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Jetzt live aus dem Bundeshaus

Acht Stunden Live-Übertragung direkt aus dem Bundeshaus. Tink.ch sendet in Zusammenarbeit mit dem SRF die Debatten der Jugendsession 2016 live.  Mit der heutigen Schlussdiskussion einigen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf politische Forderungen, welche ans Parlament überwiesen werden können.

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Die Regie von Tink.ch. Bild: Michael Scheurer

 

Damit nicht genug. Während den Verschnaufpausen im Nationalratssaal bittet Tink.ch verschiedene Gesprächspartner zum Interview oder zu kleinen Diskussionsrunden direkt vor die Kamera.

Zu Gast am Mittag war unter Anderem Michael Möller, Generaldirektor des Büros der Vereinten Nationen in Genf .

Das Programm

11.30 Rede Michael Möller, Generaldirektor des Büros der Vereinten Nationen in Genf

13.15 Landwirtschaft und Ernährung

13.40 Fortpflanzungsmedizin Nationalratssaal

14.05 Agriculture et alimentation

14.30 Pendularité

14.55 Politique en matière de drogues

15.40 Organspende

16.05 Radikalisierung von Jugendlichen

16.30 Waffenexport Nationalratssaal

16.55 Übergabe der Forderungen

17.20 Ende der 25. Jugendsession

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Während den Debattierpausen werden die Themen in Interviews und Streitgesprächen vertieft. Bild: Michael Scheurer

Interview mit einem Militäroffizier

In einem früheren Artikel von mir («Militärdienst – ein Perspektivenwechsel») habe ich aus der Sicht eines Soldaten Geschichten und Eindrücke aus dem Militär veröffentlicht.

Nun ist es nur fair, die andere Partei zu Wort kommen zu lassen. Dazu habe ich meinen ehemaligen Vorgesetzten, nämlich Oberleutnant Schär, einige Fragen gestellt. Er war unser Zugführer während meines Militärdienstes.

Was ist genau ein Zugführer?

Der Zugführer ist der zweithöchste Vorgesetzte, mit dem die Soldaten direkt konfrontiert werden. Lediglich der Kommandant ist noch ein wenig höher gestellt . Der Zugführer übernimmt einen grossen Teil der Verantwortung über die Soldaten, was in anderen Worten bedeutet, dass er 40 bis 60 Soldaten leitet und auch in die Ausbildung der Soldaten eingreift. Militaristen, die sich für eine Laufbahn als Zugführer entscheiden, müssen 600 Tage am Stück Militärdienst leisten. Dabei durchläuft ein Zugführer folgende Phasen: die obligate Rekrutenschule, die Unteroffiziers- sowie die normale Offiziersschule, dann die längste und eigentliche Hauptphase, die Phase als Zugführer, und schlussendlich verdient er noch die restlichen zwei bis drei Monate in einer anderen Kompanie ab. 

In den Diensten des Vaterlandes

Oberleutnant Schär wusste seit Beginn seiner Rekrutenschule, dass das Militär für ihn ein einmaliges Arbeitsumfeld darstellt. Um ganz sicher zu gehen, ob er nun in die Ausbildung als Offizier eintreten sollte, erkundete er sich nach ein paar weiteren Meinungen von ehemaligen Offizieren. Er erhielt beinahe ausschliesslich positive Rückmeldungen. Und Oberleutnant Schär bereut die Ausbildung zum Offizieren auch nach 500 Tagen geleisteten Dienst nicht. Ihm gefällt es, den Alltag für 40-50 Soldaten und Gruppenführer zu planen, sie zu führen und auszubilden und mit ihnen gemeinsam die erhaltenen Ziele zu meistern.

Herr Schär ist sehr stolz, ein Offizier in der Einheit Infanterie Durchdiener sein zu können. Was für ihn die Infanterie grundsätzlich ausmacht, ist die weitübergreifende Ausbildung der Infanteristen und ihre weitreichende Einsetzbarkeit. Infanteristen werden unter anderem in den Bereichen Selbstverteidigung, Schusswaffen, Sanitätsdienst und Funkkommunikation ausgebildet. Zudem ist die Infanterie der Hauptträger der Armee. Dies sind Gründe, warum es im Militär mehr Durchdiener der Einheit Infanterie bräuche, da Infanteristen kompetente und gut ausgebildete Leute seien, meint Schär. Man könne während 300 Tagen auf gut ausgebildete Leute zurückgreifen.

«Das Militär an der Front»

Für Oberleutnant Schär ist klar: als Durchdiener in der Einheit Infanterie kann die absolvierte  Ausbildung nicht wirklich in die Praxis umgesetzt werden. Der Umgang mit all den verschiedenen Waffen sowie die taktische, militärische Vorgehensweise in einem Krieg, wie etwa das «Verschieben und Vorrücken mithilfe Feuer und Bewegung», bleiben lediglich in der Ausbildungsphase von Gebrauch. Die Einsätze der Infanteristen beziehen sich hauptsächlich auf die Unterstützung der zivilen Behörde. Beispiele dafür sind der Einsatz am World Economic Forum in Davos oder der Botschaftsschutz in Genf. Erwähnenswert ist mehrere tausend Militaristen im Einsatz waren und Arbeiten wie Gebäudeschutz, Logistik und Versorgung erledigten. Schär ist sich sicher: So viele freiwillige zivilistische Kräfte aufzutreiben hätte wahrscheinlich ein äusserst schwieriges Unterfangen dargestellt.

Bewahrheitetes Klischee?

Natürlich musste auch Oberleutnant Schär eine Ausbildung zum Offizier durchlaufen. Ich fragte ihn, ob das Klischee stimme, dass Zug- und Gruppenführer oft zu jung und zu unerfahren seien, um eine solche Menge an ebenfals jungen, unerfahrenen und verschiedenen Männern leiten zu können. Seiner Meinung nach ist dies kein Klischee, sondern eine Tatsache. Nach der Offiziersschule werden einem frisch gebackenen Zugführer direkt 40 bis 60 Leute unterstellt. Viele Anweisungen und Aufträge, die aus den höheren Etagen kommen, hört man dann zum ersten Mal. Während der Eingewöhnungsphase der neuen Rekruten ergibt sich auch für die Zugführer nur kurz Zeit, sich etwas an das Führen von Gruppen zu gewöhnen. Was dem entgegenwirken könne, sei eine länger andauernde Offiziersschule, wo unter anderem das Führen von Gruppen öfters behandelt und angesprochen werde.

Förmlichkeiten gegen persönliche Beziehungen

Als ich Oberleutnant Schär auf die Beziehung zu seinen Soldaten angesprochen hatte, meinte er, dass er vor allem in der zweiten Hälfte des Militärdienstes seiner Soldaten ein sehr enges Verhältnis zu ihnen aufgebaut habe. Er erwähnte, dass das Verhalten eines Zugführers je nach Phase im Militär angepasst werden müsse. Während der Rekrutenschule müsse ein Zugführer die Soldaten eher «etwas härter rannehmen», sodass eine gewisse Basis und Disziplin der Soldaten geschaffen werden könne. Dann habe man im Militär eine bessere Voraussetzung für spätere Einsätze, so Oberleutnant Schär. In einer späteren Phase im Militär sollte man als Zugführer jedoch etwas persönlicher werden und als Mensch bei den Soldaten überzeugen, da mit der Zeit der Rang bei den Soldaten nicht mehr die gleiche Wichtigkeit besitzt wie zu Beginn des Militärdienstes. Im Gegenzug fragte ich meinen Interviewpartner, was für ein Verhältnis er zu seinen Vorgesetzten pflege. Dazu meinte Oberleutnant Schär, dass sich das Verhältnis zu den Berufsmilitaristen nicht wirklich verändert habe. Ab und zu tauschte man etwas Persönliches untereinander aus, was allerdings eher eine Ausnahme darstellte. Die Beziehung zum Kommandanten sei vielleicht etwas persönlicher geworden. Dies gehe jedoch auch in Ordnung, da die Zugführer die wichtigsten Ansprechpartner für einen Kommandanten darstellen im Bezug zu den Soldaten. Sobald der Kommandant nicht mit seinen Zugführern harmoniere, könne die Kompanie nicht wirklich funktionieren.

Hochs und Tiefs eines Zugführers

Zur Frage, was der schlimmste Moment in der bisherigen Laufbahn von Oberleutnant Schär gewesen sei, hat er vor allem die ersten 12 Wochen als Zugführer angesprochen. Diese Wochen seien äusserst arbeitsintensiv und schlafraubend. Viele Arbeiten wie etwa die Planung und das Administrative müsse am Abend oder in der Nacht erledigt werden, da man den Tag durch mit den Rekruten beschäftigt sei. Somit habe er während der Rekrutenschule meistens nur 2-3 Stunden Schlaf gekriegt – an seltenen Tagen auch gar keinen. Dies konnte Oberleutnant Schär launisch werden lassen. Die hohe psychische Belastung aus den ersten Wochen beanspruchte automatisch auch seine Physis. Somit war der Offizier sehr auf die Wochenenden angewiesen. Er betonte, dass die Wochenenden äusserst wichtig seien, um ein bisschen Abstand vom Militär zu gewinnen und sich zu regenerieren. Denn 600 Tage Militärdienst sind eine lange Zeit. Deswegen ist es wichtig, dass man vor allem die positiven Momente im Hinterkopf behält. Hierzu erzählte Oberleutnant Schär vom bestandenen 100 Kilometer langen Marsch während der Offiziersschule und den Umgang mit seinen «Schöflis», wie er oft zu sagen pflegte. Er fand es eine schöne Arbeit, 300 Tage seinen Zug führen zu können und mit ihnen Lob und Anerkennung von den Vorgesetzten zu erhalten. Dies motiviere ungemein, wenn man als Team sich gemeinsam Vorgenommenes erreiche.

10 Jahre Tink.ch – Ein Steckbrief

Mein Name ist, so ist unter dem Wikipedia-Eintrag zu meiner Person zu lesen, eine «freie Wortkreation». Tatsächlich werde ich von interessierten Zeitgenossen recht häufig auf seine Etymologie angesprochen und die Herkunft dieser frech-flotten Buchstabenfolge beschäftigt meine emsigen Mitarbeiter bis heute. Und nein: Das Binnen-H wurde bewusst ausgelassen, mein Name beginnt tatsächlich nicht mit einem P und in der Queer-Szene habe ich bisher noch kein zweites Standbein aufgebaut.

Frühkindlicher Spracherwerb

Das Licht der Welt erblickte ich am 1. April 2006 in der Bundeshauptstadt, jedoch nicht in der Form einer Zeitungsente sondern als Online-Magazin für ein jugendliches Publikum. Zwar ist mein Vater ein zweisprachiger Berner Stadtführer mit dem schicken Namen Youthguide, mein Aktionsradius hat sich jedoch mittlerweile über die Kantonsgrenze hinaus ausgeweitet. Ich habe bereits im zarten Alter von drei Jahren Französisch erlernt und bin mittlerweile sogar dreisprachig unterwegs. Leider komme ich allerdings nur selten dazu, mit meinen Kenntnissen in Rumantsch Grischun zu glänzen.

Vollwertkost und Typo3-Entschlackung

Kürzlich bin ich von Moosseedorf nach Olten gezogen, um näher am Puls des Geschehens zu sein und ab und zu im Bahnhofbuffet zu speisen. Da ich rund um die Uhr beschäftigt und generell ein grosser Fan von Überstunden bin, ernähre ich mich vorwiegend von vollwertigem Kabelsalat, Cookies und Social Media-Tütensuppe. Kaffee ist mein Lebenselixier, leider habe ich bisher noch keine erfolgreiche Methode gefunden, mir das unverzichtbare braune Nass intravenös zuzuführen.

Hauptberuflich ringe ich relativ erfolgreich mit Deadlines. Mein Tag umfasst im Schnitt 28 Stunden, daher litt ich früher manchmal unter eigentümlichen Erschöpfungszuständen, die mein System über eine bestimmte Zeit lahmlegten und die Publikation erschwerten. Mein Hausarzt sprach in diesem Zusammenhang vom Typo3-Syndrom. Vor etwas mehr als einem halben Jahr habe ich mich für ein Umstyling entschieden, da mir das Kindergewand langsam zu eng wurde und mein Look in modischer Hinsicht etwas zu Wünschen übrig liess. In der redaktionseigenen IT-Schönheitsfarm wurde mein digitaler Body von sämtlichen schädlichen Typo3-Schlacken befreit und das Ergebnis kann sich sehen lassen: Noch nie war der Glanz meiner feuerroten Haare derart satt und das Strahlen meiner tiefschwarzen Augen so intensiv.

Es ist kompliziert

Mittlerweile gibt es von mir sogar eine eigene App. Leider ist mein Beziehungsstatus trotz Makeover nach wie vor sehr kompliziert, was vermutlich mit meinem kritischen und unabhängigen Geist zusammenhängt. Mein Freundeskreis hingegen ist gross und vielfältig. Ich interessiere mich für Politik, Gesellschaft, Kultur und Sport. Böse Zungen haben mich in sportlicher Hinsicht einer YB- Fixierung bezichtigt. Und meine Begeisterung für Lara Stone war vor einigen Jahren schon einmal Thema einer ganzen Redaktionssitzung. Meine Wünsche auf die nächsten zehn Jahre? Dort ansetzen, wo Journalismus für engagierte Jugendliche und junggebliebene beginnt. Auch mal über die Landesgrenze hinausspähen. Und vielleicht einmal einen Text in einem obskuren rätoromanischen Idiom publizieren.

Das Energiebündel im Präsidium

Sie ist zwar nicht mehr an jeder Berner Redaktionssitzung von Tink.ch anzutreffen, doch die Freude daran scheint ihr noch immer nicht vergangen zu sein – im Gegenteil: Anita Béguelin, mittlerweile Co-Präsidentin desselben Vereins, fehle es schlicht an Zeit, erzählt sie anlässlich des Treffens der Jungjournalisten.

«Ich vermisse die kreativen Sitzungen als Redaktionsleiterin», so Béguelin. Coole Ideen zu haben, einander gegenseitig zu helfen und neue Leute kennenzulernen, das habe der 24-Jährigen schon zu Beginn zugesagt. Eine Kollegin am Gymnasium hatte ihr 2010 von Tink.ch erzählt. Jeder könne dort mitschreiben, so soll sie ihr davon berichtet haben. Ein Jahr verging, ohne dass sich Béguelin bei Tink.ch meldete.

Interview mit Nebengeräusch

Erst eine Einladung für eine Sitzung zur Planung des nächsten Themenmagazins, dem damaligen Printmagazin von Tink.ch, liess sie aufhorchen. Sie nahm daran teil und schnappte sich den Auftrag, ein Interview mit Noah Veraguth von der Bieler Band Pegasus zu führen, ihr erster Artikel für Tink.ch.

Schwierigkeiten bereitete Béguelin dabei nicht nur ihr Aufnahmegerät, dass bereits nach zwei Minuten zu surren begann. Auch um die kritische Distanz zu Noah Veraguth stand es schlecht, zumal die junge Reporterin auch persönlich für den Sänger schwärmte. Damals war noch unklar, dass die Band dereinst grosse nationale Erfolge feiern werden würde.

Auch wenn Anita Béguelin zu Tink.ch dazustiess, um einen ersten Einblick in den Journalismus zu erhalten, so stellte sie rasch fest, dass dies nicht ihr zukünftiger Beruf werden soll. Wenngleich sie bei Tink.ch das journalistische Handwerk erlernte, bemerkte sie bald, dass sie sich zu anderem berufen sah. «Ich bin gerne ein Coach», sagt sie von sich selbst.

«Man muss nicht Journalist sein bei Tink.ch»

Vom einen auf den anderen Tag wurde Béguelin Redaktionsleiterin Bern, eine Position, in der sie aufblühte. «Da wurde ich ziemlich ins kalte Wasser geworfen», kommentiert sie dies lapidar. Der Aufgabe ausgesetzt, lernte sie sich schnell in ihrer neuen Rolle zurecht zu finden.

Und ebendiese Möglichkeit, Erfahrungen zu machen und Fertigkeiten zu erlangen, Wissen, das sonst nirgends zu erwerben ist, gefällt ihr so an Tink.ch: «Das coole ist ja, dass man bei Tink.ch nicht Journalistin sein muss, um Teil des Projektes zu sein.»

Nach einem kurzen Zwischenstopp in der Chefredaktion, in der sie Artikel korrigierte und veröffentlichte, wechselte sie an der Mitgliederversammlung vergangenen Jahres in das Präsidium. Spätestens seit ihrer Arbeit in der Chefredaktion ist ihr klar, dass sie sich lieber den organisatorischen Belangen eines Vereines widmet und sich weniger mit der redaktionellen Arbeit befassen will.

Mit der Verantwortung als Co-Präsidentin einher geht eine Menge an Vereinsarbeit, die sie unentgeltlich leistet. Anita Béguelin liebt Ehrenamtlichkeit – die ihrer Meinung nach ehrlichste Art, sich einer Sache zu verschreiben. Ihre Motivation sei eben gerade nicht die Bezahlung für die geleistete Arbeit.

Doch immer weniger Zeit bleibt ihr so für die Dinge, an denen sie einst so viel Gefallen gefunden hatte. Oftmals reicht die Zeit nicht dazu, ihre Redaktion in Bern besuchen zu gehen, auch wenn sie sich mit den Reportern und der Dynamik der Sitzungen sehr verbunden fühlt: «Hier sind viele Leute dabei, die eine schnelle Auffassungsgabe haben und manchmal einen Drive entwickeln, der alle mit sich zieht.» Sie liebe es, wenn viel Energie im Raum ist, erzählt sie und man bemerkt sofort, dass ihr dies auch an dieser Sitzung einmal mehr positiv aufgefallen ist.

Nicht nur ein Medienprojekt

Auch sonst ist die ehemalige Berner Studentin, die in Ipsach nahe dem Bielersee aufwuchs, ein Energiebündel, dass sich schnell für etwas begeistern lässt. Sie wirkt spontan und macht klar, dass sie Abwechslung brauche. Auch wenn ihr dies bei ihrer derzeitigen Arbeit etwas zu kurz komme – das viele Herumsitzen dort sage ihr eher weniger zu –, die Arbeit gefalle ihr und fordere sie.

Im Rahmen eines Praktikums als Projektbetreuerin und -beraterin bei der Crowdfunding-Agentur «I care for you» hilft sie Personen bei der Beschaffung von Geldern für Projekte mit sozialem Anliegen. Vieles, das sie bei Tink.ch gelernt hat, kann sie dort anwenden. Und sollte es einmal langweilig werden, sorgt Tink.ch für reichlich Abwechslung.

Auch wenn aus Anita Béguelin dereinst keine Journalistin werden wird, Tink.ch sei dennoch ein wichtiger Teil ihrer Entwicklung gewesen und biete ihr nach wie vor an, etwas Neues dazuzulernen. Tink.ch sei nicht nur ein Medienprojekt, sondern ein Zusammenschluss von jungen Menschen und ein Ort, an dem die verschiedensten Erfahrungen gemacht werden können.

Hatte sie während ihres Studiums noch so ihre Schwierigkeiten mit der Buchhaltung, zeigte sie sich verantwortlich für die letzte Jahresrechnung des Vereins. «Ich bin Co-Präsidentin von Tink.ch, um der ganzen Welt zu sagen: Ihr könnt alles erlernen, wenn ihr euch nur getraut.» Sie selbst ist offenbar das beste Beispiel dafür.

Mayday! Mayday!

Ähm…hallöchen liebe Schweizer.

Da sind wir wieder. Ja, wir wissen, wir wollten nun endgültig keine Briefe mehr an euch schreiben. Das hier soll auch gar keiner sein. Also nicht so eine Art, wie ihr ihn von uns kennt.

Es ist uns jetzt auch etwas unangenehm, aber…nun, also, wir haben in der Vergangenheit bei dem ganzen Geschimpfe auf euch offenbar völlig ignoriert, dass unser eigenes Land gerade selbst dabei ist, vor die Hunde zu gehen.

Ihr habt es vielleicht mitbekommen. Am Wochenende waren drei Landtagswahlen in Deutschland und die Ergebnisse erschüttern. «Deutschland rückt wieder mehr nach rechts» liest man hierzulande und auch das Ausland zieht ordentlich über uns her.

Naja, lange Rede, kurzer Sinn: Es ist wohl an der Zeit, die Rollen zu tauschen. Deshalb unsere dringende Bitte: Könnt IHR bitte UNS einen Brief schreiben? So mit vielen Tipps und guten Ratschlägen, wie man aus einer solchen verzwickten Situation wieder einigermaßen unbeschadet herauskommt?

Ja, wir hören euch schon hämisch rufen «Ahh, die arroganten Deutschen wieder. Monatelang nerven sie uns mit ihrer Klugscheißerei und jetzt, wo ihr Land zusehends auf den Abgrund zusteuert, kommen sie kleinlaut wieder angekrochen!»

Tja, was sollen wir da groß drum herum reden. Genauso ist es!

Also, helft Ihr uns jetzt, oder nicht?

Voller Erwartung,

Euer Deutschland

«Es geht um den gemeinsamen Spass im Kino»

Tink.ch: Ronny, wie bist du auf die Idee für deinen Blog gekommen?

Ronny Kupferschmid: Das war im Dezember 2014. Ich wollte etwas kreieren, was ich gern und mit viel Hingabe mache. Durch meine Filmleidenschaft wusste ich, dass es etwas mit Filmen zu tun haben muss. Da ich im Zeitalter der VHS-Kassette aufwuchs, sollte es ein Blog mit einer gewissen «Trash-Quote» werden. Ich mag gute Filme und schaue mir solche gerne im Kino an. Schlechte Filme sind aber eine Nische, welche in der Schweiz noch niemand richtig besetzt hat und um diese Art Film geht es auf der Webseite. Die Idee ist, wie der Name es schon sagt, eine Art «Gang» aufzubauen, also mehrere Leute, die daran mitarbeiten. Deswegen suche ich noch Schreiber. Bei Interesse kann man sich per Mail an keinblatt@kultmoviegang.ch melden. Sämtliche Social-Media Kanäle, Promotion für die Screenings und sonstige Arbeiten werden von mir betrieben.

Apropos Screening: Wie hast du die Aufführung von «Shark Attack 3» erlebt?

Sehr positiv. Ich habe erwartet, dass weniger Leute kommen, da sich in den letzten Jahren eine gewisse Sättigung an Haifilmen eingestellt hat (Bekanntes Beispiel: Die «Sharknado» Reihe der Asylum Studios). Ein paar Kollegen, die bis jetzt bei jedem Screening dabei waren, haben mir explizit gesagt, dass sie deswegen nicht kommen werden. Von daher war ich überrascht, dass über 70 Nasen aufgetaucht sind. Die Stimmung war von Anfang bis Ende toll und die Leute sind richtig abgegangen. Trotz des grossen Kinosaals, in welchem 70 Leute schon etwas verloren wirken. Mein Ziel ist deshalb, entweder kleinere Kinosäle zu mieten oder die 300 Plätze im Kino Club auszuverkaufen.

Dann war es für dich von den vier bisherigen das beste Screening?

Aus finanzieller Sicht gesehen nein (lacht). Persönlich aber schon. Es war ein grosser Spass.

Gibt es einen oder mehrere Filme, die deine Leidenschaft für Trash geweckt haben?

Es gibt da ein Ereignis, welches die Passion wahrscheinlich insgeheim getriggert hat: Mit 14 Jahren habe ich mir in meinem Kinderzimmer die Comic-Verfilmung «The Punisher» mit Dolph Lundgren angeschaut. Nur schon die Tatsache, einen Film mit Altersfreigabe ab 18 Jahren zu sehen, hat mich wohl weggeblasen. Glücklicherweise hatten wir in Lyss einige coole Video-Stores. Ich habe mich rasch mit den Mitarbeitern angefreundet. Sie haben mich mit Filmen versorgt und ich konnte mir ein breites Wissen an Genres aneignen. Ein Film, den ich früher ziemlich oft gesehen habe ist die Komödie «Teen Wolf» mit Michael J. Fox. Kein wirklicher Trash, wobei, aus heutiger Sicht wahrscheinlich schon (grinst).

Wie läuft die Planung für einen solchen Kinoabend ab?

Mein Ziel ist es, alle zwei Monate einen Film in Bern ins Kino zu bringen. Ich brauche diese Vorlaufzeit, um potenzielle Filme anzuschauen, geeignete zu notieren und dann die Filmrechte zu sichern. Danach melde ich mich bei «Quinnie» mit den Details. Bei Zustimmung beginne ich die Promotion mit Facebook Postings, rezensiere den Film auf dem Blog, organisiere die Intro-Videos, kreiere die Gadgets für das Foyer und überlege mir den thematisch passenden Drink oder Shot, den wir für später an der Vorführung anbieten.

Klingt nach einer Menge Arbeit.

Ist es auch. Zum Glück unterstützt mich meine Frau und hilft beim Basteln mit. Ab und zu schauen wir einen schlechten Film zusammen, wobei sie eher «gute» Filme mag.

Nach welchen Kriterien wählst du die gezeigten Filme aus?

Ob der Regisseur einen ernsthaften Streifen im Sinn gehabt oder bewusst Quatsch gedreht hat, ist egal. Der Film muss einfach für ein Rahmenprogramm geeignet sein. Um ihn auf die Leinwand bringen zu können, muss die Bildqualität stimmen. Der Ton sollte, wenn möglich, in 5.1. vorliegen, damit man einen optimalen Kinosound hat und alles gut hörbar ist. Das Wichtigste ist, dass er nicht langweilt und während der gesamten Laufzeit unterhaltsam ist.

Wie konntest du deine Idee, solche Machwerke auf die Leinwand zu bringen verwirklichen?

Es ist recht simpel: Zuerst habe ich ein Konzept geschrieben und es dann verschiedenen Kinobetreibern vorgestellt. Kino REX in Bern hat beispielsweise Interesse gezeigt. Das Kino «Quinnie» hat dann aber den Zuschlag erhalten, da sie mir den Saal des »CineClub» zur Verfügung gestellt haben, einen der schönsten Säle in der Schweiz. Ausserdem hat es eine Bar. Zudem zeigten sie sich von Anfang an sehr offen gegenüber der Idee. Die Zusammenarbeit ist freundschaftlich und fair.

Lohnt sich dein Projekt überhaupt?

Bis jetzt halten sich die Einnahmen in Grenzen. Offengesagt: für die Rechte an «Shark Attack 3» gingen 150 Franken drauf, für andere habe ich sogar mal bis zu 400 Franken gezahlt. Dafür verdiene ich jeweils die Hälfte an den Eintritten. Da ich aber die Promotion, die Gadgets und sonstlichen Aufwände aus der eigenen Tasche bezahle, bin ich froh, wenn es am Ende des Tages eine Null-Rechnung ist. Es ist nicht das Ziel, Gewinn zu erzielen, dennoch will ich meine Familie nicht in den Ruin stürzen (lacht). Wenn es irgendwann gelingt, keine Unkosten mehr zu haben, ist das auch gut.

Wieso soll sich jemand einen schlechten Film im Kino anschauen?

Es geht darum, gemeinsam Spass im Kino zu haben und nicht nur still im Saal zu hocken und auf die Leinwand zu starren. Kino ist ein gemeinsames Erlebnis und solche Filme sind perfekt dafür geeignet.

Hast du Pläne für die Expansion (beispielsweise in einer anderen Stadt, weitere Kinos…)?

Momentan bestehen Verhandlungen mit weiteren Kinos für «Kultmoviegang»-Screenings. Der Hauptstandort bleibt in Bern.

Ist es möglich als Zuschauer bei dir Filmvorschläge abzugeben?

Sehr gerne. Ich bin für alles offen und man kann sich bei mir über die Webseite, per Mail oder Facebook melden.

Kann es nach «Birdemic 2» wirklich noch schlechter kommen? Dieser Film sieht ja schon vielversprechend aus mit seinen hölzernen Dialogen, der wirren Kameraführung und den Spezialeffekten.

Das wird eine schwierige Angelegenheit. Es kann sicherlich noch besser kommen, im Sinne von noch unterhaltsamer. Von den Effekten und dem Produktionswert her, also in seiner gesamten Machart, ist er schon einer der schlimmsten (schmunzelt).

Weitere Screenings: «Birdemic 2: Resurrection» am 31. März 2016 und «A Hard Ticket To Hawaii», 19. Mai 2016 jeweils im CineClub in Bern. Den Bericht zur jüngsten Aufführung gibt es hier.

Kriegt Leonardo DiCaprio seinen ersten Oscar?

Ja, es ist wieder soweit und es ist Oscar-Zeit. Schon zum 88. Mal werden die Academy Awards verliehen und mit dabei ist wieder der ewige Verlierer Leoardo DiCaprio mit seinem Film «The Revenant».

Für den Hollywood-Beau wird der 28. Februar zum sechsten Anlauf, um ein Goldmännchen mit nach Hause nehmen zu dürfen. In den Vorjahren ist DiCaprio immer leer ausgegangen. Doch diesmal soll alles anders werden, den laut Experten, die jedes Jahr Wettquoten erstellen, stehe dem nichts im Wege. Ausserdem hat Leonardo DiCaprio bei fast allen anderen Film Festivals abgesahnt und meistens fallen bei einigen Festivals ähnliche Urteil wie bei den Academy Awards.

Wegweiser, Pelzjäger und Halbblutindianer

Im Westernfilm «The Revenant» geht es um einen Mann namens Hugh Glass (Leonardo DiCaprio), der mit seinem Sohn als Wegweiser arbeitet. Er lotst Pelzjäger durch den Wald, die Pelze transportieren und später in ihrem Dorf weiterverarbeiten und verkaufen. Doch der Weg durch den Wald ist nicht das einzige Problem der Pelzjäger, sondern auch die Gefahren, die dort lauern. Von einer Seite gibt es Indianerstämme, die sich bekämpfen und von anderer Seite lauern die Franzosen, die auch hinter den Pelzen sind. Hugh Glass ist mit einem diesen Indianerstämme gut vertraut, weil seine Frau von dort kam und sein Sohn Halbblut-Indianer ist. Hugh Glass verlor seine Familie bei einem Armeeüberfall, sein Sohn erlitt dabei mehrere Brennwunden. Nach diesem Vorfall versprach er seinem Sohn, dass er immer für ihn da sein und ihn nie verlassen werde. Dann gibt es noch den Gegenspieler John Fitzgerald (Tom Hardy), der schon vom Anfang an nichts von Hugh Glasses Wegweiser-Künsten hielt und vor allem nichts von seinem Sohn.

Filmische Darbietung

Alejandro G. Iñárritu hat wirklich ein Händchen dafür, wie man einen tollen Film macht. Er ist bekannt für seine Independent-Filme, doch im Gegensatz zu früher, wird diesen viel mehr Aufmerksamkeit geschenkt.

Wirklich viele Filme hat er nicht gedreht, eine Dokumentation und einige Kurzfilme ausgeschlossen beläuft sich die Zahl auf sechs Filme in den letzten 16 Jahren. Doch es gibt auch andere gute Regisseure, die sich mit ihren Filmprojekten viel Zeit lassen, sowie Quentin Tarantino, der jetzt mit «The Hateful Eight»’ gerade mal seinen achten Film rausbrachte. Tarantinos Filme mögen nicht so kunstvoll und ästhetisch gestaltet sein wie Iñárritus Filme, aber auch er hat das Kino revolutioniert. Bis anhin war Iñárritu kein Mann, der Filme für die breite Masse produziert hat. Das sollte sich mit seinem Film «Birdman» ändern. Dieser Film verhalf dem Regisseur zu dem Sprung in die breite Masse. Aufallend ist die Ähnlichkeit in der Kameraführung zwischen «Birdman» und «The Revenant».

Besonders eine Szene fällt durch viele Parallelen auf: Bei dieser Szene gab es eine epische Schlacht, bei der die Kamera nicht wie gewöhnlich nur den Hauptprotagonisten fokussierte, sondern einmal durch die ganze Schlacht hindurchging. Die berühmten Schauspieler, wie Leonardo DiCaprio, Tom Hardy und Will Poulter waren nur noch im Hintergrund zu sehen. Ausserdem gab es keinen Unterbruch, es wurde  fortlaufend gefilmt.

In einer anderen Szene wurde Hugh Glass fast fünf Minuten lang von einem Bären zerfleischt und diese Szene wirkte authentisch, obwohl der Bär nur eine Computeranimation war. Diese Filmszene, die im Trailer vorkam, sorgte in den Internetforen für Aufsehen, weil einige User dachten, DiCaprio würde von einem Bären vergewaltigt. Fox dementierte und stellte fest, dass es sich um eine Kampfszene handelt. So realistisch die Szene auch sein mag, nach dieser fängt erst der oscarwürdige Teil von DiCaprios schauspielerischer Leistung an. Stöhnend schleift er sich mit Ach und Krach durch die Wildnis, um Rache am Mörder seines Sohnes zu üben.

In der Nacht auf Montag, den 28. Februar, wird der Preis vergeben. Ab acht Uhr sendet ProSieben die ganze Nacht lang Live aus Los Angeles . Wer seinen Schönheitsschlaf braucht, kann aber auch erst um fünf Uhr morgens einschalten und mit Leonardo DiCaprio mitfiebern.

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