Kultur | 21.10.2015

Irgendwie kenne ich das schon…

Text von Martin Sigrist | Bilder von Martin Sigrist
Am Reeperbahn Festival in Hamburg zeigen sich hunderte junger und neuer musikalischer Talente einer grossen Fanschaar und der professionellen Musikwelt. Dabei finden sich immer wieder grosse Talente, die bereits Bekanntes präsentieren. Tink.ch wagt den Vergleich.
Auch schwedische Bands vermögen die ganze Bühne zu füllen: Vita Bergen
Bild: Martin Sigrist

Elliot Moss

Der Nerd aus den USA klingt wie eine ganze Palette bekannter Namen aus dem Musikgeschäft. Während ein Lied durch die verfremdete Stimme nach James Blake klingt, begegnet einem wenige Minuten später der zerbrechlich-klare Klang von Jay Jay Johanson im nächsten Lied wieder.

Etwas später werden Erinnerungen an Radiohead wach, wenn Elliot seine rhythmische, komplexere und rockigere Seite zeigt. Zwar sind viele Klänge des 21-jährigen sehr vertraut, dennoch ist es eine grosse Leistung, wenn ein Musiker bereits so früh eine solche Bandbreite vorzuweisen hat. Am 8. Dezember kommt der junge Herr nach Zürich in den Papiersaal.

Vita Bergen

Eine Bühne voller Menschen mit den unterschiedlichsten Instrumenten ist nicht ausschliesslich Bands aus Kanada vorbehalten. Aus dem Land der blonden Indie-Bands erwartet uns eine Gruppe, die wirklich sehr ähnlich klingt wie jene Band, die sich weigert, in Zukunft in der Schweiz zu spielen. Arcade Fire sind schon seit Jahren ein grosser Hit und Vita Bergen klingen ähnlich, verblüffend ähnlich.

Die Skandinavier machen Spass, klingen rotzig und sind damit weniger clean als ihre grossen Geschwister. Die so auffallende Ähnlichkeit wird die Schweden weiterhin als Handicap begleiten. Der Gedanke an Arcade Fire ist während dem Konzert der Nordländer schlicht nicht aus dem Kopf zu kriegen, wenn dies auch durchaus ein Verdienst ist. Anfang des Jahres war Vita Bergen bereits in der Schweiz, weitere Daten sind momentan nicht bekannt.

Martin Kohlstedt

Der Deutsche bewegt sich am Piano und am Synthesizer, fasst mit den Händen in die Saiten seines Flügels und drückt hier und dort einen Knopf an seinen weiteren Tasteninstrumenten. Gab es das nicht schon in grösserem Format? Aus dem gleichen Land stammt der ein paar Jahre jüngere Nils Frahm.

Beide zeigen sich verletzlich, Kohlstedt vielleicht noch einen Tick zärtlicher im Umgang mit seinen Instrumenten. Rund 20 Jahre früher geboren ist Hauschka alias Volker Bertelmann, der an dieser Stelle bereits letztes Jahr präsentiert wurde. Hauschka bewegt sich ebenso auf den Spuren von Cage, während der die unterschiedlichsten Gegenstände im geöffneten Flügel verschwinden lässt. Für Anfang 2016 ist eine Tour für die Schweiz geplant.

Weitere Informationen zu Musikern und Bands:


http://www.elliotmoss.com/
http://martinkohlstedt.com/
http://www.vitabergen.se/