Politik | 23.05.2015

Nachhaltigkeit an Schulen

Text von Sofiya Miroshnyk | Bilder von Ice Graf)
Über 250 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Bildung und Gesellschaft trafen sich am 9.Mai 2015 an der PH Bern, um am Kongress Horizons 21 teilzunehmen.
Christoph Eymann, Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt und Präsident der Konferenz kantonaler Erziehungsdirektoren im Gespräch mit Tink.ch. (
Bild: Ice Graf)

Was braucht die nächste Generation, um den zukünftigen Herausforderungen sinnvoll begegnen zu können? Darüber haben sich Lehrpersonen und Schulleitungen, Vertreter und Vertreterinnen der Bildungsverwaltung sowie Bildungsfachleute und weitere ausserschulische Vertretende am Horizons 21 Kongress ausgetauscht.

 

Zentrales Thema war die Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE). Sie ist ein Verfassungsauftrag des Bundes. BNE setzt sich dafür ein, dass Themen wie Klimawandel, Aids, Migration, sowie Wirtschaftliche Krisen an den Schulen thematisiert werden. Dabei soll das Verständnis der Schülerinnen und Schüler für die heutigen Herausforderungen gefördert werden. Einerseits geht es um Nachhaltigkeit, andererseits um Bildung. Zentral dabei sind aber auch die Verflechtungen von Ökologie, Ökonomie und Gesellschaft.

 

Herausforderungen der Zukunft

BNE will dafür sorgen, dass die Schülerinnen und Schüler den globalen Herausforderungen der Zukunft sinnvoll begegnen können. Dabei sollen das Verständnis für die Zusammenhänge und kritisches Denken der Schülerinnen und Schüler gefördert werden. Es gehe nicht darum zu sagen, was richtig oder falsch, gut oder böse sei, betont Christoph Frommherz, Mitarbeiter Kommunikation der Stiftung Éducation 21. Vielmehr soll der nächsten Generation alles mit auf den Weg gegeben werden, damit diese selbst entscheiden kann.

 

“Das, was den Schülerinnen und Schülern vermittelt wird, hilft ihnen, sich eine eigene Meinung zu bilden”, sagte Daniella Tilbury, Professorin an der Universität Gloucestershire, den Workshop-Teilnehmenden. Sie ist es auch, die betont: “Zu verstehen warum wir so denken, wie wir es tun, ist eine wichtige Erkenntnis.”

 

Ökonomische Ökologie, ökologische Ökonomie

Am Kongress fanden breit gefächerte Diskussionen statt. “Eine der Schwierigkeiten ist der Umgang mit dem Komplexitätsgehalt”, sagt Christoph Eymann, Regierungsrat des Kantons Basel Stadt und Präsident der Konferenz kantonaler Erziehungsdirektoren. BNE soll im Lehrplan 21 integriert, jedoch kein eigenes Fach werden. Dazu ist das Thema definitiv zu breit gefächert. Denn es soll nicht nur die Gesellschaftsperspektive allein, sondern auch die der Ökonomie Einzug in die zukünftige Bildung finden.

 

Doch wo findet sich die Wirtschaft in einem scheinbar rein ökologischen Thema? Jürg Zellweger vom Arbeitgeberverband Schweiz zeigt die ökonomische Sicht auf. “Alles muss auch einen Nutzen haben. Deshalb soll auch der Mehrwert von BNE aufgezeigt werden”, sagt er. Über den Mehrwert gibt Zellweger im Interview ausführlich Auskunft.

 

“Toilettenpapier ist sehr relevant.”

So ernst die Themen der Zukunft auch sind, der Kongress findet dennoch in einer sachlichen aber lockeren Atmosphäre statt. Albin Kälin, CEO von EPEA Schweiz, die sich mit der internationalen Umweltforschung auseinandersetzt, setzt sich für eine Welt ohne Abfall ein. Abfälle sollen nicht einfach nur vermindert und rezykliert werden, sondern erst gar nicht entstehen. Statt von der Wiege bis zur Bahre, sollen die Produkte von der Wiege komplett in die nächste Wiege wandern. Auch wenn es utopisch klingt: Bei Toilettenpapier zu beginnen scheint nicht verkehrt zu sein. Kälin betont: “Nicht gerade ein sexy Thema, aber Toilettenpapier ist sehr relevant.”

 

Kongressbericht


https://www.youtube.com/watch?v=I120bIaMXGI&feature=youtu.be

Video: Matthias Käser 

Ermöglicht durch Horizons21

                                                                 


Die Stiftung Éducation21 unterstützt als nationales Dienstleistungs- und Kompetenzzentrum die Umsetzung von Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) in der Schweiz.

http://www.education21.ch/de/home