Kultur | 26.07.2015

Schweden-Rock im Luzerner Saal

Text von Sonja Gambon | Bilder von Sonja Gambon)
Der Freitagabend am Blueballs Festival in Luzern verspricht so einiges: Nach einem gehypten Auftritt des Blues Wonder Gary Clark soll lange erwarteter, schwedischer Rock von Mando Diao folgen. Ob sie ihrer Linie seit der Gründung 1999 treu geblieben sind?
Mando Diao singen neu auch Lieder mit schwedischen Texten. (
Bild: Sonja Gambon)

Um 22:15 Uhr ist es endlich soweit: der lang ersehnte Import aus Schweden, eines der grossen Highlights des diesjährigen Blueballs Festival, erscheint auf der Bühne. Man merkt sofort, dass die fünf mittlerweile nicht mehr ganz so jungen Musiker es kaum abwarten können, das Konzert zu beginnen. So geht es auch dem Publikum: Die vorher eher ruhigere Stimmung schlägt sofort um, es ist eine gewaltige Energie im Raum spürbar, die sich durch das ganze Konzert zieht und sich sogar stets steigert.

 

Mando Diao – ein Bandname, der an keinem vorbeigeht. Die Poprocker aus Bölange feiern schon seit mehr als 15 Jahren internationalen Erfolg – Singles wie Gloria, Dance With Somebody und Black Saturday haben sie auch ausserhalb von Schweden bekannt gemacht.

 

Besonders in der Schweiz kommt ihr spezieller Musikstil, der aus teils sehr rockigen, teils sehr balladigen Zügen gemischt mit elektronischem Synth Rock besteht, gut an. Dies beweist sich auch diesem Abend wieder: Der Saal ist ausverkauft, das hauptsächlich weibliche, aber demografisch ziemlich durchmischte Publikum tanzt und singt mit, was das Zeug hält.

 

Das Konzert beginnt mit eher unbekannteren Songs und steigert sich nach und nach immer mehr; die Jungs rund um Leadsänger Björn Djxgård sind zwar in ruhigem Schwarz gekleidet, geizen aber überhaupt nicht mit Bühnenpräsenz und geben vollen Einsatz, was wiederum das Publikum völlig mitreisst. Dieses flippt regelmässig aus, wenn Björn sich auf die Boxen stellt, das Publikum beim Hit „Gloria“ den Refrain singen lässt oder aber erst recht, als er sein nass geschwitztes Shirt ins Publikum wirft.

 

Ganz zum Schluss geben sie noch eine Kostprobe auf Zukünftiges mit auf den Weg, die Band spielt einen Song auf Schwedisch, der vom Vermissen handelt und nach eigenen Angaben „voller Emotionen“ sei. Man kann also gespannt sein, was noch kommen wird und wie sich die Band mit ihrer neuen schwedischsprachigen Richtung weiterentwickeln wird.