Gesellschaft | 24.07.2015

Angus & Julia Stone

Text von Sandro Bucher | Bilder von David Schneider
Am drittletzten «Blue Balls»-Abend brillierten Angus und Julia Stone mit einer bestechend schmucklosen Bühnenpräsenz. Die ungezwungene Atmosphäre im KKL Luzern akzentuierte, dass die Geschwister während ihrer Solo-Entdeckungsreisen von dem engelsgleichen Zwiegesang nichts eingebüsst haben.
  • Hippie Chic-Kleidung, zotteliges Haar und akustische Introspektion ummanteln die kontrastreichen Stimmfarben des Folk-Duos

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  • …beehrten den Luzerner Saal des KKLs als altbewährtes Folk-Duo «Angus & Julia Stone».

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  • Neben Werken aus gemeinsamer Feder präsentierten die Geschwister aus Sydney auch Songs, die während ihrer vierjährigen Solo-Expeditionen entstanden.

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  • …und seine zwei Jahre ältere Schwester Julia…

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  • Der 29-jährige Australier Angus Stone…

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Vierzig Jahre nach den ersten Auftritten von Angus und Malcolm Young alias AC/DC bringt das nicht gerade als Musikexportweltmeister bekannte Australien mit Angus und Julia Stone ein neues Geschwister-Duo hervor. Statt mit Mega-Shows voller Pathos bestechen die «Sydney-Siblings» bei ihren Auftritten mit seelenvoller Simplizität.

Hippie Chic-Kleidung, zotteliges Haar und akustische Introspektion ummanteln die kontrastreichen Stimmfarben des Folk-Duos und unterstreichen dabei die zentralen Themen hinter ihren Songs: bedingungslose Liebe, unaufhaltsamer Wandel und der ewige Wunsch nach Freiheit.

Erinnerungen an einen alten Freund

Während des eineinhalbstündigen Konzerts führten die Stones-Geschwister ihr Publikum durch eine musikalische Fortentwicklung ihres bisherigen Schaffens und verknüpften dabei die Früchte ihrer Solo-Projekte mit den herausstechendsten Resultaten ihres gemeinsamen Wirkens.

Namhafte Hits wie «Big Jet Plane» aus dem zweiten Album «Down the Way», das direkt auf Platz eins der australischen Charts landete und den Stones-Geschwistern fünf Awards der Australian Record Industry Assocation (ARIA) bescherte, bildeten während des Abends einen unbefangenen Kontrastreichtum zu unbekannteren Songs aus früheren EPs und den Solo-Werken: Eine Prachtentfaltung an Facetten, durch die sich auch ihre 2010 erschienene Compilation «Memories of an Old Friend» auszeichnet.

Schöpferischer Aufbruch

Gegen Ende des Konzerts wichen die nostalgischen Gefühle an frühere Hits dem Hauptaugenmerk auf das neuste Album, das Angus und Julia Stone kurzerhand nach sich selbst benannten. Mit Hilfe der Producer-Legende Rick Rubin, der generell als einer der einflussreichsten und angesehensten Produzenten der Gegenwart gilt, brachen die Australier mit ihren bittersüssen und melancholischen Melodien zu neuen Ufern auf und verliehen ihren gefühlvollen Hymnen ans Leben mehr Kraft und Mainstream-Potenzial.

So universell und vielgestaltig sich die Musik von Angus und Julia Stone noch ausfalten wird: was bleibt, ist ihr mysteriöser und verträumter Charme, der auch nach fünf Jahren noch ungetrübt strahlt.