Kultur | 18.08.2015

Elegantes Versteckspiel

Wer Blake Lively nur aus der Serie «Gossip Girl« kennt, wird in diesem aktuellen Film von ihrer schauspielerischen Leistung begeistert sein. Grenzenlose Eleganz jeder einzelnen ihrer Bewegungen breitet sich bis hin in ihre Fingerspitzen aus. Ihre Figur ist eine Aussenseiterin, die ihr Geheimnis gekonnt vor der Welt versteckt.
Zumindest für Adaline ist es die erste Begegnung mit Ellis. (
Bild: zvg. Salt Cinema, Copyright Frenetic)

Nicht enden wollende Liebesgeschichten erzählt Lee Toland Krieger im Film „The Age Of Adaline“, im Mittelpunkt derer eine einzige, unsterbliche Frau steht. Ein Unfall gibt ihrem jungen Leben eine Wendung, von der die meisten Frauen nur träumen können – Adaline hört auf zu altern. Für immer 29 bleiben, wer will das schon nicht? Doch was lässt sich mit der unbegrenzten Zeit noch anfangen wenn das Vermögen gesichert, die Blindenschrift erlernt, und die grosse Liebe gefunden und verloren ist? Das Geschenk wird zur Last. Das Versteckspiel zermürbt die Nerven und ihre gebrechliche Tochter, die sich als Grossmutter Adalines ausgeben muss, bringt die Gedanken an den Tod näher, während das Erblassen von der schönen Blondine nicht weiter entfernt sein könnte.

 

Verstecken um den Preis des eigenen Glücks

Über hundert Jahre hat die junge Dame auf der Erdkugel verbracht, sie scheint sich mit ihrem Schicksal abgefunden zu haben, bleibt dezent, fällt nicht auf. Doch am Silvesterabend ist sie nicht zu übersehen. In dieser Nacht lern sie Ellis Jones, gespielt von Michiel Huisman kennen. Blicke kreuzen sich, bleiben aneinander haften, doch Adaline rennt nach kurzem Wortwechsel mit Ellis nicht das letzte Mal in der Geschichte vor der Liebe davon.

 

Dritte Wahl

Sowohl Katherine Heigl als auch Natalie Portman wurde die Rolle der Adaline angeboten. Blake Lively, die bisher vor allem durch das Spiel der reichen, lockeren Blondine aus der Serie „Gossip Girl“ bekannt war, steht den zwei ersten Wahlbesetzungen jedoch in Nichts nach. Graziös verschnürt sie die Erfahrung Adalines in natürliche Eleganz, ohne altbacken zu wirken. Die Sprache gewählt, die Bewegungen langsam und bedacht. Erst als sie in den Mittelpunkt des Lebens von Ellis Jones (Michiel Huisman) gerät, lässt sie sich, wenn auch nur kurz, gehen. Verliert sich. Verliebt sich. Versteckt sich wieder.

 

Sie scheut generell die Kamera und sagt zu ihrer Tochter über ein altes Foto von sich: „Wenn du eines gesehen hast, hast du sie alle gesehen.“ Dabei wirkt sie weder wütend, noch traurig über ihr Schicksal. Nur manchmal lässt sie ihre Reue aus einer Kiste der Erinnerungen entweichen. Langeweile tangiert sie nicht, doch die Angst, ihr Geheimnis preiszugeben, quält sie bis zum tragischen Höhepunkt der Geschichte, als eine alte und eine neue Liebe aufeinander treffen und ihr meist gehütetes Mysterium enthüllen.

 

Fazit

Eine Geschichte, die an Science-Fiction erinnern sollte, jedoch als romantisches Märchen erzählt wird. Das Ende kommt nicht überraschend und auch die Wendepunkte der Handlung sind zu erahnen. Die Sanftheit der Geschichte sowie die Eleganz Blake Livelys machen den Film dennoch sehenswert – vor allem für Liebhaber und Liebhaberinnen romantischer Märchen.

 

 

Salt Cinema auf der Grossen Schanze in Bern

 


 

Das Programm finden Sie unter http://www.saltcinema.ch/de/bern/programm.html