Gesellschaft | 10.04.2018

Kolumne: Leben mit Omi

 
Bild: Ilura, Noun Project

Seit gut eineinhalb Jahren lebe ich Teilzeit bei meiner Oma in Luzern. Einerseits aus praktischen Gründen und andererseits aus dem Grund, dass ich Omi ziemlich mag. Sie hat diese gewissen Eigenschaften, die fast alle Omis haben: Sie kocht unheimlich gut, ist wohlwollend, kann nicht nein sagen und pflegt eine vorzügliche Ironie. Sie wäscht auch ziemlich gerne und hasst ihre Hörgeräte, die sie oft als Radios bezeichnet. Ich selbst habe natürlich auch so meine Eigenheiten. Das Zusammentreffen ihrer Generation und Meinung mit meiner, bringt allerlei Absurdes mit sich. Die Begebenheiten sind teilweise so kurios, dass ich mich entschieden habe, ihnen eine Kolumne zu widmen. Omi schafft es, aus den banalsten, alltäglichsten Dingen eine Story zu machen. So entstehen Konflikte die sich von den Themen Nachhaltigkeit bis hin zu den 20 Rappenstücken für die Waschmaschine erstrecken.

Bei ihr einzuziehen war wohl für beide ziemlich gewöhnungsbedürftig. So erlitt Oma zu Beginn beispielsweise unzählige mini-Herzinfarkte und ich gleichzeitig reversible Hörschäden just, weil sie mich nicht kommen hörte und plötzlich hinter ihr in der Küche stand. Sei‘s drum, wir leben noch und haben den Rank anscheinend doch noch gefunden.