Gesellschaft | 02.06.2017

«Wir haben schon viel zu lange gewartet!» – Der Generationentalk

Ursula Haller - «eine verlogene Volksverarscherin». Virginia Köpfli - «abstossend, ekelhaft, brechreitzerregend linkes Drecksweib». Ihre persönliche Erfahrungen mit dem Hass auf sie als Frau und wie sie darauf reagieren diskutieren zwei Frauen im Generationentalk zu Sexismus und Feminismus.
Hitzige Diskussionen über die Stellung der Frau: Ursula Haller und Virginia Köpfli waren nicht immer gleicher Meinung.
Bild: Mélanie Baierlé

Moderation: Elias Rüegsegger – Technik: Samuel Müller

Selbstbestimmung, Gleichberechtigung, Menschenwürde, und kein Sexismus – die beiden Frauen im neusten Generationentalk setzen sich für diese Werte ein. Ursula Haller (68) und Virginia Köpfli (22) diskutieren über Feminismus.

Die Lohnungleichheit von Frauen und Männern, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und die Rollen der Geschlechter – im zweiten Teil des Generationentalks diskutieren die beiden politisch engagierten Frauen darüber: «Wir haben schon viel zu lange gewartet», sagt Virginia Köpfli in Bezug auf die Lohnungleichheit.

Ursula Haller ist der Meinung, dass Frauen nicht unbedingt Haare an den Beinen, aber Haare auf den Zähnen brauchen. Bild: Mélanie Baierlé

Persönlich, politisch: Ursula Haller

Ursula Haller (68) ist ehemalige Nationalrätin der BDP und ehemalige Gemeinderätin der Stadt Thun. Sie schmiedete als Politikerin Allianzen über Parteigrenzen hinweg. So engagierte sie sich 2004 im Abstimmungskampf für einen bezahlten Mutterschaftsurlaub gegen die SVP – ihre eigene damalige Partei. Vor 10 Jahren gehörte sie nach der Abwahl von Christoph Blocher zur sogenannten Gruppe «Bubenberg», die eine Abspaltung von SVP-ExponentInnen von ihrer Partei einleitete. Haller reiste mit ihrem Mann nach der Pensionierung auf der Seidenstrasse.

Virginia Köpfli betonte während dem Generationentalk, dass mehr über sexuelle Übergriffe gesprochen werden muss. Bild: Mélanie Baierlé

Betont feministisch: Virginia Köpfli

Virginia Köpfli (22) ist Gleichstellungsverantwortliche der JungsozialistInnen und sitzt in der Geschäftsleitungsmitglied SP Frauen*. In Bern studiert sie Geschichte und Islamwissenschaften – allerdings habe sie dafür kaum Zeit. Sie selber erlebte auf ihrer Maturareise einen sexuellen Übergriff. Erst im Nachhinein wurde ihr bewusst, was sie erlebt hatte. Im Generationentalk berichtet sie offen darüber – sie will, dass über sexuelle Übergriffe nicht mehr geschwiegen wird. Sie hat im März 2017 den Womans March organisiert und stand hinter einer Fotoaktion der JUSO, die schweizweit für ein riesiges mediales Echo sorgte.

Dieser Artikel wurde am 31. Mai 2017 auf unserem Partnermedium «und» das Generationentandem publiziert.