Il giovane volto della politica ticinese

Come ti chiami? Quanti anni hai? Per quale partito sei candidato?

Mi chiamo Levi Morosi, ho quasi 20 anni e sono candidato come indipendente in una lista progressista.

Come è nata la tua passione per la politica?

Le prime esperienze politiche risalgono a quando avevo circa 14. All’epoca ero molto interessato alle scienze naturali e quindi entrai a fare parte dei Verdi al fine di proteggere l’ambiente. Col passare del tempo, però, ho cominciato ad interessarmi sempre di più alle problematiche della società e questo mi ha portato a scoprire i grandi teorici del socialismo come Marx, Engels e Gramsci. A questo punto la politica, che mi ha sempre incuriosito, è diventata per me una vera passione che mi ha stimolato a studiare la storia recente e contemporanea.

I dissidi interni al partito dei Verdi mi hanno portato ad abbandonare il movimento. Penso che prima di schierarmi di nuovo lascerò passare un po’ di tempo ma il mio interesse per la politica rimarrà invariato.

Come conciliare la tua attività scolastica o lavorativa con il tuo possibile incarico politico?

Per ora non ho incarichi politici e anche se verrò eletto in consiglio comunale non penso che farò fatica a conciliare la scuola e la politica.

Una persona ticinese a cui ti ispiri particolarmente e una di fama internazionale (al di fuori del Ticino)?

Tra i politici ticinesi stimo particolarmente Michela Delcò Petralli, donna molto intelligente e da sempre impegnata a lottare contro le disuguaglianze e contro ogni genere di discriminazione.

A livello internazionale provo grande simpatia verso tutti coloro che si battono contro il neoliberismo e contro i grandi centri di potere economico. A titolo di esempio vorrei citare l’americano Bernie Sanders e il greco Alexis Tsipras. 

Qual è il problema più grande in Ticino secondo te?

La mancanza di un fronte di sinistra forte, credibile e vicino ai ticinesi è un grande problema. In questo modo, infatti, i sostenitori del neoliberismo e della destra xenofoba non trovano degli avversari in grado di smontare in modo lucido, chiaro e conciso i loro discorsi retorici. La sinistra, per rinnovarsi, non deve rinunciare al proprio bagaglio ideologico, senza il quale non esisterebbe nemmeno, ma non deve neppure restare attaccata ad un desueto modo di fare politica e di presentarsi al pubblico.

Qual è un pregio del Ticino?

Dal punto di vista paesaggistico e climatico il Ticino è bel cantone. Quando vado a fare un’escursione in montagna mi sento felice di essere ticinese.

Perché pensi valga la pena votarti?

Penso che valga la pena votarmi perché faccio politica per degli ideali e per la passione di fare politica. Non mi candido per proteggere l’interesse di pochi ma per servire la gente comune. (Ma questo lo dicono tutti, vero?)

Una delle tue idee per poter migliorare il tuo comune?

A Gordola bisogna smetterla di fare gli interessi delle famiglie più influenti e di degli impresari costruttori che lavorano senza criterio. Mi rendo perfettamente conto che questo non è un progetto concreto e che quindi forse non sto rispondendo in modo esaustivo alla domanda ma tenete conto che questa è la prima volta che mi candido e che quindi, all’inizio, cercherò di cambiare quello che, da privato cittadino, più mi ha disturbato.

Una parola sulla situazione dei giovani in Ticino, cosa vuoi dire ai giovani ticinesi?

Io vivo di prima persona la situazione dei giovani nel locarnese e mi rendo conto di abitare in un luogo in cui mancano dei buoni ritrovi sociali. Fortunatamente, nell’estate del 2014 e in quella del 2015, ho avuto modo di recarmi ad Amburgo e di rendermi conto della differenza esistente tra la città al nord della Germania e la nostra povera Locarno per quanto riguarda la vita collettiva. Il divertimento serale, infatti, non è fine a se stesso ma crea dei rapporti interpersonali molto importanti. Se i giovani si divertono tra di loro hanno modo di conoscersi meglio, di voler conoscere altre persone, di discutere e di comprendere quindi l’importanza della vita collettiva.

Ai miei coetanei ticinesi suggerisco quindi di darsi da fare per ottenere dei ritrovi pubblici di qualità e per poter organizzare degli eventi ludici.

Oltre a ciò è importante che noi giovani continuiamo a reclamare maggiori fondi per l’istruzione, come del resto abbiamo già fatto il 23 di marzo quando abbiamo fatto sentire la nostra voce contraria ai tagli alla scuola.

Latein: Eine überflüssige Mühsal?

Dem Latein wird oft vorgeworfen, dass es veraltet, überflüssig und einfach nur langweilig zu lernen sei. Das stimmt so aber nicht und es gibt zahlreiche Gründe, sich für den Lateinunterricht zu entscheiden. Als erstes basieren alle romanischen Sprachen auf Latein. Französisch, Italienisch, Spanisch Portugiesisch und Rätoromanisch verwenden viele Wörter mit lateinischem Ursprung und oft liegt ihrer Satzstruktur die lateinische Grammatik zugrunde.

Natürlich ist es nicht möglich allein durch das Lateinstudium plötzlich fliessend Italienisch sprechen zu können. Aber es ist nicht abzustreiten, dass Latein dabei helfen kann, eine neue Fremdsprache zu erlernen. Das lateinische Wort für «singen» cantare zum Beispiel verwendet man sowohl im Spanischen (cantar) als auch im Italienischen (cantare) aber ebenso im Französischen (chanter), im Portugiesischen (cantar) und im Rätoromanischen (cinta).

Latein als Basis

Durch das Latein befasst man sich auch mehr mit der eigenen Muttersprache. Erstens sind viele deutsche Wörter Entlehnungen aus dem Lateinischen. Das Fenster von fenestra, Kaiser von caesar und Wein von vinum sind nur wenige Beispiele dafür. Auch das Wort Computer findet seinen Ursprung im Latein, es kommt nämlich von computare, was so viel wie «zusammenrechnen» heisst.

Zweitens muss man, um einen lateinischen Text korrekt übersetzen zu können, zum Beispiel in der Lage sein, einzelne Wortarten zu unterscheiden und Konjunktive richtig zu übersetzen. Vieles, was man vom Deutschunterricht vergessen hat oder Manches, das gar nie behandelt wurde, wird in der Lateinstunde wieder aufgefrischt beziehungsweise genauer betrachtet.

Und drittens wird im Lateinunterricht der deutsche Wortschatz trainiert. Oftmals kann man einen Satz aus dem Lateinischen nicht wörtlich ins Deutsche übersetzen. Man muss Alternativen oder Synonyme für gewisse Wörter suchen, was unweigerlich dazu führt, dass man sich mehr mit der deutschen Sprache auseinandersetzen muss.

Zugang zu historischen Werken

Ein weiterer Vorteil des Erlernens von Latein liegt darin, dass man danach in der Lage ist, lateinische Originaltexte lesen zu können. Vielleicht fragen sich einige: Wieso nicht einfach einen bereits übersetzten Text lesen?

Aber wie bei jeder Übersetzung reicht dieseg nun mal nicht an das Original heran. Ausserdem haben die lateinischen Texte oft einen sehr spannenden und lehrreichen Inhalt. Neben Mythen und Sagen gibt es viel über die Antike zu lernen. Philosophie, Rhetorik, Politik und Kunst werden behandelt. Es gibt auch mittelalterliche Texte, welche sich mit dem frühen Christentum befassen, wie zum Beispiel die Legenda Aurea, eine Sammlung von Heiligenlegenden. Die Lateinschüler werden mit diesen Themen konfrontiert und müssen sich tiefgründiger mit ihnen auseinandersetzen, was sehr spannend sein kann und wobei sie sich viel nützliches Allgemeinwissen aneignen können. Und das Beste ist: neben all diesen ernsten, lehrreichen Texten gibt es natürlich auch lustige Geschichten, welche beim Übersetzen richtig Spass machen können.

Konzentrationsfähigkeit verbessern

Latein fördert auch die Konzentration und das Denkvermögen. Das genaue Analysieren eines Problems und das strukturierte Vorgehen zum Lösen desselben werden geschult.

Stellen Sie sich nur einmal vor, wie das ist, einen lateinischen Text zu übersetzen. Der Lateinschüler sitzt da und hat erstmal keinen blassen Schimmer davon, was dieses Durcheinander aus Wörtern, welche er schon einmal gehört hat, aber an deren genaue Bedeutung er sich beim besten Willen nicht erinnern kann, heissen soll. Danach beginnt er langsam und der Reihe nach zu analysieren, genau wie er es gelernt hat. Er sucht das Prädikat und das Subjekt und macht sich die Fälle der einzelnen Substantive bewusst. Es ist wie puzzeln oder das Lösen einer Knobelaufgabe, vielleicht etwas nervenaufreibend und anstrengend, aber das Finden der korrekten Lösung (vielleicht mithilfe eines Wörterbuches), fühlt sich super an.

Latein im Lebenslauf

Und was sind die konkreten Vorteile des Lateinlernens im späteren Leben?

Manche Universitäten verlangen eine Lateinmatur für gewisse Studienrichtungen. Es besteht zwar auch die Möglichkeit, das verpasste Latein während des Studiums nachzuholen, dies ist aber meist mühsam und sehr intensiv, da der Stoff, den andere während vier Jahren gelernt haben, nun in einem Jahr in den Kopf gehämmert werden muss. Zudem machen Lateinkenntnisse einen guten Eindruck in einer Bewerbung und zeichnen den Bewerber durch Leistungsbereitschaft und Lernwillen aus.

Ich möchte aber nicht lügen und sagen, dass Latein höchste Priorität hat und unverzichtbar ist. Es ist verständlich, wenn Schüler entscheiden, lieber eine moderne Sprache lernen zu wollen, welche sie auch anwenden und eines Tages vielleicht fliessend sprechen können.

Die ganz grossen Fans des Lateins, welche gern einmal etwas Modernes lesen wollen, können sich sogar die Harry Potter Bücher in Latein besorgen, es gibt zahlreiche lateinische Asterix – Comics und wer immer noch nicht genug hat, kann auf Wikipedia gewisse Artikel auf Latein nachschlagen.

Latein ist nicht todlangweilig und unnötig. Es ist vielleicht eine tote Sprache, aber doch noch lange nicht ausgestorben!

Mayday! Mayday!

Ähm…hallöchen liebe Schweizer.

Da sind wir wieder. Ja, wir wissen, wir wollten nun endgültig keine Briefe mehr an euch schreiben. Das hier soll auch gar keiner sein. Also nicht so eine Art, wie ihr ihn von uns kennt.

Es ist uns jetzt auch etwas unangenehm, aber…nun, also, wir haben in der Vergangenheit bei dem ganzen Geschimpfe auf euch offenbar völlig ignoriert, dass unser eigenes Land gerade selbst dabei ist, vor die Hunde zu gehen.

Ihr habt es vielleicht mitbekommen. Am Wochenende waren drei Landtagswahlen in Deutschland und die Ergebnisse erschüttern. «Deutschland rückt wieder mehr nach rechts» liest man hierzulande und auch das Ausland zieht ordentlich über uns her.

Naja, lange Rede, kurzer Sinn: Es ist wohl an der Zeit, die Rollen zu tauschen. Deshalb unsere dringende Bitte: Könnt IHR bitte UNS einen Brief schreiben? So mit vielen Tipps und guten Ratschlägen, wie man aus einer solchen verzwickten Situation wieder einigermaßen unbeschadet herauskommt?

Ja, wir hören euch schon hämisch rufen «Ahh, die arroganten Deutschen wieder. Monatelang nerven sie uns mit ihrer Klugscheißerei und jetzt, wo ihr Land zusehends auf den Abgrund zusteuert, kommen sie kleinlaut wieder angekrochen!»

Tja, was sollen wir da groß drum herum reden. Genauso ist es!

Also, helft Ihr uns jetzt, oder nicht?

Voller Erwartung,

Euer Deutschland

«Es geht um den gemeinsamen Spass im Kino»

Tink.ch: Ronny, wie bist du auf die Idee für deinen Blog gekommen?

Ronny Kupferschmid: Das war im Dezember 2014. Ich wollte etwas kreieren, was ich gern und mit viel Hingabe mache. Durch meine Filmleidenschaft wusste ich, dass es etwas mit Filmen zu tun haben muss. Da ich im Zeitalter der VHS-Kassette aufwuchs, sollte es ein Blog mit einer gewissen «Trash-Quote» werden. Ich mag gute Filme und schaue mir solche gerne im Kino an. Schlechte Filme sind aber eine Nische, welche in der Schweiz noch niemand richtig besetzt hat und um diese Art Film geht es auf der Webseite. Die Idee ist, wie der Name es schon sagt, eine Art «Gang» aufzubauen, also mehrere Leute, die daran mitarbeiten. Deswegen suche ich noch Schreiber. Bei Interesse kann man sich per Mail an keinblatt@kultmoviegang.ch melden. Sämtliche Social-Media Kanäle, Promotion für die Screenings und sonstige Arbeiten werden von mir betrieben.

Apropos Screening: Wie hast du die Aufführung von «Shark Attack 3» erlebt?

Sehr positiv. Ich habe erwartet, dass weniger Leute kommen, da sich in den letzten Jahren eine gewisse Sättigung an Haifilmen eingestellt hat (Bekanntes Beispiel: Die «Sharknado» Reihe der Asylum Studios). Ein paar Kollegen, die bis jetzt bei jedem Screening dabei waren, haben mir explizit gesagt, dass sie deswegen nicht kommen werden. Von daher war ich überrascht, dass über 70 Nasen aufgetaucht sind. Die Stimmung war von Anfang bis Ende toll und die Leute sind richtig abgegangen. Trotz des grossen Kinosaals, in welchem 70 Leute schon etwas verloren wirken. Mein Ziel ist deshalb, entweder kleinere Kinosäle zu mieten oder die 300 Plätze im Kino Club auszuverkaufen.

Dann war es für dich von den vier bisherigen das beste Screening?

Aus finanzieller Sicht gesehen nein (lacht). Persönlich aber schon. Es war ein grosser Spass.

Gibt es einen oder mehrere Filme, die deine Leidenschaft für Trash geweckt haben?

Es gibt da ein Ereignis, welches die Passion wahrscheinlich insgeheim getriggert hat: Mit 14 Jahren habe ich mir in meinem Kinderzimmer die Comic-Verfilmung «The Punisher» mit Dolph Lundgren angeschaut. Nur schon die Tatsache, einen Film mit Altersfreigabe ab 18 Jahren zu sehen, hat mich wohl weggeblasen. Glücklicherweise hatten wir in Lyss einige coole Video-Stores. Ich habe mich rasch mit den Mitarbeitern angefreundet. Sie haben mich mit Filmen versorgt und ich konnte mir ein breites Wissen an Genres aneignen. Ein Film, den ich früher ziemlich oft gesehen habe ist die Komödie «Teen Wolf» mit Michael J. Fox. Kein wirklicher Trash, wobei, aus heutiger Sicht wahrscheinlich schon (grinst).

Wie läuft die Planung für einen solchen Kinoabend ab?

Mein Ziel ist es, alle zwei Monate einen Film in Bern ins Kino zu bringen. Ich brauche diese Vorlaufzeit, um potenzielle Filme anzuschauen, geeignete zu notieren und dann die Filmrechte zu sichern. Danach melde ich mich bei «Quinnie» mit den Details. Bei Zustimmung beginne ich die Promotion mit Facebook Postings, rezensiere den Film auf dem Blog, organisiere die Intro-Videos, kreiere die Gadgets für das Foyer und überlege mir den thematisch passenden Drink oder Shot, den wir für später an der Vorführung anbieten.

Klingt nach einer Menge Arbeit.

Ist es auch. Zum Glück unterstützt mich meine Frau und hilft beim Basteln mit. Ab und zu schauen wir einen schlechten Film zusammen, wobei sie eher «gute» Filme mag.

Nach welchen Kriterien wählst du die gezeigten Filme aus?

Ob der Regisseur einen ernsthaften Streifen im Sinn gehabt oder bewusst Quatsch gedreht hat, ist egal. Der Film muss einfach für ein Rahmenprogramm geeignet sein. Um ihn auf die Leinwand bringen zu können, muss die Bildqualität stimmen. Der Ton sollte, wenn möglich, in 5.1. vorliegen, damit man einen optimalen Kinosound hat und alles gut hörbar ist. Das Wichtigste ist, dass er nicht langweilt und während der gesamten Laufzeit unterhaltsam ist.

Wie konntest du deine Idee, solche Machwerke auf die Leinwand zu bringen verwirklichen?

Es ist recht simpel: Zuerst habe ich ein Konzept geschrieben und es dann verschiedenen Kinobetreibern vorgestellt. Kino REX in Bern hat beispielsweise Interesse gezeigt. Das Kino «Quinnie» hat dann aber den Zuschlag erhalten, da sie mir den Saal des »CineClub» zur Verfügung gestellt haben, einen der schönsten Säle in der Schweiz. Ausserdem hat es eine Bar. Zudem zeigten sie sich von Anfang an sehr offen gegenüber der Idee. Die Zusammenarbeit ist freundschaftlich und fair.

Lohnt sich dein Projekt überhaupt?

Bis jetzt halten sich die Einnahmen in Grenzen. Offengesagt: für die Rechte an «Shark Attack 3» gingen 150 Franken drauf, für andere habe ich sogar mal bis zu 400 Franken gezahlt. Dafür verdiene ich jeweils die Hälfte an den Eintritten. Da ich aber die Promotion, die Gadgets und sonstlichen Aufwände aus der eigenen Tasche bezahle, bin ich froh, wenn es am Ende des Tages eine Null-Rechnung ist. Es ist nicht das Ziel, Gewinn zu erzielen, dennoch will ich meine Familie nicht in den Ruin stürzen (lacht). Wenn es irgendwann gelingt, keine Unkosten mehr zu haben, ist das auch gut.

Wieso soll sich jemand einen schlechten Film im Kino anschauen?

Es geht darum, gemeinsam Spass im Kino zu haben und nicht nur still im Saal zu hocken und auf die Leinwand zu starren. Kino ist ein gemeinsames Erlebnis und solche Filme sind perfekt dafür geeignet.

Hast du Pläne für die Expansion (beispielsweise in einer anderen Stadt, weitere Kinos…)?

Momentan bestehen Verhandlungen mit weiteren Kinos für «Kultmoviegang»-Screenings. Der Hauptstandort bleibt in Bern.

Ist es möglich als Zuschauer bei dir Filmvorschläge abzugeben?

Sehr gerne. Ich bin für alles offen und man kann sich bei mir über die Webseite, per Mail oder Facebook melden.

Kann es nach «Birdemic 2» wirklich noch schlechter kommen? Dieser Film sieht ja schon vielversprechend aus mit seinen hölzernen Dialogen, der wirren Kameraführung und den Spezialeffekten.

Das wird eine schwierige Angelegenheit. Es kann sicherlich noch besser kommen, im Sinne von noch unterhaltsamer. Von den Effekten und dem Produktionswert her, also in seiner gesamten Machart, ist er schon einer der schlimmsten (schmunzelt).

Weitere Screenings: «Birdemic 2: Resurrection» am 31. März 2016 und «A Hard Ticket To Hawaii», 19. Mai 2016 jeweils im CineClub in Bern. Den Bericht zur jüngsten Aufführung gibt es hier.

Deutschland meldet sich zu Wort

Hallo Schweiz,

könnt Ihr uns nicht einfach in Ruhe lassen? Was soll das, uns immer mit Euch und Eurem Land zu belästigen? Warum müssen immer wieder seltsame Nachrichten von Euch zu uns kommen, die uns aufwühlen, nerven, irritieren und vor allem verärgern?

Ja, wir wissen, dass wir keine Briefe mehr an Euch schreiben wollten. Wir hatten uns ja damals feierlich und ganz offiziell von euch verabschiedet. Das war vor über einem halben Jahr. Und das hatte ja auch einen guten Grund – wir hatten genug von Euch, Ihr habt genug gute Tipps von uns Deutschen bekommen und wir dachten, wir können Euch nun links liegen lassen. Wir waren überzeugt davon, dass wir unsere Pflicht getan hatten und ihr nun selbstständig genug wäret, alleine über die Runden zu kommen. Wir haben uns geirrt.

Wir haben oft genug geschwiegen in den letzten Monaten. Wir haben geschwiegen zu Themen und Ereignissen, zu denen wir Euch früher, bis zum Sommer 2015, regelmäßig massiv in den Arsch getreten hätten. Beispielsweise dieses Ding mit dem Katzenrestaurant neulich; was haben wir uns mal wieder über Euch aufregen müssen!

Aber nachdem wir hörten, dass es nur ein (sehr, sehr guter) Witz einer deutschen (!!!) Agentur war, waren wir uns sicher: Auch andere Deutsche können Euch gut zurechtweisen. Also blieb ein Brief aus. Oder diese Mordserie in Eurem Land zu Beginn des Jahres. Da mussten wir uns ehrlich ganz stark zurückhalten, dass nicht unsere Hutschnur platzt und wir wieder in die Tasten hauen, um Euch einen gepfefferten Brief zu schreiben. Das hättet Ihr wirklich verdient gehabt. Aber auch da haben wir nach vielem Durchatmen und noch mehr Alkohol unseren Zurechtweisungsdrang unterdrückt.

Und nun diese lustige Volksabstimmung zum Thema Abschiebereform. Musste das ganze denn wirklich sein? War es wirklich nötig, es überhaupt darauf ankommen zu lassen, dass ein ganzes Volk darüber abstimmt, zukünftig jeden angeblich kriminellen Ausländer zügig abschieben zu können? Was das wieder für unnötige Kosten mit sich bringt!

Wisst ihr, bei uns läuft sowas in der Regel wie folgt ab:

1) Ein unbedeutender rechter Politiker einer unbedeutenden rechten Partei sagt sowas wie: «Hey, ich finde, alle Ausländer, die kriminell sind, gehören ohne großes Verfahren abgeschoben.»

2) Alle anderen Parteien lachen ihn aus.

3) 80 Prozent aller Bürger lachen ihn aus.

3) Es beginnt ein Shitstorm auf Facebook gegen den Politiker, der überwiegend von Spott begleitet wird.

4) Am Ende entschuldigt sich der Mann kleinlaut für seinen «unüberlegten Satz» und tritt zurück.

Tja, und bei euch läuft es regelmäßig so ab:

1) Ein unbedeutender rechter Politiker einer unbedeutenden rechten Partei sagt sowas wie: «Hey, ich finde, alle Ausländer, die kriminell sind, gehören ohne großes Verfahren abgeschoben.»

2) Das Thema wird zu einem großen Politikum.

3) Man beschließt, das Volk über dieses heikle, aber durchaus relevante Thema abstimmen zu lassen – koste es was es wolle.

4) Wochen, Quatsch, Monate und Jahre der Planungen und Vorbereitungen vergehen.

5) Die Bürger stimmen ab – es wird dagegen gestimmt (immerhin!)

6) Thema endlich erledigt.

7) Alles so wie vorher.

Na gut, keine Frage, dass Ausländer rausgehören. Die haben in Deutschland nichts zu suchen. Aber dafür haben wir doch Euch, unser Ausland! Wo kommen wir denn hin, wenn die «Krimigranten» (PEGIDA-Wortschöpfung) einfach immer hin- und hergeschickt werden?

Worum es uns ja eigentlich geht: Wir wollen mit Euch nichts mehr zu tun haben. Also hört auf, Eure kleinlichen Nachrichten über die Nordgrenze hüpfen zu lassen und lasst uns endlich in Ruhe. Dies ist nun hoffentlich der allerletzte Brief, den wir Euch schreiben.

Grüße,

Deutschland.


Eine Zeitung. Deutschlands dritt- oder viertgrößtes Satiremagazin

Trash Attack

Tatort: Kino CineClub in Bern, Donnerstag 21. Januar 2016:

Eine Vorstellung tanzt aus der donnerstäglichen Kinoliste aus der Reihe. Der im Jahre 2002 gedrehte Haifisch-Horrorfilm Shark Attack 3: Megalodon wird gezeigt. Sogar in einem Kino, welches sich sonst dem Genre «Arthouse», also künstlerisch anspruchsvollen Filmen widmet.

Bereits vor Beginn der Vorstellung kommen Fans und Neugierige auf ihre Kosten. Vor dem Eingang wird man von einem Plüschhai begrüsst. Jeder Besucher kann sich im Foyer mit einer Gratis-Flosse als Kopfbedeckung ausrüsten. Für fünf Franken gibt es einen eigens entworfenen Megalo-Shot in passender blauer Farbe zu kaufen. Auf Videobildschirmen laufen zum jeweiligen Soundtrack Szenen aus bekannten Kultfilmen wie Fight Club oder Back to the Future ab.

Bevor es mit der Vorführung losgeht, hält Ronny Kupferschmid eine kurze Ansprache, bei dem er klarstellt, dass während des Films ruhig geklatscht, geredet und mit extra mitgebrachten Plüschhaien seines Sohnes geworfen werden darf, was vom Publikum dann auch befolgt wird. Mit Bedauern fügt Ronny an, dass die Stars des Films leider nicht kommen konnten, da sie «keine Zeit hätten oder zu beschäftigt mit Botox» wären. Zur Einstimmung werden drei ausgelesene Trailer gezeigt, unter anderem zu Birdemic 2, der zwei Monate später im gleichen Kino gezeigt wird.

Licht aus, Film an.

Hailige Scheisse!

Die Handlung von Shark Attack 3 ist schnell erzählt: Die mexikanische Küste wird von Hai-Angriffen heimgesucht. Ein dauergrinsender Rettungsschwimmer und eine Forscherin gehen der Sache auf den Grund. Interessanterweise wird die Hauptrolle von John Barrowman gespielt, welcher aktuell in den DC-Comics Serien Arrow und The Flash zu sehen ist und somit etwas Prominenz in den Cast bringt. Ansonsten bietet der Film das volle Programm eines B-Movies: Logiklöcher, lachhafte Effekte, schlechte schauspielerische Leistungen und mies geschriebene Dialoge, die einen wahlweise zum Lachen oder Kopfschütteln bringen.

Richtig amateurhaft: Die Attacken des Megalodon, der als grösste ausgestorbene Haifischart der Welt gilt, werden einfach aus Ausschnitten von Tierdokumentationen und Wackelkamera zusammengesetzt, Leute springen aus einer Yacht ins Wasser, um sich vor weiteren Angriffen zu schützen, ein kleines U-Boot verfügt über Torpedos und in der besten Szene dieses Machwerks versucht ein Bösewicht dem Hai zu entkommen, indem er mit seinem Jetski in das Maul des Hais fährt. Diese Szene muss man gesehen haben. Sie erntet an diesem Abend das lauteste Gelächter und Szenenapplaus. Danach folgt nicht mehr viel, der Megalodon wird erledigt und leitet somit das obligatorische Happy-End ein.

Nach kurzweiligen 99 Minuten geht es für die Zuschauer mit einem Grinsen nach Hause. Aus folgendem Filmzitat haben sie sogar an diesem Abend noch etwas gelernt: «Assholes are never happy.»

Für jene Leser, welche jetzt neugierig geworden sind, halbwegs gut Englisch verstehen und sich gerne mal trashige oder lustige Filme reinziehen, sei das nächste Screening empfohlen. Es findet am Donnerstag, 31.März 2016 um 20:45 Uhr im CineClub Bern statt. Gezeigt wird Birdemic 2: Resurrection. Der Trailer hat schon angedeutet, dass der Streifen seinem Vorbild Die Vögel qualitativ in nichts nachstehen wird.

Im Interview spricht Ronny Kupferschmid über den Aufwand, solche Filme ins Kino zu bringen.