Gesellschaft | 08.10.2015

Sonnen- und Schattenseiten des Lebens in “Chance of Rain” vereint

Stefanie Heinzmann hat dieses Frühjahr mit "Chance of Rain" bereits ihr viertes Studio-album herausgebracht. Ein Titel, der sich wie ein roter Faden durch das ganze Album zieht. Tink.ch hat sie interviewt.
"Ich glaube jeder Song hat seine Geschichte", sagt Stefanie Heinzmann. (
Bild: Sebastian Magnani / Universal Music)

Vergangenen März ist Dein Album “Chance of Rain” erschienen, welche Themen hast Du einfliessen lassen? Welche Themen waren Dir wichtig?

Menschen, die einen zentralen Platz in meinem Leben eingenommen haben, wie beispiels-weise meine Freunde, waren für dieses Album inspirierend. Den Song “Little universe” ist mei-ner besten Freundin gewidmet. Was sich wie ein roter Faden durch das Album zieht, ist, dass es die weniger guten Momente im Leben braucht, um das Schöne im Leben schätzen zu können.

 

Welches ist Dein Lieblingstitel auf dem Album?

Das kann ich natürlich überhaupt nicht sagen. (Lacht). Ich liebe dieses Album und die Songs. “Thank you” zum Beispiel habe ich für meinen Bruder geschrieben. Jeder Song steht für sich und zusammen bilden sie ein Ganzes: “Chance of Rain”.

 

Was sind Deine Rituale vor den jeweiligen Auftritten?

Vor einem Auftritt verbringe ich Zeit mit meiner Band – und kurz bevor wir vor das Publikum treten, stellen wir uns in einem Kreis zusammen und dann sage ich nochmal etwas zu ihnen.

 

Welche drei Dinge dürfen in Deinem Gepäck auf Tour nicht fehlen?

Das Allerwichtigste auf Tour sind meine In-Ear Kopfhörer, die dürfen nicht fehlen. Das sind sozusagen meine Kopfhörer für die Bühne. Und ein kleiner Plastikschlauch, den ich in eine halbgefüllte Wasserflasche stecke, damit mache ich Atemtechniken.

 

Mit welchen drei Stichworten beschreibst Du dich selbst?

(überlegt). Ich glaube, dass ich ein sehr dankbarer Mensch bin, den man leicht zum Lachen (lacht) bringen kann. Du kannst wirklich sagen, was Du willst, ich muss immer lachen. Und als sehr toleranten Menschen würde ich mich auch beschreiben.

 

Du bist sehr viel unterwegs. Was bedeutet Dir Dein Heimatkanton?

Das Wallis ist für mich ein Anker, mein Ruhepol – mein Zuhause. Wenn ich sehr lange unter-wegs bin, vermisse ich mein Zuhause schon, weil meine Kollegen und meine Eltern dort sind.

 

Was bedeutet Dir die Sendung “Popstars”, in der Du dieses Jahr “Chefjurorin” bist?

Es ist mega spannend, wirklich sehr, sehr spannend. Wir arbeiten bei Popstars mit tollen jun-gen Frauen zusammen. Sie sind außerordentlich talentiert und sie müssen viel arbeiten. Es ist cool und spannend, aber auch schön zu sehen, wie sie sich in dieser kurzen Zeit sich so sehr entwickeln können. Andererseits fällt es mir sehr schwer, über diese Mädchen zu entschei-den, wer weiterkommt und wer nicht.

 

Wird bei “The Voice of Switzerland” von den Coaches generell etwas anderes erwartet als bei “Popstars” von den Jurorinnen ?

Das ganze Konzept ist ziemlich anders. Bei “The Voice” arbeiten die Coaches gegeneinan-der, in eigenen Teams und sind sozusagen Konkurrenten. Bei “Popstars” arbeiten wir in der Jury zusammen, um die Mädchen gemeinsam zu beraten und sind ein eingespieltes Team.

 

Was war dein Lieblingsfestival dieses Sommers?

Dies ist ganz schwierig zu sagen. Es waren alle Festivals, an denen ich aufgetreten bin, groß-artig. Dieses Jahr war für mich das “Openair Gampel” das absolute Highlight, weil der Auftritt in meinem Heimatkanton stattgefunden hat. Die ganze Band war da und meine Kollegen von Deutschland kamen auch vorbei. Das ganze Ding war so schön und hat mich recht ge-flasht.

 

Ist denn sonst nicht die ganze Band dabei?

Doch, doch. Aber das Spezielle ist, dass ich meiner Band, deren Mitglieder aus Deutschland stammen, den Kanton Wallis zeigen kann.  Sonst sind wir alle immer Gäste.

 

Dieses Jahr hast Du beim Sihlcity ein Gratiskonzert gegeben. Hast Du einen Unterschied wahrgenommen, was die Stimmung betrifft? Im Vergleich zu Konzerten, an denen Leute Ein-tritt bezahlen?

Das kommt super drauf an. Das Konzert im Sihlcity bleibt mir in guter Erinnerung. Da hatten die Leute auch wirklich Lust und ich hatte wirklich Freude daran. Es gibt schon ab und zu Unterschiede. Wenn Leute nicht zahlen müssen, sind sie auch weniger begeisterungsfähig. Die gehen einfach vorbei, um sich das Konzert anzuschauen, da es ist ja eh gratis ist. Bei einem Preis, den man zahlt, ist es ganz anders, da man auch seine Erwartungen hat. Es herrscht auch eine ganz andere Stimmung.

 

Was war Dein Karrierehighlight, welches Du erneut erleben möchtest?

Ich habe so viel schöne Sachen erleben dürfen. Ich kann mich fast nicht entscheiden. Aber ich glaube mein Riesenhighlight war, das erste Mal auf Tour zu sein. Mit meiner eigenen Band, meiner eigenen Crew und dem “Nightliner”. Du fährst wirklich von Konzert zu Konzert. Es sind viele schöne Sachen passiert in den letzten Jahren.

 

Dein Album hast Du in verschiedenen Städten aufgenommen. Welche Stadt hat Dich beson-ders fasziniert?

London hat mich besonders fasziniert. London ist so eine schöne Stadt. Auch die Art und Weise, wie die Leute gekleidet sind und wie sie Musik machen. Es hat fast schon so ein biss-chen etwas Dreckiges: Dies mag ich total. London ist eine extrem künstlerische Stadt.

 

Hast Du in London Deinen Musikstil am meisten wiedererkannt?

Ja, kann ich schon so ein bisschen sagen. Ich habe mich zum Beispiel in Amerika überhaupt nicht richtig gefunden. Das ist mir zu schrill, bunt und plastikmässig. In London habe ich mich wirklich super wohlgefühlt. Das ist die Musik, die ich eigentlich gerne machen würde.

 

Hat sich seit Deinem letzten Album etwas an Deinem Musikstil verändert?

Mein Musikstil hat sich mit mir zusammen verändert. Vor sieben Jahren habe ich damit job-mässig angefangen und vor sieben Jahren war ich ein anderer Mensch. Der Musikstil hat sich stetig mit mir zusammen weiterentwickelt. Trotzdem glaube ich, dass meine Musik mich sehr gut wiederspiegelt, ich bin ein sehr facettenreicher Mensch, finde sehr viele Sachen schön und auch mein Album finde ich sehr facettenreich. Für jeden ist etwas dabei.

 

Ist es denn auch Dein Ziel möglichst viele verschiedene Gruppen von Menschen mit Deiner Musik zu erreichen?

Ja ich glaube schon. Gerade, wenn ich an Konzerten die Leute ansehe, merke ich, dass das Publikum vor allen Dingen auch altersmässig gut durchmischt ist: 12- bis 13-jährige”Meitli”, dann wieder Mitte 20 oder plus 30. Es ist wirklich alles dabei. Sogar Omis, die vorbei kommen. Es ist wirklich mega schön. Das empfinde ich auch das Tolle an Musik.

 

Wie bereitest Du Dich auf die bevorstehende Chance of Rain Tour vor, die im Dezember star-tet vor?

Ich hocke mich mit meinem musikalischen Direktor, meinem Schlagzeuger, zusammen. Dann sammeln wir Ideen und schauen, was wir auf so einer Tour machen können. Auch mit dem Licht. Dann bereite ich mich ganz normal vor: stimmlich und körperlich. Sonstnichts Speziel-les. Wir sind ja das ganze Jahr auf Tour.

 

Welche alten Songs dürfen bei den Konzerten auf keinen Fall fehlen?

“Mean Man” und so wird immer gespielt. Mit dem Song verbinde ich auch voll viel.

Ich glaube jeder Song hat seine Geschichte. Auf jeden Fall ist das der Song, mein erster Song, meine erste Single und mit keinem Song verbinde ich so viel wie mit diesem.