Gesellschaft | 20.01.2016

Stadtentwicklung

Text von Sarah Carter | Bilder von Katharina Good
Was bedeutet für die Menschen auf den Strassen Basels die Aufwertung eines Stadtquartiers?
Bild: Katharina Good

 

 

Janis, 17 Jahre alt.
Janis, 17 Jahre alt.

Stadträume müssen leben. Sie sollen Orte sein, an denen Menschen sich kennenlernen und Spass haben. An diesen Orten sollten die Menschen selbstständig und unabhängig von Herkunft, Einkommen oder Sexualität ihren Bedürfnissen entsprechen können. Meiner Meinung nach, kann die Stadtaufwertung nicht von «oben» durchgeführt werden, sondern vielmehr durch die Menschen, welche die Strassen und Quartiere tagtäglich beleben.

 

Philipp Gasser, 57 Jahre alt.
Philipp Gasser, 57 Jahre alt.

Aufwertung entsteht aus der Art, wie mit den öffentlichen Plätzen umgegangen wird. Sie ist an die Methode gebunden. Die Stadt sucht den Dialog mit der Bevölkerung schon, aber vielleicht braucht es eine bessere Befragungsmethode. Schauen wir die Neugestaltung um den Voltaplatz an: ein Bocciaplatz ist noch keine Aufwertung! Ein guter Platz soll ein Verweilort sein. Es kommt auf die Materialvielfalt und die Möblierung der Stadt und deren Plätze an. Gelungene Aufwertungen sind für mich zum Beispiel die Buvetten am Rhein.

 

Dorothee Fischer, 65 Jahre alt.
Dorothee Fischer, 65 Jahre alt.

Meinem Enkel gefällt es hier am Hafenareal. Es ist schön, dass das Rheinufer so belebt ist. Der Ort ist zwar eher auf jüngere Generationen ausgerichtet, aber das ist in Ordnung.

 

Sidney Burri, 23 Jahre alt.
Sidney Burri, 23 Jahre alt.

Aufwertung bedeutet für mich offenen Freiraum, der allen zugänglich ist. Es ist wichtig, den Raum selber gestalten zu dürfen, wie wir es hier getan haben. Wir haben den Platz mit den Kindern bemalt.

 

Stefan Hofer, 67 Jahre alt.
Stefan Hofer, 67 Jahre alt.

Ein lebenswerter Stadtteil ist auch Wohnort, nicht nur Arbeitsort. Ich wohne seit 20 Jahren hier. Mit der Verdrängung vieler Geschäfte wird die Innenstadt immer unattraktiver. Sogar manche Kleiderläden können sich nicht lange halten. Früher gab es hier noch eine Bäckerei. Gut ist aber, dass die Innenstadt weitgehend verkehrsfrei geworden ist. Auch im Hafenraum ist ein durchmischter Wohnraum wünschenswert, dass er der wilden Nutzung preisgegeben wird, ist auf Dauer keine Lösung.

 

Liliane Baumgartner, 49 Jahre alt.
Liliane Baumgartner, 49 Jahre alt.

Ich bin etwas kritisch gegenüber den geplanten Hochhäusern auf dem Basler Hafenareal. Die Hochbauweise hat durchaus ihren Nutzen, aber wenn hier Luxuswohnungen entstehen, werden sich viele Leute fernhalten. Es ist schön, dass der Ort heute öffentlich zugänglich ist. Als Park mit den Buvetten hat das Gebiet viel Qualität.