Kultur | 17.04.2016

«Hauptsache ist, man empfindet etwas»

Text von Yevgeniya Jost | Bilder von Christof Kleger
An den Jugendfilmtagen beeindruckten jugendliche Filmemacher unter 19 Jahren unsere Reporterin.
Das Publikum schaut und geniesst.
Bild: Christof Kleger

5 Arten von Schülern, 5 Arten von Lehrern, der Eröffnungsfilm des Filmblocks der Kategorie C (U19), brachte einen zum Schmunzeln. Man war versucht, sich mit selber mit einer Schüler-Art zu identifizieren. Auch Regisseur Dominic Iseli hat sich geoutet: Er wäre einerseits der «coole» Schüler, andererseits aber auch der «professionelle».

Weiter ging es mit einem schaurigen Film. Besonders der Anfang bewegte sich qualitativ auf dem Niveau eines Horrorfilmes aus Hollywood. Im schauspielerischen Bereich konnte sich Céline Bourgeois beweisen. Mit Lift gelang Loïc Hobi ein Film von hoher Qualität, der auf einer guten Idee basiert. Gegenüber tink.ch verriet der Nachwuchsregisseur seine Zukunftspläne: Filmemachen. «Mein grösster Traum wäre es, an einer Filmschule in Paris zu studieren. Die Schweizer Jugendfilmtage haben mir einen super Einstieg in die Filmwelt ermöglicht», meinte Hobi motiviert.

Die anderen Spieler

In Mehr als 11 – Ein Blick hinter die Kulissen, einem Dokumentarfilm über den Fussballclub Basel, waren die Hauptpersonen nicht die Spieler selbst, sondern die «Spieler» hinter den Kulissen. Regisseur David Meury hatte eine klare Vision: «Das Ziel war eben nicht, Fussballfans von dem Dokumentarfilm zu überzeugen, sondern aussenstehenden Personen einen Blick in das Geschehen zu verleihen.»

Der nächste Regisseur, Samuel Zerbato, mag Dinge, die schwarz auf weiss stehen. Genau das Gleiche beim Film: schwarz-weiss. Mit The Blood Waltz schickt er uns zurück in die Vergangenheit. Seinen Film hatte er für die Maturarbeit gedreht. Er erhielt die Bestnote. Wenn das nicht Zeichen genug dafür wäre, dass er ein Jungtalent ist. Auch die Schauspielerin Sandra Zellweger war verblüfft, wie «begabt und geschickt» Zerbato ist.

Eigenartig und verwirrend schön

Ganz anders ist der Film von Arber Destani. Auf den Spuren meiner Muse ist ein auf den ersten Blick verwirrender Film, aber die unterschiedlichen schönen Bilder laden zum Träumen ein. Ein Kunstfilm, dessen Geschehen jeder anders interpretiert. «Es ist ein sehr persönlicher Film für mich. Er ist ziemlich surrealistisch und es ist wohl Geschmackssache, ob man ihn gut findet», so Destani.

Für Liebhaber von extrem eigenartigen Filmen ist jener des Regisseurs Birdjan Kadriov zu empfehlen. Solace (dt.: Trost) ist unbeschreiblich. Der Hauptdarsteller lehnt die Anschuldigung, er sei verrückt, ab. Nur weil er denke, dass sein Kühlschrank lebe und Gefühle habe, heisse dies noch lange nicht, dass er nicht mehr alle Tassen im Schrank habe, meint der Protagonist. Das Publikum hat nach dem Film sichtlich gemischte Gefühle, doch Birdjan Kadriov sagt: «Es spielt keine Rolle, was man während des Films empfindet, Hauptsache ist, man empfindet etwas.»