Engagement für mehr Umweltbewusstsein

Euforia ist eine Non-Profit-Organisation, die 2007 gegründet wurde und inhaltlich auf verschiedene Werte setzt. Das Ziel ist, dass sich die Organisatoren unterschiedlichster Anlässe weiterentwickeln und sich aus ihrer Komfortzone herausbewegen. Niemand im Team soll verurteilt werden und alle sollen sich wohlfühlen. Je mehr Engagement jemand einbringt, desto mehr erhält er auch zurück. Laut Euforia möchten sich 70% der Jugendlichen für eine nachhaltigere Zukunft engagieren, doch schlussendlich setzen es weniger als die Hälfte von ihnen tatsächlich um. «Um eine höhere Prozentzahl zu erreichen, sollten die Jungen mehr unterstützt werden und auch Wertschätzung erhalten für ihr Engagement, schlussendlich ist es auch für ihre Zukunft.»

Durch einen festen Bestandteil des Umweltbewusstseins schon von klein auf im Alltag und in der Schule könnte das nachhaltigere Leben zu einer Gewohnheit werden. Es sollte sich zu einem «Lifestyle» entwickeln, der sich dadurch auszeichnet, dass die Menschen der Natur etwas zurückgeben wollen.  «Schlussendlich geht es uns alle etwas an», sagen die Helferinnen von euforia.

Environmental Movement

Laut dem Film How to change the World, der von der Entstehung von Greenpeace handelt, wäre es wichtig, eine Umweltbewegung zu erreichen, die genauso stark ist wie die Bewegung für Menschenrechte, die Rechte der Frauen oder die für den Frieden. «Heute sollte genauso eine Bewegung erneut geschehen, sonst ist die Menschheit bald nicht mehr da.», stellt eine Organisatorin des diesjährigen Im!pacts klar.

Genau so eine Bewegung ist auch eines der Ziele von Euforia. Der Lifestyle der nachhaltigeren Entwicklung sollte attraktiver werden, um mehr Leute zu erreichen. Nur weil sich jemand für eine nachhaltigere Entwicklung interessiere, muss er nicht gleich ein Ökofreak sein, wird während des Interviews klargestellt. Beide Helferinnen sind sich einig, jeder solle anfangen, Verantwortung für seinen eigenen Konsum zu übernehmen und sich damit auseinanderzusetzen, welche Konsequenzen das eigene Verhalten für die Umwelt hat.

Die Grundsteine nachhaltiger Entwicklung seien Nahrungskonsum und das Einkaufen von Kleidung. Eine der beiden Helferinnen ist sich sicher, eines der klaren Probleme seien die Arbeitsverhältnisse hinter der Kleiderproduktion. Ihrer Meinung nach hinterfragen die Menschen diese Arbeitsverhältnisse nicht ausreichend und auch nicht, welche Schäden durch unseren übermässigen Konsum entstehen. Beide Helferinnen sind sich einig: «10% der Bevölkerung ist der Wert, der erreicht werden sollte, damit es zu einer Bewegung kommt. Es sollte mehr Vorbilder geben für Kinder und Jugendliche, damit diese unsere und ihre Welt soweit retten können, wie es nur geht.»

Im!pact

Ein Im!pact ist eine Veranstaltung, an der 20-40 junge Erwachsene dabei unterstützt werden, ihre eigenen sozialen oder ökologischen Projekte zu starten. Die Zielgruppe sind Personen im Alter von 18-30 Jahren, doch dem Alter sind keine strikten Grenzen gesetzt und auch ältere Personen sind herzlich willkommen. Ziel ist es, dass pro Jahr zwei Im!pacts in verschiedenen Städten stattfinden. Um eine Überschneidung mit Sommer- oder Winterferien zu verhindern, soll die Veranstaltung jeweils mit Semesterbeginnn an der Universität, also im Frühling und Herbst abgehalten werden. Die Organisatoren erhoffen sich, dadurch mehr Studenten «abholen» zu können.

Die verschiedenen Im!pacts werden im gleichen Zeitraum parallel in verschiedenen Städten durchgeführt. Gleichzeitig mit Zürich fand der Anlass letztes Jahr auch in Bogotá (Kolumbien), Toulouse (Frankreich) und Rwanda (Afrika) statt. Das Ziel ist, 10 Millionen junge Leute zu motivieren, damit sich diese mehr für die Umwelt engagieren. «Jeder von uns möchte etwas tun, doch wissen wir nicht, wo anzusetzen.» Euforia ist permanent auf der Suche nach langfristigen Partnerschaften. Dieses Jahr wurde zum ersten Mal ein Event in Zusammenarbeit mit dem WWF durchgeführt. Auch eine Partnerschaft mit dem RAV ist ein Projekt, um Personen zu unterstützen, die momentan keine Arbeitsstelle haben. Falls Interesse bei diesen Personen besteht, haben diese dann auch die Möglichkeit, an solchen Events mitzuwirken.

Kreise anstatt Hierarchien

Um die Chance zu haben, sich stetig weiterzubilden, wird ein Im!pact jedes Mal von einer anderen Person organisiert. Die Leitung des letzten Jahres unterstützt dabei die neuen Organisatoren in Form eines «Euforia Trainings». Das Ziel dabei ist, dass der Event von neuen Ideen profitieren kann und nicht immer unter der Führung derselben Personen stattfindet. Hierarchie gibt es keine bei Euforia, statt in Abteilungen ist der Verein in Kreise gegliedert. Trotzdem finden sich innerhalb dieser Kreise die klassischen Unterteilungen wie Kommunikation, Marketing, Finanzen, Koordination, Logistik und Beschaffung von Geldmitteln.

Trotz Unterstützung durch verschiedene Vereine, müssen die Organisatoren selber Geldmittel beschaffen, um ein Im!pact auf die Beine stellen zu können. Dadurch können die Leute eigene Erfahrungen im Bereich Projektmanagement machen und erleben alle notwendigen Schritte am eigenen Leib, anstatt einen fertigen Anlass auf dem Tablett serviert zu bekommen.

Beispiele von Projekten, die während eines Im!pacts enstanden sind, finden sich unter folgendem Link:

http://euforia.org/poweredbyeuforia.

Fastnacht – Tradition oder Saufgelage?

Vorläufer der Fastnacht, auch Karneval oder fünfte Jahreszeit genannt, gehen auf die bereits vor 5000 Jahren gefeierten Feste in Mesopotamien zurück. Die Bezeichnung Mesopotamien geht mutmasslich auf Alexander den Grossen, einen griechischen König, zurück und betitelt das Land zwischen den Flüssen Euphrat und Tigris in Vorderasien.

Dieses traditionelle Fest in Mesopotamien dauerte sieben Tage. In diesem Zeitraum waren alle gleichgestellt, Sklaven und Herren assen Seite an Seite. Des Weiteren durfte in dieser Zeit kein Getreide gemahlen werden. Unter dem Priesterkönig Gudea wurde dieses Fest als symbolische Hochzeit eines Gottes gefeiert.

Alte, katholische Traditionen besagen, dass man an der Fastnacht keinen Alkohol konsumieren darf, jedoch zeigte eine forsa (Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen)-Umfrage aus dem Jahre 2015, dass in Deutschland gerade mal elf% aller Fastnacht-Besucher überhaupt keinen Alkohol konsumieren. Wann wurde diese Tradition des Alkoholverzichts also abgelöst?

In der Schweiz kam eine grosse Veränderung mit der Reformation. Viele katholische Gesetze galten als veraltet und wurden von neuen, reformierten Gesetzen ersetzt. 1529 erklärte sich Basel als reformiert. Damit wurde auch die Fastenzeit und die dazugehörige Fastnacht verboten. Diese Verbote liessen sich meist schlecht durchsetzen, da die Fastnachtstradition fest in der Gesellschaft verankert war. Ein Beispiel dafür ist Basel, wo 1798 die Fastnacht von der Helvetik verboten wurde. Die Fastnacht kehrte daraufhin wieder zurück und wurde auf Drängen der Geistlichkeit 1807 erneut verboten. Auch dieses Verbot war nicht von langer Dauer, und so wurde auch diesmal die Fastnacht wiedereingeführt. Wann jedoch Alkohol ein Bestandteil der Fastnacht wurde, bleibt offen.

Umfrage zu Alkohol in Verbindung mit Fastnacht

Die Schwarze, ein Schnitzelbankduo aus Bern, besucht seit gut 25 Jahren die Fastnacht in Bern. Ihrer Meinung nach wird das Thema Alkohol «prominent hingeschrieben», der Alkohol war schon immer ein Problem. Durch die Tatsache, dass immer mehr Partys lanciert werden, hat sich der Alkoholkonsum definitiv verändert, nicht nur während der Fastnachtszeit.

Die Schnapslochgeischter, ein Narrenverein aus Welschenrohr (SO), ist mit der Fastnacht aufgewachsen. Für sie spielt neben dem Alkohol auch das kollegiale Zusammensein eine zentrale Rolle. «Die Jungen trinken immer mehr Alkohol», das habe sich definitiv geändert.

Madame de Meuron, Nachfahren des Berner Stadtoriginals, kennen die Fastnacht durch das Quartier, in welchem sie aufgewachsen sind. Spielt bei ihnen Alkohol eine zentrale Rolle? «Nein», tönt es mit einer ächzenden Stimme! Auf die Frage, ob sich der Alkoholkonsum in den letzten Jahren verändert hat, kommt nur ein leises: «Ja, leider Gottes».

Eglichutzler, Guggenmusiker aus Weggis (LU), stellen sich gegen die Meinungen von anderen Befragten: «Der Alkohol ist für sie marginal, für andere sei das jedoch seit jeher wichtig».

Stefan, 49, stellt sich auf die Seite der meisten Befragten: «Wie viel manchmal getrunken wird, im Besonderen von jungen Menschen, ist nicht mehr schön, das gehört nicht zur Fastnacht.»
Fazit

Um was geht es bei der Fastnacht wirklich? Steht die Tradition oder der Alkohol im Vordergrund? Die Meinungen gehen auseinander. Durch die Aussagen dieser kleinen, nicht repräsentativen Umfrage lässt sich festhalten, dass tendenziell jüngere Personen dem Alkohol einen höheren Wert beimessen. Ist der Alkohol ein fester Bestandteil der Fastnacht, oder gar schon fast Tradition? Eine Frage, die jede und jeder für sich beantworten muss.

Militärdienst – ein Perspektivenwechsel

«Los! Tagwach! Uufstoh!» Ein Gruppenführer weckte uns Rekruten unsanft aus unserem unruhigen Schlaf. Ein unruhiger Schlaf, erfüllt mit Ungewissheit, was uns am nächsten Morgen erwarten würde. Welchen bislang vernommenen Klischees zur Infanterie darf Glauben geschenkt werden? Ein Kamerad aus meinem Zimmer murmelte schlaftrunken: «Jungs, freut euch. Das werden wir nur noch 299 Mal hören.» Ich zähle heute noch die Tage.

Als allererste Morgenmahlzeit gab es feuchtes Brot mit ungekühlter Milch an einem heissen Sommertag. Gewöhnungsbedürftig.Im Militär wird bekanntlich nicht viel Wert auf Individualität gelegt. Das Tenue besteht aus schwarzen Kampfstiefeln, Tarnhosen, T-Shirt, Tarnanzug und Mütze. Und dies auch an heissen Tagen. Am 7. Juli 2015 sind in Genf 39.7 Grad Celsius gemessen worden – Rekordtemperatur. An diesen nach Erfrischung dürstenden Tagen mussten wir mit Gepäck Tag für Tag um die zehn Kilometer zu Fuss zurücklegen.

An besonders «erfreulichen» Tagen gab es auch ABC (atomar, biologisch, chemisch)-Ausbildungsposten. Dort durften wir regelmässig Schutzmaske, Schutzjacke, Schutzhosen und Überstiefel anziehen. Der Schweiss rann uns bereits schon herunter, als wir lediglich die Kleidungsstücke aus dem Kampfrucksack zerrten. Schlussendlich hatten wir zwei Paar Schuhe, zwei Paar Hosen, drei Schichten auf dem Oberkörper und eine Schutzmaske auf. Es fühlte sich an, als ob wir uns für einen Skitag ausrüsten würden.

Monotonie abseits des zivilen Lebens

Das Militär birgt zwar einen anderen Alltag als das zivile Arbeits- oder Schulleben, jedoch ist auch dort eine Monotonie zu erkennen. Jeden Tag zwischen 4:45 und 6:00 Uhr aufstehen, in Zweierkolonne und Gleichschritt ging es zum durchschnittlich 15-minütigen Morgenessen weiter und eine Kompanieversammlung in Reih und Glied vor dem Kommandanten um 7:00 Uhr durfte auch nicht fehlen.

Danach mussten wir per Fussmarsch etwa fünf Kilometer zu den Ausbildungsplätzen. Natürlich gab es auch wöchentliche Inspektionen. Unsere erste fand bei ungefähr 36 Grad Celsius statt, wobei wir in der prallen Mittagssonne auf dem schattenlosen Asphaltplatz mit Helm in einer perfekt ausgerichteten Reihe 45 Minuten lang schmoren mussten. Gefühlt waren es jedoch drei Stunden. Gegenüber plätscherten verführerisch zwei Brunnen vor sich hin. Schlussendlich musste «nur» ein Kamerad in den Schatten gezogen werden.

Ich weiss heute noch nicht, wie ich es in der Rekrutenschule jeden Tag geschafft habe, aufzustehen. Ich vermute, dass die Kameraden einen wichtigen Teil im Militär ausmachen, alles überstehen zu können. Alle sitzen im selben Boot. Alle helfen einander so gut es geht, wobei man trotzdem noch darauf achten muss, dass man selbst nicht zu kurz kommt. Denn die Dauermüdigkeit macht jedem zu schaffen und man zapft die ganze Zeit die eigenen Reserven an.

Belastungsproben

«Infanterie esch eifach: mer lauft!». Oft mussten wir Infanteristen uns diese Phrase anhören. Doch von den Distanzmärschen (15, 25 und 50 Kilometer) und der «1000er Treppe» mal abgesehen, gab es etliche weitere kraftraubende und nervenzehrende Aufgaben zu überwinden.

Psychisch wurden wir Durchdiener durch fordernde Vorgesetzte, Zielsetzungen, Umgang mit Waffen, Sinnlosigkeiten, mangelnder Privatsphäre, Zeitbegrenzungen und übertriebene Pingeligkeit auf die Probe gestellt. Ein passendes Beispiel für übertriebene Pingeligkeit ist, dass die Rucksäcke nicht einfach auf dem Boden deponiert werden durften, sondern es mussten immer alle nebeneinander perfekt in Reih und Glied aufgestellt werden und keine Bändel durften mehr sichtbar sein. Solche Aktionen konnten dauern bei 50 Personen.

Oft waren auch die Zeitbegrenzungen zu knapp gesetzt. Bis zu zwanzig Mal täglich ertönte es: «Oberwachtmeister, Rekrut ‚Hülsensack‘: beantrage Zeitverlängerung von 2 Minuten.» Egal ob es beim Essen, beim Abwaschen der Gamelle, bei der Bildung der Rucksackreihen oder bei den abendlichen Putzorgien war.Physisch wurde man vor allem durch das ungewohnt viele Stehen und Gehen beansprucht. Zudem hatten wir nicht viele Pausen und betätigten uns jeden Tag sportlich, was oftmals von Nachtübungen inklusive Biwakieren begleitet wurde.

Ungewöhnliche Freundschaften

Das Militär ist auf besondere Weise einzigartig. Als Angehöriger der Armee wird man mit unterschiedlichen Charakteren auf einen Haufen geworfen; Bauernsohn trifft auf Mathegenie, Bücherwurm auf einen «Metalhead» und ein ehemaliger Häftling auf Pazifismus-Sympathisanten. Mit vielen dieser Leute hätte man niemals im zivilen Leben zu tun gehabt. Zudem stammen alle aus verschiedenen Gemeinden und Kantonen. Herkunft, Ausbildung, Talent, Träume, Hoffnungen – alles sehr unterschiedlich.

Trotz des grossen Spektrums an Diversitäten mag jeder mehr oder weniger jeden im Militär. Vermutlich liegt es an den vielen Herausforderungen, denen sich alle stellen müssen. Schlechte Zeiten verbinden. Einige hörten den Vorgesetzten sogar noch im Schlaf schreien: «Rekrut: ACHTUNG!», und standen um 3:00 Uhr in der Nacht im Halbschlaf stramm vor ihren Betten. Es ging halt schon ans Eingemachte.

Höhen und Tiefen, Nebeneffekte und «positives Heimweh»

Das Militär hat einen spannenden Nebeneffekt. Durch die minimale Privatsphäre, die den Auszubildenden im Militär gelassen wird, durch die Abwesenheit der Freunde und Familie, wird jedem fortlaufend bewusst, was wirklich wichtig ist im Leben. Als Angehöriger der Armee lernt man bereits die kleinsten Dinge des zivilen Alltags zu schätzen. Sei es etwa das eigene Bett, kalte Milch zum Frühstück oder die eigenen Schuhe.Als Infanterist erfährt man eine gewisse Abhärtung in der Ausbildungsphase. Während dieser Zeit müssen wir durch so viele mühsame, krampfhafte, anstrengende, nervenzehrende Minuten, Stunden, Tage, Wochen kämpfen, dass Probleme aus dem zivilen Alltag plötzlich ganz klein und beinahe unbedeutend erscheinen.

Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Militaristen, sobald sie das Militär überstanden haben, nichts mehr so schnell aus der Bahn wirft, nachdem sie regelmässigen Freiheits- und Liebesentzug im Militär erfahren mussten. Ich denke, dass ehemalige Militaristen beginnen, leichter ein Licht am Ende des Tunnels zu erkennen. Das positive Denken fällt einem leichter. Rekruten werden praktisch im Militär dazu erzogen (unbewusst), ihr Denken und ihre Gewohnheiten den Umständen entsprechend anzupassen. Ansonsten hätte man als Neuling im Militär einen schweren Stand. Durch den Umgang mit Waffen wird der Rekrut auch – zumindest theoretisch – mit dem Thema «Tod» konfrontiert.

«Wie reagiere ich, wenn ich jemanden erschiessen muss?» «Kann ich jemandem physische Schäden zufügen?» «Kann ich einer schwerverletzten Person erste Hilfe leisten?» «Was passiert in einem Kriegsfall?». Solche und andere Gedanken begleiten die Rekruten in ihrer Ausbildung. Auch darauf wird der Auszubildende vorbereitet. Es werden etliche Rollenspiele durchgeführt. Es ist wahr: einem Infanteristen an der Kriegsfront gibt man eine Überlebensdauer von 17 Sekunden. Wie würden Sie reagieren, wenn Sie in einem Kriegsfall rekrutiert werden würden? Wie würden Sie sich von Ihren Liebsten verabschieden? Was würden Sie tun, wenn Ihre letzte Stunde geschlagen hätte? Solche Bilder sind mir etliche Male durch den Kopf gegangen. Ich habe noch heute keine Antworten gefunden und hoffe, dass ich niemals welche haben muss.

Jede Medaille hat zwei Seiten

Schlussendlich finde ich, dass das Militär eine gute Lebensschule darstellt, obwohl man den Sinn nicht immer auf Anhieb bei jedem Befehl und jeder Aufgabe erkennt. Man durchlebt Erfahrungen, die man nirgendwo anders machen kann. Die Abhärtung, das positive Denken, verbunden mit einer grossen Bereitschaft an Flexibilität, die Realisierung des Wichtigen.

Durch die vielen Wartezeiten im Militär kann man zudem gar nicht anders, als sich mit sich selbst zu befassen. Gedanken zu seiner Zukunft, seiner Gegenwart und seiner Vergangenheit sind jedermanns ständiger Begleiter. 

Das Militär steht in unserer Gesellschaft nicht immer in einem guten Licht da und wird des Öfteren kritisiert. Doch was dabei oft ausser Acht gelassen wird, ist die Kameradschaft und die persönliche Entwicklung, die jeder im Militär durchlebt und erfährt. Und wie oft hörten Sie bereits eine ältere Person mit einem Lächeln im Gesicht über das Militär reden? 

Der Dienst im Militär – schaut am Ende doch mehr Nutzen heraus, als man zu Beginn gedacht hatte?

«Haben Sie Vertrauen in die Medien!»

Was passiert, wenn man die Chefredaktoren der drei Basler Printmedien zu einer Diskussion lädt? In der Elisabethenkirche konnte man am vorletzten Freitag darauf hoffen, eine Antwort auf diese Frage zu finden. Im Rahmen der Reihe «Basel im Gespräch» lud die Offene Kirche Elisabethen zum Podium mit dem Namen «Wahrheit, Lüge, Journalismus». Entsprechend gross war der Andrang auf die Plätze, die in ungewohnter Anordnung platziert wurden. In der Mitte waren im Kreis Stühle für die Podiumsteilnehmer platziert worden, die Zuschauerplätze waren wiederum um diesen inneren Kreis herum angerichtet. Diese Abwechslung von der sonst üblichen Form eines Podiums war zwar erfrischend anders, führte jedoch dazu, dass man von einem Teilnehmer bloss den Rücken zu sehen bekam.

«Basler Medien in der NLB»

In besagter Mitte sollten die drei Chefredakteure der grössten Basler Printmedien  die Klingen kreuzen. Unter der Leitung des Journalisten Frank Lorenz diskutierten Markus Somm von der Basler Zeitung (BaZ), David Sieber von der Basellandschaftlichen Zeitung (BZ) und Christian Degen von der TagesWoche über die Frage, was heute «guter Journalismus» sei, auch mit Blick auf die Region Basel. Lorenz inszenierte den Einstieg gelungen, begann mit einer provokativen Fussballmetapher: «Der Basler Medienplatz hat zwar drei Clubs, aber sie spielen alle in der Nationalliga B.»

Die höchste Liga werde von den Zeitungen aus Zürich dominiert. Eine Behauptung, die Markus Somm vehement dementierte. Basel habe als einzige Stadt neben Zürich eine Vielfalt an Printmedien aus verschiedenen Häusern. Die Bemerkung, dass die Übernahme der BaZ im Jahre 2010 – unter anderem durch Somm selbst – genau diese Vielfalt befördern sollte, löste im Publikum dann einige Heiterkeit aus. Degen und Sieber beschränkten sich darauf, ihre «Aufstiegsbemühungen» kundzutun, und bedienten damit weiter die Fussballmetapher, welche im Verlauf des Abends immer wieder auftauchte, ohne über Gebühr strapaziert zu werden.

Störfaktor Publikumsinputs

Der Medienplatz Basel wurde dann auch zu einem inhaltlichen Schwerpunkt eines Podiums, dessen Format nicht vollends überzeugen konnte. Die Idee eines fünften Stuhls, auf dem sich Zuhörer niederlassen und in die Diskussion einbringen konnten, schien zunächst zwar innovativ. Bis auf einen persönlichen Abrechnungsversuch mit den drei Blättern blieb der Stuhl aber leer. Auch, weil die Möglichkeit bestand, sich vom eigenen Platz aus bemerkbar zu machen und Fragen zu stellen. Leider waren auch diese Inputs für das Podium kaum förderlich, da sie einerseits den Diskussionsfluss merklich störten und andererseits selten über persönliche Statements hinauskamen.

Macht der Medien wird überschätzt

Nach der Diskussion kam man nicht umhin, Markus Somm zum rhetorischen Sieger zu erklären — selbst wenn man das Heu politisch nicht auf der gleichen Bühne hat. Gekonnt wehrte der BaZ-Chef die Angriffe ab, die von mehreren Seiten aus dem Publikum auf ihn eingingen. Er stellte etwa klar, dass es um das Besitzverhältnis der Basler Zeitung keine Geheimnisse mehr gibt (sie gehört neben Somm auch Christoph Blocher und Rolf Bollmann, Anm. d. R.). Auf die Frage, ob er als Zürcher überhaupt fähig für diese Funktion? sei, berief er sich auf seine Aussensicht, welche durchaus belebend für die Diskussionen in Basel sei.

Neben ihm hatten David Sieber und insbesondere Christian Degen Mühe, sich nachhaltig in den Dialog einzubringen. Mehrmals blieb ihnen nur, Somms Aussagen zu bestätigen. Eine unerwartete Beobachtung, schliesslich sind sich die drei Blätter in ihren Standpunkten selten einig. Doch in der Margaretenkirche demonstrierten die drei Journalisten für einmal Einigkeit, was die Verantwortung und Zukunft des Journalismus angeht. Natürlich hätten die Medien den Einfluss, um politische Entscheidungen zu beeinflussen, so Somm. Allerdings werde genau dieser Einfluss häufig überschätzt – sowohl von Seiten des Publikums als auch von den Journalisten selbst.

Sieber wies darauf hin, dass die Zukunft des Zeitungsjournalismus höchst unklar sei. Im digitalen Zeitalter hätte es noch kein Printmedium geschafft, ein Geschäftsmodell aufzubauen, um langfristig zu bestehen. «Die TagesWoche befindet sich in der privilegierten Situation, dass sie mit ihrer Stiftung im Rücken Experimente wagen kann und eine gewisse Planungssicherheit garantiert ist», fügt Degen an. Der Frage nach dem Zeitpunkt der Rentabilität der TagesWoche blieb er jedoch eine Antwort schuldig.

Wie auch das Podium am Ende sein Versprechen nicht vollständig einlösen konnte, dem «Journalismus von heute» auf den Grund zu gehen. In den 75 Minuten erhielt man zwar einen Einblick in die Denk- und Argumentationsweise der drei Chefredaktoren. Das Podium ging jedoch weniger stark als angekündigt auf den «journalistischen Ethos» und die Beschleunigung der Berichterstattung ein.

Kein absoluter Wahrheitsanspruch

Dennoch blieben einige Aussagen in Erinnerung. Etwa Somms Bestärkung des Lokaljournalismus: «Der lokale ist der beste und schwerste Journalismus. Es ist viel anspruchsvoller, über einen Regierungsrat von Basel als über Obama zu schreiben.» Oder die Relativierung der «Objektivität»: Sie sei zwar das Ziel, aber keine Zeitung habe einen absoluten Wahrheitsanspruch, wie Sieber klarstellte. «Es ist absurd, etablierte Medien als ‹Lügenpresse› zu beschimpfen und gleichzeitig angebliche Fakten aus dubiosen Quellen zur Wahrheit zu erklären. Haben sie Vertrauen in die Medien!» Und zuletzt noch einmal Somm, der trotz ungewisser Zukunft den Beruf des Journalisten als «leidenschaftlich» anpries – eine Aussage, die der BaZ-Chefredaktor an diesem Podium gleich selbst vorgelebt hatte.

«Hauptsache ist, man empfindet etwas»

5 Arten von Schülern, 5 Arten von Lehrern, der Eröffnungsfilm des Filmblocks der Kategorie C (U19), brachte einen zum Schmunzeln. Man war versucht, sich mit selber mit einer Schüler-Art zu identifizieren. Auch Regisseur Dominic Iseli hat sich geoutet: Er wäre einerseits der «coole» Schüler, andererseits aber auch der «professionelle».

Weiter ging es mit einem schaurigen Film. Besonders der Anfang bewegte sich qualitativ auf dem Niveau eines Horrorfilmes aus Hollywood. Im schauspielerischen Bereich konnte sich Céline Bourgeois beweisen. Mit Lift gelang Loïc Hobi ein Film von hoher Qualität, der auf einer guten Idee basiert. Gegenüber tink.ch verriet der Nachwuchsregisseur seine Zukunftspläne: Filmemachen. «Mein grösster Traum wäre es, an einer Filmschule in Paris zu studieren. Die Schweizer Jugendfilmtage haben mir einen super Einstieg in die Filmwelt ermöglicht», meinte Hobi motiviert.

Die anderen Spieler

In Mehr als 11 – Ein Blick hinter die Kulissen, einem Dokumentarfilm über den Fussballclub Basel, waren die Hauptpersonen nicht die Spieler selbst, sondern die «Spieler» hinter den Kulissen. Regisseur David Meury hatte eine klare Vision: «Das Ziel war eben nicht, Fussballfans von dem Dokumentarfilm zu überzeugen, sondern aussenstehenden Personen einen Blick in das Geschehen zu verleihen.»

Der nächste Regisseur, Samuel Zerbato, mag Dinge, die schwarz auf weiss stehen. Genau das Gleiche beim Film: schwarz-weiss. Mit The Blood Waltz schickt er uns zurück in die Vergangenheit. Seinen Film hatte er für die Maturarbeit gedreht. Er erhielt die Bestnote. Wenn das nicht Zeichen genug dafür wäre, dass er ein Jungtalent ist. Auch die Schauspielerin Sandra Zellweger war verblüfft, wie «begabt und geschickt» Zerbato ist.

Eigenartig und verwirrend schön

Ganz anders ist der Film von Arber Destani. Auf den Spuren meiner Muse ist ein auf den ersten Blick verwirrender Film, aber die unterschiedlichen schönen Bilder laden zum Träumen ein. Ein Kunstfilm, dessen Geschehen jeder anders interpretiert. «Es ist ein sehr persönlicher Film für mich. Er ist ziemlich surrealistisch und es ist wohl Geschmackssache, ob man ihn gut findet», so Destani.

Für Liebhaber von extrem eigenartigen Filmen ist jener des Regisseurs Birdjan Kadriov zu empfehlen. Solace (dt.: Trost) ist unbeschreiblich. Der Hauptdarsteller lehnt die Anschuldigung, er sei verrückt, ab. Nur weil er denke, dass sein Kühlschrank lebe und Gefühle habe, heisse dies noch lange nicht, dass er nicht mehr alle Tassen im Schrank habe, meint der Protagonist. Das Publikum hat nach dem Film sichtlich gemischte Gefühle, doch Birdjan Kadriov sagt: «Es spielt keine Rolle, was man während des Films empfindet, Hauptsache ist, man empfindet etwas.»

Von der Idee zum Drehbuch

Filmemachen ist mehr als eine Aneinanderreihung toller Bilder und spannender Dialoge. Dem Aufbau, der zielführenden Handlung und der Umsetzung der Themen liegt eine Logik zugrunde, die gelernt sein will. Im Workshop Von der Idee zum Drehbuch lehrt der Drehbuchautor Ken Zumstein, wie Ideen strukturiert in Form eines Drehbuchs zum Ausdruck kommen.

Mathe oder Film?

Die Notiztafel neben Kursleiter Ken erinnert eher an eine Mathestunde zu Funktionsgraphen, als an die Sammlung kreativer Ideen. «Ein klassischer Langspielfilm dauert etwa 1.5 Stunden und ist in drei Akte eingeteilt. Akt 1, auch Expositionsphase genannt, dauert gut zehn Minuten, strebt eine Steigerung an und führt die Zuschauenden in das Geschehen ein», erklärt Ken.

Wichtige Figuren

«Die Produzenten lesen meist nur die wichtigsten Punkte, die in einem dramatischen Drehbuch vorgegeben sind: Exposition, Konfrontation und Auflösung», sagt Ken. Er versuche daher, diese Punkte zu Beginn jedes Entstehungsprozesses jeweils durchzudenken. Dies klingt nach einem starren, einengenden Gerüst. Doch im Verlauf der Arbeit, durch eigene Einfälle und Ansprüche von Produzenten und Regisseuren würden sich die Höhe- und Wendepunkte der Geschichte immer wieder verändern. Dass die Wendepunkte stimmen, sei nur ein Teil, wie Ken meint. «Fast am wichtigsten ist, dass die Figuren spannend sind.»

Spass am Schreiben

Die Kreativität ist denn auch kein grosses Problem für Ken und seine Kursteilnehmenden. «Ideen habe ich immer» und «Ich habe eine geflügelte Fantasie», lauten die Antworten auf die Frage nach kreativen Phasen. Guy, einer der Teilnehmer, hat jeweils eine bestimmte Figur, eine Szene im Kopf, um die er dann eine Geschichte zu spinnen versucht. Eine andere Teilnehmerin, Lola, möchte ihre eigene Geschichte auf die Leinwand bringen: «Mehr für mich, als Verarbeitung meiner Erlebnisse» Überhaupt steht bei den Teilnehmenden das eigene Ausprobieren, die Freude am Geschichten Schreiben, der Spass am Filmen im Vordergrund. «Natürlich wäre es schön, einmal ein grosses Projekt mit einer wichtigen Botschaft zu realisieren», meint Guy. Dies verlangte aber mehr Energie und Zeit, und bis dahin versteht er das Filmemachen als spannende und kreative Beschäftigung neben dem «vernünftigen» Naturwissenschaftsstudium.

Auf den Grund gekommen

Ken selber sagt von sich, er habe schon immer geschrieben, sei jedoch «nie richtig an die Menschen rangekommen». So begann er, eigene Figuren zu erfinden – und kam zum Drehbuchschreiben. «Durch diese fiktionalen Geschichten kann ich den Menschen und Geschehnissen erst richtig auf den Grund gehen.» In Ateliers wie diesem möchte er seine Erfahrung nun weitergeben und interessierten jugendlichen Filmemachern eine erste Übersicht über das Drehbuchschreiben vermitteln.

Wer ist Carlo Senn?

Carlo Senn, 21 Jahre alt, hat vor einem Jahr die Ausbildung zum Anlagen- und Apparatenbauer beendet. «Ich sage aber lieber Schlosser, die Unterschiede sind klein». Zu Tink.ch kam Carlo durch Ice Graf. Erst überredet gefiel es Carlo dann doch überraschend gut an der ersten Sitzung: «Es war nicht so «stier» wie ich es mir vorgestellt hatte – einfach eine coole Sache.»

Carlo redet über Tink.ch, Gott und die Welt, seine Reisepläne, und man sieht die Freude in seinem Gesicht. Seine zukünftigen Interessen liegen im internationalen Journalismus, seine Freizeit verbringt Carlo mit Gitarre spielen; ab und zu geht er ins Boxtraining. Carlo Senn erhofft sich von Tink.ch, dass er Praxiserfahrungen sammeln und viele Artikel veröffentlichen kann.

Als besten Tink.ch-Moment hat er die Recherchetage in Erinnerung: «Die waren spannend, lehrreich und chillig.» Den Artikel über Kuba von Anne-Lea Berger findet Carlo besonders interessant, hat jedoch etwas andere Ansichten, was die Schönheit Havannas betrifft. Bedeutend besser gefällt ihm Mexiko, wo er soeben zwei Monate am Reisen war.

Der Stadtberner will noch viele Orte entdecken, seine Ziele liegen weit enfernt in der ganzen Welt verstreut. Wenn Carlo «Tink.ch-König» wäre, gäbe es Visitenkarten. Doch das Wichtigste sei bei Tink.ch klar was anderes: «Es ist super, an Sitzungen und Eventreportagen so viele verschiedene Leute zu treffen und kennenzulernen.»

Wer ist Anne-Lea Berger?

Anne-Lea leitet die Berner Redaktion von Tink.ch, während sie Jura studiert. Die 24-jährige ist mittelgross und trägt ihr rotblondes Haar offen. Zu Tink.ch kam sie durch eine Veranstaltung für junge Journalisten, an deren Namen sie sich jedoch nicht mehr erinnert. Als Redaktionsleiterin investiert sie je nach Woche unterschiedlich viel Zeit. Sie hat bei Tink erfahren, wie viel man lernen kann, wenn man einfach mal ausprobiert, ohne immer alles durchzudenken. An ihrer Tätigkeit gefallen ihr die topmotivierten Leute während den Sitzungen und sie mag die Zeit danach, wenn man bei einem Bier noch über alles Mögliche diskutiert.

Wäre sie Chefredaktorin, würde sie gerne häufiger junge und erfahrene Tinkerinnen und Tinker zusammenbringen um einen möglichst grossen Lerneffekt zu erzielen. «Ich habe jedoch  nicht vor, die aktuelle Chefredaktorin vom Thron zu stossen.» Dafür möchte sie ihren Posten noch besser beherrschen. In ihrer Freizeit reist sie gerne und hat ein Flair für Sprachen. «Ich spreche Spanisch, Englisch, Russisch und Französisch.» Ihr gefallen selten gebrauchte Wörter wie «Schabernack» und sie liest mit Leidenschaft die satirischen Kolumnen von Hazel Brugger im «Magazin». Anne-Lea hat den Ehrgeiz, die Sitzungen unter anderem mit Workshops noch spannender zu gestalten.

Kleine grosse Talente

Die Preise des Festivals sind vergeben. 1000 Franken und natürlich den springenden Panther – die Trophäe im neuen Design – dürfen die Gewinnerinnen und Gewinner mit nach Hause nehmen. Samuel Morris hat mit seinem Kurzspielfilm Doug & Walter die Kategorie D (20-25 Jährige, die Filme ausserhalb eines Ausbildungsrahmens realisiert haben)gewonnen. Doug & Walter ist ein Film über zwei Männer, die nochmals richtig Gas geben wollen. Der Amerikaner Doug leidet unter einem Burnout und wurde kürzlich entlassen. Zusammen mit seinem ehemaligen Arbeitskollegen Walter macht er die Schweizer Landstrassen unsicher. Sie rutschen von einem Abenteuer ins nächste, bis der Film eine dramatische Wendung nimmt. «Für mich ist dieser Preis eine Bestätigung dafür, dass ich und die gesamte Crew gut gearbeitet haben,» sagt Morris gegenüber tink.ch. Er freue sich umso mehr, weil er dieses Gefühl der Freude mit seinem Team teilen könne.

Angeknüpft

Mit seinem ersten Film, 14, gewann Samuel Morris 2011 bereits den zweiten Platz. «Als ich gemerkt habe, dass mir das Filmemachen nicht nur Spass macht, sondern auch auf Resonanz stösst, habe ich weitergemacht.» 2013 schaffte er es mit seiner Kurzdokumentation Schritt für Schritt auf den ersten Platz. An diesen Erfolg knüpfte Samuel an und stellte vor drei Jahren der Produktionsfirma Filmgerberei sein Drehbuch für den Film Doug & Walter vor. Der Filmgerberei gefiel das Drehbuch und man nahm das Projekt gemeinsam in die Hand. Die Produktionsfirma half Samuel unter anderem, die passenden Schauspieler und Schauspielerinnen zu finden.

Filme als Momentaufnahmen

Der Film ist Samuels Leidenschaft. Die Verbindung zwischen Musik, Bild und einer Geschichte gefällt ihm. «Filme vermitteln Gefühle und geben eine Stimmung wieder.» Sie sind für Samuel «Momentaufnahmen der Gesellschaft». In seinen Filmen ist das ersichtlich, denn er geht den Gefühlen der Menschen auf den Grund, er sieht genau hin.

Ohne Preis

Neben den glücklichen Gewinnerinnen und Gewinnern gibt es viele junge FilmemacherInnen, die ohne Preis nach Hause gehen. «Wichtig ist, dass die jungen Talente dranbleiben und die Freude nicht verlieren,» sagt Festivalleiterin Selina Wenger. Das Filmbusiness sei ein steiniger und langer Weg, ergänzt Festivalleiterin Laura Walde. So habe zum Bespiel Kaya Inan, der Gewinner des Schweizer Filmpreises für den besten Schnitt 2016, als Jugendlicher immer wieder Filme an den Jugendfilmtagen eingereicht und sei nie aufgenommen worden. «Heute ist er wahnsinnig erfolgreich.» Laura und Selina geben den Preislosen mit auf den Weg: «Benutzt den Film als Medium, Geschichten zu erzählen, die euch bewegen. Von unserer Seite gilt grosser Respekt für alle, die überhaupt einen Film machen und diesen einreichen.»

 

Wer ist Sofiya Miroshnyk?

Zu Sofiyas Hobbies gehören schwimmen, lesen und Satiresendungen auf YouTube ansehen, sowie das Liken von, so wie sie es sagt, komischen Instagram-Bildern – sogenannten «Memes». Ihr Lieblingswort ist «Petrichor», welches für den Geruch von Regen auf erdigem Boden steht.

Durch Nachforschungen im Internet ist sie zu Tink.ch gekommen, da sie unbedingt herausfinden wollte, ob sie schreiben kann. Über Facebook fragte sie den engagierten Fotografen Matthias Käser, welcher sie ermutigte, einzusteigen, denn sie war zu Beginn ziemlich unschlüssig. Nach etwa eineinhalb Jahren wurde die vorerst unsichere Sofiya Chefredaktorin.

Sofiya nimmt sich nicht nur 30 Prozent ihrer Zeit, sondern investiert ihr ganzes Herzblut, ist Feuer und Flamme für Tink.ch. Zu Beginn waren es eher die persönlichen Ziele, welche sie mit Tink.ch verfolgte, also sich zu verbessern und neue Leistungen zu erbringen. Mit der Zeit aber freute sie sich immer mehr darüber, dass es noch so viele engagierte Leute gibt, sie findet die tollen Menschen und die Idee dahinter super. Wäre Sofiya Präsidentin von Tink.ch, würde sie sich dafür einsetzen, dass Tink.ch mehr finanzielle Mittel zu Verfügung hätte, um Neues auszuprobieren und um das Ganze den Menschen näher zu bringen.

Auf ihrem Weg bei Tink.ch hat Sofiya schon einige, auch sehr lustige Dinge erlebt. Ein Beispiel dafür war die Jugendsession letzten Jahres, als die Website von ihr im Bundeshaus vorgestellt wurde. Schon am Vortag war sie etwas überrumpelt, als sie erfuhr, dass sie dies in den drei Landessprachen tun solle. Aber sie machte, wie auch sonst immer, das Beste aus der Situation und stellte Tink.ch mit ihrer besonderen Leidenschaft und Hingabe auf Deutsch, Französisch und schliesslich mit einem ziemlich improvisierten Italienisch vor. Anschliessend sprach ein junger Tessiner sie an, er habe zwar kein einziges Wort verstanden, würde aber gerne bei Tink.ch mitmachen.

In fünf Jahren sieht Sofiya Tink.ch etwa in gleicher Form wie jetzt. «Hauptsache Tink.ch bleibt planlos, motiviert und humorvoll», sagt sie strahlend.