Kultur | 12.07.2017

Zwitschernd wie ein Vogel

Text von Melanie Schmidt | Bilder von Melanie Schmidt
Birdy schafft es bereits mit 20 Jahren, ihr Publikum in den Bann zu ziehen. Ob auf der Bühne, in ihren Musikvideos oder bei einem Fernsehauftritt: Sie begeistert durch ihre Vielfältigkeit.
Birdy live an ihrem Konzert in Zürich im September 2016.
Bild: Melanie Schmidt

Bühne frei für eine Künstlerin, die es bereits in jungen Jahren geschafft hat, Hunderte von Menschen mit ihrer Musik zu berühren. In ihren Liedern spricht sie von Herzschmerz und dem Sinn des Lebens. Erstaunlich wie schon die Sängerin Birdy mit 20 Jahren ein so grosses Publikum mit Songtexten erreicht und berührt. Doch wer steckt eigentlich hinter dieser Sängerin mit den hohen Tönen?

Früh übt sich der kleine Vogel

Birdy bekam ihren Künstlernamen durch ihre Eltern, die sie schon als kleines Mädchen Birdy nannten, weil sie beim Essen den Mund wie einen Schnabel aufhielt. Ihr gebürtiger Name ist Jasmine van den Begaerde. Anders als man auf Grund ihres Namens denken könnte, kommt sie weder aus Belgien oder Holland sondern aus dem Süden Englands. Ihre Mutter brachte ihr das Klavierspielen bei und kurz daraufhin begann Birdy, ihre eigenen Songtexte zu schreiben. Mit nur 12 Jahren heimste sie an einem Musikwettbewerb gleich zwei Preise ein: Den Hauptgewinn und zusätzlich den Preis in der Kategorie der U18-Jährigen. Von da an ging es auf ihrer Karriereleiter immer weiter nach oben. Der Durchbruch gelang ihr mit dem Lied Skinny Love. Was viele jedoch nicht wissen: Das Lied stammt ursprünglich nicht aus ihrer Feder. Das Original wurde von Bon Iver geschrieben. Auch andere ihrer Lieder wie zum Beispiel Shelter oder People help the People sind Coverversionen, was ihrem Erfolg jedoch keinen Abbruch tat. Der Durchbruch im deutschsprachigen Raum gelang ihr im Jahre 2012, kurz vor ihrem Fernsehauftritt bei The Voice of Germany. Mit der Finalistin Isabell Schmidt sang sie gemeinsam das Lied People help the People. In diesem Jahr erschien ihr drittes Album und sie begab sich erneut auf Tournee.

Traurig und doch schön

Birdy trat am 27. September 2016 im Kongresshaus Zürich auf. Ihr Publikum begeisterte sie mit ihrer Vielfältigkeit. Ob am Klavier, mit Gitarre in der Hand oder einfach nur singend: Sie bietet ihrem Publikum von allem etwas an. Doch die meisten Momente während ihres Konzertes verbrachte sie, wie auch schon in vielen ihrer Musikvideos, am Klavier. Was macht ihre Musik eigentlich so besonders? Die Gegensätzlichkeit, die die Lieder in sich haben. Trotz sanften Tönen verbergen die Texte eine tiefere Bedeutung, die einen berührt. Beispielweise Skinny Love, das von Liebe handelt oder People help the People, das davon handelt, dass Gott weiss, was sich hinter all unseren Fassaden, Taten und Tränen verbirgt. Dieses Lied vermittelt auch, dass wir uns in traurigen Zeiten helfen sollen – manchmal sind es kleine Dinge, die helfen, wie das Händehalten, wenn das Heimweh einem aufsucht. In dem Musikvideo ihres Liedes Wings scheint sie mit einer Leichtigkeit durch die Welt zu schweben, die angesichts der düsteren und doch berührenden Melodie überrascht. In ihren Videos wirkt sie oft traurig und nachdenklich. Wer kann ihr das schon verübeln – bei Texten über Engel, Herzschmerz und in denen Wörter sich in Waffen verwandeln?