Kultur | 25.02.2016

Kriegt Leonardo DiCaprio seinen ersten Oscar?

The Revenant - Ein Film von Alejandro G. Iñárritu, der letztes Jahr drei Oscars mit nach Hause nehmen durfte. Dieses Jahr ist der Mexikaner wieder nominiert und mit ihm auch der ewige Verlierer Leonardo DiCaprio.
Im Kampf um das Überleben. © 2016 Twentieth Century Fox Film Corporation. All rights reserved.
Bild: Twentieth Century Fox Film Corporation

Ja, es ist wieder soweit und es ist Oscar-Zeit. Schon zum 88. Mal werden die Academy Awards verliehen und mit dabei ist wieder der ewige Verlierer Leoardo DiCaprio mit seinem Film «The Revenant».

Für den Hollywood-Beau wird der 28. Februar zum sechsten Anlauf, um ein Goldmännchen mit nach Hause nehmen zu dürfen. In den Vorjahren ist DiCaprio immer leer ausgegangen. Doch diesmal soll alles anders werden, den laut Experten, die jedes Jahr Wettquoten erstellen, stehe dem nichts im Wege. Ausserdem hat Leonardo DiCaprio bei fast allen anderen Film Festivals abgesahnt und meistens fallen bei einigen Festivals ähnliche Urteil wie bei den Academy Awards.

Wegweiser, Pelzjäger und Halbblutindianer

Im Westernfilm «The Revenant» geht es um einen Mann namens Hugh Glass (Leonardo DiCaprio), der mit seinem Sohn als Wegweiser arbeitet. Er lotst Pelzjäger durch den Wald, die Pelze transportieren und später in ihrem Dorf weiterverarbeiten und verkaufen. Doch der Weg durch den Wald ist nicht das einzige Problem der Pelzjäger, sondern auch die Gefahren, die dort lauern. Von einer Seite gibt es Indianerstämme, die sich bekämpfen und von anderer Seite lauern die Franzosen, die auch hinter den Pelzen sind. Hugh Glass ist mit einem diesen Indianerstämme gut vertraut, weil seine Frau von dort kam und sein Sohn Halbblut-Indianer ist. Hugh Glass verlor seine Familie bei einem Armeeüberfall, sein Sohn erlitt dabei mehrere Brennwunden. Nach diesem Vorfall versprach er seinem Sohn, dass er immer für ihn da sein und ihn nie verlassen werde. Dann gibt es noch den Gegenspieler John Fitzgerald (Tom Hardy), der schon vom Anfang an nichts von Hugh Glasses Wegweiser-Künsten hielt und vor allem nichts von seinem Sohn.

Filmische Darbietung

Alejandro G. Iñárritu hat wirklich ein Händchen dafür, wie man einen tollen Film macht. Er ist bekannt für seine Independent-Filme, doch im Gegensatz zu früher, wird diesen viel mehr Aufmerksamkeit geschenkt.

Wirklich viele Filme hat er nicht gedreht, eine Dokumentation und einige Kurzfilme ausgeschlossen beläuft sich die Zahl auf sechs Filme in den letzten 16 Jahren. Doch es gibt auch andere gute Regisseure, die sich mit ihren Filmprojekten viel Zeit lassen, sowie Quentin Tarantino, der jetzt mit «The Hateful Eight»’ gerade mal seinen achten Film rausbrachte. Tarantinos Filme mögen nicht so kunstvoll und ästhetisch gestaltet sein wie Iñárritus Filme, aber auch er hat das Kino revolutioniert. Bis anhin war Iñárritu kein Mann, der Filme für die breite Masse produziert hat. Das sollte sich mit seinem Film «Birdman» ändern. Dieser Film verhalf dem Regisseur zu dem Sprung in die breite Masse. Aufallend ist die Ähnlichkeit in der Kameraführung zwischen «Birdman» und «The Revenant».

Besonders eine Szene fällt durch viele Parallelen auf: Bei dieser Szene gab es eine epische Schlacht, bei der die Kamera nicht wie gewöhnlich nur den Hauptprotagonisten fokussierte, sondern einmal durch die ganze Schlacht hindurchging. Die berühmten Schauspieler, wie Leonardo DiCaprio, Tom Hardy und Will Poulter waren nur noch im Hintergrund zu sehen. Ausserdem gab es keinen Unterbruch, es wurde  fortlaufend gefilmt.

In einer anderen Szene wurde Hugh Glass fast fünf Minuten lang von einem Bären zerfleischt und diese Szene wirkte authentisch, obwohl der Bär nur eine Computeranimation war. Diese Filmszene, die im Trailer vorkam, sorgte in den Internetforen für Aufsehen, weil einige User dachten, DiCaprio würde von einem Bären vergewaltigt. Fox dementierte und stellte fest, dass es sich um eine Kampfszene handelt. So realistisch die Szene auch sein mag, nach dieser fängt erst der oscarwürdige Teil von DiCaprios schauspielerischer Leistung an. Stöhnend schleift er sich mit Ach und Krach durch die Wildnis, um Rache am Mörder seines Sohnes zu üben.

In der Nacht auf Montag, den 28. Februar, wird der Preis vergeben. Ab acht Uhr sendet ProSieben die ganze Nacht lang Live aus Los Angeles . Wer seinen Schönheitsschlaf braucht, kann aber auch erst um fünf Uhr morgens einschalten und mit Leonardo DiCaprio mitfiebern.