Kultur | 13.08.2015

Schweizer Handwerk mit WAUW-Effekt

Text von Sara Wildhaber | Bilder von Samuel Reichmuth)
Die Ausstellung WAUW, die vom 29. bis 31. Mai in der Luzerner Industriestrasse statt-fand, präsentierte sich von seiner besten Seite. Bei gemütlichem Ambiente und strahlen-dem Sonnenschein zeigten rund 30 junge Künstler, Designer und Handwerker ihre Pro-dukte und Werke.
Der Stand des Schweizer Fashion-Labels BADI CULTURE. (
Bild: Samuel Reichmuth)

Bunte Keramikvasen, vegane Burger, Skurrile Roboter oder stylische Stofftaschen. An der WAUW gab es für jeden Geschmack etwas zu sehen, zu riechen, zu probieren oder zu hören. Nicht umsonst stehen die vier Buchstaben für wunderlich , authentisch, ungewöhnlich und wahnsinnig. Die kleine Messe feierte am letzten Maiwochenende seine Premiere und lockte rund 2000 neugierige Besucher nach Luzern.

 

Hinter dem vielversprechenden Namen WAUW steckt ein einfaches und unkompliziertes Konzept: Die Veranstalter wollen jungen kreativen Leuten aus den Bereichen Design, Kunst, Handwerk oder Kulinarik eine günstige Ausstellungs-Plattform in ungehobelter Atmosphäre bieten. So können neue Netzwerke geknüpft werden und spannende Zusammenarbeiten entstehen.

 

Urbane Idylle

Als Location von WAUW dienten die Räumlichkeiten des Beleuchtungsunternehmens sinnlicht in einem etwas versteckten, unscheinbaren Fabrikgebäude an der Luzerner Industriestrasse. Doch dank den vielen bunten Luftballons, die davor in den blauen Himmel ragten, war die Ausstellung schon von weitem kaum zu übersehen. Der Kiesvorplatz direkt vor dem Gebäude, gesäumt von Pflanzen und Topfblumen, machte einen freundlichen und einladenden Eindruck.

 

Für das leibliche Wohl sorgten Essensstände mit veganen Burger oder feinem Glacé. Gut gelaunte Besu-cher sassen um runde, klapprige Holztische beim Plaudern, Essen und Trinken, während einige Kinder „Fangis“ spielten. Eine kleine, familiäre Idylle mit künstlerischem Flair mitten in der Stadt Luzern. Die Rahmenbedingungen für einen gelungenen Anlass konnten nicht besser sein.

 

„Keep it local“

Das eigentliche Highlight des „Festivals der Sinne“ erwartete einen beim Betreten des alten Fabrikhauses, wo etwa 30 Aussteller auf zwei Stockwerken verteilt, einen Einblick auf ihre sorgfältig präsentierten Kunst- und Handwerke boten.

 

Einer der Aussteller war Samuel Reichmuth. Er nutze WAUW, um sein 2013 gegründetes Fashion-Label BADI CULTURE erstmals der Öffentlichkeit zu präsentieren. Aufgewachsen als Schweizer in Südafrika ist er geprägt von den Gegensätzen der beiden Kulturen und verbindet sie in Form von erdfarbenen Taschen und Rucksäcken aus hochwertigem Leder oder Baumwolle. Seine Kollektion zeichnet sich durch ein schlichtes, zeitloses und dennoch funktionelles Design aus. Hergestellt werden die Accessoires aus loka-len Materialien in zwei südafrikanischen Fabriken, die Reichmuth selbst ausgesucht hat. Gute Arbeitsbe-dingungen für Mitarbeitende und nachhaltige Produktionsverhältnisse, die sich zurückverfolgen lassen, sind dem jungen Designer enorm wichtig, wie er betonte.

 

Renaissance des Handwerks

Neben nachhaltig hergestellten Gepäckstücken gab es aufgepeppte Vintage-Möbel, exotische Limonaden mit selbst gemalten Etiketten oder Skulpturen aus recycelbarem Material wie PET zu bestaunen. Die Bandbreite in der Schweizer Kunst- und Handwerksszene ist zweifellos vielfältig. Und eine Gemeinsam-keit haben sie doch alle: Die Herstellungsweise erfordert viel Kreativität, Geduld und Sorgfalt. Mit ihren von Hand hergestellten Objekten und Kunstwerken boten die Aussteller eine erfrischende Abwechslung zur heutigen Massenproduktion. Der Besucherandrang und die durchaus positive Resonanz bestätigten, dass die Nachfrage nach unverwechselbaren, langlebigen Dingen aktueller denn je ist. Auch für die Aus-steller war die Messe eine optimale Gelegenheit Käufer für ihre Produkte zu überzeugen oder Zusammen-arbeiten mit anderen Künstlern einzugehen. Das Organisationskomitee zeigte sich äusserst zufrieden und will den Event auch kommendes Jahr wieder durchführen. Wer dieses Jahr also nicht dabei sein konnte, kann sich bereits auf nächsten Frühling freuen, wenn das Festival der Sinne das zweite Mal seine Tore öffnen wird. Interessierte, die nächstes Jahr bei WAUW mitmachen wollen, können sich auf in-fo@wauw15.ch melden.