Gesellschaft | 14.04.2016

Kleine grosse Talente

Text von Auline Sanchez | Bilder von Christof Kleger
Der volle Saal, die gute Stimmung und der gelungene Abschluss geben der Festivalleitung und allen Mithelfern guten Grund, darauf anzustossen. Sie haben's geschafft. Das vierzigste Jugendfilmfestival ist vollendet. Für die Filmemachenden geht's gerade erst los. Denn einige haben grosse Preise gewonnen.
Der springende Panther
Bild: Christof Kleger

Die Preise des Festivals sind vergeben. 1000 Franken und natürlich den springenden Panther – die Trophäe im neuen Design – dürfen die Gewinnerinnen und Gewinner mit nach Hause nehmen. Samuel Morris hat mit seinem Kurzspielfilm Doug & Walter die Kategorie D (20-25 Jährige, die Filme ausserhalb eines Ausbildungsrahmens realisiert haben)gewonnen. Doug & Walter ist ein Film über zwei Männer, die nochmals richtig Gas geben wollen. Der Amerikaner Doug leidet unter einem Burnout und wurde kürzlich entlassen. Zusammen mit seinem ehemaligen Arbeitskollegen Walter macht er die Schweizer Landstrassen unsicher. Sie rutschen von einem Abenteuer ins nächste, bis der Film eine dramatische Wendung nimmt. «Für mich ist dieser Preis eine Bestätigung dafür, dass ich und die gesamte Crew gut gearbeitet haben,» sagt Morris gegenüber tink.ch. Er freue sich umso mehr, weil er dieses Gefühl der Freude mit seinem Team teilen könne.

Angeknüpft

Mit seinem ersten Film, 14, gewann Samuel Morris 2011 bereits den zweiten Platz. «Als ich gemerkt habe, dass mir das Filmemachen nicht nur Spass macht, sondern auch auf Resonanz stösst, habe ich weitergemacht.» 2013 schaffte er es mit seiner Kurzdokumentation Schritt für Schritt auf den ersten Platz. An diesen Erfolg knüpfte Samuel an und stellte vor drei Jahren der Produktionsfirma Filmgerberei sein Drehbuch für den Film Doug & Walter vor. Der Filmgerberei gefiel das Drehbuch und man nahm das Projekt gemeinsam in die Hand. Die Produktionsfirma half Samuel unter anderem, die passenden Schauspieler und Schauspielerinnen zu finden.

Filme als Momentaufnahmen

Der Film ist Samuels Leidenschaft. Die Verbindung zwischen Musik, Bild und einer Geschichte gefällt ihm. «Filme vermitteln Gefühle und geben eine Stimmung wieder.» Sie sind für Samuel «Momentaufnahmen der Gesellschaft». In seinen Filmen ist das ersichtlich, denn er geht den Gefühlen der Menschen auf den Grund, er sieht genau hin.

Ohne Preis

Neben den glücklichen Gewinnerinnen und Gewinnern gibt es viele junge FilmemacherInnen, die ohne Preis nach Hause gehen. «Wichtig ist, dass die jungen Talente dranbleiben und die Freude nicht verlieren,» sagt Festivalleiterin Selina Wenger. Das Filmbusiness sei ein steiniger und langer Weg, ergänzt Festivalleiterin Laura Walde. So habe zum Bespiel Kaya Inan, der Gewinner des Schweizer Filmpreises für den besten Schnitt 2016, als Jugendlicher immer wieder Filme an den Jugendfilmtagen eingereicht und sei nie aufgenommen worden. «Heute ist er wahnsinnig erfolgreich.» Laura und Selina geben den Preislosen mit auf den Weg: «Benutzt den Film als Medium, Geschichten zu erzählen, die euch bewegen. Von unserer Seite gilt grosser Respekt für alle, die überhaupt einen Film machen und diesen einreichen.»