Gesellschaft | 24.08.2016

Anglizismen – hot oder not?

Englisch ist eine der wichtigsten Sprachen der Welt. So wichtig, dass sich englische Wörter auch ins Deutsche eingeschlichen haben. Doch wirkt sich das störend aus?
Eine Auswahl von Anglizismen aus dem Jahre 2015.
Bild: anglizismusdesjahres.de, zVg

Egal ob im Talk mit Friends, beim Chatten oder in der Werbung. In unserem everyday’s life kommen wir oft mit Anglizismen in touch. Also mit englischen Wörtern, die es in die deutsche Alltagssprache geschafft haben. Englische Wörter benutzt man entweder, weil es kein deutsches Wort dafür gibt, oder um cool zu sein. Teilweise aber auch einfach, weil es der Standard ist oder eben auch nur aus schlichter Laziness.

Fake-Anglizismen

Wer denkt, seine Englisch-Skills dank diesen Anglizismen verbessern zu können und davon ausgeht, dass die Sprache dadurch easy wird, liegt falsch. Viele dieser englischen Wörter sind incorrect oder haben eine andere Signification. Classic ist ja das Wort «Handy» für Mobiltelefon, was im Englischen so viel wie «geschickt» oder «griffbereit» bedeutet. Das mag ja auf die Handys zutreffen, doch im United Kingdom sagt man anstelle von Handy «mobile» und in den USA «cell».

Weitere Beispiele sind Oldtimer, für welche der korrekte Ausdruck im Englischen «vintage car» wäre. Auch treffen sich viele Sport-Fans anlässlich der Euro oder der Olympia zum «Public Viewing». In England bekommt man bei einer solchen Veranstaltung jedoch keine fitten Sportler und Sportlerinnen zu sehen, sondern anstatt dessen Leichen, was ja schon ziemlich weird ist.

Influence durch Fremdsprachen

Die deutsche Sprache ist schon old und hat sich im Verlauf der Zeit stark gewandelt. Immer wieder haben sich die Deutschsprachigen bei Wörtern aus anderen Sprachen bedient. Früher war Französisch die Number One. Doch vom neuen französischen Touch der Sprache waren viele not amused. So wurden Ende des neunzehnten Jahrhunderts vor allem in Deutschland viele französische Lehnwörter durch deutsche ersetzt (wie «Fahrkarte» für «Billet» oder «Bahnsteig» für «Perron»). Doch gerade in der Schweiz haben sich viele dieser Wörter gehalten. Wer darauf achtet, findet Dutzende dieser sogenannten Gallizismen, die für uns heutzutage normale deutsche Wörter in der Alltagssprache darstellen.

Dass das gleiche auch mit den Anglizismen passiert, ist sehr wahrscheinlich. Schon heute können wir nicht mehr ohne einige solcher Begriffe kommunzieren. Oder verwendest du etwa nicht die Bezeichnung «Toast», «shoppen» oder «Baby»? Oder sagst du «Rechner» anstelle von «Computer»?

Ein No-Go?

Anglizismen zu verwenden, um möglichst cool zu wirken, ist absoluter Bullshit. Selbst wenn der Content des Gespräches interessant ist, gerät dieser in den Hintergrund, da die Anglizismen die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Dieser Kommunikationsstil nervt.

Dasselbe gilt für geschriebene Texte. In einem Whatsapp-Chat reklamiert wohl niemand, jedoch in einer Arbeit für die School oder in einem Zeitungsartikel sind die aus dem Englischen importierten Wörter annoying und der Text macht eine unseriösere Impression.

Klar ist auch, dass teilweise nur englische Wörter verwendet werden können, da es keine Alternative zu geben scheint. Vor allem im IT-Bereich. Und manchmal gibt ein gut platzierter Anglizismus in einem interessanten Gespräch oder in einem spannenden Artikel den nötigen Schwung mit rein, er lockert auf. Doch wird die Verwendung übertrieben, ensteht schnell ein negativer Effekt.

Generell macht es Sinn, wenn möglich anstelle eines Anglizismus ein deutsches Wort einzusetzen. Wie zum Beispiel anstatt Meeting «Sitzung» zu verwenden oder «Veranstaltung» statt Event.

Es ist davon auszugehen, dass einige Wörter aus dem Englischen in das deutsche Vocabulary aufgenommen werden und dann auch dort verbleiben. So wie das bereits mit den französischen Begrifflichkeiten der Fall war. Und hopefully bleiben die most beautifulen Wörter.