Gesellschaft | 06.10.2016

Selinas nachhaltiger Tipp Nr. 2: Bio-logisch!?

Nachhaltige Kleider, nachhaltiger Kaffee, nachhaltige Reinigungsmittel, nachhaltige Ernährung - sie ist in aller Munde, doch ist Nachhaltigkeit bloss ein Modewort? Viele sind anderer Meinung: Für sie heisst nachhaltig zu leben, dazu beizutragen, dass unser Planet für zukünftige Generationen bestehen bleibt. Selina von unserer Partnerorganisation GORILLA zeigt dir jede zweite Woche, wie auch du mit einfachen Gesten deinen Beitrag zu einer grüneren Welt leisten kannst.
Selina von GORILLA führt uns durch den Label-Dschungel.
Bild: Selina Niederberger

Hast du dich in der Gemüseabteilung des Supermarktes schon einmal gefragt, was denn eigentlich der Unterschied zwischen «Bio-Produkten» und «konventionellen Produkten» ist? Und was die ganzen Labels bedeuten…?

GORILLA erklärt es dir.

Label/Zertifizierungen

Ein Label nutzt ein Produzent (z.B. Landwirt), um einen besonderen Qualitätsstandard auszuzeichnen. Was bedeutet, dass ein Produzent mit einem Label gegenüber dem Kunden garantieren muss, dass die Produkte nach bestimmten Vorgaben hergestellt werden. Diese Vorgaben können durch den Gesetzgeber (z.B. Bioverordnung), eine Organisation (z.B. Richtlinien Bio Suisse) oder eine Handelsfirma (z.B. Migros) aufgestellt werden.

Wenn ein Bauer sich für ein Biolabel entscheidet, wird mindestens einmal im Jahr durch eine Biokontrollstelle geprüft, ob die Richtlinien eingehalten werden.

Hier erklären wir dir, was die verschiedenen Labels mit sich bringen.

Was für alle Labels gilt: Gentechnik ist bei jeder Zertifizierung verboten.

Bio Knospe / Bio Suisse 

In der Schweiz wird das biologisch hergestellte Gemüse von der Bio-Knospe zertifiziert. So kannst du darauf gehen, dass Produkte, welche im Laden mit dem Knospen Signet gekennzeichnet sind, unter den Richtlinien von Bio Suisse produziert werden.

Bauern, die mit dem Label «Bio Suisse» ihr Land bewirtschaften, dürfen keine chemischen Spritzmittel und keinen Kunstdünger verwenden.

Bei Bio Suisse sind keine Flugtransporte erlaubt. Weil auch ausländische Bauern das Knospen-Label erwerben können, müssen diese über den Landweg zu uns transportiert werden.

Kühe von Bio-Bauern dürfen z.B. auch nur biologisch produziertes Futter fressen.

Coop bietet unter dem eigenen Label «Naturaplan» Bio Suisse Produkte an.

Demeter

Die Richtlinien vom Verband Demeter erfüllen diejenigen der Bio Suisse und sind in einigen Punkten sogar noch etwas strenger.

Ein Beispiel: Ein Demeter-Bauer darf seinen Kühen die Hörner nicht abschneiden. Ein Bio-Bauer jedoch schon.

KAG Freiland

KAG Freiland setzt sich besonders für eine artgerechte Tierhaltung ein. In ihren Richtlinien wird z.B. festgehalten, dass KAG Freiland zertifizierte Bauern ihren Tiere permanent oder täglich einen Auslauf auf der Weide oder dem ungedeckten Laufhof gewähren müssen. Auch muss z.B. der Transport in den Schlachthof möglichst stressfrei ablaufen und darf höchstens zwei Stunden dauern.

MSC

GORILLA hat im Blog «Tschüss Plastik» über die Auswirkungen von Plastik im Meer berichtet und damit eine der Umweltbedrohungen für die Meere und deren Pflanzen und Tiere thematisiert.

Auch die Überfischung der Meere stellt eine Bedrohung dar. MSC setzt sich dafür ein, dass Fischbestände nicht «überfischt» werden. Das geschieht durch reglementierte Schonzeiten, in denen die Fischer nicht fischen dürfen. Gemäss MSC wird ebenfalls die Art und Weise, wie die Fischer arbeiten, kontrolliert. So gilt etwa die Regel, dass die Vögel und weitere Meerestiere beim Fischfang nicht verletzt werden.

IP Suisse

Die IP Suisse verzichtet zwar nicht auf chemische Spritzmittel und Kunstdünger, dafür soll die Biodiversität erhalten und gefördert werden. Biodiversität bedeutet die Vielfalt von Pflanzen- und Tierarten. Weil IP Suisse jedoch Kunstdünger und Spritzmittel erlaubt, müssen sich die zertifizierten Bauern an die Beschränkungen halten und dürfen nur einen bestimmten Anteil spritzen bzw. düngen.

Regional, saisonal und biologisch

Auf saisonale Produkte zu setzen, findet GORILLA wichtig. Jetzt ist z.B. Birnen-Saison – du findest also auf dem Markt, im Hofladen beim Bauer oder im Supermarkt frische Birnen aus der Schweiz. Diese haben einen kurzen Transportweg (weniger Benzin und Energie für Kühlanlage unterwegs) hinter sich und somit weniger Energie verbraucht. Ausserdem sind sie frisch und schmecken somit besser.

Wenn du die Erdbeeren hingegen im Winter, also ausserhalb der Saison kaufst, so kommen diese aus dem weit entfernten Ausland (z.B. Südamerika) und müssen unter grossem Energieaufwand, welcher sich negativ aufs Klima auswirkt, in die Schweiz transportiert werden.

GORILLA achtet deshalb darauf, Obst, Gemüse und andere Produkte wenn immer möglich saisonal und aus der Region zu kaufen. Auch findet GORILLA es wichtig, dass diese auf eine umwelt- und tierfreundliche Weise hergestellt werden.

GORILLA Tipp für dich: Achte beim Einkauf auf die Herkunft der Produkte und versuche das zu kaufen, was gerade Saison hat. Frage dich ausserdem, unter welchen Bedingungen das Produkt, das du kaufen möchtest, hergestellt wurde und treffe nach diesen Kriterien deinen Kaufentscheid.

Pssssst… auf unserem Online Lerntool gibts weitere Informationen darüber.

Auch die GORILLA Botschafter Meta Hiltebrand und Tom Cat diskutieren dieses wichtige Thema. Schau gleich selbst, wie sie das handhaben.

Dieser Artikel ist am 22. September 2016 auf dem Blog von unserem Partner GORILLA erschienen.