Gesellschaft | 28.07.2017

Jugendliche treffen auf Passanten in Bern

Am 22. Juli 2017 organisierte Tink.ch einen Workshop für Cooltour. Die Teilnehmenden interviewten Passant*innen und wollten wissen, was sie über Mobilität und Geflüchtete in der Schweiz denken.
Was denken Menschen in Bern zur Flüchtlingsfrage? Livia, Sergio und Alisha befragten sie.
Bild: Malika Véron

Im Rahmen des Cooltour-Ferienlagers wollten sich sechs junge Menschen einen Einblick in den Journalismus verschaffen und die Erfahrung machen, ein Interview zu führen. Zwei davon könnt ihr hier nachlesen.

Interview von Noëlle (17), Juliette (14) und Eliah (15) über Mobilität

Wie empfinden Sie die Veränderung der Mobilität in den letzten Jahrzehnten durch zum Beispiel Autos oder öffentliche Verkehrsmittel?

Ziemlich ambivalent. Auf der einen Seite ist es extrem bequem, von einem Ort zum anderen zu gelangen, doch es gibt das Problem der Unfallhäufigkeit, des Umweltschutzes und der Nervosität. Nehmen wir als Beispiel den Gotthard: Nach fünfundvierzig Minuten Wartezeit im Stau, zählen Sie doch einmal die Schweizer, die dabei die Nerven verlieren.

Fahren Sie lieber Auto, oder benutzen Sie lieber den ÖV?

Im Moment lieber ÖV. Früher bin ich begeisterter Autofahrer gewesen.

Und warum haben Sie das jetzt geändert?

Weil meine Reaktionsfähigkeit nachgelassen hat. Ich fahre zwar immer noch Auto, doch in »Grosspapagemütlichkeit«.

Und wenn Sie mit dem Auto fahren, fahren Sie dann kleinere Strecken oder doch eher längere?

Ich fahre von hier nach Hamburg, oder nach Amsterdam, allerdings brauche ich dafür zwei bis drei Tage, also ich nehme es gemütlich.

Und bei den öffentlichen Verkehrsmitteln, bereitet Ihnen dort etwas Probleme?

Also ich habe ein Generalabonnement. Aber wenn ich jetzt die Tickets lösen müsste, wäre ich total verloren…

Und wie ist es mit diesen Touchscreens?

Dort wird es dann erst recht ungemütlich, versuchen Sie mal eine Tageskarte zu lösen, ich habe fünf Zürcher gefragt, niemand konnte es mir erklären.

Ist kompliziert, oder?

Ja, man findet nicht das, was man sucht.

Finden Sie denn die Preise zu teuer? Haben Sie sonst noch etwas am ÖV auszusetzen?

Wenn ich jetzt ehrlich bin, spielt der Preis für mich keine Rolle, weil ich sehr viel geerbt habe. Wenn ich dieses Geld nicht besitzen würde, hätte ich ein Problem.

Wie sieht die Mobilität für Sie in der Zukunft aus?

Es wird viel automatisiert, aber nicht alles kann von Maschinen übernommen werden, es braucht immer noch Menschen, die diese Arbeiten ausüben. Ich persönlich glaube nicht an selbstfahrende Busse, für mich braucht es einen Chauffeur.

Wir bedanken uns sehr für Ihre Zeit und wünschen Ihnen noch einen schönen Tag.

Danke gleichfalls.

Interview von Livia (14), Alisha (14) und Sergio (16) über Flüchtlinge

Zurzeit sind ja Sommerferien, viele reisen nach Italien oder Griechenland. In diesen Ländern ist die Flüchtlingskrise ein grosses Thema. Würden sie trotz den vielen Flüchtlingen ihre Ferien dort verbringen?

Die Flüchtlinge würden mich nicht davon abhalten.

Was denken Sie, wie viele Flüchtlinge leben aktuell in der Schweiz?

Schwierig… 20’000.

Also im Moment sind es etwas mehr als 100’000.
Haben Sie Angst vor Flüchtlingen?

Wenn sie sich anständig benehmen überhaupt nicht, nein

Sind Sie der Meinung, man sollte mehr von ihnen aufnehmen?

Das finde ich eine sehr schwierige Geschichte, da man auf alle Bevölkerungsgruppen Rücksicht nehmen muss. Ich persönlich habe keine Probleme mit Flüchtlingen, aber irgendwann gibt es Probleme mit der Bevölkerung als Ganzes und das finde ich sollte man vor Augen halten.

Was denken Sie, wie wird es in Zukunft mit der Flüchtlingskrise aussehen?

Das wird schlimmer werden. Die Situation in Afrika ändert sich nicht, vielleicht wird es mit Syrien besser aber mit Afrika, da sind so viele junge Leute unterwegs, die nach Europa wollen. Aus verständlichen Gründen wollen sie eine bessere Zukunft haben, also das wird sich nicht ändern, das wird noch intensiver werden, da bin ich überzeugt.

Denken Sie, dass die Schweiz mehr aufnehmen möchte oder nicht?

So wie es jetzt läuft wird es sehr restriktiv gehandhabt. Bis zu einem gewissen Punkt finde ich das auch richtig, weil es den Zusammenhalt der Bevölkerung gefährdet und da finde ich muss man aufpassen, dass das nicht auseinandergeht. Sonst haben wir plötzlich eine Situation wie in Amerika, wo Populisten wieder mehr Einfluss bekommen und dann haben wir die SVP, die wieder mehr Einfluss bekommt.