Gesellschaft | 07.04.2016

10 Jahre Tink.ch – Ein Steckbrief

Text von Sabina Galeazzi | Bilder von Sabina Galeazzi
Heute - am 1. April - feiert Tink.ch seinen ersten runden Geburtstag. Grund genug, dem Jugendmagazin einen Steckbrief der ganz besonderen Art zu widmen. Darin meldet sich das Geburtstagskind für einmal persönlich zu Wort und plaudert in seiner unverwechselbaren Art über Mehrsprachigkeit, digitales Umstyling und komplexe Beziehungsgefüge. 
Junge Freunde von Tink.ch schickten ihre Geburtstagsglückwünsche.
Bild: Sabina Galeazzi

Mein Name ist, so ist unter dem Wikipedia-Eintrag zu meiner Person zu lesen, eine «freie Wortkreation». Tatsächlich werde ich von interessierten Zeitgenossen recht häufig auf seine Etymologie angesprochen und die Herkunft dieser frech-flotten Buchstabenfolge beschäftigt meine emsigen Mitarbeiter bis heute. Und nein: Das Binnen-H wurde bewusst ausgelassen, mein Name beginnt tatsächlich nicht mit einem P und in der Queer-Szene habe ich bisher noch kein zweites Standbein aufgebaut.

Frühkindlicher Spracherwerb

Das Licht der Welt erblickte ich am 1. April 2006 in der Bundeshauptstadt, jedoch nicht in der Form einer Zeitungsente sondern als Online-Magazin für ein jugendliches Publikum. Zwar ist mein Vater ein zweisprachiger Berner Stadtführer mit dem schicken Namen Youthguide, mein Aktionsradius hat sich jedoch mittlerweile über die Kantonsgrenze hinaus ausgeweitet. Ich habe bereits im zarten Alter von drei Jahren Französisch erlernt und bin mittlerweile sogar dreisprachig unterwegs. Leider komme ich allerdings nur selten dazu, mit meinen Kenntnissen in Rumantsch Grischun zu glänzen.

Vollwertkost und Typo3-Entschlackung

Kürzlich bin ich von Moosseedorf nach Olten gezogen, um näher am Puls des Geschehens zu sein und ab und zu im Bahnhofbuffet zu speisen. Da ich rund um die Uhr beschäftigt und generell ein grosser Fan von Überstunden bin, ernähre ich mich vorwiegend von vollwertigem Kabelsalat, Cookies und Social Media-Tütensuppe. Kaffee ist mein Lebenselixier, leider habe ich bisher noch keine erfolgreiche Methode gefunden, mir das unverzichtbare braune Nass intravenös zuzuführen.

Hauptberuflich ringe ich relativ erfolgreich mit Deadlines. Mein Tag umfasst im Schnitt 28 Stunden, daher litt ich früher manchmal unter eigentümlichen Erschöpfungszuständen, die mein System über eine bestimmte Zeit lahmlegten und die Publikation erschwerten. Mein Hausarzt sprach in diesem Zusammenhang vom Typo3-Syndrom. Vor etwas mehr als einem halben Jahr habe ich mich für ein Umstyling entschieden, da mir das Kindergewand langsam zu eng wurde und mein Look in modischer Hinsicht etwas zu Wünschen übrig liess. In der redaktionseigenen IT-Schönheitsfarm wurde mein digitaler Body von sämtlichen schädlichen Typo3-Schlacken befreit und das Ergebnis kann sich sehen lassen: Noch nie war der Glanz meiner feuerroten Haare derart satt und das Strahlen meiner tiefschwarzen Augen so intensiv.

Es ist kompliziert

Mittlerweile gibt es von mir sogar eine eigene App. Leider ist mein Beziehungsstatus trotz Makeover nach wie vor sehr kompliziert, was vermutlich mit meinem kritischen und unabhängigen Geist zusammenhängt. Mein Freundeskreis hingegen ist gross und vielfältig. Ich interessiere mich für Politik, Gesellschaft, Kultur und Sport. Böse Zungen haben mich in sportlicher Hinsicht einer YB- Fixierung bezichtigt. Und meine Begeisterung für Lara Stone war vor einigen Jahren schon einmal Thema einer ganzen Redaktionssitzung. Meine Wünsche auf die nächsten zehn Jahre? Dort ansetzen, wo Journalismus für engagierte Jugendliche und junggebliebene beginnt. Auch mal über die Landesgrenze hinausspähen. Und vielleicht einmal einen Text in einem obskuren rätoromanischen Idiom publizieren.