Kultur | 11.09.2015

„Jemand der dich umhaut, Hals über Kopf“

Text von Nicole Odermatt | Bilder von Nicole Odermatt)
«Lerne zuerst die Regeln des Spiels und spiele dann besser als jeder andere." - Osmo Ikonen ist sich sicher, die Regeln des Lebens sind einfach: sei nett zu allen und gib immer dein bestes. Der Finne lebt als Musiker seinen Traum. Am 29. August gewährte er uns vor seinem Auftritt mit Sunrise Avenue einen kleinen Einblick in diesen.
Tink.ch traff Osmo Ikonen kurz vor seinem Auftritt mit Sunrise Avenue. (
Bild: Nicole Odermatt)

Du bist in einer Musikerfamilie aufgewachsen. War es für dich die logische Konsequenz selbst Musiker zu werden?

Mein Vater ist ein Musiker und meine Mutter besitzt eine kleine Musikschule für Kinder. Ich bin in diesem Umfeld aufgewachsen. Wir waren fünf Kinder – zwei Jungen und drei Mädchen. Meine Mutter hat eine Zwillingsschwester, welcher sie schon immer sehr nahe stand und auch sie hat fünf Kindern im selben Alter. Alle davon sind Musiker. Haben wir uns getroffen, wurde zusammen musiziert. Ich habe nie etwas anderes getan. Nicht Musiker zu werden kam daher für mich nie Frage.

 

Das schwerste am Liederschreiben ist es eine originelle, wahre Geschichte zu finden und diese auf eine genauso originelle Art zu erzählen. Was ist Deine Inspiration?

Das alltägliche Leben. Was immer mir, meinen Angehörigen oder generell meinem Umfeld geschieht, ist Stoff für Musik. Dieser kann von meinen eigenen Erlebnissen kommen oder durch die Erfahrungen anderer. Ich denke das ist der beste Weg Geschichten und Ideen für Songs zu finden.

 

Hast du auch solche Geschichten durch deine Fans erhalten?

Ja, vor etwa einem Jahr, als ich Angefangen habe an meinem vierten Album zu arbeitet, bat ich meine Fans darum mir Geschichten und Inspirationen für neue Songs zu senden. Darauf habe ich sehr viele Geschichten erhalten, ich bekomme immer noch welche. Natürlich konnte ich nicht über alle ein Lied schreiben, ich habe mir aus einzelnen Erlebnissen Stücke herausgenommen und sie zusammengesetzt. Es war grossartig und sehr interaktiv.

 

Im Mai erschien deine neue Single „Rubba Dubba Love“, was ist die Geschichte hinter diesem Song?

Es steckt im Grunde genommen nicht direkt eine Geschichte dahinter. Du siehst jemanden, der deine Welt erschüttert und du verliebst dich Hals über Kopf. Jemand, der dich einfach umhaut. Das ist Rubba Dubba Love.

 

[Quote Osmo Ikonen: „It’s to see somebody who rocks your world…It’s falling head over heels for somebody who is like … The girl who is like…fuck! You see somebody who just blows your away. That-˜s…Rubba Dubba Love.“]

 

Es gehen die Gerüchte herum, dass Du auf jeder Tour etwas verlierst. Ist dir diesen Sommer schon etwas abhandengekommen?

(Der Musiker lächelt verschmitzt und bestätigt das Gerücht.) Mein Handy habe ich zweimal verloren- alleine dieses Wochenende.(lacht) Ich habe es im Auto liegen gelassen, aber der Fahrer hat es gefunden und mir zurück gebracht. Und dann habe ich es wieder liegen gelassen und er brachte es mir erneut.  Ja, ich habe die Angewohnheit immer Sachen zu verlieren. Aber irgendwie habe ich das verrückte Glück alles wieder zu finden. Was auf eine Art sehr seltsam ist.

 

Wenn Du dich zwischen der Karriere bei Sunrise Avenue und deiner eigenen als Solokünstler entscheiden müsstest, was würdest du wählen?

(Zögert kurz nachdenklich) Ich denke meine eigene Karriere. Aber Glücklicherweise habe ich diese Entscheidung nicht zu treffen und bin dazu privilegiert mein eigenes Ding zu tun – zur selben Zeit wie Sunrise Avenue.

Aber sicher, wenn es zu diesem Fall kommen würde und ich müsste mich entscheiden, dann wäre es an der Zeit Tschüss [„Bye, bye“] zu sagen. Es sind zwar grossartige Jungs, doch meine eigene Karriere geht vor.

 

Was ist der Unterschied zwischen Osmo Ikonen als der Keyboarder von Sunrise Avenue und Osmo Ikonen dem Solokünstler?

Als Solokünstler schreibe ich meine eigenen Lieder und produziere sie. Die Band ist eher auf Samu Haber fokussiert. Er schreibt all die Lieder und ist der musikalische Leiter der ganzen Sache. Ich versuche seine Visionen zu unterschützen und voran zu treiben. Ich bin ein Teil der Gruppe, der Helfer. Aber wenn ich mein eigenes Ding tue, bin ich der Chef und entscheide was ich will. Das ist der Unterschied.

 

Samu Haber hat sehr viel Aufmerksamkeit durch «Voice of Germany« erhalten. Wie hat der Rest der Band auf Samus Popularität reagiert?

Ich glaube jeder von uns war über diesen Erfolg sehr erstaunt und aufgeregt. Samus Auftritt bei „The Voice“ und „Die Band“ hat uns sehr geholfen Sunrise Avenue bekannter zu machen. Alles wurde grösser und unglaublicher. Wir können uns nicht gross beschweren, es ist grossartig.