Gesellschaft | 28.07.2016

Wenn Kinder über Trump, Flüchtlinge und Anschläge schreiben

Text von Sofiya Miroshnyk | Bilder von Mélanie Baierlé
Im Rahmen des Cooltour-Camps für Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung veranstaltete Tink.ch einen Tagesworkshop zum Thema Journalismus. Nach einem morgendlichen Input zur Interviewtechnik haben sich die neun Kinder und Jugendliche auf die Suche nach Antworten zu aktuellen weltpolitischen Fragen begeben.
  • Sofiya Miroshnyk von Tink.ch führt die Kinder und Jugendliche in die Welt der Interviews ein.

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  • Gruppenarbeiten machen Spass - vor allem wenn man sich Interviewfragen ausdenken muss.

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  • "Wieso befasst ihr euch mit diesem Thema?" - "Weil es interessant ist!" Die Passanten sind erstaunt über die brisanten Interviewfragen.

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  • "Haben Sie eigentlich alle Tassen im Schrank?" - es darf auch mal eine lustige Interviewfrage sein.

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  • "Ich bin für die Integration von Kindern mit einer Behinderung!", das Konzept von Cooltour wird von den interviewten Personen wertgeschätzt.

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  • Diskussionen im Team sind Teil der journalistischen Arbeit.

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  • Ein gutes Interview muss vorbereitet sein; die Fragebogen in der Gruppe entworfen und im Vorfeld geübt.

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  • "Wieso befasst ihr euch mit diesem Thema?" - "Weil es interessant ist!" Die Passanten sind erstaunt über die brisanten Interviewfragen.

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  • Auf der Suche nach Interviewpartnerinnen und -partner: Das Ansprechen Fremder war für die Cooltourer erstaunlich einfach.

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  • "Ich bin für die Integration von Kindern mit einer Behinderung!", das Konzept von Cooltour wird von den interviewten Personen wertgeschätzt.

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  • "Der IS will Aufmerksamkeit", Jala beantwortete Fragen zu den vieldiskutierten Anschlägen.

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  • Ein gutes Interview muss vorbereitet sein; die Fragebogen in der Gruppe entworfen und im Vorfeld geübt.

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  • Schreiben wird manchmal eine kollektive Aufgabe.

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  • Auf der Suche nach Interviewpartnerinnen und -partner: Das Ansprechen Fremder war für die Cooltourer erstaunlich einfach.

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  • Interviews führen macht glücklich: Cheyenne, Jessi und Alice sind der Beweis dafür.

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  • "Der IS will Aufmerksamkeit", Jala beantwortete Fragen zu den vieldiskutierten Anschlägen.

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  • Durch das Befragen der Interviewpartnerinnen und -partner lernten die Kinder und Jugendliche neue Ansichten kennen.

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  • Schreiben wird manchmal eine kollektive Aufgabe.

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  • Interviews führen macht glücklich: Cheyenne, Jessi und Alice sind der Beweis dafür.

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  • Durch das Befragen der Interviewpartnerinnen und -partner lernten die Kinder und Jugendliche neue Ansichten kennen.

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Wir von tink.ch erwarteten Themen wie Freizeit und Freundschaft, aber unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Workshop «Journalismus» erstaunten uns mit ihrem Wissen über und Interesse an aktuellen Themen. Die 10- bis 14-jährigen Kinder und Jugendliche gingen auf die berner Strassen und befragten Passanten zu brisanten Themen. Hier können Sie eine Auswahl der Interviews unserer «Cooltourer» lesen.

Hanna und Josephine befragten die Passanten über die Flüchtlingsthematik.

Andreas Müller über Flüchtlinge. (Bild: Sofiya Miroshnyk)
Wie heissen Sie?

Andreas Müller

Was denken Sie über Flüchtlinge?

Flüchtlinge sind Menschen, die aus irgendeinem Grund nicht in ihrem Land bleiben können.

Würden Sie die Flüchtlingshilfe in Lesbos unterstützen?

Ja, ich würde sehr gerne dort helfen.

Wenn ein Flüchtling bei ihnen klingeln würde, was würden Sie tun? Was würden Sie empfinden?

Ich würde den Flüchtling fragen was er will. Ich empfinde dabei Freude, weil ich jemanden helfen kann.

Was denken Sie darüber, dass wir Kinder uns damit befassen?

Es ist ein aktuelles Thema und sollte jeden interessieren.

Randi und unsere Reporterinnen in der Aarbergergasse in Bern. (Bild: Sofiya Miroshnyk)
Wie heissen Sie?

Randi, und ich komme aus Norwegen.

Was denken Sie über Flüchtlinge?

Es ist sehr schade, dass Flüchtlinge flüchten müssen. Ich wünsche mir, dass die Flüchtlinge hier ein gutes Zuhause finden.

Würden Sie der Flüchtlingshilfe in Lesbos unterstützen?

Ja, ich würde gerne helfen.

Wenn ein Flüchtling bei ihnen klingeln würde, was würden Sie tun? Was würden Sie empfinden?

Ich würde ihm helfen, doch ich hätte ein bisschen Angst.

Jessi, Cheyenne und Alice wollten wissen, wie die aktuellen Anschläge wahrgenommen werden.

Was meinen Lena und Lea zu den Anschlägen? (Bild: Mélanie Baierlé)
Wie heissen Sie?

Lena und Lea.

Verbinden Sie die Anschläge direkt mit dem IS?

Nein, ich finde es gefährlich, wenn man alles direkt als Terroranschlag bezeichnet, denn das bestärkt einen bestimmten Diskurs, obwohl es vielleicht gar nicht der Wahrheit entspricht.

Was denken Sie will der IS oder andere Organisationen mit den Anschlägen erreichen?

Es ist alles viel komplizierter als wie es in den Medien und in der Gesellschaft dargestellt wird. Es gibt auch Einzeltäter, die einfach sonst Probleme in ihrem Leben haben oder die sich dem IS bekennen, ohne wirklich Teil davon zu sein. Der IS ist keine klar definierte Organisation, aber vor allem darf man die Gründe nicht vergessen, welche solche Organisationen entstehen lassen.

Was wären diese Gründe?

Der IS entstand nicht einfach aus dem Nichts, sondern es geht um Probleme, die es schon seit Jahrzehnten oder länger gibt. Es gibt viel Frustration und in diesen Ländern werden Minderheiten schon lange diskriminiert. Da entsteht einfach Radikalisierung. Ich glaube, oft haben sie gar kein richtiges Ziel, sondern sie profitieren vom Chaos. Die meisten Anschläge passieren ja nicht bei uns. Sie wollen damit einfach das ganze System destabilisieren. IS ist nicht die einzige Organisation mit solchen Zielen. Es geht aber immer um dieselben Probleme. Die Welt funktioniert auf eine Art und Weise, welche so etwas entstehen lässt.

Wie fühlen Sie sich, wenn Sie daran denken?

Klar: es macht einem Angst, denn sie machen keinen Unterschied zwischen den Verantwortlichen ihrer Probleme und unschuldigen Menschen.

Wie viele Anschläge gab es weltweit 2016?

Es kommt darauf an, wie man Anschläge definiert. Man könnte auch jede Bombe in Syrien als Anschlag bezeichnen.

Reisen Sie wegen den Anschlägen weniger herum?

– Ich schon ja, wegen der politischen Lage werde ich nicht nach Istanbul reisen.

– Nein eigentlich nicht, ich reise weiterhin herum. Ich glaube, es kann überall etwas passieren.

Anna, Nairah, Rafaela und Basil hörten sich Meinungen über Donald Trump an.

Trump oder Hillary? (Bild: Mélanie Baierlé)
Donald Trump oder Hillary Clinton: wen würden Sie wählen?

Ich würde Clinton wählen, weil Trump zu konservativ ist.

Wenn Donald Trump gewählt würde, was würde passieren?

Ich glaube, es wäre sehr schlecht fürs Land.

Was finden Sie schlecht an Donald Trump?

Trump finde ich sehr schlecht in Bezug auf die Aussenpolitik. Er ist für militärische Angriffe, das finde ich sehr problematisch. Im Moment sagt er, dass er die Armen unterstützt, aber ich glaube, mit der Zeit wird er sie vergessen.

Was finden Sie gut an Hillary Clinton?

Ich glaube, sie hat sehr gute Ideen für den Mittelstand. Sie hat einen guten Blick fürs Wesentlichste. Allein schon durch die Erfahrung, welche ihr Mann Bill Clinton gemacht hat, kennt sie sich mit Politik gut aus.

Was denken Sie, steckt hinter Donald Trumps Erfolg?

Er macht sehr viel Werbung und trifft im Moment den Nerv der Armen.

Was möchte Donald Trump eigentlich erreichen?

Er will die Gesamtbevölkerung erreichen und sie umpolen. Er möchte zurück auf die alte Schiene.