztümern. Oma hat es mich schliesslich gelehrt und mir vorgelebt. Doch gibt es eben immer mal wieder solche Tage, an denen dann trotzdem so ein Handschühchen verloren geht. Manchmal gleich beide. Die Dinger sind ja auch so leicht und unscheinbar.

Wie auch immer. Oma wäre eben nicht meine Oma, wenn sie nicht ein ganzes Arsenal an Handschuhen in ihrer Schublade gesammelt hätte. Von dieser Sammlung gibt sie mir dann auch immer wohlwollend ein neues Paar ab, wenn ich in Not bin. Passend dazu liegen für mich immer Stirnbänder griffbereit. Falls nicht passend, wird eben schnell eines gestrickt. Im besten Falle sogar aus der Wolle des Pullovers, den sie mir zu Weihnachten gestrickt hat.

Auf die Frage, ob mir diese Handschuhe nicht zu klein wären, antwortet sie mir: «Ach was, die kannste bis zu den Ellbogen ziehn, so gross sind die.» So ist sie eben, die Oma.

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