Gesellschaft | 11.04.2016

Wer ist Vivienne Kuster?

Text von Alyna Reading | Bilder von Anne-Lea Berger
Für Vivienne geht es bei Tink um die Vielfalt, das Ausprobieren und darum, Fehler machen zu dürfen.
Vivienne Kuster
Bild: Anne-Lea Berger

Viviennes Einstieg in die Welt von Tink.ch war nicht gerade das, was man konventionell nennt: Eine Videoreportage über die Olma, die sie später doch noch in einen geschriebenen Artikel verpackte. Erfahrung hatte sie noch keine, aber das Ausprobieren lag ihr schon immer. Seither hat sie Artikel, Podcasts, Fotostrecken und Videos für Tink gemacht. «Ich frage mich immer: Was will ich erzählen? Dann überlege ich mir, welche Form sich dafür eignet», verrät sie.

Das Olma-Video wird auf YouTube kaum noch angeklickt, aber Vivienne  ist noch immer bei Tink.ch dabei. Heute arbeitet sie in der dazugehörigen Redaktion in Basel. Durch Tink und dessen Netzwerk hat sie alles über Journalismus gelernt, was sie heute weiss. Aber für sie sind die journalistischen Erfahrungen nur ein kleiner Teil von dem, was Tink sie gelehrt hat. Denn hier darf man auch mal Fehler machen, man darf hinfallen. «Bei Tink muss man keine Konsequenzen tragen», meint Vivienne lachend, «es ist eher ein Dürfen!»

In diesem geschützten Umfeld durfte sie experimentieren und zu ihrem Stil finden. Und wenn einmal etwas daneben geht – dann lässt sich daraus umso mehr lernen.

Als Redaktionsleiterin redigiert Vivienne so einiges an Texten und sie weiss, wie wichtig es ist, seinen eigenen Stil zu finden. Wenn sie beim Redigieren dem Stil eines Journalisten auf die Sprünge helfen kann, statt ihm ihren eigenen Stil aufzuerlegen, dann kann ein Artikel gerade mit diesem individuellen Stil punkten. Obwohl der Schreibstil oft von der Lebenssituation abhängt, steckt auch viel Arbeit dahinter. Wieder geht es ums Ausprobieren und ums Scheitern. Ausprobieren, was gefällt und was nicht, aber auch aus seinen Fehlern lernen. Vivienne vergleicht alte und neue Texte, um zu sehen, ob sich ihr Stil verbessert hat. «Meistens merkt man in der Veränderung, wer man ist», erklärt sie. Nicht nur ihr Schreibstil habe sich durch Tink.ch verändert, sondern auch ihr Denkstil.

«Ohne Tink.ch würde ich nie da stehen, wo ich jetzt stehe», das sagt Vivienne ganz klar. Und angefangen hat alles mit einem Video, das Vivienne lachend als «dieses schreckliche Video über die Olma» bezeichnet. Aber ein kleines Bisschen ist sie schon stolz darauf. Stolz, auf diesen ersten Schritt hin zur Journalistin, diesen Sprung ins kalte Wasser, dieses erste Ausprobieren.