Category Archives: Sport

Erster Dämpfer für YB

Passives YB

Viel Sehenswertes bot die erste Halbzeit nicht und dennoch führten die Gäste aus Thun gleich mit 0-3. Die Oberländer konnten bislang kein Spiel gewinnen und so überraschte das Halbzeitresultat umso mehr. Bei YB passte nichts zusammen und die Kreativität in der Offensive, die aus den letzten Spielen gelobt wurde, kam nicht zum Vorschein.

So wurde YB von der eigenen Eckballvariante aus dem Spiel gegen Lausanne von Thun ausgehebelt. Sandro Lauper erzielte nach 13 Minuten die Führung für den FC Thun. Gefolgt war diese Ecke von einer weiteren, bei welcher Marco Bürki Gelmi gewähren liess. Der Verteidiger des FC Thun erzielte somit bereits das 0-2 für das Gästeteam.

Nun kam es aber in der 43. Minute noch dicker für den passiven Leader aus Bern: Spielmann wurde nach einem Fehlpass aus der YB-Verteidigung sofort lanciert und blieb Sieger im Duell gegen David von Ballmoos.

Offensivdruck ohne Erfolg

Adi Hütter brachte nach der Pause mit Guillaume Hoarau und Leo Bertone zwei geschonte Stammspieler. Diese brachten zwar etwas Schwung mit und YB spielte sich hochkarätige Chancen heraus, trotzdem scheiterten die Hauptstädter an ihrem eigenen Unvermögen oder am stark aufspielenden Thun-Goalie Ruberto.

Es kam wie es kommen musste und so erzielte der FC Thun nach einer schön herausgespielten Aktion sogar das 0-4. Die Berner waren bedient und mussten das erste Mal in dieser Saison Punkte liegen lassen. Die Art und Weise lässt jedoch die eine oder andere Frage offen.

YB lässt seine Fans träumen

Foto: Thomas Hodel

Viele Zweikämpfe

Die erste Halbzeit war geprägt von vielen hart geführten Zweikämpfen und zwei stark aufspielenden Abwehrketten. Nur selten konnten die Offensivspieler beider Mannschaften in eine gefährliche Position gebracht werden.

Weder Steffen beim FCB, noch Sulejmani konnten ihre Freiheiten ausnützen und so war das logische Halbzeitresultat 0-0.

Einzelleistungen entscheiden das Spiel

Das Heimteam kam stärker aus der Kabine und spielte mit viel Druck nach vorne. In der 58. Minute passte der stark aufspielende YB-Verteidiger Benito auf Yoric Ravet. Dieser lässt mit seinem Dribbling Luca Zuffi alt aussehen und schlenzt den Ball herrlich an Vaclik vorbei ins Tor. Das ausverkaufte Stade de Suisse stand kopf. Keine Minute später hatte Sulejmani das nächste Tor auf dem Fuss, doch er verzog kläglich.

In der 80. Minute besiegte Sulejmani schliesslich endgültig das FCB. Einen Freistoss aus rund 25 Metern versenkte er nahezu perfekt ins Tor.

YB-Debütant Christian Fassnacht war nach dem Spiel zufrieden: «Es ist natürlich toll, gegen den Meister zu gewinnen, aber das war bloss das erste Spiel und jetzt kommt Dynamo Kiew, dies ist noch ein härterer Brocken. Nach der zweiten Halbzeit von heute dürfen wir jedoch zuversichtlich sein.»

Luzern unterliegt auch YB

Startfeuerwerk der Berner

Kaum angespielt zappelte der Ball bereits im Netz. Das Spiel dauerte erst zehn Sekunden, als sich die YB-Akteuere Frey, Ravet und Sulejmani durch die Luzernabwehr tankten. Letzterer liess sich nicht zweimal bitten und bezwang Jonas Omlin im Tor des FCL. Es ist eines der schnellsten Tore in der Geschichte der Super League.

Das Spiel war lanciert und der neutrale Zuschauer auf die Reaktion der Zentralschweizer gespannt. Diese blieb vorerst aus und nach zwei Minuten hätte Sulejmani beinahe zum zweiten Mal eingenetzt. Sein Kopfball zischte jedoch knapp über das Tor. Nach sieben Minuten zeigten sich erste Offensivzeichen der Gäste aus Luzern.
Marco Schneuwly, ein ehemaliger YB-Stürmer, flankte zur Mitte, wo Juric mit einem starken Kopfball den Ausgleich erzielte. Dabei sah wirkte die YB-Abwehr nicht, denn Juric hatte ziemlich viel Platz um zum Kopfball anzusetzten. Nach diesen beiden Toren flachte das Spiel etwas ab und beide Teams liessen keine sehenswerte Chance mehr zu. Bis zur 25. Minute plätscherte das Spiel so vor sich hin. Danach konnte sich das Team von Adi Hütter jedoch steigern und YB kam wieder vermehrt zu gefährlichen Angriffen.

Passive Luzerner

Luzern zeigte sich nun sehr passiv und der junge Torhüter des FCL, Jonas Omlin, löste bei manch einem Mitleid aus. Zwar parierte er gegen Michael Frey magistral, er musste jedoch in der 29. Minute erneut einen Ball aus dem Netz fischen. Nach einem Freistoss von der rechten Seite, wusste Sulejmani die Flanke von Ravet per Kopf zu verwerten. Die erneute Führung des Heimteams hinterliess jedoch einen bitteren Nachgeschmack, denn das Tor entstand vermutlich aus einer knappen Abseitsposition. YB übernahm nun das Spieldiktat und wer auf eine Reaktion des FCL hoffte, täuschte sich sehr.

Die Gäste zeigten sich ängstlich-passiv und konnten keine Offensivakzente mehr setzen. Besser machte es YB: Das Heimteam konnte in der 35. Minute die Führung ausbauen. Nach einem Pass in den Rücken der FCL-Abwehr scheiterte Frey an einem Bein eines Abwehrspielers. Den Abpraller verwertete YB-Neuzugang Roger Assale jedoch ohne Problem. Die zweite Halbzeit ging im gleichen Stil weiter, wie die erste aufgehört hatte. Die Berner dominierten die Gäste nach Belieben. Ihr schenlles Umschaltspiel brachte immer wieder grosse Gefahr mit sich. Schliesslich erzielte in der 60. Minute Michael Frey das Tor zum 4-1 für YB. Nach einem herrlichen Pass von Zakaria auf Sulejmani, wusste dieser Frey in der Mitte zu bedienen, welcher nur noch einschieben musste.
In der Folge hätten die Berner gut noch das eine oder andere Tor erzielen können, oder eher müssen. Bertone und Aebischer sahen ihre Schüsse jeweils am Aluminium abgeprallt.

Das Schlussresultat von 4-1 für YB stösst den FCL weiter in die Krise. Yvon Mvogo, Torhüter von YB, freute sich nach dem Spiel über den klaren Sieg: «Wir haben jetzt den zweiten Platz auf sicher und auch wenn ich nicht mehr dabei sein werde, freue ich mich, dass diese Mannschaft nächste Saison an der Champions-League-Qualifikation spielen darf. Ich bin heute sehr stolz auf diese Mannschaft. Der Auftritt heute ist einfach nur lobenswert», meinte Mvogo, der im Sommer zu RB Leipzig in die Bundesliga wechseln wird.

«Dr SCB isch dr geilscht Club»

Er wartet schon, an diesem Mittwochmittag, in einem Café in Bern, notabene zwei Tage nachdem sich der SCB in Zug zum zweiten Mal in Folge zum Eishockey Schweizer Meister küren lassen konnte. Von seinem Gipfeli ist schon fast nichts mehr übrig. «Tinu», stellt er sich vor. Martin Megert, wie er mit bürgerlichem Namen heisst, ist Informatiker. Neben seinem Beruf gibt es eine grosse Konstante in seinem Leben. Sie heisst SCB. Ich setzte mich ihm gegenüber hin. Wie sich herausstellt, ist Tinu genau wie ich in Burgdorf aufgewachsen. Während mich mein Vater an meinen ersten Match nach Langnau mitnahm, ging es für Tinu in die andere Richtung, nach Bern.

Das war der Beginn einer grossen Liebe. Heute ist der 56-Jährige der wahrscheinlich grösste SCB-Fan und ziemlich sicher auch der Bekannteste. Er ist Betreiber der Facebook-Seite «Hardboiled SCB», welche mittlerweile über 8000 Fans zählt. Auf dieser veröffentlicht er an jedem Spieltag spätestens eine Stunde nach dem Schlusspfiff einen Matchbericht, in dem er sich unzensiert seine Emotionen vom Leib schreibt. Diese Emotionen hat er nun auch in Buchform niedergeschrieben: «111 Gründe, den SCB zu lieben», heisst das gute Stück. Auch wenn sich Tinu für das Buch etwas zurückhalten musste, was die Sprache anging, ist sein Schreibstil deutlich erkennbar. «Ich bin wahnsinnig stolz auf das Buch, und auch auf mich», erzählt Tinu.

Seitenhiebe für Fribourg-Gottéron

«Der wichtigste Grund, den SCB zu lieben, ist ganz einfach: Der SCB ist ein geiler Club», sagt Tinu. Diesen einen, alles überspannenden Grund habe er dann, «wie ein Forensiker», aufgespalten in 111 Gründe. Drei Monate habe er jede Nacht daran geschrieben, immer mit der Deadline im Nacken. Er sei froh, dass er das Buch nicht während der Eishockeysaison schreiben musste, schmunzelt er. «Zusammen mit einem 100%-Job bin ich schon an meine Grenzen gekommen».

Das Buch ist eine Liebeserklärung an den SCB. Nicht immer sehr objektiv geschrieben, doch ausnahmslos ehrlich, interessant und auch lehrreich. Was auffällt: Gefühlt auf jeder zweiten Seite ist ein Seitenhieb gegen Fribourg-Gottéron versteckt. Diesen Club kann Tinu nicht ausstehen. «Weil es den HC Fribourg-Gottéron gibt», ist sogar der 39. Grund, den SCB zu lieben. Tinu erklärt, dass die Fribourger Fans «ekligi Cheibe» seien. Seine Erinnerungen an Fribourg seien nicht die besten, gibt er zu. Doch man könne sie auch nicht wirklich ernstnehmen, die chronisch erfolglosen Zähringer, die als einen der grössten Erfolge der Vereinsgeschichte den Vize Schweizer-Meister-Titel angeben, führt er weiter aus. Da seien ja sogar die Langnauer erfolgreicher – einen Titel gab es für die Langnauer 1976 zu feiern.

Der SCB als Kontaktbörse

Selbst der eingefleischteste SCB-Fan wird bei der Lektüre einige neue Dinge über seinen Lieblingsclub lernen. Etwa, dass die Band Europe extra für den SC Bern eine Ausnahme machte und ihren Hit «The Final Countdown», welcher nach jedem Berner Tor erklingt, zur Einweihung des neuen Stadions 2009 live spielte. Denn seit ihrem Comeback im Jahre 2004 weigerten sie sich standhaft, ihren grössten Hit live zu spielen. Auch Privates findet im Buch Platz: Martin Megert hat seine Frau an einem SCB-Spiel kennengelernt. Auch Randgeschichten von Spielern, Trainern und Schiedsrichtern finden in Tinus Werk Platz. In über 40 Jahren als SCB-Fan hat er vieles erlebt und kann so aus dem Nähkästchen plaudern. Die Liebe und Leidenschaft für den SCB ist in jeder Zeile spürbar.

Der Meisterfeier im Berner Stadion am Ostermontag blieb Tinu übrigens fern. «Bisher haben sie noch immer verloren, wenn ich an ein Public Viewing gegangen bin», so Tinu. Auch als der Titel im Trockenen war, blieb er zuhause: «Das war für mich ein schöner Abschluss der Saison». Er sei halt nicht mehr der Jüngste. Doch den Umzug durch die Berner Altstadt und die Feier auf dem Bundesplatz liess er sich nicht entgehen. «Das ist Ehrensache», meint der wohl grösste SCB-Fan, bevor er sich verabschieden muss. Er werde jetzt den Sommer geniessen.

Am Ende gewann der Effizientere

Vor 30’224 Zuschauern zeigte YB eine sehr starke Leistung gegen den Favoriten aus Gladbach. Die Atmosphäre im beinahe ausverkauften Stade de Suisse war grandios, dies auch dank den vielen Fans, die aus Deutschland angereist sind. Erst am Ende des Spieles konnten die Gäste dank einem Doppelschlag den Sack zumachen.

YB hält frech dagegen

Es war alles angerichtet für einen perfekten Fussballabend. Die Affiche stimmte und die Mannschaft von Adi Hütter war heiss auf das Hinspiel gegen den letztjährigen Vierten der deutschen Bundesliga.

Die Gäste dominierten das Spiel und versuchten mit einem schnellen Umschaltspiel die Verteidigung zu durchbrechen. Der stark aufspielende Traoré war oft der gesuchte Mann und in der 11. Minute war der Flügelspieler zu schnell für Lecjaks, er flankte scharf zur Mitte, wo der ex-FCZ Spieler Raffael wartete. Dieser vernaschte die YB-Abwehr und schoss seine Borussen mit einem herrlichen Flachschuss in Führung.

Die Berner hielten aber nach wie vor gut dagegen und hatten in der 45. Minute auch eine gute Möglichkeit zum Ausgleich. Hoaraus Versuch zischte aber knapp am Tor von Yann Sommer vorbei.

YB mit Chancenplus – Gladbach effizient

Nach der Pause kamen die Berner zunehmend besser ins Spiel und arbeiteten gut nach vorne, doch der letzte Pass fand nicht seinen Empfänger. Anders in der 56. Minute: als Sutter Ravet lancierte und der Franzose zur Mitte flankte. Für einmal stand dort Sulejmani ohne Verteidiger und nutzte dies dankend aus.

Das Spiel war neu lanciert und als in der 65. Minute Hoaraus Kopfball den Pfosten streifte, hätten die Berner die Führung nun definitiv verdient.

Wie aus heiterem Himmel schoss in der 67. Minute der eingewechselte André Hahn die erneute Führung für die Gäste aus dem Ruhrgebiet. YB brachte den Ball nicht aus der gefährlichen Zone, Bertone wurde noch hart angegangen, bevor der Ball zu Hahn sprang, der sich nicht zweimal bitten liess – bitter für die Berner.

Als in der 69. Minute Raffaels Volley-Versuch noch unhaltbar von Rochat ins eigene Tor abgelenkt wurde, waren die Hauptstädter definitiv am Ende. Die Gladbacher spielten die 3-1 Führung routiniert runter und gehen nun mit einem sehr dicken Polster ins Rückspiel von nächster Woche.

YB – GC: Spitzenspiel ohne Gewinner

«Das Resultat bringt definitiv niemandem etwas, doch unser Ziel war, YB nicht näher an uns herankommen zu lassen und dies haben wir erreicht.» Mit diesen Worten wendete sich Haris Tabakovic, nach seinem ersten Pflichtspiel für GC, an die Journalisten. Das Verfolgerduell startete wie erwartet. Bereits in der zehnten Minute setzte der nach einer Verletzung zurückgekehrte Guillaume Hoarau den Ball an den Pfosten.

Joel Mall im GC-Tor lenkte den Ball mit den Fingerspitzen an die Torumrandung. Die Berner standen hoch und setzten die Zürcher stark unter Druck. Sulejmani sah seinen Schuss vom GC-Schlussmann, Joel Mall, pariert und Alexander Gerndt scheiterte, alleine vor Mall, am eigenen Unvermögen.

Kurz nach Gerndts Chance überlief Loris Benito den Spieler Moritz Bauer und flankte von der Grundlinie in den Rücken der Abwehr. Dort stand Hoarau genau richtig und nickte ein. Die Zürcher reklamierten bei Schiedsrichter Jaccottet, da Gerndt Mall im passiven Abseits irritiert haben soll, doch der Schwede stand gar nicht im Abseits, denn Bauer hob dieses auf.

Kamberi mit der Hake

GC bislang ohne Möglichkeit, erhielt in der 31. Minute einen Eckball zugesprochen. Youngstar Kamberi schaute vermutlich vor dem Spiel einige Videos von Superstar Ibrahimovic an, denn er setzte zur Hake an und prompt landete der Ball hinter dem chancenlosen YB-Torwart Mvogo.

YB schien etwas geschockt, denn kurz nach dem Ausgleich hatte Dabbur den Führungstreffer auf dem Fuss, scheiterte aber am hervorragend reagierenden Mvogo. Kurz vor der Pause eine weitere heikle Situation. YB-Neuzugang Yoric Ravet flankte einen Freistoss auf Hoarau, der den Ball ins Tor köpfte, doch das Tor wurde annulliert, da der Franzose scheinbar aus einer Abseitsposition gestartet sei. Ein Fehlentscheid. Vilotic und Zakaria standen beide im Abseits, Hoarau nicht.

GC dominant

In der zweiten Halbzeit dominierten die Zürcher, jedoch schauten bloss selten gefährliche Chancen heraus. Dabbur setzte sich oft schön gegen mehrere YB-Verteidiger durch, scheiterte aber immer am gut positionierten Mvogo.

YB konnte nicht an der Leistung aus der ersten Hälfte anknüpfen und hatte einzig in der 84. Minute eine Chance, erneut in Führung zu gehen. Hoarau scheiterte jedoch mit seinem unplatzierten Kopfball an Mall. Doch das Spiel war noch nicht vorbei. Plötzlich stand Tabakovic alleine vor Mvogo und wird im letzten Moment zurückgepfiffen. Auch dies ein Fehlentscheid, denn Tabakovic stand nicht im Abseits. Somit gab es heute zwei gröbere Fehlentscheide, glücklicherweise je einen pro Mannschaft. Haris Tabakovic meinte nach dem Spiel: »In der ersten Halbzeit hatten wir Glück, in der zweiten YB. Also ist ein Unentschieden ein gerechtes Resultat.» Nuzzolo sah dies etwas anders: »Ich denke, GC ist mit diesem Resultat besser bedient als wir, aber wir hätten in der zweiten Halbzeit sicherlich mehr machen müssen.»

Die YB-Auferstehung?

Nach dem Sieg im ersten Spiel unter Adi Hütter gegen Vaduz waren gestern die Ansprüche an den FCB hoch. Man wollte dem unbesiegten Leader Punkte abnehmen. Dies gelang dank einer effizienten Offensive und einem noch stärkeren YB-Torhüter Yvon Mvogo.

Basel macht mehr für das Spiel

Die Basler drückten von Beginn weg und bereiteten der YB-Defensive in den Startminuten viel Arbeit. Die Berner standen zwar wieder hoch und pressten, doch der FCB spielte sich gut aus der Umklammerung der Hauptstädter heraus. Nach einem Freistoss für den FCB in der 5. Minute klärte Alain Rochat den Ball und dann kam der erste Grossauftritt von Sulejmani. Der Berner gewinnt das Sprintduell gegen Xhaka, dribbelt diesen zusätzlich noch schwindlig und knallt dann einfach eins auf den Ball. Auf einen Weg fand das Leder den Pfad ins Tor, jedoch macht Vaclik im FCB-Tor nicht die beste Figur.

Die Angriffe der Berner waren oft geduldig herausgespielt. Bis zu diesem Zeitpunkt gelingt es dem FCB nicht vor dem YB-Tor gefährlich zu werden. Während der Klassiker hart zu und her ging, erlaubte sich Schiedsrichter Klossner den einen oder anderen Fehler. Oft zu Gunsten des FCB.

Die Basler setzten bei Standardsituationen oft ein gefährliches Zeichen und so reagierte Youngstar Embolo nach einer Ecke in der 24. Minute am schnellsten und erzielte den nicht unverdienten Ausgleich für die Basler, welche mehr fürs Spiel machen.

Kurz vor der Pause dann der zweite Grossauftritt von Sulejmani. Der Serbe konnte einen Hadegjonai- Freistoss aus der eigenen Platzhälfte sauber mit der Brust annehmen und zog zur Mitte. Mutig zielte er aus rund 20 Metern ab und auch dieser Schuss schlug hinter dem chancenlosen Vaclik ein.

Wieder der drückende FCB

Auch nach der Pause startete der FCB druckvoller, doch auch in Halbzeit zwei waren es die Berner, die den ersten Treffer erzielten. Nach einem herrlichen Kabinettstück legte Steffen in der 65. Minute scharf zur Mitte, wo der bedrängte Alexander Gerndt mit der Hacke den Ball über die Linie drückte. Das Stade de Suisse stand Kopf. Zuvor hielt Mvogo die Führung nach einem gut geschossenen Zuffi-Freistoss fest und hatte Glück als ein Kopfball von Hoegh nur den Pfosten traf.

Xhaka liess sich etwas später zu einer Tätlichkeit an Steffen hinreissen. Klossner hatte die Aktion wahrscheinlich nur halb gesehen und zeigte dem Basler-Abräumer zum Unmut der Berner bloss den gelben Karton.

FCB gibt nicht auf

Wieder wurden die Basler in der 74. Minute nach einem Freistoss gefährlich und prompt gelang dem Innenverteidiger Suchy der Anschlusstreffer. Die Berner spielten nur auf Konter und so einen versuchte Vilotic mit einem hohen Ball zu lancieren. Gerndt glaubte daran – nach dem Aufspringen des Balles – vor Vaclik am Ball zu sein und wurde belohnt. Vor Vacliks Händen köpfte er den Ball über den Torhüter zum 4 zu2 ins Netz. Doch auch jetzt kämpfte der Leader weiter und erzielte in der Nachspielzeit durch Janko den erneuten Anschlusstreffer. Für den Ausgleich reichte die Zeit jedoch nicht mehr und YB schlug den FCB als erste Mannschaft in dieser Saison mit 4 zu 3.

Als Frau in einer Randsportart zu den Olympischen Spielen

“Ich bin Spitzensportlerin. Das sollte ich eigentlich sagen, wenn mich jemand fragt, was ich mache. Ich bin Spitzensportlerin, beruflich und privat.” Es war nie Jeannine Gmelins Plan, Profiruderin zu werden. Ihr Ziel war und ist es bloss, immer das zu tun, was sie will. “Wenn ich weiss, was ich will, stecke ich mein ganzes Herzblut in diese Sache.”

 

Schwieriger Start

Als Gmelin mit dreizehn Jahren im Ruderclub Uster ein neues Hobby fand, war es auf keinen Fall “Liebe auf den ersten Blick”. Sie und ihr grosser Bruder Valentin Gmelin sassen zweimal in der Woche im Boot und probierten das Rudern aus. Gmelins allererster Wettkampf war kein grosser Erfolg: “Weil sich meine Ruder zweimal im Wasser verdreht haben, haben wir verloren. Ich war zu Tode betrübt.” Auch ihr erstes Einzelrennen nahm ein wortwörtlich frühzeitiges Ende im Wasser. “Mitten auf der Rennstrecke bin ich gekentert.” Irgendwann kamen jedoch auch die ersten Erfolge. Dadurch hat Gmelin das Rudern mehr und mehr gepackt und der Trainingsumfang hat automatisch zunehmen müssen.

 

Mehr als ein Hobby

Neben dem Rudern hat Gmelin eine kaufmännische Lehre in Uster mit einem 80-Prozent-Pensum absolviert. Dadurch hatte sie nebst der Arbeit genug Zeit für das intensive Training. Der entscheidende Moment, in dem ihr klar wurde, dass ihr Rudern mehr bedeutet als nur ein Hobby, war 2011. Ihr Bruder Valentin Gmelin nahm damals in Amsterdam an der U23 Weltmeisterschaft teil. “Ich wurde überwältigt von Emotionen und Glücksgefühlen, da war mir klar: Das will ich auch.” Von da an hat sich Gmelins Karriere verändert.

 

Unterstützung von allen Seiten

Gmelin steckt alles, was sie kann, in die Erfüllung ihres Traums, doch ohne Unterstützung wäre sie heute nicht dort, wo sie ist. Bis vor einem Jahr arbeitete sie Teilzeit und konnte somit ihre Lebensausgaben decken. Jegliche Kosten, die das Rudern mit sich brachte, wie Trainingslager, Wettkämpfe und Reisen, übernahm und übernimmt auch heute grösstenteils die Leistungssportabteilung des Ruderclubs Uster.

 

Nun hat Gmelin jedoch keine Zeit mehr, neben dem Profisport zu arbeiten. Finanzielle Unterstützung bekommt sie heute von der Schweizerischen Sporthilfe/Swissolympics, Olympic Scholarship und von privaten Sponsoren. Gmelin hat ein starkes soziales Umfeld, das ihr psychisch gut beisteht. Ihre Familie stehe immer hinter ihr, ihre Freunde zeigten grosses Verständnis für ihre regelmässige Abwesenheit und die nur begrenzte Zeit für private Treffen.

 

“Meine Chefin war für mich immer eine wichtige Unterstützerin. Jegliche Ferien und Abwesenheiten hat sie mir ohne Wimpernzucken bewilligt.” Dadurch wurde Sorgen und Ängsten vorgebeugt. Ein weiterer grosser Unterstützer ist Roger Achermann, der Präsident des Ruderclubs Uster. “Er ist der Mann hinter allem, was für mich auf die Beine gestellt wird.” Gmelin kann mit ihren Anliegen stets zu ihm gehen und am nächsten Tag liegt meist eine Lösung auf dem Tisch.

 

Regeln und Befehle

Die einzige Möglichkeit, als Frau in einer Randsportart staatliche Unterstützung zu bekommen, ist die Spitzensport Rekrutenschule zu absolvieren. Diese Möglichkeit bietet die Schweizer Armee in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Sport an. Deshalb hat Gmelin das schweizerische Militär absolviert, wo sie eine dreiwöchige Grundausbildung machte.”Da bin ich ziemlich auf die Welt gekommen. Es herrschten bloss Regeln und Befehle, Selbstbestimmung gab es nicht.”

 

Anschliessend folgten 15 Wochen Intensivtraining, nicht in einem ruhigeren, wohl aber in einem angenehmeren Rahmen. Da sie zuvor eine feste Anstellung hatte, wurde sie während der Zeit auf der Rekrutenschule entlohnt, was dieses Angebot verlockend machte. Während dieser Zeit war Gmelin das erste Mal Vollzeit-Sportlerin. Somit ist dies auch die entscheidende Phase, in der ihr Entwicklungsprozess zur Profisportlerin begann.

 

Meilenstein

Jeannine Gmelin hat im Schweizer Rudersport durch den Gewinn der Silbermedaille an der Europameisterschaft einen Meilenstein gelegt. Durch diesen Sieg wird Gmelin Ende August an der Weltmeisterschaft antreten. Kommt sie dort unter die ersten neun Plätze, vertritt Gmelin an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro 2016 die Schweiz. In Anbetracht ihrer bisherigen Leistungen ist Gmelin zuversichtlich, diese Herausforderung packen zu können.

 

Gmelins Alltag war und ist auch heute stets ausgebucht und intensiv. Vor allem seit letztem Herbst, seit dem Gmelin als Spitzensportlerin arbeitet, bewegt sich ihr Wochenplan “abseits vom Normalen, ständig im extremen Rahmen.” Manchmal wünscht sich Gmelin etwas mehr Freiheiten, Flexibilität und Spontaneität, doch würde sie nie etwas aufgeben oder rückgängig machen wollen.

 

Aufs Herz hören

Das Gefühl vom Verlieren bei einem Wettkampf kann Gmelin nicht in Worte fassen, weil sie es nie wirklich erlebt hat. “Wenn ich alles gebe, kann ich gar nicht verlieren”. Ist Gmelin bei einem Wettkampf voll und ganz dabei, ist dies immer ein Erfolg. “Ich trainiere nicht nur, um zu siegen, sondern auch, weil jedes Training für mich eine Art Sieg ist.” Jedes Mal, sei es bei einem Wettkampf, einem Trainingswochenende oder einem Einzeltraining sammelt sie menschliche und sportliche Erfahrungen. Dadurch ist der Sieg für Gmelin nicht das einzige Erfolgserlebnis. “Doch ist er eine Bestätigung, dass ich richtig gelegen bin, stets an mich selbst zu glauben und auf mein Herz zu hören.”

 

Zukunft

Irgendwann wird Jeannine nicht mehr das Rudern als Beruf haben, irgendwann wird sie etwas Neues machen müssen. Was das sein wird, weiss sie noch nicht, doch eins ist klar: “Es wird irgendetwas anderes sein, doch es wird genauso meine Leidenschaft sein, wie es momentan das Rudern für mich ist.” Sie habe das Gefühl, dass sicher wieder etwas kommen wird, was sie vielleicht nicht genau so, aber auf eine andere Art begeistert wie der Rudersport. “Wenn das der Fall ist, gebe ich ganz sicher auch dann wieder 100 oder 110 Prozent.”

“Niveauunterschied war sichtbar”

Vor 16’079 Zuschauern startete für YB die Europacup-Kampagne. Gegner in der 3. Qualifikationsrunde der Champions League ist die AS Monaco. Der neureiche Verein, gespickt mit Topspielern, stand letzte Saison im Viertelfinale der Königsklasse und ging als klarer Favorit in die Partie gegen YB.

Keine Chancen im ersten Durchgang

Die erste Halbzeit brachte keine nennenswerte Aktion mit sich. Die beiden Abwehrketten standen hinten sicher und die Offensivspieler beider Mannschaften kreierten zu wenig gefährliche Spielsituationen. So sind zwei Versuche von YB-Neuzuzug Sulejmani die einzigen Aktionen mit Gefahrenpotenzial im Ansatz.

Zwei neue Mannschaften in zweiter Halbzeit

Die zweite Halbzeit startete mit einem Paukenschlag. Nach einem Befreiungsschlag von Vilotic kam Kubo zum Abschluss. Sein Schuss in der 51. Minute traf allerdings nur den Pfosten. Plötzlich waren alle wieder wach. Nun powerten die Berner und zeigten ein starkes Spiel.

Kurz nach der Pause starteten die Young Boys ihre YB-Viertelstunde, doch am Abschluss fehlte es zuhauf: Bei den Schüssen von Hoarau und Kubo war reichlich Pech dabei. Hoarau köpfte einen Ball aus fünf Metern neben das Tor und Kubo sah seinen Schuss von Kurzawa auf der Linie geklärt.

Der monegassische Aussenverteidiger traf nur zwei Minuten später in der 64. Minute per Volley herrlich ins kurze Eck, nachdem er sträflich alleine gelassen wurde. Eine unverdiente, wenngleich auch unglaublich effiziente Führung. Acht Minuten später war es dann Carrillo, der nur kurze Zeit nach seiner Einwechslung einen Moutinho-Freistoss ins Tor köpfte.

YB gibt sich kämpferisch

Durch einen Gegenangriff gelang den Hauptstädtern zwar der Anschlusstreffer von Nuzzolo in der 74. Minute, aber nur eine Minute später baut Pasalic die Führung der Monegassen zum Endergebnis von 3-1 nochmals aus.

Scott Sutter brachte es nach dem Spiel auf den Punkt: “Wir spielten ein sehr starkes Spiel, doch es war ein Spiel, in dem der Ball einfach nicht rein wollte.” Auf das Rückspiel bezogen meinte der YB-Verteidiger: “Wir müssen noch einmal so spielen und die Tore machen, ganz durch sind sie noch nicht.”

Raphael Nuzzolo, einziger YB-Torschütze, sagte: “Wenige Chancen, drei Tore. Man sah einfach den Niveauunterschied:”

Category Archives: Sport

Erster Dämpfer für YB

Passives YB

Viel Sehenswertes bot die erste Halbzeit nicht und dennoch führten die Gäste aus Thun gleich mit 0-3. Die Oberländer konnten bislang kein Spiel gewinnen und so überraschte das Halbzeitresultat umso mehr. Bei YB passte nichts zusammen und die Kreativität in der Offensive, die aus den letzten Spielen gelobt wurde, kam nicht zum Vorschein.

So wurde YB von der eigenen Eckballvariante aus dem Spiel gegen Lausanne von Thun ausgehebelt. Sandro Lauper erzielte nach 13 Minuten die Führung für den FC Thun. Gefolgt war diese Ecke von einer weiteren, bei welcher Marco Bürki Gelmi gewähren liess. Der Verteidiger des FC Thun erzielte somit bereits das 0-2 für das Gästeteam.

Nun kam es aber in der 43. Minute noch dicker für den passiven Leader aus Bern: Spielmann wurde nach einem Fehlpass aus der YB-Verteidigung sofort lanciert und blieb Sieger im Duell gegen David von Ballmoos.

Offensivdruck ohne Erfolg

Adi Hütter brachte nach der Pause mit Guillaume Hoarau und Leo Bertone zwei geschonte Stammspieler. Diese brachten zwar etwas Schwung mit und YB spielte sich hochkarätige Chancen heraus, trotzdem scheiterten die Hauptstädter an ihrem eigenen Unvermögen oder am stark aufspielenden Thun-Goalie Ruberto.

Es kam wie es kommen musste und so erzielte der FC Thun nach einer schön herausgespielten Aktion sogar das 0-4. Die Berner waren bedient und mussten das erste Mal in dieser Saison Punkte liegen lassen. Die Art und Weise lässt jedoch die eine oder andere Frage offen.

YB lässt seine Fans träumen

Foto: Thomas Hodel

Viele Zweikämpfe

Die erste Halbzeit war geprägt von vielen hart geführten Zweikämpfen und zwei stark aufspielenden Abwehrketten. Nur selten konnten die Offensivspieler beider Mannschaften in eine gefährliche Position gebracht werden.

Weder Steffen beim FCB, noch Sulejmani konnten ihre Freiheiten ausnützen und so war das logische Halbzeitresultat 0-0.

Einzelleistungen entscheiden das Spiel

Das Heimteam kam stärker aus der Kabine und spielte mit viel Druck nach vorne. In der 58. Minute passte der stark aufspielende YB-Verteidiger Benito auf Yoric Ravet. Dieser lässt mit seinem Dribbling Luca Zuffi alt aussehen und schlenzt den Ball herrlich an Vaclik vorbei ins Tor. Das ausverkaufte Stade de Suisse stand kopf. Keine Minute später hatte Sulejmani das nächste Tor auf dem Fuss, doch er verzog kläglich.

In der 80. Minute besiegte Sulejmani schliesslich endgültig das FCB. Einen Freistoss aus rund 25 Metern versenkte er nahezu perfekt ins Tor.

YB-Debütant Christian Fassnacht war nach dem Spiel zufrieden: «Es ist natürlich toll, gegen den Meister zu gewinnen, aber das war bloss das erste Spiel und jetzt kommt Dynamo Kiew, dies ist noch ein härterer Brocken. Nach der zweiten Halbzeit von heute dürfen wir jedoch zuversichtlich sein.»

Luzern unterliegt auch YB

Startfeuerwerk der Berner

Kaum angespielt zappelte der Ball bereits im Netz. Das Spiel dauerte erst zehn Sekunden, als sich die YB-Akteuere Frey, Ravet und Sulejmani durch die Luzernabwehr tankten. Letzterer liess sich nicht zweimal bitten und bezwang Jonas Omlin im Tor des FCL. Es ist eines der schnellsten Tore in der Geschichte der Super League.

Das Spiel war lanciert und der neutrale Zuschauer auf die Reaktion der Zentralschweizer gespannt. Diese blieb vorerst aus und nach zwei Minuten hätte Sulejmani beinahe zum zweiten Mal eingenetzt. Sein Kopfball zischte jedoch knapp über das Tor. Nach sieben Minuten zeigten sich erste Offensivzeichen der Gäste aus Luzern.
Marco Schneuwly, ein ehemaliger YB-Stürmer, flankte zur Mitte, wo Juric mit einem starken Kopfball den Ausgleich erzielte. Dabei sah wirkte die YB-Abwehr nicht, denn Juric hatte ziemlich viel Platz um zum Kopfball anzusetzten. Nach diesen beiden Toren flachte das Spiel etwas ab und beide Teams liessen keine sehenswerte Chance mehr zu. Bis zur 25. Minute plätscherte das Spiel so vor sich hin. Danach konnte sich das Team von Adi Hütter jedoch steigern und YB kam wieder vermehrt zu gefährlichen Angriffen.

Passive Luzerner

Luzern zeigte sich nun sehr passiv und der junge Torhüter des FCL, Jonas Omlin, löste bei manch einem Mitleid aus. Zwar parierte er gegen Michael Frey magistral, er musste jedoch in der 29. Minute erneut einen Ball aus dem Netz fischen. Nach einem Freistoss von der rechten Seite, wusste Sulejmani die Flanke von Ravet per Kopf zu verwerten. Die erneute Führung des Heimteams hinterliess jedoch einen bitteren Nachgeschmack, denn das Tor entstand vermutlich aus einer knappen Abseitsposition. YB übernahm nun das Spieldiktat und wer auf eine Reaktion des FCL hoffte, täuschte sich sehr.

Die Gäste zeigten sich ängstlich-passiv und konnten keine Offensivakzente mehr setzen. Besser machte es YB: Das Heimteam konnte in der 35. Minute die Führung ausbauen. Nach einem Pass in den Rücken der FCL-Abwehr scheiterte Frey an einem Bein eines Abwehrspielers. Den Abpraller verwertete YB-Neuzugang Roger Assale jedoch ohne Problem. Die zweite Halbzeit ging im gleichen Stil weiter, wie die erste aufgehört hatte. Die Berner dominierten die Gäste nach Belieben. Ihr schenlles Umschaltspiel brachte immer wieder grosse Gefahr mit sich. Schliesslich erzielte in der 60. Minute Michael Frey das Tor zum 4-1 für YB. Nach einem herrlichen Pass von Zakaria auf Sulejmani, wusste dieser Frey in der Mitte zu bedienen, welcher nur noch einschieben musste.
In der Folge hätten die Berner gut noch das eine oder andere Tor erzielen können, oder eher müssen. Bertone und Aebischer sahen ihre Schüsse jeweils am Aluminium abgeprallt.

Das Schlussresultat von 4-1 für YB stösst den FCL weiter in die Krise. Yvon Mvogo, Torhüter von YB, freute sich nach dem Spiel über den klaren Sieg: «Wir haben jetzt den zweiten Platz auf sicher und auch wenn ich nicht mehr dabei sein werde, freue ich mich, dass diese Mannschaft nächste Saison an der Champions-League-Qualifikation spielen darf. Ich bin heute sehr stolz auf diese Mannschaft. Der Auftritt heute ist einfach nur lobenswert», meinte Mvogo, der im Sommer zu RB Leipzig in die Bundesliga wechseln wird.

«Dr SCB isch dr geilscht Club»

Er wartet schon, an diesem Mittwochmittag, in einem Café in Bern, notabene zwei Tage nachdem sich der SCB in Zug zum zweiten Mal in Folge zum Eishockey Schweizer Meister küren lassen konnte. Von seinem Gipfeli ist schon fast nichts mehr übrig. «Tinu», stellt er sich vor. Martin Megert, wie er mit bürgerlichem Namen heisst, ist Informatiker. Neben seinem Beruf gibt es eine grosse Konstante in seinem Leben. Sie heisst SCB. Ich setzte mich ihm gegenüber hin. Wie sich herausstellt, ist Tinu genau wie ich in Burgdorf aufgewachsen. Während mich mein Vater an meinen ersten Match nach Langnau mitnahm, ging es für Tinu in die andere Richtung, nach Bern.

Das war der Beginn einer grossen Liebe. Heute ist der 56-Jährige der wahrscheinlich grösste SCB-Fan und ziemlich sicher auch der Bekannteste. Er ist Betreiber der Facebook-Seite «Hardboiled SCB», welche mittlerweile über 8000 Fans zählt. Auf dieser veröffentlicht er an jedem Spieltag spätestens eine Stunde nach dem Schlusspfiff einen Matchbericht, in dem er sich unzensiert seine Emotionen vom Leib schreibt. Diese Emotionen hat er nun auch in Buchform niedergeschrieben: «111 Gründe, den SCB zu lieben», heisst das gute Stück. Auch wenn sich Tinu für das Buch etwas zurückhalten musste, was die Sprache anging, ist sein Schreibstil deutlich erkennbar. «Ich bin wahnsinnig stolz auf das Buch, und auch auf mich», erzählt Tinu.

Seitenhiebe für Fribourg-Gottéron

«Der wichtigste Grund, den SCB zu lieben, ist ganz einfach: Der SCB ist ein geiler Club», sagt Tinu. Diesen einen, alles überspannenden Grund habe er dann, «wie ein Forensiker», aufgespalten in 111 Gründe. Drei Monate habe er jede Nacht daran geschrieben, immer mit der Deadline im Nacken. Er sei froh, dass er das Buch nicht während der Eishockeysaison schreiben musste, schmunzelt er. «Zusammen mit einem 100%-Job bin ich schon an meine Grenzen gekommen».

Das Buch ist eine Liebeserklärung an den SCB. Nicht immer sehr objektiv geschrieben, doch ausnahmslos ehrlich, interessant und auch lehrreich. Was auffällt: Gefühlt auf jeder zweiten Seite ist ein Seitenhieb gegen Fribourg-Gottéron versteckt. Diesen Club kann Tinu nicht ausstehen. «Weil es den HC Fribourg-Gottéron gibt», ist sogar der 39. Grund, den SCB zu lieben. Tinu erklärt, dass die Fribourger Fans «ekligi Cheibe» seien. Seine Erinnerungen an Fribourg seien nicht die besten, gibt er zu. Doch man könne sie auch nicht wirklich ernstnehmen, die chronisch erfolglosen Zähringer, die als einen der grössten Erfolge der Vereinsgeschichte den Vize Schweizer-Meister-Titel angeben, führt er weiter aus. Da seien ja sogar die Langnauer erfolgreicher – einen Titel gab es für die Langnauer 1976 zu feiern.

Der SCB als Kontaktbörse

Selbst der eingefleischteste SCB-Fan wird bei der Lektüre einige neue Dinge über seinen Lieblingsclub lernen. Etwa, dass die Band Europe extra für den SC Bern eine Ausnahme machte und ihren Hit «The Final Countdown», welcher nach jedem Berner Tor erklingt, zur Einweihung des neuen Stadions 2009 live spielte. Denn seit ihrem Comeback im Jahre 2004 weigerten sie sich standhaft, ihren grössten Hit live zu spielen. Auch Privates findet im Buch Platz: Martin Megert hat seine Frau an einem SCB-Spiel kennengelernt. Auch Randgeschichten von Spielern, Trainern und Schiedsrichtern finden in Tinus Werk Platz. In über 40 Jahren als SCB-Fan hat er vieles erlebt und kann so aus dem Nähkästchen plaudern. Die Liebe und Leidenschaft für den SCB ist in jeder Zeile spürbar.

Der Meisterfeier im Berner Stadion am Ostermontag blieb Tinu übrigens fern. «Bisher haben sie noch immer verloren, wenn ich an ein Public Viewing gegangen bin», so Tinu. Auch als der Titel im Trockenen war, blieb er zuhause: «Das war für mich ein schöner Abschluss der Saison». Er sei halt nicht mehr der Jüngste. Doch den Umzug durch die Berner Altstadt und die Feier auf dem Bundesplatz liess er sich nicht entgehen. «Das ist Ehrensache», meint der wohl grösste SCB-Fan, bevor er sich verabschieden muss. Er werde jetzt den Sommer geniessen.

Am Ende gewann der Effizientere

Vor 30’224 Zuschauern zeigte YB eine sehr starke Leistung gegen den Favoriten aus Gladbach. Die Atmosphäre im beinahe ausverkauften Stade de Suisse war grandios, dies auch dank den vielen Fans, die aus Deutschland angereist sind. Erst am Ende des Spieles konnten die Gäste dank einem Doppelschlag den Sack zumachen.

YB hält frech dagegen

Es war alles angerichtet für einen perfekten Fussballabend. Die Affiche stimmte und die Mannschaft von Adi Hütter war heiss auf das Hinspiel gegen den letztjährigen Vierten der deutschen Bundesliga.

Die Gäste dominierten das Spiel und versuchten mit einem schnellen Umschaltspiel die Verteidigung zu durchbrechen. Der stark aufspielende Traoré war oft der gesuchte Mann und in der 11. Minute war der Flügelspieler zu schnell für Lecjaks, er flankte scharf zur Mitte, wo der ex-FCZ Spieler Raffael wartete. Dieser vernaschte die YB-Abwehr und schoss seine Borussen mit einem herrlichen Flachschuss in Führung.

Die Berner hielten aber nach wie vor gut dagegen und hatten in der 45. Minute auch eine gute Möglichkeit zum Ausgleich. Hoaraus Versuch zischte aber knapp am Tor von Yann Sommer vorbei.

YB mit Chancenplus – Gladbach effizient

Nach der Pause kamen die Berner zunehmend besser ins Spiel und arbeiteten gut nach vorne, doch der letzte Pass fand nicht seinen Empfänger. Anders in der 56. Minute: als Sutter Ravet lancierte und der Franzose zur Mitte flankte. Für einmal stand dort Sulejmani ohne Verteidiger und nutzte dies dankend aus.

Das Spiel war neu lanciert und als in der 65. Minute Hoaraus Kopfball den Pfosten streifte, hätten die Berner die Führung nun definitiv verdient.

Wie aus heiterem Himmel schoss in der 67. Minute der eingewechselte André Hahn die erneute Führung für die Gäste aus dem Ruhrgebiet. YB brachte den Ball nicht aus der gefährlichen Zone, Bertone wurde noch hart angegangen, bevor der Ball zu Hahn sprang, der sich nicht zweimal bitten liess – bitter für die Berner.

Als in der 69. Minute Raffaels Volley-Versuch noch unhaltbar von Rochat ins eigene Tor abgelenkt wurde, waren die Hauptstädter definitiv am Ende. Die Gladbacher spielten die 3-1 Führung routiniert runter und gehen nun mit einem sehr dicken Polster ins Rückspiel von nächster Woche.

YB – GC: Spitzenspiel ohne Gewinner

«Das Resultat bringt definitiv niemandem etwas, doch unser Ziel war, YB nicht näher an uns herankommen zu lassen und dies haben wir erreicht.» Mit diesen Worten wendete sich Haris Tabakovic, nach seinem ersten Pflichtspiel für GC, an die Journalisten. Das Verfolgerduell startete wie erwartet. Bereits in der zehnten Minute setzte der nach einer Verletzung zurückgekehrte Guillaume Hoarau den Ball an den Pfosten.

Joel Mall im GC-Tor lenkte den Ball mit den Fingerspitzen an die Torumrandung. Die Berner standen hoch und setzten die Zürcher stark unter Druck. Sulejmani sah seinen Schuss vom GC-Schlussmann, Joel Mall, pariert und Alexander Gerndt scheiterte, alleine vor Mall, am eigenen Unvermögen.

Kurz nach Gerndts Chance überlief Loris Benito den Spieler Moritz Bauer und flankte von der Grundlinie in den Rücken der Abwehr. Dort stand Hoarau genau richtig und nickte ein. Die Zürcher reklamierten bei Schiedsrichter Jaccottet, da Gerndt Mall im passiven Abseits irritiert haben soll, doch der Schwede stand gar nicht im Abseits, denn Bauer hob dieses auf.

Kamberi mit der Hake

GC bislang ohne Möglichkeit, erhielt in der 31. Minute einen Eckball zugesprochen. Youngstar Kamberi schaute vermutlich vor dem Spiel einige Videos von Superstar Ibrahimovic an, denn er setzte zur Hake an und prompt landete der Ball hinter dem chancenlosen YB-Torwart Mvogo.

YB schien etwas geschockt, denn kurz nach dem Ausgleich hatte Dabbur den Führungstreffer auf dem Fuss, scheiterte aber am hervorragend reagierenden Mvogo. Kurz vor der Pause eine weitere heikle Situation. YB-Neuzugang Yoric Ravet flankte einen Freistoss auf Hoarau, der den Ball ins Tor köpfte, doch das Tor wurde annulliert, da der Franzose scheinbar aus einer Abseitsposition gestartet sei. Ein Fehlentscheid. Vilotic und Zakaria standen beide im Abseits, Hoarau nicht.

GC dominant

In der zweiten Halbzeit dominierten die Zürcher, jedoch schauten bloss selten gefährliche Chancen heraus. Dabbur setzte sich oft schön gegen mehrere YB-Verteidiger durch, scheiterte aber immer am gut positionierten Mvogo.

YB konnte nicht an der Leistung aus der ersten Hälfte anknüpfen und hatte einzig in der 84. Minute eine Chance, erneut in Führung zu gehen. Hoarau scheiterte jedoch mit seinem unplatzierten Kopfball an Mall. Doch das Spiel war noch nicht vorbei. Plötzlich stand Tabakovic alleine vor Mvogo und wird im letzten Moment zurückgepfiffen. Auch dies ein Fehlentscheid, denn Tabakovic stand nicht im Abseits. Somit gab es heute zwei gröbere Fehlentscheide, glücklicherweise je einen pro Mannschaft. Haris Tabakovic meinte nach dem Spiel: »In der ersten Halbzeit hatten wir Glück, in der zweiten YB. Also ist ein Unentschieden ein gerechtes Resultat.» Nuzzolo sah dies etwas anders: »Ich denke, GC ist mit diesem Resultat besser bedient als wir, aber wir hätten in der zweiten Halbzeit sicherlich mehr machen müssen.»

Die YB-Auferstehung?

Nach dem Sieg im ersten Spiel unter Adi Hütter gegen Vaduz waren gestern die Ansprüche an den FCB hoch. Man wollte dem unbesiegten Leader Punkte abnehmen. Dies gelang dank einer effizienten Offensive und einem noch stärkeren YB-Torhüter Yvon Mvogo.

Basel macht mehr für das Spiel

Die Basler drückten von Beginn weg und bereiteten der YB-Defensive in den Startminuten viel Arbeit. Die Berner standen zwar wieder hoch und pressten, doch der FCB spielte sich gut aus der Umklammerung der Hauptstädter heraus. Nach einem Freistoss für den FCB in der 5. Minute klärte Alain Rochat den Ball und dann kam der erste Grossauftritt von Sulejmani. Der Berner gewinnt das Sprintduell gegen Xhaka, dribbelt diesen zusätzlich noch schwindlig und knallt dann einfach eins auf den Ball. Auf einen Weg fand das Leder den Pfad ins Tor, jedoch macht Vaclik im FCB-Tor nicht die beste Figur.

Die Angriffe der Berner waren oft geduldig herausgespielt. Bis zu diesem Zeitpunkt gelingt es dem FCB nicht vor dem YB-Tor gefährlich zu werden. Während der Klassiker hart zu und her ging, erlaubte sich Schiedsrichter Klossner den einen oder anderen Fehler. Oft zu Gunsten des FCB.

Die Basler setzten bei Standardsituationen oft ein gefährliches Zeichen und so reagierte Youngstar Embolo nach einer Ecke in der 24. Minute am schnellsten und erzielte den nicht unverdienten Ausgleich für die Basler, welche mehr fürs Spiel machen.

Kurz vor der Pause dann der zweite Grossauftritt von Sulejmani. Der Serbe konnte einen Hadegjonai- Freistoss aus der eigenen Platzhälfte sauber mit der Brust annehmen und zog zur Mitte. Mutig zielte er aus rund 20 Metern ab und auch dieser Schuss schlug hinter dem chancenlosen Vaclik ein.

Wieder der drückende FCB

Auch nach der Pause startete der FCB druckvoller, doch auch in Halbzeit zwei waren es die Berner, die den ersten Treffer erzielten. Nach einem herrlichen Kabinettstück legte Steffen in der 65. Minute scharf zur Mitte, wo der bedrängte Alexander Gerndt mit der Hacke den Ball über die Linie drückte. Das Stade de Suisse stand Kopf. Zuvor hielt Mvogo die Führung nach einem gut geschossenen Zuffi-Freistoss fest und hatte Glück als ein Kopfball von Hoegh nur den Pfosten traf.

Xhaka liess sich etwas später zu einer Tätlichkeit an Steffen hinreissen. Klossner hatte die Aktion wahrscheinlich nur halb gesehen und zeigte dem Basler-Abräumer zum Unmut der Berner bloss den gelben Karton.

FCB gibt nicht auf

Wieder wurden die Basler in der 74. Minute nach einem Freistoss gefährlich und prompt gelang dem Innenverteidiger Suchy der Anschlusstreffer. Die Berner spielten nur auf Konter und so einen versuchte Vilotic mit einem hohen Ball zu lancieren. Gerndt glaubte daran – nach dem Aufspringen des Balles – vor Vaclik am Ball zu sein und wurde belohnt. Vor Vacliks Händen köpfte er den Ball über den Torhüter zum 4 zu2 ins Netz. Doch auch jetzt kämpfte der Leader weiter und erzielte in der Nachspielzeit durch Janko den erneuten Anschlusstreffer. Für den Ausgleich reichte die Zeit jedoch nicht mehr und YB schlug den FCB als erste Mannschaft in dieser Saison mit 4 zu 3.

Als Frau in einer Randsportart zu den Olympischen Spielen

“Ich bin Spitzensportlerin. Das sollte ich eigentlich sagen, wenn mich jemand fragt, was ich mache. Ich bin Spitzensportlerin, beruflich und privat.” Es war nie Jeannine Gmelins Plan, Profiruderin zu werden. Ihr Ziel war und ist es bloss, immer das zu tun, was sie will. “Wenn ich weiss, was ich will, stecke ich mein ganzes Herzblut in diese Sache.”

 

Schwieriger Start

Als Gmelin mit dreizehn Jahren im Ruderclub Uster ein neues Hobby fand, war es auf keinen Fall “Liebe auf den ersten Blick”. Sie und ihr grosser Bruder Valentin Gmelin sassen zweimal in der Woche im Boot und probierten das Rudern aus. Gmelins allererster Wettkampf war kein grosser Erfolg: “Weil sich meine Ruder zweimal im Wasser verdreht haben, haben wir verloren. Ich war zu Tode betrübt.” Auch ihr erstes Einzelrennen nahm ein wortwörtlich frühzeitiges Ende im Wasser. “Mitten auf der Rennstrecke bin ich gekentert.” Irgendwann kamen jedoch auch die ersten Erfolge. Dadurch hat Gmelin das Rudern mehr und mehr gepackt und der Trainingsumfang hat automatisch zunehmen müssen.

 

Mehr als ein Hobby

Neben dem Rudern hat Gmelin eine kaufmännische Lehre in Uster mit einem 80-Prozent-Pensum absolviert. Dadurch hatte sie nebst der Arbeit genug Zeit für das intensive Training. Der entscheidende Moment, in dem ihr klar wurde, dass ihr Rudern mehr bedeutet als nur ein Hobby, war 2011. Ihr Bruder Valentin Gmelin nahm damals in Amsterdam an der U23 Weltmeisterschaft teil. “Ich wurde überwältigt von Emotionen und Glücksgefühlen, da war mir klar: Das will ich auch.” Von da an hat sich Gmelins Karriere verändert.

 

Unterstützung von allen Seiten

Gmelin steckt alles, was sie kann, in die Erfüllung ihres Traums, doch ohne Unterstützung wäre sie heute nicht dort, wo sie ist. Bis vor einem Jahr arbeitete sie Teilzeit und konnte somit ihre Lebensausgaben decken. Jegliche Kosten, die das Rudern mit sich brachte, wie Trainingslager, Wettkämpfe und Reisen, übernahm und übernimmt auch heute grösstenteils die Leistungssportabteilung des Ruderclubs Uster.

 

Nun hat Gmelin jedoch keine Zeit mehr, neben dem Profisport zu arbeiten. Finanzielle Unterstützung bekommt sie heute von der Schweizerischen Sporthilfe/Swissolympics, Olympic Scholarship und von privaten Sponsoren. Gmelin hat ein starkes soziales Umfeld, das ihr psychisch gut beisteht. Ihre Familie stehe immer hinter ihr, ihre Freunde zeigten grosses Verständnis für ihre regelmässige Abwesenheit und die nur begrenzte Zeit für private Treffen.

 

“Meine Chefin war für mich immer eine wichtige Unterstützerin. Jegliche Ferien und Abwesenheiten hat sie mir ohne Wimpernzucken bewilligt.” Dadurch wurde Sorgen und Ängsten vorgebeugt. Ein weiterer grosser Unterstützer ist Roger Achermann, der Präsident des Ruderclubs Uster. “Er ist der Mann hinter allem, was für mich auf die Beine gestellt wird.” Gmelin kann mit ihren Anliegen stets zu ihm gehen und am nächsten Tag liegt meist eine Lösung auf dem Tisch.

 

Regeln und Befehle

Die einzige Möglichkeit, als Frau in einer Randsportart staatliche Unterstützung zu bekommen, ist die Spitzensport Rekrutenschule zu absolvieren. Diese Möglichkeit bietet die Schweizer Armee in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Sport an. Deshalb hat Gmelin das schweizerische Militär absolviert, wo sie eine dreiwöchige Grundausbildung machte.”Da bin ich ziemlich auf die Welt gekommen. Es herrschten bloss Regeln und Befehle, Selbstbestimmung gab es nicht.”

 

Anschliessend folgten 15 Wochen Intensivtraining, nicht in einem ruhigeren, wohl aber in einem angenehmeren Rahmen. Da sie zuvor eine feste Anstellung hatte, wurde sie während der Zeit auf der Rekrutenschule entlohnt, was dieses Angebot verlockend machte. Während dieser Zeit war Gmelin das erste Mal Vollzeit-Sportlerin. Somit ist dies auch die entscheidende Phase, in der ihr Entwicklungsprozess zur Profisportlerin begann.

 

Meilenstein

Jeannine Gmelin hat im Schweizer Rudersport durch den Gewinn der Silbermedaille an der Europameisterschaft einen Meilenstein gelegt. Durch diesen Sieg wird Gmelin Ende August an der Weltmeisterschaft antreten. Kommt sie dort unter die ersten neun Plätze, vertritt Gmelin an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro 2016 die Schweiz. In Anbetracht ihrer bisherigen Leistungen ist Gmelin zuversichtlich, diese Herausforderung packen zu können.

 

Gmelins Alltag war und ist auch heute stets ausgebucht und intensiv. Vor allem seit letztem Herbst, seit dem Gmelin als Spitzensportlerin arbeitet, bewegt sich ihr Wochenplan “abseits vom Normalen, ständig im extremen Rahmen.” Manchmal wünscht sich Gmelin etwas mehr Freiheiten, Flexibilität und Spontaneität, doch würde sie nie etwas aufgeben oder rückgängig machen wollen.

 

Aufs Herz hören

Das Gefühl vom Verlieren bei einem Wettkampf kann Gmelin nicht in Worte fassen, weil sie es nie wirklich erlebt hat. “Wenn ich alles gebe, kann ich gar nicht verlieren”. Ist Gmelin bei einem Wettkampf voll und ganz dabei, ist dies immer ein Erfolg. “Ich trainiere nicht nur, um zu siegen, sondern auch, weil jedes Training für mich eine Art Sieg ist.” Jedes Mal, sei es bei einem Wettkampf, einem Trainingswochenende oder einem Einzeltraining sammelt sie menschliche und sportliche Erfahrungen. Dadurch ist der Sieg für Gmelin nicht das einzige Erfolgserlebnis. “Doch ist er eine Bestätigung, dass ich richtig gelegen bin, stets an mich selbst zu glauben und auf mein Herz zu hören.”

 

Zukunft

Irgendwann wird Jeannine nicht mehr das Rudern als Beruf haben, irgendwann wird sie etwas Neues machen müssen. Was das sein wird, weiss sie noch nicht, doch eins ist klar: “Es wird irgendetwas anderes sein, doch es wird genauso meine Leidenschaft sein, wie es momentan das Rudern für mich ist.” Sie habe das Gefühl, dass sicher wieder etwas kommen wird, was sie vielleicht nicht genau so, aber auf eine andere Art begeistert wie der Rudersport. “Wenn das der Fall ist, gebe ich ganz sicher auch dann wieder 100 oder 110 Prozent.”

“Niveauunterschied war sichtbar”

Vor 16’079 Zuschauern startete für YB die Europacup-Kampagne. Gegner in der 3. Qualifikationsrunde der Champions League ist die AS Monaco. Der neureiche Verein, gespickt mit Topspielern, stand letzte Saison im Viertelfinale der Königsklasse und ging als klarer Favorit in die Partie gegen YB.

Keine Chancen im ersten Durchgang

Die erste Halbzeit brachte keine nennenswerte Aktion mit sich. Die beiden Abwehrketten standen hinten sicher und die Offensivspieler beider Mannschaften kreierten zu wenig gefährliche Spielsituationen. So sind zwei Versuche von YB-Neuzuzug Sulejmani die einzigen Aktionen mit Gefahrenpotenzial im Ansatz.

Zwei neue Mannschaften in zweiter Halbzeit

Die zweite Halbzeit startete mit einem Paukenschlag. Nach einem Befreiungsschlag von Vilotic kam Kubo zum Abschluss. Sein Schuss in der 51. Minute traf allerdings nur den Pfosten. Plötzlich waren alle wieder wach. Nun powerten die Berner und zeigten ein starkes Spiel.

Kurz nach der Pause starteten die Young Boys ihre YB-Viertelstunde, doch am Abschluss fehlte es zuhauf: Bei den Schüssen von Hoarau und Kubo war reichlich Pech dabei. Hoarau köpfte einen Ball aus fünf Metern neben das Tor und Kubo sah seinen Schuss von Kurzawa auf der Linie geklärt.

Der monegassische Aussenverteidiger traf nur zwei Minuten später in der 64. Minute per Volley herrlich ins kurze Eck, nachdem er sträflich alleine gelassen wurde. Eine unverdiente, wenngleich auch unglaublich effiziente Führung. Acht Minuten später war es dann Carrillo, der nur kurze Zeit nach seiner Einwechslung einen Moutinho-Freistoss ins Tor köpfte.

YB gibt sich kämpferisch

Durch einen Gegenangriff gelang den Hauptstädtern zwar der Anschlusstreffer von Nuzzolo in der 74. Minute, aber nur eine Minute später baut Pasalic die Führung der Monegassen zum Endergebnis von 3-1 nochmals aus.

Scott Sutter brachte es nach dem Spiel auf den Punkt: “Wir spielten ein sehr starkes Spiel, doch es war ein Spiel, in dem der Ball einfach nicht rein wollte.” Auf das Rückspiel bezogen meinte der YB-Verteidiger: “Wir müssen noch einmal so spielen und die Tore machen, ganz durch sind sie noch nicht.”

Raphael Nuzzolo, einziger YB-Torschütze, sagte: “Wenige Chancen, drei Tore. Man sah einfach den Niveauunterschied:”

Category Archives: Sport

Erster Dämpfer für YB

Passives YB

Viel Sehenswertes bot die erste Halbzeit nicht und dennoch führten die Gäste aus Thun gleich mit 0-3. Die Oberländer konnten bislang kein Spiel gewinnen und so überraschte das Halbzeitresultat umso mehr. Bei YB passte nichts zusammen und die Kreativität in der Offensive, die aus den letzten Spielen gelobt wurde, kam nicht zum Vorschein.

So wurde YB von der eigenen Eckballvariante aus dem Spiel gegen Lausanne von Thun ausgehebelt. Sandro Lauper erzielte nach 13 Minuten die Führung für den FC Thun. Gefolgt war diese Ecke von einer weiteren, bei welcher Marco Bürki Gelmi gewähren liess. Der Verteidiger des FC Thun erzielte somit bereits das 0-2 für das Gästeteam.

Nun kam es aber in der 43. Minute noch dicker für den passiven Leader aus Bern: Spielmann wurde nach einem Fehlpass aus der YB-Verteidigung sofort lanciert und blieb Sieger im Duell gegen David von Ballmoos.

Offensivdruck ohne Erfolg

Adi Hütter brachte nach der Pause mit Guillaume Hoarau und Leo Bertone zwei geschonte Stammspieler. Diese brachten zwar etwas Schwung mit und YB spielte sich hochkarätige Chancen heraus, trotzdem scheiterten die Hauptstädter an ihrem eigenen Unvermögen oder am stark aufspielenden Thun-Goalie Ruberto.

Es kam wie es kommen musste und so erzielte der FC Thun nach einer schön herausgespielten Aktion sogar das 0-4. Die Berner waren bedient und mussten das erste Mal in dieser Saison Punkte liegen lassen. Die Art und Weise lässt jedoch die eine oder andere Frage offen.

YB lässt seine Fans träumen

Foto: Thomas Hodel

Viele Zweikämpfe

Die erste Halbzeit war geprägt von vielen hart geführten Zweikämpfen und zwei stark aufspielenden Abwehrketten. Nur selten konnten die Offensivspieler beider Mannschaften in eine gefährliche Position gebracht werden.

Weder Steffen beim FCB, noch Sulejmani konnten ihre Freiheiten ausnützen und so war das logische Halbzeitresultat 0-0.

Einzelleistungen entscheiden das Spiel

Das Heimteam kam stärker aus der Kabine und spielte mit viel Druck nach vorne. In der 58. Minute passte der stark aufspielende YB-Verteidiger Benito auf Yoric Ravet. Dieser lässt mit seinem Dribbling Luca Zuffi alt aussehen und schlenzt den Ball herrlich an Vaclik vorbei ins Tor. Das ausverkaufte Stade de Suisse stand kopf. Keine Minute später hatte Sulejmani das nächste Tor auf dem Fuss, doch er verzog kläglich.

In der 80. Minute besiegte Sulejmani schliesslich endgültig das FCB. Einen Freistoss aus rund 25 Metern versenkte er nahezu perfekt ins Tor.

YB-Debütant Christian Fassnacht war nach dem Spiel zufrieden: «Es ist natürlich toll, gegen den Meister zu gewinnen, aber das war bloss das erste Spiel und jetzt kommt Dynamo Kiew, dies ist noch ein härterer Brocken. Nach der zweiten Halbzeit von heute dürfen wir jedoch zuversichtlich sein.»

Luzern unterliegt auch YB

Startfeuerwerk der Berner

Kaum angespielt zappelte der Ball bereits im Netz. Das Spiel dauerte erst zehn Sekunden, als sich die YB-Akteuere Frey, Ravet und Sulejmani durch die Luzernabwehr tankten. Letzterer liess sich nicht zweimal bitten und bezwang Jonas Omlin im Tor des FCL. Es ist eines der schnellsten Tore in der Geschichte der Super League.

Das Spiel war lanciert und der neutrale Zuschauer auf die Reaktion der Zentralschweizer gespannt. Diese blieb vorerst aus und nach zwei Minuten hätte Sulejmani beinahe zum zweiten Mal eingenetzt. Sein Kopfball zischte jedoch knapp über das Tor. Nach sieben Minuten zeigten sich erste Offensivzeichen der Gäste aus Luzern.
Marco Schneuwly, ein ehemaliger YB-Stürmer, flankte zur Mitte, wo Juric mit einem starken Kopfball den Ausgleich erzielte. Dabei sah wirkte die YB-Abwehr nicht, denn Juric hatte ziemlich viel Platz um zum Kopfball anzusetzten. Nach diesen beiden Toren flachte das Spiel etwas ab und beide Teams liessen keine sehenswerte Chance mehr zu. Bis zur 25. Minute plätscherte das Spiel so vor sich hin. Danach konnte sich das Team von Adi Hütter jedoch steigern und YB kam wieder vermehrt zu gefährlichen Angriffen.

Passive Luzerner

Luzern zeigte sich nun sehr passiv und der junge Torhüter des FCL, Jonas Omlin, löste bei manch einem Mitleid aus. Zwar parierte er gegen Michael Frey magistral, er musste jedoch in der 29. Minute erneut einen Ball aus dem Netz fischen. Nach einem Freistoss von der rechten Seite, wusste Sulejmani die Flanke von Ravet per Kopf zu verwerten. Die erneute Führung des Heimteams hinterliess jedoch einen bitteren Nachgeschmack, denn das Tor entstand vermutlich aus einer knappen Abseitsposition. YB übernahm nun das Spieldiktat und wer auf eine Reaktion des FCL hoffte, täuschte sich sehr.

Die Gäste zeigten sich ängstlich-passiv und konnten keine Offensivakzente mehr setzen. Besser machte es YB: Das Heimteam konnte in der 35. Minute die Führung ausbauen. Nach einem Pass in den Rücken der FCL-Abwehr scheiterte Frey an einem Bein eines Abwehrspielers. Den Abpraller verwertete YB-Neuzugang Roger Assale jedoch ohne Problem. Die zweite Halbzeit ging im gleichen Stil weiter, wie die erste aufgehört hatte. Die Berner dominierten die Gäste nach Belieben. Ihr schenlles Umschaltspiel brachte immer wieder grosse Gefahr mit sich. Schliesslich erzielte in der 60. Minute Michael Frey das Tor zum 4-1 für YB. Nach einem herrlichen Pass von Zakaria auf Sulejmani, wusste dieser Frey in der Mitte zu bedienen, welcher nur noch einschieben musste.
In der Folge hätten die Berner gut noch das eine oder andere Tor erzielen können, oder eher müssen. Bertone und Aebischer sahen ihre Schüsse jeweils am Aluminium abgeprallt.

Das Schlussresultat von 4-1 für YB stösst den FCL weiter in die Krise. Yvon Mvogo, Torhüter von YB, freute sich nach dem Spiel über den klaren Sieg: «Wir haben jetzt den zweiten Platz auf sicher und auch wenn ich nicht mehr dabei sein werde, freue ich mich, dass diese Mannschaft nächste Saison an der Champions-League-Qualifikation spielen darf. Ich bin heute sehr stolz auf diese Mannschaft. Der Auftritt heute ist einfach nur lobenswert», meinte Mvogo, der im Sommer zu RB Leipzig in die Bundesliga wechseln wird.

«Dr SCB isch dr geilscht Club»

Er wartet schon, an diesem Mittwochmittag, in einem Café in Bern, notabene zwei Tage nachdem sich der SCB in Zug zum zweiten Mal in Folge zum Eishockey Schweizer Meister küren lassen konnte. Von seinem Gipfeli ist schon fast nichts mehr übrig. «Tinu», stellt er sich vor. Martin Megert, wie er mit bürgerlichem Namen heisst, ist Informatiker. Neben seinem Beruf gibt es eine grosse Konstante in seinem Leben. Sie heisst SCB. Ich setzte mich ihm gegenüber hin. Wie sich herausstellt, ist Tinu genau wie ich in Burgdorf aufgewachsen. Während mich mein Vater an meinen ersten Match nach Langnau mitnahm, ging es für Tinu in die andere Richtung, nach Bern.

Das war der Beginn einer grossen Liebe. Heute ist der 56-Jährige der wahrscheinlich grösste SCB-Fan und ziemlich sicher auch der Bekannteste. Er ist Betreiber der Facebook-Seite «Hardboiled SCB», welche mittlerweile über 8000 Fans zählt. Auf dieser veröffentlicht er an jedem Spieltag spätestens eine Stunde nach dem Schlusspfiff einen Matchbericht, in dem er sich unzensiert seine Emotionen vom Leib schreibt. Diese Emotionen hat er nun auch in Buchform niedergeschrieben: «111 Gründe, den SCB zu lieben», heisst das gute Stück. Auch wenn sich Tinu für das Buch etwas zurückhalten musste, was die Sprache anging, ist sein Schreibstil deutlich erkennbar. «Ich bin wahnsinnig stolz auf das Buch, und auch auf mich», erzählt Tinu.

Seitenhiebe für Fribourg-Gottéron

«Der wichtigste Grund, den SCB zu lieben, ist ganz einfach: Der SCB ist ein geiler Club», sagt Tinu. Diesen einen, alles überspannenden Grund habe er dann, «wie ein Forensiker», aufgespalten in 111 Gründe. Drei Monate habe er jede Nacht daran geschrieben, immer mit der Deadline im Nacken. Er sei froh, dass er das Buch nicht während der Eishockeysaison schreiben musste, schmunzelt er. «Zusammen mit einem 100%-Job bin ich schon an meine Grenzen gekommen».

Das Buch ist eine Liebeserklärung an den SCB. Nicht immer sehr objektiv geschrieben, doch ausnahmslos ehrlich, interessant und auch lehrreich. Was auffällt: Gefühlt auf jeder zweiten Seite ist ein Seitenhieb gegen Fribourg-Gottéron versteckt. Diesen Club kann Tinu nicht ausstehen. «Weil es den HC Fribourg-Gottéron gibt», ist sogar der 39. Grund, den SCB zu lieben. Tinu erklärt, dass die Fribourger Fans «ekligi Cheibe» seien. Seine Erinnerungen an Fribourg seien nicht die besten, gibt er zu. Doch man könne sie auch nicht wirklich ernstnehmen, die chronisch erfolglosen Zähringer, die als einen der grössten Erfolge der Vereinsgeschichte den Vize Schweizer-Meister-Titel angeben, führt er weiter aus. Da seien ja sogar die Langnauer erfolgreicher – einen Titel gab es für die Langnauer 1976 zu feiern.

Der SCB als Kontaktbörse

Selbst der eingefleischteste SCB-Fan wird bei der Lektüre einige neue Dinge über seinen Lieblingsclub lernen. Etwa, dass die Band Europe extra für den SC Bern eine Ausnahme machte und ihren Hit «The Final Countdown», welcher nach jedem Berner Tor erklingt, zur Einweihung des neuen Stadions 2009 live spielte. Denn seit ihrem Comeback im Jahre 2004 weigerten sie sich standhaft, ihren grössten Hit live zu spielen. Auch Privates findet im Buch Platz: Martin Megert hat seine Frau an einem SCB-Spiel kennengelernt. Auch Randgeschichten von Spielern, Trainern und Schiedsrichtern finden in Tinus Werk Platz. In über 40 Jahren als SCB-Fan hat er vieles erlebt und kann so aus dem Nähkästchen plaudern. Die Liebe und Leidenschaft für den SCB ist in jeder Zeile spürbar.

Der Meisterfeier im Berner Stadion am Ostermontag blieb Tinu übrigens fern. «Bisher haben sie noch immer verloren, wenn ich an ein Public Viewing gegangen bin», so Tinu. Auch als der Titel im Trockenen war, blieb er zuhause: «Das war für mich ein schöner Abschluss der Saison». Er sei halt nicht mehr der Jüngste. Doch den Umzug durch die Berner Altstadt und die Feier auf dem Bundesplatz liess er sich nicht entgehen. «Das ist Ehrensache», meint der wohl grösste SCB-Fan, bevor er sich verabschieden muss. Er werde jetzt den Sommer geniessen.

Am Ende gewann der Effizientere

Vor 30’224 Zuschauern zeigte YB eine sehr starke Leistung gegen den Favoriten aus Gladbach. Die Atmosphäre im beinahe ausverkauften Stade de Suisse war grandios, dies auch dank den vielen Fans, die aus Deutschland angereist sind. Erst am Ende des Spieles konnten die Gäste dank einem Doppelschlag den Sack zumachen.

YB hält frech dagegen

Es war alles angerichtet für einen perfekten Fussballabend. Die Affiche stimmte und die Mannschaft von Adi Hütter war heiss auf das Hinspiel gegen den letztjährigen Vierten der deutschen Bundesliga.

Die Gäste dominierten das Spiel und versuchten mit einem schnellen Umschaltspiel die Verteidigung zu durchbrechen. Der stark aufspielende Traoré war oft der gesuchte Mann und in der 11. Minute war der Flügelspieler zu schnell für Lecjaks, er flankte scharf zur Mitte, wo der ex-FCZ Spieler Raffael wartete. Dieser vernaschte die YB-Abwehr und schoss seine Borussen mit einem herrlichen Flachschuss in Führung.

Die Berner hielten aber nach wie vor gut dagegen und hatten in der 45. Minute auch eine gute Möglichkeit zum Ausgleich. Hoaraus Versuch zischte aber knapp am Tor von Yann Sommer vorbei.

YB mit Chancenplus – Gladbach effizient

Nach der Pause kamen die Berner zunehmend besser ins Spiel und arbeiteten gut nach vorne, doch der letzte Pass fand nicht seinen Empfänger. Anders in der 56. Minute: als Sutter Ravet lancierte und der Franzose zur Mitte flankte. Für einmal stand dort Sulejmani ohne Verteidiger und nutzte dies dankend aus.

Das Spiel war neu lanciert und als in der 65. Minute Hoaraus Kopfball den Pfosten streifte, hätten die Berner die Führung nun definitiv verdient.

Wie aus heiterem Himmel schoss in der 67. Minute der eingewechselte André Hahn die erneute Führung für die Gäste aus dem Ruhrgebiet. YB brachte den Ball nicht aus der gefährlichen Zone, Bertone wurde noch hart angegangen, bevor der Ball zu Hahn sprang, der sich nicht zweimal bitten liess – bitter für die Berner.

Als in der 69. Minute Raffaels Volley-Versuch noch unhaltbar von Rochat ins eigene Tor abgelenkt wurde, waren die Hauptstädter definitiv am Ende. Die Gladbacher spielten die 3-1 Führung routiniert runter und gehen nun mit einem sehr dicken Polster ins Rückspiel von nächster Woche.

YB – GC: Spitzenspiel ohne Gewinner

«Das Resultat bringt definitiv niemandem etwas, doch unser Ziel war, YB nicht näher an uns herankommen zu lassen und dies haben wir erreicht.» Mit diesen Worten wendete sich Haris Tabakovic, nach seinem ersten Pflichtspiel für GC, an die Journalisten. Das Verfolgerduell startete wie erwartet. Bereits in der zehnten Minute setzte der nach einer Verletzung zurückgekehrte Guillaume Hoarau den Ball an den Pfosten.

Joel Mall im GC-Tor lenkte den Ball mit den Fingerspitzen an die Torumrandung. Die Berner standen hoch und setzten die Zürcher stark unter Druck. Sulejmani sah seinen Schuss vom GC-Schlussmann, Joel Mall, pariert und Alexander Gerndt scheiterte, alleine vor Mall, am eigenen Unvermögen.

Kurz nach Gerndts Chance überlief Loris Benito den Spieler Moritz Bauer und flankte von der Grundlinie in den Rücken der Abwehr. Dort stand Hoarau genau richtig und nickte ein. Die Zürcher reklamierten bei Schiedsrichter Jaccottet, da Gerndt Mall im passiven Abseits irritiert haben soll, doch der Schwede stand gar nicht im Abseits, denn Bauer hob dieses auf.

Kamberi mit der Hake

GC bislang ohne Möglichkeit, erhielt in der 31. Minute einen Eckball zugesprochen. Youngstar Kamberi schaute vermutlich vor dem Spiel einige Videos von Superstar Ibrahimovic an, denn er setzte zur Hake an und prompt landete der Ball hinter dem chancenlosen YB-Torwart Mvogo.

YB schien etwas geschockt, denn kurz nach dem Ausgleich hatte Dabbur den Führungstreffer auf dem Fuss, scheiterte aber am hervorragend reagierenden Mvogo. Kurz vor der Pause eine weitere heikle Situation. YB-Neuzugang Yoric Ravet flankte einen Freistoss auf Hoarau, der den Ball ins Tor köpfte, doch das Tor wurde annulliert, da der Franzose scheinbar aus einer Abseitsposition gestartet sei. Ein Fehlentscheid. Vilotic und Zakaria standen beide im Abseits, Hoarau nicht.

GC dominant

In der zweiten Halbzeit dominierten die Zürcher, jedoch schauten bloss selten gefährliche Chancen heraus. Dabbur setzte sich oft schön gegen mehrere YB-Verteidiger durch, scheiterte aber immer am gut positionierten Mvogo.

YB konnte nicht an der Leistung aus der ersten Hälfte anknüpfen und hatte einzig in der 84. Minute eine Chance, erneut in Führung zu gehen. Hoarau scheiterte jedoch mit seinem unplatzierten Kopfball an Mall. Doch das Spiel war noch nicht vorbei. Plötzlich stand Tabakovic alleine vor Mvogo und wird im letzten Moment zurückgepfiffen. Auch dies ein Fehlentscheid, denn Tabakovic stand nicht im Abseits. Somit gab es heute zwei gröbere Fehlentscheide, glücklicherweise je einen pro Mannschaft. Haris Tabakovic meinte nach dem Spiel: »In der ersten Halbzeit hatten wir Glück, in der zweiten YB. Also ist ein Unentschieden ein gerechtes Resultat.» Nuzzolo sah dies etwas anders: »Ich denke, GC ist mit diesem Resultat besser bedient als wir, aber wir hätten in der zweiten Halbzeit sicherlich mehr machen müssen.»

Die YB-Auferstehung?

Nach dem Sieg im ersten Spiel unter Adi Hütter gegen Vaduz waren gestern die Ansprüche an den FCB hoch. Man wollte dem unbesiegten Leader Punkte abnehmen. Dies gelang dank einer effizienten Offensive und einem noch stärkeren YB-Torhüter Yvon Mvogo.

Basel macht mehr für das Spiel

Die Basler drückten von Beginn weg und bereiteten der YB-Defensive in den Startminuten viel Arbeit. Die Berner standen zwar wieder hoch und pressten, doch der FCB spielte sich gut aus der Umklammerung der Hauptstädter heraus. Nach einem Freistoss für den FCB in der 5. Minute klärte Alain Rochat den Ball und dann kam der erste Grossauftritt von Sulejmani. Der Berner gewinnt das Sprintduell gegen Xhaka, dribbelt diesen zusätzlich noch schwindlig und knallt dann einfach eins auf den Ball. Auf einen Weg fand das Leder den Pfad ins Tor, jedoch macht Vaclik im FCB-Tor nicht die beste Figur.

Die Angriffe der Berner waren oft geduldig herausgespielt. Bis zu diesem Zeitpunkt gelingt es dem FCB nicht vor dem YB-Tor gefährlich zu werden. Während der Klassiker hart zu und her ging, erlaubte sich Schiedsrichter Klossner den einen oder anderen Fehler. Oft zu Gunsten des FCB.

Die Basler setzten bei Standardsituationen oft ein gefährliches Zeichen und so reagierte Youngstar Embolo nach einer Ecke in der 24. Minute am schnellsten und erzielte den nicht unverdienten Ausgleich für die Basler, welche mehr fürs Spiel machen.

Kurz vor der Pause dann der zweite Grossauftritt von Sulejmani. Der Serbe konnte einen Hadegjonai- Freistoss aus der eigenen Platzhälfte sauber mit der Brust annehmen und zog zur Mitte. Mutig zielte er aus rund 20 Metern ab und auch dieser Schuss schlug hinter dem chancenlosen Vaclik ein.

Wieder der drückende FCB

Auch nach der Pause startete der FCB druckvoller, doch auch in Halbzeit zwei waren es die Berner, die den ersten Treffer erzielten. Nach einem herrlichen Kabinettstück legte Steffen in der 65. Minute scharf zur Mitte, wo der bedrängte Alexander Gerndt mit der Hacke den Ball über die Linie drückte. Das Stade de Suisse stand Kopf. Zuvor hielt Mvogo die Führung nach einem gut geschossenen Zuffi-Freistoss fest und hatte Glück als ein Kopfball von Hoegh nur den Pfosten traf.

Xhaka liess sich etwas später zu einer Tätlichkeit an Steffen hinreissen. Klossner hatte die Aktion wahrscheinlich nur halb gesehen und zeigte dem Basler-Abräumer zum Unmut der Berner bloss den gelben Karton.

FCB gibt nicht auf

Wieder wurden die Basler in der 74. Minute nach einem Freistoss gefährlich und prompt gelang dem Innenverteidiger Suchy der Anschlusstreffer. Die Berner spielten nur auf Konter und so einen versuchte Vilotic mit einem hohen Ball zu lancieren. Gerndt glaubte daran – nach dem Aufspringen des Balles – vor Vaclik am Ball zu sein und wurde belohnt. Vor Vacliks Händen köpfte er den Ball über den Torhüter zum 4 zu2 ins Netz. Doch auch jetzt kämpfte der Leader weiter und erzielte in der Nachspielzeit durch Janko den erneuten Anschlusstreffer. Für den Ausgleich reichte die Zeit jedoch nicht mehr und YB schlug den FCB als erste Mannschaft in dieser Saison mit 4 zu 3.

Als Frau in einer Randsportart zu den Olympischen Spielen

“Ich bin Spitzensportlerin. Das sollte ich eigentlich sagen, wenn mich jemand fragt, was ich mache. Ich bin Spitzensportlerin, beruflich und privat.” Es war nie Jeannine Gmelins Plan, Profiruderin zu werden. Ihr Ziel war und ist es bloss, immer das zu tun, was sie will. “Wenn ich weiss, was ich will, stecke ich mein ganzes Herzblut in diese Sache.”

 

Schwieriger Start

Als Gmelin mit dreizehn Jahren im Ruderclub Uster ein neues Hobby fand, war es auf keinen Fall “Liebe auf den ersten Blick”. Sie und ihr grosser Bruder Valentin Gmelin sassen zweimal in der Woche im Boot und probierten das Rudern aus. Gmelins allererster Wettkampf war kein grosser Erfolg: “Weil sich meine Ruder zweimal im Wasser verdreht haben, haben wir verloren. Ich war zu Tode betrübt.” Auch ihr erstes Einzelrennen nahm ein wortwörtlich frühzeitiges Ende im Wasser. “Mitten auf der Rennstrecke bin ich gekentert.” Irgendwann kamen jedoch auch die ersten Erfolge. Dadurch hat Gmelin das Rudern mehr und mehr gepackt und der Trainingsumfang hat automatisch zunehmen müssen.

 

Mehr als ein Hobby

Neben dem Rudern hat Gmelin eine kaufmännische Lehre in Uster mit einem 80-Prozent-Pensum absolviert. Dadurch hatte sie nebst der Arbeit genug Zeit für das intensive Training. Der entscheidende Moment, in dem ihr klar wurde, dass ihr Rudern mehr bedeutet als nur ein Hobby, war 2011. Ihr Bruder Valentin Gmelin nahm damals in Amsterdam an der U23 Weltmeisterschaft teil. “Ich wurde überwältigt von Emotionen und Glücksgefühlen, da war mir klar: Das will ich auch.” Von da an hat sich Gmelins Karriere verändert.

 

Unterstützung von allen Seiten

Gmelin steckt alles, was sie kann, in die Erfüllung ihres Traums, doch ohne Unterstützung wäre sie heute nicht dort, wo sie ist. Bis vor einem Jahr arbeitete sie Teilzeit und konnte somit ihre Lebensausgaben decken. Jegliche Kosten, die das Rudern mit sich brachte, wie Trainingslager, Wettkämpfe und Reisen, übernahm und übernimmt auch heute grösstenteils die Leistungssportabteilung des Ruderclubs Uster.

 

Nun hat Gmelin jedoch keine Zeit mehr, neben dem Profisport zu arbeiten. Finanzielle Unterstützung bekommt sie heute von der Schweizerischen Sporthilfe/Swissolympics, Olympic Scholarship und von privaten Sponsoren. Gmelin hat ein starkes soziales Umfeld, das ihr psychisch gut beisteht. Ihre Familie stehe immer hinter ihr, ihre Freunde zeigten grosses Verständnis für ihre regelmässige Abwesenheit und die nur begrenzte Zeit für private Treffen.

 

“Meine Chefin war für mich immer eine wichtige Unterstützerin. Jegliche Ferien und Abwesenheiten hat sie mir ohne Wimpernzucken bewilligt.” Dadurch wurde Sorgen und Ängsten vorgebeugt. Ein weiterer grosser Unterstützer ist Roger Achermann, der Präsident des Ruderclubs Uster. “Er ist der Mann hinter allem, was für mich auf die Beine gestellt wird.” Gmelin kann mit ihren Anliegen stets zu ihm gehen und am nächsten Tag liegt meist eine Lösung auf dem Tisch.

 

Regeln und Befehle

Die einzige Möglichkeit, als Frau in einer Randsportart staatliche Unterstützung zu bekommen, ist die Spitzensport Rekrutenschule zu absolvieren. Diese Möglichkeit bietet die Schweizer Armee in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Sport an. Deshalb hat Gmelin das schweizerische Militär absolviert, wo sie eine dreiwöchige Grundausbildung machte.”Da bin ich ziemlich auf die Welt gekommen. Es herrschten bloss Regeln und Befehle, Selbstbestimmung gab es nicht.”

 

Anschliessend folgten 15 Wochen Intensivtraining, nicht in einem ruhigeren, wohl aber in einem angenehmeren Rahmen. Da sie zuvor eine feste Anstellung hatte, wurde sie während der Zeit auf der Rekrutenschule entlohnt, was dieses Angebot verlockend machte. Während dieser Zeit war Gmelin das erste Mal Vollzeit-Sportlerin. Somit ist dies auch die entscheidende Phase, in der ihr Entwicklungsprozess zur Profisportlerin begann.

 

Meilenstein

Jeannine Gmelin hat im Schweizer Rudersport durch den Gewinn der Silbermedaille an der Europameisterschaft einen Meilenstein gelegt. Durch diesen Sieg wird Gmelin Ende August an der Weltmeisterschaft antreten. Kommt sie dort unter die ersten neun Plätze, vertritt Gmelin an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro 2016 die Schweiz. In Anbetracht ihrer bisherigen Leistungen ist Gmelin zuversichtlich, diese Herausforderung packen zu können.

 

Gmelins Alltag war und ist auch heute stets ausgebucht und intensiv. Vor allem seit letztem Herbst, seit dem Gmelin als Spitzensportlerin arbeitet, bewegt sich ihr Wochenplan “abseits vom Normalen, ständig im extremen Rahmen.” Manchmal wünscht sich Gmelin etwas mehr Freiheiten, Flexibilität und Spontaneität, doch würde sie nie etwas aufgeben oder rückgängig machen wollen.

 

Aufs Herz hören

Das Gefühl vom Verlieren bei einem Wettkampf kann Gmelin nicht in Worte fassen, weil sie es nie wirklich erlebt hat. “Wenn ich alles gebe, kann ich gar nicht verlieren”. Ist Gmelin bei einem Wettkampf voll und ganz dabei, ist dies immer ein Erfolg. “Ich trainiere nicht nur, um zu siegen, sondern auch, weil jedes Training für mich eine Art Sieg ist.” Jedes Mal, sei es bei einem Wettkampf, einem Trainingswochenende oder einem Einzeltraining sammelt sie menschliche und sportliche Erfahrungen. Dadurch ist der Sieg für Gmelin nicht das einzige Erfolgserlebnis. “Doch ist er eine Bestätigung, dass ich richtig gelegen bin, stets an mich selbst zu glauben und auf mein Herz zu hören.”

 

Zukunft

Irgendwann wird Jeannine nicht mehr das Rudern als Beruf haben, irgendwann wird sie etwas Neues machen müssen. Was das sein wird, weiss sie noch nicht, doch eins ist klar: “Es wird irgendetwas anderes sein, doch es wird genauso meine Leidenschaft sein, wie es momentan das Rudern für mich ist.” Sie habe das Gefühl, dass sicher wieder etwas kommen wird, was sie vielleicht nicht genau so, aber auf eine andere Art begeistert wie der Rudersport. “Wenn das der Fall ist, gebe ich ganz sicher auch dann wieder 100 oder 110 Prozent.”

“Niveauunterschied war sichtbar”

Vor 16’079 Zuschauern startete für YB die Europacup-Kampagne. Gegner in der 3. Qualifikationsrunde der Champions League ist die AS Monaco. Der neureiche Verein, gespickt mit Topspielern, stand letzte Saison im Viertelfinale der Königsklasse und ging als klarer Favorit in die Partie gegen YB.

Keine Chancen im ersten Durchgang

Die erste Halbzeit brachte keine nennenswerte Aktion mit sich. Die beiden Abwehrketten standen hinten sicher und die Offensivspieler beider Mannschaften kreierten zu wenig gefährliche Spielsituationen. So sind zwei Versuche von YB-Neuzuzug Sulejmani die einzigen Aktionen mit Gefahrenpotenzial im Ansatz.

Zwei neue Mannschaften in zweiter Halbzeit

Die zweite Halbzeit startete mit einem Paukenschlag. Nach einem Befreiungsschlag von Vilotic kam Kubo zum Abschluss. Sein Schuss in der 51. Minute traf allerdings nur den Pfosten. Plötzlich waren alle wieder wach. Nun powerten die Berner und zeigten ein starkes Spiel.

Kurz nach der Pause starteten die Young Boys ihre YB-Viertelstunde, doch am Abschluss fehlte es zuhauf: Bei den Schüssen von Hoarau und Kubo war reichlich Pech dabei. Hoarau köpfte einen Ball aus fünf Metern neben das Tor und Kubo sah seinen Schuss von Kurzawa auf der Linie geklärt.

Der monegassische Aussenverteidiger traf nur zwei Minuten später in der 64. Minute per Volley herrlich ins kurze Eck, nachdem er sträflich alleine gelassen wurde. Eine unverdiente, wenngleich auch unglaublich effiziente Führung. Acht Minuten später war es dann Carrillo, der nur kurze Zeit nach seiner Einwechslung einen Moutinho-Freistoss ins Tor köpfte.

YB gibt sich kämpferisch

Durch einen Gegenangriff gelang den Hauptstädtern zwar der Anschlusstreffer von Nuzzolo in der 74. Minute, aber nur eine Minute später baut Pasalic die Führung der Monegassen zum Endergebnis von 3-1 nochmals aus.

Scott Sutter brachte es nach dem Spiel auf den Punkt: “Wir spielten ein sehr starkes Spiel, doch es war ein Spiel, in dem der Ball einfach nicht rein wollte.” Auf das Rückspiel bezogen meinte der YB-Verteidiger: “Wir müssen noch einmal so spielen und die Tore machen, ganz durch sind sie noch nicht.”

Raphael Nuzzolo, einziger YB-Torschütze, sagte: “Wenige Chancen, drei Tore. Man sah einfach den Niveauunterschied:”

Category Archives: Sport

Erster Dämpfer für YB

Passives YB

Viel Sehenswertes bot die erste Halbzeit nicht und dennoch führten die Gäste aus Thun gleich mit 0-3. Die Oberländer konnten bislang kein Spiel gewinnen und so überraschte das Halbzeitresultat umso mehr. Bei YB passte nichts zusammen und die Kreativität in der Offensive, die aus den letzten Spielen gelobt wurde, kam nicht zum Vorschein.

So wurde YB von der eigenen Eckballvariante aus dem Spiel gegen Lausanne von Thun ausgehebelt. Sandro Lauper erzielte nach 13 Minuten die Führung für den FC Thun. Gefolgt war diese Ecke von einer weiteren, bei welcher Marco Bürki Gelmi gewähren liess. Der Verteidiger des FC Thun erzielte somit bereits das 0-2 für das Gästeteam.

Nun kam es aber in der 43. Minute noch dicker für den passiven Leader aus Bern: Spielmann wurde nach einem Fehlpass aus der YB-Verteidigung sofort lanciert und blieb Sieger im Duell gegen David von Ballmoos.

Offensivdruck ohne Erfolg

Adi Hütter brachte nach der Pause mit Guillaume Hoarau und Leo Bertone zwei geschonte Stammspieler. Diese brachten zwar etwas Schwung mit und YB spielte sich hochkarätige Chancen heraus, trotzdem scheiterten die Hauptstädter an ihrem eigenen Unvermögen oder am stark aufspielenden Thun-Goalie Ruberto.

Es kam wie es kommen musste und so erzielte der FC Thun nach einer schön herausgespielten Aktion sogar das 0-4. Die Berner waren bedient und mussten das erste Mal in dieser Saison Punkte liegen lassen. Die Art und Weise lässt jedoch die eine oder andere Frage offen.

YB lässt seine Fans träumen

Foto: Thomas Hodel

Viele Zweikämpfe

Die erste Halbzeit war geprägt von vielen hart geführten Zweikämpfen und zwei stark aufspielenden Abwehrketten. Nur selten konnten die Offensivspieler beider Mannschaften in eine gefährliche Position gebracht werden.

Weder Steffen beim FCB, noch Sulejmani konnten ihre Freiheiten ausnützen und so war das logische Halbzeitresultat 0-0.

Einzelleistungen entscheiden das Spiel

Das Heimteam kam stärker aus der Kabine und spielte mit viel Druck nach vorne. In der 58. Minute passte der stark aufspielende YB-Verteidiger Benito auf Yoric Ravet. Dieser lässt mit seinem Dribbling Luca Zuffi alt aussehen und schlenzt den Ball herrlich an Vaclik vorbei ins Tor. Das ausverkaufte Stade de Suisse stand kopf. Keine Minute später hatte Sulejmani das nächste Tor auf dem Fuss, doch er verzog kläglich.

In der 80. Minute besiegte Sulejmani schliesslich endgültig das FCB. Einen Freistoss aus rund 25 Metern versenkte er nahezu perfekt ins Tor.

YB-Debütant Christian Fassnacht war nach dem Spiel zufrieden: «Es ist natürlich toll, gegen den Meister zu gewinnen, aber das war bloss das erste Spiel und jetzt kommt Dynamo Kiew, dies ist noch ein härterer Brocken. Nach der zweiten Halbzeit von heute dürfen wir jedoch zuversichtlich sein.»

Luzern unterliegt auch YB

Startfeuerwerk der Berner

Kaum angespielt zappelte der Ball bereits im Netz. Das Spiel dauerte erst zehn Sekunden, als sich die YB-Akteuere Frey, Ravet und Sulejmani durch die Luzernabwehr tankten. Letzterer liess sich nicht zweimal bitten und bezwang Jonas Omlin im Tor des FCL. Es ist eines der schnellsten Tore in der Geschichte der Super League.

Das Spiel war lanciert und der neutrale Zuschauer auf die Reaktion der Zentralschweizer gespannt. Diese blieb vorerst aus und nach zwei Minuten hätte Sulejmani beinahe zum zweiten Mal eingenetzt. Sein Kopfball zischte jedoch knapp über das Tor. Nach sieben Minuten zeigten sich erste Offensivzeichen der Gäste aus Luzern.
Marco Schneuwly, ein ehemaliger YB-Stürmer, flankte zur Mitte, wo Juric mit einem starken Kopfball den Ausgleich erzielte. Dabei sah wirkte die YB-Abwehr nicht, denn Juric hatte ziemlich viel Platz um zum Kopfball anzusetzten. Nach diesen beiden Toren flachte das Spiel etwas ab und beide Teams liessen keine sehenswerte Chance mehr zu. Bis zur 25. Minute plätscherte das Spiel so vor sich hin. Danach konnte sich das Team von Adi Hütter jedoch steigern und YB kam wieder vermehrt zu gefährlichen Angriffen.

Passive Luzerner

Luzern zeigte sich nun sehr passiv und der junge Torhüter des FCL, Jonas Omlin, löste bei manch einem Mitleid aus. Zwar parierte er gegen Michael Frey magistral, er musste jedoch in der 29. Minute erneut einen Ball aus dem Netz fischen. Nach einem Freistoss von der rechten Seite, wusste Sulejmani die Flanke von Ravet per Kopf zu verwerten. Die erneute Führung des Heimteams hinterliess jedoch einen bitteren Nachgeschmack, denn das Tor entstand vermutlich aus einer knappen Abseitsposition. YB übernahm nun das Spieldiktat und wer auf eine Reaktion des FCL hoffte, täuschte sich sehr.

Die Gäste zeigten sich ängstlich-passiv und konnten keine Offensivakzente mehr setzen. Besser machte es YB: Das Heimteam konnte in der 35. Minute die Führung ausbauen. Nach einem Pass in den Rücken der FCL-Abwehr scheiterte Frey an einem Bein eines Abwehrspielers. Den Abpraller verwertete YB-Neuzugang Roger Assale jedoch ohne Problem. Die zweite Halbzeit ging im gleichen Stil weiter, wie die erste aufgehört hatte. Die Berner dominierten die Gäste nach Belieben. Ihr schenlles Umschaltspiel brachte immer wieder grosse Gefahr mit sich. Schliesslich erzielte in der 60. Minute Michael Frey das Tor zum 4-1 für YB. Nach einem herrlichen Pass von Zakaria auf Sulejmani, wusste dieser Frey in der Mitte zu bedienen, welcher nur noch einschieben musste.
In der Folge hätten die Berner gut noch das eine oder andere Tor erzielen können, oder eher müssen. Bertone und Aebischer sahen ihre Schüsse jeweils am Aluminium abgeprallt.

Das Schlussresultat von 4-1 für YB stösst den FCL weiter in die Krise. Yvon Mvogo, Torhüter von YB, freute sich nach dem Spiel über den klaren Sieg: «Wir haben jetzt den zweiten Platz auf sicher und auch wenn ich nicht mehr dabei sein werde, freue ich mich, dass diese Mannschaft nächste Saison an der Champions-League-Qualifikation spielen darf. Ich bin heute sehr stolz auf diese Mannschaft. Der Auftritt heute ist einfach nur lobenswert», meinte Mvogo, der im Sommer zu RB Leipzig in die Bundesliga wechseln wird.

«Dr SCB isch dr geilscht Club»

Er wartet schon, an diesem Mittwochmittag, in einem Café in Bern, notabene zwei Tage nachdem sich der SCB in Zug zum zweiten Mal in Folge zum Eishockey Schweizer Meister küren lassen konnte. Von seinem Gipfeli ist schon fast nichts mehr übrig. «Tinu», stellt er sich vor. Martin Megert, wie er mit bürgerlichem Namen heisst, ist Informatiker. Neben seinem Beruf gibt es eine grosse Konstante in seinem Leben. Sie heisst SCB. Ich setzte mich ihm gegenüber hin. Wie sich herausstellt, ist Tinu genau wie ich in Burgdorf aufgewachsen. Während mich mein Vater an meinen ersten Match nach Langnau mitnahm, ging es für Tinu in die andere Richtung, nach Bern.

Das war der Beginn einer grossen Liebe. Heute ist der 56-Jährige der wahrscheinlich grösste SCB-Fan und ziemlich sicher auch der Bekannteste. Er ist Betreiber der Facebook-Seite «Hardboiled SCB», welche mittlerweile über 8000 Fans zählt. Auf dieser veröffentlicht er an jedem Spieltag spätestens eine Stunde nach dem Schlusspfiff einen Matchbericht, in dem er sich unzensiert seine Emotionen vom Leib schreibt. Diese Emotionen hat er nun auch in Buchform niedergeschrieben: «111 Gründe, den SCB zu lieben», heisst das gute Stück. Auch wenn sich Tinu für das Buch etwas zurückhalten musste, was die Sprache anging, ist sein Schreibstil deutlich erkennbar. «Ich bin wahnsinnig stolz auf das Buch, und auch auf mich», erzählt Tinu.

Seitenhiebe für Fribourg-Gottéron

«Der wichtigste Grund, den SCB zu lieben, ist ganz einfach: Der SCB ist ein geiler Club», sagt Tinu. Diesen einen, alles überspannenden Grund habe er dann, «wie ein Forensiker», aufgespalten in 111 Gründe. Drei Monate habe er jede Nacht daran geschrieben, immer mit der Deadline im Nacken. Er sei froh, dass er das Buch nicht während der Eishockeysaison schreiben musste, schmunzelt er. «Zusammen mit einem 100%-Job bin ich schon an meine Grenzen gekommen».

Das Buch ist eine Liebeserklärung an den SCB. Nicht immer sehr objektiv geschrieben, doch ausnahmslos ehrlich, interessant und auch lehrreich. Was auffällt: Gefühlt auf jeder zweiten Seite ist ein Seitenhieb gegen Fribourg-Gottéron versteckt. Diesen Club kann Tinu nicht ausstehen. «Weil es den HC Fribourg-Gottéron gibt», ist sogar der 39. Grund, den SCB zu lieben. Tinu erklärt, dass die Fribourger Fans «ekligi Cheibe» seien. Seine Erinnerungen an Fribourg seien nicht die besten, gibt er zu. Doch man könne sie auch nicht wirklich ernstnehmen, die chronisch erfolglosen Zähringer, die als einen der grössten Erfolge der Vereinsgeschichte den Vize Schweizer-Meister-Titel angeben, führt er weiter aus. Da seien ja sogar die Langnauer erfolgreicher – einen Titel gab es für die Langnauer 1976 zu feiern.

Der SCB als Kontaktbörse

Selbst der eingefleischteste SCB-Fan wird bei der Lektüre einige neue Dinge über seinen Lieblingsclub lernen. Etwa, dass die Band Europe extra für den SC Bern eine Ausnahme machte und ihren Hit «The Final Countdown», welcher nach jedem Berner Tor erklingt, zur Einweihung des neuen Stadions 2009 live spielte. Denn seit ihrem Comeback im Jahre 2004 weigerten sie sich standhaft, ihren grössten Hit live zu spielen. Auch Privates findet im Buch Platz: Martin Megert hat seine Frau an einem SCB-Spiel kennengelernt. Auch Randgeschichten von Spielern, Trainern und Schiedsrichtern finden in Tinus Werk Platz. In über 40 Jahren als SCB-Fan hat er vieles erlebt und kann so aus dem Nähkästchen plaudern. Die Liebe und Leidenschaft für den SCB ist in jeder Zeile spürbar.

Der Meisterfeier im Berner Stadion am Ostermontag blieb Tinu übrigens fern. «Bisher haben sie noch immer verloren, wenn ich an ein Public Viewing gegangen bin», so Tinu. Auch als der Titel im Trockenen war, blieb er zuhause: «Das war für mich ein schöner Abschluss der Saison». Er sei halt nicht mehr der Jüngste. Doch den Umzug durch die Berner Altstadt und die Feier auf dem Bundesplatz liess er sich nicht entgehen. «Das ist Ehrensache», meint der wohl grösste SCB-Fan, bevor er sich verabschieden muss. Er werde jetzt den Sommer geniessen.

Am Ende gewann der Effizientere

Vor 30’224 Zuschauern zeigte YB eine sehr starke Leistung gegen den Favoriten aus Gladbach. Die Atmosphäre im beinahe ausverkauften Stade de Suisse war grandios, dies auch dank den vielen Fans, die aus Deutschland angereist sind. Erst am Ende des Spieles konnten die Gäste dank einem Doppelschlag den Sack zumachen.

YB hält frech dagegen

Es war alles angerichtet für einen perfekten Fussballabend. Die Affiche stimmte und die Mannschaft von Adi Hütter war heiss auf das Hinspiel gegen den letztjährigen Vierten der deutschen Bundesliga.

Die Gäste dominierten das Spiel und versuchten mit einem schnellen Umschaltspiel die Verteidigung zu durchbrechen. Der stark aufspielende Traoré war oft der gesuchte Mann und in der 11. Minute war der Flügelspieler zu schnell für Lecjaks, er flankte scharf zur Mitte, wo der ex-FCZ Spieler Raffael wartete. Dieser vernaschte die YB-Abwehr und schoss seine Borussen mit einem herrlichen Flachschuss in Führung.

Die Berner hielten aber nach wie vor gut dagegen und hatten in der 45. Minute auch eine gute Möglichkeit zum Ausgleich. Hoaraus Versuch zischte aber knapp am Tor von Yann Sommer vorbei.

YB mit Chancenplus – Gladbach effizient

Nach der Pause kamen die Berner zunehmend besser ins Spiel und arbeiteten gut nach vorne, doch der letzte Pass fand nicht seinen Empfänger. Anders in der 56. Minute: als Sutter Ravet lancierte und der Franzose zur Mitte flankte. Für einmal stand dort Sulejmani ohne Verteidiger und nutzte dies dankend aus.

Das Spiel war neu lanciert und als in der 65. Minute Hoaraus Kopfball den Pfosten streifte, hätten die Berner die Führung nun definitiv verdient.

Wie aus heiterem Himmel schoss in der 67. Minute der eingewechselte André Hahn die erneute Führung für die Gäste aus dem Ruhrgebiet. YB brachte den Ball nicht aus der gefährlichen Zone, Bertone wurde noch hart angegangen, bevor der Ball zu Hahn sprang, der sich nicht zweimal bitten liess – bitter für die Berner.

Als in der 69. Minute Raffaels Volley-Versuch noch unhaltbar von Rochat ins eigene Tor abgelenkt wurde, waren die Hauptstädter definitiv am Ende. Die Gladbacher spielten die 3-1 Führung routiniert runter und gehen nun mit einem sehr dicken Polster ins Rückspiel von nächster Woche.

YB – GC: Spitzenspiel ohne Gewinner

«Das Resultat bringt definitiv niemandem etwas, doch unser Ziel war, YB nicht näher an uns herankommen zu lassen und dies haben wir erreicht.» Mit diesen Worten wendete sich Haris Tabakovic, nach seinem ersten Pflichtspiel für GC, an die Journalisten. Das Verfolgerduell startete wie erwartet. Bereits in der zehnten Minute setzte der nach einer Verletzung zurückgekehrte Guillaume Hoarau den Ball an den Pfosten.

Joel Mall im GC-Tor lenkte den Ball mit den Fingerspitzen an die Torumrandung. Die Berner standen hoch und setzten die Zürcher stark unter Druck. Sulejmani sah seinen Schuss vom GC-Schlussmann, Joel Mall, pariert und Alexander Gerndt scheiterte, alleine vor Mall, am eigenen Unvermögen.

Kurz nach Gerndts Chance überlief Loris Benito den Spieler Moritz Bauer und flankte von der Grundlinie in den Rücken der Abwehr. Dort stand Hoarau genau richtig und nickte ein. Die Zürcher reklamierten bei Schiedsrichter Jaccottet, da Gerndt Mall im passiven Abseits irritiert haben soll, doch der Schwede stand gar nicht im Abseits, denn Bauer hob dieses auf.

Kamberi mit der Hake

GC bislang ohne Möglichkeit, erhielt in der 31. Minute einen Eckball zugesprochen. Youngstar Kamberi schaute vermutlich vor dem Spiel einige Videos von Superstar Ibrahimovic an, denn er setzte zur Hake an und prompt landete der Ball hinter dem chancenlosen YB-Torwart Mvogo.

YB schien etwas geschockt, denn kurz nach dem Ausgleich hatte Dabbur den Führungstreffer auf dem Fuss, scheiterte aber am hervorragend reagierenden Mvogo. Kurz vor der Pause eine weitere heikle Situation. YB-Neuzugang Yoric Ravet flankte einen Freistoss auf Hoarau, der den Ball ins Tor köpfte, doch das Tor wurde annulliert, da der Franzose scheinbar aus einer Abseitsposition gestartet sei. Ein Fehlentscheid. Vilotic und Zakaria standen beide im Abseits, Hoarau nicht.

GC dominant

In der zweiten Halbzeit dominierten die Zürcher, jedoch schauten bloss selten gefährliche Chancen heraus. Dabbur setzte sich oft schön gegen mehrere YB-Verteidiger durch, scheiterte aber immer am gut positionierten Mvogo.

YB konnte nicht an der Leistung aus der ersten Hälfte anknüpfen und hatte einzig in der 84. Minute eine Chance, erneut in Führung zu gehen. Hoarau scheiterte jedoch mit seinem unplatzierten Kopfball an Mall. Doch das Spiel war noch nicht vorbei. Plötzlich stand Tabakovic alleine vor Mvogo und wird im letzten Moment zurückgepfiffen. Auch dies ein Fehlentscheid, denn Tabakovic stand nicht im Abseits. Somit gab es heute zwei gröbere Fehlentscheide, glücklicherweise je einen pro Mannschaft. Haris Tabakovic meinte nach dem Spiel: »In der ersten Halbzeit hatten wir Glück, in der zweiten YB. Also ist ein Unentschieden ein gerechtes Resultat.» Nuzzolo sah dies etwas anders: »Ich denke, GC ist mit diesem Resultat besser bedient als wir, aber wir hätten in der zweiten Halbzeit sicherlich mehr machen müssen.»

Die YB-Auferstehung?

Nach dem Sieg im ersten Spiel unter Adi Hütter gegen Vaduz waren gestern die Ansprüche an den FCB hoch. Man wollte dem unbesiegten Leader Punkte abnehmen. Dies gelang dank einer effizienten Offensive und einem noch stärkeren YB-Torhüter Yvon Mvogo.

Basel macht mehr für das Spiel

Die Basler drückten von Beginn weg und bereiteten der YB-Defensive in den Startminuten viel Arbeit. Die Berner standen zwar wieder hoch und pressten, doch der FCB spielte sich gut aus der Umklammerung der Hauptstädter heraus. Nach einem Freistoss für den FCB in der 5. Minute klärte Alain Rochat den Ball und dann kam der erste Grossauftritt von Sulejmani. Der Berner gewinnt das Sprintduell gegen Xhaka, dribbelt diesen zusätzlich noch schwindlig und knallt dann einfach eins auf den Ball. Auf einen Weg fand das Leder den Pfad ins Tor, jedoch macht Vaclik im FCB-Tor nicht die beste Figur.

Die Angriffe der Berner waren oft geduldig herausgespielt. Bis zu diesem Zeitpunkt gelingt es dem FCB nicht vor dem YB-Tor gefährlich zu werden. Während der Klassiker hart zu und her ging, erlaubte sich Schiedsrichter Klossner den einen oder anderen Fehler. Oft zu Gunsten des FCB.

Die Basler setzten bei Standardsituationen oft ein gefährliches Zeichen und so reagierte Youngstar Embolo nach einer Ecke in der 24. Minute am schnellsten und erzielte den nicht unverdienten Ausgleich für die Basler, welche mehr fürs Spiel machen.

Kurz vor der Pause dann der zweite Grossauftritt von Sulejmani. Der Serbe konnte einen Hadegjonai- Freistoss aus der eigenen Platzhälfte sauber mit der Brust annehmen und zog zur Mitte. Mutig zielte er aus rund 20 Metern ab und auch dieser Schuss schlug hinter dem chancenlosen Vaclik ein.

Wieder der drückende FCB

Auch nach der Pause startete der FCB druckvoller, doch auch in Halbzeit zwei waren es die Berner, die den ersten Treffer erzielten. Nach einem herrlichen Kabinettstück legte Steffen in der 65. Minute scharf zur Mitte, wo der bedrängte Alexander Gerndt mit der Hacke den Ball über die Linie drückte. Das Stade de Suisse stand Kopf. Zuvor hielt Mvogo die Führung nach einem gut geschossenen Zuffi-Freistoss fest und hatte Glück als ein Kopfball von Hoegh nur den Pfosten traf.

Xhaka liess sich etwas später zu einer Tätlichkeit an Steffen hinreissen. Klossner hatte die Aktion wahrscheinlich nur halb gesehen und zeigte dem Basler-Abräumer zum Unmut der Berner bloss den gelben Karton.

FCB gibt nicht auf

Wieder wurden die Basler in der 74. Minute nach einem Freistoss gefährlich und prompt gelang dem Innenverteidiger Suchy der Anschlusstreffer. Die Berner spielten nur auf Konter und so einen versuchte Vilotic mit einem hohen Ball zu lancieren. Gerndt glaubte daran – nach dem Aufspringen des Balles – vor Vaclik am Ball zu sein und wurde belohnt. Vor Vacliks Händen köpfte er den Ball über den Torhüter zum 4 zu2 ins Netz. Doch auch jetzt kämpfte der Leader weiter und erzielte in der Nachspielzeit durch Janko den erneuten Anschlusstreffer. Für den Ausgleich reichte die Zeit jedoch nicht mehr und YB schlug den FCB als erste Mannschaft in dieser Saison mit 4 zu 3.

Als Frau in einer Randsportart zu den Olympischen Spielen

“Ich bin Spitzensportlerin. Das sollte ich eigentlich sagen, wenn mich jemand fragt, was ich mache. Ich bin Spitzensportlerin, beruflich und privat.” Es war nie Jeannine Gmelins Plan, Profiruderin zu werden. Ihr Ziel war und ist es bloss, immer das zu tun, was sie will. “Wenn ich weiss, was ich will, stecke ich mein ganzes Herzblut in diese Sache.”

 

Schwieriger Start

Als Gmelin mit dreizehn Jahren im Ruderclub Uster ein neues Hobby fand, war es auf keinen Fall “Liebe auf den ersten Blick”. Sie und ihr grosser Bruder Valentin Gmelin sassen zweimal in der Woche im Boot und probierten das Rudern aus. Gmelins allererster Wettkampf war kein grosser Erfolg: “Weil sich meine Ruder zweimal im Wasser verdreht haben, haben wir verloren. Ich war zu Tode betrübt.” Auch ihr erstes Einzelrennen nahm ein wortwörtlich frühzeitiges Ende im Wasser. “Mitten auf der Rennstrecke bin ich gekentert.” Irgendwann kamen jedoch auch die ersten Erfolge. Dadurch hat Gmelin das Rudern mehr und mehr gepackt und der Trainingsumfang hat automatisch zunehmen müssen.

 

Mehr als ein Hobby

Neben dem Rudern hat Gmelin eine kaufmännische Lehre in Uster mit einem 80-Prozent-Pensum absolviert. Dadurch hatte sie nebst der Arbeit genug Zeit für das intensive Training. Der entscheidende Moment, in dem ihr klar wurde, dass ihr Rudern mehr bedeutet als nur ein Hobby, war 2011. Ihr Bruder Valentin Gmelin nahm damals in Amsterdam an der U23 Weltmeisterschaft teil. “Ich wurde überwältigt von Emotionen und Glücksgefühlen, da war mir klar: Das will ich auch.” Von da an hat sich Gmelins Karriere verändert.

 

Unterstützung von allen Seiten

Gmelin steckt alles, was sie kann, in die Erfüllung ihres Traums, doch ohne Unterstützung wäre sie heute nicht dort, wo sie ist. Bis vor einem Jahr arbeitete sie Teilzeit und konnte somit ihre Lebensausgaben decken. Jegliche Kosten, die das Rudern mit sich brachte, wie Trainingslager, Wettkämpfe und Reisen, übernahm und übernimmt auch heute grösstenteils die Leistungssportabteilung des Ruderclubs Uster.

 

Nun hat Gmelin jedoch keine Zeit mehr, neben dem Profisport zu arbeiten. Finanzielle Unterstützung bekommt sie heute von der Schweizerischen Sporthilfe/Swissolympics, Olympic Scholarship und von privaten Sponsoren. Gmelin hat ein starkes soziales Umfeld, das ihr psychisch gut beisteht. Ihre Familie stehe immer hinter ihr, ihre Freunde zeigten grosses Verständnis für ihre regelmässige Abwesenheit und die nur begrenzte Zeit für private Treffen.

 

“Meine Chefin war für mich immer eine wichtige Unterstützerin. Jegliche Ferien und Abwesenheiten hat sie mir ohne Wimpernzucken bewilligt.” Dadurch wurde Sorgen und Ängsten vorgebeugt. Ein weiterer grosser Unterstützer ist Roger Achermann, der Präsident des Ruderclubs Uster. “Er ist der Mann hinter allem, was für mich auf die Beine gestellt wird.” Gmelin kann mit ihren Anliegen stets zu ihm gehen und am nächsten Tag liegt meist eine Lösung auf dem Tisch.

 

Regeln und Befehle

Die einzige Möglichkeit, als Frau in einer Randsportart staatliche Unterstützung zu bekommen, ist die Spitzensport Rekrutenschule zu absolvieren. Diese Möglichkeit bietet die Schweizer Armee in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Sport an. Deshalb hat Gmelin das schweizerische Militär absolviert, wo sie eine dreiwöchige Grundausbildung machte.”Da bin ich ziemlich auf die Welt gekommen. Es herrschten bloss Regeln und Befehle, Selbstbestimmung gab es nicht.”

 

Anschliessend folgten 15 Wochen Intensivtraining, nicht in einem ruhigeren, wohl aber in einem angenehmeren Rahmen. Da sie zuvor eine feste Anstellung hatte, wurde sie während der Zeit auf der Rekrutenschule entlohnt, was dieses Angebot verlockend machte. Während dieser Zeit war Gmelin das erste Mal Vollzeit-Sportlerin. Somit ist dies auch die entscheidende Phase, in der ihr Entwicklungsprozess zur Profisportlerin begann.

 

Meilenstein

Jeannine Gmelin hat im Schweizer Rudersport durch den Gewinn der Silbermedaille an der Europameisterschaft einen Meilenstein gelegt. Durch diesen Sieg wird Gmelin Ende August an der Weltmeisterschaft antreten. Kommt sie dort unter die ersten neun Plätze, vertritt Gmelin an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro 2016 die Schweiz. In Anbetracht ihrer bisherigen Leistungen ist Gmelin zuversichtlich, diese Herausforderung packen zu können.

 

Gmelins Alltag war und ist auch heute stets ausgebucht und intensiv. Vor allem seit letztem Herbst, seit dem Gmelin als Spitzensportlerin arbeitet, bewegt sich ihr Wochenplan “abseits vom Normalen, ständig im extremen Rahmen.” Manchmal wünscht sich Gmelin etwas mehr Freiheiten, Flexibilität und Spontaneität, doch würde sie nie etwas aufgeben oder rückgängig machen wollen.

 

Aufs Herz hören

Das Gefühl vom Verlieren bei einem Wettkampf kann Gmelin nicht in Worte fassen, weil sie es nie wirklich erlebt hat. “Wenn ich alles gebe, kann ich gar nicht verlieren”. Ist Gmelin bei einem Wettkampf voll und ganz dabei, ist dies immer ein Erfolg. “Ich trainiere nicht nur, um zu siegen, sondern auch, weil jedes Training für mich eine Art Sieg ist.” Jedes Mal, sei es bei einem Wettkampf, einem Trainingswochenende oder einem Einzeltraining sammelt sie menschliche und sportliche Erfahrungen. Dadurch ist der Sieg für Gmelin nicht das einzige Erfolgserlebnis. “Doch ist er eine Bestätigung, dass ich richtig gelegen bin, stets an mich selbst zu glauben und auf mein Herz zu hören.”

 

Zukunft

Irgendwann wird Jeannine nicht mehr das Rudern als Beruf haben, irgendwann wird sie etwas Neues machen müssen. Was das sein wird, weiss sie noch nicht, doch eins ist klar: “Es wird irgendetwas anderes sein, doch es wird genauso meine Leidenschaft sein, wie es momentan das Rudern für mich ist.” Sie habe das Gefühl, dass sicher wieder etwas kommen wird, was sie vielleicht nicht genau so, aber auf eine andere Art begeistert wie der Rudersport. “Wenn das der Fall ist, gebe ich ganz sicher auch dann wieder 100 oder 110 Prozent.”

“Niveauunterschied war sichtbar”

Vor 16’079 Zuschauern startete für YB die Europacup-Kampagne. Gegner in der 3. Qualifikationsrunde der Champions League ist die AS Monaco. Der neureiche Verein, gespickt mit Topspielern, stand letzte Saison im Viertelfinale der Königsklasse und ging als klarer Favorit in die Partie gegen YB.

Keine Chancen im ersten Durchgang

Die erste Halbzeit brachte keine nennenswerte Aktion mit sich. Die beiden Abwehrketten standen hinten sicher und die Offensivspieler beider Mannschaften kreierten zu wenig gefährliche Spielsituationen. So sind zwei Versuche von YB-Neuzuzug Sulejmani die einzigen Aktionen mit Gefahrenpotenzial im Ansatz.

Zwei neue Mannschaften in zweiter Halbzeit

Die zweite Halbzeit startete mit einem Paukenschlag. Nach einem Befreiungsschlag von Vilotic kam Kubo zum Abschluss. Sein Schuss in der 51. Minute traf allerdings nur den Pfosten. Plötzlich waren alle wieder wach. Nun powerten die Berner und zeigten ein starkes Spiel.

Kurz nach der Pause starteten die Young Boys ihre YB-Viertelstunde, doch am Abschluss fehlte es zuhauf: Bei den Schüssen von Hoarau und Kubo war reichlich Pech dabei. Hoarau köpfte einen Ball aus fünf Metern neben das Tor und Kubo sah seinen Schuss von Kurzawa auf der Linie geklärt.

Der monegassische Aussenverteidiger traf nur zwei Minuten später in der 64. Minute per Volley herrlich ins kurze Eck, nachdem er sträflich alleine gelassen wurde. Eine unverdiente, wenngleich auch unglaublich effiziente Führung. Acht Minuten später war es dann Carrillo, der nur kurze Zeit nach seiner Einwechslung einen Moutinho-Freistoss ins Tor köpfte.

YB gibt sich kämpferisch

Durch einen Gegenangriff gelang den Hauptstädtern zwar der Anschlusstreffer von Nuzzolo in der 74. Minute, aber nur eine Minute später baut Pasalic die Führung der Monegassen zum Endergebnis von 3-1 nochmals aus.

Scott Sutter brachte es nach dem Spiel auf den Punkt: “Wir spielten ein sehr starkes Spiel, doch es war ein Spiel, in dem der Ball einfach nicht rein wollte.” Auf das Rückspiel bezogen meinte der YB-Verteidiger: “Wir müssen noch einmal so spielen und die Tore machen, ganz durch sind sie noch nicht.”

Raphael Nuzzolo, einziger YB-Torschütze, sagte: “Wenige Chancen, drei Tore. Man sah einfach den Niveauunterschied:”

Category Archives: Sport

Erster Dämpfer für YB

Passives YB

Viel Sehenswertes bot die erste Halbzeit nicht und dennoch führten die Gäste aus Thun gleich mit 0-3. Die Oberländer konnten bislang kein Spiel gewinnen und so überraschte das Halbzeitresultat umso mehr. Bei YB passte nichts zusammen und die Kreativität in der Offensive, die aus den letzten Spielen gelobt wurde, kam nicht zum Vorschein.

So wurde YB von der eigenen Eckballvariante aus dem Spiel gegen Lausanne von Thun ausgehebelt. Sandro Lauper erzielte nach 13 Minuten die Führung für den FC Thun. Gefolgt war diese Ecke von einer weiteren, bei welcher Marco Bürki Gelmi gewähren liess. Der Verteidiger des FC Thun erzielte somit bereits das 0-2 für das Gästeteam.

Nun kam es aber in der 43. Minute noch dicker für den passiven Leader aus Bern: Spielmann wurde nach einem Fehlpass aus der YB-Verteidigung sofort lanciert und blieb Sieger im Duell gegen David von Ballmoos.

Offensivdruck ohne Erfolg

Adi Hütter brachte nach der Pause mit Guillaume Hoarau und Leo Bertone zwei geschonte Stammspieler. Diese brachten zwar etwas Schwung mit und YB spielte sich hochkarätige Chancen heraus, trotzdem scheiterten die Hauptstädter an ihrem eigenen Unvermögen oder am stark aufspielenden Thun-Goalie Ruberto.

Es kam wie es kommen musste und so erzielte der FC Thun nach einer schön herausgespielten Aktion sogar das 0-4. Die Berner waren bedient und mussten das erste Mal in dieser Saison Punkte liegen lassen. Die Art und Weise lässt jedoch die eine oder andere Frage offen.

YB lässt seine Fans träumen

Foto: Thomas Hodel

Viele Zweikämpfe

Die erste Halbzeit war geprägt von vielen hart geführten Zweikämpfen und zwei stark aufspielenden Abwehrketten. Nur selten konnten die Offensivspieler beider Mannschaften in eine gefährliche Position gebracht werden.

Weder Steffen beim FCB, noch Sulejmani konnten ihre Freiheiten ausnützen und so war das logische Halbzeitresultat 0-0.

Einzelleistungen entscheiden das Spiel

Das Heimteam kam stärker aus der Kabine und spielte mit viel Druck nach vorne. In der 58. Minute passte der stark aufspielende YB-Verteidiger Benito auf Yoric Ravet. Dieser lässt mit seinem Dribbling Luca Zuffi alt aussehen und schlenzt den Ball herrlich an Vaclik vorbei ins Tor. Das ausverkaufte Stade de Suisse stand kopf. Keine Minute später hatte Sulejmani das nächste Tor auf dem Fuss, doch er verzog kläglich.

In der 80. Minute besiegte Sulejmani schliesslich endgültig das FCB. Einen Freistoss aus rund 25 Metern versenkte er nahezu perfekt ins Tor.

YB-Debütant Christian Fassnacht war nach dem Spiel zufrieden: «Es ist natürlich toll, gegen den Meister zu gewinnen, aber das war bloss das erste Spiel und jetzt kommt Dynamo Kiew, dies ist noch ein härterer Brocken. Nach der zweiten Halbzeit von heute dürfen wir jedoch zuversichtlich sein.»

Luzern unterliegt auch YB

Startfeuerwerk der Berner

Kaum angespielt zappelte der Ball bereits im Netz. Das Spiel dauerte erst zehn Sekunden, als sich die YB-Akteuere Frey, Ravet und Sulejmani durch die Luzernabwehr tankten. Letzterer liess sich nicht zweimal bitten und bezwang Jonas Omlin im Tor des FCL. Es ist eines der schnellsten Tore in der Geschichte der Super League.

Das Spiel war lanciert und der neutrale Zuschauer auf die Reaktion der Zentralschweizer gespannt. Diese blieb vorerst aus und nach zwei Minuten hätte Sulejmani beinahe zum zweiten Mal eingenetzt. Sein Kopfball zischte jedoch knapp über das Tor. Nach sieben Minuten zeigten sich erste Offensivzeichen der Gäste aus Luzern.
Marco Schneuwly, ein ehemaliger YB-Stürmer, flankte zur Mitte, wo Juric mit einem starken Kopfball den Ausgleich erzielte. Dabei sah wirkte die YB-Abwehr nicht, denn Juric hatte ziemlich viel Platz um zum Kopfball anzusetzten. Nach diesen beiden Toren flachte das Spiel etwas ab und beide Teams liessen keine sehenswerte Chance mehr zu. Bis zur 25. Minute plätscherte das Spiel so vor sich hin. Danach konnte sich das Team von Adi Hütter jedoch steigern und YB kam wieder vermehrt zu gefährlichen Angriffen.

Passive Luzerner

Luzern zeigte sich nun sehr passiv und der junge Torhüter des FCL, Jonas Omlin, löste bei manch einem Mitleid aus. Zwar parierte er gegen Michael Frey magistral, er musste jedoch in der 29. Minute erneut einen Ball aus dem Netz fischen. Nach einem Freistoss von der rechten Seite, wusste Sulejmani die Flanke von Ravet per Kopf zu verwerten. Die erneute Führung des Heimteams hinterliess jedoch einen bitteren Nachgeschmack, denn das Tor entstand vermutlich aus einer knappen Abseitsposition. YB übernahm nun das Spieldiktat und wer auf eine Reaktion des FCL hoffte, täuschte sich sehr.

Die Gäste zeigten sich ängstlich-passiv und konnten keine Offensivakzente mehr setzen. Besser machte es YB: Das Heimteam konnte in der 35. Minute die Führung ausbauen. Nach einem Pass in den Rücken der FCL-Abwehr scheiterte Frey an einem Bein eines Abwehrspielers. Den Abpraller verwertete YB-Neuzugang Roger Assale jedoch ohne Problem. Die zweite Halbzeit ging im gleichen Stil weiter, wie die erste aufgehört hatte. Die Berner dominierten die Gäste nach Belieben. Ihr schenlles Umschaltspiel brachte immer wieder grosse Gefahr mit sich. Schliesslich erzielte in der 60. Minute Michael Frey das Tor zum 4-1 für YB. Nach einem herrlichen Pass von Zakaria auf Sulejmani, wusste dieser Frey in der Mitte zu bedienen, welcher nur noch einschieben musste.
In der Folge hätten die Berner gut noch das eine oder andere Tor erzielen können, oder eher müssen. Bertone und Aebischer sahen ihre Schüsse jeweils am Aluminium abgeprallt.

Das Schlussresultat von 4-1 für YB stösst den FCL weiter in die Krise. Yvon Mvogo, Torhüter von YB, freute sich nach dem Spiel über den klaren Sieg: «Wir haben jetzt den zweiten Platz auf sicher und auch wenn ich nicht mehr dabei sein werde, freue ich mich, dass diese Mannschaft nächste Saison an der Champions-League-Qualifikation spielen darf. Ich bin heute sehr stolz auf diese Mannschaft. Der Auftritt heute ist einfach nur lobenswert», meinte Mvogo, der im Sommer zu RB Leipzig in die Bundesliga wechseln wird.

«Dr SCB isch dr geilscht Club»

Er wartet schon, an diesem Mittwochmittag, in einem Café in Bern, notabene zwei Tage nachdem sich der SCB in Zug zum zweiten Mal in Folge zum Eishockey Schweizer Meister küren lassen konnte. Von seinem Gipfeli ist schon fast nichts mehr übrig. «Tinu», stellt er sich vor. Martin Megert, wie er mit bürgerlichem Namen heisst, ist Informatiker. Neben seinem Beruf gibt es eine grosse Konstante in seinem Leben. Sie heisst SCB. Ich setzte mich ihm gegenüber hin. Wie sich herausstellt, ist Tinu genau wie ich in Burgdorf aufgewachsen. Während mich mein Vater an meinen ersten Match nach Langnau mitnahm, ging es für Tinu in die andere Richtung, nach Bern.

Das war der Beginn einer grossen Liebe. Heute ist der 56-Jährige der wahrscheinlich grösste SCB-Fan und ziemlich sicher auch der Bekannteste. Er ist Betreiber der Facebook-Seite «Hardboiled SCB», welche mittlerweile über 8000 Fans zählt. Auf dieser veröffentlicht er an jedem Spieltag spätestens eine Stunde nach dem Schlusspfiff einen Matchbericht, in dem er sich unzensiert seine Emotionen vom Leib schreibt. Diese Emotionen hat er nun auch in Buchform niedergeschrieben: «111 Gründe, den SCB zu lieben», heisst das gute Stück. Auch wenn sich Tinu für das Buch etwas zurückhalten musste, was die Sprache anging, ist sein Schreibstil deutlich erkennbar. «Ich bin wahnsinnig stolz auf das Buch, und auch auf mich», erzählt Tinu.

Seitenhiebe für Fribourg-Gottéron

«Der wichtigste Grund, den SCB zu lieben, ist ganz einfach: Der SCB ist ein geiler Club», sagt Tinu. Diesen einen, alles überspannenden Grund habe er dann, «wie ein Forensiker», aufgespalten in 111 Gründe. Drei Monate habe er jede Nacht daran geschrieben, immer mit der Deadline im Nacken. Er sei froh, dass er das Buch nicht während der Eishockeysaison schreiben musste, schmunzelt er. «Zusammen mit einem 100%-Job bin ich schon an meine Grenzen gekommen».

Das Buch ist eine Liebeserklärung an den SCB. Nicht immer sehr objektiv geschrieben, doch ausnahmslos ehrlich, interessant und auch lehrreich. Was auffällt: Gefühlt auf jeder zweiten Seite ist ein Seitenhieb gegen Fribourg-Gottéron versteckt. Diesen Club kann Tinu nicht ausstehen. «Weil es den HC Fribourg-Gottéron gibt», ist sogar der 39. Grund, den SCB zu lieben. Tinu erklärt, dass die Fribourger Fans «ekligi Cheibe» seien. Seine Erinnerungen an Fribourg seien nicht die besten, gibt er zu. Doch man könne sie auch nicht wirklich ernstnehmen, die chronisch erfolglosen Zähringer, die als einen der grössten Erfolge der Vereinsgeschichte den Vize Schweizer-Meister-Titel angeben, führt er weiter aus. Da seien ja sogar die Langnauer erfolgreicher – einen Titel gab es für die Langnauer 1976 zu feiern.

Der SCB als Kontaktbörse

Selbst der eingefleischteste SCB-Fan wird bei der Lektüre einige neue Dinge über seinen Lieblingsclub lernen. Etwa, dass die Band Europe extra für den SC Bern eine Ausnahme machte und ihren Hit «The Final Countdown», welcher nach jedem Berner Tor erklingt, zur Einweihung des neuen Stadions 2009 live spielte. Denn seit ihrem Comeback im Jahre 2004 weigerten sie sich standhaft, ihren grössten Hit live zu spielen. Auch Privates findet im Buch Platz: Martin Megert hat seine Frau an einem SCB-Spiel kennengelernt. Auch Randgeschichten von Spielern, Trainern und Schiedsrichtern finden in Tinus Werk Platz. In über 40 Jahren als SCB-Fan hat er vieles erlebt und kann so aus dem Nähkästchen plaudern. Die Liebe und Leidenschaft für den SCB ist in jeder Zeile spürbar.

Der Meisterfeier im Berner Stadion am Ostermontag blieb Tinu übrigens fern. «Bisher haben sie noch immer verloren, wenn ich an ein Public Viewing gegangen bin», so Tinu. Auch als der Titel im Trockenen war, blieb er zuhause: «Das war für mich ein schöner Abschluss der Saison». Er sei halt nicht mehr der Jüngste. Doch den Umzug durch die Berner Altstadt und die Feier auf dem Bundesplatz liess er sich nicht entgehen. «Das ist Ehrensache», meint der wohl grösste SCB-Fan, bevor er sich verabschieden muss. Er werde jetzt den Sommer geniessen.

Am Ende gewann der Effizientere

Vor 30’224 Zuschauern zeigte YB eine sehr starke Leistung gegen den Favoriten aus Gladbach. Die Atmosphäre im beinahe ausverkauften Stade de Suisse war grandios, dies auch dank den vielen Fans, die aus Deutschland angereist sind. Erst am Ende des Spieles konnten die Gäste dank einem Doppelschlag den Sack zumachen.

YB hält frech dagegen

Es war alles angerichtet für einen perfekten Fussballabend. Die Affiche stimmte und die Mannschaft von Adi Hütter war heiss auf das Hinspiel gegen den letztjährigen Vierten der deutschen Bundesliga.

Die Gäste dominierten das Spiel und versuchten mit einem schnellen Umschaltspiel die Verteidigung zu durchbrechen. Der stark aufspielende Traoré war oft der gesuchte Mann und in der 11. Minute war der Flügelspieler zu schnell für Lecjaks, er flankte scharf zur Mitte, wo der ex-FCZ Spieler Raffael wartete. Dieser vernaschte die YB-Abwehr und schoss seine Borussen mit einem herrlichen Flachschuss in Führung.

Die Berner hielten aber nach wie vor gut dagegen und hatten in der 45. Minute auch eine gute Möglichkeit zum Ausgleich. Hoaraus Versuch zischte aber knapp am Tor von Yann Sommer vorbei.

YB mit Chancenplus – Gladbach effizient

Nach der Pause kamen die Berner zunehmend besser ins Spiel und arbeiteten gut nach vorne, doch der letzte Pass fand nicht seinen Empfänger. Anders in der 56. Minute: als Sutter Ravet lancierte und der Franzose zur Mitte flankte. Für einmal stand dort Sulejmani ohne Verteidiger und nutzte dies dankend aus.

Das Spiel war neu lanciert und als in der 65. Minute Hoaraus Kopfball den Pfosten streifte, hätten die Berner die Führung nun definitiv verdient.

Wie aus heiterem Himmel schoss in der 67. Minute der eingewechselte André Hahn die erneute Führung für die Gäste aus dem Ruhrgebiet. YB brachte den Ball nicht aus der gefährlichen Zone, Bertone wurde noch hart angegangen, bevor der Ball zu Hahn sprang, der sich nicht zweimal bitten liess – bitter für die Berner.

Als in der 69. Minute Raffaels Volley-Versuch noch unhaltbar von Rochat ins eigene Tor abgelenkt wurde, waren die Hauptstädter definitiv am Ende. Die Gladbacher spielten die 3-1 Führung routiniert runter und gehen nun mit einem sehr dicken Polster ins Rückspiel von nächster Woche.

YB – GC: Spitzenspiel ohne Gewinner

«Das Resultat bringt definitiv niemandem etwas, doch unser Ziel war, YB nicht näher an uns herankommen zu lassen und dies haben wir erreicht.» Mit diesen Worten wendete sich Haris Tabakovic, nach seinem ersten Pflichtspiel für GC, an die Journalisten. Das Verfolgerduell startete wie erwartet. Bereits in der zehnten Minute setzte der nach einer Verletzung zurückgekehrte Guillaume Hoarau den Ball an den Pfosten.

Joel Mall im GC-Tor lenkte den Ball mit den Fingerspitzen an die Torumrandung. Die Berner standen hoch und setzten die Zürcher stark unter Druck. Sulejmani sah seinen Schuss vom GC-Schlussmann, Joel Mall, pariert und Alexander Gerndt scheiterte, alleine vor Mall, am eigenen Unvermögen.

Kurz nach Gerndts Chance überlief Loris Benito den Spieler Moritz Bauer und flankte von der Grundlinie in den Rücken der Abwehr. Dort stand Hoarau genau richtig und nickte ein. Die Zürcher reklamierten bei Schiedsrichter Jaccottet, da Gerndt Mall im passiven Abseits irritiert haben soll, doch der Schwede stand gar nicht im Abseits, denn Bauer hob dieses auf.

Kamberi mit der Hake

GC bislang ohne Möglichkeit, erhielt in der 31. Minute einen Eckball zugesprochen. Youngstar Kamberi schaute vermutlich vor dem Spiel einige Videos von Superstar Ibrahimovic an, denn er setzte zur Hake an und prompt landete der Ball hinter dem chancenlosen YB-Torwart Mvogo.

YB schien etwas geschockt, denn kurz nach dem Ausgleich hatte Dabbur den Führungstreffer auf dem Fuss, scheiterte aber am hervorragend reagierenden Mvogo. Kurz vor der Pause eine weitere heikle Situation. YB-Neuzugang Yoric Ravet flankte einen Freistoss auf Hoarau, der den Ball ins Tor köpfte, doch das Tor wurde annulliert, da der Franzose scheinbar aus einer Abseitsposition gestartet sei. Ein Fehlentscheid. Vilotic und Zakaria standen beide im Abseits, Hoarau nicht.

GC dominant

In der zweiten Halbzeit dominierten die Zürcher, jedoch schauten bloss selten gefährliche Chancen heraus. Dabbur setzte sich oft schön gegen mehrere YB-Verteidiger durch, scheiterte aber immer am gut positionierten Mvogo.

YB konnte nicht an der Leistung aus der ersten Hälfte anknüpfen und hatte einzig in der 84. Minute eine Chance, erneut in Führung zu gehen. Hoarau scheiterte jedoch mit seinem unplatzierten Kopfball an Mall. Doch das Spiel war noch nicht vorbei. Plötzlich stand Tabakovic alleine vor Mvogo und wird im letzten Moment zurückgepfiffen. Auch dies ein Fehlentscheid, denn Tabakovic stand nicht im Abseits. Somit gab es heute zwei gröbere Fehlentscheide, glücklicherweise je einen pro Mannschaft. Haris Tabakovic meinte nach dem Spiel: »In der ersten Halbzeit hatten wir Glück, in der zweiten YB. Also ist ein Unentschieden ein gerechtes Resultat.» Nuzzolo sah dies etwas anders: »Ich denke, GC ist mit diesem Resultat besser bedient als wir, aber wir hätten in der zweiten Halbzeit sicherlich mehr machen müssen.»

Die YB-Auferstehung?

Nach dem Sieg im ersten Spiel unter Adi Hütter gegen Vaduz waren gestern die Ansprüche an den FCB hoch. Man wollte dem unbesiegten Leader Punkte abnehmen. Dies gelang dank einer effizienten Offensive und einem noch stärkeren YB-Torhüter Yvon Mvogo.

Basel macht mehr für das Spiel

Die Basler drückten von Beginn weg und bereiteten der YB-Defensive in den Startminuten viel Arbeit. Die Berner standen zwar wieder hoch und pressten, doch der FCB spielte sich gut aus der Umklammerung der Hauptstädter heraus. Nach einem Freistoss für den FCB in der 5. Minute klärte Alain Rochat den Ball und dann kam der erste Grossauftritt von Sulejmani. Der Berner gewinnt das Sprintduell gegen Xhaka, dribbelt diesen zusätzlich noch schwindlig und knallt dann einfach eins auf den Ball. Auf einen Weg fand das Leder den Pfad ins Tor, jedoch macht Vaclik im FCB-Tor nicht die beste Figur.

Die Angriffe der Berner waren oft geduldig herausgespielt. Bis zu diesem Zeitpunkt gelingt es dem FCB nicht vor dem YB-Tor gefährlich zu werden. Während der Klassiker hart zu und her ging, erlaubte sich Schiedsrichter Klossner den einen oder anderen Fehler. Oft zu Gunsten des FCB.

Die Basler setzten bei Standardsituationen oft ein gefährliches Zeichen und so reagierte Youngstar Embolo nach einer Ecke in der 24. Minute am schnellsten und erzielte den nicht unverdienten Ausgleich für die Basler, welche mehr fürs Spiel machen.

Kurz vor der Pause dann der zweite Grossauftritt von Sulejmani. Der Serbe konnte einen Hadegjonai- Freistoss aus der eigenen Platzhälfte sauber mit der Brust annehmen und zog zur Mitte. Mutig zielte er aus rund 20 Metern ab und auch dieser Schuss schlug hinter dem chancenlosen Vaclik ein.

Wieder der drückende FCB

Auch nach der Pause startete der FCB druckvoller, doch auch in Halbzeit zwei waren es die Berner, die den ersten Treffer erzielten. Nach einem herrlichen Kabinettstück legte Steffen in der 65. Minute scharf zur Mitte, wo der bedrängte Alexander Gerndt mit der Hacke den Ball über die Linie drückte. Das Stade de Suisse stand Kopf. Zuvor hielt Mvogo die Führung nach einem gut geschossenen Zuffi-Freistoss fest und hatte Glück als ein Kopfball von Hoegh nur den Pfosten traf.

Xhaka liess sich etwas später zu einer Tätlichkeit an Steffen hinreissen. Klossner hatte die Aktion wahrscheinlich nur halb gesehen und zeigte dem Basler-Abräumer zum Unmut der Berner bloss den gelben Karton.

FCB gibt nicht auf

Wieder wurden die Basler in der 74. Minute nach einem Freistoss gefährlich und prompt gelang dem Innenverteidiger Suchy der Anschlusstreffer. Die Berner spielten nur auf Konter und so einen versuchte Vilotic mit einem hohen Ball zu lancieren. Gerndt glaubte daran – nach dem Aufspringen des Balles – vor Vaclik am Ball zu sein und wurde belohnt. Vor Vacliks Händen köpfte er den Ball über den Torhüter zum 4 zu2 ins Netz. Doch auch jetzt kämpfte der Leader weiter und erzielte in der Nachspielzeit durch Janko den erneuten Anschlusstreffer. Für den Ausgleich reichte die Zeit jedoch nicht mehr und YB schlug den FCB als erste Mannschaft in dieser Saison mit 4 zu 3.

Als Frau in einer Randsportart zu den Olympischen Spielen

“Ich bin Spitzensportlerin. Das sollte ich eigentlich sagen, wenn mich jemand fragt, was ich mache. Ich bin Spitzensportlerin, beruflich und privat.” Es war nie Jeannine Gmelins Plan, Profiruderin zu werden. Ihr Ziel war und ist es bloss, immer das zu tun, was sie will. “Wenn ich weiss, was ich will, stecke ich mein ganzes Herzblut in diese Sache.”

 

Schwieriger Start

Als Gmelin mit dreizehn Jahren im Ruderclub Uster ein neues Hobby fand, war es auf keinen Fall “Liebe auf den ersten Blick”. Sie und ihr grosser Bruder Valentin Gmelin sassen zweimal in der Woche im Boot und probierten das Rudern aus. Gmelins allererster Wettkampf war kein grosser Erfolg: “Weil sich meine Ruder zweimal im Wasser verdreht haben, haben wir verloren. Ich war zu Tode betrübt.” Auch ihr erstes Einzelrennen nahm ein wortwörtlich frühzeitiges Ende im Wasser. “Mitten auf der Rennstrecke bin ich gekentert.” Irgendwann kamen jedoch auch die ersten Erfolge. Dadurch hat Gmelin das Rudern mehr und mehr gepackt und der Trainingsumfang hat automatisch zunehmen müssen.

 

Mehr als ein Hobby

Neben dem Rudern hat Gmelin eine kaufmännische Lehre in Uster mit einem 80-Prozent-Pensum absolviert. Dadurch hatte sie nebst der Arbeit genug Zeit für das intensive Training. Der entscheidende Moment, in dem ihr klar wurde, dass ihr Rudern mehr bedeutet als nur ein Hobby, war 2011. Ihr Bruder Valentin Gmelin nahm damals in Amsterdam an der U23 Weltmeisterschaft teil. “Ich wurde überwältigt von Emotionen und Glücksgefühlen, da war mir klar: Das will ich auch.” Von da an hat sich Gmelins Karriere verändert.

 

Unterstützung von allen Seiten

Gmelin steckt alles, was sie kann, in die Erfüllung ihres Traums, doch ohne Unterstützung wäre sie heute nicht dort, wo sie ist. Bis vor einem Jahr arbeitete sie Teilzeit und konnte somit ihre Lebensausgaben decken. Jegliche Kosten, die das Rudern mit sich brachte, wie Trainingslager, Wettkämpfe und Reisen, übernahm und übernimmt auch heute grösstenteils die Leistungssportabteilung des Ruderclubs Uster.

 

Nun hat Gmelin jedoch keine Zeit mehr, neben dem Profisport zu arbeiten. Finanzielle Unterstützung bekommt sie heute von der Schweizerischen Sporthilfe/Swissolympics, Olympic Scholarship und von privaten Sponsoren. Gmelin hat ein starkes soziales Umfeld, das ihr psychisch gut beisteht. Ihre Familie stehe immer hinter ihr, ihre Freunde zeigten grosses Verständnis für ihre regelmässige Abwesenheit und die nur begrenzte Zeit für private Treffen.

 

“Meine Chefin war für mich immer eine wichtige Unterstützerin. Jegliche Ferien und Abwesenheiten hat sie mir ohne Wimpernzucken bewilligt.” Dadurch wurde Sorgen und Ängsten vorgebeugt. Ein weiterer grosser Unterstützer ist Roger Achermann, der Präsident des Ruderclubs Uster. “Er ist der Mann hinter allem, was für mich auf die Beine gestellt wird.” Gmelin kann mit ihren Anliegen stets zu ihm gehen und am nächsten Tag liegt meist eine Lösung auf dem Tisch.

 

Regeln und Befehle

Die einzige Möglichkeit, als Frau in einer Randsportart staatliche Unterstützung zu bekommen, ist die Spitzensport Rekrutenschule zu absolvieren. Diese Möglichkeit bietet die Schweizer Armee in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Sport an. Deshalb hat Gmelin das schweizerische Militär absolviert, wo sie eine dreiwöchige Grundausbildung machte.”Da bin ich ziemlich auf die Welt gekommen. Es herrschten bloss Regeln und Befehle, Selbstbestimmung gab es nicht.”

 

Anschliessend folgten 15 Wochen Intensivtraining, nicht in einem ruhigeren, wohl aber in einem angenehmeren Rahmen. Da sie zuvor eine feste Anstellung hatte, wurde sie während der Zeit auf der Rekrutenschule entlohnt, was dieses Angebot verlockend machte. Während dieser Zeit war Gmelin das erste Mal Vollzeit-Sportlerin. Somit ist dies auch die entscheidende Phase, in der ihr Entwicklungsprozess zur Profisportlerin begann.

 

Meilenstein

Jeannine Gmelin hat im Schweizer Rudersport durch den Gewinn der Silbermedaille an der Europameisterschaft einen Meilenstein gelegt. Durch diesen Sieg wird Gmelin Ende August an der Weltmeisterschaft antreten. Kommt sie dort unter die ersten neun Plätze, vertritt Gmelin an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro 2016 die Schweiz. In Anbetracht ihrer bisherigen Leistungen ist Gmelin zuversichtlich, diese Herausforderung packen zu können.

 

Gmelins Alltag war und ist auch heute stets ausgebucht und intensiv. Vor allem seit letztem Herbst, seit dem Gmelin als Spitzensportlerin arbeitet, bewegt sich ihr Wochenplan “abseits vom Normalen, ständig im extremen Rahmen.” Manchmal wünscht sich Gmelin etwas mehr Freiheiten, Flexibilität und Spontaneität, doch würde sie nie etwas aufgeben oder rückgängig machen wollen.

 

Aufs Herz hören

Das Gefühl vom Verlieren bei einem Wettkampf kann Gmelin nicht in Worte fassen, weil sie es nie wirklich erlebt hat. “Wenn ich alles gebe, kann ich gar nicht verlieren”. Ist Gmelin bei einem Wettkampf voll und ganz dabei, ist dies immer ein Erfolg. “Ich trainiere nicht nur, um zu siegen, sondern auch, weil jedes Training für mich eine Art Sieg ist.” Jedes Mal, sei es bei einem Wettkampf, einem Trainingswochenende oder einem Einzeltraining sammelt sie menschliche und sportliche Erfahrungen. Dadurch ist der Sieg für Gmelin nicht das einzige Erfolgserlebnis. “Doch ist er eine Bestätigung, dass ich richtig gelegen bin, stets an mich selbst zu glauben und auf mein Herz zu hören.”

 

Zukunft

Irgendwann wird Jeannine nicht mehr das Rudern als Beruf haben, irgendwann wird sie etwas Neues machen müssen. Was das sein wird, weiss sie noch nicht, doch eins ist klar: “Es wird irgendetwas anderes sein, doch es wird genauso meine Leidenschaft sein, wie es momentan das Rudern für mich ist.” Sie habe das Gefühl, dass sicher wieder etwas kommen wird, was sie vielleicht nicht genau so, aber auf eine andere Art begeistert wie der Rudersport. “Wenn das der Fall ist, gebe ich ganz sicher auch dann wieder 100 oder 110 Prozent.”

“Niveauunterschied war sichtbar”

Vor 16’079 Zuschauern startete für YB die Europacup-Kampagne. Gegner in der 3. Qualifikationsrunde der Champions League ist die AS Monaco. Der neureiche Verein, gespickt mit Topspielern, stand letzte Saison im Viertelfinale der Königsklasse und ging als klarer Favorit in die Partie gegen YB.

Keine Chancen im ersten Durchgang

Die erste Halbzeit brachte keine nennenswerte Aktion mit sich. Die beiden Abwehrketten standen hinten sicher und die Offensivspieler beider Mannschaften kreierten zu wenig gefährliche Spielsituationen. So sind zwei Versuche von YB-Neuzuzug Sulejmani die einzigen Aktionen mit Gefahrenpotenzial im Ansatz.

Zwei neue Mannschaften in zweiter Halbzeit

Die zweite Halbzeit startete mit einem Paukenschlag. Nach einem Befreiungsschlag von Vilotic kam Kubo zum Abschluss. Sein Schuss in der 51. Minute traf allerdings nur den Pfosten. Plötzlich waren alle wieder wach. Nun powerten die Berner und zeigten ein starkes Spiel.

Kurz nach der Pause starteten die Young Boys ihre YB-Viertelstunde, doch am Abschluss fehlte es zuhauf: Bei den Schüssen von Hoarau und Kubo war reichlich Pech dabei. Hoarau köpfte einen Ball aus fünf Metern neben das Tor und Kubo sah seinen Schuss von Kurzawa auf der Linie geklärt.

Der monegassische Aussenverteidiger traf nur zwei Minuten später in der 64. Minute per Volley herrlich ins kurze Eck, nachdem er sträflich alleine gelassen wurde. Eine unverdiente, wenngleich auch unglaublich effiziente Führung. Acht Minuten später war es dann Carrillo, der nur kurze Zeit nach seiner Einwechslung einen Moutinho-Freistoss ins Tor köpfte.

YB gibt sich kämpferisch

Durch einen Gegenangriff gelang den Hauptstädtern zwar der Anschlusstreffer von Nuzzolo in der 74. Minute, aber nur eine Minute später baut Pasalic die Führung der Monegassen zum Endergebnis von 3-1 nochmals aus.

Scott Sutter brachte es nach dem Spiel auf den Punkt: “Wir spielten ein sehr starkes Spiel, doch es war ein Spiel, in dem der Ball einfach nicht rein wollte.” Auf das Rückspiel bezogen meinte der YB-Verteidiger: “Wir müssen noch einmal so spielen und die Tore machen, ganz durch sind sie noch nicht.”

Raphael Nuzzolo, einziger YB-Torschütze, sagte: “Wenige Chancen, drei Tore. Man sah einfach den Niveauunterschied:”

Category Archives: Sport

Erster Dämpfer für YB

Passives YB

Viel Sehenswertes bot die erste Halbzeit nicht und dennoch führten die Gäste aus Thun gleich mit 0-3. Die Oberländer konnten bislang kein Spiel gewinnen und so überraschte das Halbzeitresultat umso mehr. Bei YB passte nichts zusammen und die Kreativität in der Offensive, die aus den letzten Spielen gelobt wurde, kam nicht zum Vorschein.

So wurde YB von der eigenen Eckballvariante aus dem Spiel gegen Lausanne von Thun ausgehebelt. Sandro Lauper erzielte nach 13 Minuten die Führung für den FC Thun. Gefolgt war diese Ecke von einer weiteren, bei welcher Marco Bürki Gelmi gewähren liess. Der Verteidiger des FC Thun erzielte somit bereits das 0-2 für das Gästeteam.

Nun kam es aber in der 43. Minute noch dicker für den passiven Leader aus Bern: Spielmann wurde nach einem Fehlpass aus der YB-Verteidigung sofort lanciert und blieb Sieger im Duell gegen David von Ballmoos.

Offensivdruck ohne Erfolg

Adi Hütter brachte nach der Pause mit Guillaume Hoarau und Leo Bertone zwei geschonte Stammspieler. Diese brachten zwar etwas Schwung mit und YB spielte sich hochkarätige Chancen heraus, trotzdem scheiterten die Hauptstädter an ihrem eigenen Unvermögen oder am stark aufspielenden Thun-Goalie Ruberto.

Es kam wie es kommen musste und so erzielte der FC Thun nach einer schön herausgespielten Aktion sogar das 0-4. Die Berner waren bedient und mussten das erste Mal in dieser Saison Punkte liegen lassen. Die Art und Weise lässt jedoch die eine oder andere Frage offen.

YB lässt seine Fans träumen

Foto: Thomas Hodel

Viele Zweikämpfe

Die erste Halbzeit war geprägt von vielen hart geführten Zweikämpfen und zwei stark aufspielenden Abwehrketten. Nur selten konnten die Offensivspieler beider Mannschaften in eine gefährliche Position gebracht werden.

Weder Steffen beim FCB, noch Sulejmani konnten ihre Freiheiten ausnützen und so war das logische Halbzeitresultat 0-0.

Einzelleistungen entscheiden das Spiel

Das Heimteam kam stärker aus der Kabine und spielte mit viel Druck nach vorne. In der 58. Minute passte der stark aufspielende YB-Verteidiger Benito auf Yoric Ravet. Dieser lässt mit seinem Dribbling Luca Zuffi alt aussehen und schlenzt den Ball herrlich an Vaclik vorbei ins Tor. Das ausverkaufte Stade de Suisse stand kopf. Keine Minute später hatte Sulejmani das nächste Tor auf dem Fuss, doch er verzog kläglich.

In der 80. Minute besiegte Sulejmani schliesslich endgültig das FCB. Einen Freistoss aus rund 25 Metern versenkte er nahezu perfekt ins Tor.

YB-Debütant Christian Fassnacht war nach dem Spiel zufrieden: «Es ist natürlich toll, gegen den Meister zu gewinnen, aber das war bloss das erste Spiel und jetzt kommt Dynamo Kiew, dies ist noch ein härterer Brocken. Nach der zweiten Halbzeit von heute dürfen wir jedoch zuversichtlich sein.»

Luzern unterliegt auch YB

Startfeuerwerk der Berner

Kaum angespielt zappelte der Ball bereits im Netz. Das Spiel dauerte erst zehn Sekunden, als sich die YB-Akteuere Frey, Ravet und Sulejmani durch die Luzernabwehr tankten. Letzterer liess sich nicht zweimal bitten und bezwang Jonas Omlin im Tor des FCL. Es ist eines der schnellsten Tore in der Geschichte der Super League.

Das Spiel war lanciert und der neutrale Zuschauer auf die Reaktion der Zentralschweizer gespannt. Diese blieb vorerst aus und nach zwei Minuten hätte Sulejmani beinahe zum zweiten Mal eingenetzt. Sein Kopfball zischte jedoch knapp über das Tor. Nach sieben Minuten zeigten sich erste Offensivzeichen der Gäste aus Luzern.
Marco Schneuwly, ein ehemaliger YB-Stürmer, flankte zur Mitte, wo Juric mit einem starken Kopfball den Ausgleich erzielte. Dabei sah wirkte die YB-Abwehr nicht, denn Juric hatte ziemlich viel Platz um zum Kopfball anzusetzten. Nach diesen beiden Toren flachte das Spiel etwas ab und beide Teams liessen keine sehenswerte Chance mehr zu. Bis zur 25. Minute plätscherte das Spiel so vor sich hin. Danach konnte sich das Team von Adi Hütter jedoch steigern und YB kam wieder vermehrt zu gefährlichen Angriffen.

Passive Luzerner

Luzern zeigte sich nun sehr passiv und der junge Torhüter des FCL, Jonas Omlin, löste bei manch einem Mitleid aus. Zwar parierte er gegen Michael Frey magistral, er musste jedoch in der 29. Minute erneut einen Ball aus dem Netz fischen. Nach einem Freistoss von der rechten Seite, wusste Sulejmani die Flanke von Ravet per Kopf zu verwerten. Die erneute Führung des Heimteams hinterliess jedoch einen bitteren Nachgeschmack, denn das Tor entstand vermutlich aus einer knappen Abseitsposition. YB übernahm nun das Spieldiktat und wer auf eine Reaktion des FCL hoffte, täuschte sich sehr.

Die Gäste zeigten sich ängstlich-passiv und konnten keine Offensivakzente mehr setzen. Besser machte es YB: Das Heimteam konnte in der 35. Minute die Führung ausbauen. Nach einem Pass in den Rücken der FCL-Abwehr scheiterte Frey an einem Bein eines Abwehrspielers. Den Abpraller verwertete YB-Neuzugang Roger Assale jedoch ohne Problem. Die zweite Halbzeit ging im gleichen Stil weiter, wie die erste aufgehört hatte. Die Berner dominierten die Gäste nach Belieben. Ihr schenlles Umschaltspiel brachte immer wieder grosse Gefahr mit sich. Schliesslich erzielte in der 60. Minute Michael Frey das Tor zum 4-1 für YB. Nach einem herrlichen Pass von Zakaria auf Sulejmani, wusste dieser Frey in der Mitte zu bedienen, welcher nur noch einschieben musste.
In der Folge hätten die Berner gut noch das eine oder andere Tor erzielen können, oder eher müssen. Bertone und Aebischer sahen ihre Schüsse jeweils am Aluminium abgeprallt.

Das Schlussresultat von 4-1 für YB stösst den FCL weiter in die Krise. Yvon Mvogo, Torhüter von YB, freute sich nach dem Spiel über den klaren Sieg: «Wir haben jetzt den zweiten Platz auf sicher und auch wenn ich nicht mehr dabei sein werde, freue ich mich, dass diese Mannschaft nächste Saison an der Champions-League-Qualifikation spielen darf. Ich bin heute sehr stolz auf diese Mannschaft. Der Auftritt heute ist einfach nur lobenswert», meinte Mvogo, der im Sommer zu RB Leipzig in die Bundesliga wechseln wird.

«Dr SCB isch dr geilscht Club»

Er wartet schon, an diesem Mittwochmittag, in einem Café in Bern, notabene zwei Tage nachdem sich der SCB in Zug zum zweiten Mal in Folge zum Eishockey Schweizer Meister küren lassen konnte. Von seinem Gipfeli ist schon fast nichts mehr übrig. «Tinu», stellt er sich vor. Martin Megert, wie er mit bürgerlichem Namen heisst, ist Informatiker. Neben seinem Beruf gibt es eine grosse Konstante in seinem Leben. Sie heisst SCB. Ich setzte mich ihm gegenüber hin. Wie sich herausstellt, ist Tinu genau wie ich in Burgdorf aufgewachsen. Während mich mein Vater an meinen ersten Match nach Langnau mitnahm, ging es für Tinu in die andere Richtung, nach Bern.

Das war der Beginn einer grossen Liebe. Heute ist der 56-Jährige der wahrscheinlich grösste SCB-Fan und ziemlich sicher auch der Bekannteste. Er ist Betreiber der Facebook-Seite «Hardboiled SCB», welche mittlerweile über 8000 Fans zählt. Auf dieser veröffentlicht er an jedem Spieltag spätestens eine Stunde nach dem Schlusspfiff einen Matchbericht, in dem er sich unzensiert seine Emotionen vom Leib schreibt. Diese Emotionen hat er nun auch in Buchform niedergeschrieben: «111 Gründe, den SCB zu lieben», heisst das gute Stück. Auch wenn sich Tinu für das Buch etwas zurückhalten musste, was die Sprache anging, ist sein Schreibstil deutlich erkennbar. «Ich bin wahnsinnig stolz auf das Buch, und auch auf mich», erzählt Tinu.

Seitenhiebe für Fribourg-Gottéron

«Der wichtigste Grund, den SCB zu lieben, ist ganz einfach: Der SCB ist ein geiler Club», sagt Tinu. Diesen einen, alles überspannenden Grund habe er dann, «wie ein Forensiker», aufgespalten in 111 Gründe. Drei Monate habe er jede Nacht daran geschrieben, immer mit der Deadline im Nacken. Er sei froh, dass er das Buch nicht während der Eishockeysaison schreiben musste, schmunzelt er. «Zusammen mit einem 100%-Job bin ich schon an meine Grenzen gekommen».

Das Buch ist eine Liebeserklärung an den SCB. Nicht immer sehr objektiv geschrieben, doch ausnahmslos ehrlich, interessant und auch lehrreich. Was auffällt: Gefühlt auf jeder zweiten Seite ist ein Seitenhieb gegen Fribourg-Gottéron versteckt. Diesen Club kann Tinu nicht ausstehen. «Weil es den HC Fribourg-Gottéron gibt», ist sogar der 39. Grund, den SCB zu lieben. Tinu erklärt, dass die Fribourger Fans «ekligi Cheibe» seien. Seine Erinnerungen an Fribourg seien nicht die besten, gibt er zu. Doch man könne sie auch nicht wirklich ernstnehmen, die chronisch erfolglosen Zähringer, die als einen der grössten Erfolge der Vereinsgeschichte den Vize Schweizer-Meister-Titel angeben, führt er weiter aus. Da seien ja sogar die Langnauer erfolgreicher – einen Titel gab es für die Langnauer 1976 zu feiern.

Der SCB als Kontaktbörse

Selbst der eingefleischteste SCB-Fan wird bei der Lektüre einige neue Dinge über seinen Lieblingsclub lernen. Etwa, dass die Band Europe extra für den SC Bern eine Ausnahme machte und ihren Hit «The Final Countdown», welcher nach jedem Berner Tor erklingt, zur Einweihung des neuen Stadions 2009 live spielte. Denn seit ihrem Comeback im Jahre 2004 weigerten sie sich standhaft, ihren grössten Hit live zu spielen. Auch Privates findet im Buch Platz: Martin Megert hat seine Frau an einem SCB-Spiel kennengelernt. Auch Randgeschichten von Spielern, Trainern und Schiedsrichtern finden in Tinus Werk Platz. In über 40 Jahren als SCB-Fan hat er vieles erlebt und kann so aus dem Nähkästchen plaudern. Die Liebe und Leidenschaft für den SCB ist in jeder Zeile spürbar.

Der Meisterfeier im Berner Stadion am Ostermontag blieb Tinu übrigens fern. «Bisher haben sie noch immer verloren, wenn ich an ein Public Viewing gegangen bin», so Tinu. Auch als der Titel im Trockenen war, blieb er zuhause: «Das war für mich ein schöner Abschluss der Saison». Er sei halt nicht mehr der Jüngste. Doch den Umzug durch die Berner Altstadt und die Feier auf dem Bundesplatz liess er sich nicht entgehen. «Das ist Ehrensache», meint der wohl grösste SCB-Fan, bevor er sich verabschieden muss. Er werde jetzt den Sommer geniessen.

Am Ende gewann der Effizientere

Vor 30’224 Zuschauern zeigte YB eine sehr starke Leistung gegen den Favoriten aus Gladbach. Die Atmosphäre im beinahe ausverkauften Stade de Suisse war grandios, dies auch dank den vielen Fans, die aus Deutschland angereist sind. Erst am Ende des Spieles konnten die Gäste dank einem Doppelschlag den Sack zumachen.

YB hält frech dagegen

Es war alles angerichtet für einen perfekten Fussballabend. Die Affiche stimmte und die Mannschaft von Adi Hütter war heiss auf das Hinspiel gegen den letztjährigen Vierten der deutschen Bundesliga.

Die Gäste dominierten das Spiel und versuchten mit einem schnellen Umschaltspiel die Verteidigung zu durchbrechen. Der stark aufspielende Traoré war oft der gesuchte Mann und in der 11. Minute war der Flügelspieler zu schnell für Lecjaks, er flankte scharf zur Mitte, wo der ex-FCZ Spieler Raffael wartete. Dieser vernaschte die YB-Abwehr und schoss seine Borussen mit einem herrlichen Flachschuss in Führung.

Die Berner hielten aber nach wie vor gut dagegen und hatten in der 45. Minute auch eine gute Möglichkeit zum Ausgleich. Hoaraus Versuch zischte aber knapp am Tor von Yann Sommer vorbei.

YB mit Chancenplus – Gladbach effizient

Nach der Pause kamen die Berner zunehmend besser ins Spiel und arbeiteten gut nach vorne, doch der letzte Pass fand nicht seinen Empfänger. Anders in der 56. Minute: als Sutter Ravet lancierte und der Franzose zur Mitte flankte. Für einmal stand dort Sulejmani ohne Verteidiger und nutzte dies dankend aus.

Das Spiel war neu lanciert und als in der 65. Minute Hoaraus Kopfball den Pfosten streifte, hätten die Berner die Führung nun definitiv verdient.

Wie aus heiterem Himmel schoss in der 67. Minute der eingewechselte André Hahn die erneute Führung für die Gäste aus dem Ruhrgebiet. YB brachte den Ball nicht aus der gefährlichen Zone, Bertone wurde noch hart angegangen, bevor der Ball zu Hahn sprang, der sich nicht zweimal bitten liess – bitter für die Berner.

Als in der 69. Minute Raffaels Volley-Versuch noch unhaltbar von Rochat ins eigene Tor abgelenkt wurde, waren die Hauptstädter definitiv am Ende. Die Gladbacher spielten die 3-1 Führung routiniert runter und gehen nun mit einem sehr dicken Polster ins Rückspiel von nächster Woche.

YB – GC: Spitzenspiel ohne Gewinner

«Das Resultat bringt definitiv niemandem etwas, doch unser Ziel war, YB nicht näher an uns herankommen zu lassen und dies haben wir erreicht.» Mit diesen Worten wendete sich Haris Tabakovic, nach seinem ersten Pflichtspiel für GC, an die Journalisten. Das Verfolgerduell startete wie erwartet. Bereits in der zehnten Minute setzte der nach einer Verletzung zurückgekehrte Guillaume Hoarau den Ball an den Pfosten.

Joel Mall im GC-Tor lenkte den Ball mit den Fingerspitzen an die Torumrandung. Die Berner standen hoch und setzten die Zürcher stark unter Druck. Sulejmani sah seinen Schuss vom GC-Schlussmann, Joel Mall, pariert und Alexander Gerndt scheiterte, alleine vor Mall, am eigenen Unvermögen.

Kurz nach Gerndts Chance überlief Loris Benito den Spieler Moritz Bauer und flankte von der Grundlinie in den Rücken der Abwehr. Dort stand Hoarau genau richtig und nickte ein. Die Zürcher reklamierten bei Schiedsrichter Jaccottet, da Gerndt Mall im passiven Abseits irritiert haben soll, doch der Schwede stand gar nicht im Abseits, denn Bauer hob dieses auf.

Kamberi mit der Hake

GC bislang ohne Möglichkeit, erhielt in der 31. Minute einen Eckball zugesprochen. Youngstar Kamberi schaute vermutlich vor dem Spiel einige Videos von Superstar Ibrahimovic an, denn er setzte zur Hake an und prompt landete der Ball hinter dem chancenlosen YB-Torwart Mvogo.

YB schien etwas geschockt, denn kurz nach dem Ausgleich hatte Dabbur den Führungstreffer auf dem Fuss, scheiterte aber am hervorragend reagierenden Mvogo. Kurz vor der Pause eine weitere heikle Situation. YB-Neuzugang Yoric Ravet flankte einen Freistoss auf Hoarau, der den Ball ins Tor köpfte, doch das Tor wurde annulliert, da der Franzose scheinbar aus einer Abseitsposition gestartet sei. Ein Fehlentscheid. Vilotic und Zakaria standen beide im Abseits, Hoarau nicht.

GC dominant

In der zweiten Halbzeit dominierten die Zürcher, jedoch schauten bloss selten gefährliche Chancen heraus. Dabbur setzte sich oft schön gegen mehrere YB-Verteidiger durch, scheiterte aber immer am gut positionierten Mvogo.

YB konnte nicht an der Leistung aus der ersten Hälfte anknüpfen und hatte einzig in der 84. Minute eine Chance, erneut in Führung zu gehen. Hoarau scheiterte jedoch mit seinem unplatzierten Kopfball an Mall. Doch das Spiel war noch nicht vorbei. Plötzlich stand Tabakovic alleine vor Mvogo und wird im letzten Moment zurückgepfiffen. Auch dies ein Fehlentscheid, denn Tabakovic stand nicht im Abseits. Somit gab es heute zwei gröbere Fehlentscheide, glücklicherweise je einen pro Mannschaft. Haris Tabakovic meinte nach dem Spiel: »In der ersten Halbzeit hatten wir Glück, in der zweiten YB. Also ist ein Unentschieden ein gerechtes Resultat.» Nuzzolo sah dies etwas anders: »Ich denke, GC ist mit diesem Resultat besser bedient als wir, aber wir hätten in der zweiten Halbzeit sicherlich mehr machen müssen.»

Die YB-Auferstehung?

Nach dem Sieg im ersten Spiel unter Adi Hütter gegen Vaduz waren gestern die Ansprüche an den FCB hoch. Man wollte dem unbesiegten Leader Punkte abnehmen. Dies gelang dank einer effizienten Offensive und einem noch stärkeren YB-Torhüter Yvon Mvogo.

Basel macht mehr für das Spiel

Die Basler drückten von Beginn weg und bereiteten der YB-Defensive in den Startminuten viel Arbeit. Die Berner standen zwar wieder hoch und pressten, doch der FCB spielte sich gut aus der Umklammerung der Hauptstädter heraus. Nach einem Freistoss für den FCB in der 5. Minute klärte Alain Rochat den Ball und dann kam der erste Grossauftritt von Sulejmani. Der Berner gewinnt das Sprintduell gegen Xhaka, dribbelt diesen zusätzlich noch schwindlig und knallt dann einfach eins auf den Ball. Auf einen Weg fand das Leder den Pfad ins Tor, jedoch macht Vaclik im FCB-Tor nicht die beste Figur.

Die Angriffe der Berner waren oft geduldig herausgespielt. Bis zu diesem Zeitpunkt gelingt es dem FCB nicht vor dem YB-Tor gefährlich zu werden. Während der Klassiker hart zu und her ging, erlaubte sich Schiedsrichter Klossner den einen oder anderen Fehler. Oft zu Gunsten des FCB.

Die Basler setzten bei Standardsituationen oft ein gefährliches Zeichen und so reagierte Youngstar Embolo nach einer Ecke in der 24. Minute am schnellsten und erzielte den nicht unverdienten Ausgleich für die Basler, welche mehr fürs Spiel machen.

Kurz vor der Pause dann der zweite Grossauftritt von Sulejmani. Der Serbe konnte einen Hadegjonai- Freistoss aus der eigenen Platzhälfte sauber mit der Brust annehmen und zog zur Mitte. Mutig zielte er aus rund 20 Metern ab und auch dieser Schuss schlug hinter dem chancenlosen Vaclik ein.

Wieder der drückende FCB

Auch nach der Pause startete der FCB druckvoller, doch auch in Halbzeit zwei waren es die Berner, die den ersten Treffer erzielten. Nach einem herrlichen Kabinettstück legte Steffen in der 65. Minute scharf zur Mitte, wo der bedrängte Alexander Gerndt mit der Hacke den Ball über die Linie drückte. Das Stade de Suisse stand Kopf. Zuvor hielt Mvogo die Führung nach einem gut geschossenen Zuffi-Freistoss fest und hatte Glück als ein Kopfball von Hoegh nur den Pfosten traf.

Xhaka liess sich etwas später zu einer Tätlichkeit an Steffen hinreissen. Klossner hatte die Aktion wahrscheinlich nur halb gesehen und zeigte dem Basler-Abräumer zum Unmut der Berner bloss den gelben Karton.

FCB gibt nicht auf

Wieder wurden die Basler in der 74. Minute nach einem Freistoss gefährlich und prompt gelang dem Innenverteidiger Suchy der Anschlusstreffer. Die Berner spielten nur auf Konter und so einen versuchte Vilotic mit einem hohen Ball zu lancieren. Gerndt glaubte daran – nach dem Aufspringen des Balles – vor Vaclik am Ball zu sein und wurde belohnt. Vor Vacliks Händen köpfte er den Ball über den Torhüter zum 4 zu2 ins Netz. Doch auch jetzt kämpfte der Leader weiter und erzielte in der Nachspielzeit durch Janko den erneuten Anschlusstreffer. Für den Ausgleich reichte die Zeit jedoch nicht mehr und YB schlug den FCB als erste Mannschaft in dieser Saison mit 4 zu 3.

Als Frau in einer Randsportart zu den Olympischen Spielen

“Ich bin Spitzensportlerin. Das sollte ich eigentlich sagen, wenn mich jemand fragt, was ich mache. Ich bin Spitzensportlerin, beruflich und privat.” Es war nie Jeannine Gmelins Plan, Profiruderin zu werden. Ihr Ziel war und ist es bloss, immer das zu tun, was sie will. “Wenn ich weiss, was ich will, stecke ich mein ganzes Herzblut in diese Sache.”

 

Schwieriger Start

Als Gmelin mit dreizehn Jahren im Ruderclub Uster ein neues Hobby fand, war es auf keinen Fall “Liebe auf den ersten Blick”. Sie und ihr grosser Bruder Valentin Gmelin sassen zweimal in der Woche im Boot und probierten das Rudern aus. Gmelins allererster Wettkampf war kein grosser Erfolg: “Weil sich meine Ruder zweimal im Wasser verdreht haben, haben wir verloren. Ich war zu Tode betrübt.” Auch ihr erstes Einzelrennen nahm ein wortwörtlich frühzeitiges Ende im Wasser. “Mitten auf der Rennstrecke bin ich gekentert.” Irgendwann kamen jedoch auch die ersten Erfolge. Dadurch hat Gmelin das Rudern mehr und mehr gepackt und der Trainingsumfang hat automatisch zunehmen müssen.

 

Mehr als ein Hobby

Neben dem Rudern hat Gmelin eine kaufmännische Lehre in Uster mit einem 80-Prozent-Pensum absolviert. Dadurch hatte sie nebst der Arbeit genug Zeit für das intensive Training. Der entscheidende Moment, in dem ihr klar wurde, dass ihr Rudern mehr bedeutet als nur ein Hobby, war 2011. Ihr Bruder Valentin Gmelin nahm damals in Amsterdam an der U23 Weltmeisterschaft teil. “Ich wurde überwältigt von Emotionen und Glücksgefühlen, da war mir klar: Das will ich auch.” Von da an hat sich Gmelins Karriere verändert.

 

Unterstützung von allen Seiten

Gmelin steckt alles, was sie kann, in die Erfüllung ihres Traums, doch ohne Unterstützung wäre sie heute nicht dort, wo sie ist. Bis vor einem Jahr arbeitete sie Teilzeit und konnte somit ihre Lebensausgaben decken. Jegliche Kosten, die das Rudern mit sich brachte, wie Trainingslager, Wettkämpfe und Reisen, übernahm und übernimmt auch heute grösstenteils die Leistungssportabteilung des Ruderclubs Uster.

 

Nun hat Gmelin jedoch keine Zeit mehr, neben dem Profisport zu arbeiten. Finanzielle Unterstützung bekommt sie heute von der Schweizerischen Sporthilfe/Swissolympics, Olympic Scholarship und von privaten Sponsoren. Gmelin hat ein starkes soziales Umfeld, das ihr psychisch gut beisteht. Ihre Familie stehe immer hinter ihr, ihre Freunde zeigten grosses Verständnis für ihre regelmässige Abwesenheit und die nur begrenzte Zeit für private Treffen.

 

“Meine Chefin war für mich immer eine wichtige Unterstützerin. Jegliche Ferien und Abwesenheiten hat sie mir ohne Wimpernzucken bewilligt.” Dadurch wurde Sorgen und Ängsten vorgebeugt. Ein weiterer grosser Unterstützer ist Roger Achermann, der Präsident des Ruderclubs Uster. “Er ist der Mann hinter allem, was für mich auf die Beine gestellt wird.” Gmelin kann mit ihren Anliegen stets zu ihm gehen und am nächsten Tag liegt meist eine Lösung auf dem Tisch.

 

Regeln und Befehle

Die einzige Möglichkeit, als Frau in einer Randsportart staatliche Unterstützung zu bekommen, ist die Spitzensport Rekrutenschule zu absolvieren. Diese Möglichkeit bietet die Schweizer Armee in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Sport an. Deshalb hat Gmelin das schweizerische Militär absolviert, wo sie eine dreiwöchige Grundausbildung machte.”Da bin ich ziemlich auf die Welt gekommen. Es herrschten bloss Regeln und Befehle, Selbstbestimmung gab es nicht.”

 

Anschliessend folgten 15 Wochen Intensivtraining, nicht in einem ruhigeren, wohl aber in einem angenehmeren Rahmen. Da sie zuvor eine feste Anstellung hatte, wurde sie während der Zeit auf der Rekrutenschule entlohnt, was dieses Angebot verlockend machte. Während dieser Zeit war Gmelin das erste Mal Vollzeit-Sportlerin. Somit ist dies auch die entscheidende Phase, in der ihr Entwicklungsprozess zur Profisportlerin begann.

 

Meilenstein

Jeannine Gmelin hat im Schweizer Rudersport durch den Gewinn der Silbermedaille an der Europameisterschaft einen Meilenstein gelegt. Durch diesen Sieg wird Gmelin Ende August an der Weltmeisterschaft antreten. Kommt sie dort unter die ersten neun Plätze, vertritt Gmelin an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro 2016 die Schweiz. In Anbetracht ihrer bisherigen Leistungen ist Gmelin zuversichtlich, diese Herausforderung packen zu können.

 

Gmelins Alltag war und ist auch heute stets ausgebucht und intensiv. Vor allem seit letztem Herbst, seit dem Gmelin als Spitzensportlerin arbeitet, bewegt sich ihr Wochenplan “abseits vom Normalen, ständig im extremen Rahmen.” Manchmal wünscht sich Gmelin etwas mehr Freiheiten, Flexibilität und Spontaneität, doch würde sie nie etwas aufgeben oder rückgängig machen wollen.

 

Aufs Herz hören

Das Gefühl vom Verlieren bei einem Wettkampf kann Gmelin nicht in Worte fassen, weil sie es nie wirklich erlebt hat. “Wenn ich alles gebe, kann ich gar nicht verlieren”. Ist Gmelin bei einem Wettkampf voll und ganz dabei, ist dies immer ein Erfolg. “Ich trainiere nicht nur, um zu siegen, sondern auch, weil jedes Training für mich eine Art Sieg ist.” Jedes Mal, sei es bei einem Wettkampf, einem Trainingswochenende oder einem Einzeltraining sammelt sie menschliche und sportliche Erfahrungen. Dadurch ist der Sieg für Gmelin nicht das einzige Erfolgserlebnis. “Doch ist er eine Bestätigung, dass ich richtig gelegen bin, stets an mich selbst zu glauben und auf mein Herz zu hören.”

 

Zukunft

Irgendwann wird Jeannine nicht mehr das Rudern als Beruf haben, irgendwann wird sie etwas Neues machen müssen. Was das sein wird, weiss sie noch nicht, doch eins ist klar: “Es wird irgendetwas anderes sein, doch es wird genauso meine Leidenschaft sein, wie es momentan das Rudern für mich ist.” Sie habe das Gefühl, dass sicher wieder etwas kommen wird, was sie vielleicht nicht genau so, aber auf eine andere Art begeistert wie der Rudersport. “Wenn das der Fall ist, gebe ich ganz sicher auch dann wieder 100 oder 110 Prozent.”

“Niveauunterschied war sichtbar”

Vor 16’079 Zuschauern startete für YB die Europacup-Kampagne. Gegner in der 3. Qualifikationsrunde der Champions League ist die AS Monaco. Der neureiche Verein, gespickt mit Topspielern, stand letzte Saison im Viertelfinale der Königsklasse und ging als klarer Favorit in die Partie gegen YB.

Keine Chancen im ersten Durchgang

Die erste Halbzeit brachte keine nennenswerte Aktion mit sich. Die beiden Abwehrketten standen hinten sicher und die Offensivspieler beider Mannschaften kreierten zu wenig gefährliche Spielsituationen. So sind zwei Versuche von YB-Neuzuzug Sulejmani die einzigen Aktionen mit Gefahrenpotenzial im Ansatz.

Zwei neue Mannschaften in zweiter Halbzeit

Die zweite Halbzeit startete mit einem Paukenschlag. Nach einem Befreiungsschlag von Vilotic kam Kubo zum Abschluss. Sein Schuss in der 51. Minute traf allerdings nur den Pfosten. Plötzlich waren alle wieder wach. Nun powerten die Berner und zeigten ein starkes Spiel.

Kurz nach der Pause starteten die Young Boys ihre YB-Viertelstunde, doch am Abschluss fehlte es zuhauf: Bei den Schüssen von Hoarau und Kubo war reichlich Pech dabei. Hoarau köpfte einen Ball aus fünf Metern neben das Tor und Kubo sah seinen Schuss von Kurzawa auf der Linie geklärt.

Der monegassische Aussenverteidiger traf nur zwei Minuten später in der 64. Minute per Volley herrlich ins kurze Eck, nachdem er sträflich alleine gelassen wurde. Eine unverdiente, wenngleich auch unglaublich effiziente Führung. Acht Minuten später war es dann Carrillo, der nur kurze Zeit nach seiner Einwechslung einen Moutinho-Freistoss ins Tor köpfte.

YB gibt sich kämpferisch

Durch einen Gegenangriff gelang den Hauptstädtern zwar der Anschlusstreffer von Nuzzolo in der 74. Minute, aber nur eine Minute später baut Pasalic die Führung der Monegassen zum Endergebnis von 3-1 nochmals aus.

Scott Sutter brachte es nach dem Spiel auf den Punkt: “Wir spielten ein sehr starkes Spiel, doch es war ein Spiel, in dem der Ball einfach nicht rein wollte.” Auf das Rückspiel bezogen meinte der YB-Verteidiger: “Wir müssen noch einmal so spielen und die Tore machen, ganz durch sind sie noch nicht.”

Raphael Nuzzolo, einziger YB-Torschütze, sagte: “Wenige Chancen, drei Tore. Man sah einfach den Niveauunterschied:”

Category Archives: Sport

Erster Dämpfer für YB

Passives YB

Viel Sehenswertes bot die erste Halbzeit nicht und dennoch führten die Gäste aus Thun gleich mit 0-3. Die Oberländer konnten bislang kein Spiel gewinnen und so überraschte das Halbzeitresultat umso mehr. Bei YB passte nichts zusammen und die Kreativität in der Offensive, die aus den letzten Spielen gelobt wurde, kam nicht zum Vorschein.

So wurde YB von der eigenen Eckballvariante aus dem Spiel gegen Lausanne von Thun ausgehebelt. Sandro Lauper erzielte nach 13 Minuten die Führung für den FC Thun. Gefolgt war diese Ecke von einer weiteren, bei welcher Marco Bürki Gelmi gewähren liess. Der Verteidiger des FC Thun erzielte somit bereits das 0-2 für das Gästeteam.

Nun kam es aber in der 43. Minute noch dicker für den passiven Leader aus Bern: Spielmann wurde nach einem Fehlpass aus der YB-Verteidigung sofort lanciert und blieb Sieger im Duell gegen David von Ballmoos.

Offensivdruck ohne Erfolg

Adi Hütter brachte nach der Pause mit Guillaume Hoarau und Leo Bertone zwei geschonte Stammspieler. Diese brachten zwar etwas Schwung mit und YB spielte sich hochkarätige Chancen heraus, trotzdem scheiterten die Hauptstädter an ihrem eigenen Unvermögen oder am stark aufspielenden Thun-Goalie Ruberto.

Es kam wie es kommen musste und so erzielte der FC Thun nach einer schön herausgespielten Aktion sogar das 0-4. Die Berner waren bedient und mussten das erste Mal in dieser Saison Punkte liegen lassen. Die Art und Weise lässt jedoch die eine oder andere Frage offen.

YB lässt seine Fans träumen

Foto: Thomas Hodel

Viele Zweikämpfe

Die erste Halbzeit war geprägt von vielen hart geführten Zweikämpfen und zwei stark aufspielenden Abwehrketten. Nur selten konnten die Offensivspieler beider Mannschaften in eine gefährliche Position gebracht werden.

Weder Steffen beim FCB, noch Sulejmani konnten ihre Freiheiten ausnützen und so war das logische Halbzeitresultat 0-0.

Einzelleistungen entscheiden das Spiel

Das Heimteam kam stärker aus der Kabine und spielte mit viel Druck nach vorne. In der 58. Minute passte der stark aufspielende YB-Verteidiger Benito auf Yoric Ravet. Dieser lässt mit seinem Dribbling Luca Zuffi alt aussehen und schlenzt den Ball herrlich an Vaclik vorbei ins Tor. Das ausverkaufte Stade de Suisse stand kopf. Keine Minute später hatte Sulejmani das nächste Tor auf dem Fuss, doch er verzog kläglich.

In der 80. Minute besiegte Sulejmani schliesslich endgültig das FCB. Einen Freistoss aus rund 25 Metern versenkte er nahezu perfekt ins Tor.

YB-Debütant Christian Fassnacht war nach dem Spiel zufrieden: «Es ist natürlich toll, gegen den Meister zu gewinnen, aber das war bloss das erste Spiel und jetzt kommt Dynamo Kiew, dies ist noch ein härterer Brocken. Nach der zweiten Halbzeit von heute dürfen wir jedoch zuversichtlich sein.»

Luzern unterliegt auch YB

Startfeuerwerk der Berner

Kaum angespielt zappelte der Ball bereits im Netz. Das Spiel dauerte erst zehn Sekunden, als sich die YB-Akteuere Frey, Ravet und Sulejmani durch die Luzernabwehr tankten. Letzterer liess sich nicht zweimal bitten und bezwang Jonas Omlin im Tor des FCL. Es ist eines der schnellsten Tore in der Geschichte der Super League.

Das Spiel war lanciert und der neutrale Zuschauer auf die Reaktion der Zentralschweizer gespannt. Diese blieb vorerst aus und nach zwei Minuten hätte Sulejmani beinahe zum zweiten Mal eingenetzt. Sein Kopfball zischte jedoch knapp über das Tor. Nach sieben Minuten zeigten sich erste Offensivzeichen der Gäste aus Luzern.
Marco Schneuwly, ein ehemaliger YB-Stürmer, flankte zur Mitte, wo Juric mit einem starken Kopfball den Ausgleich erzielte. Dabei sah wirkte die YB-Abwehr nicht, denn Juric hatte ziemlich viel Platz um zum Kopfball anzusetzten. Nach diesen beiden Toren flachte das Spiel etwas ab und beide Teams liessen keine sehenswerte Chance mehr zu. Bis zur 25. Minute plätscherte das Spiel so vor sich hin. Danach konnte sich das Team von Adi Hütter jedoch steigern und YB kam wieder vermehrt zu gefährlichen Angriffen.

Passive Luzerner

Luzern zeigte sich nun sehr passiv und der junge Torhüter des FCL, Jonas Omlin, löste bei manch einem Mitleid aus. Zwar parierte er gegen Michael Frey magistral, er musste jedoch in der 29. Minute erneut einen Ball aus dem Netz fischen. Nach einem Freistoss von der rechten Seite, wusste Sulejmani die Flanke von Ravet per Kopf zu verwerten. Die erneute Führung des Heimteams hinterliess jedoch einen bitteren Nachgeschmack, denn das Tor entstand vermutlich aus einer knappen Abseitsposition. YB übernahm nun das Spieldiktat und wer auf eine Reaktion des FCL hoffte, täuschte sich sehr.

Die Gäste zeigten sich ängstlich-passiv und konnten keine Offensivakzente mehr setzen. Besser machte es YB: Das Heimteam konnte in der 35. Minute die Führung ausbauen. Nach einem Pass in den Rücken der FCL-Abwehr scheiterte Frey an einem Bein eines Abwehrspielers. Den Abpraller verwertete YB-Neuzugang Roger Assale jedoch ohne Problem. Die zweite Halbzeit ging im gleichen Stil weiter, wie die erste aufgehört hatte. Die Berner dominierten die Gäste nach Belieben. Ihr schenlles Umschaltspiel brachte immer wieder grosse Gefahr mit sich. Schliesslich erzielte in der 60. Minute Michael Frey das Tor zum 4-1 für YB. Nach einem herrlichen Pass von Zakaria auf Sulejmani, wusste dieser Frey in der Mitte zu bedienen, welcher nur noch einschieben musste.
In der Folge hätten die Berner gut noch das eine oder andere Tor erzielen können, oder eher müssen. Bertone und Aebischer sahen ihre Schüsse jeweils am Aluminium abgeprallt.

Das Schlussresultat von 4-1 für YB stösst den FCL weiter in die Krise. Yvon Mvogo, Torhüter von YB, freute sich nach dem Spiel über den klaren Sieg: «Wir haben jetzt den zweiten Platz auf sicher und auch wenn ich nicht mehr dabei sein werde, freue ich mich, dass diese Mannschaft nächste Saison an der Champions-League-Qualifikation spielen darf. Ich bin heute sehr stolz auf diese Mannschaft. Der Auftritt heute ist einfach nur lobenswert», meinte Mvogo, der im Sommer zu RB Leipzig in die Bundesliga wechseln wird.

«Dr SCB isch dr geilscht Club»

Er wartet schon, an diesem Mittwochmittag, in einem Café in Bern, notabene zwei Tage nachdem sich der SCB in Zug zum zweiten Mal in Folge zum Eishockey Schweizer Meister küren lassen konnte. Von seinem Gipfeli ist schon fast nichts mehr übrig. «Tinu», stellt er sich vor. Martin Megert, wie er mit bürgerlichem Namen heisst, ist Informatiker. Neben seinem Beruf gibt es eine grosse Konstante in seinem Leben. Sie heisst SCB. Ich setzte mich ihm gegenüber hin. Wie sich herausstellt, ist Tinu genau wie ich in Burgdorf aufgewachsen. Während mich mein Vater an meinen ersten Match nach Langnau mitnahm, ging es für Tinu in die andere Richtung, nach Bern.

Das war der Beginn einer grossen Liebe. Heute ist der 56-Jährige der wahrscheinlich grösste SCB-Fan und ziemlich sicher auch der Bekannteste. Er ist Betreiber der Facebook-Seite «Hardboiled SCB», welche mittlerweile über 8000 Fans zählt. Auf dieser veröffentlicht er an jedem Spieltag spätestens eine Stunde nach dem Schlusspfiff einen Matchbericht, in dem er sich unzensiert seine Emotionen vom Leib schreibt. Diese Emotionen hat er nun auch in Buchform niedergeschrieben: «111 Gründe, den SCB zu lieben», heisst das gute Stück. Auch wenn sich Tinu für das Buch etwas zurückhalten musste, was die Sprache anging, ist sein Schreibstil deutlich erkennbar. «Ich bin wahnsinnig stolz auf das Buch, und auch auf mich», erzählt Tinu.

Seitenhiebe für Fribourg-Gottéron

«Der wichtigste Grund, den SCB zu lieben, ist ganz einfach: Der SCB ist ein geiler Club», sagt Tinu. Diesen einen, alles überspannenden Grund habe er dann, «wie ein Forensiker», aufgespalten in 111 Gründe. Drei Monate habe er jede Nacht daran geschrieben, immer mit der Deadline im Nacken. Er sei froh, dass er das Buch nicht während der Eishockeysaison schreiben musste, schmunzelt er. «Zusammen mit einem 100%-Job bin ich schon an meine Grenzen gekommen».

Das Buch ist eine Liebeserklärung an den SCB. Nicht immer sehr objektiv geschrieben, doch ausnahmslos ehrlich, interessant und auch lehrreich. Was auffällt: Gefühlt auf jeder zweiten Seite ist ein Seitenhieb gegen Fribourg-Gottéron versteckt. Diesen Club kann Tinu nicht ausstehen. «Weil es den HC Fribourg-Gottéron gibt», ist sogar der 39. Grund, den SCB zu lieben. Tinu erklärt, dass die Fribourger Fans «ekligi Cheibe» seien. Seine Erinnerungen an Fribourg seien nicht die besten, gibt er zu. Doch man könne sie auch nicht wirklich ernstnehmen, die chronisch erfolglosen Zähringer, die als einen der grössten Erfolge der Vereinsgeschichte den Vize Schweizer-Meister-Titel angeben, führt er weiter aus. Da seien ja sogar die Langnauer erfolgreicher – einen Titel gab es für die Langnauer 1976 zu feiern.

Der SCB als Kontaktbörse

Selbst der eingefleischteste SCB-Fan wird bei der Lektüre einige neue Dinge über seinen Lieblingsclub lernen. Etwa, dass die Band Europe extra für den SC Bern eine Ausnahme machte und ihren Hit «The Final Countdown», welcher nach jedem Berner Tor erklingt, zur Einweihung des neuen Stadions 2009 live spielte. Denn seit ihrem Comeback im Jahre 2004 weigerten sie sich standhaft, ihren grössten Hit live zu spielen. Auch Privates findet im Buch Platz: Martin Megert hat seine Frau an einem SCB-Spiel kennengelernt. Auch Randgeschichten von Spielern, Trainern und Schiedsrichtern finden in Tinus Werk Platz. In über 40 Jahren als SCB-Fan hat er vieles erlebt und kann so aus dem Nähkästchen plaudern. Die Liebe und Leidenschaft für den SCB ist in jeder Zeile spürbar.

Der Meisterfeier im Berner Stadion am Ostermontag blieb Tinu übrigens fern. «Bisher haben sie noch immer verloren, wenn ich an ein Public Viewing gegangen bin», so Tinu. Auch als der Titel im Trockenen war, blieb er zuhause: «Das war für mich ein schöner Abschluss der Saison». Er sei halt nicht mehr der Jüngste. Doch den Umzug durch die Berner Altstadt und die Feier auf dem Bundesplatz liess er sich nicht entgehen. «Das ist Ehrensache», meint der wohl grösste SCB-Fan, bevor er sich verabschieden muss. Er werde jetzt den Sommer geniessen.

Am Ende gewann der Effizientere

Vor 30’224 Zuschauern zeigte YB eine sehr starke Leistung gegen den Favoriten aus Gladbach. Die Atmosphäre im beinahe ausverkauften Stade de Suisse war grandios, dies auch dank den vielen Fans, die aus Deutschland angereist sind. Erst am Ende des Spieles konnten die Gäste dank einem Doppelschlag den Sack zumachen.

YB hält frech dagegen

Es war alles angerichtet für einen perfekten Fussballabend. Die Affiche stimmte und die Mannschaft von Adi Hütter war heiss auf das Hinspiel gegen den letztjährigen Vierten der deutschen Bundesliga.

Die Gäste dominierten das Spiel und versuchten mit einem schnellen Umschaltspiel die Verteidigung zu durchbrechen. Der stark aufspielende Traoré war oft der gesuchte Mann und in der 11. Minute war der Flügelspieler zu schnell für Lecjaks, er flankte scharf zur Mitte, wo der ex-FCZ Spieler Raffael wartete. Dieser vernaschte die YB-Abwehr und schoss seine Borussen mit einem herrlichen Flachschuss in Führung.

Die Berner hielten aber nach wie vor gut dagegen und hatten in der 45. Minute auch eine gute Möglichkeit zum Ausgleich. Hoaraus Versuch zischte aber knapp am Tor von Yann Sommer vorbei.

YB mit Chancenplus – Gladbach effizient

Nach der Pause kamen die Berner zunehmend besser ins Spiel und arbeiteten gut nach vorne, doch der letzte Pass fand nicht seinen Empfänger. Anders in der 56. Minute: als Sutter Ravet lancierte und der Franzose zur Mitte flankte. Für einmal stand dort Sulejmani ohne Verteidiger und nutzte dies dankend aus.

Das Spiel war neu lanciert und als in der 65. Minute Hoaraus Kopfball den Pfosten streifte, hätten die Berner die Führung nun definitiv verdient.

Wie aus heiterem Himmel schoss in der 67. Minute der eingewechselte André Hahn die erneute Führung für die Gäste aus dem Ruhrgebiet. YB brachte den Ball nicht aus der gefährlichen Zone, Bertone wurde noch hart angegangen, bevor der Ball zu Hahn sprang, der sich nicht zweimal bitten liess – bitter für die Berner.

Als in der 69. Minute Raffaels Volley-Versuch noch unhaltbar von Rochat ins eigene Tor abgelenkt wurde, waren die Hauptstädter definitiv am Ende. Die Gladbacher spielten die 3-1 Führung routiniert runter und gehen nun mit einem sehr dicken Polster ins Rückspiel von nächster Woche.

YB – GC: Spitzenspiel ohne Gewinner

«Das Resultat bringt definitiv niemandem etwas, doch unser Ziel war, YB nicht näher an uns herankommen zu lassen und dies haben wir erreicht.» Mit diesen Worten wendete sich Haris Tabakovic, nach seinem ersten Pflichtspiel für GC, an die Journalisten. Das Verfolgerduell startete wie erwartet. Bereits in der zehnten Minute setzte der nach einer Verletzung zurückgekehrte Guillaume Hoarau den Ball an den Pfosten.

Joel Mall im GC-Tor lenkte den Ball mit den Fingerspitzen an die Torumrandung. Die Berner standen hoch und setzten die Zürcher stark unter Druck. Sulejmani sah seinen Schuss vom GC-Schlussmann, Joel Mall, pariert und Alexander Gerndt scheiterte, alleine vor Mall, am eigenen Unvermögen.

Kurz nach Gerndts Chance überlief Loris Benito den Spieler Moritz Bauer und flankte von der Grundlinie in den Rücken der Abwehr. Dort stand Hoarau genau richtig und nickte ein. Die Zürcher reklamierten bei Schiedsrichter Jaccottet, da Gerndt Mall im passiven Abseits irritiert haben soll, doch der Schwede stand gar nicht im Abseits, denn Bauer hob dieses auf.

Kamberi mit der Hake

GC bislang ohne Möglichkeit, erhielt in der 31. Minute einen Eckball zugesprochen. Youngstar Kamberi schaute vermutlich vor dem Spiel einige Videos von Superstar Ibrahimovic an, denn er setzte zur Hake an und prompt landete der Ball hinter dem chancenlosen YB-Torwart Mvogo.

YB schien etwas geschockt, denn kurz nach dem Ausgleich hatte Dabbur den Führungstreffer auf dem Fuss, scheiterte aber am hervorragend reagierenden Mvogo. Kurz vor der Pause eine weitere heikle Situation. YB-Neuzugang Yoric Ravet flankte einen Freistoss auf Hoarau, der den Ball ins Tor köpfte, doch das Tor wurde annulliert, da der Franzose scheinbar aus einer Abseitsposition gestartet sei. Ein Fehlentscheid. Vilotic und Zakaria standen beide im Abseits, Hoarau nicht.

GC dominant

In der zweiten Halbzeit dominierten die Zürcher, jedoch schauten bloss selten gefährliche Chancen heraus. Dabbur setzte sich oft schön gegen mehrere YB-Verteidiger durch, scheiterte aber immer am gut positionierten Mvogo.

YB konnte nicht an der Leistung aus der ersten Hälfte anknüpfen und hatte einzig in der 84. Minute eine Chance, erneut in Führung zu gehen. Hoarau scheiterte jedoch mit seinem unplatzierten Kopfball an Mall. Doch das Spiel war noch nicht vorbei. Plötzlich stand Tabakovic alleine vor Mvogo und wird im letzten Moment zurückgepfiffen. Auch dies ein Fehlentscheid, denn Tabakovic stand nicht im Abseits. Somit gab es heute zwei gröbere Fehlentscheide, glücklicherweise je einen pro Mannschaft. Haris Tabakovic meinte nach dem Spiel: »In der ersten Halbzeit hatten wir Glück, in der zweiten YB. Also ist ein Unentschieden ein gerechtes Resultat.» Nuzzolo sah dies etwas anders: »Ich denke, GC ist mit diesem Resultat besser bedient als wir, aber wir hätten in der zweiten Halbzeit sicherlich mehr machen müssen.»

Die YB-Auferstehung?

Nach dem Sieg im ersten Spiel unter Adi Hütter gegen Vaduz waren gestern die Ansprüche an den FCB hoch. Man wollte dem unbesiegten Leader Punkte abnehmen. Dies gelang dank einer effizienten Offensive und einem noch stärkeren YB-Torhüter Yvon Mvogo.

Basel macht mehr für das Spiel

Die Basler drückten von Beginn weg und bereiteten der YB-Defensive in den Startminuten viel Arbeit. Die Berner standen zwar wieder hoch und pressten, doch der FCB spielte sich gut aus der Umklammerung der Hauptstädter heraus. Nach einem Freistoss für den FCB in der 5. Minute klärte Alain Rochat den Ball und dann kam der erste Grossauftritt von Sulejmani. Der Berner gewinnt das Sprintduell gegen Xhaka, dribbelt diesen zusätzlich noch schwindlig und knallt dann einfach eins auf den Ball. Auf einen Weg fand das Leder den Pfad ins Tor, jedoch macht Vaclik im FCB-Tor nicht die beste Figur.

Die Angriffe der Berner waren oft geduldig herausgespielt. Bis zu diesem Zeitpunkt gelingt es dem FCB nicht vor dem YB-Tor gefährlich zu werden. Während der Klassiker hart zu und her ging, erlaubte sich Schiedsrichter Klossner den einen oder anderen Fehler. Oft zu Gunsten des FCB.

Die Basler setzten bei Standardsituationen oft ein gefährliches Zeichen und so reagierte Youngstar Embolo nach einer Ecke in der 24. Minute am schnellsten und erzielte den nicht unverdienten Ausgleich für die Basler, welche mehr fürs Spiel machen.

Kurz vor der Pause dann der zweite Grossauftritt von Sulejmani. Der Serbe konnte einen Hadegjonai- Freistoss aus der eigenen Platzhälfte sauber mit der Brust annehmen und zog zur Mitte. Mutig zielte er aus rund 20 Metern ab und auch dieser Schuss schlug hinter dem chancenlosen Vaclik ein.

Wieder der drückende FCB

Auch nach der Pause startete der FCB druckvoller, doch auch in Halbzeit zwei waren es die Berner, die den ersten Treffer erzielten. Nach einem herrlichen Kabinettstück legte Steffen in der 65. Minute scharf zur Mitte, wo der bedrängte Alexander Gerndt mit der Hacke den Ball über die Linie drückte. Das Stade de Suisse stand Kopf. Zuvor hielt Mvogo die Führung nach einem gut geschossenen Zuffi-Freistoss fest und hatte Glück als ein Kopfball von Hoegh nur den Pfosten traf.

Xhaka liess sich etwas später zu einer Tätlichkeit an Steffen hinreissen. Klossner hatte die Aktion wahrscheinlich nur halb gesehen und zeigte dem Basler-Abräumer zum Unmut der Berner bloss den gelben Karton.

FCB gibt nicht auf

Wieder wurden die Basler in der 74. Minute nach einem Freistoss gefährlich und prompt gelang dem Innenverteidiger Suchy der Anschlusstreffer. Die Berner spielten nur auf Konter und so einen versuchte Vilotic mit einem hohen Ball zu lancieren. Gerndt glaubte daran – nach dem Aufspringen des Balles – vor Vaclik am Ball zu sein und wurde belohnt. Vor Vacliks Händen köpfte er den Ball über den Torhüter zum 4 zu2 ins Netz. Doch auch jetzt kämpfte der Leader weiter und erzielte in der Nachspielzeit durch Janko den erneuten Anschlusstreffer. Für den Ausgleich reichte die Zeit jedoch nicht mehr und YB schlug den FCB als erste Mannschaft in dieser Saison mit 4 zu 3.

Als Frau in einer Randsportart zu den Olympischen Spielen

“Ich bin Spitzensportlerin. Das sollte ich eigentlich sagen, wenn mich jemand fragt, was ich mache. Ich bin Spitzensportlerin, beruflich und privat.” Es war nie Jeannine Gmelins Plan, Profiruderin zu werden. Ihr Ziel war und ist es bloss, immer das zu tun, was sie will. “Wenn ich weiss, was ich will, stecke ich mein ganzes Herzblut in diese Sache.”

 

Schwieriger Start

Als Gmelin mit dreizehn Jahren im Ruderclub Uster ein neues Hobby fand, war es auf keinen Fall “Liebe auf den ersten Blick”. Sie und ihr grosser Bruder Valentin Gmelin sassen zweimal in der Woche im Boot und probierten das Rudern aus. Gmelins allererster Wettkampf war kein grosser Erfolg: “Weil sich meine Ruder zweimal im Wasser verdreht haben, haben wir verloren. Ich war zu Tode betrübt.” Auch ihr erstes Einzelrennen nahm ein wortwörtlich frühzeitiges Ende im Wasser. “Mitten auf der Rennstrecke bin ich gekentert.” Irgendwann kamen jedoch auch die ersten Erfolge. Dadurch hat Gmelin das Rudern mehr und mehr gepackt und der Trainingsumfang hat automatisch zunehmen müssen.

 

Mehr als ein Hobby

Neben dem Rudern hat Gmelin eine kaufmännische Lehre in Uster mit einem 80-Prozent-Pensum absolviert. Dadurch hatte sie nebst der Arbeit genug Zeit für das intensive Training. Der entscheidende Moment, in dem ihr klar wurde, dass ihr Rudern mehr bedeutet als nur ein Hobby, war 2011. Ihr Bruder Valentin Gmelin nahm damals in Amsterdam an der U23 Weltmeisterschaft teil. “Ich wurde überwältigt von Emotionen und Glücksgefühlen, da war mir klar: Das will ich auch.” Von da an hat sich Gmelins Karriere verändert.

 

Unterstützung von allen Seiten

Gmelin steckt alles, was sie kann, in die Erfüllung ihres Traums, doch ohne Unterstützung wäre sie heute nicht dort, wo sie ist. Bis vor einem Jahr arbeitete sie Teilzeit und konnte somit ihre Lebensausgaben decken. Jegliche Kosten, die das Rudern mit sich brachte, wie Trainingslager, Wettkämpfe und Reisen, übernahm und übernimmt auch heute grösstenteils die Leistungssportabteilung des Ruderclubs Uster.

 

Nun hat Gmelin jedoch keine Zeit mehr, neben dem Profisport zu arbeiten. Finanzielle Unterstützung bekommt sie heute von der Schweizerischen Sporthilfe/Swissolympics, Olympic Scholarship und von privaten Sponsoren. Gmelin hat ein starkes soziales Umfeld, das ihr psychisch gut beisteht. Ihre Familie stehe immer hinter ihr, ihre Freunde zeigten grosses Verständnis für ihre regelmässige Abwesenheit und die nur begrenzte Zeit für private Treffen.

 

“Meine Chefin war für mich immer eine wichtige Unterstützerin. Jegliche Ferien und Abwesenheiten hat sie mir ohne Wimpernzucken bewilligt.” Dadurch wurde Sorgen und Ängsten vorgebeugt. Ein weiterer grosser Unterstützer ist Roger Achermann, der Präsident des Ruderclubs Uster. “Er ist der Mann hinter allem, was für mich auf die Beine gestellt wird.” Gmelin kann mit ihren Anliegen stets zu ihm gehen und am nächsten Tag liegt meist eine Lösung auf dem Tisch.

 

Regeln und Befehle

Die einzige Möglichkeit, als Frau in einer Randsportart staatliche Unterstützung zu bekommen, ist die Spitzensport Rekrutenschule zu absolvieren. Diese Möglichkeit bietet die Schweizer Armee in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Sport an. Deshalb hat Gmelin das schweizerische Militär absolviert, wo sie eine dreiwöchige Grundausbildung machte.”Da bin ich ziemlich auf die Welt gekommen. Es herrschten bloss Regeln und Befehle, Selbstbestimmung gab es nicht.”

 

Anschliessend folgten 15 Wochen Intensivtraining, nicht in einem ruhigeren, wohl aber in einem angenehmeren Rahmen. Da sie zuvor eine feste Anstellung hatte, wurde sie während der Zeit auf der Rekrutenschule entlohnt, was dieses Angebot verlockend machte. Während dieser Zeit war Gmelin das erste Mal Vollzeit-Sportlerin. Somit ist dies auch die entscheidende Phase, in der ihr Entwicklungsprozess zur Profisportlerin begann.

 

Meilenstein

Jeannine Gmelin hat im Schweizer Rudersport durch den Gewinn der Silbermedaille an der Europameisterschaft einen Meilenstein gelegt. Durch diesen Sieg wird Gmelin Ende August an der Weltmeisterschaft antreten. Kommt sie dort unter die ersten neun Plätze, vertritt Gmelin an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro 2016 die Schweiz. In Anbetracht ihrer bisherigen Leistungen ist Gmelin zuversichtlich, diese Herausforderung packen zu können.

 

Gmelins Alltag war und ist auch heute stets ausgebucht und intensiv. Vor allem seit letztem Herbst, seit dem Gmelin als Spitzensportlerin arbeitet, bewegt sich ihr Wochenplan “abseits vom Normalen, ständig im extremen Rahmen.” Manchmal wünscht sich Gmelin etwas mehr Freiheiten, Flexibilität und Spontaneität, doch würde sie nie etwas aufgeben oder rückgängig machen wollen.

 

Aufs Herz hören

Das Gefühl vom Verlieren bei einem Wettkampf kann Gmelin nicht in Worte fassen, weil sie es nie wirklich erlebt hat. “Wenn ich alles gebe, kann ich gar nicht verlieren”. Ist Gmelin bei einem Wettkampf voll und ganz dabei, ist dies immer ein Erfolg. “Ich trainiere nicht nur, um zu siegen, sondern auch, weil jedes Training für mich eine Art Sieg ist.” Jedes Mal, sei es bei einem Wettkampf, einem Trainingswochenende oder einem Einzeltraining sammelt sie menschliche und sportliche Erfahrungen. Dadurch ist der Sieg für Gmelin nicht das einzige Erfolgserlebnis. “Doch ist er eine Bestätigung, dass ich richtig gelegen bin, stets an mich selbst zu glauben und auf mein Herz zu hören.”

 

Zukunft

Irgendwann wird Jeannine nicht mehr das Rudern als Beruf haben, irgendwann wird sie etwas Neues machen müssen. Was das sein wird, weiss sie noch nicht, doch eins ist klar: “Es wird irgendetwas anderes sein, doch es wird genauso meine Leidenschaft sein, wie es momentan das Rudern für mich ist.” Sie habe das Gefühl, dass sicher wieder etwas kommen wird, was sie vielleicht nicht genau so, aber auf eine andere Art begeistert wie der Rudersport. “Wenn das der Fall ist, gebe ich ganz sicher auch dann wieder 100 oder 110 Prozent.”

“Niveauunterschied war sichtbar”

Vor 16’079 Zuschauern startete für YB die Europacup-Kampagne. Gegner in der 3. Qualifikationsrunde der Champions League ist die AS Monaco. Der neureiche Verein, gespickt mit Topspielern, stand letzte Saison im Viertelfinale der Königsklasse und ging als klarer Favorit in die Partie gegen YB.

Keine Chancen im ersten Durchgang

Die erste Halbzeit brachte keine nennenswerte Aktion mit sich. Die beiden Abwehrketten standen hinten sicher und die Offensivspieler beider Mannschaften kreierten zu wenig gefährliche Spielsituationen. So sind zwei Versuche von YB-Neuzuzug Sulejmani die einzigen Aktionen mit Gefahrenpotenzial im Ansatz.

Zwei neue Mannschaften in zweiter Halbzeit

Die zweite Halbzeit startete mit einem Paukenschlag. Nach einem Befreiungsschlag von Vilotic kam Kubo zum Abschluss. Sein Schuss in der 51. Minute traf allerdings nur den Pfosten. Plötzlich waren alle wieder wach. Nun powerten die Berner und zeigten ein starkes Spiel.

Kurz nach der Pause starteten die Young Boys ihre YB-Viertelstunde, doch am Abschluss fehlte es zuhauf: Bei den Schüssen von Hoarau und Kubo war reichlich Pech dabei. Hoarau köpfte einen Ball aus fünf Metern neben das Tor und Kubo sah seinen Schuss von Kurzawa auf der Linie geklärt.

Der monegassische Aussenverteidiger traf nur zwei Minuten später in der 64. Minute per Volley herrlich ins kurze Eck, nachdem er sträflich alleine gelassen wurde. Eine unverdiente, wenngleich auch unglaublich effiziente Führung. Acht Minuten später war es dann Carrillo, der nur kurze Zeit nach seiner Einwechslung einen Moutinho-Freistoss ins Tor köpfte.

YB gibt sich kämpferisch

Durch einen Gegenangriff gelang den Hauptstädtern zwar der Anschlusstreffer von Nuzzolo in der 74. Minute, aber nur eine Minute später baut Pasalic die Führung der Monegassen zum Endergebnis von 3-1 nochmals aus.

Scott Sutter brachte es nach dem Spiel auf den Punkt: “Wir spielten ein sehr starkes Spiel, doch es war ein Spiel, in dem der Ball einfach nicht rein wollte.” Auf das Rückspiel bezogen meinte der YB-Verteidiger: “Wir müssen noch einmal so spielen und die Tore machen, ganz durch sind sie noch nicht.”

Raphael Nuzzolo, einziger YB-Torschütze, sagte: “Wenige Chancen, drei Tore. Man sah einfach den Niveauunterschied:”

Category Archives: Sport

Erster Dämpfer für YB

Passives YB

Viel Sehenswertes bot die erste Halbzeit nicht und dennoch führten die Gäste aus Thun gleich mit 0-3. Die Oberländer konnten bislang kein Spiel gewinnen und so überraschte das Halbzeitresultat umso mehr. Bei YB passte nichts zusammen und die Kreativität in der Offensive, die aus den letzten Spielen gelobt wurde, kam nicht zum Vorschein.

So wurde YB von der eigenen Eckballvariante aus dem Spiel gegen Lausanne von Thun ausgehebelt. Sandro Lauper erzielte nach 13 Minuten die Führung für den FC Thun. Gefolgt war diese Ecke von einer weiteren, bei welcher Marco Bürki Gelmi gewähren liess. Der Verteidiger des FC Thun erzielte somit bereits das 0-2 für das Gästeteam.

Nun kam es aber in der 43. Minute noch dicker für den passiven Leader aus Bern: Spielmann wurde nach einem Fehlpass aus der YB-Verteidigung sofort lanciert und blieb Sieger im Duell gegen David von Ballmoos.

Offensivdruck ohne Erfolg

Adi Hütter brachte nach der Pause mit Guillaume Hoarau und Leo Bertone zwei geschonte Stammspieler. Diese brachten zwar etwas Schwung mit und YB spielte sich hochkarätige Chancen heraus, trotzdem scheiterten die Hauptstädter an ihrem eigenen Unvermögen oder am stark aufspielenden Thun-Goalie Ruberto.

Es kam wie es kommen musste und so erzielte der FC Thun nach einer schön herausgespielten Aktion sogar das 0-4. Die Berner waren bedient und mussten das erste Mal in dieser Saison Punkte liegen lassen. Die Art und Weise lässt jedoch die eine oder andere Frage offen.

YB lässt seine Fans träumen

Foto: Thomas Hodel

Viele Zweikämpfe

Die erste Halbzeit war geprägt von vielen hart geführten Zweikämpfen und zwei stark aufspielenden Abwehrketten. Nur selten konnten die Offensivspieler beider Mannschaften in eine gefährliche Position gebracht werden.

Weder Steffen beim FCB, noch Sulejmani konnten ihre Freiheiten ausnützen und so war das logische Halbzeitresultat 0-0.

Einzelleistungen entscheiden das Spiel

Das Heimteam kam stärker aus der Kabine und spielte mit viel Druck nach vorne. In der 58. Minute passte der stark aufspielende YB-Verteidiger Benito auf Yoric Ravet. Dieser lässt mit seinem Dribbling Luca Zuffi alt aussehen und schlenzt den Ball herrlich an Vaclik vorbei ins Tor. Das ausverkaufte Stade de Suisse stand kopf. Keine Minute später hatte Sulejmani das nächste Tor auf dem Fuss, doch er verzog kläglich.

In der 80. Minute besiegte Sulejmani schliesslich endgültig das FCB. Einen Freistoss aus rund 25 Metern versenkte er nahezu perfekt ins Tor.

YB-Debütant Christian Fassnacht war nach dem Spiel zufrieden: «Es ist natürlich toll, gegen den Meister zu gewinnen, aber das war bloss das erste Spiel und jetzt kommt Dynamo Kiew, dies ist noch ein härterer Brocken. Nach der zweiten Halbzeit von heute dürfen wir jedoch zuversichtlich sein.»

Luzern unterliegt auch YB

Startfeuerwerk der Berner

Kaum angespielt zappelte der Ball bereits im Netz. Das Spiel dauerte erst zehn Sekunden, als sich die YB-Akteuere Frey, Ravet und Sulejmani durch die Luzernabwehr tankten. Letzterer liess sich nicht zweimal bitten und bezwang Jonas Omlin im Tor des FCL. Es ist eines der schnellsten Tore in der Geschichte der Super League.

Das Spiel war lanciert und der neutrale Zuschauer auf die Reaktion der Zentralschweizer gespannt. Diese blieb vorerst aus und nach zwei Minuten hätte Sulejmani beinahe zum zweiten Mal eingenetzt. Sein Kopfball zischte jedoch knapp über das Tor. Nach sieben Minuten zeigten sich erste Offensivzeichen der Gäste aus Luzern.
Marco Schneuwly, ein ehemaliger YB-Stürmer, flankte zur Mitte, wo Juric mit einem starken Kopfball den Ausgleich erzielte. Dabei sah wirkte die YB-Abwehr nicht, denn Juric hatte ziemlich viel Platz um zum Kopfball anzusetzten. Nach diesen beiden Toren flachte das Spiel etwas ab und beide Teams liessen keine sehenswerte Chance mehr zu. Bis zur 25. Minute plätscherte das Spiel so vor sich hin. Danach konnte sich das Team von Adi Hütter jedoch steigern und YB kam wieder vermehrt zu gefährlichen Angriffen.

Passive Luzerner

Luzern zeigte sich nun sehr passiv und der junge Torhüter des FCL, Jonas Omlin, löste bei manch einem Mitleid aus. Zwar parierte er gegen Michael Frey magistral, er musste jedoch in der 29. Minute erneut einen Ball aus dem Netz fischen. Nach einem Freistoss von der rechten Seite, wusste Sulejmani die Flanke von Ravet per Kopf zu verwerten. Die erneute Führung des Heimteams hinterliess jedoch einen bitteren Nachgeschmack, denn das Tor entstand vermutlich aus einer knappen Abseitsposition. YB übernahm nun das Spieldiktat und wer auf eine Reaktion des FCL hoffte, täuschte sich sehr.

Die Gäste zeigten sich ängstlich-passiv und konnten keine Offensivakzente mehr setzen. Besser machte es YB: Das Heimteam konnte in der 35. Minute die Führung ausbauen. Nach einem Pass in den Rücken der FCL-Abwehr scheiterte Frey an einem Bein eines Abwehrspielers. Den Abpraller verwertete YB-Neuzugang Roger Assale jedoch ohne Problem. Die zweite Halbzeit ging im gleichen Stil weiter, wie die erste aufgehört hatte. Die Berner dominierten die Gäste nach Belieben. Ihr schenlles Umschaltspiel brachte immer wieder grosse Gefahr mit sich. Schliesslich erzielte in der 60. Minute Michael Frey das Tor zum 4-1 für YB. Nach einem herrlichen Pass von Zakaria auf Sulejmani, wusste dieser Frey in der Mitte zu bedienen, welcher nur noch einschieben musste.
In der Folge hätten die Berner gut noch das eine oder andere Tor erzielen können, oder eher müssen. Bertone und Aebischer sahen ihre Schüsse jeweils am Aluminium abgeprallt.

Das Schlussresultat von 4-1 für YB stösst den FCL weiter in die Krise. Yvon Mvogo, Torhüter von YB, freute sich nach dem Spiel über den klaren Sieg: «Wir haben jetzt den zweiten Platz auf sicher und auch wenn ich nicht mehr dabei sein werde, freue ich mich, dass diese Mannschaft nächste Saison an der Champions-League-Qualifikation spielen darf. Ich bin heute sehr stolz auf diese Mannschaft. Der Auftritt heute ist einfach nur lobenswert», meinte Mvogo, der im Sommer zu RB Leipzig in die Bundesliga wechseln wird.

«Dr SCB isch dr geilscht Club»

Er wartet schon, an diesem Mittwochmittag, in einem Café in Bern, notabene zwei Tage nachdem sich der SCB in Zug zum zweiten Mal in Folge zum Eishockey Schweizer Meister küren lassen konnte. Von seinem Gipfeli ist schon fast nichts mehr übrig. «Tinu», stellt er sich vor. Martin Megert, wie er mit bürgerlichem Namen heisst, ist Informatiker. Neben seinem Beruf gibt es eine grosse Konstante in seinem Leben. Sie heisst SCB. Ich setzte mich ihm gegenüber hin. Wie sich herausstellt, ist Tinu genau wie ich in Burgdorf aufgewachsen. Während mich mein Vater an meinen ersten Match nach Langnau mitnahm, ging es für Tinu in die andere Richtung, nach Bern.

Das war der Beginn einer grossen Liebe. Heute ist der 56-Jährige der wahrscheinlich grösste SCB-Fan und ziemlich sicher auch der Bekannteste. Er ist Betreiber der Facebook-Seite «Hardboiled SCB», welche mittlerweile über 8000 Fans zählt. Auf dieser veröffentlicht er an jedem Spieltag spätestens eine Stunde nach dem Schlusspfiff einen Matchbericht, in dem er sich unzensiert seine Emotionen vom Leib schreibt. Diese Emotionen hat er nun auch in Buchform niedergeschrieben: «111 Gründe, den SCB zu lieben», heisst das gute Stück. Auch wenn sich Tinu für das Buch etwas zurückhalten musste, was die Sprache anging, ist sein Schreibstil deutlich erkennbar. «Ich bin wahnsinnig stolz auf das Buch, und auch auf mich», erzählt Tinu.

Seitenhiebe für Fribourg-Gottéron

«Der wichtigste Grund, den SCB zu lieben, ist ganz einfach: Der SCB ist ein geiler Club», sagt Tinu. Diesen einen, alles überspannenden Grund habe er dann, «wie ein Forensiker», aufgespalten in 111 Gründe. Drei Monate habe er jede Nacht daran geschrieben, immer mit der Deadline im Nacken. Er sei froh, dass er das Buch nicht während der Eishockeysaison schreiben musste, schmunzelt er. «Zusammen mit einem 100%-Job bin ich schon an meine Grenzen gekommen».

Das Buch ist eine Liebeserklärung an den SCB. Nicht immer sehr objektiv geschrieben, doch ausnahmslos ehrlich, interessant und auch lehrreich. Was auffällt: Gefühlt auf jeder zweiten Seite ist ein Seitenhieb gegen Fribourg-Gottéron versteckt. Diesen Club kann Tinu nicht ausstehen. «Weil es den HC Fribourg-Gottéron gibt», ist sogar der 39. Grund, den SCB zu lieben. Tinu erklärt, dass die Fribourger Fans «ekligi Cheibe» seien. Seine Erinnerungen an Fribourg seien nicht die besten, gibt er zu. Doch man könne sie auch nicht wirklich ernstnehmen, die chronisch erfolglosen Zähringer, die als einen der grössten Erfolge der Vereinsgeschichte den Vize Schweizer-Meister-Titel angeben, führt er weiter aus. Da seien ja sogar die Langnauer erfolgreicher – einen Titel gab es für die Langnauer 1976 zu feiern.

Der SCB als Kontaktbörse

Selbst der eingefleischteste SCB-Fan wird bei der Lektüre einige neue Dinge über seinen Lieblingsclub lernen. Etwa, dass die Band Europe extra für den SC Bern eine Ausnahme machte und ihren Hit «The Final Countdown», welcher nach jedem Berner Tor erklingt, zur Einweihung des neuen Stadions 2009 live spielte. Denn seit ihrem Comeback im Jahre 2004 weigerten sie sich standhaft, ihren grössten Hit live zu spielen. Auch Privates findet im Buch Platz: Martin Megert hat seine Frau an einem SCB-Spiel kennengelernt. Auch Randgeschichten von Spielern, Trainern und Schiedsrichtern finden in Tinus Werk Platz. In über 40 Jahren als SCB-Fan hat er vieles erlebt und kann so aus dem Nähkästchen plaudern. Die Liebe und Leidenschaft für den SCB ist in jeder Zeile spürbar.

Der Meisterfeier im Berner Stadion am Ostermontag blieb Tinu übrigens fern. «Bisher haben sie noch immer verloren, wenn ich an ein Public Viewing gegangen bin», so Tinu. Auch als der Titel im Trockenen war, blieb er zuhause: «Das war für mich ein schöner Abschluss der Saison». Er sei halt nicht mehr der Jüngste. Doch den Umzug durch die Berner Altstadt und die Feier auf dem Bundesplatz liess er sich nicht entgehen. «Das ist Ehrensache», meint der wohl grösste SCB-Fan, bevor er sich verabschieden muss. Er werde jetzt den Sommer geniessen.

Am Ende gewann der Effizientere

Vor 30’224 Zuschauern zeigte YB eine sehr starke Leistung gegen den Favoriten aus Gladbach. Die Atmosphäre im beinahe ausverkauften Stade de Suisse war grandios, dies auch dank den vielen Fans, die aus Deutschland angereist sind. Erst am Ende des Spieles konnten die Gäste dank einem Doppelschlag den Sack zumachen.

YB hält frech dagegen

Es war alles angerichtet für einen perfekten Fussballabend. Die Affiche stimmte und die Mannschaft von Adi Hütter war heiss auf das Hinspiel gegen den letztjährigen Vierten der deutschen Bundesliga.

Die Gäste dominierten das Spiel und versuchten mit einem schnellen Umschaltspiel die Verteidigung zu durchbrechen. Der stark aufspielende Traoré war oft der gesuchte Mann und in der 11. Minute war der Flügelspieler zu schnell für Lecjaks, er flankte scharf zur Mitte, wo der ex-FCZ Spieler Raffael wartete. Dieser vernaschte die YB-Abwehr und schoss seine Borussen mit einem herrlichen Flachschuss in Führung.

Die Berner hielten aber nach wie vor gut dagegen und hatten in der 45. Minute auch eine gute Möglichkeit zum Ausgleich. Hoaraus Versuch zischte aber knapp am Tor von Yann Sommer vorbei.

YB mit Chancenplus – Gladbach effizient

Nach der Pause kamen die Berner zunehmend besser ins Spiel und arbeiteten gut nach vorne, doch der letzte Pass fand nicht seinen Empfänger. Anders in der 56. Minute: als Sutter Ravet lancierte und der Franzose zur Mitte flankte. Für einmal stand dort Sulejmani ohne Verteidiger und nutzte dies dankend aus.

Das Spiel war neu lanciert und als in der 65. Minute Hoaraus Kopfball den Pfosten streifte, hätten die Berner die Führung nun definitiv verdient.

Wie aus heiterem Himmel schoss in der 67. Minute der eingewechselte André Hahn die erneute Führung für die Gäste aus dem Ruhrgebiet. YB brachte den Ball nicht aus der gefährlichen Zone, Bertone wurde noch hart angegangen, bevor der Ball zu Hahn sprang, der sich nicht zweimal bitten liess – bitter für die Berner.

Als in der 69. Minute Raffaels Volley-Versuch noch unhaltbar von Rochat ins eigene Tor abgelenkt wurde, waren die Hauptstädter definitiv am Ende. Die Gladbacher spielten die 3-1 Führung routiniert runter und gehen nun mit einem sehr dicken Polster ins Rückspiel von nächster Woche.

YB – GC: Spitzenspiel ohne Gewinner

«Das Resultat bringt definitiv niemandem etwas, doch unser Ziel war, YB nicht näher an uns herankommen zu lassen und dies haben wir erreicht.» Mit diesen Worten wendete sich Haris Tabakovic, nach seinem ersten Pflichtspiel für GC, an die Journalisten. Das Verfolgerduell startete wie erwartet. Bereits in der zehnten Minute setzte der nach einer Verletzung zurückgekehrte Guillaume Hoarau den Ball an den Pfosten.

Joel Mall im GC-Tor lenkte den Ball mit den Fingerspitzen an die Torumrandung. Die Berner standen hoch und setzten die Zürcher stark unter Druck. Sulejmani sah seinen Schuss vom GC-Schlussmann, Joel Mall, pariert und Alexander Gerndt scheiterte, alleine vor Mall, am eigenen Unvermögen.

Kurz nach Gerndts Chance überlief Loris Benito den Spieler Moritz Bauer und flankte von der Grundlinie in den Rücken der Abwehr. Dort stand Hoarau genau richtig und nickte ein. Die Zürcher reklamierten bei Schiedsrichter Jaccottet, da Gerndt Mall im passiven Abseits irritiert haben soll, doch der Schwede stand gar nicht im Abseits, denn Bauer hob dieses auf.

Kamberi mit der Hake

GC bislang ohne Möglichkeit, erhielt in der 31. Minute einen Eckball zugesprochen. Youngstar Kamberi schaute vermutlich vor dem Spiel einige Videos von Superstar Ibrahimovic an, denn er setzte zur Hake an und prompt landete der Ball hinter dem chancenlosen YB-Torwart Mvogo.

YB schien etwas geschockt, denn kurz nach dem Ausgleich hatte Dabbur den Führungstreffer auf dem Fuss, scheiterte aber am hervorragend reagierenden Mvogo. Kurz vor der Pause eine weitere heikle Situation. YB-Neuzugang Yoric Ravet flankte einen Freistoss auf Hoarau, der den Ball ins Tor köpfte, doch das Tor wurde annulliert, da der Franzose scheinbar aus einer Abseitsposition gestartet sei. Ein Fehlentscheid. Vilotic und Zakaria standen beide im Abseits, Hoarau nicht.

GC dominant

In der zweiten Halbzeit dominierten die Zürcher, jedoch schauten bloss selten gefährliche Chancen heraus. Dabbur setzte sich oft schön gegen mehrere YB-Verteidiger durch, scheiterte aber immer am gut positionierten Mvogo.

YB konnte nicht an der Leistung aus der ersten Hälfte anknüpfen und hatte einzig in der 84. Minute eine Chance, erneut in Führung zu gehen. Hoarau scheiterte jedoch mit seinem unplatzierten Kopfball an Mall. Doch das Spiel war noch nicht vorbei. Plötzlich stand Tabakovic alleine vor Mvogo und wird im letzten Moment zurückgepfiffen. Auch dies ein Fehlentscheid, denn Tabakovic stand nicht im Abseits. Somit gab es heute zwei gröbere Fehlentscheide, glücklicherweise je einen pro Mannschaft. Haris Tabakovic meinte nach dem Spiel: »In der ersten Halbzeit hatten wir Glück, in der zweiten YB. Also ist ein Unentschieden ein gerechtes Resultat.» Nuzzolo sah dies etwas anders: »Ich denke, GC ist mit diesem Resultat besser bedient als wir, aber wir hätten in der zweiten Halbzeit sicherlich mehr machen müssen.»

Die YB-Auferstehung?

Nach dem Sieg im ersten Spiel unter Adi Hütter gegen Vaduz waren gestern die Ansprüche an den FCB hoch. Man wollte dem unbesiegten Leader Punkte abnehmen. Dies gelang dank einer effizienten Offensive und einem noch stärkeren YB-Torhüter Yvon Mvogo.

Basel macht mehr für das Spiel

Die Basler drückten von Beginn weg und bereiteten der YB-Defensive in den Startminuten viel Arbeit. Die Berner standen zwar wieder hoch und pressten, doch der FCB spielte sich gut aus der Umklammerung der Hauptstädter heraus. Nach einem Freistoss für den FCB in der 5. Minute klärte Alain Rochat den Ball und dann kam der erste Grossauftritt von Sulejmani. Der Berner gewinnt das Sprintduell gegen Xhaka, dribbelt diesen zusätzlich noch schwindlig und knallt dann einfach eins auf den Ball. Auf einen Weg fand das Leder den Pfad ins Tor, jedoch macht Vaclik im FCB-Tor nicht die beste Figur.

Die Angriffe der Berner waren oft geduldig herausgespielt. Bis zu diesem Zeitpunkt gelingt es dem FCB nicht vor dem YB-Tor gefährlich zu werden. Während der Klassiker hart zu und her ging, erlaubte sich Schiedsrichter Klossner den einen oder anderen Fehler. Oft zu Gunsten des FCB.

Die Basler setzten bei Standardsituationen oft ein gefährliches Zeichen und so reagierte Youngstar Embolo nach einer Ecke in der 24. Minute am schnellsten und erzielte den nicht unverdienten Ausgleich für die Basler, welche mehr fürs Spiel machen.

Kurz vor der Pause dann der zweite Grossauftritt von Sulejmani. Der Serbe konnte einen Hadegjonai- Freistoss aus der eigenen Platzhälfte sauber mit der Brust annehmen und zog zur Mitte. Mutig zielte er aus rund 20 Metern ab und auch dieser Schuss schlug hinter dem chancenlosen Vaclik ein.

Wieder der drückende FCB

Auch nach der Pause startete der FCB druckvoller, doch auch in Halbzeit zwei waren es die Berner, die den ersten Treffer erzielten. Nach einem herrlichen Kabinettstück legte Steffen in der 65. Minute scharf zur Mitte, wo der bedrängte Alexander Gerndt mit der Hacke den Ball über die Linie drückte. Das Stade de Suisse stand Kopf. Zuvor hielt Mvogo die Führung nach einem gut geschossenen Zuffi-Freistoss fest und hatte Glück als ein Kopfball von Hoegh nur den Pfosten traf.

Xhaka liess sich etwas später zu einer Tätlichkeit an Steffen hinreissen. Klossner hatte die Aktion wahrscheinlich nur halb gesehen und zeigte dem Basler-Abräumer zum Unmut der Berner bloss den gelben Karton.

FCB gibt nicht auf

Wieder wurden die Basler in der 74. Minute nach einem Freistoss gefährlich und prompt gelang dem Innenverteidiger Suchy der Anschlusstreffer. Die Berner spielten nur auf Konter und so einen versuchte Vilotic mit einem hohen Ball zu lancieren. Gerndt glaubte daran – nach dem Aufspringen des Balles – vor Vaclik am Ball zu sein und wurde belohnt. Vor Vacliks Händen köpfte er den Ball über den Torhüter zum 4 zu2 ins Netz. Doch auch jetzt kämpfte der Leader weiter und erzielte in der Nachspielzeit durch Janko den erneuten Anschlusstreffer. Für den Ausgleich reichte die Zeit jedoch nicht mehr und YB schlug den FCB als erste Mannschaft in dieser Saison mit 4 zu 3.

Als Frau in einer Randsportart zu den Olympischen Spielen

“Ich bin Spitzensportlerin. Das sollte ich eigentlich sagen, wenn mich jemand fragt, was ich mache. Ich bin Spitzensportlerin, beruflich und privat.” Es war nie Jeannine Gmelins Plan, Profiruderin zu werden. Ihr Ziel war und ist es bloss, immer das zu tun, was sie will. “Wenn ich weiss, was ich will, stecke ich mein ganzes Herzblut in diese Sache.”

 

Schwieriger Start

Als Gmelin mit dreizehn Jahren im Ruderclub Uster ein neues Hobby fand, war es auf keinen Fall “Liebe auf den ersten Blick”. Sie und ihr grosser Bruder Valentin Gmelin sassen zweimal in der Woche im Boot und probierten das Rudern aus. Gmelins allererster Wettkampf war kein grosser Erfolg: “Weil sich meine Ruder zweimal im Wasser verdreht haben, haben wir verloren. Ich war zu Tode betrübt.” Auch ihr erstes Einzelrennen nahm ein wortwörtlich frühzeitiges Ende im Wasser. “Mitten auf der Rennstrecke bin ich gekentert.” Irgendwann kamen jedoch auch die ersten Erfolge. Dadurch hat Gmelin das Rudern mehr und mehr gepackt und der Trainingsumfang hat automatisch zunehmen müssen.

 

Mehr als ein Hobby

Neben dem Rudern hat Gmelin eine kaufmännische Lehre in Uster mit einem 80-Prozent-Pensum absolviert. Dadurch hatte sie nebst der Arbeit genug Zeit für das intensive Training. Der entscheidende Moment, in dem ihr klar wurde, dass ihr Rudern mehr bedeutet als nur ein Hobby, war 2011. Ihr Bruder Valentin Gmelin nahm damals in Amsterdam an der U23 Weltmeisterschaft teil. “Ich wurde überwältigt von Emotionen und Glücksgefühlen, da war mir klar: Das will ich auch.” Von da an hat sich Gmelins Karriere verändert.

 

Unterstützung von allen Seiten

Gmelin steckt alles, was sie kann, in die Erfüllung ihres Traums, doch ohne Unterstützung wäre sie heute nicht dort, wo sie ist. Bis vor einem Jahr arbeitete sie Teilzeit und konnte somit ihre Lebensausgaben decken. Jegliche Kosten, die das Rudern mit sich brachte, wie Trainingslager, Wettkämpfe und Reisen, übernahm und übernimmt auch heute grösstenteils die Leistungssportabteilung des Ruderclubs Uster.

 

Nun hat Gmelin jedoch keine Zeit mehr, neben dem Profisport zu arbeiten. Finanzielle Unterstützung bekommt sie heute von der Schweizerischen Sporthilfe/Swissolympics, Olympic Scholarship und von privaten Sponsoren. Gmelin hat ein starkes soziales Umfeld, das ihr psychisch gut beisteht. Ihre Familie stehe immer hinter ihr, ihre Freunde zeigten grosses Verständnis für ihre regelmässige Abwesenheit und die nur begrenzte Zeit für private Treffen.

 

“Meine Chefin war für mich immer eine wichtige Unterstützerin. Jegliche Ferien und Abwesenheiten hat sie mir ohne Wimpernzucken bewilligt.” Dadurch wurde Sorgen und Ängsten vorgebeugt. Ein weiterer grosser Unterstützer ist Roger Achermann, der Präsident des Ruderclubs Uster. “Er ist der Mann hinter allem, was für mich auf die Beine gestellt wird.” Gmelin kann mit ihren Anliegen stets zu ihm gehen und am nächsten Tag liegt meist eine Lösung auf dem Tisch.

 

Regeln und Befehle

Die einzige Möglichkeit, als Frau in einer Randsportart staatliche Unterstützung zu bekommen, ist die Spitzensport Rekrutenschule zu absolvieren. Diese Möglichkeit bietet die Schweizer Armee in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Sport an. Deshalb hat Gmelin das schweizerische Militär absolviert, wo sie eine dreiwöchige Grundausbildung machte.”Da bin ich ziemlich auf die Welt gekommen. Es herrschten bloss Regeln und Befehle, Selbstbestimmung gab es nicht.”

 

Anschliessend folgten 15 Wochen Intensivtraining, nicht in einem ruhigeren, wohl aber in einem angenehmeren Rahmen. Da sie zuvor eine feste Anstellung hatte, wurde sie während der Zeit auf der Rekrutenschule entlohnt, was dieses Angebot verlockend machte. Während dieser Zeit war Gmelin das erste Mal Vollzeit-Sportlerin. Somit ist dies auch die entscheidende Phase, in der ihr Entwicklungsprozess zur Profisportlerin begann.

 

Meilenstein

Jeannine Gmelin hat im Schweizer Rudersport durch den Gewinn der Silbermedaille an der Europameisterschaft einen Meilenstein gelegt. Durch diesen Sieg wird Gmelin Ende August an der Weltmeisterschaft antreten. Kommt sie dort unter die ersten neun Plätze, vertritt Gmelin an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro 2016 die Schweiz. In Anbetracht ihrer bisherigen Leistungen ist Gmelin zuversichtlich, diese Herausforderung packen zu können.

 

Gmelins Alltag war und ist auch heute stets ausgebucht und intensiv. Vor allem seit letztem Herbst, seit dem Gmelin als Spitzensportlerin arbeitet, bewegt sich ihr Wochenplan “abseits vom Normalen, ständig im extremen Rahmen.” Manchmal wünscht sich Gmelin etwas mehr Freiheiten, Flexibilität und Spontaneität, doch würde sie nie etwas aufgeben oder rückgängig machen wollen.

 

Aufs Herz hören

Das Gefühl vom Verlieren bei einem Wettkampf kann Gmelin nicht in Worte fassen, weil sie es nie wirklich erlebt hat. “Wenn ich alles gebe, kann ich gar nicht verlieren”. Ist Gmelin bei einem Wettkampf voll und ganz dabei, ist dies immer ein Erfolg. “Ich trainiere nicht nur, um zu siegen, sondern auch, weil jedes Training für mich eine Art Sieg ist.” Jedes Mal, sei es bei einem Wettkampf, einem Trainingswochenende oder einem Einzeltraining sammelt sie menschliche und sportliche Erfahrungen. Dadurch ist der Sieg für Gmelin nicht das einzige Erfolgserlebnis. “Doch ist er eine Bestätigung, dass ich richtig gelegen bin, stets an mich selbst zu glauben und auf mein Herz zu hören.”

 

Zukunft

Irgendwann wird Jeannine nicht mehr das Rudern als Beruf haben, irgendwann wird sie etwas Neues machen müssen. Was das sein wird, weiss sie noch nicht, doch eins ist klar: “Es wird irgendetwas anderes sein, doch es wird genauso meine Leidenschaft sein, wie es momentan das Rudern für mich ist.” Sie habe das Gefühl, dass sicher wieder etwas kommen wird, was sie vielleicht nicht genau so, aber auf eine andere Art begeistert wie der Rudersport. “Wenn das der Fall ist, gebe ich ganz sicher auch dann wieder 100 oder 110 Prozent.”

“Niveauunterschied war sichtbar”

Vor 16’079 Zuschauern startete für YB die Europacup-Kampagne. Gegner in der 3. Qualifikationsrunde der Champions League ist die AS Monaco. Der neureiche Verein, gespickt mit Topspielern, stand letzte Saison im Viertelfinale der Königsklasse und ging als klarer Favorit in die Partie gegen YB.

Keine Chancen im ersten Durchgang

Die erste Halbzeit brachte keine nennenswerte Aktion mit sich. Die beiden Abwehrketten standen hinten sicher und die Offensivspieler beider Mannschaften kreierten zu wenig gefährliche Spielsituationen. So sind zwei Versuche von YB-Neuzuzug Sulejmani die einzigen Aktionen mit Gefahrenpotenzial im Ansatz.

Zwei neue Mannschaften in zweiter Halbzeit

Die zweite Halbzeit startete mit einem Paukenschlag. Nach einem Befreiungsschlag von Vilotic kam Kubo zum Abschluss. Sein Schuss in der 51. Minute traf allerdings nur den Pfosten. Plötzlich waren alle wieder wach. Nun powerten die Berner und zeigten ein starkes Spiel.

Kurz nach der Pause starteten die Young Boys ihre YB-Viertelstunde, doch am Abschluss fehlte es zuhauf: Bei den Schüssen von Hoarau und Kubo war reichlich Pech dabei. Hoarau köpfte einen Ball aus fünf Metern neben das Tor und Kubo sah seinen Schuss von Kurzawa auf der Linie geklärt.

Der monegassische Aussenverteidiger traf nur zwei Minuten später in der 64. Minute per Volley herrlich ins kurze Eck, nachdem er sträflich alleine gelassen wurde. Eine unverdiente, wenngleich auch unglaublich effiziente Führung. Acht Minuten später war es dann Carrillo, der nur kurze Zeit nach seiner Einwechslung einen Moutinho-Freistoss ins Tor köpfte.

YB gibt sich kämpferisch

Durch einen Gegenangriff gelang den Hauptstädtern zwar der Anschlusstreffer von Nuzzolo in der 74. Minute, aber nur eine Minute später baut Pasalic die Führung der Monegassen zum Endergebnis von 3-1 nochmals aus.

Scott Sutter brachte es nach dem Spiel auf den Punkt: “Wir spielten ein sehr starkes Spiel, doch es war ein Spiel, in dem der Ball einfach nicht rein wollte.” Auf das Rückspiel bezogen meinte der YB-Verteidiger: “Wir müssen noch einmal so spielen und die Tore machen, ganz durch sind sie noch nicht.”

Raphael Nuzzolo, einziger YB-Torschütze, sagte: “Wenige Chancen, drei Tore. Man sah einfach den Niveauunterschied:”

Category Archives: Sport

Erster Dämpfer für YB

Passives YB

Viel Sehenswertes bot die erste Halbzeit nicht und dennoch führten die Gäste aus Thun gleich mit 0-3. Die Oberländer konnten bislang kein Spiel gewinnen und so überraschte das Halbzeitresultat umso mehr. Bei YB passte nichts zusammen und die Kreativität in der Offensive, die aus den letzten Spielen gelobt wurde, kam nicht zum Vorschein.

So wurde YB von der eigenen Eckballvariante aus dem Spiel gegen Lausanne von Thun ausgehebelt. Sandro Lauper erzielte nach 13 Minuten die Führung für den FC Thun. Gefolgt war diese Ecke von einer weiteren, bei welcher Marco Bürki Gelmi gewähren liess. Der Verteidiger des FC Thun erzielte somit bereits das 0-2 für das Gästeteam.

Nun kam es aber in der 43. Minute noch dicker für den passiven Leader aus Bern: Spielmann wurde nach einem Fehlpass aus der YB-Verteidigung sofort lanciert und blieb Sieger im Duell gegen David von Ballmoos.

Offensivdruck ohne Erfolg

Adi Hütter brachte nach der Pause mit Guillaume Hoarau und Leo Bertone zwei geschonte Stammspieler. Diese brachten zwar etwas Schwung mit und YB spielte sich hochkarätige Chancen heraus, trotzdem scheiterten die Hauptstädter an ihrem eigenen Unvermögen oder am stark aufspielenden Thun-Goalie Ruberto.

Es kam wie es kommen musste und so erzielte der FC Thun nach einer schön herausgespielten Aktion sogar das 0-4. Die Berner waren bedient und mussten das erste Mal in dieser Saison Punkte liegen lassen. Die Art und Weise lässt jedoch die eine oder andere Frage offen.

YB lässt seine Fans träumen

Foto: Thomas Hodel

Viele Zweikämpfe

Die erste Halbzeit war geprägt von vielen hart geführten Zweikämpfen und zwei stark aufspielenden Abwehrketten. Nur selten konnten die Offensivspieler beider Mannschaften in eine gefährliche Position gebracht werden.

Weder Steffen beim FCB, noch Sulejmani konnten ihre Freiheiten ausnützen und so war das logische Halbzeitresultat 0-0.

Einzelleistungen entscheiden das Spiel

Das Heimteam kam stärker aus der Kabine und spielte mit viel Druck nach vorne. In der 58. Minute passte der stark aufspielende YB-Verteidiger Benito auf Yoric Ravet. Dieser lässt mit seinem Dribbling Luca Zuffi alt aussehen und schlenzt den Ball herrlich an Vaclik vorbei ins Tor. Das ausverkaufte Stade de Suisse stand kopf. Keine Minute später hatte Sulejmani das nächste Tor auf dem Fuss, doch er verzog kläglich.

In der 80. Minute besiegte Sulejmani schliesslich endgültig das FCB. Einen Freistoss aus rund 25 Metern versenkte er nahezu perfekt ins Tor.

YB-Debütant Christian Fassnacht war nach dem Spiel zufrieden: «Es ist natürlich toll, gegen den Meister zu gewinnen, aber das war bloss das erste Spiel und jetzt kommt Dynamo Kiew, dies ist noch ein härterer Brocken. Nach der zweiten Halbzeit von heute dürfen wir jedoch zuversichtlich sein.»

Luzern unterliegt auch YB

Startfeuerwerk der Berner

Kaum angespielt zappelte der Ball bereits im Netz. Das Spiel dauerte erst zehn Sekunden, als sich die YB-Akteuere Frey, Ravet und Sulejmani durch die Luzernabwehr tankten. Letzterer liess sich nicht zweimal bitten und bezwang Jonas Omlin im Tor des FCL. Es ist eines der schnellsten Tore in der Geschichte der Super League.

Das Spiel war lanciert und der neutrale Zuschauer auf die Reaktion der Zentralschweizer gespannt. Diese blieb vorerst aus und nach zwei Minuten hätte Sulejmani beinahe zum zweiten Mal eingenetzt. Sein Kopfball zischte jedoch knapp über das Tor. Nach sieben Minuten zeigten sich erste Offensivzeichen der Gäste aus Luzern.
Marco Schneuwly, ein ehemaliger YB-Stürmer, flankte zur Mitte, wo Juric mit einem starken Kopfball den Ausgleich erzielte. Dabei sah wirkte die YB-Abwehr nicht, denn Juric hatte ziemlich viel Platz um zum Kopfball anzusetzten. Nach diesen beiden Toren flachte das Spiel etwas ab und beide Teams liessen keine sehenswerte Chance mehr zu. Bis zur 25. Minute plätscherte das Spiel so vor sich hin. Danach konnte sich das Team von Adi Hütter jedoch steigern und YB kam wieder vermehrt zu gefährlichen Angriffen.

Passive Luzerner

Luzern zeigte sich nun sehr passiv und der junge Torhüter des FCL, Jonas Omlin, löste bei manch einem Mitleid aus. Zwar parierte er gegen Michael Frey magistral, er musste jedoch in der 29. Minute erneut einen Ball aus dem Netz fischen. Nach einem Freistoss von der rechten Seite, wusste Sulejmani die Flanke von Ravet per Kopf zu verwerten. Die erneute Führung des Heimteams hinterliess jedoch einen bitteren Nachgeschmack, denn das Tor entstand vermutlich aus einer knappen Abseitsposition. YB übernahm nun das Spieldiktat und wer auf eine Reaktion des FCL hoffte, täuschte sich sehr.

Die Gäste zeigten sich ängstlich-passiv und konnten keine Offensivakzente mehr setzen. Besser machte es YB: Das Heimteam konnte in der 35. Minute die Führung ausbauen. Nach einem Pass in den Rücken der FCL-Abwehr scheiterte Frey an einem Bein eines Abwehrspielers. Den Abpraller verwertete YB-Neuzugang Roger Assale jedoch ohne Problem. Die zweite Halbzeit ging im gleichen Stil weiter, wie die erste aufgehört hatte. Die Berner dominierten die Gäste nach Belieben. Ihr schenlles Umschaltspiel brachte immer wieder grosse Gefahr mit sich. Schliesslich erzielte in der 60. Minute Michael Frey das Tor zum 4-1 für YB. Nach einem herrlichen Pass von Zakaria auf Sulejmani, wusste dieser Frey in der Mitte zu bedienen, welcher nur noch einschieben musste.
In der Folge hätten die Berner gut noch das eine oder andere Tor erzielen können, oder eher müssen. Bertone und Aebischer sahen ihre Schüsse jeweils am Aluminium abgeprallt.

Das Schlussresultat von 4-1 für YB stösst den FCL weiter in die Krise. Yvon Mvogo, Torhüter von YB, freute sich nach dem Spiel über den klaren Sieg: «Wir haben jetzt den zweiten Platz auf sicher und auch wenn ich nicht mehr dabei sein werde, freue ich mich, dass diese Mannschaft nächste Saison an der Champions-League-Qualifikation spielen darf. Ich bin heute sehr stolz auf diese Mannschaft. Der Auftritt heute ist einfach nur lobenswert», meinte Mvogo, der im Sommer zu RB Leipzig in die Bundesliga wechseln wird.

«Dr SCB isch dr geilscht Club»

Er wartet schon, an diesem Mittwochmittag, in einem Café in Bern, notabene zwei Tage nachdem sich der SCB in Zug zum zweiten Mal in Folge zum Eishockey Schweizer Meister küren lassen konnte. Von seinem Gipfeli ist schon fast nichts mehr übrig. «Tinu», stellt er sich vor. Martin Megert, wie er mit bürgerlichem Namen heisst, ist Informatiker. Neben seinem Beruf gibt es eine grosse Konstante in seinem Leben. Sie heisst SCB. Ich setzte mich ihm gegenüber hin. Wie sich herausstellt, ist Tinu genau wie ich in Burgdorf aufgewachsen. Während mich mein Vater an meinen ersten Match nach Langnau mitnahm, ging es für Tinu in die andere Richtung, nach Bern.

Das war der Beginn einer grossen Liebe. Heute ist der 56-Jährige der wahrscheinlich grösste SCB-Fan und ziemlich sicher auch der Bekannteste. Er ist Betreiber der Facebook-Seite «Hardboiled SCB», welche mittlerweile über 8000 Fans zählt. Auf dieser veröffentlicht er an jedem Spieltag spätestens eine Stunde nach dem Schlusspfiff einen Matchbericht, in dem er sich unzensiert seine Emotionen vom Leib schreibt. Diese Emotionen hat er nun auch in Buchform niedergeschrieben: «111 Gründe, den SCB zu lieben», heisst das gute Stück. Auch wenn sich Tinu für das Buch etwas zurückhalten musste, was die Sprache anging, ist sein Schreibstil deutlich erkennbar. «Ich bin wahnsinnig stolz auf das Buch, und auch auf mich», erzählt Tinu.

Seitenhiebe für Fribourg-Gottéron

«Der wichtigste Grund, den SCB zu lieben, ist ganz einfach: Der SCB ist ein geiler Club», sagt Tinu. Diesen einen, alles überspannenden Grund habe er dann, «wie ein Forensiker», aufgespalten in 111 Gründe. Drei Monate habe er jede Nacht daran geschrieben, immer mit der Deadline im Nacken. Er sei froh, dass er das Buch nicht während der Eishockeysaison schreiben musste, schmunzelt er. «Zusammen mit einem 100%-Job bin ich schon an meine Grenzen gekommen».

Das Buch ist eine Liebeserklärung an den SCB. Nicht immer sehr objektiv geschrieben, doch ausnahmslos ehrlich, interessant und auch lehrreich. Was auffällt: Gefühlt auf jeder zweiten Seite ist ein Seitenhieb gegen Fribourg-Gottéron versteckt. Diesen Club kann Tinu nicht ausstehen. «Weil es den HC Fribourg-Gottéron gibt», ist sogar der 39. Grund, den SCB zu lieben. Tinu erklärt, dass die Fribourger Fans «ekligi Cheibe» seien. Seine Erinnerungen an Fribourg seien nicht die besten, gibt er zu. Doch man könne sie auch nicht wirklich ernstnehmen, die chronisch erfolglosen Zähringer, die als einen der grössten Erfolge der Vereinsgeschichte den Vize Schweizer-Meister-Titel angeben, führt er weiter aus. Da seien ja sogar die Langnauer erfolgreicher – einen Titel gab es für die Langnauer 1976 zu feiern.

Der SCB als Kontaktbörse

Selbst der eingefleischteste SCB-Fan wird bei der Lektüre einige neue Dinge über seinen Lieblingsclub lernen. Etwa, dass die Band Europe extra für den SC Bern eine Ausnahme machte und ihren Hit «The Final Countdown», welcher nach jedem Berner Tor erklingt, zur Einweihung des neuen Stadions 2009 live spielte. Denn seit ihrem Comeback im Jahre 2004 weigerten sie sich standhaft, ihren grössten Hit live zu spielen. Auch Privates findet im Buch Platz: Martin Megert hat seine Frau an einem SCB-Spiel kennengelernt. Auch Randgeschichten von Spielern, Trainern und Schiedsrichtern finden in Tinus Werk Platz. In über 40 Jahren als SCB-Fan hat er vieles erlebt und kann so aus dem Nähkästchen plaudern. Die Liebe und Leidenschaft für den SCB ist in jeder Zeile spürbar.

Der Meisterfeier im Berner Stadion am Ostermontag blieb Tinu übrigens fern. «Bisher haben sie noch immer verloren, wenn ich an ein Public Viewing gegangen bin», so Tinu. Auch als der Titel im Trockenen war, blieb er zuhause: «Das war für mich ein schöner Abschluss der Saison». Er sei halt nicht mehr der Jüngste. Doch den Umzug durch die Berner Altstadt und die Feier auf dem Bundesplatz liess er sich nicht entgehen. «Das ist Ehrensache», meint der wohl grösste SCB-Fan, bevor er sich verabschieden muss. Er werde jetzt den Sommer geniessen.

Am Ende gewann der Effizientere

Vor 30’224 Zuschauern zeigte YB eine sehr starke Leistung gegen den Favoriten aus Gladbach. Die Atmosphäre im beinahe ausverkauften Stade de Suisse war grandios, dies auch dank den vielen Fans, die aus Deutschland angereist sind. Erst am Ende des Spieles konnten die Gäste dank einem Doppelschlag den Sack zumachen.

YB hält frech dagegen

Es war alles angerichtet für einen perfekten Fussballabend. Die Affiche stimmte und die Mannschaft von Adi Hütter war heiss auf das Hinspiel gegen den letztjährigen Vierten der deutschen Bundesliga.

Die Gäste dominierten das Spiel und versuchten mit einem schnellen Umschaltspiel die Verteidigung zu durchbrechen. Der stark aufspielende Traoré war oft der gesuchte Mann und in der 11. Minute war der Flügelspieler zu schnell für Lecjaks, er flankte scharf zur Mitte, wo der ex-FCZ Spieler Raffael wartete. Dieser vernaschte die YB-Abwehr und schoss seine Borussen mit einem herrlichen Flachschuss in Führung.

Die Berner hielten aber nach wie vor gut dagegen und hatten in der 45. Minute auch eine gute Möglichkeit zum Ausgleich. Hoaraus Versuch zischte aber knapp am Tor von Yann Sommer vorbei.

YB mit Chancenplus – Gladbach effizient

Nach der Pause kamen die Berner zunehmend besser ins Spiel und arbeiteten gut nach vorne, doch der letzte Pass fand nicht seinen Empfänger. Anders in der 56. Minute: als Sutter Ravet lancierte und der Franzose zur Mitte flankte. Für einmal stand dort Sulejmani ohne Verteidiger und nutzte dies dankend aus.

Das Spiel war neu lanciert und als in der 65. Minute Hoaraus Kopfball den Pfosten streifte, hätten die Berner die Führung nun definitiv verdient.

Wie aus heiterem Himmel schoss in der 67. Minute der eingewechselte André Hahn die erneute Führung für die Gäste aus dem Ruhrgebiet. YB brachte den Ball nicht aus der gefährlichen Zone, Bertone wurde noch hart angegangen, bevor der Ball zu Hahn sprang, der sich nicht zweimal bitten liess – bitter für die Berner.

Als in der 69. Minute Raffaels Volley-Versuch noch unhaltbar von Rochat ins eigene Tor abgelenkt wurde, waren die Hauptstädter definitiv am Ende. Die Gladbacher spielten die 3-1 Führung routiniert runter und gehen nun mit einem sehr dicken Polster ins Rückspiel von nächster Woche.

YB – GC: Spitzenspiel ohne Gewinner

«Das Resultat bringt definitiv niemandem etwas, doch unser Ziel war, YB nicht näher an uns herankommen zu lassen und dies haben wir erreicht.» Mit diesen Worten wendete sich Haris Tabakovic, nach seinem ersten Pflichtspiel für GC, an die Journalisten. Das Verfolgerduell startete wie erwartet. Bereits in der zehnten Minute setzte der nach einer Verletzung zurückgekehrte Guillaume Hoarau den Ball an den Pfosten.

Joel Mall im GC-Tor lenkte den Ball mit den Fingerspitzen an die Torumrandung. Die Berner standen hoch und setzten die Zürcher stark unter Druck. Sulejmani sah seinen Schuss vom GC-Schlussmann, Joel Mall, pariert und Alexander Gerndt scheiterte, alleine vor Mall, am eigenen Unvermögen.

Kurz nach Gerndts Chance überlief Loris Benito den Spieler Moritz Bauer und flankte von der Grundlinie in den Rücken der Abwehr. Dort stand Hoarau genau richtig und nickte ein. Die Zürcher reklamierten bei Schiedsrichter Jaccottet, da Gerndt Mall im passiven Abseits irritiert haben soll, doch der Schwede stand gar nicht im Abseits, denn Bauer hob dieses auf.

Kamberi mit der Hake

GC bislang ohne Möglichkeit, erhielt in der 31. Minute einen Eckball zugesprochen. Youngstar Kamberi schaute vermutlich vor dem Spiel einige Videos von Superstar Ibrahimovic an, denn er setzte zur Hake an und prompt landete der Ball hinter dem chancenlosen YB-Torwart Mvogo.

YB schien etwas geschockt, denn kurz nach dem Ausgleich hatte Dabbur den Führungstreffer auf dem Fuss, scheiterte aber am hervorragend reagierenden Mvogo. Kurz vor der Pause eine weitere heikle Situation. YB-Neuzugang Yoric Ravet flankte einen Freistoss auf Hoarau, der den Ball ins Tor köpfte, doch das Tor wurde annulliert, da der Franzose scheinbar aus einer Abseitsposition gestartet sei. Ein Fehlentscheid. Vilotic und Zakaria standen beide im Abseits, Hoarau nicht.

GC dominant

In der zweiten Halbzeit dominierten die Zürcher, jedoch schauten bloss selten gefährliche Chancen heraus. Dabbur setzte sich oft schön gegen mehrere YB-Verteidiger durch, scheiterte aber immer am gut positionierten Mvogo.

YB konnte nicht an der Leistung aus der ersten Hälfte anknüpfen und hatte einzig in der 84. Minute eine Chance, erneut in Führung zu gehen. Hoarau scheiterte jedoch mit seinem unplatzierten Kopfball an Mall. Doch das Spiel war noch nicht vorbei. Plötzlich stand Tabakovic alleine vor Mvogo und wird im letzten Moment zurückgepfiffen. Auch dies ein Fehlentscheid, denn Tabakovic stand nicht im Abseits. Somit gab es heute zwei gröbere Fehlentscheide, glücklicherweise je einen pro Mannschaft. Haris Tabakovic meinte nach dem Spiel: »In der ersten Halbzeit hatten wir Glück, in der zweiten YB. Also ist ein Unentschieden ein gerechtes Resultat.» Nuzzolo sah dies etwas anders: »Ich denke, GC ist mit diesem Resultat besser bedient als wir, aber wir hätten in der zweiten Halbzeit sicherlich mehr machen müssen.»

Die YB-Auferstehung?

Nach dem Sieg im ersten Spiel unter Adi Hütter gegen Vaduz waren gestern die Ansprüche an den FCB hoch. Man wollte dem unbesiegten Leader Punkte abnehmen. Dies gelang dank einer effizienten Offensive und einem noch stärkeren YB-Torhüter Yvon Mvogo.

Basel macht mehr für das Spiel

Die Basler drückten von Beginn weg und bereiteten der YB-Defensive in den Startminuten viel Arbeit. Die Berner standen zwar wieder hoch und pressten, doch der FCB spielte sich gut aus der Umklammerung der Hauptstädter heraus. Nach einem Freistoss für den FCB in der 5. Minute klärte Alain Rochat den Ball und dann kam der erste Grossauftritt von Sulejmani. Der Berner gewinnt das Sprintduell gegen Xhaka, dribbelt diesen zusätzlich noch schwindlig und knallt dann einfach eins auf den Ball. Auf einen Weg fand das Leder den Pfad ins Tor, jedoch macht Vaclik im FCB-Tor nicht die beste Figur.

Die Angriffe der Berner waren oft geduldig herausgespielt. Bis zu diesem Zeitpunkt gelingt es dem FCB nicht vor dem YB-Tor gefährlich zu werden. Während der Klassiker hart zu und her ging, erlaubte sich Schiedsrichter Klossner den einen oder anderen Fehler. Oft zu Gunsten des FCB.

Die Basler setzten bei Standardsituationen oft ein gefährliches Zeichen und so reagierte Youngstar Embolo nach einer Ecke in der 24. Minute am schnellsten und erzielte den nicht unverdienten Ausgleich für die Basler, welche mehr fürs Spiel machen.

Kurz vor der Pause dann der zweite Grossauftritt von Sulejmani. Der Serbe konnte einen Hadegjonai- Freistoss aus der eigenen Platzhälfte sauber mit der Brust annehmen und zog zur Mitte. Mutig zielte er aus rund 20 Metern ab und auch dieser Schuss schlug hinter dem chancenlosen Vaclik ein.

Wieder der drückende FCB

Auch nach der Pause startete der FCB druckvoller, doch auch in Halbzeit zwei waren es die Berner, die den ersten Treffer erzielten. Nach einem herrlichen Kabinettstück legte Steffen in der 65. Minute scharf zur Mitte, wo der bedrängte Alexander Gerndt mit der Hacke den Ball über die Linie drückte. Das Stade de Suisse stand Kopf. Zuvor hielt Mvogo die Führung nach einem gut geschossenen Zuffi-Freistoss fest und hatte Glück als ein Kopfball von Hoegh nur den Pfosten traf.

Xhaka liess sich etwas später zu einer Tätlichkeit an Steffen hinreissen. Klossner hatte die Aktion wahrscheinlich nur halb gesehen und zeigte dem Basler-Abräumer zum Unmut der Berner bloss den gelben Karton.

FCB gibt nicht auf

Wieder wurden die Basler in der 74. Minute nach einem Freistoss gefährlich und prompt gelang dem Innenverteidiger Suchy der Anschlusstreffer. Die Berner spielten nur auf Konter und so einen versuchte Vilotic mit einem hohen Ball zu lancieren. Gerndt glaubte daran – nach dem Aufspringen des Balles – vor Vaclik am Ball zu sein und wurde belohnt. Vor Vacliks Händen köpfte er den Ball über den Torhüter zum 4 zu2 ins Netz. Doch auch jetzt kämpfte der Leader weiter und erzielte in der Nachspielzeit durch Janko den erneuten Anschlusstreffer. Für den Ausgleich reichte die Zeit jedoch nicht mehr und YB schlug den FCB als erste Mannschaft in dieser Saison mit 4 zu 3.

Als Frau in einer Randsportart zu den Olympischen Spielen

“Ich bin Spitzensportlerin. Das sollte ich eigentlich sagen, wenn mich jemand fragt, was ich mache. Ich bin Spitzensportlerin, beruflich und privat.” Es war nie Jeannine Gmelins Plan, Profiruderin zu werden. Ihr Ziel war und ist es bloss, immer das zu tun, was sie will. “Wenn ich weiss, was ich will, stecke ich mein ganzes Herzblut in diese Sache.”

 

Schwieriger Start

Als Gmelin mit dreizehn Jahren im Ruderclub Uster ein neues Hobby fand, war es auf keinen Fall “Liebe auf den ersten Blick”. Sie und ihr grosser Bruder Valentin Gmelin sassen zweimal in der Woche im Boot und probierten das Rudern aus. Gmelins allererster Wettkampf war kein grosser Erfolg: “Weil sich meine Ruder zweimal im Wasser verdreht haben, haben wir verloren. Ich war zu Tode betrübt.” Auch ihr erstes Einzelrennen nahm ein wortwörtlich frühzeitiges Ende im Wasser. “Mitten auf der Rennstrecke bin ich gekentert.” Irgendwann kamen jedoch auch die ersten Erfolge. Dadurch hat Gmelin das Rudern mehr und mehr gepackt und der Trainingsumfang hat automatisch zunehmen müssen.

 

Mehr als ein Hobby

Neben dem Rudern hat Gmelin eine kaufmännische Lehre in Uster mit einem 80-Prozent-Pensum absolviert. Dadurch hatte sie nebst der Arbeit genug Zeit für das intensive Training. Der entscheidende Moment, in dem ihr klar wurde, dass ihr Rudern mehr bedeutet als nur ein Hobby, war 2011. Ihr Bruder Valentin Gmelin nahm damals in Amsterdam an der U23 Weltmeisterschaft teil. “Ich wurde überwältigt von Emotionen und Glücksgefühlen, da war mir klar: Das will ich auch.” Von da an hat sich Gmelins Karriere verändert.

 

Unterstützung von allen Seiten

Gmelin steckt alles, was sie kann, in die Erfüllung ihres Traums, doch ohne Unterstützung wäre sie heute nicht dort, wo sie ist. Bis vor einem Jahr arbeitete sie Teilzeit und konnte somit ihre Lebensausgaben decken. Jegliche Kosten, die das Rudern mit sich brachte, wie Trainingslager, Wettkämpfe und Reisen, übernahm und übernimmt auch heute grösstenteils die Leistungssportabteilung des Ruderclubs Uster.

 

Nun hat Gmelin jedoch keine Zeit mehr, neben dem Profisport zu arbeiten. Finanzielle Unterstützung bekommt sie heute von der Schweizerischen Sporthilfe/Swissolympics, Olympic Scholarship und von privaten Sponsoren. Gmelin hat ein starkes soziales Umfeld, das ihr psychisch gut beisteht. Ihre Familie stehe immer hinter ihr, ihre Freunde zeigten grosses Verständnis für ihre regelmässige Abwesenheit und die nur begrenzte Zeit für private Treffen.

 

“Meine Chefin war für mich immer eine wichtige Unterstützerin. Jegliche Ferien und Abwesenheiten hat sie mir ohne Wimpernzucken bewilligt.” Dadurch wurde Sorgen und Ängsten vorgebeugt. Ein weiterer grosser Unterstützer ist Roger Achermann, der Präsident des Ruderclubs Uster. “Er ist der Mann hinter allem, was für mich auf die Beine gestellt wird.” Gmelin kann mit ihren Anliegen stets zu ihm gehen und am nächsten Tag liegt meist eine Lösung auf dem Tisch.

 

Regeln und Befehle

Die einzige Möglichkeit, als Frau in einer Randsportart staatliche Unterstützung zu bekommen, ist die Spitzensport Rekrutenschule zu absolvieren. Diese Möglichkeit bietet die Schweizer Armee in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Sport an. Deshalb hat Gmelin das schweizerische Militär absolviert, wo sie eine dreiwöchige Grundausbildung machte.”Da bin ich ziemlich auf die Welt gekommen. Es herrschten bloss Regeln und Befehle, Selbstbestimmung gab es nicht.”

 

Anschliessend folgten 15 Wochen Intensivtraining, nicht in einem ruhigeren, wohl aber in einem angenehmeren Rahmen. Da sie zuvor eine feste Anstellung hatte, wurde sie während der Zeit auf der Rekrutenschule entlohnt, was dieses Angebot verlockend machte. Während dieser Zeit war Gmelin das erste Mal Vollzeit-Sportlerin. Somit ist dies auch die entscheidende Phase, in der ihr Entwicklungsprozess zur Profisportlerin begann.

 

Meilenstein

Jeannine Gmelin hat im Schweizer Rudersport durch den Gewinn der Silbermedaille an der Europameisterschaft einen Meilenstein gelegt. Durch diesen Sieg wird Gmelin Ende August an der Weltmeisterschaft antreten. Kommt sie dort unter die ersten neun Plätze, vertritt Gmelin an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro 2016 die Schweiz. In Anbetracht ihrer bisherigen Leistungen ist Gmelin zuversichtlich, diese Herausforderung packen zu können.

 

Gmelins Alltag war und ist auch heute stets ausgebucht und intensiv. Vor allem seit letztem Herbst, seit dem Gmelin als Spitzensportlerin arbeitet, bewegt sich ihr Wochenplan “abseits vom Normalen, ständig im extremen Rahmen.” Manchmal wünscht sich Gmelin etwas mehr Freiheiten, Flexibilität und Spontaneität, doch würde sie nie etwas aufgeben oder rückgängig machen wollen.

 

Aufs Herz hören

Das Gefühl vom Verlieren bei einem Wettkampf kann Gmelin nicht in Worte fassen, weil sie es nie wirklich erlebt hat. “Wenn ich alles gebe, kann ich gar nicht verlieren”. Ist Gmelin bei einem Wettkampf voll und ganz dabei, ist dies immer ein Erfolg. “Ich trainiere nicht nur, um zu siegen, sondern auch, weil jedes Training für mich eine Art Sieg ist.” Jedes Mal, sei es bei einem Wettkampf, einem Trainingswochenende oder einem Einzeltraining sammelt sie menschliche und sportliche Erfahrungen. Dadurch ist der Sieg für Gmelin nicht das einzige Erfolgserlebnis. “Doch ist er eine Bestätigung, dass ich richtig gelegen bin, stets an mich selbst zu glauben und auf mein Herz zu hören.”

 

Zukunft

Irgendwann wird Jeannine nicht mehr das Rudern als Beruf haben, irgendwann wird sie etwas Neues machen müssen. Was das sein wird, weiss sie noch nicht, doch eins ist klar: “Es wird irgendetwas anderes sein, doch es wird genauso meine Leidenschaft sein, wie es momentan das Rudern für mich ist.” Sie habe das Gefühl, dass sicher wieder etwas kommen wird, was sie vielleicht nicht genau so, aber auf eine andere Art begeistert wie der Rudersport. “Wenn das der Fall ist, gebe ich ganz sicher auch dann wieder 100 oder 110 Prozent.”

“Niveauunterschied war sichtbar”

Vor 16’079 Zuschauern startete für YB die Europacup-Kampagne. Gegner in der 3. Qualifikationsrunde der Champions League ist die AS Monaco. Der neureiche Verein, gespickt mit Topspielern, stand letzte Saison im Viertelfinale der Königsklasse und ging als klarer Favorit in die Partie gegen YB.

Keine Chancen im ersten Durchgang

Die erste Halbzeit brachte keine nennenswerte Aktion mit sich. Die beiden Abwehrketten standen hinten sicher und die Offensivspieler beider Mannschaften kreierten zu wenig gefährliche Spielsituationen. So sind zwei Versuche von YB-Neuzuzug Sulejmani die einzigen Aktionen mit Gefahrenpotenzial im Ansatz.

Zwei neue Mannschaften in zweiter Halbzeit

Die zweite Halbzeit startete mit einem Paukenschlag. Nach einem Befreiungsschlag von Vilotic kam Kubo zum Abschluss. Sein Schuss in der 51. Minute traf allerdings nur den Pfosten. Plötzlich waren alle wieder wach. Nun powerten die Berner und zeigten ein starkes Spiel.

Kurz nach der Pause starteten die Young Boys ihre YB-Viertelstunde, doch am Abschluss fehlte es zuhauf: Bei den Schüssen von Hoarau und Kubo war reichlich Pech dabei. Hoarau köpfte einen Ball aus fünf Metern neben das Tor und Kubo sah seinen Schuss von Kurzawa auf der Linie geklärt.

Der monegassische Aussenverteidiger traf nur zwei Minuten später in der 64. Minute per Volley herrlich ins kurze Eck, nachdem er sträflich alleine gelassen wurde. Eine unverdiente, wenngleich auch unglaublich effiziente Führung. Acht Minuten später war es dann Carrillo, der nur kurze Zeit nach seiner Einwechslung einen Moutinho-Freistoss ins Tor köpfte.

YB gibt sich kämpferisch

Durch einen Gegenangriff gelang den Hauptstädtern zwar der Anschlusstreffer von Nuzzolo in der 74. Minute, aber nur eine Minute später baut Pasalic die Führung der Monegassen zum Endergebnis von 3-1 nochmals aus.

Scott Sutter brachte es nach dem Spiel auf den Punkt: “Wir spielten ein sehr starkes Spiel, doch es war ein Spiel, in dem der Ball einfach nicht rein wollte.” Auf das Rückspiel bezogen meinte der YB-Verteidiger: “Wir müssen noch einmal so spielen und die Tore machen, ganz durch sind sie noch nicht.”

Raphael Nuzzolo, einziger YB-Torschütze, sagte: “Wenige Chancen, drei Tore. Man sah einfach den Niveauunterschied:”

Category Archives: Sport

Erster Dämpfer für YB

Passives YB

Viel Sehenswertes bot die erste Halbzeit nicht und dennoch führten die Gäste aus Thun gleich mit 0-3. Die Oberländer konnten bislang kein Spiel gewinnen und so überraschte das Halbzeitresultat umso mehr. Bei YB passte nichts zusammen und die Kreativität in der Offensive, die aus den letzten Spielen gelobt wurde, kam nicht zum Vorschein.

So wurde YB von der eigenen Eckballvariante aus dem Spiel gegen Lausanne von Thun ausgehebelt. Sandro Lauper erzielte nach 13 Minuten die Führung für den FC Thun. Gefolgt war diese Ecke von einer weiteren, bei welcher Marco Bürki Gelmi gewähren liess. Der Verteidiger des FC Thun erzielte somit bereits das 0-2 für das Gästeteam.

Nun kam es aber in der 43. Minute noch dicker für den passiven Leader aus Bern: Spielmann wurde nach einem Fehlpass aus der YB-Verteidigung sofort lanciert und blieb Sieger im Duell gegen David von Ballmoos.

Offensivdruck ohne Erfolg

Adi Hütter brachte nach der Pause mit Guillaume Hoarau und Leo Bertone zwei geschonte Stammspieler. Diese brachten zwar etwas Schwung mit und YB spielte sich hochkarätige Chancen heraus, trotzdem scheiterten die Hauptstädter an ihrem eigenen Unvermögen oder am stark aufspielenden Thun-Goalie Ruberto.

Es kam wie es kommen musste und so erzielte der FC Thun nach einer schön herausgespielten Aktion sogar das 0-4. Die Berner waren bedient und mussten das erste Mal in dieser Saison Punkte liegen lassen. Die Art und Weise lässt jedoch die eine oder andere Frage offen.

YB lässt seine Fans träumen

Foto: Thomas Hodel

Viele Zweikämpfe

Die erste Halbzeit war geprägt von vielen hart geführten Zweikämpfen und zwei stark aufspielenden Abwehrketten. Nur selten konnten die Offensivspieler beider Mannschaften in eine gefährliche Position gebracht werden.

Weder Steffen beim FCB, noch Sulejmani konnten ihre Freiheiten ausnützen und so war das logische Halbzeitresultat 0-0.

Einzelleistungen entscheiden das Spiel

Das Heimteam kam stärker aus der Kabine und spielte mit viel Druck nach vorne. In der 58. Minute passte der stark aufspielende YB-Verteidiger Benito auf Yoric Ravet. Dieser lässt mit seinem Dribbling Luca Zuffi alt aussehen und schlenzt den Ball herrlich an Vaclik vorbei ins Tor. Das ausverkaufte Stade de Suisse stand kopf. Keine Minute später hatte Sulejmani das nächste Tor auf dem Fuss, doch er verzog kläglich.

In der 80. Minute besiegte Sulejmani schliesslich endgültig das FCB. Einen Freistoss aus rund 25 Metern versenkte er nahezu perfekt ins Tor.

YB-Debütant Christian Fassnacht war nach dem Spiel zufrieden: «Es ist natürlich toll, gegen den Meister zu gewinnen, aber das war bloss das erste Spiel und jetzt kommt Dynamo Kiew, dies ist noch ein härterer Brocken. Nach der zweiten Halbzeit von heute dürfen wir jedoch zuversichtlich sein.»

Luzern unterliegt auch YB

Startfeuerwerk der Berner

Kaum angespielt zappelte der Ball bereits im Netz. Das Spiel dauerte erst zehn Sekunden, als sich die YB-Akteuere Frey, Ravet und Sulejmani durch die Luzernabwehr tankten. Letzterer liess sich nicht zweimal bitten und bezwang Jonas Omlin im Tor des FCL. Es ist eines der schnellsten Tore in der Geschichte der Super League.

Das Spiel war lanciert und der neutrale Zuschauer auf die Reaktion der Zentralschweizer gespannt. Diese blieb vorerst aus und nach zwei Minuten hätte Sulejmani beinahe zum zweiten Mal eingenetzt. Sein Kopfball zischte jedoch knapp über das Tor. Nach sieben Minuten zeigten sich erste Offensivzeichen der Gäste aus Luzern.
Marco Schneuwly, ein ehemaliger YB-Stürmer, flankte zur Mitte, wo Juric mit einem starken Kopfball den Ausgleich erzielte. Dabei sah wirkte die YB-Abwehr nicht, denn Juric hatte ziemlich viel Platz um zum Kopfball anzusetzten. Nach diesen beiden Toren flachte das Spiel etwas ab und beide Teams liessen keine sehenswerte Chance mehr zu. Bis zur 25. Minute plätscherte das Spiel so vor sich hin. Danach konnte sich das Team von Adi Hütter jedoch steigern und YB kam wieder vermehrt zu gefährlichen Angriffen.

Passive Luzerner

Luzern zeigte sich nun sehr passiv und der junge Torhüter des FCL, Jonas Omlin, löste bei manch einem Mitleid aus. Zwar parierte er gegen Michael Frey magistral, er musste jedoch in der 29. Minute erneut einen Ball aus dem Netz fischen. Nach einem Freistoss von der rechten Seite, wusste Sulejmani die Flanke von Ravet per Kopf zu verwerten. Die erneute Führung des Heimteams hinterliess jedoch einen bitteren Nachgeschmack, denn das Tor entstand vermutlich aus einer knappen Abseitsposition. YB übernahm nun das Spieldiktat und wer auf eine Reaktion des FCL hoffte, täuschte sich sehr.

Die Gäste zeigten sich ängstlich-passiv und konnten keine Offensivakzente mehr setzen. Besser machte es YB: Das Heimteam konnte in der 35. Minute die Führung ausbauen. Nach einem Pass in den Rücken der FCL-Abwehr scheiterte Frey an einem Bein eines Abwehrspielers. Den Abpraller verwertete YB-Neuzugang Roger Assale jedoch ohne Problem. Die zweite Halbzeit ging im gleichen Stil weiter, wie die erste aufgehört hatte. Die Berner dominierten die Gäste nach Belieben. Ihr schenlles Umschaltspiel brachte immer wieder grosse Gefahr mit sich. Schliesslich erzielte in der 60. Minute Michael Frey das Tor zum 4-1 für YB. Nach einem herrlichen Pass von Zakaria auf Sulejmani, wusste dieser Frey in der Mitte zu bedienen, welcher nur noch einschieben musste.
In der Folge hätten die Berner gut noch das eine oder andere Tor erzielen können, oder eher müssen. Bertone und Aebischer sahen ihre Schüsse jeweils am Aluminium abgeprallt.

Das Schlussresultat von 4-1 für YB stösst den FCL weiter in die Krise. Yvon Mvogo, Torhüter von YB, freute sich nach dem Spiel über den klaren Sieg: «Wir haben jetzt den zweiten Platz auf sicher und auch wenn ich nicht mehr dabei sein werde, freue ich mich, dass diese Mannschaft nächste Saison an der Champions-League-Qualifikation spielen darf. Ich bin heute sehr stolz auf diese Mannschaft. Der Auftritt heute ist einfach nur lobenswert», meinte Mvogo, der im Sommer zu RB Leipzig in die Bundesliga wechseln wird.

«Dr SCB isch dr geilscht Club»

Er wartet schon, an diesem Mittwochmittag, in einem Café in Bern, notabene zwei Tage nachdem sich der SCB in Zug zum zweiten Mal in Folge zum Eishockey Schweizer Meister küren lassen konnte. Von seinem Gipfeli ist schon fast nichts mehr übrig. «Tinu», stellt er sich vor. Martin Megert, wie er mit bürgerlichem Namen heisst, ist Informatiker. Neben seinem Beruf gibt es eine grosse Konstante in seinem Leben. Sie heisst SCB. Ich setzte mich ihm gegenüber hin. Wie sich herausstellt, ist Tinu genau wie ich in Burgdorf aufgewachsen. Während mich mein Vater an meinen ersten Match nach Langnau mitnahm, ging es für Tinu in die andere Richtung, nach Bern.

Das war der Beginn einer grossen Liebe. Heute ist der 56-Jährige der wahrscheinlich grösste SCB-Fan und ziemlich sicher auch der Bekannteste. Er ist Betreiber der Facebook-Seite «Hardboiled SCB», welche mittlerweile über 8000 Fans zählt. Auf dieser veröffentlicht er an jedem Spieltag spätestens eine Stunde nach dem Schlusspfiff einen Matchbericht, in dem er sich unzensiert seine Emotionen vom Leib schreibt. Diese Emotionen hat er nun auch in Buchform niedergeschrieben: «111 Gründe, den SCB zu lieben», heisst das gute Stück. Auch wenn sich Tinu für das Buch etwas zurückhalten musste, was die Sprache anging, ist sein Schreibstil deutlich erkennbar. «Ich bin wahnsinnig stolz auf das Buch, und auch auf mich», erzählt Tinu.

Seitenhiebe für Fribourg-Gottéron

«Der wichtigste Grund, den SCB zu lieben, ist ganz einfach: Der SCB ist ein geiler Club», sagt Tinu. Diesen einen, alles überspannenden Grund habe er dann, «wie ein Forensiker», aufgespalten in 111 Gründe. Drei Monate habe er jede Nacht daran geschrieben, immer mit der Deadline im Nacken. Er sei froh, dass er das Buch nicht während der Eishockeysaison schreiben musste, schmunzelt er. «Zusammen mit einem 100%-Job bin ich schon an meine Grenzen gekommen».

Das Buch ist eine Liebeserklärung an den SCB. Nicht immer sehr objektiv geschrieben, doch ausnahmslos ehrlich, interessant und auch lehrreich. Was auffällt: Gefühlt auf jeder zweiten Seite ist ein Seitenhieb gegen Fribourg-Gottéron versteckt. Diesen Club kann Tinu nicht ausstehen. «Weil es den HC Fribourg-Gottéron gibt», ist sogar der 39. Grund, den SCB zu lieben. Tinu erklärt, dass die Fribourger Fans «ekligi Cheibe» seien. Seine Erinnerungen an Fribourg seien nicht die besten, gibt er zu. Doch man könne sie auch nicht wirklich ernstnehmen, die chronisch erfolglosen Zähringer, die als einen der grössten Erfolge der Vereinsgeschichte den Vize Schweizer-Meister-Titel angeben, führt er weiter aus. Da seien ja sogar die Langnauer erfolgreicher – einen Titel gab es für die Langnauer 1976 zu feiern.

Der SCB als Kontaktbörse

Selbst der eingefleischteste SCB-Fan wird bei der Lektüre einige neue Dinge über seinen Lieblingsclub lernen. Etwa, dass die Band Europe extra für den SC Bern eine Ausnahme machte und ihren Hit «The Final Countdown», welcher nach jedem Berner Tor erklingt, zur Einweihung des neuen Stadions 2009 live spielte. Denn seit ihrem Comeback im Jahre 2004 weigerten sie sich standhaft, ihren grössten Hit live zu spielen. Auch Privates findet im Buch Platz: Martin Megert hat seine Frau an einem SCB-Spiel kennengelernt. Auch Randgeschichten von Spielern, Trainern und Schiedsrichtern finden in Tinus Werk Platz. In über 40 Jahren als SCB-Fan hat er vieles erlebt und kann so aus dem Nähkästchen plaudern. Die Liebe und Leidenschaft für den SCB ist in jeder Zeile spürbar.

Der Meisterfeier im Berner Stadion am Ostermontag blieb Tinu übrigens fern. «Bisher haben sie noch immer verloren, wenn ich an ein Public Viewing gegangen bin», so Tinu. Auch als der Titel im Trockenen war, blieb er zuhause: «Das war für mich ein schöner Abschluss der Saison». Er sei halt nicht mehr der Jüngste. Doch den Umzug durch die Berner Altstadt und die Feier auf dem Bundesplatz liess er sich nicht entgehen. «Das ist Ehrensache», meint der wohl grösste SCB-Fan, bevor er sich verabschieden muss. Er werde jetzt den Sommer geniessen.

Am Ende gewann der Effizientere

Vor 30’224 Zuschauern zeigte YB eine sehr starke Leistung gegen den Favoriten aus Gladbach. Die Atmosphäre im beinahe ausverkauften Stade de Suisse war grandios, dies auch dank den vielen Fans, die aus Deutschland angereist sind. Erst am Ende des Spieles konnten die Gäste dank einem Doppelschlag den Sack zumachen.

YB hält frech dagegen

Es war alles angerichtet für einen perfekten Fussballabend. Die Affiche stimmte und die Mannschaft von Adi Hütter war heiss auf das Hinspiel gegen den letztjährigen Vierten der deutschen Bundesliga.

Die Gäste dominierten das Spiel und versuchten mit einem schnellen Umschaltspiel die Verteidigung zu durchbrechen. Der stark aufspielende Traoré war oft der gesuchte Mann und in der 11. Minute war der Flügelspieler zu schnell für Lecjaks, er flankte scharf zur Mitte, wo der ex-FCZ Spieler Raffael wartete. Dieser vernaschte die YB-Abwehr und schoss seine Borussen mit einem herrlichen Flachschuss in Führung.

Die Berner hielten aber nach wie vor gut dagegen und hatten in der 45. Minute auch eine gute Möglichkeit zum Ausgleich. Hoaraus Versuch zischte aber knapp am Tor von Yann Sommer vorbei.

YB mit Chancenplus – Gladbach effizient

Nach der Pause kamen die Berner zunehmend besser ins Spiel und arbeiteten gut nach vorne, doch der letzte Pass fand nicht seinen Empfänger. Anders in der 56. Minute: als Sutter Ravet lancierte und der Franzose zur Mitte flankte. Für einmal stand dort Sulejmani ohne Verteidiger und nutzte dies dankend aus.

Das Spiel war neu lanciert und als in der 65. Minute Hoaraus Kopfball den Pfosten streifte, hätten die Berner die Führung nun definitiv verdient.

Wie aus heiterem Himmel schoss in der 67. Minute der eingewechselte André Hahn die erneute Führung für die Gäste aus dem Ruhrgebiet. YB brachte den Ball nicht aus der gefährlichen Zone, Bertone wurde noch hart angegangen, bevor der Ball zu Hahn sprang, der sich nicht zweimal bitten liess – bitter für die Berner.

Als in der 69. Minute Raffaels Volley-Versuch noch unhaltbar von Rochat ins eigene Tor abgelenkt wurde, waren die Hauptstädter definitiv am Ende. Die Gladbacher spielten die 3-1 Führung routiniert runter und gehen nun mit einem sehr dicken Polster ins Rückspiel von nächster Woche.

YB – GC: Spitzenspiel ohne Gewinner

«Das Resultat bringt definitiv niemandem etwas, doch unser Ziel war, YB nicht näher an uns herankommen zu lassen und dies haben wir erreicht.» Mit diesen Worten wendete sich Haris Tabakovic, nach seinem ersten Pflichtspiel für GC, an die Journalisten. Das Verfolgerduell startete wie erwartet. Bereits in der zehnten Minute setzte der nach einer Verletzung zurückgekehrte Guillaume Hoarau den Ball an den Pfosten.

Joel Mall im GC-Tor lenkte den Ball mit den Fingerspitzen an die Torumrandung. Die Berner standen hoch und setzten die Zürcher stark unter Druck. Sulejmani sah seinen Schuss vom GC-Schlussmann, Joel Mall, pariert und Alexander Gerndt scheiterte, alleine vor Mall, am eigenen Unvermögen.

Kurz nach Gerndts Chance überlief Loris Benito den Spieler Moritz Bauer und flankte von der Grundlinie in den Rücken der Abwehr. Dort stand Hoarau genau richtig und nickte ein. Die Zürcher reklamierten bei Schiedsrichter Jaccottet, da Gerndt Mall im passiven Abseits irritiert haben soll, doch der Schwede stand gar nicht im Abseits, denn Bauer hob dieses auf.

Kamberi mit der Hake

GC bislang ohne Möglichkeit, erhielt in der 31. Minute einen Eckball zugesprochen. Youngstar Kamberi schaute vermutlich vor dem Spiel einige Videos von Superstar Ibrahimovic an, denn er setzte zur Hake an und prompt landete der Ball hinter dem chancenlosen YB-Torwart Mvogo.

YB schien etwas geschockt, denn kurz nach dem Ausgleich hatte Dabbur den Führungstreffer auf dem Fuss, scheiterte aber am hervorragend reagierenden Mvogo. Kurz vor der Pause eine weitere heikle Situation. YB-Neuzugang Yoric Ravet flankte einen Freistoss auf Hoarau, der den Ball ins Tor köpfte, doch das Tor wurde annulliert, da der Franzose scheinbar aus einer Abseitsposition gestartet sei. Ein Fehlentscheid. Vilotic und Zakaria standen beide im Abseits, Hoarau nicht.

GC dominant

In der zweiten Halbzeit dominierten die Zürcher, jedoch schauten bloss selten gefährliche Chancen heraus. Dabbur setzte sich oft schön gegen mehrere YB-Verteidiger durch, scheiterte aber immer am gut positionierten Mvogo.

YB konnte nicht an der Leistung aus der ersten Hälfte anknüpfen und hatte einzig in der 84. Minute eine Chance, erneut in Führung zu gehen. Hoarau scheiterte jedoch mit seinem unplatzierten Kopfball an Mall. Doch das Spiel war noch nicht vorbei. Plötzlich stand Tabakovic alleine vor Mvogo und wird im letzten Moment zurückgepfiffen. Auch dies ein Fehlentscheid, denn Tabakovic stand nicht im Abseits. Somit gab es heute zwei gröbere Fehlentscheide, glücklicherweise je einen pro Mannschaft. Haris Tabakovic meinte nach dem Spiel: »In der ersten Halbzeit hatten wir Glück, in der zweiten YB. Also ist ein Unentschieden ein gerechtes Resultat.» Nuzzolo sah dies etwas anders: »Ich denke, GC ist mit diesem Resultat besser bedient als wir, aber wir hätten in der zweiten Halbzeit sicherlich mehr machen müssen.»

Die YB-Auferstehung?

Nach dem Sieg im ersten Spiel unter Adi Hütter gegen Vaduz waren gestern die Ansprüche an den FCB hoch. Man wollte dem unbesiegten Leader Punkte abnehmen. Dies gelang dank einer effizienten Offensive und einem noch stärkeren YB-Torhüter Yvon Mvogo.

Basel macht mehr für das Spiel

Die Basler drückten von Beginn weg und bereiteten der YB-Defensive in den Startminuten viel Arbeit. Die Berner standen zwar wieder hoch und pressten, doch der FCB spielte sich gut aus der Umklammerung der Hauptstädter heraus. Nach einem Freistoss für den FCB in der 5. Minute klärte Alain Rochat den Ball und dann kam der erste Grossauftritt von Sulejmani. Der Berner gewinnt das Sprintduell gegen Xhaka, dribbelt diesen zusätzlich noch schwindlig und knallt dann einfach eins auf den Ball. Auf einen Weg fand das Leder den Pfad ins Tor, jedoch macht Vaclik im FCB-Tor nicht die beste Figur.

Die Angriffe der Berner waren oft geduldig herausgespielt. Bis zu diesem Zeitpunkt gelingt es dem FCB nicht vor dem YB-Tor gefährlich zu werden. Während der Klassiker hart zu und her ging, erlaubte sich Schiedsrichter Klossner den einen oder anderen Fehler. Oft zu Gunsten des FCB.

Die Basler setzten bei Standardsituationen oft ein gefährliches Zeichen und so reagierte Youngstar Embolo nach einer Ecke in der 24. Minute am schnellsten und erzielte den nicht unverdienten Ausgleich für die Basler, welche mehr fürs Spiel machen.

Kurz vor der Pause dann der zweite Grossauftritt von Sulejmani. Der Serbe konnte einen Hadegjonai- Freistoss aus der eigenen Platzhälfte sauber mit der Brust annehmen und zog zur Mitte. Mutig zielte er aus rund 20 Metern ab und auch dieser Schuss schlug hinter dem chancenlosen Vaclik ein.

Wieder der drückende FCB

Auch nach der Pause startete der FCB druckvoller, doch auch in Halbzeit zwei waren es die Berner, die den ersten Treffer erzielten. Nach einem herrlichen Kabinettstück legte Steffen in der 65. Minute scharf zur Mitte, wo der bedrängte Alexander Gerndt mit der Hacke den Ball über die Linie drückte. Das Stade de Suisse stand Kopf. Zuvor hielt Mvogo die Führung nach einem gut geschossenen Zuffi-Freistoss fest und hatte Glück als ein Kopfball von Hoegh nur den Pfosten traf.

Xhaka liess sich etwas später zu einer Tätlichkeit an Steffen hinreissen. Klossner hatte die Aktion wahrscheinlich nur halb gesehen und zeigte dem Basler-Abräumer zum Unmut der Berner bloss den gelben Karton.

FCB gibt nicht auf

Wieder wurden die Basler in der 74. Minute nach einem Freistoss gefährlich und prompt gelang dem Innenverteidiger Suchy der Anschlusstreffer. Die Berner spielten nur auf Konter und so einen versuchte Vilotic mit einem hohen Ball zu lancieren. Gerndt glaubte daran – nach dem Aufspringen des Balles – vor Vaclik am Ball zu sein und wurde belohnt. Vor Vacliks Händen köpfte er den Ball über den Torhüter zum 4 zu2 ins Netz. Doch auch jetzt kämpfte der Leader weiter und erzielte in der Nachspielzeit durch Janko den erneuten Anschlusstreffer. Für den Ausgleich reichte die Zeit jedoch nicht mehr und YB schlug den FCB als erste Mannschaft in dieser Saison mit 4 zu 3.

Als Frau in einer Randsportart zu den Olympischen Spielen

“Ich bin Spitzensportlerin. Das sollte ich eigentlich sagen, wenn mich jemand fragt, was ich mache. Ich bin Spitzensportlerin, beruflich und privat.” Es war nie Jeannine Gmelins Plan, Profiruderin zu werden. Ihr Ziel war und ist es bloss, immer das zu tun, was sie will. “Wenn ich weiss, was ich will, stecke ich mein ganzes Herzblut in diese Sache.”

 

Schwieriger Start

Als Gmelin mit dreizehn Jahren im Ruderclub Uster ein neues Hobby fand, war es auf keinen Fall “Liebe auf den ersten Blick”. Sie und ihr grosser Bruder Valentin Gmelin sassen zweimal in der Woche im Boot und probierten das Rudern aus. Gmelins allererster Wettkampf war kein grosser Erfolg: “Weil sich meine Ruder zweimal im Wasser verdreht haben, haben wir verloren. Ich war zu Tode betrübt.” Auch ihr erstes Einzelrennen nahm ein wortwörtlich frühzeitiges Ende im Wasser. “Mitten auf der Rennstrecke bin ich gekentert.” Irgendwann kamen jedoch auch die ersten Erfolge. Dadurch hat Gmelin das Rudern mehr und mehr gepackt und der Trainingsumfang hat automatisch zunehmen müssen.

 

Mehr als ein Hobby

Neben dem Rudern hat Gmelin eine kaufmännische Lehre in Uster mit einem 80-Prozent-Pensum absolviert. Dadurch hatte sie nebst der Arbeit genug Zeit für das intensive Training. Der entscheidende Moment, in dem ihr klar wurde, dass ihr Rudern mehr bedeutet als nur ein Hobby, war 2011. Ihr Bruder Valentin Gmelin nahm damals in Amsterdam an der U23 Weltmeisterschaft teil. “Ich wurde überwältigt von Emotionen und Glücksgefühlen, da war mir klar: Das will ich auch.” Von da an hat sich Gmelins Karriere verändert.

 

Unterstützung von allen Seiten

Gmelin steckt alles, was sie kann, in die Erfüllung ihres Traums, doch ohne Unterstützung wäre sie heute nicht dort, wo sie ist. Bis vor einem Jahr arbeitete sie Teilzeit und konnte somit ihre Lebensausgaben decken. Jegliche Kosten, die das Rudern mit sich brachte, wie Trainingslager, Wettkämpfe und Reisen, übernahm und übernimmt auch heute grösstenteils die Leistungssportabteilung des Ruderclubs Uster.

 

Nun hat Gmelin jedoch keine Zeit mehr, neben dem Profisport zu arbeiten. Finanzielle Unterstützung bekommt sie heute von der Schweizerischen Sporthilfe/Swissolympics, Olympic Scholarship und von privaten Sponsoren. Gmelin hat ein starkes soziales Umfeld, das ihr psychisch gut beisteht. Ihre Familie stehe immer hinter ihr, ihre Freunde zeigten grosses Verständnis für ihre regelmässige Abwesenheit und die nur begrenzte Zeit für private Treffen.

 

“Meine Chefin war für mich immer eine wichtige Unterstützerin. Jegliche Ferien und Abwesenheiten hat sie mir ohne Wimpernzucken bewilligt.” Dadurch wurde Sorgen und Ängsten vorgebeugt. Ein weiterer grosser Unterstützer ist Roger Achermann, der Präsident des Ruderclubs Uster. “Er ist der Mann hinter allem, was für mich auf die Beine gestellt wird.” Gmelin kann mit ihren Anliegen stets zu ihm gehen und am nächsten Tag liegt meist eine Lösung auf dem Tisch.

 

Regeln und Befehle

Die einzige Möglichkeit, als Frau in einer Randsportart staatliche Unterstützung zu bekommen, ist die Spitzensport Rekrutenschule zu absolvieren. Diese Möglichkeit bietet die Schweizer Armee in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Sport an. Deshalb hat Gmelin das schweizerische Militär absolviert, wo sie eine dreiwöchige Grundausbildung machte.”Da bin ich ziemlich auf die Welt gekommen. Es herrschten bloss Regeln und Befehle, Selbstbestimmung gab es nicht.”

 

Anschliessend folgten 15 Wochen Intensivtraining, nicht in einem ruhigeren, wohl aber in einem angenehmeren Rahmen. Da sie zuvor eine feste Anstellung hatte, wurde sie während der Zeit auf der Rekrutenschule entlohnt, was dieses Angebot verlockend machte. Während dieser Zeit war Gmelin das erste Mal Vollzeit-Sportlerin. Somit ist dies auch die entscheidende Phase, in der ihr Entwicklungsprozess zur Profisportlerin begann.

 

Meilenstein

Jeannine Gmelin hat im Schweizer Rudersport durch den Gewinn der Silbermedaille an der Europameisterschaft einen Meilenstein gelegt. Durch diesen Sieg wird Gmelin Ende August an der Weltmeisterschaft antreten. Kommt sie dort unter die ersten neun Plätze, vertritt Gmelin an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro 2016 die Schweiz. In Anbetracht ihrer bisherigen Leistungen ist Gmelin zuversichtlich, diese Herausforderung packen zu können.

 

Gmelins Alltag war und ist auch heute stets ausgebucht und intensiv. Vor allem seit letztem Herbst, seit dem Gmelin als Spitzensportlerin arbeitet, bewegt sich ihr Wochenplan “abseits vom Normalen, ständig im extremen Rahmen.” Manchmal wünscht sich Gmelin etwas mehr Freiheiten, Flexibilität und Spontaneität, doch würde sie nie etwas aufgeben oder rückgängig machen wollen.

 

Aufs Herz hören

Das Gefühl vom Verlieren bei einem Wettkampf kann Gmelin nicht in Worte fassen, weil sie es nie wirklich erlebt hat. “Wenn ich alles gebe, kann ich gar nicht verlieren”. Ist Gmelin bei einem Wettkampf voll und ganz dabei, ist dies immer ein Erfolg. “Ich trainiere nicht nur, um zu siegen, sondern auch, weil jedes Training für mich eine Art Sieg ist.” Jedes Mal, sei es bei einem Wettkampf, einem Trainingswochenende oder einem Einzeltraining sammelt sie menschliche und sportliche Erfahrungen. Dadurch ist der Sieg für Gmelin nicht das einzige Erfolgserlebnis. “Doch ist er eine Bestätigung, dass ich richtig gelegen bin, stets an mich selbst zu glauben und auf mein Herz zu hören.”

 

Zukunft

Irgendwann wird Jeannine nicht mehr das Rudern als Beruf haben, irgendwann wird sie etwas Neues machen müssen. Was das sein wird, weiss sie noch nicht, doch eins ist klar: “Es wird irgendetwas anderes sein, doch es wird genauso meine Leidenschaft sein, wie es momentan das Rudern für mich ist.” Sie habe das Gefühl, dass sicher wieder etwas kommen wird, was sie vielleicht nicht genau so, aber auf eine andere Art begeistert wie der Rudersport. “Wenn das der Fall ist, gebe ich ganz sicher auch dann wieder 100 oder 110 Prozent.”

“Niveauunterschied war sichtbar”

Vor 16’079 Zuschauern startete für YB die Europacup-Kampagne. Gegner in der 3. Qualifikationsrunde der Champions League ist die AS Monaco. Der neureiche Verein, gespickt mit Topspielern, stand letzte Saison im Viertelfinale der Königsklasse und ging als klarer Favorit in die Partie gegen YB.

Keine Chancen im ersten Durchgang

Die erste Halbzeit brachte keine nennenswerte Aktion mit sich. Die beiden Abwehrketten standen hinten sicher und die Offensivspieler beider Mannschaften kreierten zu wenig gefährliche Spielsituationen. So sind zwei Versuche von YB-Neuzuzug Sulejmani die einzigen Aktionen mit Gefahrenpotenzial im Ansatz.

Zwei neue Mannschaften in zweiter Halbzeit

Die zweite Halbzeit startete mit einem Paukenschlag. Nach einem Befreiungsschlag von Vilotic kam Kubo zum Abschluss. Sein Schuss in der 51. Minute traf allerdings nur den Pfosten. Plötzlich waren alle wieder wach. Nun powerten die Berner und zeigten ein starkes Spiel.

Kurz nach der Pause starteten die Young Boys ihre YB-Viertelstunde, doch am Abschluss fehlte es zuhauf: Bei den Schüssen von Hoarau und Kubo war reichlich Pech dabei. Hoarau köpfte einen Ball aus fünf Metern neben das Tor und Kubo sah seinen Schuss von Kurzawa auf der Linie geklärt.

Der monegassische Aussenverteidiger traf nur zwei Minuten später in der 64. Minute per Volley herrlich ins kurze Eck, nachdem er sträflich alleine gelassen wurde. Eine unverdiente, wenngleich auch unglaublich effiziente Führung. Acht Minuten später war es dann Carrillo, der nur kurze Zeit nach seiner Einwechslung einen Moutinho-Freistoss ins Tor köpfte.

YB gibt sich kämpferisch

Durch einen Gegenangriff gelang den Hauptstädtern zwar der Anschlusstreffer von Nuzzolo in der 74. Minute, aber nur eine Minute später baut Pasalic die Führung der Monegassen zum Endergebnis von 3-1 nochmals aus.

Scott Sutter brachte es nach dem Spiel auf den Punkt: “Wir spielten ein sehr starkes Spiel, doch es war ein Spiel, in dem der Ball einfach nicht rein wollte.” Auf das Rückspiel bezogen meinte der YB-Verteidiger: “Wir müssen noch einmal so spielen und die Tore machen, ganz durch sind sie noch nicht.”

Raphael Nuzzolo, einziger YB-Torschütze, sagte: “Wenige Chancen, drei Tore. Man sah einfach den Niveauunterschied:”

Category Archives: Sport

Erster Dämpfer für YB

Passives YB

Viel Sehenswertes bot die erste Halbzeit nicht und dennoch führten die Gäste aus Thun gleich mit 0-3. Die Oberländer konnten bislang kein Spiel gewinnen und so überraschte das Halbzeitresultat umso mehr. Bei YB passte nichts zusammen und die Kreativität in der Offensive, die aus den letzten Spielen gelobt wurde, kam nicht zum Vorschein.

So wurde YB von der eigenen Eckballvariante aus dem Spiel gegen Lausanne von Thun ausgehebelt. Sandro Lauper erzielte nach 13 Minuten die Führung für den FC Thun. Gefolgt war diese Ecke von einer weiteren, bei welcher Marco Bürki Gelmi gewähren liess. Der Verteidiger des FC Thun erzielte somit bereits das 0-2 für das Gästeteam.

Nun kam es aber in der 43. Minute noch dicker für den passiven Leader aus Bern: Spielmann wurde nach einem Fehlpass aus der YB-Verteidigung sofort lanciert und blieb Sieger im Duell gegen David von Ballmoos.

Offensivdruck ohne Erfolg

Adi Hütter brachte nach der Pause mit Guillaume Hoarau und Leo Bertone zwei geschonte Stammspieler. Diese brachten zwar etwas Schwung mit und YB spielte sich hochkarätige Chancen heraus, trotzdem scheiterten die Hauptstädter an ihrem eigenen Unvermögen oder am stark aufspielenden Thun-Goalie Ruberto.

Es kam wie es kommen musste und so erzielte der FC Thun nach einer schön herausgespielten Aktion sogar das 0-4. Die Berner waren bedient und mussten das erste Mal in dieser Saison Punkte liegen lassen. Die Art und Weise lässt jedoch die eine oder andere Frage offen.

YB lässt seine Fans träumen

Foto: Thomas Hodel

Viele Zweikämpfe

Die erste Halbzeit war geprägt von vielen hart geführten Zweikämpfen und zwei stark aufspielenden Abwehrketten. Nur selten konnten die Offensivspieler beider Mannschaften in eine gefährliche Position gebracht werden.

Weder Steffen beim FCB, noch Sulejmani konnten ihre Freiheiten ausnützen und so war das logische Halbzeitresultat 0-0.

Einzelleistungen entscheiden das Spiel

Das Heimteam kam stärker aus der Kabine und spielte mit viel Druck nach vorne. In der 58. Minute passte der stark aufspielende YB-Verteidiger Benito auf Yoric Ravet. Dieser lässt mit seinem Dribbling Luca Zuffi alt aussehen und schlenzt den Ball herrlich an Vaclik vorbei ins Tor. Das ausverkaufte Stade de Suisse stand kopf. Keine Minute später hatte Sulejmani das nächste Tor auf dem Fuss, doch er verzog kläglich.

In der 80. Minute besiegte Sulejmani schliesslich endgültig das FCB. Einen Freistoss aus rund 25 Metern versenkte er nahezu perfekt ins Tor.

YB-Debütant Christian Fassnacht war nach dem Spiel zufrieden: «Es ist natürlich toll, gegen den Meister zu gewinnen, aber das war bloss das erste Spiel und jetzt kommt Dynamo Kiew, dies ist noch ein härterer Brocken. Nach der zweiten Halbzeit von heute dürfen wir jedoch zuversichtlich sein.»

Luzern unterliegt auch YB

Startfeuerwerk der Berner

Kaum angespielt zappelte der Ball bereits im Netz. Das Spiel dauerte erst zehn Sekunden, als sich die YB-Akteuere Frey, Ravet und Sulejmani durch die Luzernabwehr tankten. Letzterer liess sich nicht zweimal bitten und bezwang Jonas Omlin im Tor des FCL. Es ist eines der schnellsten Tore in der Geschichte der Super League.

Das Spiel war lanciert und der neutrale Zuschauer auf die Reaktion der Zentralschweizer gespannt. Diese blieb vorerst aus und nach zwei Minuten hätte Sulejmani beinahe zum zweiten Mal eingenetzt. Sein Kopfball zischte jedoch knapp über das Tor. Nach sieben Minuten zeigten sich erste Offensivzeichen der Gäste aus Luzern.
Marco Schneuwly, ein ehemaliger YB-Stürmer, flankte zur Mitte, wo Juric mit einem starken Kopfball den Ausgleich erzielte. Dabei sah wirkte die YB-Abwehr nicht, denn Juric hatte ziemlich viel Platz um zum Kopfball anzusetzten. Nach diesen beiden Toren flachte das Spiel etwas ab und beide Teams liessen keine sehenswerte Chance mehr zu. Bis zur 25. Minute plätscherte das Spiel so vor sich hin. Danach konnte sich das Team von Adi Hütter jedoch steigern und YB kam wieder vermehrt zu gefährlichen Angriffen.

Passive Luzerner

Luzern zeigte sich nun sehr passiv und der junge Torhüter des FCL, Jonas Omlin, löste bei manch einem Mitleid aus. Zwar parierte er gegen Michael Frey magistral, er musste jedoch in der 29. Minute erneut einen Ball aus dem Netz fischen. Nach einem Freistoss von der rechten Seite, wusste Sulejmani die Flanke von Ravet per Kopf zu verwerten. Die erneute Führung des Heimteams hinterliess jedoch einen bitteren Nachgeschmack, denn das Tor entstand vermutlich aus einer knappen Abseitsposition. YB übernahm nun das Spieldiktat und wer auf eine Reaktion des FCL hoffte, täuschte sich sehr.

Die Gäste zeigten sich ängstlich-passiv und konnten keine Offensivakzente mehr setzen. Besser machte es YB: Das Heimteam konnte in der 35. Minute die Führung ausbauen. Nach einem Pass in den Rücken der FCL-Abwehr scheiterte Frey an einem Bein eines Abwehrspielers. Den Abpraller verwertete YB-Neuzugang Roger Assale jedoch ohne Problem. Die zweite Halbzeit ging im gleichen Stil weiter, wie die erste aufgehört hatte. Die Berner dominierten die Gäste nach Belieben. Ihr schenlles Umschaltspiel brachte immer wieder grosse Gefahr mit sich. Schliesslich erzielte in der 60. Minute Michael Frey das Tor zum 4-1 für YB. Nach einem herrlichen Pass von Zakaria auf Sulejmani, wusste dieser Frey in der Mitte zu bedienen, welcher nur noch einschieben musste.
In der Folge hätten die Berner gut noch das eine oder andere Tor erzielen können, oder eher müssen. Bertone und Aebischer sahen ihre Schüsse jeweils am Aluminium abgeprallt.

Das Schlussresultat von 4-1 für YB stösst den FCL weiter in die Krise. Yvon Mvogo, Torhüter von YB, freute sich nach dem Spiel über den klaren Sieg: «Wir haben jetzt den zweiten Platz auf sicher und auch wenn ich nicht mehr dabei sein werde, freue ich mich, dass diese Mannschaft nächste Saison an der Champions-League-Qualifikation spielen darf. Ich bin heute sehr stolz auf diese Mannschaft. Der Auftritt heute ist einfach nur lobenswert», meinte Mvogo, der im Sommer zu RB Leipzig in die Bundesliga wechseln wird.

«Dr SCB isch dr geilscht Club»

Er wartet schon, an diesem Mittwochmittag, in einem Café in Bern, notabene zwei Tage nachdem sich der SCB in Zug zum zweiten Mal in Folge zum Eishockey Schweizer Meister küren lassen konnte. Von seinem Gipfeli ist schon fast nichts mehr übrig. «Tinu», stellt er sich vor. Martin Megert, wie er mit bürgerlichem Namen heisst, ist Informatiker. Neben seinem Beruf gibt es eine grosse Konstante in seinem Leben. Sie heisst SCB. Ich setzte mich ihm gegenüber hin. Wie sich herausstellt, ist Tinu genau wie ich in Burgdorf aufgewachsen. Während mich mein Vater an meinen ersten Match nach Langnau mitnahm, ging es für Tinu in die andere Richtung, nach Bern.

Das war der Beginn einer grossen Liebe. Heute ist der 56-Jährige der wahrscheinlich grösste SCB-Fan und ziemlich sicher auch der Bekannteste. Er ist Betreiber der Facebook-Seite «Hardboiled SCB», welche mittlerweile über 8000 Fans zählt. Auf dieser veröffentlicht er an jedem Spieltag spätestens eine Stunde nach dem Schlusspfiff einen Matchbericht, in dem er sich unzensiert seine Emotionen vom Leib schreibt. Diese Emotionen hat er nun auch in Buchform niedergeschrieben: «111 Gründe, den SCB zu lieben», heisst das gute Stück. Auch wenn sich Tinu für das Buch etwas zurückhalten musste, was die Sprache anging, ist sein Schreibstil deutlich erkennbar. «Ich bin wahnsinnig stolz auf das Buch, und auch auf mich», erzählt Tinu.

Seitenhiebe für Fribourg-Gottéron

«Der wichtigste Grund, den SCB zu lieben, ist ganz einfach: Der SCB ist ein geiler Club», sagt Tinu. Diesen einen, alles überspannenden Grund habe er dann, «wie ein Forensiker», aufgespalten in 111 Gründe. Drei Monate habe er jede Nacht daran geschrieben, immer mit der Deadline im Nacken. Er sei froh, dass er das Buch nicht während der Eishockeysaison schreiben musste, schmunzelt er. «Zusammen mit einem 100%-Job bin ich schon an meine Grenzen gekommen».

Das Buch ist eine Liebeserklärung an den SCB. Nicht immer sehr objektiv geschrieben, doch ausnahmslos ehrlich, interessant und auch lehrreich. Was auffällt: Gefühlt auf jeder zweiten Seite ist ein Seitenhieb gegen Fribourg-Gottéron versteckt. Diesen Club kann Tinu nicht ausstehen. «Weil es den HC Fribourg-Gottéron gibt», ist sogar der 39. Grund, den SCB zu lieben. Tinu erklärt, dass die Fribourger Fans «ekligi Cheibe» seien. Seine Erinnerungen an Fribourg seien nicht die besten, gibt er zu. Doch man könne sie auch nicht wirklich ernstnehmen, die chronisch erfolglosen Zähringer, die als einen der grössten Erfolge der Vereinsgeschichte den Vize Schweizer-Meister-Titel angeben, führt er weiter aus. Da seien ja sogar die Langnauer erfolgreicher – einen Titel gab es für die Langnauer 1976 zu feiern.

Der SCB als Kontaktbörse

Selbst der eingefleischteste SCB-Fan wird bei der Lektüre einige neue Dinge über seinen Lieblingsclub lernen. Etwa, dass die Band Europe extra für den SC Bern eine Ausnahme machte und ihren Hit «The Final Countdown», welcher nach jedem Berner Tor erklingt, zur Einweihung des neuen Stadions 2009 live spielte. Denn seit ihrem Comeback im Jahre 2004 weigerten sie sich standhaft, ihren grössten Hit live zu spielen. Auch Privates findet im Buch Platz: Martin Megert hat seine Frau an einem SCB-Spiel kennengelernt. Auch Randgeschichten von Spielern, Trainern und Schiedsrichtern finden in Tinus Werk Platz. In über 40 Jahren als SCB-Fan hat er vieles erlebt und kann so aus dem Nähkästchen plaudern. Die Liebe und Leidenschaft für den SCB ist in jeder Zeile spürbar.

Der Meisterfeier im Berner Stadion am Ostermontag blieb Tinu übrigens fern. «Bisher haben sie noch immer verloren, wenn ich an ein Public Viewing gegangen bin», so Tinu. Auch als der Titel im Trockenen war, blieb er zuhause: «Das war für mich ein schöner Abschluss der Saison». Er sei halt nicht mehr der Jüngste. Doch den Umzug durch die Berner Altstadt und die Feier auf dem Bundesplatz liess er sich nicht entgehen. «Das ist Ehrensache», meint der wohl grösste SCB-Fan, bevor er sich verabschieden muss. Er werde jetzt den Sommer geniessen.

Am Ende gewann der Effizientere

Vor 30’224 Zuschauern zeigte YB eine sehr starke Leistung gegen den Favoriten aus Gladbach. Die Atmosphäre im beinahe ausverkauften Stade de Suisse war grandios, dies auch dank den vielen Fans, die aus Deutschland angereist sind. Erst am Ende des Spieles konnten die Gäste dank einem Doppelschlag den Sack zumachen.

YB hält frech dagegen

Es war alles angerichtet für einen perfekten Fussballabend. Die Affiche stimmte und die Mannschaft von Adi Hütter war heiss auf das Hinspiel gegen den letztjährigen Vierten der deutschen Bundesliga.

Die Gäste dominierten das Spiel und versuchten mit einem schnellen Umschaltspiel die Verteidigung zu durchbrechen. Der stark aufspielende Traoré war oft der gesuchte Mann und in der 11. Minute war der Flügelspieler zu schnell für Lecjaks, er flankte scharf zur Mitte, wo der ex-FCZ Spieler Raffael wartete. Dieser vernaschte die YB-Abwehr und schoss seine Borussen mit einem herrlichen Flachschuss in Führung.

Die Berner hielten aber nach wie vor gut dagegen und hatten in der 45. Minute auch eine gute Möglichkeit zum Ausgleich. Hoaraus Versuch zischte aber knapp am Tor von Yann Sommer vorbei.

YB mit Chancenplus – Gladbach effizient

Nach der Pause kamen die Berner zunehmend besser ins Spiel und arbeiteten gut nach vorne, doch der letzte Pass fand nicht seinen Empfänger. Anders in der 56. Minute: als Sutter Ravet lancierte und der Franzose zur Mitte flankte. Für einmal stand dort Sulejmani ohne Verteidiger und nutzte dies dankend aus.

Das Spiel war neu lanciert und als in der 65. Minute Hoaraus Kopfball den Pfosten streifte, hätten die Berner die Führung nun definitiv verdient.

Wie aus heiterem Himmel schoss in der 67. Minute der eingewechselte André Hahn die erneute Führung für die Gäste aus dem Ruhrgebiet. YB brachte den Ball nicht aus der gefährlichen Zone, Bertone wurde noch hart angegangen, bevor der Ball zu Hahn sprang, der sich nicht zweimal bitten liess – bitter für die Berner.

Als in der 69. Minute Raffaels Volley-Versuch noch unhaltbar von Rochat ins eigene Tor abgelenkt wurde, waren die Hauptstädter definitiv am Ende. Die Gladbacher spielten die 3-1 Führung routiniert runter und gehen nun mit einem sehr dicken Polster ins Rückspiel von nächster Woche.

YB – GC: Spitzenspiel ohne Gewinner

«Das Resultat bringt definitiv niemandem etwas, doch unser Ziel war, YB nicht näher an uns herankommen zu lassen und dies haben wir erreicht.» Mit diesen Worten wendete sich Haris Tabakovic, nach seinem ersten Pflichtspiel für GC, an die Journalisten. Das Verfolgerduell startete wie erwartet. Bereits in der zehnten Minute setzte der nach einer Verletzung zurückgekehrte Guillaume Hoarau den Ball an den Pfosten.

Joel Mall im GC-Tor lenkte den Ball mit den Fingerspitzen an die Torumrandung. Die Berner standen hoch und setzten die Zürcher stark unter Druck. Sulejmani sah seinen Schuss vom GC-Schlussmann, Joel Mall, pariert und Alexander Gerndt scheiterte, alleine vor Mall, am eigenen Unvermögen.

Kurz nach Gerndts Chance überlief Loris Benito den Spieler Moritz Bauer und flankte von der Grundlinie in den Rücken der Abwehr. Dort stand Hoarau genau richtig und nickte ein. Die Zürcher reklamierten bei Schiedsrichter Jaccottet, da Gerndt Mall im passiven Abseits irritiert haben soll, doch der Schwede stand gar nicht im Abseits, denn Bauer hob dieses auf.

Kamberi mit der Hake

GC bislang ohne Möglichkeit, erhielt in der 31. Minute einen Eckball zugesprochen. Youngstar Kamberi schaute vermutlich vor dem Spiel einige Videos von Superstar Ibrahimovic an, denn er setzte zur Hake an und prompt landete der Ball hinter dem chancenlosen YB-Torwart Mvogo.

YB schien etwas geschockt, denn kurz nach dem Ausgleich hatte Dabbur den Führungstreffer auf dem Fuss, scheiterte aber am hervorragend reagierenden Mvogo. Kurz vor der Pause eine weitere heikle Situation. YB-Neuzugang Yoric Ravet flankte einen Freistoss auf Hoarau, der den Ball ins Tor köpfte, doch das Tor wurde annulliert, da der Franzose scheinbar aus einer Abseitsposition gestartet sei. Ein Fehlentscheid. Vilotic und Zakaria standen beide im Abseits, Hoarau nicht.

GC dominant

In der zweiten Halbzeit dominierten die Zürcher, jedoch schauten bloss selten gefährliche Chancen heraus. Dabbur setzte sich oft schön gegen mehrere YB-Verteidiger durch, scheiterte aber immer am gut positionierten Mvogo.

YB konnte nicht an der Leistung aus der ersten Hälfte anknüpfen und hatte einzig in der 84. Minute eine Chance, erneut in Führung zu gehen. Hoarau scheiterte jedoch mit seinem unplatzierten Kopfball an Mall. Doch das Spiel war noch nicht vorbei. Plötzlich stand Tabakovic alleine vor Mvogo und wird im letzten Moment zurückgepfiffen. Auch dies ein Fehlentscheid, denn Tabakovic stand nicht im Abseits. Somit gab es heute zwei gröbere Fehlentscheide, glücklicherweise je einen pro Mannschaft. Haris Tabakovic meinte nach dem Spiel: »In der ersten Halbzeit hatten wir Glück, in der zweiten YB. Also ist ein Unentschieden ein gerechtes Resultat.» Nuzzolo sah dies etwas anders: »Ich denke, GC ist mit diesem Resultat besser bedient als wir, aber wir hätten in der zweiten Halbzeit sicherlich mehr machen müssen.»

Die YB-Auferstehung?

Nach dem Sieg im ersten Spiel unter Adi Hütter gegen Vaduz waren gestern die Ansprüche an den FCB hoch. Man wollte dem unbesiegten Leader Punkte abnehmen. Dies gelang dank einer effizienten Offensive und einem noch stärkeren YB-Torhüter Yvon Mvogo.

Basel macht mehr für das Spiel

Die Basler drückten von Beginn weg und bereiteten der YB-Defensive in den Startminuten viel Arbeit. Die Berner standen zwar wieder hoch und pressten, doch der FCB spielte sich gut aus der Umklammerung der Hauptstädter heraus. Nach einem Freistoss für den FCB in der 5. Minute klärte Alain Rochat den Ball und dann kam der erste Grossauftritt von Sulejmani. Der Berner gewinnt das Sprintduell gegen Xhaka, dribbelt diesen zusätzlich noch schwindlig und knallt dann einfach eins auf den Ball. Auf einen Weg fand das Leder den Pfad ins Tor, jedoch macht Vaclik im FCB-Tor nicht die beste Figur.

Die Angriffe der Berner waren oft geduldig herausgespielt. Bis zu diesem Zeitpunkt gelingt es dem FCB nicht vor dem YB-Tor gefährlich zu werden. Während der Klassiker hart zu und her ging, erlaubte sich Schiedsrichter Klossner den einen oder anderen Fehler. Oft zu Gunsten des FCB.

Die Basler setzten bei Standardsituationen oft ein gefährliches Zeichen und so reagierte Youngstar Embolo nach einer Ecke in der 24. Minute am schnellsten und erzielte den nicht unverdienten Ausgleich für die Basler, welche mehr fürs Spiel machen.

Kurz vor der Pause dann der zweite Grossauftritt von Sulejmani. Der Serbe konnte einen Hadegjonai- Freistoss aus der eigenen Platzhälfte sauber mit der Brust annehmen und zog zur Mitte. Mutig zielte er aus rund 20 Metern ab und auch dieser Schuss schlug hinter dem chancenlosen Vaclik ein.

Wieder der drückende FCB

Auch nach der Pause startete der FCB druckvoller, doch auch in Halbzeit zwei waren es die Berner, die den ersten Treffer erzielten. Nach einem herrlichen Kabinettstück legte Steffen in der 65. Minute scharf zur Mitte, wo der bedrängte Alexander Gerndt mit der Hacke den Ball über die Linie drückte. Das Stade de Suisse stand Kopf. Zuvor hielt Mvogo die Führung nach einem gut geschossenen Zuffi-Freistoss fest und hatte Glück als ein Kopfball von Hoegh nur den Pfosten traf.

Xhaka liess sich etwas später zu einer Tätlichkeit an Steffen hinreissen. Klossner hatte die Aktion wahrscheinlich nur halb gesehen und zeigte dem Basler-Abräumer zum Unmut der Berner bloss den gelben Karton.

FCB gibt nicht auf

Wieder wurden die Basler in der 74. Minute nach einem Freistoss gefährlich und prompt gelang dem Innenverteidiger Suchy der Anschlusstreffer. Die Berner spielten nur auf Konter und so einen versuchte Vilotic mit einem hohen Ball zu lancieren. Gerndt glaubte daran – nach dem Aufspringen des Balles – vor Vaclik am Ball zu sein und wurde belohnt. Vor Vacliks Händen köpfte er den Ball über den Torhüter zum 4 zu2 ins Netz. Doch auch jetzt kämpfte der Leader weiter und erzielte in der Nachspielzeit durch Janko den erneuten Anschlusstreffer. Für den Ausgleich reichte die Zeit jedoch nicht mehr und YB schlug den FCB als erste Mannschaft in dieser Saison mit 4 zu 3.

Als Frau in einer Randsportart zu den Olympischen Spielen

“Ich bin Spitzensportlerin. Das sollte ich eigentlich sagen, wenn mich jemand fragt, was ich mache. Ich bin Spitzensportlerin, beruflich und privat.” Es war nie Jeannine Gmelins Plan, Profiruderin zu werden. Ihr Ziel war und ist es bloss, immer das zu tun, was sie will. “Wenn ich weiss, was ich will, stecke ich mein ganzes Herzblut in diese Sache.”

 

Schwieriger Start

Als Gmelin mit dreizehn Jahren im Ruderclub Uster ein neues Hobby fand, war es auf keinen Fall “Liebe auf den ersten Blick”. Sie und ihr grosser Bruder Valentin Gmelin sassen zweimal in der Woche im Boot und probierten das Rudern aus. Gmelins allererster Wettkampf war kein grosser Erfolg: “Weil sich meine Ruder zweimal im Wasser verdreht haben, haben wir verloren. Ich war zu Tode betrübt.” Auch ihr erstes Einzelrennen nahm ein wortwörtlich frühzeitiges Ende im Wasser. “Mitten auf der Rennstrecke bin ich gekentert.” Irgendwann kamen jedoch auch die ersten Erfolge. Dadurch hat Gmelin das Rudern mehr und mehr gepackt und der Trainingsumfang hat automatisch zunehmen müssen.

 

Mehr als ein Hobby

Neben dem Rudern hat Gmelin eine kaufmännische Lehre in Uster mit einem 80-Prozent-Pensum absolviert. Dadurch hatte sie nebst der Arbeit genug Zeit für das intensive Training. Der entscheidende Moment, in dem ihr klar wurde, dass ihr Rudern mehr bedeutet als nur ein Hobby, war 2011. Ihr Bruder Valentin Gmelin nahm damals in Amsterdam an der U23 Weltmeisterschaft teil. “Ich wurde überwältigt von Emotionen und Glücksgefühlen, da war mir klar: Das will ich auch.” Von da an hat sich Gmelins Karriere verändert.

 

Unterstützung von allen Seiten

Gmelin steckt alles, was sie kann, in die Erfüllung ihres Traums, doch ohne Unterstützung wäre sie heute nicht dort, wo sie ist. Bis vor einem Jahr arbeitete sie Teilzeit und konnte somit ihre Lebensausgaben decken. Jegliche Kosten, die das Rudern mit sich brachte, wie Trainingslager, Wettkämpfe und Reisen, übernahm und übernimmt auch heute grösstenteils die Leistungssportabteilung des Ruderclubs Uster.

 

Nun hat Gmelin jedoch keine Zeit mehr, neben dem Profisport zu arbeiten. Finanzielle Unterstützung bekommt sie heute von der Schweizerischen Sporthilfe/Swissolympics, Olympic Scholarship und von privaten Sponsoren. Gmelin hat ein starkes soziales Umfeld, das ihr psychisch gut beisteht. Ihre Familie stehe immer hinter ihr, ihre Freunde zeigten grosses Verständnis für ihre regelmässige Abwesenheit und die nur begrenzte Zeit für private Treffen.

 

“Meine Chefin war für mich immer eine wichtige Unterstützerin. Jegliche Ferien und Abwesenheiten hat sie mir ohne Wimpernzucken bewilligt.” Dadurch wurde Sorgen und Ängsten vorgebeugt. Ein weiterer grosser Unterstützer ist Roger Achermann, der Präsident des Ruderclubs Uster. “Er ist der Mann hinter allem, was für mich auf die Beine gestellt wird.” Gmelin kann mit ihren Anliegen stets zu ihm gehen und am nächsten Tag liegt meist eine Lösung auf dem Tisch.

 

Regeln und Befehle

Die einzige Möglichkeit, als Frau in einer Randsportart staatliche Unterstützung zu bekommen, ist die Spitzensport Rekrutenschule zu absolvieren. Diese Möglichkeit bietet die Schweizer Armee in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Sport an. Deshalb hat Gmelin das schweizerische Militär absolviert, wo sie eine dreiwöchige Grundausbildung machte.”Da bin ich ziemlich auf die Welt gekommen. Es herrschten bloss Regeln und Befehle, Selbstbestimmung gab es nicht.”

 

Anschliessend folgten 15 Wochen Intensivtraining, nicht in einem ruhigeren, wohl aber in einem angenehmeren Rahmen. Da sie zuvor eine feste Anstellung hatte, wurde sie während der Zeit auf der Rekrutenschule entlohnt, was dieses Angebot verlockend machte. Während dieser Zeit war Gmelin das erste Mal Vollzeit-Sportlerin. Somit ist dies auch die entscheidende Phase, in der ihr Entwicklungsprozess zur Profisportlerin begann.

 

Meilenstein

Jeannine Gmelin hat im Schweizer Rudersport durch den Gewinn der Silbermedaille an der Europameisterschaft einen Meilenstein gelegt. Durch diesen Sieg wird Gmelin Ende August an der Weltmeisterschaft antreten. Kommt sie dort unter die ersten neun Plätze, vertritt Gmelin an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro 2016 die Schweiz. In Anbetracht ihrer bisherigen Leistungen ist Gmelin zuversichtlich, diese Herausforderung packen zu können.

 

Gmelins Alltag war und ist auch heute stets ausgebucht und intensiv. Vor allem seit letztem Herbst, seit dem Gmelin als Spitzensportlerin arbeitet, bewegt sich ihr Wochenplan “abseits vom Normalen, ständig im extremen Rahmen.” Manchmal wünscht sich Gmelin etwas mehr Freiheiten, Flexibilität und Spontaneität, doch würde sie nie etwas aufgeben oder rückgängig machen wollen.

 

Aufs Herz hören

Das Gefühl vom Verlieren bei einem Wettkampf kann Gmelin nicht in Worte fassen, weil sie es nie wirklich erlebt hat. “Wenn ich alles gebe, kann ich gar nicht verlieren”. Ist Gmelin bei einem Wettkampf voll und ganz dabei, ist dies immer ein Erfolg. “Ich trainiere nicht nur, um zu siegen, sondern auch, weil jedes Training für mich eine Art Sieg ist.” Jedes Mal, sei es bei einem Wettkampf, einem Trainingswochenende oder einem Einzeltraining sammelt sie menschliche und sportliche Erfahrungen. Dadurch ist der Sieg für Gmelin nicht das einzige Erfolgserlebnis. “Doch ist er eine Bestätigung, dass ich richtig gelegen bin, stets an mich selbst zu glauben und auf mein Herz zu hören.”

 

Zukunft

Irgendwann wird Jeannine nicht mehr das Rudern als Beruf haben, irgendwann wird sie etwas Neues machen müssen. Was das sein wird, weiss sie noch nicht, doch eins ist klar: “Es wird irgendetwas anderes sein, doch es wird genauso meine Leidenschaft sein, wie es momentan das Rudern für mich ist.” Sie habe das Gefühl, dass sicher wieder etwas kommen wird, was sie vielleicht nicht genau so, aber auf eine andere Art begeistert wie der Rudersport. “Wenn das der Fall ist, gebe ich ganz sicher auch dann wieder 100 oder 110 Prozent.”

“Niveauunterschied war sichtbar”

Vor 16’079 Zuschauern startete für YB die Europacup-Kampagne. Gegner in der 3. Qualifikationsrunde der Champions League ist die AS Monaco. Der neureiche Verein, gespickt mit Topspielern, stand letzte Saison im Viertelfinale der Königsklasse und ging als klarer Favorit in die Partie gegen YB.

Keine Chancen im ersten Durchgang

Die erste Halbzeit brachte keine nennenswerte Aktion mit sich. Die beiden Abwehrketten standen hinten sicher und die Offensivspieler beider Mannschaften kreierten zu wenig gefährliche Spielsituationen. So sind zwei Versuche von YB-Neuzuzug Sulejmani die einzigen Aktionen mit Gefahrenpotenzial im Ansatz.

Zwei neue Mannschaften in zweiter Halbzeit

Die zweite Halbzeit startete mit einem Paukenschlag. Nach einem Befreiungsschlag von Vilotic kam Kubo zum Abschluss. Sein Schuss in der 51. Minute traf allerdings nur den Pfosten. Plötzlich waren alle wieder wach. Nun powerten die Berner und zeigten ein starkes Spiel.

Kurz nach der Pause starteten die Young Boys ihre YB-Viertelstunde, doch am Abschluss fehlte es zuhauf: Bei den Schüssen von Hoarau und Kubo war reichlich Pech dabei. Hoarau köpfte einen Ball aus fünf Metern neben das Tor und Kubo sah seinen Schuss von Kurzawa auf der Linie geklärt.

Der monegassische Aussenverteidiger traf nur zwei Minuten später in der 64. Minute per Volley herrlich ins kurze Eck, nachdem er sträflich alleine gelassen wurde. Eine unverdiente, wenngleich auch unglaublich effiziente Führung. Acht Minuten später war es dann Carrillo, der nur kurze Zeit nach seiner Einwechslung einen Moutinho-Freistoss ins Tor köpfte.

YB gibt sich kämpferisch

Durch einen Gegenangriff gelang den Hauptstädtern zwar der Anschlusstreffer von Nuzzolo in der 74. Minute, aber nur eine Minute später baut Pasalic die Führung der Monegassen zum Endergebnis von 3-1 nochmals aus.

Scott Sutter brachte es nach dem Spiel auf den Punkt: “Wir spielten ein sehr starkes Spiel, doch es war ein Spiel, in dem der Ball einfach nicht rein wollte.” Auf das Rückspiel bezogen meinte der YB-Verteidiger: “Wir müssen noch einmal so spielen und die Tore machen, ganz durch sind sie noch nicht.”

Raphael Nuzzolo, einziger YB-Torschütze, sagte: “Wenige Chancen, drei Tore. Man sah einfach den Niveauunterschied:”

Category Archives: Sport

Erster Dämpfer für YB

Passives YB

Viel Sehenswertes bot die erste Halbzeit nicht und dennoch führten die Gäste aus Thun gleich mit 0-3. Die Oberländer konnten bislang kein Spiel gewinnen und so überraschte das Halbzeitresultat umso mehr. Bei YB passte nichts zusammen und die Kreativität in der Offensive, die aus den letzten Spielen gelobt wurde, kam nicht zum Vorschein.

So wurde YB von der eigenen Eckballvariante aus dem Spiel gegen Lausanne von Thun ausgehebelt. Sandro Lauper erzielte nach 13 Minuten die Führung für den FC Thun. Gefolgt war diese Ecke von einer weiteren, bei welcher Marco Bürki Gelmi gewähren liess. Der Verteidiger des FC Thun erzielte somit bereits das 0-2 für das Gästeteam.

Nun kam es aber in der 43. Minute noch dicker für den passiven Leader aus Bern: Spielmann wurde nach einem Fehlpass aus der YB-Verteidigung sofort lanciert und blieb Sieger im Duell gegen David von Ballmoos.

Offensivdruck ohne Erfolg

Adi Hütter brachte nach der Pause mit Guillaume Hoarau und Leo Bertone zwei geschonte Stammspieler. Diese brachten zwar etwas Schwung mit und YB spielte sich hochkarätige Chancen heraus, trotzdem scheiterten die Hauptstädter an ihrem eigenen Unvermögen oder am stark aufspielenden Thun-Goalie Ruberto.

Es kam wie es kommen musste und so erzielte der FC Thun nach einer schön herausgespielten Aktion sogar das 0-4. Die Berner waren bedient und mussten das erste Mal in dieser Saison Punkte liegen lassen. Die Art und Weise lässt jedoch die eine oder andere Frage offen.

YB lässt seine Fans träumen

Foto: Thomas Hodel

Viele Zweikämpfe

Die erste Halbzeit war geprägt von vielen hart geführten Zweikämpfen und zwei stark aufspielenden Abwehrketten. Nur selten konnten die Offensivspieler beider Mannschaften in eine gefährliche Position gebracht werden.

Weder Steffen beim FCB, noch Sulejmani konnten ihre Freiheiten ausnützen und so war das logische Halbzeitresultat 0-0.

Einzelleistungen entscheiden das Spiel

Das Heimteam kam stärker aus der Kabine und spielte mit viel Druck nach vorne. In der 58. Minute passte der stark aufspielende YB-Verteidiger Benito auf Yoric Ravet. Dieser lässt mit seinem Dribbling Luca Zuffi alt aussehen und schlenzt den Ball herrlich an Vaclik vorbei ins Tor. Das ausverkaufte Stade de Suisse stand kopf. Keine Minute später hatte Sulejmani das nächste Tor auf dem Fuss, doch er verzog kläglich.

In der 80. Minute besiegte Sulejmani schliesslich endgültig das FCB. Einen Freistoss aus rund 25 Metern versenkte er nahezu perfekt ins Tor.

YB-Debütant Christian Fassnacht war nach dem Spiel zufrieden: «Es ist natürlich toll, gegen den Meister zu gewinnen, aber das war bloss das erste Spiel und jetzt kommt Dynamo Kiew, dies ist noch ein härterer Brocken. Nach der zweiten Halbzeit von heute dürfen wir jedoch zuversichtlich sein.»

Luzern unterliegt auch YB

Startfeuerwerk der Berner

Kaum angespielt zappelte der Ball bereits im Netz. Das Spiel dauerte erst zehn Sekunden, als sich die YB-Akteuere Frey, Ravet und Sulejmani durch die Luzernabwehr tankten. Letzterer liess sich nicht zweimal bitten und bezwang Jonas Omlin im Tor des FCL. Es ist eines der schnellsten Tore in der Geschichte der Super League.

Das Spiel war lanciert und der neutrale Zuschauer auf die Reaktion der Zentralschweizer gespannt. Diese blieb vorerst aus und nach zwei Minuten hätte Sulejmani beinahe zum zweiten Mal eingenetzt. Sein Kopfball zischte jedoch knapp über das Tor. Nach sieben Minuten zeigten sich erste Offensivzeichen der Gäste aus Luzern.
Marco Schneuwly, ein ehemaliger YB-Stürmer, flankte zur Mitte, wo Juric mit einem starken Kopfball den Ausgleich erzielte. Dabei sah wirkte die YB-Abwehr nicht, denn Juric hatte ziemlich viel Platz um zum Kopfball anzusetzten. Nach diesen beiden Toren flachte das Spiel etwas ab und beide Teams liessen keine sehenswerte Chance mehr zu. Bis zur 25. Minute plätscherte das Spiel so vor sich hin. Danach konnte sich das Team von Adi Hütter jedoch steigern und YB kam wieder vermehrt zu gefährlichen Angriffen.

Passive Luzerner

Luzern zeigte sich nun sehr passiv und der junge Torhüter des FCL, Jonas Omlin, löste bei manch einem Mitleid aus. Zwar parierte er gegen Michael Frey magistral, er musste jedoch in der 29. Minute erneut einen Ball aus dem Netz fischen. Nach einem Freistoss von der rechten Seite, wusste Sulejmani die Flanke von Ravet per Kopf zu verwerten. Die erneute Führung des Heimteams hinterliess jedoch einen bitteren Nachgeschmack, denn das Tor entstand vermutlich aus einer knappen Abseitsposition. YB übernahm nun das Spieldiktat und wer auf eine Reaktion des FCL hoffte, täuschte sich sehr.

Die Gäste zeigten sich ängstlich-passiv und konnten keine Offensivakzente mehr setzen. Besser machte es YB: Das Heimteam konnte in der 35. Minute die Führung ausbauen. Nach einem Pass in den Rücken der FCL-Abwehr scheiterte Frey an einem Bein eines Abwehrspielers. Den Abpraller verwertete YB-Neuzugang Roger Assale jedoch ohne Problem. Die zweite Halbzeit ging im gleichen Stil weiter, wie die erste aufgehört hatte. Die Berner dominierten die Gäste nach Belieben. Ihr schenlles Umschaltspiel brachte immer wieder grosse Gefahr mit sich. Schliesslich erzielte in der 60. Minute Michael Frey das Tor zum 4-1 für YB. Nach einem herrlichen Pass von Zakaria auf Sulejmani, wusste dieser Frey in der Mitte zu bedienen, welcher nur noch einschieben musste.
In der Folge hätten die Berner gut noch das eine oder andere Tor erzielen können, oder eher müssen. Bertone und Aebischer sahen ihre Schüsse jeweils am Aluminium abgeprallt.

Das Schlussresultat von 4-1 für YB stösst den FCL weiter in die Krise. Yvon Mvogo, Torhüter von YB, freute sich nach dem Spiel über den klaren Sieg: «Wir haben jetzt den zweiten Platz auf sicher und auch wenn ich nicht mehr dabei sein werde, freue ich mich, dass diese Mannschaft nächste Saison an der Champions-League-Qualifikation spielen darf. Ich bin heute sehr stolz auf diese Mannschaft. Der Auftritt heute ist einfach nur lobenswert», meinte Mvogo, der im Sommer zu RB Leipzig in die Bundesliga wechseln wird.

«Dr SCB isch dr geilscht Club»

Er wartet schon, an diesem Mittwochmittag, in einem Café in Bern, notabene zwei Tage nachdem sich der SCB in Zug zum zweiten Mal in Folge zum Eishockey Schweizer Meister küren lassen konnte. Von seinem Gipfeli ist schon fast nichts mehr übrig. «Tinu», stellt er sich vor. Martin Megert, wie er mit bürgerlichem Namen heisst, ist Informatiker. Neben seinem Beruf gibt es eine grosse Konstante in seinem Leben. Sie heisst SCB. Ich setzte mich ihm gegenüber hin. Wie sich herausstellt, ist Tinu genau wie ich in Burgdorf aufgewachsen. Während mich mein Vater an meinen ersten Match nach Langnau mitnahm, ging es für Tinu in die andere Richtung, nach Bern.

Das war der Beginn einer grossen Liebe. Heute ist der 56-Jährige der wahrscheinlich grösste SCB-Fan und ziemlich sicher auch der Bekannteste. Er ist Betreiber der Facebook-Seite «Hardboiled SCB», welche mittlerweile über 8000 Fans zählt. Auf dieser veröffentlicht er an jedem Spieltag spätestens eine Stunde nach dem Schlusspfiff einen Matchbericht, in dem er sich unzensiert seine Emotionen vom Leib schreibt. Diese Emotionen hat er nun auch in Buchform niedergeschrieben: «111 Gründe, den SCB zu lieben», heisst das gute Stück. Auch wenn sich Tinu für das Buch etwas zurückhalten musste, was die Sprache anging, ist sein Schreibstil deutlich erkennbar. «Ich bin wahnsinnig stolz auf das Buch, und auch auf mich», erzählt Tinu.

Seitenhiebe für Fribourg-Gottéron

«Der wichtigste Grund, den SCB zu lieben, ist ganz einfach: Der SCB ist ein geiler Club», sagt Tinu. Diesen einen, alles überspannenden Grund habe er dann, «wie ein Forensiker», aufgespalten in 111 Gründe. Drei Monate habe er jede Nacht daran geschrieben, immer mit der Deadline im Nacken. Er sei froh, dass er das Buch nicht während der Eishockeysaison schreiben musste, schmunzelt er. «Zusammen mit einem 100%-Job bin ich schon an meine Grenzen gekommen».

Das Buch ist eine Liebeserklärung an den SCB. Nicht immer sehr objektiv geschrieben, doch ausnahmslos ehrlich, interessant und auch lehrreich. Was auffällt: Gefühlt auf jeder zweiten Seite ist ein Seitenhieb gegen Fribourg-Gottéron versteckt. Diesen Club kann Tinu nicht ausstehen. «Weil es den HC Fribourg-Gottéron gibt», ist sogar der 39. Grund, den SCB zu lieben. Tinu erklärt, dass die Fribourger Fans «ekligi Cheibe» seien. Seine Erinnerungen an Fribourg seien nicht die besten, gibt er zu. Doch man könne sie auch nicht wirklich ernstnehmen, die chronisch erfolglosen Zähringer, die als einen der grössten Erfolge der Vereinsgeschichte den Vize Schweizer-Meister-Titel angeben, führt er weiter aus. Da seien ja sogar die Langnauer erfolgreicher – einen Titel gab es für die Langnauer 1976 zu feiern.

Der SCB als Kontaktbörse

Selbst der eingefleischteste SCB-Fan wird bei der Lektüre einige neue Dinge über seinen Lieblingsclub lernen. Etwa, dass die Band Europe extra für den SC Bern eine Ausnahme machte und ihren Hit «The Final Countdown», welcher nach jedem Berner Tor erklingt, zur Einweihung des neuen Stadions 2009 live spielte. Denn seit ihrem Comeback im Jahre 2004 weigerten sie sich standhaft, ihren grössten Hit live zu spielen. Auch Privates findet im Buch Platz: Martin Megert hat seine Frau an einem SCB-Spiel kennengelernt. Auch Randgeschichten von Spielern, Trainern und Schiedsrichtern finden in Tinus Werk Platz. In über 40 Jahren als SCB-Fan hat er vieles erlebt und kann so aus dem Nähkästchen plaudern. Die Liebe und Leidenschaft für den SCB ist in jeder Zeile spürbar.

Der Meisterfeier im Berner Stadion am Ostermontag blieb Tinu übrigens fern. «Bisher haben sie noch immer verloren, wenn ich an ein Public Viewing gegangen bin», so Tinu. Auch als der Titel im Trockenen war, blieb er zuhause: «Das war für mich ein schöner Abschluss der Saison». Er sei halt nicht mehr der Jüngste. Doch den Umzug durch die Berner Altstadt und die Feier auf dem Bundesplatz liess er sich nicht entgehen. «Das ist Ehrensache», meint der wohl grösste SCB-Fan, bevor er sich verabschieden muss. Er werde jetzt den Sommer geniessen.

Am Ende gewann der Effizientere

Vor 30’224 Zuschauern zeigte YB eine sehr starke Leistung gegen den Favoriten aus Gladbach. Die Atmosphäre im beinahe ausverkauften Stade de Suisse war grandios, dies auch dank den vielen Fans, die aus Deutschland angereist sind. Erst am Ende des Spieles konnten die Gäste dank einem Doppelschlag den Sack zumachen.

YB hält frech dagegen

Es war alles angerichtet für einen perfekten Fussballabend. Die Affiche stimmte und die Mannschaft von Adi Hütter war heiss auf das Hinspiel gegen den letztjährigen Vierten der deutschen Bundesliga.

Die Gäste dominierten das Spiel und versuchten mit einem schnellen Umschaltspiel die Verteidigung zu durchbrechen. Der stark aufspielende Traoré war oft der gesuchte Mann und in der 11. Minute war der Flügelspieler zu schnell für Lecjaks, er flankte scharf zur Mitte, wo der ex-FCZ Spieler Raffael wartete. Dieser vernaschte die YB-Abwehr und schoss seine Borussen mit einem herrlichen Flachschuss in Führung.

Die Berner hielten aber nach wie vor gut dagegen und hatten in der 45. Minute auch eine gute Möglichkeit zum Ausgleich. Hoaraus Versuch zischte aber knapp am Tor von Yann Sommer vorbei.

YB mit Chancenplus – Gladbach effizient

Nach der Pause kamen die Berner zunehmend besser ins Spiel und arbeiteten gut nach vorne, doch der letzte Pass fand nicht seinen Empfänger. Anders in der 56. Minute: als Sutter Ravet lancierte und der Franzose zur Mitte flankte. Für einmal stand dort Sulejmani ohne Verteidiger und nutzte dies dankend aus.

Das Spiel war neu lanciert und als in der 65. Minute Hoaraus Kopfball den Pfosten streifte, hätten die Berner die Führung nun definitiv verdient.

Wie aus heiterem Himmel schoss in der 67. Minute der eingewechselte André Hahn die erneute Führung für die Gäste aus dem Ruhrgebiet. YB brachte den Ball nicht aus der gefährlichen Zone, Bertone wurde noch hart angegangen, bevor der Ball zu Hahn sprang, der sich nicht zweimal bitten liess – bitter für die Berner.

Als in der 69. Minute Raffaels Volley-Versuch noch unhaltbar von Rochat ins eigene Tor abgelenkt wurde, waren die Hauptstädter definitiv am Ende. Die Gladbacher spielten die 3-1 Führung routiniert runter und gehen nun mit einem sehr dicken Polster ins Rückspiel von nächster Woche.

YB – GC: Spitzenspiel ohne Gewinner

«Das Resultat bringt definitiv niemandem etwas, doch unser Ziel war, YB nicht näher an uns herankommen zu lassen und dies haben wir erreicht.» Mit diesen Worten wendete sich Haris Tabakovic, nach seinem ersten Pflichtspiel für GC, an die Journalisten. Das Verfolgerduell startete wie erwartet. Bereits in der zehnten Minute setzte der nach einer Verletzung zurückgekehrte Guillaume Hoarau den Ball an den Pfosten.

Joel Mall im GC-Tor lenkte den Ball mit den Fingerspitzen an die Torumrandung. Die Berner standen hoch und setzten die Zürcher stark unter Druck. Sulejmani sah seinen Schuss vom GC-Schlussmann, Joel Mall, pariert und Alexander Gerndt scheiterte, alleine vor Mall, am eigenen Unvermögen.

Kurz nach Gerndts Chance überlief Loris Benito den Spieler Moritz Bauer und flankte von der Grundlinie in den Rücken der Abwehr. Dort stand Hoarau genau richtig und nickte ein. Die Zürcher reklamierten bei Schiedsrichter Jaccottet, da Gerndt Mall im passiven Abseits irritiert haben soll, doch der Schwede stand gar nicht im Abseits, denn Bauer hob dieses auf.

Kamberi mit der Hake

GC bislang ohne Möglichkeit, erhielt in der 31. Minute einen Eckball zugesprochen. Youngstar Kamberi schaute vermutlich vor dem Spiel einige Videos von Superstar Ibrahimovic an, denn er setzte zur Hake an und prompt landete der Ball hinter dem chancenlosen YB-Torwart Mvogo.

YB schien etwas geschockt, denn kurz nach dem Ausgleich hatte Dabbur den Führungstreffer auf dem Fuss, scheiterte aber am hervorragend reagierenden Mvogo. Kurz vor der Pause eine weitere heikle Situation. YB-Neuzugang Yoric Ravet flankte einen Freistoss auf Hoarau, der den Ball ins Tor köpfte, doch das Tor wurde annulliert, da der Franzose scheinbar aus einer Abseitsposition gestartet sei. Ein Fehlentscheid. Vilotic und Zakaria standen beide im Abseits, Hoarau nicht.

GC dominant

In der zweiten Halbzeit dominierten die Zürcher, jedoch schauten bloss selten gefährliche Chancen heraus. Dabbur setzte sich oft schön gegen mehrere YB-Verteidiger durch, scheiterte aber immer am gut positionierten Mvogo.

YB konnte nicht an der Leistung aus der ersten Hälfte anknüpfen und hatte einzig in der 84. Minute eine Chance, erneut in Führung zu gehen. Hoarau scheiterte jedoch mit seinem unplatzierten Kopfball an Mall. Doch das Spiel war noch nicht vorbei. Plötzlich stand Tabakovic alleine vor Mvogo und wird im letzten Moment zurückgepfiffen. Auch dies ein Fehlentscheid, denn Tabakovic stand nicht im Abseits. Somit gab es heute zwei gröbere Fehlentscheide, glücklicherweise je einen pro Mannschaft. Haris Tabakovic meinte nach dem Spiel: »In der ersten Halbzeit hatten wir Glück, in der zweiten YB. Also ist ein Unentschieden ein gerechtes Resultat.» Nuzzolo sah dies etwas anders: »Ich denke, GC ist mit diesem Resultat besser bedient als wir, aber wir hätten in der zweiten Halbzeit sicherlich mehr machen müssen.»

Die YB-Auferstehung?

Nach dem Sieg im ersten Spiel unter Adi Hütter gegen Vaduz waren gestern die Ansprüche an den FCB hoch. Man wollte dem unbesiegten Leader Punkte abnehmen. Dies gelang dank einer effizienten Offensive und einem noch stärkeren YB-Torhüter Yvon Mvogo.

Basel macht mehr für das Spiel

Die Basler drückten von Beginn weg und bereiteten der YB-Defensive in den Startminuten viel Arbeit. Die Berner standen zwar wieder hoch und pressten, doch der FCB spielte sich gut aus der Umklammerung der Hauptstädter heraus. Nach einem Freistoss für den FCB in der 5. Minute klärte Alain Rochat den Ball und dann kam der erste Grossauftritt von Sulejmani. Der Berner gewinnt das Sprintduell gegen Xhaka, dribbelt diesen zusätzlich noch schwindlig und knallt dann einfach eins auf den Ball. Auf einen Weg fand das Leder den Pfad ins Tor, jedoch macht Vaclik im FCB-Tor nicht die beste Figur.

Die Angriffe der Berner waren oft geduldig herausgespielt. Bis zu diesem Zeitpunkt gelingt es dem FCB nicht vor dem YB-Tor gefährlich zu werden. Während der Klassiker hart zu und her ging, erlaubte sich Schiedsrichter Klossner den einen oder anderen Fehler. Oft zu Gunsten des FCB.

Die Basler setzten bei Standardsituationen oft ein gefährliches Zeichen und so reagierte Youngstar Embolo nach einer Ecke in der 24. Minute am schnellsten und erzielte den nicht unverdienten Ausgleich für die Basler, welche mehr fürs Spiel machen.

Kurz vor der Pause dann der zweite Grossauftritt von Sulejmani. Der Serbe konnte einen Hadegjonai- Freistoss aus der eigenen Platzhälfte sauber mit der Brust annehmen und zog zur Mitte. Mutig zielte er aus rund 20 Metern ab und auch dieser Schuss schlug hinter dem chancenlosen Vaclik ein.

Wieder der drückende FCB

Auch nach der Pause startete der FCB druckvoller, doch auch in Halbzeit zwei waren es die Berner, die den ersten Treffer erzielten. Nach einem herrlichen Kabinettstück legte Steffen in der 65. Minute scharf zur Mitte, wo der bedrängte Alexander Gerndt mit der Hacke den Ball über die Linie drückte. Das Stade de Suisse stand Kopf. Zuvor hielt Mvogo die Führung nach einem gut geschossenen Zuffi-Freistoss fest und hatte Glück als ein Kopfball von Hoegh nur den Pfosten traf.

Xhaka liess sich etwas später zu einer Tätlichkeit an Steffen hinreissen. Klossner hatte die Aktion wahrscheinlich nur halb gesehen und zeigte dem Basler-Abräumer zum Unmut der Berner bloss den gelben Karton.

FCB gibt nicht auf

Wieder wurden die Basler in der 74. Minute nach einem Freistoss gefährlich und prompt gelang dem Innenverteidiger Suchy der Anschlusstreffer. Die Berner spielten nur auf Konter und so einen versuchte Vilotic mit einem hohen Ball zu lancieren. Gerndt glaubte daran – nach dem Aufspringen des Balles – vor Vaclik am Ball zu sein und wurde belohnt. Vor Vacliks Händen köpfte er den Ball über den Torhüter zum 4 zu2 ins Netz. Doch auch jetzt kämpfte der Leader weiter und erzielte in der Nachspielzeit durch Janko den erneuten Anschlusstreffer. Für den Ausgleich reichte die Zeit jedoch nicht mehr und YB schlug den FCB als erste Mannschaft in dieser Saison mit 4 zu 3.

Als Frau in einer Randsportart zu den Olympischen Spielen

“Ich bin Spitzensportlerin. Das sollte ich eigentlich sagen, wenn mich jemand fragt, was ich mache. Ich bin Spitzensportlerin, beruflich und privat.” Es war nie Jeannine Gmelins Plan, Profiruderin zu werden. Ihr Ziel war und ist es bloss, immer das zu tun, was sie will. “Wenn ich weiss, was ich will, stecke ich mein ganzes Herzblut in diese Sache.”

 

Schwieriger Start

Als Gmelin mit dreizehn Jahren im Ruderclub Uster ein neues Hobby fand, war es auf keinen Fall “Liebe auf den ersten Blick”. Sie und ihr grosser Bruder Valentin Gmelin sassen zweimal in der Woche im Boot und probierten das Rudern aus. Gmelins allererster Wettkampf war kein grosser Erfolg: “Weil sich meine Ruder zweimal im Wasser verdreht haben, haben wir verloren. Ich war zu Tode betrübt.” Auch ihr erstes Einzelrennen nahm ein wortwörtlich frühzeitiges Ende im Wasser. “Mitten auf der Rennstrecke bin ich gekentert.” Irgendwann kamen jedoch auch die ersten Erfolge. Dadurch hat Gmelin das Rudern mehr und mehr gepackt und der Trainingsumfang hat automatisch zunehmen müssen.

 

Mehr als ein Hobby

Neben dem Rudern hat Gmelin eine kaufmännische Lehre in Uster mit einem 80-Prozent-Pensum absolviert. Dadurch hatte sie nebst der Arbeit genug Zeit für das intensive Training. Der entscheidende Moment, in dem ihr klar wurde, dass ihr Rudern mehr bedeutet als nur ein Hobby, war 2011. Ihr Bruder Valentin Gmelin nahm damals in Amsterdam an der U23 Weltmeisterschaft teil. “Ich wurde überwältigt von Emotionen und Glücksgefühlen, da war mir klar: Das will ich auch.” Von da an hat sich Gmelins Karriere verändert.

 

Unterstützung von allen Seiten

Gmelin steckt alles, was sie kann, in die Erfüllung ihres Traums, doch ohne Unterstützung wäre sie heute nicht dort, wo sie ist. Bis vor einem Jahr arbeitete sie Teilzeit und konnte somit ihre Lebensausgaben decken. Jegliche Kosten, die das Rudern mit sich brachte, wie Trainingslager, Wettkämpfe und Reisen, übernahm und übernimmt auch heute grösstenteils die Leistungssportabteilung des Ruderclubs Uster.

 

Nun hat Gmelin jedoch keine Zeit mehr, neben dem Profisport zu arbeiten. Finanzielle Unterstützung bekommt sie heute von der Schweizerischen Sporthilfe/Swissolympics, Olympic Scholarship und von privaten Sponsoren. Gmelin hat ein starkes soziales Umfeld, das ihr psychisch gut beisteht. Ihre Familie stehe immer hinter ihr, ihre Freunde zeigten grosses Verständnis für ihre regelmässige Abwesenheit und die nur begrenzte Zeit für private Treffen.

 

“Meine Chefin war für mich immer eine wichtige Unterstützerin. Jegliche Ferien und Abwesenheiten hat sie mir ohne Wimpernzucken bewilligt.” Dadurch wurde Sorgen und Ängsten vorgebeugt. Ein weiterer grosser Unterstützer ist Roger Achermann, der Präsident des Ruderclubs Uster. “Er ist der Mann hinter allem, was für mich auf die Beine gestellt wird.” Gmelin kann mit ihren Anliegen stets zu ihm gehen und am nächsten Tag liegt meist eine Lösung auf dem Tisch.

 

Regeln und Befehle

Die einzige Möglichkeit, als Frau in einer Randsportart staatliche Unterstützung zu bekommen, ist die Spitzensport Rekrutenschule zu absolvieren. Diese Möglichkeit bietet die Schweizer Armee in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Sport an. Deshalb hat Gmelin das schweizerische Militär absolviert, wo sie eine dreiwöchige Grundausbildung machte.”Da bin ich ziemlich auf die Welt gekommen. Es herrschten bloss Regeln und Befehle, Selbstbestimmung gab es nicht.”

 

Anschliessend folgten 15 Wochen Intensivtraining, nicht in einem ruhigeren, wohl aber in einem angenehmeren Rahmen. Da sie zuvor eine feste Anstellung hatte, wurde sie während der Zeit auf der Rekrutenschule entlohnt, was dieses Angebot verlockend machte. Während dieser Zeit war Gmelin das erste Mal Vollzeit-Sportlerin. Somit ist dies auch die entscheidende Phase, in der ihr Entwicklungsprozess zur Profisportlerin begann.

 

Meilenstein

Jeannine Gmelin hat im Schweizer Rudersport durch den Gewinn der Silbermedaille an der Europameisterschaft einen Meilenstein gelegt. Durch diesen Sieg wird Gmelin Ende August an der Weltmeisterschaft antreten. Kommt sie dort unter die ersten neun Plätze, vertritt Gmelin an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro 2016 die Schweiz. In Anbetracht ihrer bisherigen Leistungen ist Gmelin zuversichtlich, diese Herausforderung packen zu können.

 

Gmelins Alltag war und ist auch heute stets ausgebucht und intensiv. Vor allem seit letztem Herbst, seit dem Gmelin als Spitzensportlerin arbeitet, bewegt sich ihr Wochenplan “abseits vom Normalen, ständig im extremen Rahmen.” Manchmal wünscht sich Gmelin etwas mehr Freiheiten, Flexibilität und Spontaneität, doch würde sie nie etwas aufgeben oder rückgängig machen wollen.

 

Aufs Herz hören

Das Gefühl vom Verlieren bei einem Wettkampf kann Gmelin nicht in Worte fassen, weil sie es nie wirklich erlebt hat. “Wenn ich alles gebe, kann ich gar nicht verlieren”. Ist Gmelin bei einem Wettkampf voll und ganz dabei, ist dies immer ein Erfolg. “Ich trainiere nicht nur, um zu siegen, sondern auch, weil jedes Training für mich eine Art Sieg ist.” Jedes Mal, sei es bei einem Wettkampf, einem Trainingswochenende oder einem Einzeltraining sammelt sie menschliche und sportliche Erfahrungen. Dadurch ist der Sieg für Gmelin nicht das einzige Erfolgserlebnis. “Doch ist er eine Bestätigung, dass ich richtig gelegen bin, stets an mich selbst zu glauben und auf mein Herz zu hören.”

 

Zukunft

Irgendwann wird Jeannine nicht mehr das Rudern als Beruf haben, irgendwann wird sie etwas Neues machen müssen. Was das sein wird, weiss sie noch nicht, doch eins ist klar: “Es wird irgendetwas anderes sein, doch es wird genauso meine Leidenschaft sein, wie es momentan das Rudern für mich ist.” Sie habe das Gefühl, dass sicher wieder etwas kommen wird, was sie vielleicht nicht genau so, aber auf eine andere Art begeistert wie der Rudersport. “Wenn das der Fall ist, gebe ich ganz sicher auch dann wieder 100 oder 110 Prozent.”

“Niveauunterschied war sichtbar”

Vor 16’079 Zuschauern startete für YB die Europacup-Kampagne. Gegner in der 3. Qualifikationsrunde der Champions League ist die AS Monaco. Der neureiche Verein, gespickt mit Topspielern, stand letzte Saison im Viertelfinale der Königsklasse und ging als klarer Favorit in die Partie gegen YB.

Keine Chancen im ersten Durchgang

Die erste Halbzeit brachte keine nennenswerte Aktion mit sich. Die beiden Abwehrketten standen hinten sicher und die Offensivspieler beider Mannschaften kreierten zu wenig gefährliche Spielsituationen. So sind zwei Versuche von YB-Neuzuzug Sulejmani die einzigen Aktionen mit Gefahrenpotenzial im Ansatz.

Zwei neue Mannschaften in zweiter Halbzeit

Die zweite Halbzeit startete mit einem Paukenschlag. Nach einem Befreiungsschlag von Vilotic kam Kubo zum Abschluss. Sein Schuss in der 51. Minute traf allerdings nur den Pfosten. Plötzlich waren alle wieder wach. Nun powerten die Berner und zeigten ein starkes Spiel.

Kurz nach der Pause starteten die Young Boys ihre YB-Viertelstunde, doch am Abschluss fehlte es zuhauf: Bei den Schüssen von Hoarau und Kubo war reichlich Pech dabei. Hoarau köpfte einen Ball aus fünf Metern neben das Tor und Kubo sah seinen Schuss von Kurzawa auf der Linie geklärt.

Der monegassische Aussenverteidiger traf nur zwei Minuten später in der 64. Minute per Volley herrlich ins kurze Eck, nachdem er sträflich alleine gelassen wurde. Eine unverdiente, wenngleich auch unglaublich effiziente Führung. Acht Minuten später war es dann Carrillo, der nur kurze Zeit nach seiner Einwechslung einen Moutinho-Freistoss ins Tor köpfte.

YB gibt sich kämpferisch

Durch einen Gegenangriff gelang den Hauptstädtern zwar der Anschlusstreffer von Nuzzolo in der 74. Minute, aber nur eine Minute später baut Pasalic die Führung der Monegassen zum Endergebnis von 3-1 nochmals aus.

Scott Sutter brachte es nach dem Spiel auf den Punkt: “Wir spielten ein sehr starkes Spiel, doch es war ein Spiel, in dem der Ball einfach nicht rein wollte.” Auf das Rückspiel bezogen meinte der YB-Verteidiger: “Wir müssen noch einmal so spielen und die Tore machen, ganz durch sind sie noch nicht.”

Raphael Nuzzolo, einziger YB-Torschütze, sagte: “Wenige Chancen, drei Tore. Man sah einfach den Niveauunterschied:”

Category Archives: Sport

Erster Dämpfer für YB

Passives YB

Viel Sehenswertes bot die erste Halbzeit nicht und dennoch führten die Gäste aus Thun gleich mit 0-3. Die Oberländer konnten bislang kein Spiel gewinnen und so überraschte das Halbzeitresultat umso mehr. Bei YB passte nichts zusammen und die Kreativität in der Offensive, die aus den letzten Spielen gelobt wurde, kam nicht zum Vorschein.

So wurde YB von der eigenen Eckballvariante aus dem Spiel gegen Lausanne von Thun ausgehebelt. Sandro Lauper erzielte nach 13 Minuten die Führung für den FC Thun. Gefolgt war diese Ecke von einer weiteren, bei welcher Marco Bürki Gelmi gewähren liess. Der Verteidiger des FC Thun erzielte somit bereits das 0-2 für das Gästeteam.

Nun kam es aber in der 43. Minute noch dicker für den passiven Leader aus Bern: Spielmann wurde nach einem Fehlpass aus der YB-Verteidigung sofort lanciert und blieb Sieger im Duell gegen David von Ballmoos.

Offensivdruck ohne Erfolg

Adi Hütter brachte nach der Pause mit Guillaume Hoarau und Leo Bertone zwei geschonte Stammspieler. Diese brachten zwar etwas Schwung mit und YB spielte sich hochkarätige Chancen heraus, trotzdem scheiterten die Hauptstädter an ihrem eigenen Unvermögen oder am stark aufspielenden Thun-Goalie Ruberto.

Es kam wie es kommen musste und so erzielte der FC Thun nach einer schön herausgespielten Aktion sogar das 0-4. Die Berner waren bedient und mussten das erste Mal in dieser Saison Punkte liegen lassen. Die Art und Weise lässt jedoch die eine oder andere Frage offen.

YB lässt seine Fans träumen

Foto: Thomas Hodel

Viele Zweikämpfe

Die erste Halbzeit war geprägt von vielen hart geführten Zweikämpfen und zwei stark aufspielenden Abwehrketten. Nur selten konnten die Offensivspieler beider Mannschaften in eine gefährliche Position gebracht werden.

Weder Steffen beim FCB, noch Sulejmani konnten ihre Freiheiten ausnützen und so war das logische Halbzeitresultat 0-0.

Einzelleistungen entscheiden das Spiel

Das Heimteam kam stärker aus der Kabine und spielte mit viel Druck nach vorne. In der 58. Minute passte der stark aufspielende YB-Verteidiger Benito auf Yoric Ravet. Dieser lässt mit seinem Dribbling Luca Zuffi alt aussehen und schlenzt den Ball herrlich an Vaclik vorbei ins Tor. Das ausverkaufte Stade de Suisse stand kopf. Keine Minute später hatte Sulejmani das nächste Tor auf dem Fuss, doch er verzog kläglich.

In der 80. Minute besiegte Sulejmani schliesslich endgültig das FCB. Einen Freistoss aus rund 25 Metern versenkte er nahezu perfekt ins Tor.

YB-Debütant Christian Fassnacht war nach dem Spiel zufrieden: «Es ist natürlich toll, gegen den Meister zu gewinnen, aber das war bloss das erste Spiel und jetzt kommt Dynamo Kiew, dies ist noch ein härterer Brocken. Nach der zweiten Halbzeit von heute dürfen wir jedoch zuversichtlich sein.»

Luzern unterliegt auch YB

Startfeuerwerk der Berner

Kaum angespielt zappelte der Ball bereits im Netz. Das Spiel dauerte erst zehn Sekunden, als sich die YB-Akteuere Frey, Ravet und Sulejmani durch die Luzernabwehr tankten. Letzterer liess sich nicht zweimal bitten und bezwang Jonas Omlin im Tor des FCL. Es ist eines der schnellsten Tore in der Geschichte der Super League.

Das Spiel war lanciert und der neutrale Zuschauer auf die Reaktion der Zentralschweizer gespannt. Diese blieb vorerst aus und nach zwei Minuten hätte Sulejmani beinahe zum zweiten Mal eingenetzt. Sein Kopfball zischte jedoch knapp über das Tor. Nach sieben Minuten zeigten sich erste Offensivzeichen der Gäste aus Luzern.
Marco Schneuwly, ein ehemaliger YB-Stürmer, flankte zur Mitte, wo Juric mit einem starken Kopfball den Ausgleich erzielte. Dabei sah wirkte die YB-Abwehr nicht, denn Juric hatte ziemlich viel Platz um zum Kopfball anzusetzten. Nach diesen beiden Toren flachte das Spiel etwas ab und beide Teams liessen keine sehenswerte Chance mehr zu. Bis zur 25. Minute plätscherte das Spiel so vor sich hin. Danach konnte sich das Team von Adi Hütter jedoch steigern und YB kam wieder vermehrt zu gefährlichen Angriffen.

Passive Luzerner

Luzern zeigte sich nun sehr passiv und der junge Torhüter des FCL, Jonas Omlin, löste bei manch einem Mitleid aus. Zwar parierte er gegen Michael Frey magistral, er musste jedoch in der 29. Minute erneut einen Ball aus dem Netz fischen. Nach einem Freistoss von der rechten Seite, wusste Sulejmani die Flanke von Ravet per Kopf zu verwerten. Die erneute Führung des Heimteams hinterliess jedoch einen bitteren Nachgeschmack, denn das Tor entstand vermutlich aus einer knappen Abseitsposition. YB übernahm nun das Spieldiktat und wer auf eine Reaktion des FCL hoffte, täuschte sich sehr.

Die Gäste zeigten sich ängstlich-passiv und konnten keine Offensivakzente mehr setzen. Besser machte es YB: Das Heimteam konnte in der 35. Minute die Führung ausbauen. Nach einem Pass in den Rücken der FCL-Abwehr scheiterte Frey an einem Bein eines Abwehrspielers. Den Abpraller verwertete YB-Neuzugang Roger Assale jedoch ohne Problem. Die zweite Halbzeit ging im gleichen Stil weiter, wie die erste aufgehört hatte. Die Berner dominierten die Gäste nach Belieben. Ihr schenlles Umschaltspiel brachte immer wieder grosse Gefahr mit sich. Schliesslich erzielte in der 60. Minute Michael Frey das Tor zum 4-1 für YB. Nach einem herrlichen Pass von Zakaria auf Sulejmani, wusste dieser Frey in der Mitte zu bedienen, welcher nur noch einschieben musste.
In der Folge hätten die Berner gut noch das eine oder andere Tor erzielen können, oder eher müssen. Bertone und Aebischer sahen ihre Schüsse jeweils am Aluminium abgeprallt.

Das Schlussresultat von 4-1 für YB stösst den FCL weiter in die Krise. Yvon Mvogo, Torhüter von YB, freute sich nach dem Spiel über den klaren Sieg: «Wir haben jetzt den zweiten Platz auf sicher und auch wenn ich nicht mehr dabei sein werde, freue ich mich, dass diese Mannschaft nächste Saison an der Champions-League-Qualifikation spielen darf. Ich bin heute sehr stolz auf diese Mannschaft. Der Auftritt heute ist einfach nur lobenswert», meinte Mvogo, der im Sommer zu RB Leipzig in die Bundesliga wechseln wird.

«Dr SCB isch dr geilscht Club»

Er wartet schon, an diesem Mittwochmittag, in einem Café in Bern, notabene zwei Tage nachdem sich der SCB in Zug zum zweiten Mal in Folge zum Eishockey Schweizer Meister küren lassen konnte. Von seinem Gipfeli ist schon fast nichts mehr übrig. «Tinu», stellt er sich vor. Martin Megert, wie er mit bürgerlichem Namen heisst, ist Informatiker. Neben seinem Beruf gibt es eine grosse Konstante in seinem Leben. Sie heisst SCB. Ich setzte mich ihm gegenüber hin. Wie sich herausstellt, ist Tinu genau wie ich in Burgdorf aufgewachsen. Während mich mein Vater an meinen ersten Match nach Langnau mitnahm, ging es für Tinu in die andere Richtung, nach Bern.

Das war der Beginn einer grossen Liebe. Heute ist der 56-Jährige der wahrscheinlich grösste SCB-Fan und ziemlich sicher auch der Bekannteste. Er ist Betreiber der Facebook-Seite «Hardboiled SCB», welche mittlerweile über 8000 Fans zählt. Auf dieser veröffentlicht er an jedem Spieltag spätestens eine Stunde nach dem Schlusspfiff einen Matchbericht, in dem er sich unzensiert seine Emotionen vom Leib schreibt. Diese Emotionen hat er nun auch in Buchform niedergeschrieben: «111 Gründe, den SCB zu lieben», heisst das gute Stück. Auch wenn sich Tinu für das Buch etwas zurückhalten musste, was die Sprache anging, ist sein Schreibstil deutlich erkennbar. «Ich bin wahnsinnig stolz auf das Buch, und auch auf mich», erzählt Tinu.

Seitenhiebe für Fribourg-Gottéron

«Der wichtigste Grund, den SCB zu lieben, ist ganz einfach: Der SCB ist ein geiler Club», sagt Tinu. Diesen einen, alles überspannenden Grund habe er dann, «wie ein Forensiker», aufgespalten in 111 Gründe. Drei Monate habe er jede Nacht daran geschrieben, immer mit der Deadline im Nacken. Er sei froh, dass er das Buch nicht während der Eishockeysaison schreiben musste, schmunzelt er. «Zusammen mit einem 100%-Job bin ich schon an meine Grenzen gekommen».

Das Buch ist eine Liebeserklärung an den SCB. Nicht immer sehr objektiv geschrieben, doch ausnahmslos ehrlich, interessant und auch lehrreich. Was auffällt: Gefühlt auf jeder zweiten Seite ist ein Seitenhieb gegen Fribourg-Gottéron versteckt. Diesen Club kann Tinu nicht ausstehen. «Weil es den HC Fribourg-Gottéron gibt», ist sogar der 39. Grund, den SCB zu lieben. Tinu erklärt, dass die Fribourger Fans «ekligi Cheibe» seien. Seine Erinnerungen an Fribourg seien nicht die besten, gibt er zu. Doch man könne sie auch nicht wirklich ernstnehmen, die chronisch erfolglosen Zähringer, die als einen der grössten Erfolge der Vereinsgeschichte den Vize Schweizer-Meister-Titel angeben, führt er weiter aus. Da seien ja sogar die Langnauer erfolgreicher – einen Titel gab es für die Langnauer 1976 zu feiern.

Der SCB als Kontaktbörse

Selbst der eingefleischteste SCB-Fan wird bei der Lektüre einige neue Dinge über seinen Lieblingsclub lernen. Etwa, dass die Band Europe extra für den SC Bern eine Ausnahme machte und ihren Hit «The Final Countdown», welcher nach jedem Berner Tor erklingt, zur Einweihung des neuen Stadions 2009 live spielte. Denn seit ihrem Comeback im Jahre 2004 weigerten sie sich standhaft, ihren grössten Hit live zu spielen. Auch Privates findet im Buch Platz: Martin Megert hat seine Frau an einem SCB-Spiel kennengelernt. Auch Randgeschichten von Spielern, Trainern und Schiedsrichtern finden in Tinus Werk Platz. In über 40 Jahren als SCB-Fan hat er vieles erlebt und kann so aus dem Nähkästchen plaudern. Die Liebe und Leidenschaft für den SCB ist in jeder Zeile spürbar.

Der Meisterfeier im Berner Stadion am Ostermontag blieb Tinu übrigens fern. «Bisher haben sie noch immer verloren, wenn ich an ein Public Viewing gegangen bin», so Tinu. Auch als der Titel im Trockenen war, blieb er zuhause: «Das war für mich ein schöner Abschluss der Saison». Er sei halt nicht mehr der Jüngste. Doch den Umzug durch die Berner Altstadt und die Feier auf dem Bundesplatz liess er sich nicht entgehen. «Das ist Ehrensache», meint der wohl grösste SCB-Fan, bevor er sich verabschieden muss. Er werde jetzt den Sommer geniessen.

Am Ende gewann der Effizientere

Vor 30’224 Zuschauern zeigte YB eine sehr starke Leistung gegen den Favoriten aus Gladbach. Die Atmosphäre im beinahe ausverkauften Stade de Suisse war grandios, dies auch dank den vielen Fans, die aus Deutschland angereist sind. Erst am Ende des Spieles konnten die Gäste dank einem Doppelschlag den Sack zumachen.

YB hält frech dagegen

Es war alles angerichtet für einen perfekten Fussballabend. Die Affiche stimmte und die Mannschaft von Adi Hütter war heiss auf das Hinspiel gegen den letztjährigen Vierten der deutschen Bundesliga.

Die Gäste dominierten das Spiel und versuchten mit einem schnellen Umschaltspiel die Verteidigung zu durchbrechen. Der stark aufspielende Traoré war oft der gesuchte Mann und in der 11. Minute war der Flügelspieler zu schnell für Lecjaks, er flankte scharf zur Mitte, wo der ex-FCZ Spieler Raffael wartete. Dieser vernaschte die YB-Abwehr und schoss seine Borussen mit einem herrlichen Flachschuss in Führung.

Die Berner hielten aber nach wie vor gut dagegen und hatten in der 45. Minute auch eine gute Möglichkeit zum Ausgleich. Hoaraus Versuch zischte aber knapp am Tor von Yann Sommer vorbei.

YB mit Chancenplus – Gladbach effizient

Nach der Pause kamen die Berner zunehmend besser ins Spiel und arbeiteten gut nach vorne, doch der letzte Pass fand nicht seinen Empfänger. Anders in der 56. Minute: als Sutter Ravet lancierte und der Franzose zur Mitte flankte. Für einmal stand dort Sulejmani ohne Verteidiger und nutzte dies dankend aus.

Das Spiel war neu lanciert und als in der 65. Minute Hoaraus Kopfball den Pfosten streifte, hätten die Berner die Führung nun definitiv verdient.

Wie aus heiterem Himmel schoss in der 67. Minute der eingewechselte André Hahn die erneute Führung für die Gäste aus dem Ruhrgebiet. YB brachte den Ball nicht aus der gefährlichen Zone, Bertone wurde noch hart angegangen, bevor der Ball zu Hahn sprang, der sich nicht zweimal bitten liess – bitter für die Berner.

Als in der 69. Minute Raffaels Volley-Versuch noch unhaltbar von Rochat ins eigene Tor abgelenkt wurde, waren die Hauptstädter definitiv am Ende. Die Gladbacher spielten die 3-1 Führung routiniert runter und gehen nun mit einem sehr dicken Polster ins Rückspiel von nächster Woche.

YB – GC: Spitzenspiel ohne Gewinner

«Das Resultat bringt definitiv niemandem etwas, doch unser Ziel war, YB nicht näher an uns herankommen zu lassen und dies haben wir erreicht.» Mit diesen Worten wendete sich Haris Tabakovic, nach seinem ersten Pflichtspiel für GC, an die Journalisten. Das Verfolgerduell startete wie erwartet. Bereits in der zehnten Minute setzte der nach einer Verletzung zurückgekehrte Guillaume Hoarau den Ball an den Pfosten.

Joel Mall im GC-Tor lenkte den Ball mit den Fingerspitzen an die Torumrandung. Die Berner standen hoch und setzten die Zürcher stark unter Druck. Sulejmani sah seinen Schuss vom GC-Schlussmann, Joel Mall, pariert und Alexander Gerndt scheiterte, alleine vor Mall, am eigenen Unvermögen.

Kurz nach Gerndts Chance überlief Loris Benito den Spieler Moritz Bauer und flankte von der Grundlinie in den Rücken der Abwehr. Dort stand Hoarau genau richtig und nickte ein. Die Zürcher reklamierten bei Schiedsrichter Jaccottet, da Gerndt Mall im passiven Abseits irritiert haben soll, doch der Schwede stand gar nicht im Abseits, denn Bauer hob dieses auf.

Kamberi mit der Hake

GC bislang ohne Möglichkeit, erhielt in der 31. Minute einen Eckball zugesprochen. Youngstar Kamberi schaute vermutlich vor dem Spiel einige Videos von Superstar Ibrahimovic an, denn er setzte zur Hake an und prompt landete der Ball hinter dem chancenlosen YB-Torwart Mvogo.

YB schien etwas geschockt, denn kurz nach dem Ausgleich hatte Dabbur den Führungstreffer auf dem Fuss, scheiterte aber am hervorragend reagierenden Mvogo. Kurz vor der Pause eine weitere heikle Situation. YB-Neuzugang Yoric Ravet flankte einen Freistoss auf Hoarau, der den Ball ins Tor köpfte, doch das Tor wurde annulliert, da der Franzose scheinbar aus einer Abseitsposition gestartet sei. Ein Fehlentscheid. Vilotic und Zakaria standen beide im Abseits, Hoarau nicht.

GC dominant

In der zweiten Halbzeit dominierten die Zürcher, jedoch schauten bloss selten gefährliche Chancen heraus. Dabbur setzte sich oft schön gegen mehrere YB-Verteidiger durch, scheiterte aber immer am gut positionierten Mvogo.

YB konnte nicht an der Leistung aus der ersten Hälfte anknüpfen und hatte einzig in der 84. Minute eine Chance, erneut in Führung zu gehen. Hoarau scheiterte jedoch mit seinem unplatzierten Kopfball an Mall. Doch das Spiel war noch nicht vorbei. Plötzlich stand Tabakovic alleine vor Mvogo und wird im letzten Moment zurückgepfiffen. Auch dies ein Fehlentscheid, denn Tabakovic stand nicht im Abseits. Somit gab es heute zwei gröbere Fehlentscheide, glücklicherweise je einen pro Mannschaft. Haris Tabakovic meinte nach dem Spiel: »In der ersten Halbzeit hatten wir Glück, in der zweiten YB. Also ist ein Unentschieden ein gerechtes Resultat.» Nuzzolo sah dies etwas anders: »Ich denke, GC ist mit diesem Resultat besser bedient als wir, aber wir hätten in der zweiten Halbzeit sicherlich mehr machen müssen.»

Die YB-Auferstehung?

Nach dem Sieg im ersten Spiel unter Adi Hütter gegen Vaduz waren gestern die Ansprüche an den FCB hoch. Man wollte dem unbesiegten Leader Punkte abnehmen. Dies gelang dank einer effizienten Offensive und einem noch stärkeren YB-Torhüter Yvon Mvogo.

Basel macht mehr für das Spiel

Die Basler drückten von Beginn weg und bereiteten der YB-Defensive in den Startminuten viel Arbeit. Die Berner standen zwar wieder hoch und pressten, doch der FCB spielte sich gut aus der Umklammerung der Hauptstädter heraus. Nach einem Freistoss für den FCB in der 5. Minute klärte Alain Rochat den Ball und dann kam der erste Grossauftritt von Sulejmani. Der Berner gewinnt das Sprintduell gegen Xhaka, dribbelt diesen zusätzlich noch schwindlig und knallt dann einfach eins auf den Ball. Auf einen Weg fand das Leder den Pfad ins Tor, jedoch macht Vaclik im FCB-Tor nicht die beste Figur.

Die Angriffe der Berner waren oft geduldig herausgespielt. Bis zu diesem Zeitpunkt gelingt es dem FCB nicht vor dem YB-Tor gefährlich zu werden. Während der Klassiker hart zu und her ging, erlaubte sich Schiedsrichter Klossner den einen oder anderen Fehler. Oft zu Gunsten des FCB.

Die Basler setzten bei Standardsituationen oft ein gefährliches Zeichen und so reagierte Youngstar Embolo nach einer Ecke in der 24. Minute am schnellsten und erzielte den nicht unverdienten Ausgleich für die Basler, welche mehr fürs Spiel machen.

Kurz vor der Pause dann der zweite Grossauftritt von Sulejmani. Der Serbe konnte einen Hadegjonai- Freistoss aus der eigenen Platzhälfte sauber mit der Brust annehmen und zog zur Mitte. Mutig zielte er aus rund 20 Metern ab und auch dieser Schuss schlug hinter dem chancenlosen Vaclik ein.

Wieder der drückende FCB

Auch nach der Pause startete der FCB druckvoller, doch auch in Halbzeit zwei waren es die Berner, die den ersten Treffer erzielten. Nach einem herrlichen Kabinettstück legte Steffen in der 65. Minute scharf zur Mitte, wo der bedrängte Alexander Gerndt mit der Hacke den Ball über die Linie drückte. Das Stade de Suisse stand Kopf. Zuvor hielt Mvogo die Führung nach einem gut geschossenen Zuffi-Freistoss fest und hatte Glück als ein Kopfball von Hoegh nur den Pfosten traf.

Xhaka liess sich etwas später zu einer Tätlichkeit an Steffen hinreissen. Klossner hatte die Aktion wahrscheinlich nur halb gesehen und zeigte dem Basler-Abräumer zum Unmut der Berner bloss den gelben Karton.

FCB gibt nicht auf

Wieder wurden die Basler in der 74. Minute nach einem Freistoss gefährlich und prompt gelang dem Innenverteidiger Suchy der Anschlusstreffer. Die Berner spielten nur auf Konter und so einen versuchte Vilotic mit einem hohen Ball zu lancieren. Gerndt glaubte daran – nach dem Aufspringen des Balles – vor Vaclik am Ball zu sein und wurde belohnt. Vor Vacliks Händen köpfte er den Ball über den Torhüter zum 4 zu2 ins Netz. Doch auch jetzt kämpfte der Leader weiter und erzielte in der Nachspielzeit durch Janko den erneuten Anschlusstreffer. Für den Ausgleich reichte die Zeit jedoch nicht mehr und YB schlug den FCB als erste Mannschaft in dieser Saison mit 4 zu 3.

Als Frau in einer Randsportart zu den Olympischen Spielen

“Ich bin Spitzensportlerin. Das sollte ich eigentlich sagen, wenn mich jemand fragt, was ich mache. Ich bin Spitzensportlerin, beruflich und privat.” Es war nie Jeannine Gmelins Plan, Profiruderin zu werden. Ihr Ziel war und ist es bloss, immer das zu tun, was sie will. “Wenn ich weiss, was ich will, stecke ich mein ganzes Herzblut in diese Sache.”

 

Schwieriger Start

Als Gmelin mit dreizehn Jahren im Ruderclub Uster ein neues Hobby fand, war es auf keinen Fall “Liebe auf den ersten Blick”. Sie und ihr grosser Bruder Valentin Gmelin sassen zweimal in der Woche im Boot und probierten das Rudern aus. Gmelins allererster Wettkampf war kein grosser Erfolg: “Weil sich meine Ruder zweimal im Wasser verdreht haben, haben wir verloren. Ich war zu Tode betrübt.” Auch ihr erstes Einzelrennen nahm ein wortwörtlich frühzeitiges Ende im Wasser. “Mitten auf der Rennstrecke bin ich gekentert.” Irgendwann kamen jedoch auch die ersten Erfolge. Dadurch hat Gmelin das Rudern mehr und mehr gepackt und der Trainingsumfang hat automatisch zunehmen müssen.

 

Mehr als ein Hobby

Neben dem Rudern hat Gmelin eine kaufmännische Lehre in Uster mit einem 80-Prozent-Pensum absolviert. Dadurch hatte sie nebst der Arbeit genug Zeit für das intensive Training. Der entscheidende Moment, in dem ihr klar wurde, dass ihr Rudern mehr bedeutet als nur ein Hobby, war 2011. Ihr Bruder Valentin Gmelin nahm damals in Amsterdam an der U23 Weltmeisterschaft teil. “Ich wurde überwältigt von Emotionen und Glücksgefühlen, da war mir klar: Das will ich auch.” Von da an hat sich Gmelins Karriere verändert.

 

Unterstützung von allen Seiten

Gmelin steckt alles, was sie kann, in die Erfüllung ihres Traums, doch ohne Unterstützung wäre sie heute nicht dort, wo sie ist. Bis vor einem Jahr arbeitete sie Teilzeit und konnte somit ihre Lebensausgaben decken. Jegliche Kosten, die das Rudern mit sich brachte, wie Trainingslager, Wettkämpfe und Reisen, übernahm und übernimmt auch heute grösstenteils die Leistungssportabteilung des Ruderclubs Uster.

 

Nun hat Gmelin jedoch keine Zeit mehr, neben dem Profisport zu arbeiten. Finanzielle Unterstützung bekommt sie heute von der Schweizerischen Sporthilfe/Swissolympics, Olympic Scholarship und von privaten Sponsoren. Gmelin hat ein starkes soziales Umfeld, das ihr psychisch gut beisteht. Ihre Familie stehe immer hinter ihr, ihre Freunde zeigten grosses Verständnis für ihre regelmässige Abwesenheit und die nur begrenzte Zeit für private Treffen.

 

“Meine Chefin war für mich immer eine wichtige Unterstützerin. Jegliche Ferien und Abwesenheiten hat sie mir ohne Wimpernzucken bewilligt.” Dadurch wurde Sorgen und Ängsten vorgebeugt. Ein weiterer grosser Unterstützer ist Roger Achermann, der Präsident des Ruderclubs Uster. “Er ist der Mann hinter allem, was für mich auf die Beine gestellt wird.” Gmelin kann mit ihren Anliegen stets zu ihm gehen und am nächsten Tag liegt meist eine Lösung auf dem Tisch.

 

Regeln und Befehle

Die einzige Möglichkeit, als Frau in einer Randsportart staatliche Unterstützung zu bekommen, ist die Spitzensport Rekrutenschule zu absolvieren. Diese Möglichkeit bietet die Schweizer Armee in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Sport an. Deshalb hat Gmelin das schweizerische Militär absolviert, wo sie eine dreiwöchige Grundausbildung machte.”Da bin ich ziemlich auf die Welt gekommen. Es herrschten bloss Regeln und Befehle, Selbstbestimmung gab es nicht.”

 

Anschliessend folgten 15 Wochen Intensivtraining, nicht in einem ruhigeren, wohl aber in einem angenehmeren Rahmen. Da sie zuvor eine feste Anstellung hatte, wurde sie während der Zeit auf der Rekrutenschule entlohnt, was dieses Angebot verlockend machte. Während dieser Zeit war Gmelin das erste Mal Vollzeit-Sportlerin. Somit ist dies auch die entscheidende Phase, in der ihr Entwicklungsprozess zur Profisportlerin begann.

 

Meilenstein

Jeannine Gmelin hat im Schweizer Rudersport durch den Gewinn der Silbermedaille an der Europameisterschaft einen Meilenstein gelegt. Durch diesen Sieg wird Gmelin Ende August an der Weltmeisterschaft antreten. Kommt sie dort unter die ersten neun Plätze, vertritt Gmelin an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro 2016 die Schweiz. In Anbetracht ihrer bisherigen Leistungen ist Gmelin zuversichtlich, diese Herausforderung packen zu können.

 

Gmelins Alltag war und ist auch heute stets ausgebucht und intensiv. Vor allem seit letztem Herbst, seit dem Gmelin als Spitzensportlerin arbeitet, bewegt sich ihr Wochenplan “abseits vom Normalen, ständig im extremen Rahmen.” Manchmal wünscht sich Gmelin etwas mehr Freiheiten, Flexibilität und Spontaneität, doch würde sie nie etwas aufgeben oder rückgängig machen wollen.

 

Aufs Herz hören

Das Gefühl vom Verlieren bei einem Wettkampf kann Gmelin nicht in Worte fassen, weil sie es nie wirklich erlebt hat. “Wenn ich alles gebe, kann ich gar nicht verlieren”. Ist Gmelin bei einem Wettkampf voll und ganz dabei, ist dies immer ein Erfolg. “Ich trainiere nicht nur, um zu siegen, sondern auch, weil jedes Training für mich eine Art Sieg ist.” Jedes Mal, sei es bei einem Wettkampf, einem Trainingswochenende oder einem Einzeltraining sammelt sie menschliche und sportliche Erfahrungen. Dadurch ist der Sieg für Gmelin nicht das einzige Erfolgserlebnis. “Doch ist er eine Bestätigung, dass ich richtig gelegen bin, stets an mich selbst zu glauben und auf mein Herz zu hören.”

 

Zukunft

Irgendwann wird Jeannine nicht mehr das Rudern als Beruf haben, irgendwann wird sie etwas Neues machen müssen. Was das sein wird, weiss sie noch nicht, doch eins ist klar: “Es wird irgendetwas anderes sein, doch es wird genauso meine Leidenschaft sein, wie es momentan das Rudern für mich ist.” Sie habe das Gefühl, dass sicher wieder etwas kommen wird, was sie vielleicht nicht genau so, aber auf eine andere Art begeistert wie der Rudersport. “Wenn das der Fall ist, gebe ich ganz sicher auch dann wieder 100 oder 110 Prozent.”

“Niveauunterschied war sichtbar”

Vor 16’079 Zuschauern startete für YB die Europacup-Kampagne. Gegner in der 3. Qualifikationsrunde der Champions League ist die AS Monaco. Der neureiche Verein, gespickt mit Topspielern, stand letzte Saison im Viertelfinale der Königsklasse und ging als klarer Favorit in die Partie gegen YB.

Keine Chancen im ersten Durchgang

Die erste Halbzeit brachte keine nennenswerte Aktion mit sich. Die beiden Abwehrketten standen hinten sicher und die Offensivspieler beider Mannschaften kreierten zu wenig gefährliche Spielsituationen. So sind zwei Versuche von YB-Neuzuzug Sulejmani die einzigen Aktionen mit Gefahrenpotenzial im Ansatz.

Zwei neue Mannschaften in zweiter Halbzeit

Die zweite Halbzeit startete mit einem Paukenschlag. Nach einem Befreiungsschlag von Vilotic kam Kubo zum Abschluss. Sein Schuss in der 51. Minute traf allerdings nur den Pfosten. Plötzlich waren alle wieder wach. Nun powerten die Berner und zeigten ein starkes Spiel.

Kurz nach der Pause starteten die Young Boys ihre YB-Viertelstunde, doch am Abschluss fehlte es zuhauf: Bei den Schüssen von Hoarau und Kubo war reichlich Pech dabei. Hoarau köpfte einen Ball aus fünf Metern neben das Tor und Kubo sah seinen Schuss von Kurzawa auf der Linie geklärt.

Der monegassische Aussenverteidiger traf nur zwei Minuten später in der 64. Minute per Volley herrlich ins kurze Eck, nachdem er sträflich alleine gelassen wurde. Eine unverdiente, wenngleich auch unglaublich effiziente Führung. Acht Minuten später war es dann Carrillo, der nur kurze Zeit nach seiner Einwechslung einen Moutinho-Freistoss ins Tor köpfte.

YB gibt sich kämpferisch

Durch einen Gegenangriff gelang den Hauptstädtern zwar der Anschlusstreffer von Nuzzolo in der 74. Minute, aber nur eine Minute später baut Pasalic die Führung der Monegassen zum Endergebnis von 3-1 nochmals aus.

Scott Sutter brachte es nach dem Spiel auf den Punkt: “Wir spielten ein sehr starkes Spiel, doch es war ein Spiel, in dem der Ball einfach nicht rein wollte.” Auf das Rückspiel bezogen meinte der YB-Verteidiger: “Wir müssen noch einmal so spielen und die Tore machen, ganz durch sind sie noch nicht.”

Raphael Nuzzolo, einziger YB-Torschütze, sagte: “Wenige Chancen, drei Tore. Man sah einfach den Niveauunterschied:”

Category Archives: Sport

Erster Dämpfer für YB

Passives YB

Viel Sehenswertes bot die erste Halbzeit nicht und dennoch führten die Gäste aus Thun gleich mit 0-3. Die Oberländer konnten bislang kein Spiel gewinnen und so überraschte das Halbzeitresultat umso mehr. Bei YB passte nichts zusammen und die Kreativität in der Offensive, die aus den letzten Spielen gelobt wurde, kam nicht zum Vorschein.

So wurde YB von der eigenen Eckballvariante aus dem Spiel gegen Lausanne von Thun ausgehebelt. Sandro Lauper erzielte nach 13 Minuten die Führung für den FC Thun. Gefolgt war diese Ecke von einer weiteren, bei welcher Marco Bürki Gelmi gewähren liess. Der Verteidiger des FC Thun erzielte somit bereits das 0-2 für das Gästeteam.

Nun kam es aber in der 43. Minute noch dicker für den passiven Leader aus Bern: Spielmann wurde nach einem Fehlpass aus der YB-Verteidigung sofort lanciert und blieb Sieger im Duell gegen David von Ballmoos.

Offensivdruck ohne Erfolg

Adi Hütter brachte nach der Pause mit Guillaume Hoarau und Leo Bertone zwei geschonte Stammspieler. Diese brachten zwar etwas Schwung mit und YB spielte sich hochkarätige Chancen heraus, trotzdem scheiterten die Hauptstädter an ihrem eigenen Unvermögen oder am stark aufspielenden Thun-Goalie Ruberto.

Es kam wie es kommen musste und so erzielte der FC Thun nach einer schön herausgespielten Aktion sogar das 0-4. Die Berner waren bedient und mussten das erste Mal in dieser Saison Punkte liegen lassen. Die Art und Weise lässt jedoch die eine oder andere Frage offen.

YB lässt seine Fans träumen

Foto: Thomas Hodel

Viele Zweikämpfe

Die erste Halbzeit war geprägt von vielen hart geführten Zweikämpfen und zwei stark aufspielenden Abwehrketten. Nur selten konnten die Offensivspieler beider Mannschaften in eine gefährliche Position gebracht werden.

Weder Steffen beim FCB, noch Sulejmani konnten ihre Freiheiten ausnützen und so war das logische Halbzeitresultat 0-0.

Einzelleistungen entscheiden das Spiel

Das Heimteam kam stärker aus der Kabine und spielte mit viel Druck nach vorne. In der 58. Minute passte der stark aufspielende YB-Verteidiger Benito auf Yoric Ravet. Dieser lässt mit seinem Dribbling Luca Zuffi alt aussehen und schlenzt den Ball herrlich an Vaclik vorbei ins Tor. Das ausverkaufte Stade de Suisse stand kopf. Keine Minute später hatte Sulejmani das nächste Tor auf dem Fuss, doch er verzog kläglich.

In der 80. Minute besiegte Sulejmani schliesslich endgültig das FCB. Einen Freistoss aus rund 25 Metern versenkte er nahezu perfekt ins Tor.

YB-Debütant Christian Fassnacht war nach dem Spiel zufrieden: «Es ist natürlich toll, gegen den Meister zu gewinnen, aber das war bloss das erste Spiel und jetzt kommt Dynamo Kiew, dies ist noch ein härterer Brocken. Nach der zweiten Halbzeit von heute dürfen wir jedoch zuversichtlich sein.»

Luzern unterliegt auch YB

Startfeuerwerk der Berner

Kaum angespielt zappelte der Ball bereits im Netz. Das Spiel dauerte erst zehn Sekunden, als sich die YB-Akteuere Frey, Ravet und Sulejmani durch die Luzernabwehr tankten. Letzterer liess sich nicht zweimal bitten und bezwang Jonas Omlin im Tor des FCL. Es ist eines der schnellsten Tore in der Geschichte der Super League.

Das Spiel war lanciert und der neutrale Zuschauer auf die Reaktion der Zentralschweizer gespannt. Diese blieb vorerst aus und nach zwei Minuten hätte Sulejmani beinahe zum zweiten Mal eingenetzt. Sein Kopfball zischte jedoch knapp über das Tor. Nach sieben Minuten zeigten sich erste Offensivzeichen der Gäste aus Luzern.
Marco Schneuwly, ein ehemaliger YB-Stürmer, flankte zur Mitte, wo Juric mit einem starken Kopfball den Ausgleich erzielte. Dabei sah wirkte die YB-Abwehr nicht, denn Juric hatte ziemlich viel Platz um zum Kopfball anzusetzten. Nach diesen beiden Toren flachte das Spiel etwas ab und beide Teams liessen keine sehenswerte Chance mehr zu. Bis zur 25. Minute plätscherte das Spiel so vor sich hin. Danach konnte sich das Team von Adi Hütter jedoch steigern und YB kam wieder vermehrt zu gefährlichen Angriffen.

Passive Luzerner

Luzern zeigte sich nun sehr passiv und der junge Torhüter des FCL, Jonas Omlin, löste bei manch einem Mitleid aus. Zwar parierte er gegen Michael Frey magistral, er musste jedoch in der 29. Minute erneut einen Ball aus dem Netz fischen. Nach einem Freistoss von der rechten Seite, wusste Sulejmani die Flanke von Ravet per Kopf zu verwerten. Die erneute Führung des Heimteams hinterliess jedoch einen bitteren Nachgeschmack, denn das Tor entstand vermutlich aus einer knappen Abseitsposition. YB übernahm nun das Spieldiktat und wer auf eine Reaktion des FCL hoffte, täuschte sich sehr.

Die Gäste zeigten sich ängstlich-passiv und konnten keine Offensivakzente mehr setzen. Besser machte es YB: Das Heimteam konnte in der 35. Minute die Führung ausbauen. Nach einem Pass in den Rücken der FCL-Abwehr scheiterte Frey an einem Bein eines Abwehrspielers. Den Abpraller verwertete YB-Neuzugang Roger Assale jedoch ohne Problem. Die zweite Halbzeit ging im gleichen Stil weiter, wie die erste aufgehört hatte. Die Berner dominierten die Gäste nach Belieben. Ihr schenlles Umschaltspiel brachte immer wieder grosse Gefahr mit sich. Schliesslich erzielte in der 60. Minute Michael Frey das Tor zum 4-1 für YB. Nach einem herrlichen Pass von Zakaria auf Sulejmani, wusste dieser Frey in der Mitte zu bedienen, welcher nur noch einschieben musste.
In der Folge hätten die Berner gut noch das eine oder andere Tor erzielen können, oder eher müssen. Bertone und Aebischer sahen ihre Schüsse jeweils am Aluminium abgeprallt.

Das Schlussresultat von 4-1 für YB stösst den FCL weiter in die Krise. Yvon Mvogo, Torhüter von YB, freute sich nach dem Spiel über den klaren Sieg: «Wir haben jetzt den zweiten Platz auf sicher und auch wenn ich nicht mehr dabei sein werde, freue ich mich, dass diese Mannschaft nächste Saison an der Champions-League-Qualifikation spielen darf. Ich bin heute sehr stolz auf diese Mannschaft. Der Auftritt heute ist einfach nur lobenswert», meinte Mvogo, der im Sommer zu RB Leipzig in die Bundesliga wechseln wird.

«Dr SCB isch dr geilscht Club»

Er wartet schon, an diesem Mittwochmittag, in einem Café in Bern, notabene zwei Tage nachdem sich der SCB in Zug zum zweiten Mal in Folge zum Eishockey Schweizer Meister küren lassen konnte. Von seinem Gipfeli ist schon fast nichts mehr übrig. «Tinu», stellt er sich vor. Martin Megert, wie er mit bürgerlichem Namen heisst, ist Informatiker. Neben seinem Beruf gibt es eine grosse Konstante in seinem Leben. Sie heisst SCB. Ich setzte mich ihm gegenüber hin. Wie sich herausstellt, ist Tinu genau wie ich in Burgdorf aufgewachsen. Während mich mein Vater an meinen ersten Match nach Langnau mitnahm, ging es für Tinu in die andere Richtung, nach Bern.

Das war der Beginn einer grossen Liebe. Heute ist der 56-Jährige der wahrscheinlich grösste SCB-Fan und ziemlich sicher auch der Bekannteste. Er ist Betreiber der Facebook-Seite «Hardboiled SCB», welche mittlerweile über 8000 Fans zählt. Auf dieser veröffentlicht er an jedem Spieltag spätestens eine Stunde nach dem Schlusspfiff einen Matchbericht, in dem er sich unzensiert seine Emotionen vom Leib schreibt. Diese Emotionen hat er nun auch in Buchform niedergeschrieben: «111 Gründe, den SCB zu lieben», heisst das gute Stück. Auch wenn sich Tinu für das Buch etwas zurückhalten musste, was die Sprache anging, ist sein Schreibstil deutlich erkennbar. «Ich bin wahnsinnig stolz auf das Buch, und auch auf mich», erzählt Tinu.

Seitenhiebe für Fribourg-Gottéron

«Der wichtigste Grund, den SCB zu lieben, ist ganz einfach: Der SCB ist ein geiler Club», sagt Tinu. Diesen einen, alles überspannenden Grund habe er dann, «wie ein Forensiker», aufgespalten in 111 Gründe. Drei Monate habe er jede Nacht daran geschrieben, immer mit der Deadline im Nacken. Er sei froh, dass er das Buch nicht während der Eishockeysaison schreiben musste, schmunzelt er. «Zusammen mit einem 100%-Job bin ich schon an meine Grenzen gekommen».

Das Buch ist eine Liebeserklärung an den SCB. Nicht immer sehr objektiv geschrieben, doch ausnahmslos ehrlich, interessant und auch lehrreich. Was auffällt: Gefühlt auf jeder zweiten Seite ist ein Seitenhieb gegen Fribourg-Gottéron versteckt. Diesen Club kann Tinu nicht ausstehen. «Weil es den HC Fribourg-Gottéron gibt», ist sogar der 39. Grund, den SCB zu lieben. Tinu erklärt, dass die Fribourger Fans «ekligi Cheibe» seien. Seine Erinnerungen an Fribourg seien nicht die besten, gibt er zu. Doch man könne sie auch nicht wirklich ernstnehmen, die chronisch erfolglosen Zähringer, die als einen der grössten Erfolge der Vereinsgeschichte den Vize Schweizer-Meister-Titel angeben, führt er weiter aus. Da seien ja sogar die Langnauer erfolgreicher – einen Titel gab es für die Langnauer 1976 zu feiern.

Der SCB als Kontaktbörse

Selbst der eingefleischteste SCB-Fan wird bei der Lektüre einige neue Dinge über seinen Lieblingsclub lernen. Etwa, dass die Band Europe extra für den SC Bern eine Ausnahme machte und ihren Hit «The Final Countdown», welcher nach jedem Berner Tor erklingt, zur Einweihung des neuen Stadions 2009 live spielte. Denn seit ihrem Comeback im Jahre 2004 weigerten sie sich standhaft, ihren grössten Hit live zu spielen. Auch Privates findet im Buch Platz: Martin Megert hat seine Frau an einem SCB-Spiel kennengelernt. Auch Randgeschichten von Spielern, Trainern und Schiedsrichtern finden in Tinus Werk Platz. In über 40 Jahren als SCB-Fan hat er vieles erlebt und kann so aus dem Nähkästchen plaudern. Die Liebe und Leidenschaft für den SCB ist in jeder Zeile spürbar.

Der Meisterfeier im Berner Stadion am Ostermontag blieb Tinu übrigens fern. «Bisher haben sie noch immer verloren, wenn ich an ein Public Viewing gegangen bin», so Tinu. Auch als der Titel im Trockenen war, blieb er zuhause: «Das war für mich ein schöner Abschluss der Saison». Er sei halt nicht mehr der Jüngste. Doch den Umzug durch die Berner Altstadt und die Feier auf dem Bundesplatz liess er sich nicht entgehen. «Das ist Ehrensache», meint der wohl grösste SCB-Fan, bevor er sich verabschieden muss. Er werde jetzt den Sommer geniessen.

Am Ende gewann der Effizientere

Vor 30’224 Zuschauern zeigte YB eine sehr starke Leistung gegen den Favoriten aus Gladbach. Die Atmosphäre im beinahe ausverkauften Stade de Suisse war grandios, dies auch dank den vielen Fans, die aus Deutschland angereist sind. Erst am Ende des Spieles konnten die Gäste dank einem Doppelschlag den Sack zumachen.

YB hält frech dagegen

Es war alles angerichtet für einen perfekten Fussballabend. Die Affiche stimmte und die Mannschaft von Adi Hütter war heiss auf das Hinspiel gegen den letztjährigen Vierten der deutschen Bundesliga.

Die Gäste dominierten das Spiel und versuchten mit einem schnellen Umschaltspiel die Verteidigung zu durchbrechen. Der stark aufspielende Traoré war oft der gesuchte Mann und in der 11. Minute war der Flügelspieler zu schnell für Lecjaks, er flankte scharf zur Mitte, wo der ex-FCZ Spieler Raffael wartete. Dieser vernaschte die YB-Abwehr und schoss seine Borussen mit einem herrlichen Flachschuss in Führung.

Die Berner hielten aber nach wie vor gut dagegen und hatten in der 45. Minute auch eine gute Möglichkeit zum Ausgleich. Hoaraus Versuch zischte aber knapp am Tor von Yann Sommer vorbei.

YB mit Chancenplus – Gladbach effizient

Nach der Pause kamen die Berner zunehmend besser ins Spiel und arbeiteten gut nach vorne, doch der letzte Pass fand nicht seinen Empfänger. Anders in der 56. Minute: als Sutter Ravet lancierte und der Franzose zur Mitte flankte. Für einmal stand dort Sulejmani ohne Verteidiger und nutzte dies dankend aus.

Das Spiel war neu lanciert und als in der 65. Minute Hoaraus Kopfball den Pfosten streifte, hätten die Berner die Führung nun definitiv verdient.

Wie aus heiterem Himmel schoss in der 67. Minute der eingewechselte André Hahn die erneute Führung für die Gäste aus dem Ruhrgebiet. YB brachte den Ball nicht aus der gefährlichen Zone, Bertone wurde noch hart angegangen, bevor der Ball zu Hahn sprang, der sich nicht zweimal bitten liess – bitter für die Berner.

Als in der 69. Minute Raffaels Volley-Versuch noch unhaltbar von Rochat ins eigene Tor abgelenkt wurde, waren die Hauptstädter definitiv am Ende. Die Gladbacher spielten die 3-1 Führung routiniert runter und gehen nun mit einem sehr dicken Polster ins Rückspiel von nächster Woche.

YB – GC: Spitzenspiel ohne Gewinner

«Das Resultat bringt definitiv niemandem etwas, doch unser Ziel war, YB nicht näher an uns herankommen zu lassen und dies haben wir erreicht.» Mit diesen Worten wendete sich Haris Tabakovic, nach seinem ersten Pflichtspiel für GC, an die Journalisten. Das Verfolgerduell startete wie erwartet. Bereits in der zehnten Minute setzte der nach einer Verletzung zurückgekehrte Guillaume Hoarau den Ball an den Pfosten.

Joel Mall im GC-Tor lenkte den Ball mit den Fingerspitzen an die Torumrandung. Die Berner standen hoch und setzten die Zürcher stark unter Druck. Sulejmani sah seinen Schuss vom GC-Schlussmann, Joel Mall, pariert und Alexander Gerndt scheiterte, alleine vor Mall, am eigenen Unvermögen.

Kurz nach Gerndts Chance überlief Loris Benito den Spieler Moritz Bauer und flankte von der Grundlinie in den Rücken der Abwehr. Dort stand Hoarau genau richtig und nickte ein. Die Zürcher reklamierten bei Schiedsrichter Jaccottet, da Gerndt Mall im passiven Abseits irritiert haben soll, doch der Schwede stand gar nicht im Abseits, denn Bauer hob dieses auf.

Kamberi mit der Hake

GC bislang ohne Möglichkeit, erhielt in der 31. Minute einen Eckball zugesprochen. Youngstar Kamberi schaute vermutlich vor dem Spiel einige Videos von Superstar Ibrahimovic an, denn er setzte zur Hake an und prompt landete der Ball hinter dem chancenlosen YB-Torwart Mvogo.

YB schien etwas geschockt, denn kurz nach dem Ausgleich hatte Dabbur den Führungstreffer auf dem Fuss, scheiterte aber am hervorragend reagierenden Mvogo. Kurz vor der Pause eine weitere heikle Situation. YB-Neuzugang Yoric Ravet flankte einen Freistoss auf Hoarau, der den Ball ins Tor köpfte, doch das Tor wurde annulliert, da der Franzose scheinbar aus einer Abseitsposition gestartet sei. Ein Fehlentscheid. Vilotic und Zakaria standen beide im Abseits, Hoarau nicht.

GC dominant

In der zweiten Halbzeit dominierten die Zürcher, jedoch schauten bloss selten gefährliche Chancen heraus. Dabbur setzte sich oft schön gegen mehrere YB-Verteidiger durch, scheiterte aber immer am gut positionierten Mvogo.

YB konnte nicht an der Leistung aus der ersten Hälfte anknüpfen und hatte einzig in der 84. Minute eine Chance, erneut in Führung zu gehen. Hoarau scheiterte jedoch mit seinem unplatzierten Kopfball an Mall. Doch das Spiel war noch nicht vorbei. Plötzlich stand Tabakovic alleine vor Mvogo und wird im letzten Moment zurückgepfiffen. Auch dies ein Fehlentscheid, denn Tabakovic stand nicht im Abseits. Somit gab es heute zwei gröbere Fehlentscheide, glücklicherweise je einen pro Mannschaft. Haris Tabakovic meinte nach dem Spiel: »In der ersten Halbzeit hatten wir Glück, in der zweiten YB. Also ist ein Unentschieden ein gerechtes Resultat.» Nuzzolo sah dies etwas anders: »Ich denke, GC ist mit diesem Resultat besser bedient als wir, aber wir hätten in der zweiten Halbzeit sicherlich mehr machen müssen.»

Die YB-Auferstehung?

Nach dem Sieg im ersten Spiel unter Adi Hütter gegen Vaduz waren gestern die Ansprüche an den FCB hoch. Man wollte dem unbesiegten Leader Punkte abnehmen. Dies gelang dank einer effizienten Offensive und einem noch stärkeren YB-Torhüter Yvon Mvogo.

Basel macht mehr für das Spiel

Die Basler drückten von Beginn weg und bereiteten der YB-Defensive in den Startminuten viel Arbeit. Die Berner standen zwar wieder hoch und pressten, doch der FCB spielte sich gut aus der Umklammerung der Hauptstädter heraus. Nach einem Freistoss für den FCB in der 5. Minute klärte Alain Rochat den Ball und dann kam der erste Grossauftritt von Sulejmani. Der Berner gewinnt das Sprintduell gegen Xhaka, dribbelt diesen zusätzlich noch schwindlig und knallt dann einfach eins auf den Ball. Auf einen Weg fand das Leder den Pfad ins Tor, jedoch macht Vaclik im FCB-Tor nicht die beste Figur.

Die Angriffe der Berner waren oft geduldig herausgespielt. Bis zu diesem Zeitpunkt gelingt es dem FCB nicht vor dem YB-Tor gefährlich zu werden. Während der Klassiker hart zu und her ging, erlaubte sich Schiedsrichter Klossner den einen oder anderen Fehler. Oft zu Gunsten des FCB.

Die Basler setzten bei Standardsituationen oft ein gefährliches Zeichen und so reagierte Youngstar Embolo nach einer Ecke in der 24. Minute am schnellsten und erzielte den nicht unverdienten Ausgleich für die Basler, welche mehr fürs Spiel machen.

Kurz vor der Pause dann der zweite Grossauftritt von Sulejmani. Der Serbe konnte einen Hadegjonai- Freistoss aus der eigenen Platzhälfte sauber mit der Brust annehmen und zog zur Mitte. Mutig zielte er aus rund 20 Metern ab und auch dieser Schuss schlug hinter dem chancenlosen Vaclik ein.

Wieder der drückende FCB

Auch nach der Pause startete der FCB druckvoller, doch auch in Halbzeit zwei waren es die Berner, die den ersten Treffer erzielten. Nach einem herrlichen Kabinettstück legte Steffen in der 65. Minute scharf zur Mitte, wo der bedrängte Alexander Gerndt mit der Hacke den Ball über die Linie drückte. Das Stade de Suisse stand Kopf. Zuvor hielt Mvogo die Führung nach einem gut geschossenen Zuffi-Freistoss fest und hatte Glück als ein Kopfball von Hoegh nur den Pfosten traf.

Xhaka liess sich etwas später zu einer Tätlichkeit an Steffen hinreissen. Klossner hatte die Aktion wahrscheinlich nur halb gesehen und zeigte dem Basler-Abräumer zum Unmut der Berner bloss den gelben Karton.

FCB gibt nicht auf

Wieder wurden die Basler in der 74. Minute nach einem Freistoss gefährlich und prompt gelang dem Innenverteidiger Suchy der Anschlusstreffer. Die Berner spielten nur auf Konter und so einen versuchte Vilotic mit einem hohen Ball zu lancieren. Gerndt glaubte daran – nach dem Aufspringen des Balles – vor Vaclik am Ball zu sein und wurde belohnt. Vor Vacliks Händen köpfte er den Ball über den Torhüter zum 4 zu2 ins Netz. Doch auch jetzt kämpfte der Leader weiter und erzielte in der Nachspielzeit durch Janko den erneuten Anschlusstreffer. Für den Ausgleich reichte die Zeit jedoch nicht mehr und YB schlug den FCB als erste Mannschaft in dieser Saison mit 4 zu 3.

Als Frau in einer Randsportart zu den Olympischen Spielen

“Ich bin Spitzensportlerin. Das sollte ich eigentlich sagen, wenn mich jemand fragt, was ich mache. Ich bin Spitzensportlerin, beruflich und privat.” Es war nie Jeannine Gmelins Plan, Profiruderin zu werden. Ihr Ziel war und ist es bloss, immer das zu tun, was sie will. “Wenn ich weiss, was ich will, stecke ich mein ganzes Herzblut in diese Sache.”

 

Schwieriger Start

Als Gmelin mit dreizehn Jahren im Ruderclub Uster ein neues Hobby fand, war es auf keinen Fall “Liebe auf den ersten Blick”. Sie und ihr grosser Bruder Valentin Gmelin sassen zweimal in der Woche im Boot und probierten das Rudern aus. Gmelins allererster Wettkampf war kein grosser Erfolg: “Weil sich meine Ruder zweimal im Wasser verdreht haben, haben wir verloren. Ich war zu Tode betrübt.” Auch ihr erstes Einzelrennen nahm ein wortwörtlich frühzeitiges Ende im Wasser. “Mitten auf der Rennstrecke bin ich gekentert.” Irgendwann kamen jedoch auch die ersten Erfolge. Dadurch hat Gmelin das Rudern mehr und mehr gepackt und der Trainingsumfang hat automatisch zunehmen müssen.

 

Mehr als ein Hobby

Neben dem Rudern hat Gmelin eine kaufmännische Lehre in Uster mit einem 80-Prozent-Pensum absolviert. Dadurch hatte sie nebst der Arbeit genug Zeit für das intensive Training. Der entscheidende Moment, in dem ihr klar wurde, dass ihr Rudern mehr bedeutet als nur ein Hobby, war 2011. Ihr Bruder Valentin Gmelin nahm damals in Amsterdam an der U23 Weltmeisterschaft teil. “Ich wurde überwältigt von Emotionen und Glücksgefühlen, da war mir klar: Das will ich auch.” Von da an hat sich Gmelins Karriere verändert.

 

Unterstützung von allen Seiten

Gmelin steckt alles, was sie kann, in die Erfüllung ihres Traums, doch ohne Unterstützung wäre sie heute nicht dort, wo sie ist. Bis vor einem Jahr arbeitete sie Teilzeit und konnte somit ihre Lebensausgaben decken. Jegliche Kosten, die das Rudern mit sich brachte, wie Trainingslager, Wettkämpfe und Reisen, übernahm und übernimmt auch heute grösstenteils die Leistungssportabteilung des Ruderclubs Uster.

 

Nun hat Gmelin jedoch keine Zeit mehr, neben dem Profisport zu arbeiten. Finanzielle Unterstützung bekommt sie heute von der Schweizerischen Sporthilfe/Swissolympics, Olympic Scholarship und von privaten Sponsoren. Gmelin hat ein starkes soziales Umfeld, das ihr psychisch gut beisteht. Ihre Familie stehe immer hinter ihr, ihre Freunde zeigten grosses Verständnis für ihre regelmässige Abwesenheit und die nur begrenzte Zeit für private Treffen.

 

“Meine Chefin war für mich immer eine wichtige Unterstützerin. Jegliche Ferien und Abwesenheiten hat sie mir ohne Wimpernzucken bewilligt.” Dadurch wurde Sorgen und Ängsten vorgebeugt. Ein weiterer grosser Unterstützer ist Roger Achermann, der Präsident des Ruderclubs Uster. “Er ist der Mann hinter allem, was für mich auf die Beine gestellt wird.” Gmelin kann mit ihren Anliegen stets zu ihm gehen und am nächsten Tag liegt meist eine Lösung auf dem Tisch.

 

Regeln und Befehle

Die einzige Möglichkeit, als Frau in einer Randsportart staatliche Unterstützung zu bekommen, ist die Spitzensport Rekrutenschule zu absolvieren. Diese Möglichkeit bietet die Schweizer Armee in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Sport an. Deshalb hat Gmelin das schweizerische Militär absolviert, wo sie eine dreiwöchige Grundausbildung machte.”Da bin ich ziemlich auf die Welt gekommen. Es herrschten bloss Regeln und Befehle, Selbstbestimmung gab es nicht.”

 

Anschliessend folgten 15 Wochen Intensivtraining, nicht in einem ruhigeren, wohl aber in einem angenehmeren Rahmen. Da sie zuvor eine feste Anstellung hatte, wurde sie während der Zeit auf der Rekrutenschule entlohnt, was dieses Angebot verlockend machte. Während dieser Zeit war Gmelin das erste Mal Vollzeit-Sportlerin. Somit ist dies auch die entscheidende Phase, in der ihr Entwicklungsprozess zur Profisportlerin begann.

 

Meilenstein

Jeannine Gmelin hat im Schweizer Rudersport durch den Gewinn der Silbermedaille an der Europameisterschaft einen Meilenstein gelegt. Durch diesen Sieg wird Gmelin Ende August an der Weltmeisterschaft antreten. Kommt sie dort unter die ersten neun Plätze, vertritt Gmelin an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro 2016 die Schweiz. In Anbetracht ihrer bisherigen Leistungen ist Gmelin zuversichtlich, diese Herausforderung packen zu können.

 

Gmelins Alltag war und ist auch heute stets ausgebucht und intensiv. Vor allem seit letztem Herbst, seit dem Gmelin als Spitzensportlerin arbeitet, bewegt sich ihr Wochenplan “abseits vom Normalen, ständig im extremen Rahmen.” Manchmal wünscht sich Gmelin etwas mehr Freiheiten, Flexibilität und Spontaneität, doch würde sie nie etwas aufgeben oder rückgängig machen wollen.

 

Aufs Herz hören

Das Gefühl vom Verlieren bei einem Wettkampf kann Gmelin nicht in Worte fassen, weil sie es nie wirklich erlebt hat. “Wenn ich alles gebe, kann ich gar nicht verlieren”. Ist Gmelin bei einem Wettkampf voll und ganz dabei, ist dies immer ein Erfolg. “Ich trainiere nicht nur, um zu siegen, sondern auch, weil jedes Training für mich eine Art Sieg ist.” Jedes Mal, sei es bei einem Wettkampf, einem Trainingswochenende oder einem Einzeltraining sammelt sie menschliche und sportliche Erfahrungen. Dadurch ist der Sieg für Gmelin nicht das einzige Erfolgserlebnis. “Doch ist er eine Bestätigung, dass ich richtig gelegen bin, stets an mich selbst zu glauben und auf mein Herz zu hören.”

 

Zukunft

Irgendwann wird Jeannine nicht mehr das Rudern als Beruf haben, irgendwann wird sie etwas Neues machen müssen. Was das sein wird, weiss sie noch nicht, doch eins ist klar: “Es wird irgendetwas anderes sein, doch es wird genauso meine Leidenschaft sein, wie es momentan das Rudern für mich ist.” Sie habe das Gefühl, dass sicher wieder etwas kommen wird, was sie vielleicht nicht genau so, aber auf eine andere Art begeistert wie der Rudersport. “Wenn das der Fall ist, gebe ich ganz sicher auch dann wieder 100 oder 110 Prozent.”

“Niveauunterschied war sichtbar”

Vor 16’079 Zuschauern startete für YB die Europacup-Kampagne. Gegner in der 3. Qualifikationsrunde der Champions League ist die AS Monaco. Der neureiche Verein, gespickt mit Topspielern, stand letzte Saison im Viertelfinale der Königsklasse und ging als klarer Favorit in die Partie gegen YB.

Keine Chancen im ersten Durchgang

Die erste Halbzeit brachte keine nennenswerte Aktion mit sich. Die beiden Abwehrketten standen hinten sicher und die Offensivspieler beider Mannschaften kreierten zu wenig gefährliche Spielsituationen. So sind zwei Versuche von YB-Neuzuzug Sulejmani die einzigen Aktionen mit Gefahrenpotenzial im Ansatz.

Zwei neue Mannschaften in zweiter Halbzeit

Die zweite Halbzeit startete mit einem Paukenschlag. Nach einem Befreiungsschlag von Vilotic kam Kubo zum Abschluss. Sein Schuss in der 51. Minute traf allerdings nur den Pfosten. Plötzlich waren alle wieder wach. Nun powerten die Berner und zeigten ein starkes Spiel.

Kurz nach der Pause starteten die Young Boys ihre YB-Viertelstunde, doch am Abschluss fehlte es zuhauf: Bei den Schüssen von Hoarau und Kubo war reichlich Pech dabei. Hoarau köpfte einen Ball aus fünf Metern neben das Tor und Kubo sah seinen Schuss von Kurzawa auf der Linie geklärt.

Der monegassische Aussenverteidiger traf nur zwei Minuten später in der 64. Minute per Volley herrlich ins kurze Eck, nachdem er sträflich alleine gelassen wurde. Eine unverdiente, wenngleich auch unglaublich effiziente Führung. Acht Minuten später war es dann Carrillo, der nur kurze Zeit nach seiner Einwechslung einen Moutinho-Freistoss ins Tor köpfte.

YB gibt sich kämpferisch

Durch einen Gegenangriff gelang den Hauptstädtern zwar der Anschlusstreffer von Nuzzolo in der 74. Minute, aber nur eine Minute später baut Pasalic die Führung der Monegassen zum Endergebnis von 3-1 nochmals aus.

Scott Sutter brachte es nach dem Spiel auf den Punkt: “Wir spielten ein sehr starkes Spiel, doch es war ein Spiel, in dem der Ball einfach nicht rein wollte.” Auf das Rückspiel bezogen meinte der YB-Verteidiger: “Wir müssen noch einmal so spielen und die Tore machen, ganz durch sind sie noch nicht.”

Raphael Nuzzolo, einziger YB-Torschütze, sagte: “Wenige Chancen, drei Tore. Man sah einfach den Niveauunterschied:”

Category Archives: Sport

Erster Dämpfer für YB

Passives YB

Viel Sehenswertes bot die erste Halbzeit nicht und dennoch führten die Gäste aus Thun gleich mit 0-3. Die Oberländer konnten bislang kein Spiel gewinnen und so überraschte das Halbzeitresultat umso mehr. Bei YB passte nichts zusammen und die Kreativität in der Offensive, die aus den letzten Spielen gelobt wurde, kam nicht zum Vorschein.

So wurde YB von der eigenen Eckballvariante aus dem Spiel gegen Lausanne von Thun ausgehebelt. Sandro Lauper erzielte nach 13 Minuten die Führung für den FC Thun. Gefolgt war diese Ecke von einer weiteren, bei welcher Marco Bürki Gelmi gewähren liess. Der Verteidiger des FC Thun erzielte somit bereits das 0-2 für das Gästeteam.

Nun kam es aber in der 43. Minute noch dicker für den passiven Leader aus Bern: Spielmann wurde nach einem Fehlpass aus der YB-Verteidigung sofort lanciert und blieb Sieger im Duell gegen David von Ballmoos.

Offensivdruck ohne Erfolg

Adi Hütter brachte nach der Pause mit Guillaume Hoarau und Leo Bertone zwei geschonte Stammspieler. Diese brachten zwar etwas Schwung mit und YB spielte sich hochkarätige Chancen heraus, trotzdem scheiterten die Hauptstädter an ihrem eigenen Unvermögen oder am stark aufspielenden Thun-Goalie Ruberto.

Es kam wie es kommen musste und so erzielte der FC Thun nach einer schön herausgespielten Aktion sogar das 0-4. Die Berner waren bedient und mussten das erste Mal in dieser Saison Punkte liegen lassen. Die Art und Weise lässt jedoch die eine oder andere Frage offen.

YB lässt seine Fans träumen

Foto: Thomas Hodel

Viele Zweikämpfe

Die erste Halbzeit war geprägt von vielen hart geführten Zweikämpfen und zwei stark aufspielenden Abwehrketten. Nur selten konnten die Offensivspieler beider Mannschaften in eine gefährliche Position gebracht werden.

Weder Steffen beim FCB, noch Sulejmani konnten ihre Freiheiten ausnützen und so war das logische Halbzeitresultat 0-0.

Einzelleistungen entscheiden das Spiel

Das Heimteam kam stärker aus der Kabine und spielte mit viel Druck nach vorne. In der 58. Minute passte der stark aufspielende YB-Verteidiger Benito auf Yoric Ravet. Dieser lässt mit seinem Dribbling Luca Zuffi alt aussehen und schlenzt den Ball herrlich an Vaclik vorbei ins Tor. Das ausverkaufte Stade de Suisse stand kopf. Keine Minute später hatte Sulejmani das nächste Tor auf dem Fuss, doch er verzog kläglich.

In der 80. Minute besiegte Sulejmani schliesslich endgültig das FCB. Einen Freistoss aus rund 25 Metern versenkte er nahezu perfekt ins Tor.

YB-Debütant Christian Fassnacht war nach dem Spiel zufrieden: «Es ist natürlich toll, gegen den Meister zu gewinnen, aber das war bloss das erste Spiel und jetzt kommt Dynamo Kiew, dies ist noch ein härterer Brocken. Nach der zweiten Halbzeit von heute dürfen wir jedoch zuversichtlich sein.»

Luzern unterliegt auch YB

Startfeuerwerk der Berner

Kaum angespielt zappelte der Ball bereits im Netz. Das Spiel dauerte erst zehn Sekunden, als sich die YB-Akteuere Frey, Ravet und Sulejmani durch die Luzernabwehr tankten. Letzterer liess sich nicht zweimal bitten und bezwang Jonas Omlin im Tor des FCL. Es ist eines der schnellsten Tore in der Geschichte der Super League.

Das Spiel war lanciert und der neutrale Zuschauer auf die Reaktion der Zentralschweizer gespannt. Diese blieb vorerst aus und nach zwei Minuten hätte Sulejmani beinahe zum zweiten Mal eingenetzt. Sein Kopfball zischte jedoch knapp über das Tor. Nach sieben Minuten zeigten sich erste Offensivzeichen der Gäste aus Luzern.
Marco Schneuwly, ein ehemaliger YB-Stürmer, flankte zur Mitte, wo Juric mit einem starken Kopfball den Ausgleich erzielte. Dabei sah wirkte die YB-Abwehr nicht, denn Juric hatte ziemlich viel Platz um zum Kopfball anzusetzten. Nach diesen beiden Toren flachte das Spiel etwas ab und beide Teams liessen keine sehenswerte Chance mehr zu. Bis zur 25. Minute plätscherte das Spiel so vor sich hin. Danach konnte sich das Team von Adi Hütter jedoch steigern und YB kam wieder vermehrt zu gefährlichen Angriffen.

Passive Luzerner

Luzern zeigte sich nun sehr passiv und der junge Torhüter des FCL, Jonas Omlin, löste bei manch einem Mitleid aus. Zwar parierte er gegen Michael Frey magistral, er musste jedoch in der 29. Minute erneut einen Ball aus dem Netz fischen. Nach einem Freistoss von der rechten Seite, wusste Sulejmani die Flanke von Ravet per Kopf zu verwerten. Die erneute Führung des Heimteams hinterliess jedoch einen bitteren Nachgeschmack, denn das Tor entstand vermutlich aus einer knappen Abseitsposition. YB übernahm nun das Spieldiktat und wer auf eine Reaktion des FCL hoffte, täuschte sich sehr.

Die Gäste zeigten sich ängstlich-passiv und konnten keine Offensivakzente mehr setzen. Besser machte es YB: Das Heimteam konnte in der 35. Minute die Führung ausbauen. Nach einem Pass in den Rücken der FCL-Abwehr scheiterte Frey an einem Bein eines Abwehrspielers. Den Abpraller verwertete YB-Neuzugang Roger Assale jedoch ohne Problem. Die zweite Halbzeit ging im gleichen Stil weiter, wie die erste aufgehört hatte. Die Berner dominierten die Gäste nach Belieben. Ihr schenlles Umschaltspiel brachte immer wieder grosse Gefahr mit sich. Schliesslich erzielte in der 60. Minute Michael Frey das Tor zum 4-1 für YB. Nach einem herrlichen Pass von Zakaria auf Sulejmani, wusste dieser Frey in der Mitte zu bedienen, welcher nur noch einschieben musste.
In der Folge hätten die Berner gut noch das eine oder andere Tor erzielen können, oder eher müssen. Bertone und Aebischer sahen ihre Schüsse jeweils am Aluminium abgeprallt.

Das Schlussresultat von 4-1 für YB stösst den FCL weiter in die Krise. Yvon Mvogo, Torhüter von YB, freute sich nach dem Spiel über den klaren Sieg: «Wir haben jetzt den zweiten Platz auf sicher und auch wenn ich nicht mehr dabei sein werde, freue ich mich, dass diese Mannschaft nächste Saison an der Champions-League-Qualifikation spielen darf. Ich bin heute sehr stolz auf diese Mannschaft. Der Auftritt heute ist einfach nur lobenswert», meinte Mvogo, der im Sommer zu RB Leipzig in die Bundesliga wechseln wird.

«Dr SCB isch dr geilscht Club»

Er wartet schon, an diesem Mittwochmittag, in einem Café in Bern, notabene zwei Tage nachdem sich der SCB in Zug zum zweiten Mal in Folge zum Eishockey Schweizer Meister küren lassen konnte. Von seinem Gipfeli ist schon fast nichts mehr übrig. «Tinu», stellt er sich vor. Martin Megert, wie er mit bürgerlichem Namen heisst, ist Informatiker. Neben seinem Beruf gibt es eine grosse Konstante in seinem Leben. Sie heisst SCB. Ich setzte mich ihm gegenüber hin. Wie sich herausstellt, ist Tinu genau wie ich in Burgdorf aufgewachsen. Während mich mein Vater an meinen ersten Match nach Langnau mitnahm, ging es für Tinu in die andere Richtung, nach Bern.

Das war der Beginn einer grossen Liebe. Heute ist der 56-Jährige der wahrscheinlich grösste SCB-Fan und ziemlich sicher auch der Bekannteste. Er ist Betreiber der Facebook-Seite «Hardboiled SCB», welche mittlerweile über 8000 Fans zählt. Auf dieser veröffentlicht er an jedem Spieltag spätestens eine Stunde nach dem Schlusspfiff einen Matchbericht, in dem er sich unzensiert seine Emotionen vom Leib schreibt. Diese Emotionen hat er nun auch in Buchform niedergeschrieben: «111 Gründe, den SCB zu lieben», heisst das gute Stück. Auch wenn sich Tinu für das Buch etwas zurückhalten musste, was die Sprache anging, ist sein Schreibstil deutlich erkennbar. «Ich bin wahnsinnig stolz auf das Buch, und auch auf mich», erzählt Tinu.

Seitenhiebe für Fribourg-Gottéron

«Der wichtigste Grund, den SCB zu lieben, ist ganz einfach: Der SCB ist ein geiler Club», sagt Tinu. Diesen einen, alles überspannenden Grund habe er dann, «wie ein Forensiker», aufgespalten in 111 Gründe. Drei Monate habe er jede Nacht daran geschrieben, immer mit der Deadline im Nacken. Er sei froh, dass er das Buch nicht während der Eishockeysaison schreiben musste, schmunzelt er. «Zusammen mit einem 100%-Job bin ich schon an meine Grenzen gekommen».

Das Buch ist eine Liebeserklärung an den SCB. Nicht immer sehr objektiv geschrieben, doch ausnahmslos ehrlich, interessant und auch lehrreich. Was auffällt: Gefühlt auf jeder zweiten Seite ist ein Seitenhieb gegen Fribourg-Gottéron versteckt. Diesen Club kann Tinu nicht ausstehen. «Weil es den HC Fribourg-Gottéron gibt», ist sogar der 39. Grund, den SCB zu lieben. Tinu erklärt, dass die Fribourger Fans «ekligi Cheibe» seien. Seine Erinnerungen an Fribourg seien nicht die besten, gibt er zu. Doch man könne sie auch nicht wirklich ernstnehmen, die chronisch erfolglosen Zähringer, die als einen der grössten Erfolge der Vereinsgeschichte den Vize Schweizer-Meister-Titel angeben, führt er weiter aus. Da seien ja sogar die Langnauer erfolgreicher – einen Titel gab es für die Langnauer 1976 zu feiern.

Der SCB als Kontaktbörse

Selbst der eingefleischteste SCB-Fan wird bei der Lektüre einige neue Dinge über seinen Lieblingsclub lernen. Etwa, dass die Band Europe extra für den SC Bern eine Ausnahme machte und ihren Hit «The Final Countdown», welcher nach jedem Berner Tor erklingt, zur Einweihung des neuen Stadions 2009 live spielte. Denn seit ihrem Comeback im Jahre 2004 weigerten sie sich standhaft, ihren grössten Hit live zu spielen. Auch Privates findet im Buch Platz: Martin Megert hat seine Frau an einem SCB-Spiel kennengelernt. Auch Randgeschichten von Spielern, Trainern und Schiedsrichtern finden in Tinus Werk Platz. In über 40 Jahren als SCB-Fan hat er vieles erlebt und kann so aus dem Nähkästchen plaudern. Die Liebe und Leidenschaft für den SCB ist in jeder Zeile spürbar.

Der Meisterfeier im Berner Stadion am Ostermontag blieb Tinu übrigens fern. «Bisher haben sie noch immer verloren, wenn ich an ein Public Viewing gegangen bin», so Tinu. Auch als der Titel im Trockenen war, blieb er zuhause: «Das war für mich ein schöner Abschluss der Saison». Er sei halt nicht mehr der Jüngste. Doch den Umzug durch die Berner Altstadt und die Feier auf dem Bundesplatz liess er sich nicht entgehen. «Das ist Ehrensache», meint der wohl grösste SCB-Fan, bevor er sich verabschieden muss. Er werde jetzt den Sommer geniessen.

Am Ende gewann der Effizientere

Vor 30’224 Zuschauern zeigte YB eine sehr starke Leistung gegen den Favoriten aus Gladbach. Die Atmosphäre im beinahe ausverkauften Stade de Suisse war grandios, dies auch dank den vielen Fans, die aus Deutschland angereist sind. Erst am Ende des Spieles konnten die Gäste dank einem Doppelschlag den Sack zumachen.

YB hält frech dagegen

Es war alles angerichtet für einen perfekten Fussballabend. Die Affiche stimmte und die Mannschaft von Adi Hütter war heiss auf das Hinspiel gegen den letztjährigen Vierten der deutschen Bundesliga.

Die Gäste dominierten das Spiel und versuchten mit einem schnellen Umschaltspiel die Verteidigung zu durchbrechen. Der stark aufspielende Traoré war oft der gesuchte Mann und in der 11. Minute war der Flügelspieler zu schnell für Lecjaks, er flankte scharf zur Mitte, wo der ex-FCZ Spieler Raffael wartete. Dieser vernaschte die YB-Abwehr und schoss seine Borussen mit einem herrlichen Flachschuss in Führung.

Die Berner hielten aber nach wie vor gut dagegen und hatten in der 45. Minute auch eine gute Möglichkeit zum Ausgleich. Hoaraus Versuch zischte aber knapp am Tor von Yann Sommer vorbei.

YB mit Chancenplus – Gladbach effizient

Nach der Pause kamen die Berner zunehmend besser ins Spiel und arbeiteten gut nach vorne, doch der letzte Pass fand nicht seinen Empfänger. Anders in der 56. Minute: als Sutter Ravet lancierte und der Franzose zur Mitte flankte. Für einmal stand dort Sulejmani ohne Verteidiger und nutzte dies dankend aus.

Das Spiel war neu lanciert und als in der 65. Minute Hoaraus Kopfball den Pfosten streifte, hätten die Berner die Führung nun definitiv verdient.

Wie aus heiterem Himmel schoss in der 67. Minute der eingewechselte André Hahn die erneute Führung für die Gäste aus dem Ruhrgebiet. YB brachte den Ball nicht aus der gefährlichen Zone, Bertone wurde noch hart angegangen, bevor der Ball zu Hahn sprang, der sich nicht zweimal bitten liess – bitter für die Berner.

Als in der 69. Minute Raffaels Volley-Versuch noch unhaltbar von Rochat ins eigene Tor abgelenkt wurde, waren die Hauptstädter definitiv am Ende. Die Gladbacher spielten die 3-1 Führung routiniert runter und gehen nun mit einem sehr dicken Polster ins Rückspiel von nächster Woche.

YB – GC: Spitzenspiel ohne Gewinner

«Das Resultat bringt definitiv niemandem etwas, doch unser Ziel war, YB nicht näher an uns herankommen zu lassen und dies haben wir erreicht.» Mit diesen Worten wendete sich Haris Tabakovic, nach seinem ersten Pflichtspiel für GC, an die Journalisten. Das Verfolgerduell startete wie erwartet. Bereits in der zehnten Minute setzte der nach einer Verletzung zurückgekehrte Guillaume Hoarau den Ball an den Pfosten.

Joel Mall im GC-Tor lenkte den Ball mit den Fingerspitzen an die Torumrandung. Die Berner standen hoch und setzten die Zürcher stark unter Druck. Sulejmani sah seinen Schuss vom GC-Schlussmann, Joel Mall, pariert und Alexander Gerndt scheiterte, alleine vor Mall, am eigenen Unvermögen.

Kurz nach Gerndts Chance überlief Loris Benito den Spieler Moritz Bauer und flankte von der Grundlinie in den Rücken der Abwehr. Dort stand Hoarau genau richtig und nickte ein. Die Zürcher reklamierten bei Schiedsrichter Jaccottet, da Gerndt Mall im passiven Abseits irritiert haben soll, doch der Schwede stand gar nicht im Abseits, denn Bauer hob dieses auf.

Kamberi mit der Hake

GC bislang ohne Möglichkeit, erhielt in der 31. Minute einen Eckball zugesprochen. Youngstar Kamberi schaute vermutlich vor dem Spiel einige Videos von Superstar Ibrahimovic an, denn er setzte zur Hake an und prompt landete der Ball hinter dem chancenlosen YB-Torwart Mvogo.

YB schien etwas geschockt, denn kurz nach dem Ausgleich hatte Dabbur den Führungstreffer auf dem Fuss, scheiterte aber am hervorragend reagierenden Mvogo. Kurz vor der Pause eine weitere heikle Situation. YB-Neuzugang Yoric Ravet flankte einen Freistoss auf Hoarau, der den Ball ins Tor köpfte, doch das Tor wurde annulliert, da der Franzose scheinbar aus einer Abseitsposition gestartet sei. Ein Fehlentscheid. Vilotic und Zakaria standen beide im Abseits, Hoarau nicht.

GC dominant

In der zweiten Halbzeit dominierten die Zürcher, jedoch schauten bloss selten gefährliche Chancen heraus. Dabbur setzte sich oft schön gegen mehrere YB-Verteidiger durch, scheiterte aber immer am gut positionierten Mvogo.

YB konnte nicht an der Leistung aus der ersten Hälfte anknüpfen und hatte einzig in der 84. Minute eine Chance, erneut in Führung zu gehen. Hoarau scheiterte jedoch mit seinem unplatzierten Kopfball an Mall. Doch das Spiel war noch nicht vorbei. Plötzlich stand Tabakovic alleine vor Mvogo und wird im letzten Moment zurückgepfiffen. Auch dies ein Fehlentscheid, denn Tabakovic stand nicht im Abseits. Somit gab es heute zwei gröbere Fehlentscheide, glücklicherweise je einen pro Mannschaft. Haris Tabakovic meinte nach dem Spiel: »In der ersten Halbzeit hatten wir Glück, in der zweiten YB. Also ist ein Unentschieden ein gerechtes Resultat.» Nuzzolo sah dies etwas anders: »Ich denke, GC ist mit diesem Resultat besser bedient als wir, aber wir hätten in der zweiten Halbzeit sicherlich mehr machen müssen.»

Die YB-Auferstehung?

Nach dem Sieg im ersten Spiel unter Adi Hütter gegen Vaduz waren gestern die Ansprüche an den FCB hoch. Man wollte dem unbesiegten Leader Punkte abnehmen. Dies gelang dank einer effizienten Offensive und einem noch stärkeren YB-Torhüter Yvon Mvogo.

Basel macht mehr für das Spiel

Die Basler drückten von Beginn weg und bereiteten der YB-Defensive in den Startminuten viel Arbeit. Die Berner standen zwar wieder hoch und pressten, doch der FCB spielte sich gut aus der Umklammerung der Hauptstädter heraus. Nach einem Freistoss für den FCB in der 5. Minute klärte Alain Rochat den Ball und dann kam der erste Grossauftritt von Sulejmani. Der Berner gewinnt das Sprintduell gegen Xhaka, dribbelt diesen zusätzlich noch schwindlig und knallt dann einfach eins auf den Ball. Auf einen Weg fand das Leder den Pfad ins Tor, jedoch macht Vaclik im FCB-Tor nicht die beste Figur.

Die Angriffe der Berner waren oft geduldig herausgespielt. Bis zu diesem Zeitpunkt gelingt es dem FCB nicht vor dem YB-Tor gefährlich zu werden. Während der Klassiker hart zu und her ging, erlaubte sich Schiedsrichter Klossner den einen oder anderen Fehler. Oft zu Gunsten des FCB.

Die Basler setzten bei Standardsituationen oft ein gefährliches Zeichen und so reagierte Youngstar Embolo nach einer Ecke in der 24. Minute am schnellsten und erzielte den nicht unverdienten Ausgleich für die Basler, welche mehr fürs Spiel machen.

Kurz vor der Pause dann der zweite Grossauftritt von Sulejmani. Der Serbe konnte einen Hadegjonai- Freistoss aus der eigenen Platzhälfte sauber mit der Brust annehmen und zog zur Mitte. Mutig zielte er aus rund 20 Metern ab und auch dieser Schuss schlug hinter dem chancenlosen Vaclik ein.

Wieder der drückende FCB

Auch nach der Pause startete der FCB druckvoller, doch auch in Halbzeit zwei waren es die Berner, die den ersten Treffer erzielten. Nach einem herrlichen Kabinettstück legte Steffen in der 65. Minute scharf zur Mitte, wo der bedrängte Alexander Gerndt mit der Hacke den Ball über die Linie drückte. Das Stade de Suisse stand Kopf. Zuvor hielt Mvogo die Führung nach einem gut geschossenen Zuffi-Freistoss fest und hatte Glück als ein Kopfball von Hoegh nur den Pfosten traf.

Xhaka liess sich etwas später zu einer Tätlichkeit an Steffen hinreissen. Klossner hatte die Aktion wahrscheinlich nur halb gesehen und zeigte dem Basler-Abräumer zum Unmut der Berner bloss den gelben Karton.

FCB gibt nicht auf

Wieder wurden die Basler in der 74. Minute nach einem Freistoss gefährlich und prompt gelang dem Innenverteidiger Suchy der Anschlusstreffer. Die Berner spielten nur auf Konter und so einen versuchte Vilotic mit einem hohen Ball zu lancieren. Gerndt glaubte daran – nach dem Aufspringen des Balles – vor Vaclik am Ball zu sein und wurde belohnt. Vor Vacliks Händen köpfte er den Ball über den Torhüter zum 4 zu2 ins Netz. Doch auch jetzt kämpfte der Leader weiter und erzielte in der Nachspielzeit durch Janko den erneuten Anschlusstreffer. Für den Ausgleich reichte die Zeit jedoch nicht mehr und YB schlug den FCB als erste Mannschaft in dieser Saison mit 4 zu 3.

Als Frau in einer Randsportart zu den Olympischen Spielen

“Ich bin Spitzensportlerin. Das sollte ich eigentlich sagen, wenn mich jemand fragt, was ich mache. Ich bin Spitzensportlerin, beruflich und privat.” Es war nie Jeannine Gmelins Plan, Profiruderin zu werden. Ihr Ziel war und ist es bloss, immer das zu tun, was sie will. “Wenn ich weiss, was ich will, stecke ich mein ganzes Herzblut in diese Sache.”

 

Schwieriger Start

Als Gmelin mit dreizehn Jahren im Ruderclub Uster ein neues Hobby fand, war es auf keinen Fall “Liebe auf den ersten Blick”. Sie und ihr grosser Bruder Valentin Gmelin sassen zweimal in der Woche im Boot und probierten das Rudern aus. Gmelins allererster Wettkampf war kein grosser Erfolg: “Weil sich meine Ruder zweimal im Wasser verdreht haben, haben wir verloren. Ich war zu Tode betrübt.” Auch ihr erstes Einzelrennen nahm ein wortwörtlich frühzeitiges Ende im Wasser. “Mitten auf der Rennstrecke bin ich gekentert.” Irgendwann kamen jedoch auch die ersten Erfolge. Dadurch hat Gmelin das Rudern mehr und mehr gepackt und der Trainingsumfang hat automatisch zunehmen müssen.

 

Mehr als ein Hobby

Neben dem Rudern hat Gmelin eine kaufmännische Lehre in Uster mit einem 80-Prozent-Pensum absolviert. Dadurch hatte sie nebst der Arbeit genug Zeit für das intensive Training. Der entscheidende Moment, in dem ihr klar wurde, dass ihr Rudern mehr bedeutet als nur ein Hobby, war 2011. Ihr Bruder Valentin Gmelin nahm damals in Amsterdam an der U23 Weltmeisterschaft teil. “Ich wurde überwältigt von Emotionen und Glücksgefühlen, da war mir klar: Das will ich auch.” Von da an hat sich Gmelins Karriere verändert.

 

Unterstützung von allen Seiten

Gmelin steckt alles, was sie kann, in die Erfüllung ihres Traums, doch ohne Unterstützung wäre sie heute nicht dort, wo sie ist. Bis vor einem Jahr arbeitete sie Teilzeit und konnte somit ihre Lebensausgaben decken. Jegliche Kosten, die das Rudern mit sich brachte, wie Trainingslager, Wettkämpfe und Reisen, übernahm und übernimmt auch heute grösstenteils die Leistungssportabteilung des Ruderclubs Uster.

 

Nun hat Gmelin jedoch keine Zeit mehr, neben dem Profisport zu arbeiten. Finanzielle Unterstützung bekommt sie heute von der Schweizerischen Sporthilfe/Swissolympics, Olympic Scholarship und von privaten Sponsoren. Gmelin hat ein starkes soziales Umfeld, das ihr psychisch gut beisteht. Ihre Familie stehe immer hinter ihr, ihre Freunde zeigten grosses Verständnis für ihre regelmässige Abwesenheit und die nur begrenzte Zeit für private Treffen.

 

“Meine Chefin war für mich immer eine wichtige Unterstützerin. Jegliche Ferien und Abwesenheiten hat sie mir ohne Wimpernzucken bewilligt.” Dadurch wurde Sorgen und Ängsten vorgebeugt. Ein weiterer grosser Unterstützer ist Roger Achermann, der Präsident des Ruderclubs Uster. “Er ist der Mann hinter allem, was für mich auf die Beine gestellt wird.” Gmelin kann mit ihren Anliegen stets zu ihm gehen und am nächsten Tag liegt meist eine Lösung auf dem Tisch.

 

Regeln und Befehle

Die einzige Möglichkeit, als Frau in einer Randsportart staatliche Unterstützung zu bekommen, ist die Spitzensport Rekrutenschule zu absolvieren. Diese Möglichkeit bietet die Schweizer Armee in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Sport an. Deshalb hat Gmelin das schweizerische Militär absolviert, wo sie eine dreiwöchige Grundausbildung machte.”Da bin ich ziemlich auf die Welt gekommen. Es herrschten bloss Regeln und Befehle, Selbstbestimmung gab es nicht.”

 

Anschliessend folgten 15 Wochen Intensivtraining, nicht in einem ruhigeren, wohl aber in einem angenehmeren Rahmen. Da sie zuvor eine feste Anstellung hatte, wurde sie während der Zeit auf der Rekrutenschule entlohnt, was dieses Angebot verlockend machte. Während dieser Zeit war Gmelin das erste Mal Vollzeit-Sportlerin. Somit ist dies auch die entscheidende Phase, in der ihr Entwicklungsprozess zur Profisportlerin begann.

 

Meilenstein

Jeannine Gmelin hat im Schweizer Rudersport durch den Gewinn der Silbermedaille an der Europameisterschaft einen Meilenstein gelegt. Durch diesen Sieg wird Gmelin Ende August an der Weltmeisterschaft antreten. Kommt sie dort unter die ersten neun Plätze, vertritt Gmelin an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro 2016 die Schweiz. In Anbetracht ihrer bisherigen Leistungen ist Gmelin zuversichtlich, diese Herausforderung packen zu können.

 

Gmelins Alltag war und ist auch heute stets ausgebucht und intensiv. Vor allem seit letztem Herbst, seit dem Gmelin als Spitzensportlerin arbeitet, bewegt sich ihr Wochenplan “abseits vom Normalen, ständig im extremen Rahmen.” Manchmal wünscht sich Gmelin etwas mehr Freiheiten, Flexibilität und Spontaneität, doch würde sie nie etwas aufgeben oder rückgängig machen wollen.

 

Aufs Herz hören

Das Gefühl vom Verlieren bei einem Wettkampf kann Gmelin nicht in Worte fassen, weil sie es nie wirklich erlebt hat. “Wenn ich alles gebe, kann ich gar nicht verlieren”. Ist Gmelin bei einem Wettkampf voll und ganz dabei, ist dies immer ein Erfolg. “Ich trainiere nicht nur, um zu siegen, sondern auch, weil jedes Training für mich eine Art Sieg ist.” Jedes Mal, sei es bei einem Wettkampf, einem Trainingswochenende oder einem Einzeltraining sammelt sie menschliche und sportliche Erfahrungen. Dadurch ist der Sieg für Gmelin nicht das einzige Erfolgserlebnis. “Doch ist er eine Bestätigung, dass ich richtig gelegen bin, stets an mich selbst zu glauben und auf mein Herz zu hören.”

 

Zukunft

Irgendwann wird Jeannine nicht mehr das Rudern als Beruf haben, irgendwann wird sie etwas Neues machen müssen. Was das sein wird, weiss sie noch nicht, doch eins ist klar: “Es wird irgendetwas anderes sein, doch es wird genauso meine Leidenschaft sein, wie es momentan das Rudern für mich ist.” Sie habe das Gefühl, dass sicher wieder etwas kommen wird, was sie vielleicht nicht genau so, aber auf eine andere Art begeistert wie der Rudersport. “Wenn das der Fall ist, gebe ich ganz sicher auch dann wieder 100 oder 110 Prozent.”

“Niveauunterschied war sichtbar”

Vor 16’079 Zuschauern startete für YB die Europacup-Kampagne. Gegner in der 3. Qualifikationsrunde der Champions League ist die AS Monaco. Der neureiche Verein, gespickt mit Topspielern, stand letzte Saison im Viertelfinale der Königsklasse und ging als klarer Favorit in die Partie gegen YB.

Keine Chancen im ersten Durchgang

Die erste Halbzeit brachte keine nennenswerte Aktion mit sich. Die beiden Abwehrketten standen hinten sicher und die Offensivspieler beider Mannschaften kreierten zu wenig gefährliche Spielsituationen. So sind zwei Versuche von YB-Neuzuzug Sulejmani die einzigen Aktionen mit Gefahrenpotenzial im Ansatz.

Zwei neue Mannschaften in zweiter Halbzeit

Die zweite Halbzeit startete mit einem Paukenschlag. Nach einem Befreiungsschlag von Vilotic kam Kubo zum Abschluss. Sein Schuss in der 51. Minute traf allerdings nur den Pfosten. Plötzlich waren alle wieder wach. Nun powerten die Berner und zeigten ein starkes Spiel.

Kurz nach der Pause starteten die Young Boys ihre YB-Viertelstunde, doch am Abschluss fehlte es zuhauf: Bei den Schüssen von Hoarau und Kubo war reichlich Pech dabei. Hoarau köpfte einen Ball aus fünf Metern neben das Tor und Kubo sah seinen Schuss von Kurzawa auf der Linie geklärt.

Der monegassische Aussenverteidiger traf nur zwei Minuten später in der 64. Minute per Volley herrlich ins kurze Eck, nachdem er sträflich alleine gelassen wurde. Eine unverdiente, wenngleich auch unglaublich effiziente Führung. Acht Minuten später war es dann Carrillo, der nur kurze Zeit nach seiner Einwechslung einen Moutinho-Freistoss ins Tor köpfte.

YB gibt sich kämpferisch

Durch einen Gegenangriff gelang den Hauptstädtern zwar der Anschlusstreffer von Nuzzolo in der 74. Minute, aber nur eine Minute später baut Pasalic die Führung der Monegassen zum Endergebnis von 3-1 nochmals aus.

Scott Sutter brachte es nach dem Spiel auf den Punkt: “Wir spielten ein sehr starkes Spiel, doch es war ein Spiel, in dem der Ball einfach nicht rein wollte.” Auf das Rückspiel bezogen meinte der YB-Verteidiger: “Wir müssen noch einmal so spielen und die Tore machen, ganz durch sind sie noch nicht.”

Raphael Nuzzolo, einziger YB-Torschütze, sagte: “Wenige Chancen, drei Tore. Man sah einfach den Niveauunterschied:”

Category Archives: Sport

Erster Dämpfer für YB

Passives YB

Viel Sehenswertes bot die erste Halbzeit nicht und dennoch führten die Gäste aus Thun gleich mit 0-3. Die Oberländer konnten bislang kein Spiel gewinnen und so überraschte das Halbzeitresultat umso mehr. Bei YB passte nichts zusammen und die Kreativität in der Offensive, die aus den letzten Spielen gelobt wurde, kam nicht zum Vorschein.

So wurde YB von der eigenen Eckballvariante aus dem Spiel gegen Lausanne von Thun ausgehebelt. Sandro Lauper erzielte nach 13 Minuten die Führung für den FC Thun. Gefolgt war diese Ecke von einer weiteren, bei welcher Marco Bürki Gelmi gewähren liess. Der Verteidiger des FC Thun erzielte somit bereits das 0-2 für das Gästeteam.

Nun kam es aber in der 43. Minute noch dicker für den passiven Leader aus Bern: Spielmann wurde nach einem Fehlpass aus der YB-Verteidigung sofort lanciert und blieb Sieger im Duell gegen David von Ballmoos.

Offensivdruck ohne Erfolg

Adi Hütter brachte nach der Pause mit Guillaume Hoarau und Leo Bertone zwei geschonte Stammspieler. Diese brachten zwar etwas Schwung mit und YB spielte sich hochkarätige Chancen heraus, trotzdem scheiterten die Hauptstädter an ihrem eigenen Unvermögen oder am stark aufspielenden Thun-Goalie Ruberto.

Es kam wie es kommen musste und so erzielte der FC Thun nach einer schön herausgespielten Aktion sogar das 0-4. Die Berner waren bedient und mussten das erste Mal in dieser Saison Punkte liegen lassen. Die Art und Weise lässt jedoch die eine oder andere Frage offen.

YB lässt seine Fans träumen

Foto: Thomas Hodel

Viele Zweikämpfe

Die erste Halbzeit war geprägt von vielen hart geführten Zweikämpfen und zwei stark aufspielenden Abwehrketten. Nur selten konnten die Offensivspieler beider Mannschaften in eine gefährliche Position gebracht werden.

Weder Steffen beim FCB, noch Sulejmani konnten ihre Freiheiten ausnützen und so war das logische Halbzeitresultat 0-0.

Einzelleistungen entscheiden das Spiel

Das Heimteam kam stärker aus der Kabine und spielte mit viel Druck nach vorne. In der 58. Minute passte der stark aufspielende YB-Verteidiger Benito auf Yoric Ravet. Dieser lässt mit seinem Dribbling Luca Zuffi alt aussehen und schlenzt den Ball herrlich an Vaclik vorbei ins Tor. Das ausverkaufte Stade de Suisse stand kopf. Keine Minute später hatte Sulejmani das nächste Tor auf dem Fuss, doch er verzog kläglich.

In der 80. Minute besiegte Sulejmani schliesslich endgültig das FCB. Einen Freistoss aus rund 25 Metern versenkte er nahezu perfekt ins Tor.

YB-Debütant Christian Fassnacht war nach dem Spiel zufrieden: «Es ist natürlich toll, gegen den Meister zu gewinnen, aber das war bloss das erste Spiel und jetzt kommt Dynamo Kiew, dies ist noch ein härterer Brocken. Nach der zweiten Halbzeit von heute dürfen wir jedoch zuversichtlich sein.»

Luzern unterliegt auch YB

Startfeuerwerk der Berner

Kaum angespielt zappelte der Ball bereits im Netz. Das Spiel dauerte erst zehn Sekunden, als sich die YB-Akteuere Frey, Ravet und Sulejmani durch die Luzernabwehr tankten. Letzterer liess sich nicht zweimal bitten und bezwang Jonas Omlin im Tor des FCL. Es ist eines der schnellsten Tore in der Geschichte der Super League.

Das Spiel war lanciert und der neutrale Zuschauer auf die Reaktion der Zentralschweizer gespannt. Diese blieb vorerst aus und nach zwei Minuten hätte Sulejmani beinahe zum zweiten Mal eingenetzt. Sein Kopfball zischte jedoch knapp über das Tor. Nach sieben Minuten zeigten sich erste Offensivzeichen der Gäste aus Luzern.
Marco Schneuwly, ein ehemaliger YB-Stürmer, flankte zur Mitte, wo Juric mit einem starken Kopfball den Ausgleich erzielte. Dabei sah wirkte die YB-Abwehr nicht, denn Juric hatte ziemlich viel Platz um zum Kopfball anzusetzten. Nach diesen beiden Toren flachte das Spiel etwas ab und beide Teams liessen keine sehenswerte Chance mehr zu. Bis zur 25. Minute plätscherte das Spiel so vor sich hin. Danach konnte sich das Team von Adi Hütter jedoch steigern und YB kam wieder vermehrt zu gefährlichen Angriffen.

Passive Luzerner

Luzern zeigte sich nun sehr passiv und der junge Torhüter des FCL, Jonas Omlin, löste bei manch einem Mitleid aus. Zwar parierte er gegen Michael Frey magistral, er musste jedoch in der 29. Minute erneut einen Ball aus dem Netz fischen. Nach einem Freistoss von der rechten Seite, wusste Sulejmani die Flanke von Ravet per Kopf zu verwerten. Die erneute Führung des Heimteams hinterliess jedoch einen bitteren Nachgeschmack, denn das Tor entstand vermutlich aus einer knappen Abseitsposition. YB übernahm nun das Spieldiktat und wer auf eine Reaktion des FCL hoffte, täuschte sich sehr.

Die Gäste zeigten sich ängstlich-passiv und konnten keine Offensivakzente mehr setzen. Besser machte es YB: Das Heimteam konnte in der 35. Minute die Führung ausbauen. Nach einem Pass in den Rücken der FCL-Abwehr scheiterte Frey an einem Bein eines Abwehrspielers. Den Abpraller verwertete YB-Neuzugang Roger Assale jedoch ohne Problem. Die zweite Halbzeit ging im gleichen Stil weiter, wie die erste aufgehört hatte. Die Berner dominierten die Gäste nach Belieben. Ihr schenlles Umschaltspiel brachte immer wieder grosse Gefahr mit sich. Schliesslich erzielte in der 60. Minute Michael Frey das Tor zum 4-1 für YB. Nach einem herrlichen Pass von Zakaria auf Sulejmani, wusste dieser Frey in der Mitte zu bedienen, welcher nur noch einschieben musste.
In der Folge hätten die Berner gut noch das eine oder andere Tor erzielen können, oder eher müssen. Bertone und Aebischer sahen ihre Schüsse jeweils am Aluminium abgeprallt.

Das Schlussresultat von 4-1 für YB stösst den FCL weiter in die Krise. Yvon Mvogo, Torhüter von YB, freute sich nach dem Spiel über den klaren Sieg: «Wir haben jetzt den zweiten Platz auf sicher und auch wenn ich nicht mehr dabei sein werde, freue ich mich, dass diese Mannschaft nächste Saison an der Champions-League-Qualifikation spielen darf. Ich bin heute sehr stolz auf diese Mannschaft. Der Auftritt heute ist einfach nur lobenswert», meinte Mvogo, der im Sommer zu RB Leipzig in die Bundesliga wechseln wird.

«Dr SCB isch dr geilscht Club»

Er wartet schon, an diesem Mittwochmittag, in einem Café in Bern, notabene zwei Tage nachdem sich der SCB in Zug zum zweiten Mal in Folge zum Eishockey Schweizer Meister küren lassen konnte. Von seinem Gipfeli ist schon fast nichts mehr übrig. «Tinu», stellt er sich vor. Martin Megert, wie er mit bürgerlichem Namen heisst, ist Informatiker. Neben seinem Beruf gibt es eine grosse Konstante in seinem Leben. Sie heisst SCB. Ich setzte mich ihm gegenüber hin. Wie sich herausstellt, ist Tinu genau wie ich in Burgdorf aufgewachsen. Während mich mein Vater an meinen ersten Match nach Langnau mitnahm, ging es für Tinu in die andere Richtung, nach Bern.

Das war der Beginn einer grossen Liebe. Heute ist der 56-Jährige der wahrscheinlich grösste SCB-Fan und ziemlich sicher auch der Bekannteste. Er ist Betreiber der Facebook-Seite «Hardboiled SCB», welche mittlerweile über 8000 Fans zählt. Auf dieser veröffentlicht er an jedem Spieltag spätestens eine Stunde nach dem Schlusspfiff einen Matchbericht, in dem er sich unzensiert seine Emotionen vom Leib schreibt. Diese Emotionen hat er nun auch in Buchform niedergeschrieben: «111 Gründe, den SCB zu lieben», heisst das gute Stück. Auch wenn sich Tinu für das Buch etwas zurückhalten musste, was die Sprache anging, ist sein Schreibstil deutlich erkennbar. «Ich bin wahnsinnig stolz auf das Buch, und auch auf mich», erzählt Tinu.

Seitenhiebe für Fribourg-Gottéron

«Der wichtigste Grund, den SCB zu lieben, ist ganz einfach: Der SCB ist ein geiler Club», sagt Tinu. Diesen einen, alles überspannenden Grund habe er dann, «wie ein Forensiker», aufgespalten in 111 Gründe. Drei Monate habe er jede Nacht daran geschrieben, immer mit der Deadline im Nacken. Er sei froh, dass er das Buch nicht während der Eishockeysaison schreiben musste, schmunzelt er. «Zusammen mit einem 100%-Job bin ich schon an meine Grenzen gekommen».

Das Buch ist eine Liebeserklärung an den SCB. Nicht immer sehr objektiv geschrieben, doch ausnahmslos ehrlich, interessant und auch lehrreich. Was auffällt: Gefühlt auf jeder zweiten Seite ist ein Seitenhieb gegen Fribourg-Gottéron versteckt. Diesen Club kann Tinu nicht ausstehen. «Weil es den HC Fribourg-Gottéron gibt», ist sogar der 39. Grund, den SCB zu lieben. Tinu erklärt, dass die Fribourger Fans «ekligi Cheibe» seien. Seine Erinnerungen an Fribourg seien nicht die besten, gibt er zu. Doch man könne sie auch nicht wirklich ernstnehmen, die chronisch erfolglosen Zähringer, die als einen der grössten Erfolge der Vereinsgeschichte den Vize Schweizer-Meister-Titel angeben, führt er weiter aus. Da seien ja sogar die Langnauer erfolgreicher – einen Titel gab es für die Langnauer 1976 zu feiern.

Der SCB als Kontaktbörse

Selbst der eingefleischteste SCB-Fan wird bei der Lektüre einige neue Dinge über seinen Lieblingsclub lernen. Etwa, dass die Band Europe extra für den SC Bern eine Ausnahme machte und ihren Hit «The Final Countdown», welcher nach jedem Berner Tor erklingt, zur Einweihung des neuen Stadions 2009 live spielte. Denn seit ihrem Comeback im Jahre 2004 weigerten sie sich standhaft, ihren grössten Hit live zu spielen. Auch Privates findet im Buch Platz: Martin Megert hat seine Frau an einem SCB-Spiel kennengelernt. Auch Randgeschichten von Spielern, Trainern und Schiedsrichtern finden in Tinus Werk Platz. In über 40 Jahren als SCB-Fan hat er vieles erlebt und kann so aus dem Nähkästchen plaudern. Die Liebe und Leidenschaft für den SCB ist in jeder Zeile spürbar.

Der Meisterfeier im Berner Stadion am Ostermontag blieb Tinu übrigens fern. «Bisher haben sie noch immer verloren, wenn ich an ein Public Viewing gegangen bin», so Tinu. Auch als der Titel im Trockenen war, blieb er zuhause: «Das war für mich ein schöner Abschluss der Saison». Er sei halt nicht mehr der Jüngste. Doch den Umzug durch die Berner Altstadt und die Feier auf dem Bundesplatz liess er sich nicht entgehen. «Das ist Ehrensache», meint der wohl grösste SCB-Fan, bevor er sich verabschieden muss. Er werde jetzt den Sommer geniessen.

Am Ende gewann der Effizientere

Vor 30’224 Zuschauern zeigte YB eine sehr starke Leistung gegen den Favoriten aus Gladbach. Die Atmosphäre im beinahe ausverkauften Stade de Suisse war grandios, dies auch dank den vielen Fans, die aus Deutschland angereist sind. Erst am Ende des Spieles konnten die Gäste dank einem Doppelschlag den Sack zumachen.

YB hält frech dagegen

Es war alles angerichtet für einen perfekten Fussballabend. Die Affiche stimmte und die Mannschaft von Adi Hütter war heiss auf das Hinspiel gegen den letztjährigen Vierten der deutschen Bundesliga.

Die Gäste dominierten das Spiel und versuchten mit einem schnellen Umschaltspiel die Verteidigung zu durchbrechen. Der stark aufspielende Traoré war oft der gesuchte Mann und in der 11. Minute war der Flügelspieler zu schnell für Lecjaks, er flankte scharf zur Mitte, wo der ex-FCZ Spieler Raffael wartete. Dieser vernaschte die YB-Abwehr und schoss seine Borussen mit einem herrlichen Flachschuss in Führung.

Die Berner hielten aber nach wie vor gut dagegen und hatten in der 45. Minute auch eine gute Möglichkeit zum Ausgleich. Hoaraus Versuch zischte aber knapp am Tor von Yann Sommer vorbei.

YB mit Chancenplus – Gladbach effizient

Nach der Pause kamen die Berner zunehmend besser ins Spiel und arbeiteten gut nach vorne, doch der letzte Pass fand nicht seinen Empfänger. Anders in der 56. Minute: als Sutter Ravet lancierte und der Franzose zur Mitte flankte. Für einmal stand dort Sulejmani ohne Verteidiger und nutzte dies dankend aus.

Das Spiel war neu lanciert und als in der 65. Minute Hoaraus Kopfball den Pfosten streifte, hätten die Berner die Führung nun definitiv verdient.

Wie aus heiterem Himmel schoss in der 67. Minute der eingewechselte André Hahn die erneute Führung für die Gäste aus dem Ruhrgebiet. YB brachte den Ball nicht aus der gefährlichen Zone, Bertone wurde noch hart angegangen, bevor der Ball zu Hahn sprang, der sich nicht zweimal bitten liess – bitter für die Berner.

Als in der 69. Minute Raffaels Volley-Versuch noch unhaltbar von Rochat ins eigene Tor abgelenkt wurde, waren die Hauptstädter definitiv am Ende. Die Gladbacher spielten die 3-1 Führung routiniert runter und gehen nun mit einem sehr dicken Polster ins Rückspiel von nächster Woche.

YB – GC: Spitzenspiel ohne Gewinner

«Das Resultat bringt definitiv niemandem etwas, doch unser Ziel war, YB nicht näher an uns herankommen zu lassen und dies haben wir erreicht.» Mit diesen Worten wendete sich Haris Tabakovic, nach seinem ersten Pflichtspiel für GC, an die Journalisten. Das Verfolgerduell startete wie erwartet. Bereits in der zehnten Minute setzte der nach einer Verletzung zurückgekehrte Guillaume Hoarau den Ball an den Pfosten.

Joel Mall im GC-Tor lenkte den Ball mit den Fingerspitzen an die Torumrandung. Die Berner standen hoch und setzten die Zürcher stark unter Druck. Sulejmani sah seinen Schuss vom GC-Schlussmann, Joel Mall, pariert und Alexander Gerndt scheiterte, alleine vor Mall, am eigenen Unvermögen.

Kurz nach Gerndts Chance überlief Loris Benito den Spieler Moritz Bauer und flankte von der Grundlinie in den Rücken der Abwehr. Dort stand Hoarau genau richtig und nickte ein. Die Zürcher reklamierten bei Schiedsrichter Jaccottet, da Gerndt Mall im passiven Abseits irritiert haben soll, doch der Schwede stand gar nicht im Abseits, denn Bauer hob dieses auf.

Kamberi mit der Hake

GC bislang ohne Möglichkeit, erhielt in der 31. Minute einen Eckball zugesprochen. Youngstar Kamberi schaute vermutlich vor dem Spiel einige Videos von Superstar Ibrahimovic an, denn er setzte zur Hake an und prompt landete der Ball hinter dem chancenlosen YB-Torwart Mvogo.

YB schien etwas geschockt, denn kurz nach dem Ausgleich hatte Dabbur den Führungstreffer auf dem Fuss, scheiterte aber am hervorragend reagierenden Mvogo. Kurz vor der Pause eine weitere heikle Situation. YB-Neuzugang Yoric Ravet flankte einen Freistoss auf Hoarau, der den Ball ins Tor köpfte, doch das Tor wurde annulliert, da der Franzose scheinbar aus einer Abseitsposition gestartet sei. Ein Fehlentscheid. Vilotic und Zakaria standen beide im Abseits, Hoarau nicht.

GC dominant

In der zweiten Halbzeit dominierten die Zürcher, jedoch schauten bloss selten gefährliche Chancen heraus. Dabbur setzte sich oft schön gegen mehrere YB-Verteidiger durch, scheiterte aber immer am gut positionierten Mvogo.

YB konnte nicht an der Leistung aus der ersten Hälfte anknüpfen und hatte einzig in der 84. Minute eine Chance, erneut in Führung zu gehen. Hoarau scheiterte jedoch mit seinem unplatzierten Kopfball an Mall. Doch das Spiel war noch nicht vorbei. Plötzlich stand Tabakovic alleine vor Mvogo und wird im letzten Moment zurückgepfiffen. Auch dies ein Fehlentscheid, denn Tabakovic stand nicht im Abseits. Somit gab es heute zwei gröbere Fehlentscheide, glücklicherweise je einen pro Mannschaft. Haris Tabakovic meinte nach dem Spiel: »In der ersten Halbzeit hatten wir Glück, in der zweiten YB. Also ist ein Unentschieden ein gerechtes Resultat.» Nuzzolo sah dies etwas anders: »Ich denke, GC ist mit diesem Resultat besser bedient als wir, aber wir hätten in der zweiten Halbzeit sicherlich mehr machen müssen.»

Die YB-Auferstehung?

Nach dem Sieg im ersten Spiel unter Adi Hütter gegen Vaduz waren gestern die Ansprüche an den FCB hoch. Man wollte dem unbesiegten Leader Punkte abnehmen. Dies gelang dank einer effizienten Offensive und einem noch stärkeren YB-Torhüter Yvon Mvogo.

Basel macht mehr für das Spiel

Die Basler drückten von Beginn weg und bereiteten der YB-Defensive in den Startminuten viel Arbeit. Die Berner standen zwar wieder hoch und pressten, doch der FCB spielte sich gut aus der Umklammerung der Hauptstädter heraus. Nach einem Freistoss für den FCB in der 5. Minute klärte Alain Rochat den Ball und dann kam der erste Grossauftritt von Sulejmani. Der Berner gewinnt das Sprintduell gegen Xhaka, dribbelt diesen zusätzlich noch schwindlig und knallt dann einfach eins auf den Ball. Auf einen Weg fand das Leder den Pfad ins Tor, jedoch macht Vaclik im FCB-Tor nicht die beste Figur.

Die Angriffe der Berner waren oft geduldig herausgespielt. Bis zu diesem Zeitpunkt gelingt es dem FCB nicht vor dem YB-Tor gefährlich zu werden. Während der Klassiker hart zu und her ging, erlaubte sich Schiedsrichter Klossner den einen oder anderen Fehler. Oft zu Gunsten des FCB.

Die Basler setzten bei Standardsituationen oft ein gefährliches Zeichen und so reagierte Youngstar Embolo nach einer Ecke in der 24. Minute am schnellsten und erzielte den nicht unverdienten Ausgleich für die Basler, welche mehr fürs Spiel machen.

Kurz vor der Pause dann der zweite Grossauftritt von Sulejmani. Der Serbe konnte einen Hadegjonai- Freistoss aus der eigenen Platzhälfte sauber mit der Brust annehmen und zog zur Mitte. Mutig zielte er aus rund 20 Metern ab und auch dieser Schuss schlug hinter dem chancenlosen Vaclik ein.

Wieder der drückende FCB

Auch nach der Pause startete der FCB druckvoller, doch auch in Halbzeit zwei waren es die Berner, die den ersten Treffer erzielten. Nach einem herrlichen Kabinettstück legte Steffen in der 65. Minute scharf zur Mitte, wo der bedrängte Alexander Gerndt mit der Hacke den Ball über die Linie drückte. Das Stade de Suisse stand Kopf. Zuvor hielt Mvogo die Führung nach einem gut geschossenen Zuffi-Freistoss fest und hatte Glück als ein Kopfball von Hoegh nur den Pfosten traf.

Xhaka liess sich etwas später zu einer Tätlichkeit an Steffen hinreissen. Klossner hatte die Aktion wahrscheinlich nur halb gesehen und zeigte dem Basler-Abräumer zum Unmut der Berner bloss den gelben Karton.

FCB gibt nicht auf

Wieder wurden die Basler in der 74. Minute nach einem Freistoss gefährlich und prompt gelang dem Innenverteidiger Suchy der Anschlusstreffer. Die Berner spielten nur auf Konter und so einen versuchte Vilotic mit einem hohen Ball zu lancieren. Gerndt glaubte daran – nach dem Aufspringen des Balles – vor Vaclik am Ball zu sein und wurde belohnt. Vor Vacliks Händen köpfte er den Ball über den Torhüter zum 4 zu2 ins Netz. Doch auch jetzt kämpfte der Leader weiter und erzielte in der Nachspielzeit durch Janko den erneuten Anschlusstreffer. Für den Ausgleich reichte die Zeit jedoch nicht mehr und YB schlug den FCB als erste Mannschaft in dieser Saison mit 4 zu 3.

Als Frau in einer Randsportart zu den Olympischen Spielen

“Ich bin Spitzensportlerin. Das sollte ich eigentlich sagen, wenn mich jemand fragt, was ich mache. Ich bin Spitzensportlerin, beruflich und privat.” Es war nie Jeannine Gmelins Plan, Profiruderin zu werden. Ihr Ziel war und ist es bloss, immer das zu tun, was sie will. “Wenn ich weiss, was ich will, stecke ich mein ganzes Herzblut in diese Sache.”

 

Schwieriger Start

Als Gmelin mit dreizehn Jahren im Ruderclub Uster ein neues Hobby fand, war es auf keinen Fall “Liebe auf den ersten Blick”. Sie und ihr grosser Bruder Valentin Gmelin sassen zweimal in der Woche im Boot und probierten das Rudern aus. Gmelins allererster Wettkampf war kein grosser Erfolg: “Weil sich meine Ruder zweimal im Wasser verdreht haben, haben wir verloren. Ich war zu Tode betrübt.” Auch ihr erstes Einzelrennen nahm ein wortwörtlich frühzeitiges Ende im Wasser. “Mitten auf der Rennstrecke bin ich gekentert.” Irgendwann kamen jedoch auch die ersten Erfolge. Dadurch hat Gmelin das Rudern mehr und mehr gepackt und der Trainingsumfang hat automatisch zunehmen müssen.

 

Mehr als ein Hobby

Neben dem Rudern hat Gmelin eine kaufmännische Lehre in Uster mit einem 80-Prozent-Pensum absolviert. Dadurch hatte sie nebst der Arbeit genug Zeit für das intensive Training. Der entscheidende Moment, in dem ihr klar wurde, dass ihr Rudern mehr bedeutet als nur ein Hobby, war 2011. Ihr Bruder Valentin Gmelin nahm damals in Amsterdam an der U23 Weltmeisterschaft teil. “Ich wurde überwältigt von Emotionen und Glücksgefühlen, da war mir klar: Das will ich auch.” Von da an hat sich Gmelins Karriere verändert.

 

Unterstützung von allen Seiten

Gmelin steckt alles, was sie kann, in die Erfüllung ihres Traums, doch ohne Unterstützung wäre sie heute nicht dort, wo sie ist. Bis vor einem Jahr arbeitete sie Teilzeit und konnte somit ihre Lebensausgaben decken. Jegliche Kosten, die das Rudern mit sich brachte, wie Trainingslager, Wettkämpfe und Reisen, übernahm und übernimmt auch heute grösstenteils die Leistungssportabteilung des Ruderclubs Uster.

 

Nun hat Gmelin jedoch keine Zeit mehr, neben dem Profisport zu arbeiten. Finanzielle Unterstützung bekommt sie heute von der Schweizerischen Sporthilfe/Swissolympics, Olympic Scholarship und von privaten Sponsoren. Gmelin hat ein starkes soziales Umfeld, das ihr psychisch gut beisteht. Ihre Familie stehe immer hinter ihr, ihre Freunde zeigten grosses Verständnis für ihre regelmässige Abwesenheit und die nur begrenzte Zeit für private Treffen.

 

“Meine Chefin war für mich immer eine wichtige Unterstützerin. Jegliche Ferien und Abwesenheiten hat sie mir ohne Wimpernzucken bewilligt.” Dadurch wurde Sorgen und Ängsten vorgebeugt. Ein weiterer grosser Unterstützer ist Roger Achermann, der Präsident des Ruderclubs Uster. “Er ist der Mann hinter allem, was für mich auf die Beine gestellt wird.” Gmelin kann mit ihren Anliegen stets zu ihm gehen und am nächsten Tag liegt meist eine Lösung auf dem Tisch.

 

Regeln und Befehle

Die einzige Möglichkeit, als Frau in einer Randsportart staatliche Unterstützung zu bekommen, ist die Spitzensport Rekrutenschule zu absolvieren. Diese Möglichkeit bietet die Schweizer Armee in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Sport an. Deshalb hat Gmelin das schweizerische Militär absolviert, wo sie eine dreiwöchige Grundausbildung machte.”Da bin ich ziemlich auf die Welt gekommen. Es herrschten bloss Regeln und Befehle, Selbstbestimmung gab es nicht.”

 

Anschliessend folgten 15 Wochen Intensivtraining, nicht in einem ruhigeren, wohl aber in einem angenehmeren Rahmen. Da sie zuvor eine feste Anstellung hatte, wurde sie während der Zeit auf der Rekrutenschule entlohnt, was dieses Angebot verlockend machte. Während dieser Zeit war Gmelin das erste Mal Vollzeit-Sportlerin. Somit ist dies auch die entscheidende Phase, in der ihr Entwicklungsprozess zur Profisportlerin begann.

 

Meilenstein

Jeannine Gmelin hat im Schweizer Rudersport durch den Gewinn der Silbermedaille an der Europameisterschaft einen Meilenstein gelegt. Durch diesen Sieg wird Gmelin Ende August an der Weltmeisterschaft antreten. Kommt sie dort unter die ersten neun Plätze, vertritt Gmelin an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro 2016 die Schweiz. In Anbetracht ihrer bisherigen Leistungen ist Gmelin zuversichtlich, diese Herausforderung packen zu können.

 

Gmelins Alltag war und ist auch heute stets ausgebucht und intensiv. Vor allem seit letztem Herbst, seit dem Gmelin als Spitzensportlerin arbeitet, bewegt sich ihr Wochenplan “abseits vom Normalen, ständig im extremen Rahmen.” Manchmal wünscht sich Gmelin etwas mehr Freiheiten, Flexibilität und Spontaneität, doch würde sie nie etwas aufgeben oder rückgängig machen wollen.

 

Aufs Herz hören

Das Gefühl vom Verlieren bei einem Wettkampf kann Gmelin nicht in Worte fassen, weil sie es nie wirklich erlebt hat. “Wenn ich alles gebe, kann ich gar nicht verlieren”. Ist Gmelin bei einem Wettkampf voll und ganz dabei, ist dies immer ein Erfolg. “Ich trainiere nicht nur, um zu siegen, sondern auch, weil jedes Training für mich eine Art Sieg ist.” Jedes Mal, sei es bei einem Wettkampf, einem Trainingswochenende oder einem Einzeltraining sammelt sie menschliche und sportliche Erfahrungen. Dadurch ist der Sieg für Gmelin nicht das einzige Erfolgserlebnis. “Doch ist er eine Bestätigung, dass ich richtig gelegen bin, stets an mich selbst zu glauben und auf mein Herz zu hören.”

 

Zukunft

Irgendwann wird Jeannine nicht mehr das Rudern als Beruf haben, irgendwann wird sie etwas Neues machen müssen. Was das sein wird, weiss sie noch nicht, doch eins ist klar: “Es wird irgendetwas anderes sein, doch es wird genauso meine Leidenschaft sein, wie es momentan das Rudern für mich ist.” Sie habe das Gefühl, dass sicher wieder etwas kommen wird, was sie vielleicht nicht genau so, aber auf eine andere Art begeistert wie der Rudersport. “Wenn das der Fall ist, gebe ich ganz sicher auch dann wieder 100 oder 110 Prozent.”

“Niveauunterschied war sichtbar”

Vor 16’079 Zuschauern startete für YB die Europacup-Kampagne. Gegner in der 3. Qualifikationsrunde der Champions League ist die AS Monaco. Der neureiche Verein, gespickt mit Topspielern, stand letzte Saison im Viertelfinale der Königsklasse und ging als klarer Favorit in die Partie gegen YB.

Keine Chancen im ersten Durchgang

Die erste Halbzeit brachte keine nennenswerte Aktion mit sich. Die beiden Abwehrketten standen hinten sicher und die Offensivspieler beider Mannschaften kreierten zu wenig gefährliche Spielsituationen. So sind zwei Versuche von YB-Neuzuzug Sulejmani die einzigen Aktionen mit Gefahrenpotenzial im Ansatz.

Zwei neue Mannschaften in zweiter Halbzeit

Die zweite Halbzeit startete mit einem Paukenschlag. Nach einem Befreiungsschlag von Vilotic kam Kubo zum Abschluss. Sein Schuss in der 51. Minute traf allerdings nur den Pfosten. Plötzlich waren alle wieder wach. Nun powerten die Berner und zeigten ein starkes Spiel.

Kurz nach der Pause starteten die Young Boys ihre YB-Viertelstunde, doch am Abschluss fehlte es zuhauf: Bei den Schüssen von Hoarau und Kubo war reichlich Pech dabei. Hoarau köpfte einen Ball aus fünf Metern neben das Tor und Kubo sah seinen Schuss von Kurzawa auf der Linie geklärt.

Der monegassische Aussenverteidiger traf nur zwei Minuten später in der 64. Minute per Volley herrlich ins kurze Eck, nachdem er sträflich alleine gelassen wurde. Eine unverdiente, wenngleich auch unglaublich effiziente Führung. Acht Minuten später war es dann Carrillo, der nur kurze Zeit nach seiner Einwechslung einen Moutinho-Freistoss ins Tor köpfte.

YB gibt sich kämpferisch

Durch einen Gegenangriff gelang den Hauptstädtern zwar der Anschlusstreffer von Nuzzolo in der 74. Minute, aber nur eine Minute später baut Pasalic die Führung der Monegassen zum Endergebnis von 3-1 nochmals aus.

Scott Sutter brachte es nach dem Spiel auf den Punkt: “Wir spielten ein sehr starkes Spiel, doch es war ein Spiel, in dem der Ball einfach nicht rein wollte.” Auf das Rückspiel bezogen meinte der YB-Verteidiger: “Wir müssen noch einmal so spielen und die Tore machen, ganz durch sind sie noch nicht.”

Raphael Nuzzolo, einziger YB-Torschütze, sagte: “Wenige Chancen, drei Tore. Man sah einfach den Niveauunterschied:”

Category Archives: Sport

Erster Dämpfer für YB

Passives YB

Viel Sehenswertes bot die erste Halbzeit nicht und dennoch führten die Gäste aus Thun gleich mit 0-3. Die Oberländer konnten bislang kein Spiel gewinnen und so überraschte das Halbzeitresultat umso mehr. Bei YB passte nichts zusammen und die Kreativität in der Offensive, die aus den letzten Spielen gelobt wurde, kam nicht zum Vorschein.

So wurde YB von der eigenen Eckballvariante aus dem Spiel gegen Lausanne von Thun ausgehebelt. Sandro Lauper erzielte nach 13 Minuten die Führung für den FC Thun. Gefolgt war diese Ecke von einer weiteren, bei welcher Marco Bürki Gelmi gewähren liess. Der Verteidiger des FC Thun erzielte somit bereits das 0-2 für das Gästeteam.

Nun kam es aber in der 43. Minute noch dicker für den passiven Leader aus Bern: Spielmann wurde nach einem Fehlpass aus der YB-Verteidigung sofort lanciert und blieb Sieger im Duell gegen David von Ballmoos.

Offensivdruck ohne Erfolg

Adi Hütter brachte nach der Pause mit Guillaume Hoarau und Leo Bertone zwei geschonte Stammspieler. Diese brachten zwar etwas Schwung mit und YB spielte sich hochkarätige Chancen heraus, trotzdem scheiterten die Hauptstädter an ihrem eigenen Unvermögen oder am stark aufspielenden Thun-Goalie Ruberto.

Es kam wie es kommen musste und so erzielte der FC Thun nach einer schön herausgespielten Aktion sogar das 0-4. Die Berner waren bedient und mussten das erste Mal in dieser Saison Punkte liegen lassen. Die Art und Weise lässt jedoch die eine oder andere Frage offen.

YB lässt seine Fans träumen

Foto: Thomas Hodel

Viele Zweikämpfe

Die erste Halbzeit war geprägt von vielen hart geführten Zweikämpfen und zwei stark aufspielenden Abwehrketten. Nur selten konnten die Offensivspieler beider Mannschaften in eine gefährliche Position gebracht werden.

Weder Steffen beim FCB, noch Sulejmani konnten ihre Freiheiten ausnützen und so war das logische Halbzeitresultat 0-0.

Einzelleistungen entscheiden das Spiel

Das Heimteam kam stärker aus der Kabine und spielte mit viel Druck nach vorne. In der 58. Minute passte der stark aufspielende YB-Verteidiger Benito auf Yoric Ravet. Dieser lässt mit seinem Dribbling Luca Zuffi alt aussehen und schlenzt den Ball herrlich an Vaclik vorbei ins Tor. Das ausverkaufte Stade de Suisse stand kopf. Keine Minute später hatte Sulejmani das nächste Tor auf dem Fuss, doch er verzog kläglich.

In der 80. Minute besiegte Sulejmani schliesslich endgültig das FCB. Einen Freistoss aus rund 25 Metern versenkte er nahezu perfekt ins Tor.

YB-Debütant Christian Fassnacht war nach dem Spiel zufrieden: «Es ist natürlich toll, gegen den Meister zu gewinnen, aber das war bloss das erste Spiel und jetzt kommt Dynamo Kiew, dies ist noch ein härterer Brocken. Nach der zweiten Halbzeit von heute dürfen wir jedoch zuversichtlich sein.»

Luzern unterliegt auch YB

Startfeuerwerk der Berner

Kaum angespielt zappelte der Ball bereits im Netz. Das Spiel dauerte erst zehn Sekunden, als sich die YB-Akteuere Frey, Ravet und Sulejmani durch die Luzernabwehr tankten. Letzterer liess sich nicht zweimal bitten und bezwang Jonas Omlin im Tor des FCL. Es ist eines der schnellsten Tore in der Geschichte der Super League.

Das Spiel war lanciert und der neutrale Zuschauer auf die Reaktion der Zentralschweizer gespannt. Diese blieb vorerst aus und nach zwei Minuten hätte Sulejmani beinahe zum zweiten Mal eingenetzt. Sein Kopfball zischte jedoch knapp über das Tor. Nach sieben Minuten zeigten sich erste Offensivzeichen der Gäste aus Luzern.
Marco Schneuwly, ein ehemaliger YB-Stürmer, flankte zur Mitte, wo Juric mit einem starken Kopfball den Ausgleich erzielte. Dabei sah wirkte die YB-Abwehr nicht, denn Juric hatte ziemlich viel Platz um zum Kopfball anzusetzten. Nach diesen beiden Toren flachte das Spiel etwas ab und beide Teams liessen keine sehenswerte Chance mehr zu. Bis zur 25. Minute plätscherte das Spiel so vor sich hin. Danach konnte sich das Team von Adi Hütter jedoch steigern und YB kam wieder vermehrt zu gefährlichen Angriffen.

Passive Luzerner

Luzern zeigte sich nun sehr passiv und der junge Torhüter des FCL, Jonas Omlin, löste bei manch einem Mitleid aus. Zwar parierte er gegen Michael Frey magistral, er musste jedoch in der 29. Minute erneut einen Ball aus dem Netz fischen. Nach einem Freistoss von der rechten Seite, wusste Sulejmani die Flanke von Ravet per Kopf zu verwerten. Die erneute Führung des Heimteams hinterliess jedoch einen bitteren Nachgeschmack, denn das Tor entstand vermutlich aus einer knappen Abseitsposition. YB übernahm nun das Spieldiktat und wer auf eine Reaktion des FCL hoffte, täuschte sich sehr.

Die Gäste zeigten sich ängstlich-passiv und konnten keine Offensivakzente mehr setzen. Besser machte es YB: Das Heimteam konnte in der 35. Minute die Führung ausbauen. Nach einem Pass in den Rücken der FCL-Abwehr scheiterte Frey an einem Bein eines Abwehrspielers. Den Abpraller verwertete YB-Neuzugang Roger Assale jedoch ohne Problem. Die zweite Halbzeit ging im gleichen Stil weiter, wie die erste aufgehört hatte. Die Berner dominierten die Gäste nach Belieben. Ihr schenlles Umschaltspiel brachte immer wieder grosse Gefahr mit sich. Schliesslich erzielte in der 60. Minute Michael Frey das Tor zum 4-1 für YB. Nach einem herrlichen Pass von Zakaria auf Sulejmani, wusste dieser Frey in der Mitte zu bedienen, welcher nur noch einschieben musste.
In der Folge hätten die Berner gut noch das eine oder andere Tor erzielen können, oder eher müssen. Bertone und Aebischer sahen ihre Schüsse jeweils am Aluminium abgeprallt.

Das Schlussresultat von 4-1 für YB stösst den FCL weiter in die Krise. Yvon Mvogo, Torhüter von YB, freute sich nach dem Spiel über den klaren Sieg: «Wir haben jetzt den zweiten Platz auf sicher und auch wenn ich nicht mehr dabei sein werde, freue ich mich, dass diese Mannschaft nächste Saison an der Champions-League-Qualifikation spielen darf. Ich bin heute sehr stolz auf diese Mannschaft. Der Auftritt heute ist einfach nur lobenswert», meinte Mvogo, der im Sommer zu RB Leipzig in die Bundesliga wechseln wird.

«Dr SCB isch dr geilscht Club»

Er wartet schon, an diesem Mittwochmittag, in einem Café in Bern, notabene zwei Tage nachdem sich der SCB in Zug zum zweiten Mal in Folge zum Eishockey Schweizer Meister küren lassen konnte. Von seinem Gipfeli ist schon fast nichts mehr übrig. «Tinu», stellt er sich vor. Martin Megert, wie er mit bürgerlichem Namen heisst, ist Informatiker. Neben seinem Beruf gibt es eine grosse Konstante in seinem Leben. Sie heisst SCB. Ich setzte mich ihm gegenüber hin. Wie sich herausstellt, ist Tinu genau wie ich in Burgdorf aufgewachsen. Während mich mein Vater an meinen ersten Match nach Langnau mitnahm, ging es für Tinu in die andere Richtung, nach Bern.

Das war der Beginn einer grossen Liebe. Heute ist der 56-Jährige der wahrscheinlich grösste SCB-Fan und ziemlich sicher auch der Bekannteste. Er ist Betreiber der Facebook-Seite «Hardboiled SCB», welche mittlerweile über 8000 Fans zählt. Auf dieser veröffentlicht er an jedem Spieltag spätestens eine Stunde nach dem Schlusspfiff einen Matchbericht, in dem er sich unzensiert seine Emotionen vom Leib schreibt. Diese Emotionen hat er nun auch in Buchform niedergeschrieben: «111 Gründe, den SCB zu lieben», heisst das gute Stück. Auch wenn sich Tinu für das Buch etwas zurückhalten musste, was die Sprache anging, ist sein Schreibstil deutlich erkennbar. «Ich bin wahnsinnig stolz auf das Buch, und auch auf mich», erzählt Tinu.

Seitenhiebe für Fribourg-Gottéron

«Der wichtigste Grund, den SCB zu lieben, ist ganz einfach: Der SCB ist ein geiler Club», sagt Tinu. Diesen einen, alles überspannenden Grund habe er dann, «wie ein Forensiker», aufgespalten in 111 Gründe. Drei Monate habe er jede Nacht daran geschrieben, immer mit der Deadline im Nacken. Er sei froh, dass er das Buch nicht während der Eishockeysaison schreiben musste, schmunzelt er. «Zusammen mit einem 100%-Job bin ich schon an meine Grenzen gekommen».

Das Buch ist eine Liebeserklärung an den SCB. Nicht immer sehr objektiv geschrieben, doch ausnahmslos ehrlich, interessant und auch lehrreich. Was auffällt: Gefühlt auf jeder zweiten Seite ist ein Seitenhieb gegen Fribourg-Gottéron versteckt. Diesen Club kann Tinu nicht ausstehen. «Weil es den HC Fribourg-Gottéron gibt», ist sogar der 39. Grund, den SCB zu lieben. Tinu erklärt, dass die Fribourger Fans «ekligi Cheibe» seien. Seine Erinnerungen an Fribourg seien nicht die besten, gibt er zu. Doch man könne sie auch nicht wirklich ernstnehmen, die chronisch erfolglosen Zähringer, die als einen der grössten Erfolge der Vereinsgeschichte den Vize Schweizer-Meister-Titel angeben, führt er weiter aus. Da seien ja sogar die Langnauer erfolgreicher – einen Titel gab es für die Langnauer 1976 zu feiern.

Der SCB als Kontaktbörse

Selbst der eingefleischteste SCB-Fan wird bei der Lektüre einige neue Dinge über seinen Lieblingsclub lernen. Etwa, dass die Band Europe extra für den SC Bern eine Ausnahme machte und ihren Hit «The Final Countdown», welcher nach jedem Berner Tor erklingt, zur Einweihung des neuen Stadions 2009 live spielte. Denn seit ihrem Comeback im Jahre 2004 weigerten sie sich standhaft, ihren grössten Hit live zu spielen. Auch Privates findet im Buch Platz: Martin Megert hat seine Frau an einem SCB-Spiel kennengelernt. Auch Randgeschichten von Spielern, Trainern und Schiedsrichtern finden in Tinus Werk Platz. In über 40 Jahren als SCB-Fan hat er vieles erlebt und kann so aus dem Nähkästchen plaudern. Die Liebe und Leidenschaft für den SCB ist in jeder Zeile spürbar.

Der Meisterfeier im Berner Stadion am Ostermontag blieb Tinu übrigens fern. «Bisher haben sie noch immer verloren, wenn ich an ein Public Viewing gegangen bin», so Tinu. Auch als der Titel im Trockenen war, blieb er zuhause: «Das war für mich ein schöner Abschluss der Saison». Er sei halt nicht mehr der Jüngste. Doch den Umzug durch die Berner Altstadt und die Feier auf dem Bundesplatz liess er sich nicht entgehen. «Das ist Ehrensache», meint der wohl grösste SCB-Fan, bevor er sich verabschieden muss. Er werde jetzt den Sommer geniessen.

Am Ende gewann der Effizientere

Vor 30’224 Zuschauern zeigte YB eine sehr starke Leistung gegen den Favoriten aus Gladbach. Die Atmosphäre im beinahe ausverkauften Stade de Suisse war grandios, dies auch dank den vielen Fans, die aus Deutschland angereist sind. Erst am Ende des Spieles konnten die Gäste dank einem Doppelschlag den Sack zumachen.

YB hält frech dagegen

Es war alles angerichtet für einen perfekten Fussballabend. Die Affiche stimmte und die Mannschaft von Adi Hütter war heiss auf das Hinspiel gegen den letztjährigen Vierten der deutschen Bundesliga.

Die Gäste dominierten das Spiel und versuchten mit einem schnellen Umschaltspiel die Verteidigung zu durchbrechen. Der stark aufspielende Traoré war oft der gesuchte Mann und in der 11. Minute war der Flügelspieler zu schnell für Lecjaks, er flankte scharf zur Mitte, wo der ex-FCZ Spieler Raffael wartete. Dieser vernaschte die YB-Abwehr und schoss seine Borussen mit einem herrlichen Flachschuss in Führung.

Die Berner hielten aber nach wie vor gut dagegen und hatten in der 45. Minute auch eine gute Möglichkeit zum Ausgleich. Hoaraus Versuch zischte aber knapp am Tor von Yann Sommer vorbei.

YB mit Chancenplus – Gladbach effizient

Nach der Pause kamen die Berner zunehmend besser ins Spiel und arbeiteten gut nach vorne, doch der letzte Pass fand nicht seinen Empfänger. Anders in der 56. Minute: als Sutter Ravet lancierte und der Franzose zur Mitte flankte. Für einmal stand dort Sulejmani ohne Verteidiger und nutzte dies dankend aus.

Das Spiel war neu lanciert und als in der 65. Minute Hoaraus Kopfball den Pfosten streifte, hätten die Berner die Führung nun definitiv verdient.

Wie aus heiterem Himmel schoss in der 67. Minute der eingewechselte André Hahn die erneute Führung für die Gäste aus dem Ruhrgebiet. YB brachte den Ball nicht aus der gefährlichen Zone, Bertone wurde noch hart angegangen, bevor der Ball zu Hahn sprang, der sich nicht zweimal bitten liess – bitter für die Berner.

Als in der 69. Minute Raffaels Volley-Versuch noch unhaltbar von Rochat ins eigene Tor abgelenkt wurde, waren die Hauptstädter definitiv am Ende. Die Gladbacher spielten die 3-1 Führung routiniert runter und gehen nun mit einem sehr dicken Polster ins Rückspiel von nächster Woche.

YB – GC: Spitzenspiel ohne Gewinner

«Das Resultat bringt definitiv niemandem etwas, doch unser Ziel war, YB nicht näher an uns herankommen zu lassen und dies haben wir erreicht.» Mit diesen Worten wendete sich Haris Tabakovic, nach seinem ersten Pflichtspiel für GC, an die Journalisten. Das Verfolgerduell startete wie erwartet. Bereits in der zehnten Minute setzte der nach einer Verletzung zurückgekehrte Guillaume Hoarau den Ball an den Pfosten.

Joel Mall im GC-Tor lenkte den Ball mit den Fingerspitzen an die Torumrandung. Die Berner standen hoch und setzten die Zürcher stark unter Druck. Sulejmani sah seinen Schuss vom GC-Schlussmann, Joel Mall, pariert und Alexander Gerndt scheiterte, alleine vor Mall, am eigenen Unvermögen.

Kurz nach Gerndts Chance überlief Loris Benito den Spieler Moritz Bauer und flankte von der Grundlinie in den Rücken der Abwehr. Dort stand Hoarau genau richtig und nickte ein. Die Zürcher reklamierten bei Schiedsrichter Jaccottet, da Gerndt Mall im passiven Abseits irritiert haben soll, doch der Schwede stand gar nicht im Abseits, denn Bauer hob dieses auf.

Kamberi mit der Hake

GC bislang ohne Möglichkeit, erhielt in der 31. Minute einen Eckball zugesprochen. Youngstar Kamberi schaute vermutlich vor dem Spiel einige Videos von Superstar Ibrahimovic an, denn er setzte zur Hake an und prompt landete der Ball hinter dem chancenlosen YB-Torwart Mvogo.

YB schien etwas geschockt, denn kurz nach dem Ausgleich hatte Dabbur den Führungstreffer auf dem Fuss, scheiterte aber am hervorragend reagierenden Mvogo. Kurz vor der Pause eine weitere heikle Situation. YB-Neuzugang Yoric Ravet flankte einen Freistoss auf Hoarau, der den Ball ins Tor köpfte, doch das Tor wurde annulliert, da der Franzose scheinbar aus einer Abseitsposition gestartet sei. Ein Fehlentscheid. Vilotic und Zakaria standen beide im Abseits, Hoarau nicht.

GC dominant

In der zweiten Halbzeit dominierten die Zürcher, jedoch schauten bloss selten gefährliche Chancen heraus. Dabbur setzte sich oft schön gegen mehrere YB-Verteidiger durch, scheiterte aber immer am gut positionierten Mvogo.

YB konnte nicht an der Leistung aus der ersten Hälfte anknüpfen und hatte einzig in der 84. Minute eine Chance, erneut in Führung zu gehen. Hoarau scheiterte jedoch mit seinem unplatzierten Kopfball an Mall. Doch das Spiel war noch nicht vorbei. Plötzlich stand Tabakovic alleine vor Mvogo und wird im letzten Moment zurückgepfiffen. Auch dies ein Fehlentscheid, denn Tabakovic stand nicht im Abseits. Somit gab es heute zwei gröbere Fehlentscheide, glücklicherweise je einen pro Mannschaft. Haris Tabakovic meinte nach dem Spiel: »In der ersten Halbzeit hatten wir Glück, in der zweiten YB. Also ist ein Unentschieden ein gerechtes Resultat.» Nuzzolo sah dies etwas anders: »Ich denke, GC ist mit diesem Resultat besser bedient als wir, aber wir hätten in der zweiten Halbzeit sicherlich mehr machen müssen.»

Die YB-Auferstehung?

Nach dem Sieg im ersten Spiel unter Adi Hütter gegen Vaduz waren gestern die Ansprüche an den FCB hoch. Man wollte dem unbesiegten Leader Punkte abnehmen. Dies gelang dank einer effizienten Offensive und einem noch stärkeren YB-Torhüter Yvon Mvogo.

Basel macht mehr für das Spiel

Die Basler drückten von Beginn weg und bereiteten der YB-Defensive in den Startminuten viel Arbeit. Die Berner standen zwar wieder hoch und pressten, doch der FCB spielte sich gut aus der Umklammerung der Hauptstädter heraus. Nach einem Freistoss für den FCB in der 5. Minute klärte Alain Rochat den Ball und dann kam der erste Grossauftritt von Sulejmani. Der Berner gewinnt das Sprintduell gegen Xhaka, dribbelt diesen zusätzlich noch schwindlig und knallt dann einfach eins auf den Ball. Auf einen Weg fand das Leder den Pfad ins Tor, jedoch macht Vaclik im FCB-Tor nicht die beste Figur.

Die Angriffe der Berner waren oft geduldig herausgespielt. Bis zu diesem Zeitpunkt gelingt es dem FCB nicht vor dem YB-Tor gefährlich zu werden. Während der Klassiker hart zu und her ging, erlaubte sich Schiedsrichter Klossner den einen oder anderen Fehler. Oft zu Gunsten des FCB.

Die Basler setzten bei Standardsituationen oft ein gefährliches Zeichen und so reagierte Youngstar Embolo nach einer Ecke in der 24. Minute am schnellsten und erzielte den nicht unverdienten Ausgleich für die Basler, welche mehr fürs Spiel machen.

Kurz vor der Pause dann der zweite Grossauftritt von Sulejmani. Der Serbe konnte einen Hadegjonai- Freistoss aus der eigenen Platzhälfte sauber mit der Brust annehmen und zog zur Mitte. Mutig zielte er aus rund 20 Metern ab und auch dieser Schuss schlug hinter dem chancenlosen Vaclik ein.

Wieder der drückende FCB

Auch nach der Pause startete der FCB druckvoller, doch auch in Halbzeit zwei waren es die Berner, die den ersten Treffer erzielten. Nach einem herrlichen Kabinettstück legte Steffen in der 65. Minute scharf zur Mitte, wo der bedrängte Alexander Gerndt mit der Hacke den Ball über die Linie drückte. Das Stade de Suisse stand Kopf. Zuvor hielt Mvogo die Führung nach einem gut geschossenen Zuffi-Freistoss fest und hatte Glück als ein Kopfball von Hoegh nur den Pfosten traf.

Xhaka liess sich etwas später zu einer Tätlichkeit an Steffen hinreissen. Klossner hatte die Aktion wahrscheinlich nur halb gesehen und zeigte dem Basler-Abräumer zum Unmut der Berner bloss den gelben Karton.

FCB gibt nicht auf

Wieder wurden die Basler in der 74. Minute nach einem Freistoss gefährlich und prompt gelang dem Innenverteidiger Suchy der Anschlusstreffer. Die Berner spielten nur auf Konter und so einen versuchte Vilotic mit einem hohen Ball zu lancieren. Gerndt glaubte daran – nach dem Aufspringen des Balles – vor Vaclik am Ball zu sein und wurde belohnt. Vor Vacliks Händen köpfte er den Ball über den Torhüter zum 4 zu2 ins Netz. Doch auch jetzt kämpfte der Leader weiter und erzielte in der Nachspielzeit durch Janko den erneuten Anschlusstreffer. Für den Ausgleich reichte die Zeit jedoch nicht mehr und YB schlug den FCB als erste Mannschaft in dieser Saison mit 4 zu 3.

Als Frau in einer Randsportart zu den Olympischen Spielen

“Ich bin Spitzensportlerin. Das sollte ich eigentlich sagen, wenn mich jemand fragt, was ich mache. Ich bin Spitzensportlerin, beruflich und privat.” Es war nie Jeannine Gmelins Plan, Profiruderin zu werden. Ihr Ziel war und ist es bloss, immer das zu tun, was sie will. “Wenn ich weiss, was ich will, stecke ich mein ganzes Herzblut in diese Sache.”

 

Schwieriger Start

Als Gmelin mit dreizehn Jahren im Ruderclub Uster ein neues Hobby fand, war es auf keinen Fall “Liebe auf den ersten Blick”. Sie und ihr grosser Bruder Valentin Gmelin sassen zweimal in der Woche im Boot und probierten das Rudern aus. Gmelins allererster Wettkampf war kein grosser Erfolg: “Weil sich meine Ruder zweimal im Wasser verdreht haben, haben wir verloren. Ich war zu Tode betrübt.” Auch ihr erstes Einzelrennen nahm ein wortwörtlich frühzeitiges Ende im Wasser. “Mitten auf der Rennstrecke bin ich gekentert.” Irgendwann kamen jedoch auch die ersten Erfolge. Dadurch hat Gmelin das Rudern mehr und mehr gepackt und der Trainingsumfang hat automatisch zunehmen müssen.

 

Mehr als ein Hobby

Neben dem Rudern hat Gmelin eine kaufmännische Lehre in Uster mit einem 80-Prozent-Pensum absolviert. Dadurch hatte sie nebst der Arbeit genug Zeit für das intensive Training. Der entscheidende Moment, in dem ihr klar wurde, dass ihr Rudern mehr bedeutet als nur ein Hobby, war 2011. Ihr Bruder Valentin Gmelin nahm damals in Amsterdam an der U23 Weltmeisterschaft teil. “Ich wurde überwältigt von Emotionen und Glücksgefühlen, da war mir klar: Das will ich auch.” Von da an hat sich Gmelins Karriere verändert.

 

Unterstützung von allen Seiten

Gmelin steckt alles, was sie kann, in die Erfüllung ihres Traums, doch ohne Unterstützung wäre sie heute nicht dort, wo sie ist. Bis vor einem Jahr arbeitete sie Teilzeit und konnte somit ihre Lebensausgaben decken. Jegliche Kosten, die das Rudern mit sich brachte, wie Trainingslager, Wettkämpfe und Reisen, übernahm und übernimmt auch heute grösstenteils die Leistungssportabteilung des Ruderclubs Uster.

 

Nun hat Gmelin jedoch keine Zeit mehr, neben dem Profisport zu arbeiten. Finanzielle Unterstützung bekommt sie heute von der Schweizerischen Sporthilfe/Swissolympics, Olympic Scholarship und von privaten Sponsoren. Gmelin hat ein starkes soziales Umfeld, das ihr psychisch gut beisteht. Ihre Familie stehe immer hinter ihr, ihre Freunde zeigten grosses Verständnis für ihre regelmässige Abwesenheit und die nur begrenzte Zeit für private Treffen.

 

“Meine Chefin war für mich immer eine wichtige Unterstützerin. Jegliche Ferien und Abwesenheiten hat sie mir ohne Wimpernzucken bewilligt.” Dadurch wurde Sorgen und Ängsten vorgebeugt. Ein weiterer grosser Unterstützer ist Roger Achermann, der Präsident des Ruderclubs Uster. “Er ist der Mann hinter allem, was für mich auf die Beine gestellt wird.” Gmelin kann mit ihren Anliegen stets zu ihm gehen und am nächsten Tag liegt meist eine Lösung auf dem Tisch.

 

Regeln und Befehle

Die einzige Möglichkeit, als Frau in einer Randsportart staatliche Unterstützung zu bekommen, ist die Spitzensport Rekrutenschule zu absolvieren. Diese Möglichkeit bietet die Schweizer Armee in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Sport an. Deshalb hat Gmelin das schweizerische Militär absolviert, wo sie eine dreiwöchige Grundausbildung machte.”Da bin ich ziemlich auf die Welt gekommen. Es herrschten bloss Regeln und Befehle, Selbstbestimmung gab es nicht.”

 

Anschliessend folgten 15 Wochen Intensivtraining, nicht in einem ruhigeren, wohl aber in einem angenehmeren Rahmen. Da sie zuvor eine feste Anstellung hatte, wurde sie während der Zeit auf der Rekrutenschule entlohnt, was dieses Angebot verlockend machte. Während dieser Zeit war Gmelin das erste Mal Vollzeit-Sportlerin. Somit ist dies auch die entscheidende Phase, in der ihr Entwicklungsprozess zur Profisportlerin begann.

 

Meilenstein

Jeannine Gmelin hat im Schweizer Rudersport durch den Gewinn der Silbermedaille an der Europameisterschaft einen Meilenstein gelegt. Durch diesen Sieg wird Gmelin Ende August an der Weltmeisterschaft antreten. Kommt sie dort unter die ersten neun Plätze, vertritt Gmelin an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro 2016 die Schweiz. In Anbetracht ihrer bisherigen Leistungen ist Gmelin zuversichtlich, diese Herausforderung packen zu können.

 

Gmelins Alltag war und ist auch heute stets ausgebucht und intensiv. Vor allem seit letztem Herbst, seit dem Gmelin als Spitzensportlerin arbeitet, bewegt sich ihr Wochenplan “abseits vom Normalen, ständig im extremen Rahmen.” Manchmal wünscht sich Gmelin etwas mehr Freiheiten, Flexibilität und Spontaneität, doch würde sie nie etwas aufgeben oder rückgängig machen wollen.

 

Aufs Herz hören

Das Gefühl vom Verlieren bei einem Wettkampf kann Gmelin nicht in Worte fassen, weil sie es nie wirklich erlebt hat. “Wenn ich alles gebe, kann ich gar nicht verlieren”. Ist Gmelin bei einem Wettkampf voll und ganz dabei, ist dies immer ein Erfolg. “Ich trainiere nicht nur, um zu siegen, sondern auch, weil jedes Training für mich eine Art Sieg ist.” Jedes Mal, sei es bei einem Wettkampf, einem Trainingswochenende oder einem Einzeltraining sammelt sie menschliche und sportliche Erfahrungen. Dadurch ist der Sieg für Gmelin nicht das einzige Erfolgserlebnis. “Doch ist er eine Bestätigung, dass ich richtig gelegen bin, stets an mich selbst zu glauben und auf mein Herz zu hören.”

 

Zukunft

Irgendwann wird Jeannine nicht mehr das Rudern als Beruf haben, irgendwann wird sie etwas Neues machen müssen. Was das sein wird, weiss sie noch nicht, doch eins ist klar: “Es wird irgendetwas anderes sein, doch es wird genauso meine Leidenschaft sein, wie es momentan das Rudern für mich ist.” Sie habe das Gefühl, dass sicher wieder etwas kommen wird, was sie vielleicht nicht genau so, aber auf eine andere Art begeistert wie der Rudersport. “Wenn das der Fall ist, gebe ich ganz sicher auch dann wieder 100 oder 110 Prozent.”

“Niveauunterschied war sichtbar”

Vor 16’079 Zuschauern startete für YB die Europacup-Kampagne. Gegner in der 3. Qualifikationsrunde der Champions League ist die AS Monaco. Der neureiche Verein, gespickt mit Topspielern, stand letzte Saison im Viertelfinale der Königsklasse und ging als klarer Favorit in die Partie gegen YB.

Keine Chancen im ersten Durchgang

Die erste Halbzeit brachte keine nennenswerte Aktion mit sich. Die beiden Abwehrketten standen hinten sicher und die Offensivspieler beider Mannschaften kreierten zu wenig gefährliche Spielsituationen. So sind zwei Versuche von YB-Neuzuzug Sulejmani die einzigen Aktionen mit Gefahrenpotenzial im Ansatz.

Zwei neue Mannschaften in zweiter Halbzeit

Die zweite Halbzeit startete mit einem Paukenschlag. Nach einem Befreiungsschlag von Vilotic kam Kubo zum Abschluss. Sein Schuss in der 51. Minute traf allerdings nur den Pfosten. Plötzlich waren alle wieder wach. Nun powerten die Berner und zeigten ein starkes Spiel.

Kurz nach der Pause starteten die Young Boys ihre YB-Viertelstunde, doch am Abschluss fehlte es zuhauf: Bei den Schüssen von Hoarau und Kubo war reichlich Pech dabei. Hoarau köpfte einen Ball aus fünf Metern neben das Tor und Kubo sah seinen Schuss von Kurzawa auf der Linie geklärt.

Der monegassische Aussenverteidiger traf nur zwei Minuten später in der 64. Minute per Volley herrlich ins kurze Eck, nachdem er sträflich alleine gelassen wurde. Eine unverdiente, wenngleich auch unglaublich effiziente Führung. Acht Minuten später war es dann Carrillo, der nur kurze Zeit nach seiner Einwechslung einen Moutinho-Freistoss ins Tor köpfte.

YB gibt sich kämpferisch

Durch einen Gegenangriff gelang den Hauptstädtern zwar der Anschlusstreffer von Nuzzolo in der 74. Minute, aber nur eine Minute später baut Pasalic die Führung der Monegassen zum Endergebnis von 3-1 nochmals aus.

Scott Sutter brachte es nach dem Spiel auf den Punkt: “Wir spielten ein sehr starkes Spiel, doch es war ein Spiel, in dem der Ball einfach nicht rein wollte.” Auf das Rückspiel bezogen meinte der YB-Verteidiger: “Wir müssen noch einmal so spielen und die Tore machen, ganz durch sind sie noch nicht.”

Raphael Nuzzolo, einziger YB-Torschütze, sagte: “Wenige Chancen, drei Tore. Man sah einfach den Niveauunterschied:”

Category Archives: Sport

Erster Dämpfer für YB

Passives YB

Viel Sehenswertes bot die erste Halbzeit nicht und dennoch führten die Gäste aus Thun gleich mit 0-3. Die Oberländer konnten bislang kein Spiel gewinnen und so überraschte das Halbzeitresultat umso mehr. Bei YB passte nichts zusammen und die Kreativität in der Offensive, die aus den letzten Spielen gelobt wurde, kam nicht zum Vorschein.

So wurde YB von der eigenen Eckballvariante aus dem Spiel gegen Lausanne von Thun ausgehebelt. Sandro Lauper erzielte nach 13 Minuten die Führung für den FC Thun. Gefolgt war diese Ecke von einer weiteren, bei welcher Marco Bürki Gelmi gewähren liess. Der Verteidiger des FC Thun erzielte somit bereits das 0-2 für das Gästeteam.

Nun kam es aber in der 43. Minute noch dicker für den passiven Leader aus Bern: Spielmann wurde nach einem Fehlpass aus der YB-Verteidigung sofort lanciert und blieb Sieger im Duell gegen David von Ballmoos.

Offensivdruck ohne Erfolg

Adi Hütter brachte nach der Pause mit Guillaume Hoarau und Leo Bertone zwei geschonte Stammspieler. Diese brachten zwar etwas Schwung mit und YB spielte sich hochkarätige Chancen heraus, trotzdem scheiterten die Hauptstädter an ihrem eigenen Unvermögen oder am stark aufspielenden Thun-Goalie Ruberto.

Es kam wie es kommen musste und so erzielte der FC Thun nach einer schön herausgespielten Aktion sogar das 0-4. Die Berner waren bedient und mussten das erste Mal in dieser Saison Punkte liegen lassen. Die Art und Weise lässt jedoch die eine oder andere Frage offen.

YB lässt seine Fans träumen

Foto: Thomas Hodel

Viele Zweikämpfe

Die erste Halbzeit war geprägt von vielen hart geführten Zweikämpfen und zwei stark aufspielenden Abwehrketten. Nur selten konnten die Offensivspieler beider Mannschaften in eine gefährliche Position gebracht werden.

Weder Steffen beim FCB, noch Sulejmani konnten ihre Freiheiten ausnützen und so war das logische Halbzeitresultat 0-0.

Einzelleistungen entscheiden das Spiel

Das Heimteam kam stärker aus der Kabine und spielte mit viel Druck nach vorne. In der 58. Minute passte der stark aufspielende YB-Verteidiger Benito auf Yoric Ravet. Dieser lässt mit seinem Dribbling Luca Zuffi alt aussehen und schlenzt den Ball herrlich an Vaclik vorbei ins Tor. Das ausverkaufte Stade de Suisse stand kopf. Keine Minute später hatte Sulejmani das nächste Tor auf dem Fuss, doch er verzog kläglich.

In der 80. Minute besiegte Sulejmani schliesslich endgültig das FCB. Einen Freistoss aus rund 25 Metern versenkte er nahezu perfekt ins Tor.

YB-Debütant Christian Fassnacht war nach dem Spiel zufrieden: «Es ist natürlich toll, gegen den Meister zu gewinnen, aber das war bloss das erste Spiel und jetzt kommt Dynamo Kiew, dies ist noch ein härterer Brocken. Nach der zweiten Halbzeit von heute dürfen wir jedoch zuversichtlich sein.»

Luzern unterliegt auch YB

Startfeuerwerk der Berner

Kaum angespielt zappelte der Ball bereits im Netz. Das Spiel dauerte erst zehn Sekunden, als sich die YB-Akteuere Frey, Ravet und Sulejmani durch die Luzernabwehr tankten. Letzterer liess sich nicht zweimal bitten und bezwang Jonas Omlin im Tor des FCL. Es ist eines der schnellsten Tore in der Geschichte der Super League.

Das Spiel war lanciert und der neutrale Zuschauer auf die Reaktion der Zentralschweizer gespannt. Diese blieb vorerst aus und nach zwei Minuten hätte Sulejmani beinahe zum zweiten Mal eingenetzt. Sein Kopfball zischte jedoch knapp über das Tor. Nach sieben Minuten zeigten sich erste Offensivzeichen der Gäste aus Luzern.
Marco Schneuwly, ein ehemaliger YB-Stürmer, flankte zur Mitte, wo Juric mit einem starken Kopfball den Ausgleich erzielte. Dabei sah wirkte die YB-Abwehr nicht, denn Juric hatte ziemlich viel Platz um zum Kopfball anzusetzten. Nach diesen beiden Toren flachte das Spiel etwas ab und beide Teams liessen keine sehenswerte Chance mehr zu. Bis zur 25. Minute plätscherte das Spiel so vor sich hin. Danach konnte sich das Team von Adi Hütter jedoch steigern und YB kam wieder vermehrt zu gefährlichen Angriffen.

Passive Luzerner

Luzern zeigte sich nun sehr passiv und der junge Torhüter des FCL, Jonas Omlin, löste bei manch einem Mitleid aus. Zwar parierte er gegen Michael Frey magistral, er musste jedoch in der 29. Minute erneut einen Ball aus dem Netz fischen. Nach einem Freistoss von der rechten Seite, wusste Sulejmani die Flanke von Ravet per Kopf zu verwerten. Die erneute Führung des Heimteams hinterliess jedoch einen bitteren Nachgeschmack, denn das Tor entstand vermutlich aus einer knappen Abseitsposition. YB übernahm nun das Spieldiktat und wer auf eine Reaktion des FCL hoffte, täuschte sich sehr.

Die Gäste zeigten sich ängstlich-passiv und konnten keine Offensivakzente mehr setzen. Besser machte es YB: Das Heimteam konnte in der 35. Minute die Führung ausbauen. Nach einem Pass in den Rücken der FCL-Abwehr scheiterte Frey an einem Bein eines Abwehrspielers. Den Abpraller verwertete YB-Neuzugang Roger Assale jedoch ohne Problem. Die zweite Halbzeit ging im gleichen Stil weiter, wie die erste aufgehört hatte. Die Berner dominierten die Gäste nach Belieben. Ihr schenlles Umschaltspiel brachte immer wieder grosse Gefahr mit sich. Schliesslich erzielte in der 60. Minute Michael Frey das Tor zum 4-1 für YB. Nach einem herrlichen Pass von Zakaria auf Sulejmani, wusste dieser Frey in der Mitte zu bedienen, welcher nur noch einschieben musste.
In der Folge hätten die Berner gut noch das eine oder andere Tor erzielen können, oder eher müssen. Bertone und Aebischer sahen ihre Schüsse jeweils am Aluminium abgeprallt.

Das Schlussresultat von 4-1 für YB stösst den FCL weiter in die Krise. Yvon Mvogo, Torhüter von YB, freute sich nach dem Spiel über den klaren Sieg: «Wir haben jetzt den zweiten Platz auf sicher und auch wenn ich nicht mehr dabei sein werde, freue ich mich, dass diese Mannschaft nächste Saison an der Champions-League-Qualifikation spielen darf. Ich bin heute sehr stolz auf diese Mannschaft. Der Auftritt heute ist einfach nur lobenswert», meinte Mvogo, der im Sommer zu RB Leipzig in die Bundesliga wechseln wird.

«Dr SCB isch dr geilscht Club»

Er wartet schon, an diesem Mittwochmittag, in einem Café in Bern, notabene zwei Tage nachdem sich der SCB in Zug zum zweiten Mal in Folge zum Eishockey Schweizer Meister küren lassen konnte. Von seinem Gipfeli ist schon fast nichts mehr übrig. «Tinu», stellt er sich vor. Martin Megert, wie er mit bürgerlichem Namen heisst, ist Informatiker. Neben seinem Beruf gibt es eine grosse Konstante in seinem Leben. Sie heisst SCB. Ich setzte mich ihm gegenüber hin. Wie sich herausstellt, ist Tinu genau wie ich in Burgdorf aufgewachsen. Während mich mein Vater an meinen ersten Match nach Langnau mitnahm, ging es für Tinu in die andere Richtung, nach Bern.

Das war der Beginn einer grossen Liebe. Heute ist der 56-Jährige der wahrscheinlich grösste SCB-Fan und ziemlich sicher auch der Bekannteste. Er ist Betreiber der Facebook-Seite «Hardboiled SCB», welche mittlerweile über 8000 Fans zählt. Auf dieser veröffentlicht er an jedem Spieltag spätestens eine Stunde nach dem Schlusspfiff einen Matchbericht, in dem er sich unzensiert seine Emotionen vom Leib schreibt. Diese Emotionen hat er nun auch in Buchform niedergeschrieben: «111 Gründe, den SCB zu lieben», heisst das gute Stück. Auch wenn sich Tinu für das Buch etwas zurückhalten musste, was die Sprache anging, ist sein Schreibstil deutlich erkennbar. «Ich bin wahnsinnig stolz auf das Buch, und auch auf mich», erzählt Tinu.

Seitenhiebe für Fribourg-Gottéron

«Der wichtigste Grund, den SCB zu lieben, ist ganz einfach: Der SCB ist ein geiler Club», sagt Tinu. Diesen einen, alles überspannenden Grund habe er dann, «wie ein Forensiker», aufgespalten in 111 Gründe. Drei Monate habe er jede Nacht daran geschrieben, immer mit der Deadline im Nacken. Er sei froh, dass er das Buch nicht während der Eishockeysaison schreiben musste, schmunzelt er. «Zusammen mit einem 100%-Job bin ich schon an meine Grenzen gekommen».

Das Buch ist eine Liebeserklärung an den SCB. Nicht immer sehr objektiv geschrieben, doch ausnahmslos ehrlich, interessant und auch lehrreich. Was auffällt: Gefühlt auf jeder zweiten Seite ist ein Seitenhieb gegen Fribourg-Gottéron versteckt. Diesen Club kann Tinu nicht ausstehen. «Weil es den HC Fribourg-Gottéron gibt», ist sogar der 39. Grund, den SCB zu lieben. Tinu erklärt, dass die Fribourger Fans «ekligi Cheibe» seien. Seine Erinnerungen an Fribourg seien nicht die besten, gibt er zu. Doch man könne sie auch nicht wirklich ernstnehmen, die chronisch erfolglosen Zähringer, die als einen der grössten Erfolge der Vereinsgeschichte den Vize Schweizer-Meister-Titel angeben, führt er weiter aus. Da seien ja sogar die Langnauer erfolgreicher – einen Titel gab es für die Langnauer 1976 zu feiern.

Der SCB als Kontaktbörse

Selbst der eingefleischteste SCB-Fan wird bei der Lektüre einige neue Dinge über seinen Lieblingsclub lernen. Etwa, dass die Band Europe extra für den SC Bern eine Ausnahme machte und ihren Hit «The Final Countdown», welcher nach jedem Berner Tor erklingt, zur Einweihung des neuen Stadions 2009 live spielte. Denn seit ihrem Comeback im Jahre 2004 weigerten sie sich standhaft, ihren grössten Hit live zu spielen. Auch Privates findet im Buch Platz: Martin Megert hat seine Frau an einem SCB-Spiel kennengelernt. Auch Randgeschichten von Spielern, Trainern und Schiedsrichtern finden in Tinus Werk Platz. In über 40 Jahren als SCB-Fan hat er vieles erlebt und kann so aus dem Nähkästchen plaudern. Die Liebe und Leidenschaft für den SCB ist in jeder Zeile spürbar.

Der Meisterfeier im Berner Stadion am Ostermontag blieb Tinu übrigens fern. «Bisher haben sie noch immer verloren, wenn ich an ein Public Viewing gegangen bin», so Tinu. Auch als der Titel im Trockenen war, blieb er zuhause: «Das war für mich ein schöner Abschluss der Saison». Er sei halt nicht mehr der Jüngste. Doch den Umzug durch die Berner Altstadt und die Feier auf dem Bundesplatz liess er sich nicht entgehen. «Das ist Ehrensache», meint der wohl grösste SCB-Fan, bevor er sich verabschieden muss. Er werde jetzt den Sommer geniessen.

Am Ende gewann der Effizientere

Vor 30’224 Zuschauern zeigte YB eine sehr starke Leistung gegen den Favoriten aus Gladbach. Die Atmosphäre im beinahe ausverkauften Stade de Suisse war grandios, dies auch dank den vielen Fans, die aus Deutschland angereist sind. Erst am Ende des Spieles konnten die Gäste dank einem Doppelschlag den Sack zumachen.

YB hält frech dagegen

Es war alles angerichtet für einen perfekten Fussballabend. Die Affiche stimmte und die Mannschaft von Adi Hütter war heiss auf das Hinspiel gegen den letztjährigen Vierten der deutschen Bundesliga.

Die Gäste dominierten das Spiel und versuchten mit einem schnellen Umschaltspiel die Verteidigung zu durchbrechen. Der stark aufspielende Traoré war oft der gesuchte Mann und in der 11. Minute war der Flügelspieler zu schnell für Lecjaks, er flankte scharf zur Mitte, wo der ex-FCZ Spieler Raffael wartete. Dieser vernaschte die YB-Abwehr und schoss seine Borussen mit einem herrlichen Flachschuss in Führung.

Die Berner hielten aber nach wie vor gut dagegen und hatten in der 45. Minute auch eine gute Möglichkeit zum Ausgleich. Hoaraus Versuch zischte aber knapp am Tor von Yann Sommer vorbei.

YB mit Chancenplus – Gladbach effizient

Nach der Pause kamen die Berner zunehmend besser ins Spiel und arbeiteten gut nach vorne, doch der letzte Pass fand nicht seinen Empfänger. Anders in der 56. Minute: als Sutter Ravet lancierte und der Franzose zur Mitte flankte. Für einmal stand dort Sulejmani ohne Verteidiger und nutzte dies dankend aus.

Das Spiel war neu lanciert und als in der 65. Minute Hoaraus Kopfball den Pfosten streifte, hätten die Berner die Führung nun definitiv verdient.

Wie aus heiterem Himmel schoss in der 67. Minute der eingewechselte André Hahn die erneute Führung für die Gäste aus dem Ruhrgebiet. YB brachte den Ball nicht aus der gefährlichen Zone, Bertone wurde noch hart angegangen, bevor der Ball zu Hahn sprang, der sich nicht zweimal bitten liess – bitter für die Berner.

Als in der 69. Minute Raffaels Volley-Versuch noch unhaltbar von Rochat ins eigene Tor abgelenkt wurde, waren die Hauptstädter definitiv am Ende. Die Gladbacher spielten die 3-1 Führung routiniert runter und gehen nun mit einem sehr dicken Polster ins Rückspiel von nächster Woche.

YB – GC: Spitzenspiel ohne Gewinner

«Das Resultat bringt definitiv niemandem etwas, doch unser Ziel war, YB nicht näher an uns herankommen zu lassen und dies haben wir erreicht.» Mit diesen Worten wendete sich Haris Tabakovic, nach seinem ersten Pflichtspiel für GC, an die Journalisten. Das Verfolgerduell startete wie erwartet. Bereits in der zehnten Minute setzte der nach einer Verletzung zurückgekehrte Guillaume Hoarau den Ball an den Pfosten.

Joel Mall im GC-Tor lenkte den Ball mit den Fingerspitzen an die Torumrandung. Die Berner standen hoch und setzten die Zürcher stark unter Druck. Sulejmani sah seinen Schuss vom GC-Schlussmann, Joel Mall, pariert und Alexander Gerndt scheiterte, alleine vor Mall, am eigenen Unvermögen.

Kurz nach Gerndts Chance überlief Loris Benito den Spieler Moritz Bauer und flankte von der Grundlinie in den Rücken der Abwehr. Dort stand Hoarau genau richtig und nickte ein. Die Zürcher reklamierten bei Schiedsrichter Jaccottet, da Gerndt Mall im passiven Abseits irritiert haben soll, doch der Schwede stand gar nicht im Abseits, denn Bauer hob dieses auf.

Kamberi mit der Hake

GC bislang ohne Möglichkeit, erhielt in der 31. Minute einen Eckball zugesprochen. Youngstar Kamberi schaute vermutlich vor dem Spiel einige Videos von Superstar Ibrahimovic an, denn er setzte zur Hake an und prompt landete der Ball hinter dem chancenlosen YB-Torwart Mvogo.

YB schien etwas geschockt, denn kurz nach dem Ausgleich hatte Dabbur den Führungstreffer auf dem Fuss, scheiterte aber am hervorragend reagierenden Mvogo. Kurz vor der Pause eine weitere heikle Situation. YB-Neuzugang Yoric Ravet flankte einen Freistoss auf Hoarau, der den Ball ins Tor köpfte, doch das Tor wurde annulliert, da der Franzose scheinbar aus einer Abseitsposition gestartet sei. Ein Fehlentscheid. Vilotic und Zakaria standen beide im Abseits, Hoarau nicht.

GC dominant

In der zweiten Halbzeit dominierten die Zürcher, jedoch schauten bloss selten gefährliche Chancen heraus. Dabbur setzte sich oft schön gegen mehrere YB-Verteidiger durch, scheiterte aber immer am gut positionierten Mvogo.

YB konnte nicht an der Leistung aus der ersten Hälfte anknüpfen und hatte einzig in der 84. Minute eine Chance, erneut in Führung zu gehen. Hoarau scheiterte jedoch mit seinem unplatzierten Kopfball an Mall. Doch das Spiel war noch nicht vorbei. Plötzlich stand Tabakovic alleine vor Mvogo und wird im letzten Moment zurückgepfiffen. Auch dies ein Fehlentscheid, denn Tabakovic stand nicht im Abseits. Somit gab es heute zwei gröbere Fehlentscheide, glücklicherweise je einen pro Mannschaft. Haris Tabakovic meinte nach dem Spiel: »In der ersten Halbzeit hatten wir Glück, in der zweiten YB. Also ist ein Unentschieden ein gerechtes Resultat.» Nuzzolo sah dies etwas anders: »Ich denke, GC ist mit diesem Resultat besser bedient als wir, aber wir hätten in der zweiten Halbzeit sicherlich mehr machen müssen.»

Die YB-Auferstehung?

Nach dem Sieg im ersten Spiel unter Adi Hütter gegen Vaduz waren gestern die Ansprüche an den FCB hoch. Man wollte dem unbesiegten Leader Punkte abnehmen. Dies gelang dank einer effizienten Offensive und einem noch stärkeren YB-Torhüter Yvon Mvogo.

Basel macht mehr für das Spiel

Die Basler drückten von Beginn weg und bereiteten der YB-Defensive in den Startminuten viel Arbeit. Die Berner standen zwar wieder hoch und pressten, doch der FCB spielte sich gut aus der Umklammerung der Hauptstädter heraus. Nach einem Freistoss für den FCB in der 5. Minute klärte Alain Rochat den Ball und dann kam der erste Grossauftritt von Sulejmani. Der Berner gewinnt das Sprintduell gegen Xhaka, dribbelt diesen zusätzlich noch schwindlig und knallt dann einfach eins auf den Ball. Auf einen Weg fand das Leder den Pfad ins Tor, jedoch macht Vaclik im FCB-Tor nicht die beste Figur.

Die Angriffe der Berner waren oft geduldig herausgespielt. Bis zu diesem Zeitpunkt gelingt es dem FCB nicht vor dem YB-Tor gefährlich zu werden. Während der Klassiker hart zu und her ging, erlaubte sich Schiedsrichter Klossner den einen oder anderen Fehler. Oft zu Gunsten des FCB.

Die Basler setzten bei Standardsituationen oft ein gefährliches Zeichen und so reagierte Youngstar Embolo nach einer Ecke in der 24. Minute am schnellsten und erzielte den nicht unverdienten Ausgleich für die Basler, welche mehr fürs Spiel machen.

Kurz vor der Pause dann der zweite Grossauftritt von Sulejmani. Der Serbe konnte einen Hadegjonai- Freistoss aus der eigenen Platzhälfte sauber mit der Brust annehmen und zog zur Mitte. Mutig zielte er aus rund 20 Metern ab und auch dieser Schuss schlug hinter dem chancenlosen Vaclik ein.

Wieder der drückende FCB

Auch nach der Pause startete der FCB druckvoller, doch auch in Halbzeit zwei waren es die Berner, die den ersten Treffer erzielten. Nach einem herrlichen Kabinettstück legte Steffen in der 65. Minute scharf zur Mitte, wo der bedrängte Alexander Gerndt mit der Hacke den Ball über die Linie drückte. Das Stade de Suisse stand Kopf. Zuvor hielt Mvogo die Führung nach einem gut geschossenen Zuffi-Freistoss fest und hatte Glück als ein Kopfball von Hoegh nur den Pfosten traf.

Xhaka liess sich etwas später zu einer Tätlichkeit an Steffen hinreissen. Klossner hatte die Aktion wahrscheinlich nur halb gesehen und zeigte dem Basler-Abräumer zum Unmut der Berner bloss den gelben Karton.

FCB gibt nicht auf

Wieder wurden die Basler in der 74. Minute nach einem Freistoss gefährlich und prompt gelang dem Innenverteidiger Suchy der Anschlusstreffer. Die Berner spielten nur auf Konter und so einen versuchte Vilotic mit einem hohen Ball zu lancieren. Gerndt glaubte daran – nach dem Aufspringen des Balles – vor Vaclik am Ball zu sein und wurde belohnt. Vor Vacliks Händen köpfte er den Ball über den Torhüter zum 4 zu2 ins Netz. Doch auch jetzt kämpfte der Leader weiter und erzielte in der Nachspielzeit durch Janko den erneuten Anschlusstreffer. Für den Ausgleich reichte die Zeit jedoch nicht mehr und YB schlug den FCB als erste Mannschaft in dieser Saison mit 4 zu 3.

Als Frau in einer Randsportart zu den Olympischen Spielen

“Ich bin Spitzensportlerin. Das sollte ich eigentlich sagen, wenn mich jemand fragt, was ich mache. Ich bin Spitzensportlerin, beruflich und privat.” Es war nie Jeannine Gmelins Plan, Profiruderin zu werden. Ihr Ziel war und ist es bloss, immer das zu tun, was sie will. “Wenn ich weiss, was ich will, stecke ich mein ganzes Herzblut in diese Sache.”

 

Schwieriger Start

Als Gmelin mit dreizehn Jahren im Ruderclub Uster ein neues Hobby fand, war es auf keinen Fall “Liebe auf den ersten Blick”. Sie und ihr grosser Bruder Valentin Gmelin sassen zweimal in der Woche im Boot und probierten das Rudern aus. Gmelins allererster Wettkampf war kein grosser Erfolg: “Weil sich meine Ruder zweimal im Wasser verdreht haben, haben wir verloren. Ich war zu Tode betrübt.” Auch ihr erstes Einzelrennen nahm ein wortwörtlich frühzeitiges Ende im Wasser. “Mitten auf der Rennstrecke bin ich gekentert.” Irgendwann kamen jedoch auch die ersten Erfolge. Dadurch hat Gmelin das Rudern mehr und mehr gepackt und der Trainingsumfang hat automatisch zunehmen müssen.

 

Mehr als ein Hobby

Neben dem Rudern hat Gmelin eine kaufmännische Lehre in Uster mit einem 80-Prozent-Pensum absolviert. Dadurch hatte sie nebst der Arbeit genug Zeit für das intensive Training. Der entscheidende Moment, in dem ihr klar wurde, dass ihr Rudern mehr bedeutet als nur ein Hobby, war 2011. Ihr Bruder Valentin Gmelin nahm damals in Amsterdam an der U23 Weltmeisterschaft teil. “Ich wurde überwältigt von Emotionen und Glücksgefühlen, da war mir klar: Das will ich auch.” Von da an hat sich Gmelins Karriere verändert.

 

Unterstützung von allen Seiten

Gmelin steckt alles, was sie kann, in die Erfüllung ihres Traums, doch ohne Unterstützung wäre sie heute nicht dort, wo sie ist. Bis vor einem Jahr arbeitete sie Teilzeit und konnte somit ihre Lebensausgaben decken. Jegliche Kosten, die das Rudern mit sich brachte, wie Trainingslager, Wettkämpfe und Reisen, übernahm und übernimmt auch heute grösstenteils die Leistungssportabteilung des Ruderclubs Uster.

 

Nun hat Gmelin jedoch keine Zeit mehr, neben dem Profisport zu arbeiten. Finanzielle Unterstützung bekommt sie heute von der Schweizerischen Sporthilfe/Swissolympics, Olympic Scholarship und von privaten Sponsoren. Gmelin hat ein starkes soziales Umfeld, das ihr psychisch gut beisteht. Ihre Familie stehe immer hinter ihr, ihre Freunde zeigten grosses Verständnis für ihre regelmässige Abwesenheit und die nur begrenzte Zeit für private Treffen.

 

“Meine Chefin war für mich immer eine wichtige Unterstützerin. Jegliche Ferien und Abwesenheiten hat sie mir ohne Wimpernzucken bewilligt.” Dadurch wurde Sorgen und Ängsten vorgebeugt. Ein weiterer grosser Unterstützer ist Roger Achermann, der Präsident des Ruderclubs Uster. “Er ist der Mann hinter allem, was für mich auf die Beine gestellt wird.” Gmelin kann mit ihren Anliegen stets zu ihm gehen und am nächsten Tag liegt meist eine Lösung auf dem Tisch.

 

Regeln und Befehle

Die einzige Möglichkeit, als Frau in einer Randsportart staatliche Unterstützung zu bekommen, ist die Spitzensport Rekrutenschule zu absolvieren. Diese Möglichkeit bietet die Schweizer Armee in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Sport an. Deshalb hat Gmelin das schweizerische Militär absolviert, wo sie eine dreiwöchige Grundausbildung machte.”Da bin ich ziemlich auf die Welt gekommen. Es herrschten bloss Regeln und Befehle, Selbstbestimmung gab es nicht.”

 

Anschliessend folgten 15 Wochen Intensivtraining, nicht in einem ruhigeren, wohl aber in einem angenehmeren Rahmen. Da sie zuvor eine feste Anstellung hatte, wurde sie während der Zeit auf der Rekrutenschule entlohnt, was dieses Angebot verlockend machte. Während dieser Zeit war Gmelin das erste Mal Vollzeit-Sportlerin. Somit ist dies auch die entscheidende Phase, in der ihr Entwicklungsprozess zur Profisportlerin begann.

 

Meilenstein

Jeannine Gmelin hat im Schweizer Rudersport durch den Gewinn der Silbermedaille an der Europameisterschaft einen Meilenstein gelegt. Durch diesen Sieg wird Gmelin Ende August an der Weltmeisterschaft antreten. Kommt sie dort unter die ersten neun Plätze, vertritt Gmelin an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro 2016 die Schweiz. In Anbetracht ihrer bisherigen Leistungen ist Gmelin zuversichtlich, diese Herausforderung packen zu können.

 

Gmelins Alltag war und ist auch heute stets ausgebucht und intensiv. Vor allem seit letztem Herbst, seit dem Gmelin als Spitzensportlerin arbeitet, bewegt sich ihr Wochenplan “abseits vom Normalen, ständig im extremen Rahmen.” Manchmal wünscht sich Gmelin etwas mehr Freiheiten, Flexibilität und Spontaneität, doch würde sie nie etwas aufgeben oder rückgängig machen wollen.

 

Aufs Herz hören

Das Gefühl vom Verlieren bei einem Wettkampf kann Gmelin nicht in Worte fassen, weil sie es nie wirklich erlebt hat. “Wenn ich alles gebe, kann ich gar nicht verlieren”. Ist Gmelin bei einem Wettkampf voll und ganz dabei, ist dies immer ein Erfolg. “Ich trainiere nicht nur, um zu siegen, sondern auch, weil jedes Training für mich eine Art Sieg ist.” Jedes Mal, sei es bei einem Wettkampf, einem Trainingswochenende oder einem Einzeltraining sammelt sie menschliche und sportliche Erfahrungen. Dadurch ist der Sieg für Gmelin nicht das einzige Erfolgserlebnis. “Doch ist er eine Bestätigung, dass ich richtig gelegen bin, stets an mich selbst zu glauben und auf mein Herz zu hören.”

 

Zukunft

Irgendwann wird Jeannine nicht mehr das Rudern als Beruf haben, irgendwann wird sie etwas Neues machen müssen. Was das sein wird, weiss sie noch nicht, doch eins ist klar: “Es wird irgendetwas anderes sein, doch es wird genauso meine Leidenschaft sein, wie es momentan das Rudern für mich ist.” Sie habe das Gefühl, dass sicher wieder etwas kommen wird, was sie vielleicht nicht genau so, aber auf eine andere Art begeistert wie der Rudersport. “Wenn das der Fall ist, gebe ich ganz sicher auch dann wieder 100 oder 110 Prozent.”

“Niveauunterschied war sichtbar”

Vor 16’079 Zuschauern startete für YB die Europacup-Kampagne. Gegner in der 3. Qualifikationsrunde der Champions League ist die AS Monaco. Der neureiche Verein, gespickt mit Topspielern, stand letzte Saison im Viertelfinale der Königsklasse und ging als klarer Favorit in die Partie gegen YB.

Keine Chancen im ersten Durchgang

Die erste Halbzeit brachte keine nennenswerte Aktion mit sich. Die beiden Abwehrketten standen hinten sicher und die Offensivspieler beider Mannschaften kreierten zu wenig gefährliche Spielsituationen. So sind zwei Versuche von YB-Neuzuzug Sulejmani die einzigen Aktionen mit Gefahrenpotenzial im Ansatz.

Zwei neue Mannschaften in zweiter Halbzeit

Die zweite Halbzeit startete mit einem Paukenschlag. Nach einem Befreiungsschlag von Vilotic kam Kubo zum Abschluss. Sein Schuss in der 51. Minute traf allerdings nur den Pfosten. Plötzlich waren alle wieder wach. Nun powerten die Berner und zeigten ein starkes Spiel.

Kurz nach der Pause starteten die Young Boys ihre YB-Viertelstunde, doch am Abschluss fehlte es zuhauf: Bei den Schüssen von Hoarau und Kubo war reichlich Pech dabei. Hoarau köpfte einen Ball aus fünf Metern neben das Tor und Kubo sah seinen Schuss von Kurzawa auf der Linie geklärt.

Der monegassische Aussenverteidiger traf nur zwei Minuten später in der 64. Minute per Volley herrlich ins kurze Eck, nachdem er sträflich alleine gelassen wurde. Eine unverdiente, wenngleich auch unglaublich effiziente Führung. Acht Minuten später war es dann Carrillo, der nur kurze Zeit nach seiner Einwechslung einen Moutinho-Freistoss ins Tor köpfte.

YB gibt sich kämpferisch

Durch einen Gegenangriff gelang den Hauptstädtern zwar der Anschlusstreffer von Nuzzolo in der 74. Minute, aber nur eine Minute später baut Pasalic die Führung der Monegassen zum Endergebnis von 3-1 nochmals aus.

Scott Sutter brachte es nach dem Spiel auf den Punkt: “Wir spielten ein sehr starkes Spiel, doch es war ein Spiel, in dem der Ball einfach nicht rein wollte.” Auf das Rückspiel bezogen meinte der YB-Verteidiger: “Wir müssen noch einmal so spielen und die Tore machen, ganz durch sind sie noch nicht.”

Raphael Nuzzolo, einziger YB-Torschütze, sagte: “Wenige Chancen, drei Tore. Man sah einfach den Niveauunterschied:”

Category Archives: Sport

Erster Dämpfer für YB

Passives YB

Viel Sehenswertes bot die erste Halbzeit nicht und dennoch führten die Gäste aus Thun gleich mit 0-3. Die Oberländer konnten bislang kein Spiel gewinnen und so überraschte das Halbzeitresultat umso mehr. Bei YB passte nichts zusammen und die Kreativität in der Offensive, die aus den letzten Spielen gelobt wurde, kam nicht zum Vorschein.

So wurde YB von der eigenen Eckballvariante aus dem Spiel gegen Lausanne von Thun ausgehebelt. Sandro Lauper erzielte nach 13 Minuten die Führung für den FC Thun. Gefolgt war diese Ecke von einer weiteren, bei welcher Marco Bürki Gelmi gewähren liess. Der Verteidiger des FC Thun erzielte somit bereits das 0-2 für das Gästeteam.

Nun kam es aber in der 43. Minute noch dicker für den passiven Leader aus Bern: Spielmann wurde nach einem Fehlpass aus der YB-Verteidigung sofort lanciert und blieb Sieger im Duell gegen David von Ballmoos.

Offensivdruck ohne Erfolg

Adi Hütter brachte nach der Pause mit Guillaume Hoarau und Leo Bertone zwei geschonte Stammspieler. Diese brachten zwar etwas Schwung mit und YB spielte sich hochkarätige Chancen heraus, trotzdem scheiterten die Hauptstädter an ihrem eigenen Unvermögen oder am stark aufspielenden Thun-Goalie Ruberto.

Es kam wie es kommen musste und so erzielte der FC Thun nach einer schön herausgespielten Aktion sogar das 0-4. Die Berner waren bedient und mussten das erste Mal in dieser Saison Punkte liegen lassen. Die Art und Weise lässt jedoch die eine oder andere Frage offen.

YB lässt seine Fans träumen

Foto: Thomas Hodel

Viele Zweikämpfe

Die erste Halbzeit war geprägt von vielen hart geführten Zweikämpfen und zwei stark aufspielenden Abwehrketten. Nur selten konnten die Offensivspieler beider Mannschaften in eine gefährliche Position gebracht werden.

Weder Steffen beim FCB, noch Sulejmani konnten ihre Freiheiten ausnützen und so war das logische Halbzeitresultat 0-0.

Einzelleistungen entscheiden das Spiel

Das Heimteam kam stärker aus der Kabine und spielte mit viel Druck nach vorne. In der 58. Minute passte der stark aufspielende YB-Verteidiger Benito auf Yoric Ravet. Dieser lässt mit seinem Dribbling Luca Zuffi alt aussehen und schlenzt den Ball herrlich an Vaclik vorbei ins Tor. Das ausverkaufte Stade de Suisse stand kopf. Keine Minute später hatte Sulejmani das nächste Tor auf dem Fuss, doch er verzog kläglich.

In der 80. Minute besiegte Sulejmani schliesslich endgültig das FCB. Einen Freistoss aus rund 25 Metern versenkte er nahezu perfekt ins Tor.

YB-Debütant Christian Fassnacht war nach dem Spiel zufrieden: «Es ist natürlich toll, gegen den Meister zu gewinnen, aber das war bloss das erste Spiel und jetzt kommt Dynamo Kiew, dies ist noch ein härterer Brocken. Nach der zweiten Halbzeit von heute dürfen wir jedoch zuversichtlich sein.»

Luzern unterliegt auch YB

Startfeuerwerk der Berner

Kaum angespielt zappelte der Ball bereits im Netz. Das Spiel dauerte erst zehn Sekunden, als sich die YB-Akteuere Frey, Ravet und Sulejmani durch die Luzernabwehr tankten. Letzterer liess sich nicht zweimal bitten und bezwang Jonas Omlin im Tor des FCL. Es ist eines der schnellsten Tore in der Geschichte der Super League.

Das Spiel war lanciert und der neutrale Zuschauer auf die Reaktion der Zentralschweizer gespannt. Diese blieb vorerst aus und nach zwei Minuten hätte Sulejmani beinahe zum zweiten Mal eingenetzt. Sein Kopfball zischte jedoch knapp über das Tor. Nach sieben Minuten zeigten sich erste Offensivzeichen der Gäste aus Luzern.
Marco Schneuwly, ein ehemaliger YB-Stürmer, flankte zur Mitte, wo Juric mit einem starken Kopfball den Ausgleich erzielte. Dabei sah wirkte die YB-Abwehr nicht, denn Juric hatte ziemlich viel Platz um zum Kopfball anzusetzten. Nach diesen beiden Toren flachte das Spiel etwas ab und beide Teams liessen keine sehenswerte Chance mehr zu. Bis zur 25. Minute plätscherte das Spiel so vor sich hin. Danach konnte sich das Team von Adi Hütter jedoch steigern und YB kam wieder vermehrt zu gefährlichen Angriffen.

Passive Luzerner

Luzern zeigte sich nun sehr passiv und der junge Torhüter des FCL, Jonas Omlin, löste bei manch einem Mitleid aus. Zwar parierte er gegen Michael Frey magistral, er musste jedoch in der 29. Minute erneut einen Ball aus dem Netz fischen. Nach einem Freistoss von der rechten Seite, wusste Sulejmani die Flanke von Ravet per Kopf zu verwerten. Die erneute Führung des Heimteams hinterliess jedoch einen bitteren Nachgeschmack, denn das Tor entstand vermutlich aus einer knappen Abseitsposition. YB übernahm nun das Spieldiktat und wer auf eine Reaktion des FCL hoffte, täuschte sich sehr.

Die Gäste zeigten sich ängstlich-passiv und konnten keine Offensivakzente mehr setzen. Besser machte es YB: Das Heimteam konnte in der 35. Minute die Führung ausbauen. Nach einem Pass in den Rücken der FCL-Abwehr scheiterte Frey an einem Bein eines Abwehrspielers. Den Abpraller verwertete YB-Neuzugang Roger Assale jedoch ohne Problem. Die zweite Halbzeit ging im gleichen Stil weiter, wie die erste aufgehört hatte. Die Berner dominierten die Gäste nach Belieben. Ihr schenlles Umschaltspiel brachte immer wieder grosse Gefahr mit sich. Schliesslich erzielte in der 60. Minute Michael Frey das Tor zum 4-1 für YB. Nach einem herrlichen Pass von Zakaria auf Sulejmani, wusste dieser Frey in der Mitte zu bedienen, welcher nur noch einschieben musste.
In der Folge hätten die Berner gut noch das eine oder andere Tor erzielen können, oder eher müssen. Bertone und Aebischer sahen ihre Schüsse jeweils am Aluminium abgeprallt.

Das Schlussresultat von 4-1 für YB stösst den FCL weiter in die Krise. Yvon Mvogo, Torhüter von YB, freute sich nach dem Spiel über den klaren Sieg: «Wir haben jetzt den zweiten Platz auf sicher und auch wenn ich nicht mehr dabei sein werde, freue ich mich, dass diese Mannschaft nächste Saison an der Champions-League-Qualifikation spielen darf. Ich bin heute sehr stolz auf diese Mannschaft. Der Auftritt heute ist einfach nur lobenswert», meinte Mvogo, der im Sommer zu RB Leipzig in die Bundesliga wechseln wird.

«Dr SCB isch dr geilscht Club»

Er wartet schon, an diesem Mittwochmittag, in einem Café in Bern, notabene zwei Tage nachdem sich der SCB in Zug zum zweiten Mal in Folge zum Eishockey Schweizer Meister küren lassen konnte. Von seinem Gipfeli ist schon fast nichts mehr übrig. «Tinu», stellt er sich vor. Martin Megert, wie er mit bürgerlichem Namen heisst, ist Informatiker. Neben seinem Beruf gibt es eine grosse Konstante in seinem Leben. Sie heisst SCB. Ich setzte mich ihm gegenüber hin. Wie sich herausstellt, ist Tinu genau wie ich in Burgdorf aufgewachsen. Während mich mein Vater an meinen ersten Match nach Langnau mitnahm, ging es für Tinu in die andere Richtung, nach Bern.

Das war der Beginn einer grossen Liebe. Heute ist der 56-Jährige der wahrscheinlich grösste SCB-Fan und ziemlich sicher auch der Bekannteste. Er ist Betreiber der Facebook-Seite «Hardboiled SCB», welche mittlerweile über 8000 Fans zählt. Auf dieser veröffentlicht er an jedem Spieltag spätestens eine Stunde nach dem Schlusspfiff einen Matchbericht, in dem er sich unzensiert seine Emotionen vom Leib schreibt. Diese Emotionen hat er nun auch in Buchform niedergeschrieben: «111 Gründe, den SCB zu lieben», heisst das gute Stück. Auch wenn sich Tinu für das Buch etwas zurückhalten musste, was die Sprache anging, ist sein Schreibstil deutlich erkennbar. «Ich bin wahnsinnig stolz auf das Buch, und auch auf mich», erzählt Tinu.

Seitenhiebe für Fribourg-Gottéron

«Der wichtigste Grund, den SCB zu lieben, ist ganz einfach: Der SCB ist ein geiler Club», sagt Tinu. Diesen einen, alles überspannenden Grund habe er dann, «wie ein Forensiker», aufgespalten in 111 Gründe. Drei Monate habe er jede Nacht daran geschrieben, immer mit der Deadline im Nacken. Er sei froh, dass er das Buch nicht während der Eishockeysaison schreiben musste, schmunzelt er. «Zusammen mit einem 100%-Job bin ich schon an meine Grenzen gekommen».

Das Buch ist eine Liebeserklärung an den SCB. Nicht immer sehr objektiv geschrieben, doch ausnahmslos ehrlich, interessant und auch lehrreich. Was auffällt: Gefühlt auf jeder zweiten Seite ist ein Seitenhieb gegen Fribourg-Gottéron versteckt. Diesen Club kann Tinu nicht ausstehen. «Weil es den HC Fribourg-Gottéron gibt», ist sogar der 39. Grund, den SCB zu lieben. Tinu erklärt, dass die Fribourger Fans «ekligi Cheibe» seien. Seine Erinnerungen an Fribourg seien nicht die besten, gibt er zu. Doch man könne sie auch nicht wirklich ernstnehmen, die chronisch erfolglosen Zähringer, die als einen der grössten Erfolge der Vereinsgeschichte den Vize Schweizer-Meister-Titel angeben, führt er weiter aus. Da seien ja sogar die Langnauer erfolgreicher – einen Titel gab es für die Langnauer 1976 zu feiern.

Der SCB als Kontaktbörse

Selbst der eingefleischteste SCB-Fan wird bei der Lektüre einige neue Dinge über seinen Lieblingsclub lernen. Etwa, dass die Band Europe extra für den SC Bern eine Ausnahme machte und ihren Hit «The Final Countdown», welcher nach jedem Berner Tor erklingt, zur Einweihung des neuen Stadions 2009 live spielte. Denn seit ihrem Comeback im Jahre 2004 weigerten sie sich standhaft, ihren grössten Hit live zu spielen. Auch Privates findet im Buch Platz: Martin Megert hat seine Frau an einem SCB-Spiel kennengelernt. Auch Randgeschichten von Spielern, Trainern und Schiedsrichtern finden in Tinus Werk Platz. In über 40 Jahren als SCB-Fan hat er vieles erlebt und kann so aus dem Nähkästchen plaudern. Die Liebe und Leidenschaft für den SCB ist in jeder Zeile spürbar.

Der Meisterfeier im Berner Stadion am Ostermontag blieb Tinu übrigens fern. «Bisher haben sie noch immer verloren, wenn ich an ein Public Viewing gegangen bin», so Tinu. Auch als der Titel im Trockenen war, blieb er zuhause: «Das war für mich ein schöner Abschluss der Saison». Er sei halt nicht mehr der Jüngste. Doch den Umzug durch die Berner Altstadt und die Feier auf dem Bundesplatz liess er sich nicht entgehen. «Das ist Ehrensache», meint der wohl grösste SCB-Fan, bevor er sich verabschieden muss. Er werde jetzt den Sommer geniessen.

Am Ende gewann der Effizientere

Vor 30’224 Zuschauern zeigte YB eine sehr starke Leistung gegen den Favoriten aus Gladbach. Die Atmosphäre im beinahe ausverkauften Stade de Suisse war grandios, dies auch dank den vielen Fans, die aus Deutschland angereist sind. Erst am Ende des Spieles konnten die Gäste dank einem Doppelschlag den Sack zumachen.

YB hält frech dagegen

Es war alles angerichtet für einen perfekten Fussballabend. Die Affiche stimmte und die Mannschaft von Adi Hütter war heiss auf das Hinspiel gegen den letztjährigen Vierten der deutschen Bundesliga.

Die Gäste dominierten das Spiel und versuchten mit einem schnellen Umschaltspiel die Verteidigung zu durchbrechen. Der stark aufspielende Traoré war oft der gesuchte Mann und in der 11. Minute war der Flügelspieler zu schnell für Lecjaks, er flankte scharf zur Mitte, wo der ex-FCZ Spieler Raffael wartete. Dieser vernaschte die YB-Abwehr und schoss seine Borussen mit einem herrlichen Flachschuss in Führung.

Die Berner hielten aber nach wie vor gut dagegen und hatten in der 45. Minute auch eine gute Möglichkeit zum Ausgleich. Hoaraus Versuch zischte aber knapp am Tor von Yann Sommer vorbei.

YB mit Chancenplus – Gladbach effizient

Nach der Pause kamen die Berner zunehmend besser ins Spiel und arbeiteten gut nach vorne, doch der letzte Pass fand nicht seinen Empfänger. Anders in der 56. Minute: als Sutter Ravet lancierte und der Franzose zur Mitte flankte. Für einmal stand dort Sulejmani ohne Verteidiger und nutzte dies dankend aus.

Das Spiel war neu lanciert und als in der 65. Minute Hoaraus Kopfball den Pfosten streifte, hätten die Berner die Führung nun definitiv verdient.

Wie aus heiterem Himmel schoss in der 67. Minute der eingewechselte André Hahn die erneute Führung für die Gäste aus dem Ruhrgebiet. YB brachte den Ball nicht aus der gefährlichen Zone, Bertone wurde noch hart angegangen, bevor der Ball zu Hahn sprang, der sich nicht zweimal bitten liess – bitter für die Berner.

Als in der 69. Minute Raffaels Volley-Versuch noch unhaltbar von Rochat ins eigene Tor abgelenkt wurde, waren die Hauptstädter definitiv am Ende. Die Gladbacher spielten die 3-1 Führung routiniert runter und gehen nun mit einem sehr dicken Polster ins Rückspiel von nächster Woche.

YB – GC: Spitzenspiel ohne Gewinner

«Das Resultat bringt definitiv niemandem etwas, doch unser Ziel war, YB nicht näher an uns herankommen zu lassen und dies haben wir erreicht.» Mit diesen Worten wendete sich Haris Tabakovic, nach seinem ersten Pflichtspiel für GC, an die Journalisten. Das Verfolgerduell startete wie erwartet. Bereits in der zehnten Minute setzte der nach einer Verletzung zurückgekehrte Guillaume Hoarau den Ball an den Pfosten.

Joel Mall im GC-Tor lenkte den Ball mit den Fingerspitzen an die Torumrandung. Die Berner standen hoch und setzten die Zürcher stark unter Druck. Sulejmani sah seinen Schuss vom GC-Schlussmann, Joel Mall, pariert und Alexander Gerndt scheiterte, alleine vor Mall, am eigenen Unvermögen.

Kurz nach Gerndts Chance überlief Loris Benito den Spieler Moritz Bauer und flankte von der Grundlinie in den Rücken der Abwehr. Dort stand Hoarau genau richtig und nickte ein. Die Zürcher reklamierten bei Schiedsrichter Jaccottet, da Gerndt Mall im passiven Abseits irritiert haben soll, doch der Schwede stand gar nicht im Abseits, denn Bauer hob dieses auf.

Kamberi mit der Hake

GC bislang ohne Möglichkeit, erhielt in der 31. Minute einen Eckball zugesprochen. Youngstar Kamberi schaute vermutlich vor dem Spiel einige Videos von Superstar Ibrahimovic an, denn er setzte zur Hake an und prompt landete der Ball hinter dem chancenlosen YB-Torwart Mvogo.

YB schien etwas geschockt, denn kurz nach dem Ausgleich hatte Dabbur den Führungstreffer auf dem Fuss, scheiterte aber am hervorragend reagierenden Mvogo. Kurz vor der Pause eine weitere heikle Situation. YB-Neuzugang Yoric Ravet flankte einen Freistoss auf Hoarau, der den Ball ins Tor köpfte, doch das Tor wurde annulliert, da der Franzose scheinbar aus einer Abseitsposition gestartet sei. Ein Fehlentscheid. Vilotic und Zakaria standen beide im Abseits, Hoarau nicht.

GC dominant

In der zweiten Halbzeit dominierten die Zürcher, jedoch schauten bloss selten gefährliche Chancen heraus. Dabbur setzte sich oft schön gegen mehrere YB-Verteidiger durch, scheiterte aber immer am gut positionierten Mvogo.

YB konnte nicht an der Leistung aus der ersten Hälfte anknüpfen und hatte einzig in der 84. Minute eine Chance, erneut in Führung zu gehen. Hoarau scheiterte jedoch mit seinem unplatzierten Kopfball an Mall. Doch das Spiel war noch nicht vorbei. Plötzlich stand Tabakovic alleine vor Mvogo und wird im letzten Moment zurückgepfiffen. Auch dies ein Fehlentscheid, denn Tabakovic stand nicht im Abseits. Somit gab es heute zwei gröbere Fehlentscheide, glücklicherweise je einen pro Mannschaft. Haris Tabakovic meinte nach dem Spiel: »In der ersten Halbzeit hatten wir Glück, in der zweiten YB. Also ist ein Unentschieden ein gerechtes Resultat.» Nuzzolo sah dies etwas anders: »Ich denke, GC ist mit diesem Resultat besser bedient als wir, aber wir hätten in der zweiten Halbzeit sicherlich mehr machen müssen.»

Die YB-Auferstehung?

Nach dem Sieg im ersten Spiel unter Adi Hütter gegen Vaduz waren gestern die Ansprüche an den FCB hoch. Man wollte dem unbesiegten Leader Punkte abnehmen. Dies gelang dank einer effizienten Offensive und einem noch stärkeren YB-Torhüter Yvon Mvogo.

Basel macht mehr für das Spiel

Die Basler drückten von Beginn weg und bereiteten der YB-Defensive in den Startminuten viel Arbeit. Die Berner standen zwar wieder hoch und pressten, doch der FCB spielte sich gut aus der Umklammerung der Hauptstädter heraus. Nach einem Freistoss für den FCB in der 5. Minute klärte Alain Rochat den Ball und dann kam der erste Grossauftritt von Sulejmani. Der Berner gewinnt das Sprintduell gegen Xhaka, dribbelt diesen zusätzlich noch schwindlig und knallt dann einfach eins auf den Ball. Auf einen Weg fand das Leder den Pfad ins Tor, jedoch macht Vaclik im FCB-Tor nicht die beste Figur.

Die Angriffe der Berner waren oft geduldig herausgespielt. Bis zu diesem Zeitpunkt gelingt es dem FCB nicht vor dem YB-Tor gefährlich zu werden. Während der Klassiker hart zu und her ging, erlaubte sich Schiedsrichter Klossner den einen oder anderen Fehler. Oft zu Gunsten des FCB.

Die Basler setzten bei Standardsituationen oft ein gefährliches Zeichen und so reagierte Youngstar Embolo nach einer Ecke in der 24. Minute am schnellsten und erzielte den nicht unverdienten Ausgleich für die Basler, welche mehr fürs Spiel machen.

Kurz vor der Pause dann der zweite Grossauftritt von Sulejmani. Der Serbe konnte einen Hadegjonai- Freistoss aus der eigenen Platzhälfte sauber mit der Brust annehmen und zog zur Mitte. Mutig zielte er aus rund 20 Metern ab und auch dieser Schuss schlug hinter dem chancenlosen Vaclik ein.

Wieder der drückende FCB

Auch nach der Pause startete der FCB druckvoller, doch auch in Halbzeit zwei waren es die Berner, die den ersten Treffer erzielten. Nach einem herrlichen Kabinettstück legte Steffen in der 65. Minute scharf zur Mitte, wo der bedrängte Alexander Gerndt mit der Hacke den Ball über die Linie drückte. Das Stade de Suisse stand Kopf. Zuvor hielt Mvogo die Führung nach einem gut geschossenen Zuffi-Freistoss fest und hatte Glück als ein Kopfball von Hoegh nur den Pfosten traf.

Xhaka liess sich etwas später zu einer Tätlichkeit an Steffen hinreissen. Klossner hatte die Aktion wahrscheinlich nur halb gesehen und zeigte dem Basler-Abräumer zum Unmut der Berner bloss den gelben Karton.

FCB gibt nicht auf

Wieder wurden die Basler in der 74. Minute nach einem Freistoss gefährlich und prompt gelang dem Innenverteidiger Suchy der Anschlusstreffer. Die Berner spielten nur auf Konter und so einen versuchte Vilotic mit einem hohen Ball zu lancieren. Gerndt glaubte daran – nach dem Aufspringen des Balles – vor Vaclik am Ball zu sein und wurde belohnt. Vor Vacliks Händen köpfte er den Ball über den Torhüter zum 4 zu2 ins Netz. Doch auch jetzt kämpfte der Leader weiter und erzielte in der Nachspielzeit durch Janko den erneuten Anschlusstreffer. Für den Ausgleich reichte die Zeit jedoch nicht mehr und YB schlug den FCB als erste Mannschaft in dieser Saison mit 4 zu 3.

Als Frau in einer Randsportart zu den Olympischen Spielen

“Ich bin Spitzensportlerin. Das sollte ich eigentlich sagen, wenn mich jemand fragt, was ich mache. Ich bin Spitzensportlerin, beruflich und privat.” Es war nie Jeannine Gmelins Plan, Profiruderin zu werden. Ihr Ziel war und ist es bloss, immer das zu tun, was sie will. “Wenn ich weiss, was ich will, stecke ich mein ganzes Herzblut in diese Sache.”

 

Schwieriger Start

Als Gmelin mit dreizehn Jahren im Ruderclub Uster ein neues Hobby fand, war es auf keinen Fall “Liebe auf den ersten Blick”. Sie und ihr grosser Bruder Valentin Gmelin sassen zweimal in der Woche im Boot und probierten das Rudern aus. Gmelins allererster Wettkampf war kein grosser Erfolg: “Weil sich meine Ruder zweimal im Wasser verdreht haben, haben wir verloren. Ich war zu Tode betrübt.” Auch ihr erstes Einzelrennen nahm ein wortwörtlich frühzeitiges Ende im Wasser. “Mitten auf der Rennstrecke bin ich gekentert.” Irgendwann kamen jedoch auch die ersten Erfolge. Dadurch hat Gmelin das Rudern mehr und mehr gepackt und der Trainingsumfang hat automatisch zunehmen müssen.

 

Mehr als ein Hobby

Neben dem Rudern hat Gmelin eine kaufmännische Lehre in Uster mit einem 80-Prozent-Pensum absolviert. Dadurch hatte sie nebst der Arbeit genug Zeit für das intensive Training. Der entscheidende Moment, in dem ihr klar wurde, dass ihr Rudern mehr bedeutet als nur ein Hobby, war 2011. Ihr Bruder Valentin Gmelin nahm damals in Amsterdam an der U23 Weltmeisterschaft teil. “Ich wurde überwältigt von Emotionen und Glücksgefühlen, da war mir klar: Das will ich auch.” Von da an hat sich Gmelins Karriere verändert.

 

Unterstützung von allen Seiten

Gmelin steckt alles, was sie kann, in die Erfüllung ihres Traums, doch ohne Unterstützung wäre sie heute nicht dort, wo sie ist. Bis vor einem Jahr arbeitete sie Teilzeit und konnte somit ihre Lebensausgaben decken. Jegliche Kosten, die das Rudern mit sich brachte, wie Trainingslager, Wettkämpfe und Reisen, übernahm und übernimmt auch heute grösstenteils die Leistungssportabteilung des Ruderclubs Uster.

 

Nun hat Gmelin jedoch keine Zeit mehr, neben dem Profisport zu arbeiten. Finanzielle Unterstützung bekommt sie heute von der Schweizerischen Sporthilfe/Swissolympics, Olympic Scholarship und von privaten Sponsoren. Gmelin hat ein starkes soziales Umfeld, das ihr psychisch gut beisteht. Ihre Familie stehe immer hinter ihr, ihre Freunde zeigten grosses Verständnis für ihre regelmässige Abwesenheit und die nur begrenzte Zeit für private Treffen.

 

“Meine Chefin war für mich immer eine wichtige Unterstützerin. Jegliche Ferien und Abwesenheiten hat sie mir ohne Wimpernzucken bewilligt.” Dadurch wurde Sorgen und Ängsten vorgebeugt. Ein weiterer grosser Unterstützer ist Roger Achermann, der Präsident des Ruderclubs Uster. “Er ist der Mann hinter allem, was für mich auf die Beine gestellt wird.” Gmelin kann mit ihren Anliegen stets zu ihm gehen und am nächsten Tag liegt meist eine Lösung auf dem Tisch.

 

Regeln und Befehle

Die einzige Möglichkeit, als Frau in einer Randsportart staatliche Unterstützung zu bekommen, ist die Spitzensport Rekrutenschule zu absolvieren. Diese Möglichkeit bietet die Schweizer Armee in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Sport an. Deshalb hat Gmelin das schweizerische Militär absolviert, wo sie eine dreiwöchige Grundausbildung machte.”Da bin ich ziemlich auf die Welt gekommen. Es herrschten bloss Regeln und Befehle, Selbstbestimmung gab es nicht.”

 

Anschliessend folgten 15 Wochen Intensivtraining, nicht in einem ruhigeren, wohl aber in einem angenehmeren Rahmen. Da sie zuvor eine feste Anstellung hatte, wurde sie während der Zeit auf der Rekrutenschule entlohnt, was dieses Angebot verlockend machte. Während dieser Zeit war Gmelin das erste Mal Vollzeit-Sportlerin. Somit ist dies auch die entscheidende Phase, in der ihr Entwicklungsprozess zur Profisportlerin begann.

 

Meilenstein

Jeannine Gmelin hat im Schweizer Rudersport durch den Gewinn der Silbermedaille an der Europameisterschaft einen Meilenstein gelegt. Durch diesen Sieg wird Gmelin Ende August an der Weltmeisterschaft antreten. Kommt sie dort unter die ersten neun Plätze, vertritt Gmelin an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro 2016 die Schweiz. In Anbetracht ihrer bisherigen Leistungen ist Gmelin zuversichtlich, diese Herausforderung packen zu können.

 

Gmelins Alltag war und ist auch heute stets ausgebucht und intensiv. Vor allem seit letztem Herbst, seit dem Gmelin als Spitzensportlerin arbeitet, bewegt sich ihr Wochenplan “abseits vom Normalen, ständig im extremen Rahmen.” Manchmal wünscht sich Gmelin etwas mehr Freiheiten, Flexibilität und Spontaneität, doch würde sie nie etwas aufgeben oder rückgängig machen wollen.

 

Aufs Herz hören

Das Gefühl vom Verlieren bei einem Wettkampf kann Gmelin nicht in Worte fassen, weil sie es nie wirklich erlebt hat. “Wenn ich alles gebe, kann ich gar nicht verlieren”. Ist Gmelin bei einem Wettkampf voll und ganz dabei, ist dies immer ein Erfolg. “Ich trainiere nicht nur, um zu siegen, sondern auch, weil jedes Training für mich eine Art Sieg ist.” Jedes Mal, sei es bei einem Wettkampf, einem Trainingswochenende oder einem Einzeltraining sammelt sie menschliche und sportliche Erfahrungen. Dadurch ist der Sieg für Gmelin nicht das einzige Erfolgserlebnis. “Doch ist er eine Bestätigung, dass ich richtig gelegen bin, stets an mich selbst zu glauben und auf mein Herz zu hören.”

 

Zukunft

Irgendwann wird Jeannine nicht mehr das Rudern als Beruf haben, irgendwann wird sie etwas Neues machen müssen. Was das sein wird, weiss sie noch nicht, doch eins ist klar: “Es wird irgendetwas anderes sein, doch es wird genauso meine Leidenschaft sein, wie es momentan das Rudern für mich ist.” Sie habe das Gefühl, dass sicher wieder etwas kommen wird, was sie vielleicht nicht genau so, aber auf eine andere Art begeistert wie der Rudersport. “Wenn das der Fall ist, gebe ich ganz sicher auch dann wieder 100 oder 110 Prozent.”

“Niveauunterschied war sichtbar”

Vor 16’079 Zuschauern startete für YB die Europacup-Kampagne. Gegner in der 3. Qualifikationsrunde der Champions League ist die AS Monaco. Der neureiche Verein, gespickt mit Topspielern, stand letzte Saison im Viertelfinale der Königsklasse und ging als klarer Favorit in die Partie gegen YB.

Keine Chancen im ersten Durchgang

Die erste Halbzeit brachte keine nennenswerte Aktion mit sich. Die beiden Abwehrketten standen hinten sicher und die Offensivspieler beider Mannschaften kreierten zu wenig gefährliche Spielsituationen. So sind zwei Versuche von YB-Neuzuzug Sulejmani die einzigen Aktionen mit Gefahrenpotenzial im Ansatz.

Zwei neue Mannschaften in zweiter Halbzeit

Die zweite Halbzeit startete mit einem Paukenschlag. Nach einem Befreiungsschlag von Vilotic kam Kubo zum Abschluss. Sein Schuss in der 51. Minute traf allerdings nur den Pfosten. Plötzlich waren alle wieder wach. Nun powerten die Berner und zeigten ein starkes Spiel.

Kurz nach der Pause starteten die Young Boys ihre YB-Viertelstunde, doch am Abschluss fehlte es zuhauf: Bei den Schüssen von Hoarau und Kubo war reichlich Pech dabei. Hoarau köpfte einen Ball aus fünf Metern neben das Tor und Kubo sah seinen Schuss von Kurzawa auf der Linie geklärt.

Der monegassische Aussenverteidiger traf nur zwei Minuten später in der 64. Minute per Volley herrlich ins kurze Eck, nachdem er sträflich alleine gelassen wurde. Eine unverdiente, wenngleich auch unglaublich effiziente Führung. Acht Minuten später war es dann Carrillo, der nur kurze Zeit nach seiner Einwechslung einen Moutinho-Freistoss ins Tor köpfte.

YB gibt sich kämpferisch

Durch einen Gegenangriff gelang den Hauptstädtern zwar der Anschlusstreffer von Nuzzolo in der 74. Minute, aber nur eine Minute später baut Pasalic die Führung der Monegassen zum Endergebnis von 3-1 nochmals aus.

Scott Sutter brachte es nach dem Spiel auf den Punkt: “Wir spielten ein sehr starkes Spiel, doch es war ein Spiel, in dem der Ball einfach nicht rein wollte.” Auf das Rückspiel bezogen meinte der YB-Verteidiger: “Wir müssen noch einmal so spielen und die Tore machen, ganz durch sind sie noch nicht.”

Raphael Nuzzolo, einziger YB-Torschütze, sagte: “Wenige Chancen, drei Tore. Man sah einfach den Niveauunterschied:”

Category Archives: Sport

Erster Dämpfer für YB

Passives YB

Viel Sehenswertes bot die erste Halbzeit nicht und dennoch führten die Gäste aus Thun gleich mit 0-3. Die Oberländer konnten bislang kein Spiel gewinnen und so überraschte das Halbzeitresultat umso mehr. Bei YB passte nichts zusammen und die Kreativität in der Offensive, die aus den letzten Spielen gelobt wurde, kam nicht zum Vorschein.

So wurde YB von der eigenen Eckballvariante aus dem Spiel gegen Lausanne von Thun ausgehebelt. Sandro Lauper erzielte nach 13 Minuten die Führung für den FC Thun. Gefolgt war diese Ecke von einer weiteren, bei welcher Marco Bürki Gelmi gewähren liess. Der Verteidiger des FC Thun erzielte somit bereits das 0-2 für das Gästeteam.

Nun kam es aber in der 43. Minute noch dicker für den passiven Leader aus Bern: Spielmann wurde nach einem Fehlpass aus der YB-Verteidigung sofort lanciert und blieb Sieger im Duell gegen David von Ballmoos.

Offensivdruck ohne Erfolg

Adi Hütter brachte nach der Pause mit Guillaume Hoarau und Leo Bertone zwei geschonte Stammspieler. Diese brachten zwar etwas Schwung mit und YB spielte sich hochkarätige Chancen heraus, trotzdem scheiterten die Hauptstädter an ihrem eigenen Unvermögen oder am stark aufspielenden Thun-Goalie Ruberto.

Es kam wie es kommen musste und so erzielte der FC Thun nach einer schön herausgespielten Aktion sogar das 0-4. Die Berner waren bedient und mussten das erste Mal in dieser Saison Punkte liegen lassen. Die Art und Weise lässt jedoch die eine oder andere Frage offen.

YB lässt seine Fans träumen

Foto: Thomas Hodel

Viele Zweikämpfe

Die erste Halbzeit war geprägt von vielen hart geführten Zweikämpfen und zwei stark aufspielenden Abwehrketten. Nur selten konnten die Offensivspieler beider Mannschaften in eine gefährliche Position gebracht werden.

Weder Steffen beim FCB, noch Sulejmani konnten ihre Freiheiten ausnützen und so war das logische Halbzeitresultat 0-0.

Einzelleistungen entscheiden das Spiel

Das Heimteam kam stärker aus der Kabine und spielte mit viel Druck nach vorne. In der 58. Minute passte der stark aufspielende YB-Verteidiger Benito auf Yoric Ravet. Dieser lässt mit seinem Dribbling Luca Zuffi alt aussehen und schlenzt den Ball herrlich an Vaclik vorbei ins Tor. Das ausverkaufte Stade de Suisse stand kopf. Keine Minute später hatte Sulejmani das nächste Tor auf dem Fuss, doch er verzog kläglich.

In der 80. Minute besiegte Sulejmani schliesslich endgültig das FCB. Einen Freistoss aus rund 25 Metern versenkte er nahezu perfekt ins Tor.

YB-Debütant Christian Fassnacht war nach dem Spiel zufrieden: «Es ist natürlich toll, gegen den Meister zu gewinnen, aber das war bloss das erste Spiel und jetzt kommt Dynamo Kiew, dies ist noch ein härterer Brocken. Nach der zweiten Halbzeit von heute dürfen wir jedoch zuversichtlich sein.»

Luzern unterliegt auch YB

Startfeuerwerk der Berner

Kaum angespielt zappelte der Ball bereits im Netz. Das Spiel dauerte erst zehn Sekunden, als sich die YB-Akteuere Frey, Ravet und Sulejmani durch die Luzernabwehr tankten. Letzterer liess sich nicht zweimal bitten und bezwang Jonas Omlin im Tor des FCL. Es ist eines der schnellsten Tore in der Geschichte der Super League.

Das Spiel war lanciert und der neutrale Zuschauer auf die Reaktion der Zentralschweizer gespannt. Diese blieb vorerst aus und nach zwei Minuten hätte Sulejmani beinahe zum zweiten Mal eingenetzt. Sein Kopfball zischte jedoch knapp über das Tor. Nach sieben Minuten zeigten sich erste Offensivzeichen der Gäste aus Luzern.
Marco Schneuwly, ein ehemaliger YB-Stürmer, flankte zur Mitte, wo Juric mit einem starken Kopfball den Ausgleich erzielte. Dabei sah wirkte die YB-Abwehr nicht, denn Juric hatte ziemlich viel Platz um zum Kopfball anzusetzten. Nach diesen beiden Toren flachte das Spiel etwas ab und beide Teams liessen keine sehenswerte Chance mehr zu. Bis zur 25. Minute plätscherte das Spiel so vor sich hin. Danach konnte sich das Team von Adi Hütter jedoch steigern und YB kam wieder vermehrt zu gefährlichen Angriffen.

Passive Luzerner

Luzern zeigte sich nun sehr passiv und der junge Torhüter des FCL, Jonas Omlin, löste bei manch einem Mitleid aus. Zwar parierte er gegen Michael Frey magistral, er musste jedoch in der 29. Minute erneut einen Ball aus dem Netz fischen. Nach einem Freistoss von der rechten Seite, wusste Sulejmani die Flanke von Ravet per Kopf zu verwerten. Die erneute Führung des Heimteams hinterliess jedoch einen bitteren Nachgeschmack, denn das Tor entstand vermutlich aus einer knappen Abseitsposition. YB übernahm nun das Spieldiktat und wer auf eine Reaktion des FCL hoffte, täuschte sich sehr.

Die Gäste zeigten sich ängstlich-passiv und konnten keine Offensivakzente mehr setzen. Besser machte es YB: Das Heimteam konnte in der 35. Minute die Führung ausbauen. Nach einem Pass in den Rücken der FCL-Abwehr scheiterte Frey an einem Bein eines Abwehrspielers. Den Abpraller verwertete YB-Neuzugang Roger Assale jedoch ohne Problem. Die zweite Halbzeit ging im gleichen Stil weiter, wie die erste aufgehört hatte. Die Berner dominierten die Gäste nach Belieben. Ihr schenlles Umschaltspiel brachte immer wieder grosse Gefahr mit sich. Schliesslich erzielte in der 60. Minute Michael Frey das Tor zum 4-1 für YB. Nach einem herrlichen Pass von Zakaria auf Sulejmani, wusste dieser Frey in der Mitte zu bedienen, welcher nur noch einschieben musste.
In der Folge hätten die Berner gut noch das eine oder andere Tor erzielen können, oder eher müssen. Bertone und Aebischer sahen ihre Schüsse jeweils am Aluminium abgeprallt.

Das Schlussresultat von 4-1 für YB stösst den FCL weiter in die Krise. Yvon Mvogo, Torhüter von YB, freute sich nach dem Spiel über den klaren Sieg: «Wir haben jetzt den zweiten Platz auf sicher und auch wenn ich nicht mehr dabei sein werde, freue ich mich, dass diese Mannschaft nächste Saison an der Champions-League-Qualifikation spielen darf. Ich bin heute sehr stolz auf diese Mannschaft. Der Auftritt heute ist einfach nur lobenswert», meinte Mvogo, der im Sommer zu RB Leipzig in die Bundesliga wechseln wird.

«Dr SCB isch dr geilscht Club»

Er wartet schon, an diesem Mittwochmittag, in einem Café in Bern, notabene zwei Tage nachdem sich der SCB in Zug zum zweiten Mal in Folge zum Eishockey Schweizer Meister küren lassen konnte. Von seinem Gipfeli ist schon fast nichts mehr übrig. «Tinu», stellt er sich vor. Martin Megert, wie er mit bürgerlichem Namen heisst, ist Informatiker. Neben seinem Beruf gibt es eine grosse Konstante in seinem Leben. Sie heisst SCB. Ich setzte mich ihm gegenüber hin. Wie sich herausstellt, ist Tinu genau wie ich in Burgdorf aufgewachsen. Während mich mein Vater an meinen ersten Match nach Langnau mitnahm, ging es für Tinu in die andere Richtung, nach Bern.

Das war der Beginn einer grossen Liebe. Heute ist der 56-Jährige der wahrscheinlich grösste SCB-Fan und ziemlich sicher auch der Bekannteste. Er ist Betreiber der Facebook-Seite «Hardboiled SCB», welche mittlerweile über 8000 Fans zählt. Auf dieser veröffentlicht er an jedem Spieltag spätestens eine Stunde nach dem Schlusspfiff einen Matchbericht, in dem er sich unzensiert seine Emotionen vom Leib schreibt. Diese Emotionen hat er nun auch in Buchform niedergeschrieben: «111 Gründe, den SCB zu lieben», heisst das gute Stück. Auch wenn sich Tinu für das Buch etwas zurückhalten musste, was die Sprache anging, ist sein Schreibstil deutlich erkennbar. «Ich bin wahnsinnig stolz auf das Buch, und auch auf mich», erzählt Tinu.

Seitenhiebe für Fribourg-Gottéron

«Der wichtigste Grund, den SCB zu lieben, ist ganz einfach: Der SCB ist ein geiler Club», sagt Tinu. Diesen einen, alles überspannenden Grund habe er dann, «wie ein Forensiker», aufgespalten in 111 Gründe. Drei Monate habe er jede Nacht daran geschrieben, immer mit der Deadline im Nacken. Er sei froh, dass er das Buch nicht während der Eishockeysaison schreiben musste, schmunzelt er. «Zusammen mit einem 100%-Job bin ich schon an meine Grenzen gekommen».

Das Buch ist eine Liebeserklärung an den SCB. Nicht immer sehr objektiv geschrieben, doch ausnahmslos ehrlich, interessant und auch lehrreich. Was auffällt: Gefühlt auf jeder zweiten Seite ist ein Seitenhieb gegen Fribourg-Gottéron versteckt. Diesen Club kann Tinu nicht ausstehen. «Weil es den HC Fribourg-Gottéron gibt», ist sogar der 39. Grund, den SCB zu lieben. Tinu erklärt, dass die Fribourger Fans «ekligi Cheibe» seien. Seine Erinnerungen an Fribourg seien nicht die besten, gibt er zu. Doch man könne sie auch nicht wirklich ernstnehmen, die chronisch erfolglosen Zähringer, die als einen der grössten Erfolge der Vereinsgeschichte den Vize Schweizer-Meister-Titel angeben, führt er weiter aus. Da seien ja sogar die Langnauer erfolgreicher – einen Titel gab es für die Langnauer 1976 zu feiern.

Der SCB als Kontaktbörse

Selbst der eingefleischteste SCB-Fan wird bei der Lektüre einige neue Dinge über seinen Lieblingsclub lernen. Etwa, dass die Band Europe extra für den SC Bern eine Ausnahme machte und ihren Hit «The Final Countdown», welcher nach jedem Berner Tor erklingt, zur Einweihung des neuen Stadions 2009 live spielte. Denn seit ihrem Comeback im Jahre 2004 weigerten sie sich standhaft, ihren grössten Hit live zu spielen. Auch Privates findet im Buch Platz: Martin Megert hat seine Frau an einem SCB-Spiel kennengelernt. Auch Randgeschichten von Spielern, Trainern und Schiedsrichtern finden in Tinus Werk Platz. In über 40 Jahren als SCB-Fan hat er vieles erlebt und kann so aus dem Nähkästchen plaudern. Die Liebe und Leidenschaft für den SCB ist in jeder Zeile spürbar.

Der Meisterfeier im Berner Stadion am Ostermontag blieb Tinu übrigens fern. «Bisher haben sie noch immer verloren, wenn ich an ein Public Viewing gegangen bin», so Tinu. Auch als der Titel im Trockenen war, blieb er zuhause: «Das war für mich ein schöner Abschluss der Saison». Er sei halt nicht mehr der Jüngste. Doch den Umzug durch die Berner Altstadt und die Feier auf dem Bundesplatz liess er sich nicht entgehen. «Das ist Ehrensache», meint der wohl grösste SCB-Fan, bevor er sich verabschieden muss. Er werde jetzt den Sommer geniessen.

Am Ende gewann der Effizientere

Vor 30’224 Zuschauern zeigte YB eine sehr starke Leistung gegen den Favoriten aus Gladbach. Die Atmosphäre im beinahe ausverkauften Stade de Suisse war grandios, dies auch dank den vielen Fans, die aus Deutschland angereist sind. Erst am Ende des Spieles konnten die Gäste dank einem Doppelschlag den Sack zumachen.

YB hält frech dagegen

Es war alles angerichtet für einen perfekten Fussballabend. Die Affiche stimmte und die Mannschaft von Adi Hütter war heiss auf das Hinspiel gegen den letztjährigen Vierten der deutschen Bundesliga.

Die Gäste dominierten das Spiel und versuchten mit einem schnellen Umschaltspiel die Verteidigung zu durchbrechen. Der stark aufspielende Traoré war oft der gesuchte Mann und in der 11. Minute war der Flügelspieler zu schnell für Lecjaks, er flankte scharf zur Mitte, wo der ex-FCZ Spieler Raffael wartete. Dieser vernaschte die YB-Abwehr und schoss seine Borussen mit einem herrlichen Flachschuss in Führung.

Die Berner hielten aber nach wie vor gut dagegen und hatten in der 45. Minute auch eine gute Möglichkeit zum Ausgleich. Hoaraus Versuch zischte aber knapp am Tor von Yann Sommer vorbei.

YB mit Chancenplus – Gladbach effizient

Nach der Pause kamen die Berner zunehmend besser ins Spiel und arbeiteten gut nach vorne, doch der letzte Pass fand nicht seinen Empfänger. Anders in der 56. Minute: als Sutter Ravet lancierte und der Franzose zur Mitte flankte. Für einmal stand dort Sulejmani ohne Verteidiger und nutzte dies dankend aus.

Das Spiel war neu lanciert und als in der 65. Minute Hoaraus Kopfball den Pfosten streifte, hätten die Berner die Führung nun definitiv verdient.

Wie aus heiterem Himmel schoss in der 67. Minute der eingewechselte André Hahn die erneute Führung für die Gäste aus dem Ruhrgebiet. YB brachte den Ball nicht aus der gefährlichen Zone, Bertone wurde noch hart angegangen, bevor der Ball zu Hahn sprang, der sich nicht zweimal bitten liess – bitter für die Berner.

Als in der 69. Minute Raffaels Volley-Versuch noch unhaltbar von Rochat ins eigene Tor abgelenkt wurde, waren die Hauptstädter definitiv am Ende. Die Gladbacher spielten die 3-1 Führung routiniert runter und gehen nun mit einem sehr dicken Polster ins Rückspiel von nächster Woche.

YB – GC: Spitzenspiel ohne Gewinner

«Das Resultat bringt definitiv niemandem etwas, doch unser Ziel war, YB nicht näher an uns herankommen zu lassen und dies haben wir erreicht.» Mit diesen Worten wendete sich Haris Tabakovic, nach seinem ersten Pflichtspiel für GC, an die Journalisten. Das Verfolgerduell startete wie erwartet. Bereits in der zehnten Minute setzte der nach einer Verletzung zurückgekehrte Guillaume Hoarau den Ball an den Pfosten.

Joel Mall im GC-Tor lenkte den Ball mit den Fingerspitzen an die Torumrandung. Die Berner standen hoch und setzten die Zürcher stark unter Druck. Sulejmani sah seinen Schuss vom GC-Schlussmann, Joel Mall, pariert und Alexander Gerndt scheiterte, alleine vor Mall, am eigenen Unvermögen.

Kurz nach Gerndts Chance überlief Loris Benito den Spieler Moritz Bauer und flankte von der Grundlinie in den Rücken der Abwehr. Dort stand Hoarau genau richtig und nickte ein. Die Zürcher reklamierten bei Schiedsrichter Jaccottet, da Gerndt Mall im passiven Abseits irritiert haben soll, doch der Schwede stand gar nicht im Abseits, denn Bauer hob dieses auf.

Kamberi mit der Hake

GC bislang ohne Möglichkeit, erhielt in der 31. Minute einen Eckball zugesprochen. Youngstar Kamberi schaute vermutlich vor dem Spiel einige Videos von Superstar Ibrahimovic an, denn er setzte zur Hake an und prompt landete der Ball hinter dem chancenlosen YB-Torwart Mvogo.

YB schien etwas geschockt, denn kurz nach dem Ausgleich hatte Dabbur den Führungstreffer auf dem Fuss, scheiterte aber am hervorragend reagierenden Mvogo. Kurz vor der Pause eine weitere heikle Situation. YB-Neuzugang Yoric Ravet flankte einen Freistoss auf Hoarau, der den Ball ins Tor köpfte, doch das Tor wurde annulliert, da der Franzose scheinbar aus einer Abseitsposition gestartet sei. Ein Fehlentscheid. Vilotic und Zakaria standen beide im Abseits, Hoarau nicht.

GC dominant

In der zweiten Halbzeit dominierten die Zürcher, jedoch schauten bloss selten gefährliche Chancen heraus. Dabbur setzte sich oft schön gegen mehrere YB-Verteidiger durch, scheiterte aber immer am gut positionierten Mvogo.

YB konnte nicht an der Leistung aus der ersten Hälfte anknüpfen und hatte einzig in der 84. Minute eine Chance, erneut in Führung zu gehen. Hoarau scheiterte jedoch mit seinem unplatzierten Kopfball an Mall. Doch das Spiel war noch nicht vorbei. Plötzlich stand Tabakovic alleine vor Mvogo und wird im letzten Moment zurückgepfiffen. Auch dies ein Fehlentscheid, denn Tabakovic stand nicht im Abseits. Somit gab es heute zwei gröbere Fehlentscheide, glücklicherweise je einen pro Mannschaft. Haris Tabakovic meinte nach dem Spiel: »In der ersten Halbzeit hatten wir Glück, in der zweiten YB. Also ist ein Unentschieden ein gerechtes Resultat.» Nuzzolo sah dies etwas anders: »Ich denke, GC ist mit diesem Resultat besser bedient als wir, aber wir hätten in der zweiten Halbzeit sicherlich mehr machen müssen.»

Die YB-Auferstehung?

Nach dem Sieg im ersten Spiel unter Adi Hütter gegen Vaduz waren gestern die Ansprüche an den FCB hoch. Man wollte dem unbesiegten Leader Punkte abnehmen. Dies gelang dank einer effizienten Offensive und einem noch stärkeren YB-Torhüter Yvon Mvogo.

Basel macht mehr für das Spiel

Die Basler drückten von Beginn weg und bereiteten der YB-Defensive in den Startminuten viel Arbeit. Die Berner standen zwar wieder hoch und pressten, doch der FCB spielte sich gut aus der Umklammerung der Hauptstädter heraus. Nach einem Freistoss für den FCB in der 5. Minute klärte Alain Rochat den Ball und dann kam der erste Grossauftritt von Sulejmani. Der Berner gewinnt das Sprintduell gegen Xhaka, dribbelt diesen zusätzlich noch schwindlig und knallt dann einfach eins auf den Ball. Auf einen Weg fand das Leder den Pfad ins Tor, jedoch macht Vaclik im FCB-Tor nicht die beste Figur.

Die Angriffe der Berner waren oft geduldig herausgespielt. Bis zu diesem Zeitpunkt gelingt es dem FCB nicht vor dem YB-Tor gefährlich zu werden. Während der Klassiker hart zu und her ging, erlaubte sich Schiedsrichter Klossner den einen oder anderen Fehler. Oft zu Gunsten des FCB.

Die Basler setzten bei Standardsituationen oft ein gefährliches Zeichen und so reagierte Youngstar Embolo nach einer Ecke in der 24. Minute am schnellsten und erzielte den nicht unverdienten Ausgleich für die Basler, welche mehr fürs Spiel machen.

Kurz vor der Pause dann der zweite Grossauftritt von Sulejmani. Der Serbe konnte einen Hadegjonai- Freistoss aus der eigenen Platzhälfte sauber mit der Brust annehmen und zog zur Mitte. Mutig zielte er aus rund 20 Metern ab und auch dieser Schuss schlug hinter dem chancenlosen Vaclik ein.

Wieder der drückende FCB

Auch nach der Pause startete der FCB druckvoller, doch auch in Halbzeit zwei waren es die Berner, die den ersten Treffer erzielten. Nach einem herrlichen Kabinettstück legte Steffen in der 65. Minute scharf zur Mitte, wo der bedrängte Alexander Gerndt mit der Hacke den Ball über die Linie drückte. Das Stade de Suisse stand Kopf. Zuvor hielt Mvogo die Führung nach einem gut geschossenen Zuffi-Freistoss fest und hatte Glück als ein Kopfball von Hoegh nur den Pfosten traf.

Xhaka liess sich etwas später zu einer Tätlichkeit an Steffen hinreissen. Klossner hatte die Aktion wahrscheinlich nur halb gesehen und zeigte dem Basler-Abräumer zum Unmut der Berner bloss den gelben Karton.

FCB gibt nicht auf

Wieder wurden die Basler in der 74. Minute nach einem Freistoss gefährlich und prompt gelang dem Innenverteidiger Suchy der Anschlusstreffer. Die Berner spielten nur auf Konter und so einen versuchte Vilotic mit einem hohen Ball zu lancieren. Gerndt glaubte daran – nach dem Aufspringen des Balles – vor Vaclik am Ball zu sein und wurde belohnt. Vor Vacliks Händen köpfte er den Ball über den Torhüter zum 4 zu2 ins Netz. Doch auch jetzt kämpfte der Leader weiter und erzielte in der Nachspielzeit durch Janko den erneuten Anschlusstreffer. Für den Ausgleich reichte die Zeit jedoch nicht mehr und YB schlug den FCB als erste Mannschaft in dieser Saison mit 4 zu 3.

Als Frau in einer Randsportart zu den Olympischen Spielen

“Ich bin Spitzensportlerin. Das sollte ich eigentlich sagen, wenn mich jemand fragt, was ich mache. Ich bin Spitzensportlerin, beruflich und privat.” Es war nie Jeannine Gmelins Plan, Profiruderin zu werden. Ihr Ziel war und ist es bloss, immer das zu tun, was sie will. “Wenn ich weiss, was ich will, stecke ich mein ganzes Herzblut in diese Sache.”

 

Schwieriger Start

Als Gmelin mit dreizehn Jahren im Ruderclub Uster ein neues Hobby fand, war es auf keinen Fall “Liebe auf den ersten Blick”. Sie und ihr grosser Bruder Valentin Gmelin sassen zweimal in der Woche im Boot und probierten das Rudern aus. Gmelins allererster Wettkampf war kein grosser Erfolg: “Weil sich meine Ruder zweimal im Wasser verdreht haben, haben wir verloren. Ich war zu Tode betrübt.” Auch ihr erstes Einzelrennen nahm ein wortwörtlich frühzeitiges Ende im Wasser. “Mitten auf der Rennstrecke bin ich gekentert.” Irgendwann kamen jedoch auch die ersten Erfolge. Dadurch hat Gmelin das Rudern mehr und mehr gepackt und der Trainingsumfang hat automatisch zunehmen müssen.

 

Mehr als ein Hobby

Neben dem Rudern hat Gmelin eine kaufmännische Lehre in Uster mit einem 80-Prozent-Pensum absolviert. Dadurch hatte sie nebst der Arbeit genug Zeit für das intensive Training. Der entscheidende Moment, in dem ihr klar wurde, dass ihr Rudern mehr bedeutet als nur ein Hobby, war 2011. Ihr Bruder Valentin Gmelin nahm damals in Amsterdam an der U23 Weltmeisterschaft teil. “Ich wurde überwältigt von Emotionen und Glücksgefühlen, da war mir klar: Das will ich auch.” Von da an hat sich Gmelins Karriere verändert.

 

Unterstützung von allen Seiten

Gmelin steckt alles, was sie kann, in die Erfüllung ihres Traums, doch ohne Unterstützung wäre sie heute nicht dort, wo sie ist. Bis vor einem Jahr arbeitete sie Teilzeit und konnte somit ihre Lebensausgaben decken. Jegliche Kosten, die das Rudern mit sich brachte, wie Trainingslager, Wettkämpfe und Reisen, übernahm und übernimmt auch heute grösstenteils die Leistungssportabteilung des Ruderclubs Uster.

 

Nun hat Gmelin jedoch keine Zeit mehr, neben dem Profisport zu arbeiten. Finanzielle Unterstützung bekommt sie heute von der Schweizerischen Sporthilfe/Swissolympics, Olympic Scholarship und von privaten Sponsoren. Gmelin hat ein starkes soziales Umfeld, das ihr psychisch gut beisteht. Ihre Familie stehe immer hinter ihr, ihre Freunde zeigten grosses Verständnis für ihre regelmässige Abwesenheit und die nur begrenzte Zeit für private Treffen.

 

“Meine Chefin war für mich immer eine wichtige Unterstützerin. Jegliche Ferien und Abwesenheiten hat sie mir ohne Wimpernzucken bewilligt.” Dadurch wurde Sorgen und Ängsten vorgebeugt. Ein weiterer grosser Unterstützer ist Roger Achermann, der Präsident des Ruderclubs Uster. “Er ist der Mann hinter allem, was für mich auf die Beine gestellt wird.” Gmelin kann mit ihren Anliegen stets zu ihm gehen und am nächsten Tag liegt meist eine Lösung auf dem Tisch.

 

Regeln und Befehle

Die einzige Möglichkeit, als Frau in einer Randsportart staatliche Unterstützung zu bekommen, ist die Spitzensport Rekrutenschule zu absolvieren. Diese Möglichkeit bietet die Schweizer Armee in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Sport an. Deshalb hat Gmelin das schweizerische Militär absolviert, wo sie eine dreiwöchige Grundausbildung machte.”Da bin ich ziemlich auf die Welt gekommen. Es herrschten bloss Regeln und Befehle, Selbstbestimmung gab es nicht.”

 

Anschliessend folgten 15 Wochen Intensivtraining, nicht in einem ruhigeren, wohl aber in einem angenehmeren Rahmen. Da sie zuvor eine feste Anstellung hatte, wurde sie während der Zeit auf der Rekrutenschule entlohnt, was dieses Angebot verlockend machte. Während dieser Zeit war Gmelin das erste Mal Vollzeit-Sportlerin. Somit ist dies auch die entscheidende Phase, in der ihr Entwicklungsprozess zur Profisportlerin begann.

 

Meilenstein

Jeannine Gmelin hat im Schweizer Rudersport durch den Gewinn der Silbermedaille an der Europameisterschaft einen Meilenstein gelegt. Durch diesen Sieg wird Gmelin Ende August an der Weltmeisterschaft antreten. Kommt sie dort unter die ersten neun Plätze, vertritt Gmelin an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro 2016 die Schweiz. In Anbetracht ihrer bisherigen Leistungen ist Gmelin zuversichtlich, diese Herausforderung packen zu können.

 

Gmelins Alltag war und ist auch heute stets ausgebucht und intensiv. Vor allem seit letztem Herbst, seit dem Gmelin als Spitzensportlerin arbeitet, bewegt sich ihr Wochenplan “abseits vom Normalen, ständig im extremen Rahmen.” Manchmal wünscht sich Gmelin etwas mehr Freiheiten, Flexibilität und Spontaneität, doch würde sie nie etwas aufgeben oder rückgängig machen wollen.

 

Aufs Herz hören

Das Gefühl vom Verlieren bei einem Wettkampf kann Gmelin nicht in Worte fassen, weil sie es nie wirklich erlebt hat. “Wenn ich alles gebe, kann ich gar nicht verlieren”. Ist Gmelin bei einem Wettkampf voll und ganz dabei, ist dies immer ein Erfolg. “Ich trainiere nicht nur, um zu siegen, sondern auch, weil jedes Training für mich eine Art Sieg ist.” Jedes Mal, sei es bei einem Wettkampf, einem Trainingswochenende oder einem Einzeltraining sammelt sie menschliche und sportliche Erfahrungen. Dadurch ist der Sieg für Gmelin nicht das einzige Erfolgserlebnis. “Doch ist er eine Bestätigung, dass ich richtig gelegen bin, stets an mich selbst zu glauben und auf mein Herz zu hören.”

 

Zukunft

Irgendwann wird Jeannine nicht mehr das Rudern als Beruf haben, irgendwann wird sie etwas Neues machen müssen. Was das sein wird, weiss sie noch nicht, doch eins ist klar: “Es wird irgendetwas anderes sein, doch es wird genauso meine Leidenschaft sein, wie es momentan das Rudern für mich ist.” Sie habe das Gefühl, dass sicher wieder etwas kommen wird, was sie vielleicht nicht genau so, aber auf eine andere Art begeistert wie der Rudersport. “Wenn das der Fall ist, gebe ich ganz sicher auch dann wieder 100 oder 110 Prozent.”

“Niveauunterschied war sichtbar”

Vor 16’079 Zuschauern startete für YB die Europacup-Kampagne. Gegner in der 3. Qualifikationsrunde der Champions League ist die AS Monaco. Der neureiche Verein, gespickt mit Topspielern, stand letzte Saison im Viertelfinale der Königsklasse und ging als klarer Favorit in die Partie gegen YB.

Keine Chancen im ersten Durchgang

Die erste Halbzeit brachte keine nennenswerte Aktion mit sich. Die beiden Abwehrketten standen hinten sicher und die Offensivspieler beider Mannschaften kreierten zu wenig gefährliche Spielsituationen. So sind zwei Versuche von YB-Neuzuzug Sulejmani die einzigen Aktionen mit Gefahrenpotenzial im Ansatz.

Zwei neue Mannschaften in zweiter Halbzeit

Die zweite Halbzeit startete mit einem Paukenschlag. Nach einem Befreiungsschlag von Vilotic kam Kubo zum Abschluss. Sein Schuss in der 51. Minute traf allerdings nur den Pfosten. Plötzlich waren alle wieder wach. Nun powerten die Berner und zeigten ein starkes Spiel.

Kurz nach der Pause starteten die Young Boys ihre YB-Viertelstunde, doch am Abschluss fehlte es zuhauf: Bei den Schüssen von Hoarau und Kubo war reichlich Pech dabei. Hoarau köpfte einen Ball aus fünf Metern neben das Tor und Kubo sah seinen Schuss von Kurzawa auf der Linie geklärt.

Der monegassische Aussenverteidiger traf nur zwei Minuten später in der 64. Minute per Volley herrlich ins kurze Eck, nachdem er sträflich alleine gelassen wurde. Eine unverdiente, wenngleich auch unglaublich effiziente Führung. Acht Minuten später war es dann Carrillo, der nur kurze Zeit nach seiner Einwechslung einen Moutinho-Freistoss ins Tor köpfte.

YB gibt sich kämpferisch

Durch einen Gegenangriff gelang den Hauptstädtern zwar der Anschlusstreffer von Nuzzolo in der 74. Minute, aber nur eine Minute später baut Pasalic die Führung der Monegassen zum Endergebnis von 3-1 nochmals aus.

Scott Sutter brachte es nach dem Spiel auf den Punkt: “Wir spielten ein sehr starkes Spiel, doch es war ein Spiel, in dem der Ball einfach nicht rein wollte.” Auf das Rückspiel bezogen meinte der YB-Verteidiger: “Wir müssen noch einmal so spielen und die Tore machen, ganz durch sind sie noch nicht.”

Raphael Nuzzolo, einziger YB-Torschütze, sagte: “Wenige Chancen, drei Tore. Man sah einfach den Niveauunterschied:”

Category Archives: Sport

Erster Dämpfer für YB

Passives YB

Viel Sehenswertes bot die erste Halbzeit nicht und dennoch führten die Gäste aus Thun gleich mit 0-3. Die Oberländer konnten bislang kein Spiel gewinnen und so überraschte das Halbzeitresultat umso mehr. Bei YB passte nichts zusammen und die Kreativität in der Offensive, die aus den letzten Spielen gelobt wurde, kam nicht zum Vorschein.

So wurde YB von der eigenen Eckballvariante aus dem Spiel gegen Lausanne von Thun ausgehebelt. Sandro Lauper erzielte nach 13 Minuten die Führung für den FC Thun. Gefolgt war diese Ecke von einer weiteren, bei welcher Marco Bürki Gelmi gewähren liess. Der Verteidiger des FC Thun erzielte somit bereits das 0-2 für das Gästeteam.

Nun kam es aber in der 43. Minute noch dicker für den passiven Leader aus Bern: Spielmann wurde nach einem Fehlpass aus der YB-Verteidigung sofort lanciert und blieb Sieger im Duell gegen David von Ballmoos.

Offensivdruck ohne Erfolg

Adi Hütter brachte nach der Pause mit Guillaume Hoarau und Leo Bertone zwei geschonte Stammspieler. Diese brachten zwar etwas Schwung mit und YB spielte sich hochkarätige Chancen heraus, trotzdem scheiterten die Hauptstädter an ihrem eigenen Unvermögen oder am stark aufspielenden Thun-Goalie Ruberto.

Es kam wie es kommen musste und so erzielte der FC Thun nach einer schön herausgespielten Aktion sogar das 0-4. Die Berner waren bedient und mussten das erste Mal in dieser Saison Punkte liegen lassen. Die Art und Weise lässt jedoch die eine oder andere Frage offen.

YB lässt seine Fans träumen

Foto: Thomas Hodel

Viele Zweikämpfe

Die erste Halbzeit war geprägt von vielen hart geführten Zweikämpfen und zwei stark aufspielenden Abwehrketten. Nur selten konnten die Offensivspieler beider Mannschaften in eine gefährliche Position gebracht werden.

Weder Steffen beim FCB, noch Sulejmani konnten ihre Freiheiten ausnützen und so war das logische Halbzeitresultat 0-0.

Einzelleistungen entscheiden das Spiel

Das Heimteam kam stärker aus der Kabine und spielte mit viel Druck nach vorne. In der 58. Minute passte der stark aufspielende YB-Verteidiger Benito auf Yoric Ravet. Dieser lässt mit seinem Dribbling Luca Zuffi alt aussehen und schlenzt den Ball herrlich an Vaclik vorbei ins Tor. Das ausverkaufte Stade de Suisse stand kopf. Keine Minute später hatte Sulejmani das nächste Tor auf dem Fuss, doch er verzog kläglich.

In der 80. Minute besiegte Sulejmani schliesslich endgültig das FCB. Einen Freistoss aus rund 25 Metern versenkte er nahezu perfekt ins Tor.

YB-Debütant Christian Fassnacht war nach dem Spiel zufrieden: «Es ist natürlich toll, gegen den Meister zu gewinnen, aber das war bloss das erste Spiel und jetzt kommt Dynamo Kiew, dies ist noch ein härterer Brocken. Nach der zweiten Halbzeit von heute dürfen wir jedoch zuversichtlich sein.»

Luzern unterliegt auch YB

Startfeuerwerk der Berner

Kaum angespielt zappelte der Ball bereits im Netz. Das Spiel dauerte erst zehn Sekunden, als sich die YB-Akteuere Frey, Ravet und Sulejmani durch die Luzernabwehr tankten. Letzterer liess sich nicht zweimal bitten und bezwang Jonas Omlin im Tor des FCL. Es ist eines der schnellsten Tore in der Geschichte der Super League.

Das Spiel war lanciert und der neutrale Zuschauer auf die Reaktion der Zentralschweizer gespannt. Diese blieb vorerst aus und nach zwei Minuten hätte Sulejmani beinahe zum zweiten Mal eingenetzt. Sein Kopfball zischte jedoch knapp über das Tor. Nach sieben Minuten zeigten sich erste Offensivzeichen der Gäste aus Luzern.
Marco Schneuwly, ein ehemaliger YB-Stürmer, flankte zur Mitte, wo Juric mit einem starken Kopfball den Ausgleich erzielte. Dabei sah wirkte die YB-Abwehr nicht, denn Juric hatte ziemlich viel Platz um zum Kopfball anzusetzten. Nach diesen beiden Toren flachte das Spiel etwas ab und beide Teams liessen keine sehenswerte Chance mehr zu. Bis zur 25. Minute plätscherte das Spiel so vor sich hin. Danach konnte sich das Team von Adi Hütter jedoch steigern und YB kam wieder vermehrt zu gefährlichen Angriffen.

Passive Luzerner

Luzern zeigte sich nun sehr passiv und der junge Torhüter des FCL, Jonas Omlin, löste bei manch einem Mitleid aus. Zwar parierte er gegen Michael Frey magistral, er musste jedoch in der 29. Minute erneut einen Ball aus dem Netz fischen. Nach einem Freistoss von der rechten Seite, wusste Sulejmani die Flanke von Ravet per Kopf zu verwerten. Die erneute Führung des Heimteams hinterliess jedoch einen bitteren Nachgeschmack, denn das Tor entstand vermutlich aus einer knappen Abseitsposition. YB übernahm nun das Spieldiktat und wer auf eine Reaktion des FCL hoffte, täuschte sich sehr.

Die Gäste zeigten sich ängstlich-passiv und konnten keine Offensivakzente mehr setzen. Besser machte es YB: Das Heimteam konnte in der 35. Minute die Führung ausbauen. Nach einem Pass in den Rücken der FCL-Abwehr scheiterte Frey an einem Bein eines Abwehrspielers. Den Abpraller verwertete YB-Neuzugang Roger Assale jedoch ohne Problem. Die zweite Halbzeit ging im gleichen Stil weiter, wie die erste aufgehört hatte. Die Berner dominierten die Gäste nach Belieben. Ihr schenlles Umschaltspiel brachte immer wieder grosse Gefahr mit sich. Schliesslich erzielte in der 60. Minute Michael Frey das Tor zum 4-1 für YB. Nach einem herrlichen Pass von Zakaria auf Sulejmani, wusste dieser Frey in der Mitte zu bedienen, welcher nur noch einschieben musste.
In der Folge hätten die Berner gut noch das eine oder andere Tor erzielen können, oder eher müssen. Bertone und Aebischer sahen ihre Schüsse jeweils am Aluminium abgeprallt.

Das Schlussresultat von 4-1 für YB stösst den FCL weiter in die Krise. Yvon Mvogo, Torhüter von YB, freute sich nach dem Spiel über den klaren Sieg: «Wir haben jetzt den zweiten Platz auf sicher und auch wenn ich nicht mehr dabei sein werde, freue ich mich, dass diese Mannschaft nächste Saison an der Champions-League-Qualifikation spielen darf. Ich bin heute sehr stolz auf diese Mannschaft. Der Auftritt heute ist einfach nur lobenswert», meinte Mvogo, der im Sommer zu RB Leipzig in die Bundesliga wechseln wird.

«Dr SCB isch dr geilscht Club»

Er wartet schon, an diesem Mittwochmittag, in einem Café in Bern, notabene zwei Tage nachdem sich der SCB in Zug zum zweiten Mal in Folge zum Eishockey Schweizer Meister küren lassen konnte. Von seinem Gipfeli ist schon fast nichts mehr übrig. «Tinu», stellt er sich vor. Martin Megert, wie er mit bürgerlichem Namen heisst, ist Informatiker. Neben seinem Beruf gibt es eine grosse Konstante in seinem Leben. Sie heisst SCB. Ich setzte mich ihm gegenüber hin. Wie sich herausstellt, ist Tinu genau wie ich in Burgdorf aufgewachsen. Während mich mein Vater an meinen ersten Match nach Langnau mitnahm, ging es für Tinu in die andere Richtung, nach Bern.

Das war der Beginn einer grossen Liebe. Heute ist der 56-Jährige der wahrscheinlich grösste SCB-Fan und ziemlich sicher auch der Bekannteste. Er ist Betreiber der Facebook-Seite «Hardboiled SCB», welche mittlerweile über 8000 Fans zählt. Auf dieser veröffentlicht er an jedem Spieltag spätestens eine Stunde nach dem Schlusspfiff einen Matchbericht, in dem er sich unzensiert seine Emotionen vom Leib schreibt. Diese Emotionen hat er nun auch in Buchform niedergeschrieben: «111 Gründe, den SCB zu lieben», heisst das gute Stück. Auch wenn sich Tinu für das Buch etwas zurückhalten musste, was die Spra