Unsere Sprache ist nicht bereit

Ich bin keine Germanistin, weder Romanistin noch Linguistin. Doch ich schreibe, und ich setze mich in meiner Arbeit täglich mit der Sprache auseinander. Jede noch so feine Spielerei kann schliesslich grosse kommunikative Auswirkungen haben. Und da Tink.ch sich als progressives, aufgeschlossenes, junges Medium positionieren will, war klar: Eine Regelung für geschlechtergerechte Sprache muss her! Wir wollen alle inkludieren, niemanden diskriminieren, allen die Freiheit lassen, sich Teil eines Terms zu fühlen oder nicht.

Doch wie setzt man das sprachlich um? Macht es denn wirklich einen Unterschied, ob das «-in» angehängt wird? Sind bei den Journalisten, Reportern, Fotografen, Lektoren und Übersetzern nicht auch die Frauen mitgemeint? Und soll es die LeserIn, die Teamleiter*in, die Redaktor_in oder Informatiker(in) überhaupt interessieren, wie ihr Geschlecht sprachlich dargestellt wird? Warum müssen die Frauen in der männlichen Form implementiert werden? Das bedeutet ja, dass man sich (immer noch) dem männlichen «Stammgeschlecht» anpassen muss. Wollen wir das? (Nicht wirklich.) Und was ist mit denjenigen, die irgendwas dazwischen sind – oder etwas ganz anderes? Und die Kaufmänner und Hebammen, Feuerwehrmänner und Sekretärinnen?

Ihr seht: Gar nicht so einfach.

Ich habe mir alleine und im Team mit meinen Kolleginnen (ja, wir waren tatsächlich alles Frauen) den Kopf zerbrochen. Kann es denn wirklich so schwierig sein, es allen gerecht machen zu wollen? Passt Sprache und politische Korrektheit einfach nicht zusammen? Das muss an der deutschen Sprache liegen, dachten wir. Bis uns unsere Chefredaktorin aus der Westschweiz aufklärt: Auf Italienisch und Französisch ist das noch komplizierter. Ohje!

Wir wollen keinen Schräg- bzw. Bindestrich sein, auch kein Sternchen oder Ausklammerungszeichen. Wir wollen aber erst recht nicht im Männlichen versteckt werden. Solange die Sprache sich nicht anpassen kann, wird die unterschwellige Diskriminierung anderer nichtmännlicher Geschlechter fortschreiten.

Deshalb haben wir uns entschieden, diese Diskussion öffentlich auszutragen, denn nach eigenen Recherchen bietet kaum ein Schweizer Medium eine Ausführung ihrer Ansichten.

Nun unsere Frage an euch, liebe Leserinnen und Leser: Was denkt Ihr dazu? Sind das Luxusprobleme? Macht Ihr euch darüber Gedanken? Stören euch «*» und «_» zwischen den Bezeichnungen oder ist euch das eh alles egal? Was erwartet Ihr von Tink.ch diesbezüglich?

Wir lassen uns nicht wegwirtschaften

Grösser hätte die Ironie nicht sein können: An einem ganz normalen Donnerstagnachmittag trafen sich drei junge Medienleute vor dem Gebäude von Radio SRF, um im «Medientalk» über die Sicht der jungen Journalisten und Journalistinnen zu reden.

Dann, auf dem Weg nachhause, entdecke ich die Schreckensmeldung in meinem Postfach: «NZZ Campus wird abgesetzt», schreibt das Branchenportal persoenlich.com. Grund sei «zu wenig Erfolg auf dem Werbemarkt». Moment – was?! «NZZ Campus», ein wunderbares Magazin, das jeden Studenten und jede Studentin auf seinem bzw. ihrem Weg begleitet (hat) und ein wichtiges, stark institutionalisiertes Magazin ist (war), soll nun einfach nicht mehr produziert werden. Weil zu wenig beliebt auf dem. Werbemarkt. Wow. Ich kann das nicht fassen. Will es erst recht nicht verdauen. Geschweige denn akzeptieren. Wie kann das sein? Vergessen die Verleger nicht das Wichtigste, den Leser? Ist es ihnen egal, dass die jungen Leute dieses Magazin so sehr geschätzt, geliebt, jedes Mal beim Erscheinen verschlungen haben? Dass der Blog eine tolle Plattform war für viele angehende Journalistinnen und Journalisten, oder solche, die sich Gedanken zu Studium und Karriere machen?

Ich fühle mich vor den Kopf gestossen. Es ist ein Schlag ins Gesicht: Wir zählen nichts. Nichts. Was zählt, sind die Werbeeinnahmen.

Dasselbe Schicksal widerfuhr dem Jugendsender «Joiz» erst vor einigen Wochen. Schon da konnte ich es nicht fassen. Was ist denn nur los? Ich verstehe eines nicht: Warum beklagt man, die jungen Leute würden sich für nichts interessieren, hätten kein Interesse an Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Journalismus, und dann nimmt man ihnen ihre Medien weg? Weil sie nicht wirtschaftlich genug sind.

Das lassen wir uns nicht gefallen. Wir sind gekommen, um zu bleiben. Wir wollen nicht weggewirtschaftet werden. Liebe Kolleginnen und Kollegen, bei uns müsst Ihr keine Angst haben, eines Tages ohne Medium dazustehen. Und Ihr, liebe Leserinnen und Leser, steht bei uns immer an erster Stelle!

Die Zukunft des Journalismus gehört denen, die jetzt starten. Wir zeigen euch, dass wir all diesen düsteren Entwicklungen trotzen und bereit sind, alles zu geben – damit solche katastrophalen strategischen Entscheidungen grosser Medienhäuser der Vergangenheit angehören. Denn wie hiess es schon bei den «wilden Kerlen»: Alles ist gut, solange du wild bist!

Selinas nachhaltiger Tipp Nr. 3: Food Waste verhindern – So einfach geht’s!

Food Waste entsteht sehr schnell, ist aber auch ganz einfach zu verhindern. GORILLA zeigt dir, wie es geht.

Beim Kochen eines leckeren Gemüsegratins, bleiben noch ein paar Kartoffel-Stücke übrig. Für die Früchte-Wähe hat es zu viele Beeren und auf die braune Banane hat auch niemand mehr Lust. Was nun?

Die GORILLA Botschfter Tom Cat und Meta zeigen dir, was sie in solchen Fällen machen.

Willst du mehr über Food Waste erfahren? Zum Beispiel, dass in der Schweiz 1/3 aller noch essbaren Lebensmittel weggeworfen werden und wie du das verhindern kannst? Dann lese hier weiter.

Dieser Artikel ist am 6. Oktober 2016 auf dem Blog von unserem Partner GORILLA erschienen.

«Shnittige» Grenzen

«The procedure»: ein abartiges Erlebnis

Die «Crossing Borders» Vorführung beginnt mit einem Haufen Ekel und der Frage: Was zum Geier war das denn? Folgendes: Ein bärtiger Mann wird auf dem Weg zu seinem Auto mit einem Pfeil in den Hals ausgeknockt. In der nächsten Einstellung liegt er gefesselt und geknebelt in einem sterilen Raum. Danach seilt sich von oben herab eine männliche Person mit entblösstem, vornübergebeugten Hinterteil ab. Zwischenzeitlich frage ich mich: Ist das jetzt ein Kunstfilm? Ein Arsch von einem Mann, der sich langsam dem Gesicht des schreienden Protagonisten nähert?

Na, man ist jedenfalls fasziniert und angeekelt zugleich. Wie kommt man auf so was, fragen sich wohl alle im Saal. Alles Geschrei des Geknebelten bringt nichts. Bald zeigt sich, welche Grenze hier überschritten wird. Hier kommt die Überschreitung in Form einer Nahaufnahme eines Anus. Offensichtliche Geräusche aus dem Hinterteil in das Gesicht des Opfers der «Prozedur» inklusive… «Iiiiiih», ertönt es neben mir. Wer lachen will, darf das. Wer davon Alpträume kriegt, sollte die «Crossing Borders»-Vorführung oder zumindest diesen Film meiden. Für mich ist es zu spät.

Sehnsucht nach nackten Brüsten in «Russian Roulette»

«Zeig mir deine Brüste!» wird die junge Frau am Computer von der Person auf ihrem Bildschirm aufgefordert. Sie surft auf der Plattform talk.roulette, wo sich offensichtlich hauptsächlich Perverse tummeln. Dabei würde die junge Londonerin nur gerne etwas Konversation führen. Schnell entwickelt man eine starke Empathie für die rothaarige Frau. Sie versucht krampfhaft, mit jemandem ins Gespräch zu kommen, und nimmt dafür viel in Kauf. Dank der starken Leistung der Schauspielerin wird die Einsamkeit fast greifbar.

Nach erfolglosen Versuchen, während derer das Mitleid als Zuschauer immer grösser wird, meldet sich ein junger Russe mit Dreitagebart. Er behauptet, er sei russischer Ingenieur und befinde sich soeben im Weltraum. Selbstbewusst im All schwebend, beeindruckt der Astronaut die Frau. Als er das bemerkt, fragt auch er sie, ob sie für ihn «blank» zieht. An dieser Stelle lacht der ganze Saal. Als sie ablehnt, begreift der Russe jedoch ihre Sehnsucht. Er zoomt mit seinem Teleskop auf ihr Haus und macht ihr klar, wie einsam man ist, wenn man drei Monate alleine auf einem Raumschiff verbringt. Er hat die Grenzen der Erde schon lange hinter sich gelassen. Als die Verbindung mit dem Astronauten abbricht, öffnet sie das Fenster, überlegt kurz; und entblösst für den Weltraumfahrer ihre Brüste. Wirklich ein süsser Film, der mit wenig Aufwand viel gute Laune erzeugt, einen richtig pointierten Humor und sogar etwas Tiefsinn zeigt.

Grenzen der Brüderlichkeit: Ennemis Intérieurs

«Was ist das Motto der Französischen Republik?»

«Was können Sie zur Republik beitragen?»

«Warum haben Sie so lange gewartet, den französischen Pass zu beantragen?»

Liberté, Freiheit: Im dunklen Verhörzimmer sitzt der jetztige Algerier dem Befrager gegenüber. Geboren wurde er in Algerien, welches aber damals noch eine Kolonie von Frankreich war: «Geboren bin ich somit als Franzose». Trotzdem muss er heute, als pensionierter Lehrer, allerhand Fragen zu «französischen Werten» und Geschichte beantworten. Mit einem Stempel entscheidet der eine über die Zukunft des andern.

Egalité, Gleichheit: Dieser Kurzfilm zieht sich fast unerträglich in die Länge. Ich bin wütend, genervt. Will aufstehen und rausgehen. Und ich merke, dies will auch der Protagonist. Doch es geht jetzt nicht mehr um eine allfällige Staatsbürgerschaft, sondern um eine drohende Abschiebung. Die Stimmung sinkt, das Machtgefälle steigt. Die Gleichheit ist ein exklusives Gut für die Franzosen. Der Algerier muss sagen, mit wem er sich wo wann über was unterhalten hat.

Fraternité, Brüderlichkeit: Der Film spielt im Frankreich von 1995, als Paris von einer Reihe von Terroranschlägen betroffen ist. Täter sind Islamisten aus Algerien. Nun will der eine wissen, wer denn die Freunde des andern sind. Freunde, ja, Brüder, mit denen er über Religion gesprochen hat, aber eigentlich bloss die gesellige, friedliche Stimmung genossen hat. «Wir Franzosen müssen wissen, wem wir vertrauen können», sagt der eine. Dafür muss der andere seine Brüder verraten. Für diese beginnt nun der gleiche Alptraum.

Würde es nicht explizit erwähnt, würde man denken, die Szene könnte sich jetzt genau so in Frankreichs Polizeistationen abspielen. Mich beschleicht das Gefühl, dass der Regisseur den Film gezielt unerträglich langatmig machte. So spüren Protagonist als auch Zuschauer die gleiche Hilflosigkeit, die gleiche Wut über die ungerechte Situation. Grenzen werden gezogen zwischen Menschen, die sich ähnlicher nicht sein könnten.

«Na Wewe» oder der Irrsinn von ethnischen Grenzen

Die Welt ist nicht teilbar in Schwarz oder Weiss, Gut oder Böse, Hutu und Tutsi. Solche Grenzen sind genauso künstlich wie jene der europäischen Kolonien in Afrika. «Na Wewe», «Du auch», spielt zwar im Bürgerkrieg in Ostafrika. Es ist aber ein Lehrstück über die Absurdität, Menschen nach Abstammung und Nationalitäten einteilen zu wollen, wenn doch die Realität ganz anders aussieht. Dies wird aber nicht mit dem moralischen Zeigefinger verdeutlicht, sondern witzig und dramatisch zugleich.

Ein vollbesetzter Reisecar wird von einer Soldatengruppe überfallen. Die Menschen sollen sich einteilen, links Hutu, rechts Tutsi. Schön blöd, dass dies gar nicht so einfach ist: «Ich weiss doch nicht. Mein Grossvater war Mulatte. Meine Mutter kommt aus Zaïre.», so die Antworten der Verängstigten. Eine junge Frau fasst aber Mut und stellt sich forsch mitten auf die Kreidelinie, welche die Welt für die Soldaten in Hutu und Tutsi einteilen soll. Trotz der düsteren Ausganglage bietet dieser Film einen der wenigen Momente, in denen man unbeschwert lachen kann. Fast schon zum Wohlfühlfilm verkommt «Na Wewe», als (natürlich, wer ist überrascht?) Weltverbesserer Bono mit U2 die letzten Grenzen einreissen kann: Der Kindersoldat übernimmt entzückt den Walkman der Überfallenen: «Ein Tutsi, der Hutu-(«U-Two»)-Musik hört, wow!»

Gemeinsam gegen den Klimawandel

Eine australische Mausart stirbt aus, die Gletscher schmelzen, das Süsswasser wird knapper: der Klimawandel ist ein brisantes und hochaktuelles Thema für unsere Generation. Innovative Ideen können unseren Nachkommen eine grünere Welt hinterlassen, doch oft fehlt engagierten Menschen das Rüstzeug, um diese umzusetzen. Die WWF Pandaction-Challenge setzt genau dort an: Im Austausch mit Gleichgesinnten und Expert*innen entwerfen Jugendliche Projekte, um dem Klimawandel zu trotzen.

Die Jugend im Dienste der Umwelt

Pandaction ist der Name des Jugendprogramms des WWF, das bisher vor allem dafür zuständig war, junge Mitglieder über Umwelt- und Naturthemen zu sensibilisieren und Umwelteinsätze anzubieten. Dieses Jahr hat sich Pandaction zum Ziel gesetzt, sich einem grösseren Publikum zu öffnen und Jugendliche dazu zu motivieren, ihre Kreativität in den Dienst der Umwelt zu stellen. In drei Schweizer Sprachregionen werden die Jugendliche die Möglichkeit erhalten, eigene Projekte zu entwerfen.

Challenge Energie

Für die erste deutsche Ausgabe der Pandaction-Challenge werden sich die Teilnehmenden im Rahmen eines von euforia durchgeführten «imp!act-Events» mit dem Thema «Energie» befassen. Von der Inspiration bis zur konkreten Idee werden ihnen die Kursleitenden während dreieinhalb Tagen zur Seite stehen und sie dabei unterstützen, Kampagnen, Projekte oder Startups zu kreieren.

Engagement fördern

«Umweltbewusste Jugendliche können Geld an Organisationen spenden oder durch kleine Gesten einen ökologischeren Lebensstil pflegen. Wir haben aber festgestellt, dass das Angebot für Jugendliche, die sich gerne durch eigene Projekte für die Umwelt engagieren möchten, zu klein ist – nun möchten wir dies ändern», erklärt die Pandaction-Verantwortliche Leata Kollaart.

Interessierte können sich bis am 16. Oktober 2016 kostenlos anmelden. Mehr Informationen findest du hier.

Selinas nachhaltiger Tipp Nr. 2: Bio-logisch!?

Hast du dich in der Gemüseabteilung des Supermarktes schon einmal gefragt, was denn eigentlich der Unterschied zwischen «Bio-Produkten» und «konventionellen Produkten» ist? Und was die ganzen Labels bedeuten…?

GORILLA erklärt es dir.

Label/Zertifizierungen

Ein Label nutzt ein Produzent (z.B. Landwirt), um einen besonderen Qualitätsstandard auszuzeichnen. Was bedeutet, dass ein Produzent mit einem Label gegenüber dem Kunden garantieren muss, dass die Produkte nach bestimmten Vorgaben hergestellt werden. Diese Vorgaben können durch den Gesetzgeber (z.B. Bioverordnung), eine Organisation (z.B. Richtlinien Bio Suisse) oder eine Handelsfirma (z.B. Migros) aufgestellt werden.

Wenn ein Bauer sich für ein Biolabel entscheidet, wird mindestens einmal im Jahr durch eine Biokontrollstelle geprüft, ob die Richtlinien eingehalten werden.

Hier erklären wir dir, was die verschiedenen Labels mit sich bringen.

Was für alle Labels gilt: Gentechnik ist bei jeder Zertifizierung verboten.

Bio Knospe / Bio Suisse 

In der Schweiz wird das biologisch hergestellte Gemüse von der Bio-Knospe zertifiziert. So kannst du darauf gehen, dass Produkte, welche im Laden mit dem Knospen Signet gekennzeichnet sind, unter den Richtlinien von Bio Suisse produziert werden.

Bauern, die mit dem Label «Bio Suisse» ihr Land bewirtschaften, dürfen keine chemischen Spritzmittel und keinen Kunstdünger verwenden.

Bei Bio Suisse sind keine Flugtransporte erlaubt. Weil auch ausländische Bauern das Knospen-Label erwerben können, müssen diese über den Landweg zu uns transportiert werden.

Kühe von Bio-Bauern dürfen z.B. auch nur biologisch produziertes Futter fressen.

Coop bietet unter dem eigenen Label «Naturaplan» Bio Suisse Produkte an.

Demeter

Die Richtlinien vom Verband Demeter erfüllen diejenigen der Bio Suisse und sind in einigen Punkten sogar noch etwas strenger.

Ein Beispiel: Ein Demeter-Bauer darf seinen Kühen die Hörner nicht abschneiden. Ein Bio-Bauer jedoch schon.

KAG Freiland

KAG Freiland setzt sich besonders für eine artgerechte Tierhaltung ein. In ihren Richtlinien wird z.B. festgehalten, dass KAG Freiland zertifizierte Bauern ihren Tiere permanent oder täglich einen Auslauf auf der Weide oder dem ungedeckten Laufhof gewähren müssen. Auch muss z.B. der Transport in den Schlachthof möglichst stressfrei ablaufen und darf höchstens zwei Stunden dauern.

MSC

GORILLA hat im Blog «Tschüss Plastik» über die Auswirkungen von Plastik im Meer berichtet und damit eine der Umweltbedrohungen für die Meere und deren Pflanzen und Tiere thematisiert.

Auch die Überfischung der Meere stellt eine Bedrohung dar. MSC setzt sich dafür ein, dass Fischbestände nicht «überfischt» werden. Das geschieht durch reglementierte Schonzeiten, in denen die Fischer nicht fischen dürfen. Gemäss MSC wird ebenfalls die Art und Weise, wie die Fischer arbeiten, kontrolliert. So gilt etwa die Regel, dass die Vögel und weitere Meerestiere beim Fischfang nicht verletzt werden.

IP Suisse

Die IP Suisse verzichtet zwar nicht auf chemische Spritzmittel und Kunstdünger, dafür soll die Biodiversität erhalten und gefördert werden. Biodiversität bedeutet die Vielfalt von Pflanzen- und Tierarten. Weil IP Suisse jedoch Kunstdünger und Spritzmittel erlaubt, müssen sich die zertifizierten Bauern an die Beschränkungen halten und dürfen nur einen bestimmten Anteil spritzen bzw. düngen.

Regional, saisonal und biologisch

Auf saisonale Produkte zu setzen, findet GORILLA wichtig. Jetzt ist z.B. Birnen-Saison – du findest also auf dem Markt, im Hofladen beim Bauer oder im Supermarkt frische Birnen aus der Schweiz. Diese haben einen kurzen Transportweg (weniger Benzin und Energie für Kühlanlage unterwegs) hinter sich und somit weniger Energie verbraucht. Ausserdem sind sie frisch und schmecken somit besser.

Wenn du die Erdbeeren hingegen im Winter, also ausserhalb der Saison kaufst, so kommen diese aus dem weit entfernten Ausland (z.B. Südamerika) und müssen unter grossem Energieaufwand, welcher sich negativ aufs Klima auswirkt, in die Schweiz transportiert werden.

GORILLA achtet deshalb darauf, Obst, Gemüse und andere Produkte wenn immer möglich saisonal und aus der Region zu kaufen. Auch findet GORILLA es wichtig, dass diese auf eine umwelt- und tierfreundliche Weise hergestellt werden.

GORILLA Tipp für dich: Achte beim Einkauf auf die Herkunft der Produkte und versuche das zu kaufen, was gerade Saison hat. Frage dich ausserdem, unter welchen Bedingungen das Produkt, das du kaufen möchtest, hergestellt wurde und treffe nach diesen Kriterien deinen Kaufentscheid.

Pssssst… auf unserem Online Lerntool gibts weitere Informationen darüber.

Auch die GORILLA Botschafter Meta Hiltebrand und Tom Cat diskutieren dieses wichtige Thema. Schau gleich selbst, wie sie das handhaben.

Dieser Artikel ist am 22. September 2016 auf dem Blog von unserem Partner GORILLA erschienen.

Neues vom «shnit»

Das Thema des 14. shnit Kurzfilmfestivals heisst «Crossing Borders», Grenzen überschreiten. Das tut shnit bereits in Bezug auf die Organisation: Auch diesmal findet das Festival in acht Städten weltweit vom 5. bis 8. Oktober statt. Ein Beispiel zu «Crossing Borders» am shnit ist «Bon Voyage»: In diesem Film geht es um ein Schweizer Ehepaar, das auf einer Yacht im Mittelmeer auf ein überfülltes Flüchtlingsboot trifft und der Situation nicht entfliehen kann.

«Wir wollten die Schweizer in direkte Konfrontation mit der Flüchtlingskrise setzen.», sagt Joel Jent, Produzent von «Bon Voyage». Oliver van der Hoeven, Festivaldirektor und Vorsitzender der Programmkommission, spricht von einem Ausnahmefilm in Sachen Qualität, der natürlich perfekt in das Thema des diesjährigen Festivals passe. Der 20-minütige Film erzeugt starke Emotionen, die Kameraeinstellungen auf hoher See sind fast immer unkadriert, unruhig. Vor allem in der letzten Einstellung wird klar: Dieser Film hat eine klare moralische Aussage und muss kaum gedeutet werden.

Höhepunkte und Neuheiten

Neben diesem Film werden auch andere visuelle Höhepunkte des Festivals gezeigt. Der Kurzfilm «Operator», der ausschliesslich in einer Feuerwehrzentrale spielt, zeigt die alltägliche Bemühung einer Telefonistin, Menschenleben zu retten. «9 days – from my window in Aleppo» ist ein brandaktueller Dokumentarfilm des Fotografen Issa Touma, der den Beginn des Gewaltexzesses in der syrischen Stadt Aleppo von seinem Fenster aus mit der Kamera dokumentiert.

Interessant dürften auch die Neuerungen sein, welche die 14. Ausgabe des shnit zu bieten hat. Heuer wird shnit «TRIBUTE» lanciert, wo professionelle Mitglieder der Filmindustrie ihre Favoriten für den shnit Award «FLAMING FAUN» auswählen. Die Zuschauer haben dabei wenig Einfluss auf die Auswahl für den besten internationalen Kurzfilm. Für jeden Austragungsort wird jedoch ein Publikumspreis vergeben.

Als Höhepunkt und Ausblick in die Zukunft des Films dürften die Vorführungen der Virtual Reality anzuführen sein, die van der Hoen als «ein absoltes Muss», bezeichnet. Am Bahnhof Bern können hier an 20 Stationen mit den sogenannten VR – Brillen und Headsets Kurzfilme bestaunt werden. Die Vorstellungen sind kostenlos zugänglich, wenn keine Shows stattfinden. Festivaldirektor van der Hoeven sieht die Brillen jedoch nicht als Ersatz für den bisherigen zweidimensionalen Film, sondern lediglich als «Ergänzung». Man darf auf die Wirkung der virtuellen Brillen auf das Filmschaffen gespannt sein.

Von der Reitschule in den Schweizerhof

Die Entwicklung des shnit ist bemerkenswert. Die allererste Vorführung fand noch im Kulturzentrum der Reitschule statt, und zeigte an einem Tag Schweizer, am nächsten Tag indische Kurzfilme. Bereits ab dem zweiten Jahr wurde ein Preisgeld von 1000 Franken an den Publikumsliebling vergeben.

Seit 2006 konnte das neugegründete PROGR als Spielstätte dazugewonnen werden. So expandierte das Festival von Jahr zu Jahr, wurde internationaler, die Preisgelder stiegen. Erneut findet dieses Jahr die Preisverleihung in New York statt. Mit wieviel Preisgeld der «FLAMING FAUN» genau dotiert ist, ist unbekannt. «Es geht um eine Ehrenauszeichnung für den besten Kurzfilm.» Das Geld stehe «nicht im Vordergrund», sagt van der Hoeven auf Anfrage.

Am 8. Oktober wird der Preis für den Sieger der «NATIONAL COMPETITION», also den besten Schweizer Kurzfilm, verliehen. Die Gala findet neu im Schweizerhof statt. Das 5-Sterne-Hotel ist der neuste Partner des Festivals. Für Van der Hoeven ist die Location die logische Fortsetzung der Entwicklung des Kurzfilmfestivals – eben ein kometenhafter Aufstieg.

Das Ende von Mühleberg

Vor fünf Jahren schockten das Erdbeben und der Tsunami in Japan die ganze Welt. Die Naturkatastrophe hatte zudem eine Atomkatastrophe im Kernkraftwerk Fukushima zur Folge. Es rief den Menschen in Erinnerung, wie gefährlich Atomkraft sein kann.

Kurzerhand wurden in einigen Ländern, darunter Japan und Deutschland, kurzfristig alle Atomkraftwerke vom Netz genommen. Vielerorts entwickelte sich eine Diskussion über einzelne, gezielte Abschaltungen von alten Atomkraftwerken bis hin zu einem kompletten Ausstieg aus der Atomenergie.

In der Schweiz ist ein solcher Ausstieg zwar geplant, allerdings gibt es noch keinen konkreten Plan dafür. Einzig der Berner Energiekonzern BKW hat sich als erstes Schweizer Energieunternehmen nun dazu entschieden, sein Atomkraftwerk in Mühleberg stillzulegen. In den Medien war das Kraftwerk bereits mehrfach für Schäden, aufgrund seines Alters von über vierzig Jahren, sowie für seine ökonomische Unrentabilität kritisiert worden.

Der Plan des Rückbaus

Wie die BKW mehrfach medienwirksam erklärte, wolle sie ihren Reaktor in Mühleberg bis zum 20. Dezember 2019 weiterhin betreiben.

2020, nach der Ausserbetriebnahme, werden laut dem BKW-Plan die Brennelemente vom Reaktor ins Brennelementbecken verlagert. Das Kühlsystem dieses Beckens wird in ein Sicherheitssystem umgebaut. Die Anlage soll anschliessend für den Nachbetrieb bereit sein.

Bis 2024 sollen alle Brennelemente ins zentrale Zwischenlager in Würenlingen AG transportiert werden. Dort werden bereits heute die radioaktiven Abfälle von Schweizer Nuklearanlagen gelagert. Bis ein sicheres Endlager gefunden und errichtet ist, verbleiben diese auch dort.

Ab 2025 werden alle radioaktiven Anlageteile demontiert und ebenfalls nach Würenlingen gebracht. Die anderen Teile sollen gereinigt und falls möglich wiederverwertet werden.

Nach Plan soll Ende 2030 das ganze Gelände in Mühleberg frei von Radioaktivität sein. Nach der Überprüfung durch die Behörden stehe dieses für eine neue Nutzung frei. Je nachdem, wie das Areal später genutzt wird, sollen die nicht mehr benötigten Gebäude abgerissen werden.

Selbst Atomkraft-Kritiker wie Jürg Joss, Vorstandsmitglied bei «Fokus Antiatom» und Präsident von «Mühleberg Ver-fahren», vertrauen dem Plan: «Die Abschaltung ist nicht unumkehrbar, aber fast sicher.» Laut Joss spreche für eine Ausserbetriebnahme, dass die Planung bereits weit fortgeschritten sei und alle darüber informiert worden sind. Zudem rentiere der Meiler nicht mehr.

Doch für den Plan der BKW gibt es auch Kritik. Wie die Zeitung «Der Bund» Anfang Mai 2016 berichtete, sind einige Einsprachen gegen das Projekt eingetroffen. Die Anwohner Markus Kühni und Rainer Burki befürchten, die BKW könnte Sicherheitssysteme aus Zeit- und Kostengründen zu schnell demontieren.

Obgleich die Kritiker den Rückbau nicht verzögern möchten, könnten die Einsprachen aufgrund ihres grossen thematischen und juristischen Spektrums für jahrelang andauernde Prozesse sorgen. Die BKW hat damit gedroht, den Abschaltungsprozess zu verschieben, falls juristische Prozesse diesen verzögerten.

Sicherheit für Personal, Umwelt und Bevölkerung?

Der früher für Mitarbeitende der BKW zuständige Sektretär der Gewerkschaft VPOD (Verband des Personals öffentlicher Dienste), Christian Boesch, gab gegenüber dem «Bund» vor drei Jahren Entwarnung für die Mitarbeitenden des Werkes. Um ihre Stelle müssten sie sich nicht fürchten, da die Ausserbetriebnahme Arbeitsplätze für weitere 12 Jahre garantiere. Die Mitarbeitenden hätten einen gute Bildung und würden wohl relativ problemlos eine Anschlussstelle finden.

Die BKW-Mediensprecherin Sabrina Schellenberg teilte auf Anfrage mit, das Know-how der Mitarbeitenden sei für den Rückbau wertvoll: «Allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wurde ein Funktionsangebot gemacht, wie sie nach der Einstellung des regulären Betriebs weiterarbeiten können. Bis auf zwei von über 300 Personen haben alle dieses Angebot angenommen.»

Für Jürg Joss stelle der Betrieb bis 2019 weiterhin ein grosses Risiko dar. Für die BKW stehe die Sicherheit der Bevölkerung, des Personals und der Umwelt während des Betriebs wie auch beim Nachbetrieb jederzeit im Zentrum, entgegnet Sabrina Schellenberg. Dafür arbeite die BKW mit ihrem qualifizierten und erfahrenen Personal, wie auch mit externen Experten zusammen.

Wenn alles nach Plan laufen würde, sähe auch Joss keine Bedenken. Jedoch betont er: «Das grösste Risiko ist menschliches Versagen. Atomkraftwerke sind trotz vieler Sicherheitsvorkehrungen nicht unbedingt sicherer als andere Industrieanlagen.»

Kosten

Für die Stilllegung rechnet die BKW mit Kosten von 800 Millionen Franken, für Rückbau und Entsorgung mit 1,3 Milliarden Franken. Insgesamt über 2 Milliarden Franken. Die BKW komme vollumfänglich für die Kosten auf: «Dafür zahlen wir bis 2022 weiter Jahr für Jahr Gelder in den Stilllegungs- und Entsorgungsfond ein.»

Interessant zu wissen ist, dass die BKW im Gegensatz zu dem nordwestschweizerischen Stromproduzenten Axpo oder der schweizweit tätigen Alpiq keine Verluste macht. Einer der Hauptgründe ist, dass die BKW nicht nur Strom produziert, sondern auch selber zirka einer Million Endkunden die Elekrizität ins Haus liefert – auf einem Stromnetz, das der BKW zu einem grossen Teil gehört. Staatlich bestimmte und kostendeckende Mindestpreise verhelfen der BKW zusätzlich zu einer besseren Bilanz.

Zukunft

Das Atomkraftwerk Mühleberg liefert Strom für knapp 400’000 Menschen und hat einen Anteil von fünf Prozent am Schweizer Stromnetz. «Zu einem Stromengpass bei der BKW soll es auch nach der Stilllegung von Mühleberg nicht kommen»,  wie Sprecherin Schellenberg erklärt. Sie verweist dabei auf ein bereits starkes Wasserkraft-Portfolio der BKW.

Noch vor einigen Jahren stand ein «Mühleberg 2» zur Diskussion. Heute sagt die BKW “Nein” zu einem neuen Atomkraftwerk. Aus wirtschaftlichen Gründen als auch wegen des Vorsatzes, nur noch auf erneuerbare Technologien zu setzen. Demnach hauptsächlich auf  Wasserkraft im Inland und Windkraft aus dem Ausland.

Auch Jürg Joss sagt, dass die BKW einiges im Bereich erneuerbarer Energien tue, unterstreicht aber: «Hätte sie gemeinsam mit anderen Schweizer Stromproduzenten früher mit diesem Ausbau begonnen, so wären wir heute in der gleichen Situation wie Deutschland, wo erneuerbare Energien aus Eigenproduktion einen stattlichen Anteil am Strommix haben.»

Mühleberg ist das erste Atomkraftwerk der Schweiz, das zurückgebaut werden soll. Die BKW sieht sich selber als Pionierin und den Rückbau als Referenzprojekt. Jürg Joss, einst selbst als Automatiker im Atomkraftwerk Leibstadt tätig, widerspricht. Jeder Reaktor sei anders, so wäre keiner dem anderen ein Vorbild. Einzig im Punkt Dekontamierung könnte man laut Joss nützliche Erkenntnisse gewinnen. Im Ausland gäbe es jedoch bereits ein breites Wissen dazu.

Früher oder später müssen auch die anderen Schweizer Atomkraftwerk vom Netz, da ihr Alter ein zu grosses Risiko für die Sicherheit wäre. Für Umweltschutzverbände sind die Kraftwerke schon jetzt zu alt und sollten sofort abgeschaltet werden. Im April provozierte «Greenpeace» mit einer breiten Kampagne: Die Organisation fordert ein Stillegungsprojekt für das Aargauer Atomkraftwerk Beznau. Es ist das älteste noch in Betrieb befindliche Kernkraftwerk der Welt. Zudem weist «Greenpeace» immer wieder darauf hin, dass die Schweiz gegen einen Atomunfall nicht gewappnet sei.

Es wird sich zeigen, ob und wie der Prozess der Ausserbetriebnahme von Mühleberg funktioniert. Doch selbst wenn alles nach Plan verläuft, ist der Atomausstieg noch lange nicht vollzogen. Der Rückbau ist anspruchsvoll und kann schnell gefährlich werden, wenn ihm nicht ausreichend Aufmerksamkeit geschenkt wird. Die Suche nach einem Endlager in der Schweiz für Atommüll hat immer noch kein Ende gefunden. Zudem würde ein kompletter Ausstieg mehr ins Gewicht fallen, da heute insgesamt knapp vierzig Prozent des Schweizer Stroms mithilfe von Kernenergie produziert werden. So müssen erneurbare Energien weiterentwickelt und gefördert werden. Ferner sollte man sich auch Gedanken zu einer möglichen Reduktion unseres Stromverbrauches machen, wie es bereits in der Energiestrategie des Bundesrates für 2050 angedacht ist.