Kultur | 15.08.2016

Strassenmusik statt Street-Parade

Text von Carlo Senn | Bilder von Ice Simon Graf
Am 13. Buskers Bern verzückten Strassenkünstler aus aller Welt die Berner Altstadt. Bei friedlicher Atmosphäre und gutem Wetter konnte das vielfältige Programm gefallen. Überzeugend war auch das grosse kulinarische Angebot.
  • Buskers- Strassenmusik vom feinsten.

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  • Die Strassenmusiker Fatras aus Frankreich haben einiges aus ihrem Leben zu erzählen.

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  • Ein kleines Stück Frankreich in den Strassen von Bern: Fatras.

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  • Was sagen sich wohl diese französischen Musiker? - "Bonjour"?

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  • Fatras begeistern die Zuschauer und lassen das Publikum kurz in die Strassen von Paris eintauchen.

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  • Fatras begeistern die Zuschauer und lassen das Publikum kurz in die Strassen von Paris eintauchen.

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  • Die Ska-Reggae Band King Porter Stomp lässt das Publikum tanzen.

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  • Die Ska-Reggae Band King Porter Stomp versuchen, das Publikum zum Tanzen zu bringen...

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  • ...irgendwie aber nicht ganz erfolgreich.

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  • Die deutsche Band Ohrbooten bringt mit Rap und Raggae die Zuschauer zum Tanzen.

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  • Sarsalé Flamenco: spanische Musik - inklusive Flamencoaufführung.

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  • Sanft wie ein Engel - so singt Maryam, die Frontsängerin von Marey.

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  • Maryam fesselt die Zuschauer mit ihrer warmen und sanften Stimme.

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  • Maryam von der Band Marey - Indie Pop Folk aus Biel.

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  • Maryam fesselt die Zuschauer mit ihrer warmen und sanften Stimme.

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  • Die Zuschauer geniessen die musikalische Vielfalt der Band Marey.

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  • Miguel, der Schlagzeuger von der Band Ohrbooten, zeigt sein Können am Buskers Bern.

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  • Das sieht man nur am Buskers: selbstgebaute Instrumente.

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Endlose Auswahl

Wer Live-Musik schätzt, sollte die Street-Parade das nächste Mal sausen lassen und sich in Bern die Vorstellungen der unterschiedlichsten Richtungen ansehen und -hören. Bei 150 KünstlerInnnen aus rund 20 Nationen dürfte auch der Wählerischste etwas nach seinem Geschmack finden. Ob gefühlvoller Indie-Pop von der Bielerin Marey oder doch lieber harter Punk-Rock von der Luzerner Band Blind Butcher? Oder da wären ja noch die schottischen Folk-Rocker, bei denen sich das Publikum automatisch zu bewegen beginnt. Aber auch die bunte Chanson-Truppe der aus Frankreich angereisten Band Fatras ist nicht zu verachten… Ja, die Liste könnte noch lange so weitergehen. Selbst wer alle drei Tage von Anfang 18 Uhr bis Ende 24 Uhr anwesend war, wird wohl kaum alle Bands gesehen haben.

Zufriedenes Publikum

Das Buskers Bern ist in vollem Gang. Ein Musiker mit Zylinder versucht, mit seinem rollenden Equipment durch die enge Gasse zu kommen. «Achtung, meine Damen und Herren! Deplacez- vous!» hallt es durch die Lauben. Unzählige ZuschauerInnen bilden in der Marktgasse eine beachtliche Traube um die Ska-Truppe King Porter Stomp aus Grossbritannien. Ratsam ist, nicht erst anzukommen, wenn die Künstler schon spielen, sondern sich den Platz schon jeweils vor dem Beginn der Konzerte zu sichern.

Die Leute lächeln, Kinder sitzen auf den Schultern ihrer Eltern, um einen besseren Blick zu erhaschen. Es scheinen am frühen Samstagabend alle Altersgruppen vertreten zu sein. Wer sich zwischendurch verpflegen will, kann dies an einem der unzähligen Stände tun. Von Indisch bis Mexikanisch oder einfach nur regionale Gerichte. Wer die Wahl hat, hat auch die Qual.

Mit einem Fischernetz bewaffnet sammeln Bandmitglieder das nötige Kleingeld von den Zuschauern ein, welches die alleinige Gage der Künstler darstellt. Deshalb raten die Organisatoren, spendabel Münzen zu verteilen. Auch wenn der Zugang zum Festival theoretisch gratis ist, werden Bändeli verkauft, um die Kosten der Organisation zu decken. Damit auch nächstes Jahr wieder Strassenmusik durch das Unesco-Weltkulturerbe schallt!