Gesellschaft | 10.11.2016

Ein Plädoyer für die Jugend

Text von Mélanie Baierlé | Bilder von Mélanie Baierlé
Wer einen Tag lang in einem Sitzungszimmer sitzt, hat nichts über die Jugendsession zu sagen - ich werde es trotzdem tun. Ein Kommentar.
Die Jugend kann Grosses bewirken - wenn wir ihr die Möglichkeit geben.
Bild: Mélanie Baierlé

Ich könnte über Fortpflanzungsmedizin oder Pendlerströme schreiben, doch werde ich es nicht tun. Viel lieber möchte ich über die Zukunft sprechen: die Jugend. Mein erster Tag als Chefredaktorin an der Jugendsession hat mir gezeigt, dass wir ihr mehr Vertrauen schenken müssen. Die Jugend hat Ideen, die Jugend hat etwas zu sagen, die Jugend ist bereit, sich für etwas einzusetzen – wenn man ihr die Möglichkeit gibt.

Die Reporter*innen von Tink.ch erlaubten mir, die Jugendsession mitzuerleben. Ihre Rückkehr nach einem Nachmittag an der Juse brachte frischen Wind, ihre Erzählungen liessen mich spüren, wie intensiv an diesem ersten Tag über Themen nachgedacht wurde.

Über 200 Jugendliche, die sich während 4 Tagen mit komplexen Sachverhalten auseinandersetzen: Die Juse ist Grund genug, um zu wissen, dass Schweizer Jugendliche weder faul, noch desinteressiert sind.

Ein Sitzungszimmer voller jungen Reporter*innen, die sich überlegen, wie sie am besten über ein Thema schreiben sollen und die auch nach mehreren Studen intensivem Einsatz bereit sind, weiterzuarbeiten, sind mein zweiter Beweis dafür.

Mein dritter Beweis ist der junge Mann, der alles machen würde, um einen perfekten Livestream von der Jugendsession hinzukriegen. Oder die junge Dame, die anstatt sich mal auszuruhen, nach Bern fährt, um unserem Team zu helfen.

Beispiele hätte ich noch viele, aber was mich tatsächlich veranlasste, diesen Artikel zu schreiben, ist das Funkeln in den Augen des 12-jährigen Mädchens, das im Rahmen ihres Zukunfttages mit uns an die Juse kam. «Es hat riesig Spass gemacht und ich habe viel gelernt», sagte sie mir. Sie erinnerte mich daran, wieso es die Jugendsession oder Tink.ch gibt: Die Gesellschaft muss der Jugend die Möglichkeiten geben, ihre Leidenschaften auszuleben.

Morgen wird an der Jugendsession der Prix Jeunesse verliehen. Ich bin gespannt, wer dieses Jahr für ihr oder sein Engagement für die Anliegen der Jugend gewürdigt wird und wünsche mir, dass sich diese Persönlichkeit ihrer Verantwortung bewusst ist.