Kultur | 26.08.2015

Osmo Ikonen, der Solokünstler

Gross, blond, gutaussehend. Er ist der charmante Finne aus Finnland, wie ihn seine Fans nennen, der mit seiner Stimme reihenweise Frauenherzen zum Schmelzen bringt. Die Rede ist nicht von The Voice-Schnüggel und Sunrise Avenue-Frontmann Samu Haber, sondern von seinem Bandkollegen und Landsmann Osmo Ikonen.
Im Mai erschien Osmo Ikonens neue Single "Rubba Dubba Love". (
Bild: © 2015 Osmo Ikonen | Webpage: Tero Ahonen)

Das Publikum kennt ihn als Live-Keyboarder der Erfolgsband Sunrise Avenue. Er ist derjenige, der immer dabei ist und trotzdem nicht ganz dazu gehört. Die meisten Plakate kommen ohne sein Gesicht aus, und auch sein Name wird oft aussen vor gelassen. Denn auch wenn er insgeheim als fünftes Mitglied der finnischen Pop-Rock Gruppe betitelt wird, ist er dennoch nicht in der offiziellen Besetzung zu finden.

 

Diese Konstellation macht den Eindruck, als wäre er nur der Aushilfsspieler, der zwar zum Ruhm beiträgt, aber dennoch im Schatten der restlichen Band steht. Der Erntepflücker, der nie selbst etwas von den Kirschen abbekommt. Doch eigentlich ist es viel mehr sein Freifahrtschein zur eigenen Karriere. Denn was viele nicht wissen: Osmo Ikonen ist neben Sunrise Avenue noch als Solokünstler unterwegs, und das durchaus erfolgreich.

 

Multi-Instrumentalist und Adoptiv-Bandbruder

Osmo Olavi Ikonen wurde 1980 am Todestag von Albert Einstein in eine Musikerfamilie hineingeboren. Schon im zarten Alter von sechs Jahren spielte er das Cello, später kommen noch diverse Instrumente dazu. Der Multi-Instrumentalist studierte Musik und beteiligte sich an diversen musikalischen Projekten.

 

Bereits im Mai 2008 brachte er sein Debütalbum “Stories from Within” unter dem kleinen Label Van Gogh Ikonen Records heraus. Gespickt mit Songs wie “All By Myself” bringt die Platte neben viel Gefühl auch eine Menge funkigen Jazz mit.

 

Zu dieser Zeit entschied Jukka Backlund, damaliger Keyboarder von Sunrise Avenue, sich ganz seiner Karriere als Produzent zu widmen und verliess die Gruppe. Seinen Platz an den Tasten übernahm Ikonen von 2009 (Popgasm Tour) an. Bis heute begleitet er die Band bei ihren Liveauftritten. Obwohl er kein offizielles Mitglied der Gruppe ist, gehört er doch zweifelsohne zur Sunrise Avenue-Familie. So geniesst er während der Konzerte die Präsenz seines eigenen Fanclubs.

 

2009 trat der Musiker vor die finnische Jury und kämpfte mit den Rappern Signmark um die Vertretung ihres Landes beim Eurovision Song Contest. Leider ohne Erfolg. Ein Jahr später versuchte Ikonen es erneut mit der Singleauskopplung seines neuen Albums. Doch scheiterte er auch hier in den Vorausscheidungen.

 

Der Antrittssong “Heaven or Hell” konnte trotzdem brillieren. Ein Gute-Laune-Song, in dem sein musikalisches Talent besonders gut zur Geltung kommt. Im Musikvideo beweist er als Ein-Mann-Band, dass er ein Händchen für das Spielen verschiedenster Instrumente hat, und macht dazu in seinem Frack eine ziemlich gute Figur.

 

“Rubba Dubba Love” und bombastische Stimmung am Sommerendfest

Diese gute Figur machte er auch im Mai dieses Jahres – mit Sonnenbrille, Diskokugel und hübscher Frau an seiner Seite. Mit der Single “Rubba Dubba Love” meldet er sich als Solokünstler auf dem Musikmarkt zurück. Mit etwas mehr Stil, etwas mehr Techno, und genauso viel Charme wie zuvor.

 

Zu sehen ist Ikonen schon nächsten Samstag, am 29. August 2015. Nicht als Solokünstler, sondern in einem uns bekannten Terrain: als Keyboarder bei Sunrise Avenue. Am 29. August spielen die sympathischen Finnen ihre letzte Schweizer Festivalshow für dieses Jahr am SummerDays Festival in Arborn.

 

Sie teilen sich die Bühne mit Künstlern wie Jan Delay, Milky Chance und dem Supervitamin-Künstler Müslüm. Einen Tag zuvor treten die Rockkönige Deep Purple (“Smoke on the water”) am Bodenseeanstoss auf. Sie werden unter anderem unterstützt von dem Querflötenvirtuosen Ian Anderson, von Alan Parson und Fish. Nach Mitternacht garantieren die Jungs von The Baseballs mit sexy Hüftschwung, viel Humor und jeder Menge Rock ‘n’ Roll eine Bombenstimmung. Ein krönendes Ende einer Open Air Season.