Gesellschaft | 26.04.2016

Engagement für mehr Umweltbewusstsein

Text von Melanie Schmidt | Bilder von zvg
Tink.ch hat mit Euforia über deren Ziele gesprochen und was es braucht, um mehr Jugendliche zu ermutigen, sich für die Umwelt zu engagieren. 
Eines der Bilder des letzten Imp!acts.
Bild: zvg

Euforia ist eine Non-Profit-Organisation, die 2007 gegründet wurde und inhaltlich auf verschiedene Werte setzt. Das Ziel ist, dass sich die Organisatoren unterschiedlichster Anlässe weiterentwickeln und sich aus ihrer Komfortzone herausbewegen. Niemand im Team soll verurteilt werden und alle sollen sich wohlfühlen. Je mehr Engagement jemand einbringt, desto mehr erhält er auch zurück. Laut Euforia möchten sich 70% der Jugendlichen für eine nachhaltigere Zukunft engagieren, doch schlussendlich setzen es weniger als die Hälfte von ihnen tatsächlich um. «Um eine höhere Prozentzahl zu erreichen, sollten die Jungen mehr unterstützt werden und auch Wertschätzung erhalten für ihr Engagement, schlussendlich ist es auch für ihre Zukunft.»

Durch einen festen Bestandteil des Umweltbewusstseins schon von klein auf im Alltag und in der Schule könnte das nachhaltigere Leben zu einer Gewohnheit werden. Es sollte sich zu einem «Lifestyle» entwickeln, der sich dadurch auszeichnet, dass die Menschen der Natur etwas zurückgeben wollen.  «Schlussendlich geht es uns alle etwas an», sagen die Helferinnen von euforia.

Environmental Movement

Laut dem Film How to change the World, der von der Entstehung von Greenpeace handelt, wäre es wichtig, eine Umweltbewegung zu erreichen, die genauso stark ist wie die Bewegung für Menschenrechte, die Rechte der Frauen oder die für den Frieden. «Heute sollte genauso eine Bewegung erneut geschehen, sonst ist die Menschheit bald nicht mehr da.», stellt eine Organisatorin des diesjährigen Im!pacts klar.

Genau so eine Bewegung ist auch eines der Ziele von Euforia. Der Lifestyle der nachhaltigeren Entwicklung sollte attraktiver werden, um mehr Leute zu erreichen. Nur weil sich jemand für eine nachhaltigere Entwicklung interessiere, muss er nicht gleich ein Ökofreak sein, wird während des Interviews klargestellt. Beide Helferinnen sind sich einig, jeder solle anfangen, Verantwortung für seinen eigenen Konsum zu übernehmen und sich damit auseinanderzusetzen, welche Konsequenzen das eigene Verhalten für die Umwelt hat.

Die Grundsteine nachhaltiger Entwicklung seien Nahrungskonsum und das Einkaufen von Kleidung. Eine der beiden Helferinnen ist sich sicher, eines der klaren Probleme seien die Arbeitsverhältnisse hinter der Kleiderproduktion. Ihrer Meinung nach hinterfragen die Menschen diese Arbeitsverhältnisse nicht ausreichend und auch nicht, welche Schäden durch unseren übermässigen Konsum entstehen. Beide Helferinnen sind sich einig: «10% der Bevölkerung ist der Wert, der erreicht werden sollte, damit es zu einer Bewegung kommt. Es sollte mehr Vorbilder geben für Kinder und Jugendliche, damit diese unsere und ihre Welt soweit retten können, wie es nur geht.»

Im!pact

Ein Im!pact ist eine Veranstaltung, an der 20-40 junge Erwachsene dabei unterstützt werden, ihre eigenen sozialen oder ökologischen Projekte zu starten. Die Zielgruppe sind Personen im Alter von 18-30 Jahren, doch dem Alter sind keine strikten Grenzen gesetzt und auch ältere Personen sind herzlich willkommen. Ziel ist es, dass pro Jahr zwei Im!pacts in verschiedenen Städten stattfinden. Um eine Überschneidung mit Sommer- oder Winterferien zu verhindern, soll die Veranstaltung jeweils mit Semesterbeginnn an der Universität, also im Frühling und Herbst abgehalten werden. Die Organisatoren erhoffen sich, dadurch mehr Studenten «abholen» zu können.

Die verschiedenen Im!pacts werden im gleichen Zeitraum parallel in verschiedenen Städten durchgeführt. Gleichzeitig mit Zürich fand der Anlass letztes Jahr auch in Bogotá (Kolumbien), Toulouse (Frankreich) und Rwanda (Afrika) statt. Das Ziel ist, 10 Millionen junge Leute zu motivieren, damit sich diese mehr für die Umwelt engagieren. «Jeder von uns möchte etwas tun, doch wissen wir nicht, wo anzusetzen.» Euforia ist permanent auf der Suche nach langfristigen Partnerschaften. Dieses Jahr wurde zum ersten Mal ein Event in Zusammenarbeit mit dem WWF durchgeführt. Auch eine Partnerschaft mit dem RAV ist ein Projekt, um Personen zu unterstützen, die momentan keine Arbeitsstelle haben. Falls Interesse bei diesen Personen besteht, haben diese dann auch die Möglichkeit, an solchen Events mitzuwirken.

Kreise anstatt Hierarchien

Um die Chance zu haben, sich stetig weiterzubilden, wird ein Im!pact jedes Mal von einer anderen Person organisiert. Die Leitung des letzten Jahres unterstützt dabei die neuen Organisatoren in Form eines «Euforia Trainings». Das Ziel dabei ist, dass der Event von neuen Ideen profitieren kann und nicht immer unter der Führung derselben Personen stattfindet. Hierarchie gibt es keine bei Euforia, statt in Abteilungen ist der Verein in Kreise gegliedert. Trotzdem finden sich innerhalb dieser Kreise die klassischen Unterteilungen wie Kommunikation, Marketing, Finanzen, Koordination, Logistik und Beschaffung von Geldmitteln.

Trotz Unterstützung durch verschiedene Vereine, müssen die Organisatoren selber Geldmittel beschaffen, um ein Im!pact auf die Beine stellen zu können. Dadurch können die Leute eigene Erfahrungen im Bereich Projektmanagement machen und erleben alle notwendigen Schritte am eigenen Leib, anstatt einen fertigen Anlass auf dem Tablett serviert zu bekommen.

Beispiele von Projekten, die während eines Im!pacts enstanden sind, finden sich unter folgendem Link:

http://euforia.org/poweredbyeuforia.