Kultur | 09.10.2015

Ein Biest ganz zahm

Text von Naomi Dankyi | Bilder von zvg
Mit "Don't Kill The Beast" begibt sich der Basler Musiker David Blum auf Solopfaden. Während er in der Vergangenheit als Bassist der Indie-Pop- Band "Sheila She Loves You" die Bühnen rockte, schlägt Blum nun zarte Töne an. Das Erstlingswerk «In My Heart I Truly Know« lädt zum Träumen ein.
Vor dieser Musik muss man sich nicht fürchten: Don't Kill The Beast
Bild: zvg

Ein furchterregendes Biest wütet umher. Die Zuschauenden sinken immer weiter in ihre Kinosessel, ihre vor Spannung zitternden Hände mögen kaum die Popcorntüte halten. Es handelt sich hierbei nicht um den nächsten Actionstreifen, sondern um das Soloprojekt des Musikers David Blum.

Mit „Don’t Kill The Beast“ setzt er auf verträumte Balladen und melodiösen Pop.

David Blum ist kein unbeschriebenes Blatt. Mit der Band „Sheila She Loves You“ hat er bereits zwei Alben veröffentlicht und 2013 den Basler Pop-Preis abgeräumt. Momentan befindet sich das Quintett in der Kreativpause, was für Blum den Startschuss seines Soloprojektes „Don’t Kill The Beast“ ergeben hat.

Legt man die CD in die Stereoanlage, verspürt man die Lust, mit den Fingern zu schnippen und durchs Wohnzimmer zu tänzeln. „Ain’t No Nothing“, Erföffnungstrack des Extended Players „In My Heart I Truly Know“, ergreift einen durch Blums sanfte, angenehme Stimme und den durch die Akustikgitarre treibenden Rhythmus. Spätestens beim Refrain ist Mitsingen angesagt, die eingängige Melodie schleicht sich durch die Ohrmuschel. Zu „Magic Wonderland“ im Ohr, schreitet man gut gelaunt durchs bunte Herbstlaub und sitzt mit seinen besten Freunden dick eingepackt und heisse Schokolade schlürfend unter dem Sternenhimmel.

Zwischen Nebel und Hoffnung

Gegenüber trifft man den „Loser“ auf der Parkbank an. Eingehüllt von tiefen Nebelschwaden, begleitet von einer Flasche Rotwein, den er in der Hand hält. „Loser“ beschäftigt sich mit der Frage nach dem Tod und was danach passiert. „I don’t know, you don’t know, we don’t know, nobody knows“ säuselt Blum und lässt die Antwort im Raum stehen.

„Johnny Cash (Humble I Stumble)“ bildet den Höhepunkt des Erstlingswerkes. Der Song gewinnt schnell an Tempo und interpretiert Country auf eine frische Art und Weise. Blum zweifelt an der Existenz Gottes, doch hört er Johnny Cash, weiss er, dass eine höhere Macht über uns steht: „But when I listen to Johnny Cash, I know it’s true“.

Auch die Liebe und der damit verbundene Schmerz kommen nicht zu kurz. Die hoffnungsvolle Ballade „Breakup Song“ dreht sich um die Suche nach der grossen Liebe, die allerdings zerbricht. „With Every Second“ geht unter die Haut. Einzig ein fragiles Gitarrenspiel führt neben wunderbar schönen Gesang durch den Schlusssong. „In My Heart I Truly Know“ ist ein solides erstes Album, das einige Songperlen beinhaltet. Der Stoff aus dem die Träume sind.

Weitere Informationen
http://www.dontkillthebeast.ch/