Gesellschaft | 12.05.2015

„Nachhaltigkeit braucht es überall“

Text von Sofiya Miroshnyk | Bilder von Ice Graf)
Bildungs-, Wirtschafts- und Gesellschaftsvertreter trafen sich an der PH Bern, um über Bildung zur nachhaltigen Entwicklung zu sprechen. Lea Blank ist im Sekretariat der Schweizerischen UNESCO-Kommission für den Bildungsbereich tätig. Tink.ch traf sie am Kongress "Horizons21" zum Interview.
Lea Blank arbeitet auf dem Sekretariat der Schweizerischen UNESCO-Kommission. (
Bild: Ice Graf)

Wie geht es Ihnen nach den ersten 5h am Kongress?

Lea Blank: Ich hab zwar einen vollen Kopf, aber mir geht es sehr gut. Der Kongress ist sehr spannend und vielseitig, genau nach dem Ansatz der UNESCO in der Schweiz. Denn Bildung für nachhaltige Entwicklung kann nur funktionieren, wenn viele verschiedene Akteure zusammenarbeiten. Für eine erfolgreiche Umsetzung sind nicht allein die Lehrer oder die Schulen verantwortlich, sondern Akteure aller Ebenen, auch aus dem non-formalen Bildungsbereich.

 

Wie sieht die Zusammenarbeit zwischen den Akteuren aus?

Koordination ist hierbei sehr entscheidend. Wichtig ist es, die Menschen, die Akteure zusammenzubringen und sie einen Weg finden zu lassen, sich zu verständigen und zusammenzuarbeiten. Dafür gibt es kein Rezept. Die Kommunikation soll sich entwickeln können. Denn oft verstehen die einzelnen Akteure noch gar nicht, was der eigentliche Sinn und Zweck der Zusammenarbeit sein soll.

 

Wir müssen also diese Menschen erstmals gemeinsam an einen Tisch bringen, um ihnen zu zeigen, dass eine Zusammenarbeit durchaus sinnvoll ist. An diesem Punkt hat man aber noch nichts Konkretes erreicht, ausser eben, dass sich die verschiedenen Akteure gemeinsam an einen Tisch setzen und den Sinn der Zusammenarbeit erkannt haben – und dies ist wiederum die notwendige Basis. Danach geht es richtig los. Im Anschluss muss man die Sache anhand von konkreten Beispielen und Projekten wachsen lassen.

 

Was ist hierbei die grösste Herausforderung?

Eine der grössten Herausforderungen ist wohl der Kontakt auf Augenhöhe. Bei so unterschiedlichen Akteuren ist der Kontakt auf Augenhöhe jedoch schwierig. Ist man beispielsweise als kleiner Verein auf gleicher Ebene mit einer kantonalen Verwaltung?

Hier müssen wir einen Weg finden, um alle Parteien gleich mit einzubeziehen. Einen Weg, in den alle Akteure partizipativ miteinbezogen werden.

 

Wie könnte dieser Weg aussehen? Wodurch wird der Kontakt auf Augenhöhe hergestellt?

Es geht hierbei darum, das thematische sowie strukturelle Verständnis für den Anderen zu fördern und den Mehrwert der Arbeit und der Rolle des anderen aufzuzeigen.

 

Wie sieht ihre Prognose für die Bildung in nachhaltiger Entwicklung aus?

Das ist schwierig zu sagen. Das globale Aktionsprogramm der UNESCO ist vielversprechend. Vor allem der holistische, also der ganzheitliche Ansatz darin ist entscheidend, denn Nachhaltigkeit braucht es überall. Wir können an den Schulen nicht Nachhaltigkeit lehren und den gleichen Schülern in der Kantine ein ganz anderes Menu servieren. Zudem müssen Akteure aus allen Bereichen der Ökonomie, Ökologie und Gesellschaft zusammenarbeiten.