Gesellschaft | 05.04.2016

Ein Jugendfilmfestival wird 40

Text von Auline Sanchez | Bilder von zVg
An den diesjährigen Schweizer Jugendfilmtagen wird gefeiert - mit gutem Grund. Seit vierzig Jahren bilden die Filmtage eine lebendige Austauschplattform von und für junge Filmbegeisterte. Die neuen Festivalleiterinnen Laura Walde und Selina Wenger über das Festival im besten Alter, frische Ideen und den Beginn grosser Filmkarrieren.
Auch dieses Jahr werden wieder die "springenden Panther" verliehen.
Bild: zVg

Einmal im Jahr erhalten junge Filmbegeisterte unter 30 während vier Tagen Platz und Zeit, ihre Filme einem interessierten Publikum vorzuführen und sich mit Gleichgesinnten auszutauschen – seit 40 Jahren. Die Schweizer Jugendfilmtage, ein lebendiges und dynamisches junges Filmfestival, leben seit jeher von ihren Teilnehmenden und den vielen filmbegeisterten Freiwilligen: “Das Filmfestival ist das, was die  jungen Filmbegeisterten daraus machen”, betonen auch die diesjährigen Co-Festivalleiterinnen Laura Walde und Selina Wenger. Die Bandbreite der Filme und Teilnehmer variiert von Jahr zu Jahr, ist aber stets beeindruckend gross: Vom Lego-Animationsfilm bis zum Musikvideo, vom Regiestudenten bis zur Sekschülerin ist alles immer wieder mit dabei.

Trainingslager nicht nur für FilmemacherInnen

Die Jugendfilmtage sollen jungen FilmemacherInnen einen niederschwelligen Einstieg in die professionelle Filmwelt ermöglichen. Hier werden kleine Filme zum ersten Mal auf Grossleinwand gezeigt, hier wird konstruktive Kritik erteilt, hier entstehen Austausch zwischen Jungtalenten, Kontakte und Verknüpfungen. Und all dies auf offener und freundschaftlicher Ebene, ohne Zeit- und Gelddruck.
Doch nicht nur junge Filmtalente, auch die vielen Helfer und Helferinnen, die das Festival jedes Jahr auf die Beine stellen, dürfen sich ausgiebig ausprobieren und entfalten. Das aktuellste Beispiel: Die mehrjährigen OK-Mitglieder Wenger und Walde, die letztes Jahr die Chance ergriffen und pünktlich zum vierzigjährigen Geburtstag der Jugendfilmtage gemeinsam die Festivalleitung übernahmen.

Tor in die Filmwelt

Wenger und Walde wünschen sich, dass die in Zürich ansässigen Filmtage schweizweit in immer mehr Regionen Interessierte erreichen. Deshalb setzen sie dieses Jahr erstmals auf einen Livestream im Internet. Eine weitere Vision der beiden: Die Jugendfilmtage sollen noch mehr zum «Pilgerort» des Ausprobierens werden und mehr komplette Anfänger anziehen und motivieren.

Die beiden Festivalleiterinnen berichten, dass ehemalige PreisträgerInnen, Mitwirkende und Jurymitglieder die Jugendfilmtage meist positiv in Erinnerung behalten würden. Nicht wenige seien sogar überzeugt, dass das Festival ein bedeutender Moment für den Beginn ihrer Filmkarriere gewesen sei.

Steter Wandel als Chance

Da die Jugendfilmtage sich jedes Jahr an die «neuen Jungen» richtet und alle Mitwirkenden schnell wieder herauswachsen, ist der Aufbau eines Stammpublikums fast unmöglich.  «Und das soll auch so sein», kommentiert Walde.  Die beiden Co-Leiterinnen sehen den steten und schnellen Wandel als grosse Chance, denn jedes Jahr könnten sich so neue Nachwuchstalente zeigen und ausprobieren. Da alle Kinder und Jugendlichen ähnliche Phasen durchliefen, kämen in den Filmen inhaltlich zwar immer wieder ähnliche Themen auf. Doch im Vergleich zu Erwachsenen, schwärmen Walde und Wenger, warteten die jungen FilmemacherInnen oft mit besonders überraschenden und spannenden Ideen auf, fernab von Regeln und zu langem Hinterfragen.


Die Schweizer Jugendfilmtage finden vom 7. bis 10. April in Zürich statt. Sei live dabei mit unserer Berichterstattung. Ab dem 7. April auf tink.ch.
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